tests/24-03-26_moonriver
 

Moonriver Audio Model 505 Hybrid Stereo Phono EQ Stage

26.03.2024 // Carsten Bussler

Aufgeräumte Rückseite: Die Anschlüsse lassen keine Fragen offen. Immerhin ein Eingang ist via XLR-Buchsen für die symmetrische Signalverarbeitung ausgelegt, den entsprechenden Ausgang gibt es natürlich ebenfalls
Aufgeräumte Rückseite: Die Anschlüsse lassen keine Fragen offen. Immerhin ein Eingang ist via XLR-Buchsen für die symmetrische Signalverarbeitung ausgelegt, den entsprechenden Ausgang gibt es natürlich ebenfalls

Grobdynamisch überzeugten mich zum Beispiel „Überlin“ des Albums Collapse into now von R.E.M. (Warner Brothers, 2011) sowie „Man on the Moon“, „Everybody Hurts“ oder „Nightswimming“ (Automatic for the People, Warner Bros. Records, 1992). Bei hohen Lautstärken lotete ich aus, ob die 505 etwaige Schwächen offenbarte. Keineswegs. Ansatzlos und zackig rockte sie los, dass kein Auge trocken blieb, das Pflichtenheft wurde vollends erfüllt. In ähnlicher Qualität bekommen das grobe Haudraufs auch andernorts hin, aber mit welch feiner Diktion die 505 Feindynamisches herausschälte, war noch faszinierender, wie zum Beispiel in der Rock-Ballade „Ride on“ von AC/DC (Dirty Deeds Done Dirt Cheap, Atlantic Records, 1976). Das Darstellen feinster Nuancen von Beckenanschlägen oder des Wischens der Finger über die Saiten einer E-Gitarre beim Umgreifen gaben der Musik erst ihre volle Authentizität. Die Klangfarben waren dabei insgesamt stets minimal hell timbriert, ohne dabei jemals kühl oder analytisch zu wirken. Das war aber dem hohen Auflösungsvermögen sehr zuträglich, gleichwohl: Ich hatte schon Mühe, mich wirklich auf einzelne Töne oder Geräusche zu konzentrieren, denn stets wurde ich vom musikalischen Fluss sowie der Spielfreude und den rhythmischen Fähigkeiten dieser Phono-Vorstufe mitgerissen.

Blitzsauberer Doppel-Mono-Aufbau: Auf den Platinen finden sich SMDs, ICs und diskrete Bauelemente des „hybriden“ Schaltungskonzept
Blitzsauberer Doppel-Mono-Aufbau: Auf den Platinen finden sich SMDs, ICs und diskrete Bauelemente des „hybriden“ Schaltungskonzept

Qualitativ konnte ich übrigens keinerlei Unterschiede zwischen dem MM- und dem MC-Zeig ausmachen. Hier kommen wir dann doch zurück zum Thema des persönlichen Geschmacks: Die 505 macht die Unterschiede verschiedener Pick-ups sehr deutlich hörbar und „erlaubt“ quasi über die Tonabnehmerwahl die Anpassung an den eigenen Hörgeschmack. Wer mag, stellt sich vier identische Plattenspieler mit jeweils der gleichen Platte und vier unterschiedlichen Tonabnehmern hin und schließt alle gleichzeitig an die 505 an. Der Wahlschalter auf der Front erlaubt das Umschalten der vier Eingänge im laufenden Betrieb, dem Spieltrieb sind hier also keine Grenzen gesetzt.

Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985) überzeugten durch eine spielerisch leichte, fast federnde und sehr lebendige Tieftonwiedergabe. Das Album Aion (4Ad, 1990) von Dead Can Dance mit Tracks im Renaissance-Stil mit gregorianischem Gesang und anderen traditionelleren Liedern mit altertümlichen Instrumenten wie Drehleier oder Dudelsack kam wieselflink und völlig schlackenfrei im Tiefton daher. Überhaupt erstreckte sich diese spielerische Leichtigkeit bruchlos über das gesamte Frequenzspektrum. Ich hörte Platte um Platte und könnte diese Lobhudelei jetzt noch beliebig fortsetzen. Vielleicht nur noch eine Bemerkung zum aus meiner Sicht bis heute unerreichten atmosphärischen Meisterwerk The Joshua Tree von U2 (Island Records, 1987). Ich habe die Scheibe am Stück durchgehört, wie von einem auf den anderen Augenblick rauschte leise die Auslaufrille und rüttelte mich wieder wach. Spätestens jetzt war klar, wie sehr sich mit der 505 in die Musik abtauchen lässt.

Ab in die Ecke: Der feiste Ringkerntrafo sitzt direkt hinter der Frontplatte, zum Schutz vor Einstreuungen in die empfindliche Phonosektion durch ein dickes Blech abgeschirmt
Ab in die Ecke: Der feiste Ringkerntrafo sitzt direkt hinter der Frontplatte, zum Schutz vor Einstreuungen in die empfindliche Phonosektion durch ein dickes Blech abgeschirmt


  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.