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AIM Flagship Premier NAX

05.09.2025 // Wolfgang Kemper

Der japanische Kabelhersteller AIM erfreut sich großer Beliebtheit. Dies nicht zuletzt wegen seiner attraktiven Preise gemessen an der vieler Orts bescheinigten vorzüglichen Klangqualität der digitalen Audio-Kabel. Mit dem neuen Spitzenmodell unter den LAN-Kabeln AIM NAX habe ich nun einen doch recht kostspieligen Vertreter dieser Gattung zum Test.

Mein Kollege Dr. Roland Dietl hat im vergangenen Jahr die preiswerteren Modelle aus dem AIM LAN-Portfolio besprochen und in seinem Bericht sowohl die Firmengeschichte umrissen als auch die technischen Merkmale der LAN-Kabel-Hierarchie aufgezeigt. Zur Historie kann man auch detaillierte Informationen auf der Website des deutschen Vertriebs IAD finden. Dirk Sommer führte im Rahmen der Finest Audio Show Vienna 24 ein Interview mit AIMs Chief Business Officer Akira Oshima und AIMs Global Sales Manager Johnny Lee, in dem sie auch auf dieses neue LAN-Kabel zu sprechen kamen. Es ist dort vom NA10 die Rede. Die nun etablierte Modellbezeichnung NAX tauscht die 10 gegen ein X, was ja im römischen Zahlensystem die Zehn darstellt. Man darf also gern vom NA zehn sprechen. Interessant ist, was sich technisch bei diesem neuen Kabel tut. Prinzipiell baut es auf der Technologie der preiswerteren Modelle auf. So sind die hochwertigen Ethernet-RJ45 Stecker von Telegärtner mit ihrer umfassenden Abschirmung identisch mit denen, die sich schon bereits beim NA6 und NA9 finden und im oben angeführte Testbericht meines Kollegen beschrieben wurden. Anders als beim NA9 aber ebenso wie beim NA6 ist beim NAX die Abschirmung asymmetrisch angelegt, was zu einer definierten Laufrichtung im Spielbetrieb zwingt. Wer dies nicht beachtet, verschenkt möglicherweise Klangpotenzial.

Entscheidendes und unterscheidendes Merkmal gegenüber dem NA9 ist beim NAX das erheblich kostspieligere Leitermaterial. Hier setzen die Japaner auf ein mit 4N reinem Silber (99,9 %) beschichtetes sauerstofffreies Kupfer. Die acht für Ethernet-Verbindungen obligatorischen Leiter sind auch hier, wie bei den günstigeren Modellen, als vier verdrillte Paare ausgeführt, um schon auf diese Weise Störeinflüsse zu minimieren. Die Stärke der acht Einzeldrähte ist mit AWG 22 angegeben, was einem Leiterquerschnitt von 0,3240 Quadratzentimeter entspricht. Die verdrillten Paare sind eingebettet in einen neuen und hier erstmalig verwendeten, „Air 2“ genannten Isolierschaum, der für eine extrem präzise Signalübertragung erheblich mitverantwortlich sein soll. „Air 2“ ersetzt den bisher beim NA9 verwendete, weniger effektiven Polyethylen-Schaum. Dies und die besonders hochwertige Leitermetallurgie zeichnen das NAX gegenüber den preisgünstigeren AIM aus.

Identisch ist auch der vierfache Aufwand bei der Abschirmung, die AIM Hoplon nennt. Die technischen Merkmale und deren Zusammenwirken im Kabelaufbau beschreibt AIM in etwa so: Ein Band aus nicht magnetischem Pulshut®, einem von Asahi Kasei entwickeltem MU-Metall schirmt die Solid-Core Leiterpaare ab. Damit soll sowohl deren eigenes Störungspotenzial nach außen wie auch die von der Stromführung drohende Einstrahlung unterdrückt werden. Die Abschirmungen mittels Aluminium-Folie, Kupfergeflecht und Kupferfolie hat Roland Dietl in seinem Bericht zum NA9 anschaulich geschildert. Äußerlich sichtbar ist der schwarze Mantel des NAX, der dem Kabel letztlich eine Stärke von zehn Millimetern gibt. Insgesamt verleiht dieser vielschichtige Aufbau dem NAX ausreichend Flexibilität, so dass ich beim häufigen Umstecken mit meinem 1,5 Meter langen Exemplar keinerlei Schwierigkeiten hatte, auch nicht, wenn ich den Stecker mal um 180 Grad drehen musste.

AIM stellte uns die diese Graphik eines Querschnitts durch das Premier NAX zur Verfügung
AIM stellte uns die diese Graphik eines Querschnitts durch das Premier NAX zur Verfügung


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