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Goldring Ethos SE

24.06.2025 // Dirk Sommer

Seit dem Bestehen von hifistatement – und das sind nun auch schon 14 respektive 16 Jahre – testeten wir einen einzigen Goldring-Tonabnehmer: Dabei tauchte das Elektra nur kurz im zweiteiligen Berichts über den Transrotor Crescendo auf. IDC Klaassen, der neue Goldring-Vertrieb, wollte das ändern und schickte das aktuelle Topmodell nach Gröbenzell.

Auch wenn es in der Einleitung ein wenig anders erscheint, haben die Kollegen und ich schon durchaus Erfahrungen mit den Systemen oder zumindest den Generatoren von Goldring machen können. Der britische Traditionshersteller fertigt auch für andere Analogspezialisten, die mehr oder weniger offen damit umgehen, dass sie einzelne Komponenten für ihre Tonabnehmer oder auch komplette Systeme von Goldring beziehen. Zu denen, die freimütig die Herkunft der unter ihrem Namen angeboten Abtaster angeben, zählt Transrotor. So verrate ich kein Geheimnis, wenn ich erwähne, dass das von Wolfgang Kemper beschriebene Transrotor Merlot, das von Carsten Bussler als „richtiges Sahneteil“ gewürdigte Transrotor Merlot Reference und das von Roland Dietl getestete Transrotor Figaro von Goldring produziert werden. Dabei finde ich bemerkenswert, dass das Figaro, das den Kollegen übrigens nicht nur mit seinem günstigen Preis/Klang-Verhältnis völlig überzeugte, deutlich teurer ist, als der kostspieligste von Goldring unter eigenem Markennamen angebotene Tonabnehmer. Dabei ist das Figaro bei weitem nicht der exklusivste Abtaster, für den die Engländer Baugruppen zuliefern. Aber ich sollte nicht zu viel ausplaudern.

Bevor ich zur Technik des Ethos SE komme, erlauben Sie mir einen kurzen Exkurs in Sachen Unternehmensgeschichte. Die nahm 1906 in Berlin ihren Anfang: Zwei Brüder aus Tschechien gründeten die Firma Gebrüder Scharf, die von Beginn an Teile für Grammophon-Hersteller zulieferte wie beispielsweise Grammophon-Nadeln, Handaufzugsmotoren und Reglerfedern. Im Jahr 1926 war die Entwicklung der Juwel Electro Schalldose mit einer Glimmermembran abgeschlossen, die die Qualität der neuen elektrisch aufgenommenen Schallplatten erlebbar machen sollte. Um die Wertigkeit der Schalldose hervorzuheben, verwendete man dafür das Markenzeichen Gold Ring. 1933 wurde der Unternehmenssitz nach Woodford in Essex verlegt, wo Scharf Bros. traditionelle Schalldosen und die neu entwickelten und patentierten elektrischen Tonabnehmer fertigte. Während des zweiten Weltkriegs zog man nach Dalston in East London um. 1953 wurde die Firma dann offiziell in Goldring Manufacturing (GB) Ltd umbenannt und nach Leytonston in East London verlegt. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen fast 100 Mitarbeiter.

Das Joch, durch das der Nadelträger ragt, soll dank einer spezielle Behandlung einen geringen magnetischen Widerstand aufweisen
Das Joch, durch das der Nadelträger ragt, soll dank einer spezielle Behandlung einen geringen magnetischen Widerstand aufweisen

Der Magnet-Tonabnehmer Nr. 500 galt als erstes Hifi-System mit geringer bewegter Masse und kam häufig bei der BBC zum Einsatz. In den frühen 70-ern beschäftigte die inzwischen in Bury St. Edmunds beheimatete Firma beinahe 300 Personen und ging erfolgreich an die Börse. Ende der 70-er Jahre wurde das Unternehmen in Goldring Products Ltd. umbenannt, als es Gerry Sharp, den Enkel des Firmengründers Heinrich Scharf, übernahm und es wieder in Privatbesitz überging. Nach der Einführung der CD hat sich Goldring erheblich verkleinert und einen Großteil der Komponentenfertigung ausgelagert, um sich auf die technische Entwicklung zu konzentrieren. Anfang der 2000-er Jahre entwickelte man die Plattenspieler GR1 und GR2 und die MM- und MC-Tonabnehmerserien weiter und verlegte den Firmensitz nach Bishops Stratford. 2018 krönte dann das Goldring Ethos die Baureihe der MC-Tonabnehmer.


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