tests/23-12-15_pro-ject
 

Pro-Ject Metallica Limited Edition

15.12.2023 // Dave Marras Grünwalds

Kaum eine andere Metal-Band hat mit ihren Songs und Kollaborationen den Weg in den Mainstream gefunden wie Metallica. Ob das gemeinsame Kind der interkontinentalen Ehe mit der österreichischen Plattenspielerschmiede Pro-Ject nicht nur zeigt wem die Stunde schlägt, sondern auch als „Master of Vinyl“ überzeugt, soll der folgende Test herausfinden.

Als ich im Frühjahr 2022 auf meinen Rundgang über die HighEnd viele innovative Neuerrungen und wunderschöne Designs entdecken durfte, stach eines besonders hervor: der aus Pro-Jects Artist-Collection stammende Plattendreher Metallica Limited Edition. Sofort war ich hin und weg und wollte ihn mir schnellstmöglich in unseren heiligen Hallen zu Gemüte führen. Aufgrund der zahlreichen Metallica-Fanboys und -Girls musste ich mich ein wenig gedulden und eineinhalb Jahre nach dem großen Run gehöre ich nun zum auserwählten Kreis und darf den österreichischen Metal-Head in Empfang nehmen. Nach Rückfrage beim Vertrieb Audio Trade wie die Zusammenarbeit mit den Thrash-Metallern aus San Francisco zustande kam, ging die Initiative von den Amerikanern aus. Dies wundert mich insofern nicht, da fast jeder der bisher erschienen Longplayer auf Vinyl und meist sogar in der 180 Gramm Version erhältlich ist. Da scheinen die Mannen um Lars Ulrich seit ihrem Kreuzzug gegen Napster und Co. wohl Verehrer des schwarzen Goldes geworden zu sein.

Diese Leidenschaft zum Vinyl und dem analogen Klangerlebnis teilt Firmengründer und CEO von Pro-Ject Audio Heinz Lichtenegger. Er gründete 1991 zu Hochzeiten von CD-Playern und Compact Discs das Unternehmen mit der Mission, das bestmögliche analoge Erlebnis zu fairen Preisen anzubieten. Nach den ersten Schritten mit dem Pro-Ject1 hat sich im Laufe der letzten drei Dekaden die österreichische Hifi-Schmiede zu einem international erfolgreichen Unternehmen entwickelt, das ein mannigfaltiges Portfolio von Vorverstärkern, Lautsprechern und Kabeln bis hin zu innovativem Zubehör rund um den audiophilen Klang offeriert. Das Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf den Vinyldrehern und bietet mit den unterschiedlichsten Ausstattungen und Designs etwas für jedes Portemonnaie. So werden vom Einsteiger bis hin zum Hifi-Verrückten, der sogar seine Familie für den besseren Klang eintauschen würde, alle auf jeden Fall in den vielfältigen Serien fündig. Der Metallica Limited Edition Plattenspieler reiht sich nahtlos in Pro-Jects Artist Collection Serie ein. Hier ist man von namhaften Musikgrößen wie den Beatles, Rolling Stones, Parov Stelar und seit diesem Jahr auch Pink Floyd umgeben.

Die inkludierte und ungelabelte Filzmatte gibt den Lieblingstonträgern auf dem schweren Glasteller sicheren Halt
Die inkludierte und ungelabelte Filzmatte gibt den Lieblingstonträgern auf dem schweren Glasteller sicheren Halt

Nach diesem kleinen Überblick kann ich es nun nicht mehr Erwarten und mache mich daran den Pro-Ject aus seiner maßgenschneiderten Verpackung zu befreien. Nachdem ich sämtliche Einzelteile über die gesamte Fläche unseres Wohnzimmers verteilt habe, starte ich mit der Installation der einzelnen Komponenten. Schon die MDF-Zarge verzückt sofort nicht nur meine Augen, sondern wird auch von meinen beiden weiblichen Mitbewohnerinnen bewundert. Der sogenannte „Ninja-Star“ besteht aus vier aneinander grenzenden M-Lettern des von James Hetfield entworfenen Bandlogos. Die Oberfläche des Decks wurde mit einer Metallkontur in Hochglanz Spiegelfinish versehen, was dem Plattenspieler seinen unverwechselbaren Look verleiht. Auf der Unterseite des Players befinden sich drei höhenverstellbare und mit Filzgleitern unterlegte Metallfüße, die zur stabilen und waagrechten Ausrichtung beitragen. Unterhalb der Frontspitze des „Ninja-Stars“ ist ein Kippschalter für den Standby-Betrieb sowie die Auswahl zwischen den Geschwindigkeiten von 33⅓ und 45 Umdrehungen in der Minute angebracht. Die Steuerung hierfür ist Pro-Ject typisch elektronisch präzisionsgesteuert, was für stabile Gleichlauf sorgen soll. Auch für Liebhaber der 78er-Schellackplatten bietet der Metallica Limited Edition eine Option: Durch den Wechsel des Flachbandriemens auf einen klassischen Rundriemen ist die Umstellung mit wenigen Handgriffen blitzschnell möglich.


  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.