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dCS Varèse – weitere Erfahrungen

20.03.2026 // Dirk Sommer, Birgit Hammer (Fotos)

Zur Vorbereitung der zweiten Begegnung mit dem Varèse hatte ich den Inhalt meines als NAS-fungierenden Melcos auf eine externe SSD gespeichert und einige wichtige Test-Tracks vorsichtshalber noch auf einen schnellen USB-Stick kopiert. Doch bevor ich von meinen Höreindrücken berichte, sollte ich einige technische Innovationen des Varèse nennen und kurz die Kette vorstellen, die im Vorführraum von Audio Reference aufgebaut ist. Die Quellen sind wie erwähnt der dCS Vivaldi und der Varèse, die Lautstärkeregelung und Quellenumschaltung übernimmt Dan D'Agostinos bester Vorverstärker, der Relentless Preamplifier, und für Leistung im Überfluss sorgt ein Pärchen von Dan D'Agostino Relentless EPIC 1600. Den Strom in Schall wandeln die Wilson Audio Chronosonic XVX, die nicht limitierten Top-Modelle der amerikanischen Lautsprecher-Manufaktur.

Einer der beiden Mono-Wandler
Einer der beiden Mono-Wandler

Die Komponenten stehen auf Racks aus der Ultimate Line von Bassocontinuo und sind mit den besten Kabeln von Nordost miteinander verbunden – mit einer Ausnahme: Für die fünf Geräte des Varèse-Systems ließ dCS die Verbindungen von den Spezialisten des Kabel- und Steckerherstellers Lemo nach eigenen Vorgaben entwickeln. Herausgekommen sind dabei die ACTUS-Schnittstellen, wobei das Akronym für Audio Control Timing Universal System steht. Die Kabel bestehen aus sechs Paaren verdrillter Leiter, wobei drei wie bei einer Ethernet-Verbindung für digitale Audio-Signale verwendet werden, während ein Paar, der Control Bus, Steuerungsinformationen überträgt und die beiden übrigen Paare für die Clock-Signale genutzt werden. Es soll in Zukunft auch Verbindungskabel von einigen namhaften High-End-Kabel-Herstellern geben. Die erhalten die dafür notwendigen Lemo-Stecker aber nur, wenn ihre Verbindungen die vorgegebenen Spezifikationen über eine Länge von 30 Metern einhalten.

Der Varèse Core
Der Varèse Core

Dem Takt kommt beim Varèse eine besondere Bedeutung zu, da er hier anders als beim Vivaldi keinen Stereo- sondern zwei Mono-D/A-Wandler in je einem eigenen Gehäuse synchronisieren muss. Die Mono-Lösung verbessert zwar auch das Übersprechen zwischen den Kanälen, wurde aber vor allem gewählt, weil dCS' Entwicklerteam herausgefunden hatte, dass die Referenzspannung beim proprietären dCS-Ring-DAC deshalb minimal variierte, weil die verschiedenen Signale des rechten und linken Kanals das Netzteils unterschiedlich belasten. Statt aber einfach den DAC eines jeden Kanals mit einer eigenen Stromversorgung auszustatten, übernahm man die Architektur der Vivaldi-DACs: Beim Varèse wandeln die beiden in einem Gehäuse untergebrachten Ring-DACs jeweils nur eine Halbwelle des Signals. Die Schaltung arbeitet also symmetrisch. Dadurch kommt man ohne den beim Stereo-DAC nötigen DC-Offset aus und auch Beeinträchtigung des Signals durch HF-Einstreuungen werden eliminiert. Darüber hinaus wurde auch bei der Gestaltung der Gehäuse ein hoher Aufwand betrieben, um von den Schaltungen abgestrahlte Störenergie durch die Mechanik weitestgehend unschädlich zu machen. Das geht soweit, dass sogar die Abstandshalter zwischen den Gehäusen und den Platinen aus einem massive Block gefräst werden.


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