tests/26-01-20_rega
 

Rega Mercury / Solis

20.01.2026 // Carsten Bussler

Sechs hochstromfähige Sanken-Transistoren pro Kanal sitzen parallel direkt auf der Gehäuseinnenseite, die außen durch die Rippen als Kühlkörper fungiert
Sechs hochstromfähige Sanken-Transistoren pro Kanal sitzen parallel direkt auf der Gehäuseinnenseite, die außen durch die Rippen als Kühlkörper fungiert

Regas Solis ist als klassischer Stereo-Endverstärker in AB-Schaltung ausgelegt und in zweierlei Hinsicht symmetrisch aufgebaut: Einerseits verfügt er über Eingänge via XLR, andererseits ist der mechanische Aufbau spiegelsymmetrisch für den linken und rechten Kanal. Leistungsmäßig ist die Endstufe eine wahre Wuchtbrumme: Die insgesamt zwölf hochstromfähigen Sanken-Transistoren liefern circa 170 Watt Ausgangsleistung an acht Ohm, ein wahrer Leistungsoverkill mit gnadenlosem Schraubstock-Dämpfungsfaktor. Dieser Verstärker dürfte auch die problematischsten Lautsprecher in den Griff bekommen mit niedrigen, abenteuerlichen Impedanzverläufen oder langhubigen, weich aufgehängten Tieftönern, die nach Kontrolle gieren. Meine anspruchslosen Hochwirkungsgrad-Lautsprecher sind damit also nicht die idealen Partner, daher aktivierte ich wieder meine alte Dynaudio Contour 1.3 MkII für die Hörsessions.

Neben den diskret aufgebauten, mit SMDs bestückten Platinen sitzen gar nicht mal so feiste Kondensatoren, wie man erwarten mag. Faustregel: Viele kleine Kondensatoren verfügen über eine schnellere Stromlieferfähigkeit als wenige große
Neben den diskret aufgebauten, mit SMDs bestückten Platinen sitzen gar nicht mal so feiste Kondensatoren, wie man erwarten mag. Faustregel: Viele kleine Kondensatoren verfügen über eine schnellere Stromlieferfähigkeit als wenige große

Erstaunlicherweise benötigte die Rega-Kombi bei mir eine recht lange Einspielphase von gut 40 Stunden, bis sie „voll da“ war und ich keine klanglichen Veränderungen mehr wahrnahm. Eine solche Burn-In-Phase benötigen sonst ja eher Röhrenverstärker, allerdings deutete ich diesen Umstand als Hinweis darauf, dass die Geräte wirklich brandneu waren. Wie gerade eben erwähnt, waren meine diversen Breitbänder mit ihren durchweg hohen bis sehr hohen Wirkungsgraden nicht die idealen Spielpartner für die Regas: Die britische Kombi schien irgendwie im Standgas zu tuckern und ihre technischen Qualitäten wurden nicht annähernd gefordert. Mit den stromsaufenden Dynaudios funktionierte es dagegen blendend: Tieftonkontrolle wurde für mich neu definiert. Noch nie hatte ich aus den dänischen Lautsprechern einen besseren Bassbereich gehört mit derart hartem Kick, ohne dabei, sofern auf der Tonkonserve enthalten, die federnde Leichtigkeit wirklich guter Drummer wie Taylor Hawkins oder David Grohl abzuwürgen. Insbesondere das perfekte, von kaum einem anderen Drummer erreichte Timing eines David Grohl gaben die Regas in Kombination mit den Dynaudios in unvergleichlich feiner Diktion wieder („Smells Like Teen Spirit“, Nirvana).

Anschlussseitig lässt der Rega Mercury keine Wünsche offen. Der erste Hochpegeleingang ist symmetrisch via XLR ansteuerbar, ebenso symmetrisch kann es herausgehen in Richtung Endstufe
Anschlussseitig lässt der Rega Mercury keine Wünsche offen. Der erste Hochpegeleingang ist symmetrisch via XLR ansteuerbar, ebenso symmetrisch kann es herausgehen in Richtung Endstufe


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