tests/24-08-13_dartzeel
 
Test.
Deutsch English|

darTZeel NHB-18NS und NHB-108

13.08.2024 // Dirk Sommer

Die Eingänge oder „Enjoyment Sources“ sind schlicht von eins bis sechs durchnummeriert, aber das hat nichts mit Einfallslosigkeit zu tun: Neben den drei Eingängen, bei denen man per Mini-Kippschalter zwischen der Zeel-50-Ohm-BNC- und der Cinch-Verbindung sowie für letztere auch eine Pegelabschwächung um sechs Dezibel wählen kann, und dem ebenfalls serienmäßigen XLR-Eingang gibt es noch zwei weitere Eingänge, die nach Wahl des Kunden ausgelegt werden können. Hier stehen zusätzliche symmetrische, unsymmetrische und MC-Phono-Eingänge zur Verfügung. Erfreulicherweise ist der NHB-18NS in der sogenannten „Standard“-Konfiguration bereits mit einem MC-Eingang bestückt, mein Testexemplar sogar mit deren zwei, was es gegenüber der serienmäßigen Variante um 10.000 auf 75.000 Euro verteuert. Mit einem in zwei Richtungen zu bewegenden Tipp-Taster auf dem Phonoeinschub kann man durch längeres oder kürzeres Betätigen nicht nur zwischen der normalen RIAA-Entzerrung und einer mit der sogenannten Neumann-Konstante wählen und ein Subsonic-Filter zuschalten, sondern auch die Verstärkung in sechs Drei-Dezibel-Schritten zwischen 57 und 72 Dezibel und die Lastimpedanz in ebenfalls sechs Stufen zwischen 43 und 300 Ohm einstellen. Auch ohne Menüs mit entsprechender Software und jeder Menge Prozessor-Power erweist sich die darTZeel-Vorstufe als ausgesprochen flexibel.

Bei den Hochpegeleingängen hat man nicht nur die Wahl zwischen BNC-50-Ohm- und Cinch-Eingängen. Bei letzteren kann auch die Empfindlichkeit verändert werden
Bei den Hochpegeleingängen hat man nicht nur die Wahl zwischen BNC-50-Ohm- und Cinch-Eingängen. Bei letzteren kann auch die Empfindlichkeit verändert werden

Auch ausgangsseitig hat man bei der NHB-18NS die Qual der Wahl: Neben einer Cinch- und einer XLR-Buchse gibt es noch drei BNC-Anschlüsse mit 50 Ohm zur Kontaktaufnahme mit darTZell-Endstufen, was Bi- oder gar Tri-Amping zum Kinderspiel macht. Da Hervé Delétraz Besitzer diverser Revox und Studer Tonbandmaschinen ist, hat er seiner Vorstufe auch einen Tape-Ausgang spendiert, leider jedoch nur einen unsymmetrischen mit Cinch-Buchse. Dafür ist der Aufwand bei der Stromversorgung umso größer: Im vorderen Teil der in Doppel-Mono-Bauweise ausgelegten Vorstufe befinden sich unter einer rot eloxierten Abdeckung mit dem Schriftzug „darTZeel – The never heard before experience“ Akkus, die von einem externen, ebenfalls hervorragend verarbeiteten Netzteil in den charakteristischen Firmenfarben geladen werden.

Anstelle der Phonomodule, bei denen sich mit dem Schalter recht kleinschrittig die Verstärkung und die Lastimpedanz für den Tonabnehmer einstellen lässt, können auch symmetrische oder unsymmetrische Eingänge gewählt werden
Anstelle der Phonomodule, bei denen sich mit dem Schalter recht kleinschrittig die Verstärkung und die Lastimpedanz für den Tonabnehmer einstellen lässt, können auch symmetrische oder unsymmetrische Eingänge gewählt werden

Bei den Endstufen ist das sehr aufwendig gestaltete Netzteil natürlich integriert, ja, es wäre nicht einmal übertrieben zu behaupten, die Schaltungen wären um das Netzteil herum untergebracht. Das Gehäuse der NHB-108 ist in vier Sektionen aufgeteilt, jeweils zwei pro Kanal. In denen hinter der Frontplatte befinden sich die beiden 300-Watt-Ringkern-Transformatoren. Der umfangreichen Bedienungsanleitung mit ihrer ausführlichen Erklärung zur Entwicklung der Endstufe ist zu entnehmen, dass die Trafos auf 450-Watt-Kerne gewickelt wurden, um zu vermeiden, dass sie in die Sättigung gerieten. Die Primärwicklungen seien gegenüber den sekundären elektrostatisch geschirmt, so dass keine hochfrequenten Störungen übertragen würden. Die Trafos seien auf einer sogenannten „falschen“ Bodenplatte montiert und auf Gummidämpfern gelagert, so dass so gut wie keine Vibrationen auf die Schaltungen übertragen würden. Unter der 20 Millimeter starken Platte mit den Trafos befinde sich in einem geringen Abstand die von Außen sichtbare fünf Millimeter dicke Bodenplatte. Durch den Zwischenraum würden alle Kabel und Leitungen geführt, wodurch elektromagnetische Einstreuungen minimiert würden.


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.