tests/24-12-17_psaudio
 

PS Audio Aspen FR5 Lautsprecher

17.12.2024 // Roland Dietl

Was ist denn nun so besonders an Magnetostaten? Nun, bei diesen fungiert eine hauchdünne Kunststofffolie – hier 12 Mikrometer Teonex – als Membran. Auf diese wird mäanderförmig eine dünne Leiterbahn aufgebracht, welche die Schwingspule im herkömmlichen Sinne darstellt. Vor und hinter der Folie sitzen streifenförmig leistungsstarke Festmagnete – hier aus Neodym. Fließt nun ein (Wechsel-)Strom durch den Leiter auf der Folie, wird ein Magnetfeld erzeugt, das im Zusammenspiel mit dem Dauermagnetfeld die Membran in Bewegung versetzt und Schall erzeugt. Die Vorteile magnetostatischer Lautsprecher sind geringe Verzerrungen und exzellente Wiedergabe von Transienten, was eine besonders präzise und dynamische Klangwiedergabe ermöglichen soll. Alle Lautsprechermodelle der Aspen Reihe besitzen den gleichen magnetostatischen 2,5-Zoll-Hochtöner. Die FR5 muss aber allein schon aus Platzgründen auf den magnetostatischen Mitteltöner der größeren Geschwister verzichten. Deshalb muss der 6,5 Zoll-Tief-Mitteltöner bis hinauf zu 1,75 Kilohertz arbeiten, wo dann der Hochtöner übernimmt. Aus diesem Grund besitzt der Tief-Mitteltöner eine sehr leichte und gleichzeitig verwindungssteife Membran aus einem Gewebe aus Polypropylen-Fasern im Zusammenspiel mit einem besonders starken Antrieb und einer Nomex-Spinne mit integrierten Anschlussdrähten. Die Trennung zwischen Tief-Mitteltöner und Hochtöner erfolgt mit einem steilen Linkwitz-Riley-Filter sechster Ordnung, das mit hochwertigen Luftspulen und Folienkondensatoren aufgebaut ist.

Ein großer Teil der Rückseite der FR5 wird von dem Passivradiator eingenommen, der die Tieftonwiedergabe unterstützt
Ein großer Teil der Rückseite der FR5 wird von dem Passivradiator eingenommen, der die Tieftonwiedergabe unterstützt

Zur Verbesserung der Tieftonwiedergabe setzt Chris Brunhaver einen 6 mal 9-Zoll-Passivradiator ein, der auf der Rückseite montiert ist. Dieser erinnert mich mit seiner ovalen Form an den bekannten KEF B139 Bass-Lautsprecher aus den 1970er Jahren, den es ebenfalls in einer Passiv-Variante gab. Passivradiatoren sind also keine neue Erfindung. Bei einem Passivradiator fehlen Schwingspule und Magnet. Der Antrieb erfolgt durch den im Lautsprechergehäuse erzeugten Luftdruck. Akustisch verhält sich eine solche Konstruktion ähnlich einem Bassreflex-Lautsprecher. Damit das gut funktioniert, sollte die Passivmembran im Vergleich zum antreibenden Chassis etwas größer sein und vor allem deutlich mehr Hubfähigkeit mitbringen. Im Fall unserer FR5 sind die flachen, leichten, aber steifen Sandwichmembranen mit einer sehr weichen Gummisicke versehen, so dass sie etwa die zwei bis dreifache Auslenkung im Vergleich zum aktiven 6,5 Zoll-Tief-Mitteltöner besitzen. Das Gehäuse der FR5 und die hintere Schallwand mit dem Passivradiator sind aus MDF gefertigt. Für die vordere Schallwand wird dagegen ein duroplastischer Glasfaserverbundstoff verwendet, der es ermöglicht, einen Waveguide für den Hochtöner und eine Einfassung für den Bass/Mitteltöner zu integrieren. Die vordere Schallwand wird von der Rückseite mit langen, durch das Gehäuse gehenden Schrauben verschraubt, die das Gehäuse zusammenpressen und für eine hohe Steifigkeit sorgen sollen. Im Inneren ist das Gehäuse zusätzlich umfangreich verstrebt und mit viskoelastischen Dämpfungsfolien zwischen den Verstrebungen und den Gehäuseseitenwänden versehen. Damit sollen unerwünschte Vibrationen, die den Klang verfälschen könnten, minimiert werden.

Die FR5 verfügt über zwei Paare solider Polklemmen für Bi-Wiring oder Bi-Amping Betrieb; für den Single-Wiring Betrieb werden ordentliche Kabelbrücken mitgeliefert
Die FR5 verfügt über zwei Paare solider Polklemmen für Bi-Wiring oder Bi-Amping Betrieb; für den Single-Wiring Betrieb werden ordentliche Kabelbrücken mitgeliefert

Der äußere Auftritt der FR5 ist makellos: die Gehäusekanten sind elegant gerundet und es gibt keine sichtbaren Schrauben oder Befestigungselemente. Die Lautsprecher Chassis sind auf der Innenseite montiert und die von hinten durch das Gehäuse gehenden Schrauben durch dezente weiße Kunststoffeinsätze verdeckt. Die Gehäuse sind mit sieben Schichten hochwertigen Lacks für ein edles Finish überzogen; es kann zwischen den Farben Satin Weiß oder Schwarz gewählt werden. Der FR5 verfügt über zwei Paare solider Polklemmen, die sich für Bi-Wiring oder Bi-Amping eignen; für den Single-Wiring werden ordentliche Kabelbrücken mitgeliefert und nicht die sonst üblichen billigen Blechbrücken. Wer möchte, kann die Optik noch durch die im Lieferumfang enthaltene, schwarze Lautsprecherabdeckung verändern, die sich unten durch ihre Rundung an den Tieftöner anpasst und die durch Magneten in Position gehalten wird.


  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026
  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026
  • SendyAudio Egret

    Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis. Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt…
    03.04.2026
  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.