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Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

14.01.2026 // Dirk Sommer

Luca Chiomenti wuchs einem Umfeld auf, in dem Musik, sowohl live als auch reproduziert, eine zentrale Rolle spielte. Daher studierte er zunächst Elektrotechnik am Polytechnikum Mailand und arbeitete dann seit Anfang der 1990er Jahre als Designer in der Audio-Industrie. Sein besonderes Interesse galt seit seiner Studienzeit den Beziehungen zwischen elektronischen respektive elektroakustischen Geräten und biologischen und neurosensorischen Systemen. Zu Anfang seiner beruflichen Tätigkeit entwickelte er ein Ruhestrom-Servoregelungsssytem für die Endstufen von Bartolomeo Aloia. Als ehemaliger Besitzer einer Referenza D100 – und natürlich der passenden Vorstufe PST 200 – kann ich übrigens nur Gutes über die Produkte dieses Herstellers sagen. Luca Chiomenti schrieb auch für einige italienische und internationale Publikationen wie etwa Fedeltà del Suono, Stereo und Sound Practices. Bei Costruire HiFi war er Chefredakteur. Nach der Gründung einer eigenen Marke zur Entwicklung und Produktion von Verstärkern, hocheffizienten Lautsprechern und handgefertigten Kabeln beriet er weitere Hersteller und Marken, bevor er 2017 beschloss, die Ergebnisse seiner Forschung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck gründete er mit seinem Partner Silvio Delfino das Unternehmen Riviera Audio Laboratories.

Silvio Delfinos' Vaters vermittelte ihm schon in jungen Jahren die Liebe zur HiFi-Technik. In seiner Kette fanden sich Komponenten von Micro Seiki, Marantz und AR. Silvio Delfino erwarb im Alter von zwölf Jahren seine erste E-Bassgitarre und teilte seine Leidenschaft und sein Wissen mit Freunden, indem er half, ihre Stereoanlagen zusammenzustellen und aufzubauen. Die Faszination für sein Hobby ging so weit, dass er – gerade 18 Jahre alt geworden – statt sein erstes Autos zu kaufen, lieber seine Lautsprecher aufrüstete. Vier Jahre später machte er sein Hobby zum Beruf und gründete mit zwei Partnern die CSL Sound Ltd in San Diego, Kalifornien, um Sonus Faber, Cabre und Chario in den USA zu vertreiben. 1985 kehrte er nach Italien zurück und schrieb für die Magazine Stereoplay, Digital Audio Club und Suono. In letzterem war er als Kolumnist, Koordinator und Chefredakteur tätig. Danach hob er zusammen mit Gianfranco Maria Binari Fedeltà Del Suono aus der Taufe und war bis 1998 dessen Direktor. Danach war er beratend tätig – unter anderem auch für Aloia – und an der Entwicklung von Klipsch' Heritage- und Palladium-Linie beteiligt. Seit 2017 arbeitet er wieder mit Luca Chiomenti zusammen und zwar in ihrer eigenen Firma: Riviera Audio Laboratories.

Mit der Vollmetall-Fernbedienung lässt sich lediglich die Lautstärke regeln
Mit der Vollmetall-Fernbedienung lässt sich lediglich die Lautstärke regeln

Ich hatte ja anfangs schon angemerkt, dass die Riviera-Verstärker aus dem Mainstream herausragen. Dabei geht es weder um das eigenständige – und wie ich finde, sehr gelungene – Design, die hervorragende Verarbeitung noch die hohe Qualität der Bauteile und Grundschaltungen. Nein, es ist leider etwas komplizierter: Am Anfang des Riviera-Projekts definierte Luca Chiomenti, dass ein Verstärker ein Audio-Signal so originalgetreu wie möglich reproduzieren muss – und zwar für den Zuhörer und nicht für Messequipment. Das sei ein gewaltiger Unterschied. Aber dazu müsse man zuerst einmal verstehen, wie das menschliche Gehör funktioniert. Schon zu Beginn seiner Studien habe er gelernt, dass durch zahlreiche Abhandlungen belegt sei, dass beim Hören eines reinen Tons harmonische Verzerrungen im Ohr und insbesondere in der Cochlea erzeugt würden. Bei einem Pegel von 90 Dezibel betrügen die Verzerrungen der zweiten Harmonischen etwa 10 Prozent, bei Obertönen höherer Ordnung nehme der Pegel proportional zur Ordnung des Obertons ab. Das Spektrum der Obertöne hänge auch noch vom Pegel und der Frequenz des reinen Tons ab.

Die Tape-Schleife zur Hinterband-Kontrolle ist wie die gesamte Schaltung der Vorstufe unsymmetrisch ausgeführt
Die Tape-Schleife zur Hinterband-Kontrolle ist wie die gesamte Schaltung der Vorstufe unsymmetrisch ausgeführt


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