tests/24-08-16_buchardt
 

Buchardt Audio P300

16.08.2024 // Dave Marras Grünwalds

Als ich Anfang 2022 die großen Schwestern der P300 erhielt, war ich hin und weg. Die S400 MKII überzeugte mit dynamischer Basswiedergabe und hervorragender Raumdarstellung. Sie zählt nach wie vor neben meinen Aperions zu meinen absoluten Favoriten. Die mit 1.400 Euro Paarpreis um 700 Euro günstigere P300 stehen nun im Wohnzimmer der Familie.

Das Produktportfolio der dänischen HIFI-Schmiede aus Silkeborg wird stetig erweitert und umfasst inzwischen mehrere Produktlinien. Neben passiven Lautsprechern wie der S400 MKII und der P300 bietet Buchardt Audio auch aktive Varianten wie die Anniversary 10, die A700-LE-Standbox oder den Stereo-Vollverstärker I150Es an. Seit Ende August gehört auch das neue Familienmitglied, der aktive Subwoofer SUB10, mit dazu.

Die beiden dänischen Schwestern sind schnell Ihrer Verpackung entledigt und lassen sich mit einem Gewicht von je 6,3 Kilogramm pro Speaker leicht und ohne zu große Kraftanstrengung auf Boxenständer oder auch ein Regal stellen. Meine dreieinhalbjährige Tochter hilft mir auf eigenen Wunsch dabei, und nach ein wenig hin und her bin ich zwar vor Nervosität schweißgebadet, aber die P300 finden sich standsicher auf ihrem Spielplatz ein. Generell ist die Wahl der horizontalen Aufstellungsposition aufgrund der rückseitig angebrachten Passivmembran ein leichtes. Die ovale Membran bietet im Vergleich zur klassischen Konstruktion mit Bassreflexrohr mehrere Vorteile: Die Basswiedergabe ist präzise und druckvoll wie bei einer geschlossenen Bauweise. Eventuell auftretende Strömungsgeräusche vom Bassreflexkanal, die den Mitteltonbereich beeinflussen können, fallen weg und die fehlende Öffnung bietet kein Versteck für Murmeln, Kieselsteine oder andere Kleinteile aus dem Fundus des Nachwuchses. Etwas mehr Sorgfalt ist für die vertikale Aufstellung von Nöten. Hier empfiehlt Buchardt Audio eine Positionierung des Hochtöners auf Ohrenhöhe des Hörers. Der Hersteller bietet drei Auswahlmöglichkeiten: Ein Stativ aus Echtholz für ca. 450 Euro oder im selben Preissegment eine elegante und stoßsichere Tripod-Lösung, wahlweise mit weißer oder schwarzer Topplatte und Füßen aus Eichenholz in Natur, Schwarz, Dunkel oder Weiß. Eine etwas preisgünstigere Variante für Schnäppchenjäger ist in schwarz mit einem Standbein für 300 Euro erhältlich.

Präzise verarbeitet und mit magnetischen Grills ausgestattet lässt das Design der Buchardt das Herz jedes Puristen höherschlagen
Präzise verarbeitet und mit magnetischen Grills ausgestattet lässt das Design der Buchardt das Herz jedes Puristen höherschlagen

Auf den ersten Blick erscheint die P300 als Klon ihres „großen“ Bruders S400 MK II. Mit Maßen von 36,5 Zentimetern Höhe, 18 Zentimetern Breite und 28 Zentimetern Tiefe sind die Gehäusemaße identisch. Auch die Verarbeitung ist auf Top-Niveau. Die mattschwarze Lackierung zieht sich wie ein maßgeschneiderter Samtanzug über den ganzen Corpus. Wessen Gusto Schwarz nicht entspricht, hat als weitere Variante Weiß Seidenmatt oder gegen einen Obolus von 50 Euronen die Wahl zwischen Peach, Ocean oder Olive Seidenmatt. Gewichtstechnisch bringt die P300 etwa 1.200 Gramm weniger als Ihr Bruder auf die Waage. Weitere technischen Änderungen finden sich bei Tieftöner, Frequenzweiche und dem Anschlussterminal. Der Tiefmitteltöner mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern ist mit einem etwas kürzeren Hub ausgestattet. Dies führt zu einem geringen Verlust an Maximallautstärke, Wirkungsgrad und Tiefbass. Laut Burchardt Audio soll im Gegensatz dazu das Einschwingverhalten und die Basswiedergabe verbessert werden, um eine flexiblere Raumaufstellung zu ermöglichen.


  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.