Sämtliche Ausstattungsmerkmale des bisherigen A2, sei es auf der Front oder auf der Rückseite, finden sich genau so bei der Version 2 angeordnet. Nur die roten Zahlen der Lautstärke-Anzeige im Display strahlen etwas dezenter. Auch der Mono-Betrieb für vertikales Bi-Amping oder die Option zur Verwendung als reinen Endverstärker sind geblieben. Bei letzterem werden Eingangswahl und die Pegelreglung, die mit per Relais gesteuerten symmetrischen Widerständen präzise und kanalgleich arbeitet, aus dem Signalweg genommen, was dem Rauschabstand zugute kommen soll. Beim Studium der technischen Daten fällt auf, dass der A2 ver.2 jetzt weniger Ausgangsleistung zur Verfügung stellt. Mit 80 Watt an acht Ohm und 160 an vier Ohm ist das auf dem Papier klar weniger als beim Vorgänger mit 100 und 200 Watt. Begründet wird dies damit, dass nun weniger Wert auf die maximale Ausgangsleistung gelegt wird, sondern die Stromlieferfähigkeit bei niedrigen Impedanzen optimiert wurde, was bei Lautsprechern mit wenig linearem Impedanzverlauf zu deutlich verbesserter Kontrolle führen soll. Ein wesentlicher Unterschied der Ver.2 liegt in der Transistor-Bestückung. Treiberstufe und Leistungsstufe nutzen nun TO-3P-Transistoren und ähneln dadurch dem Spitzenmodell A3. Das stand ohnehin Pate für den neuen A2 und man darf es, so Krey Baumgartl vom Soulnote Vertrieb IAD, dessen kleinen Bruder nennen. Die Spannungsverstärkung wurde vereinfacht und die Vorspannungsschaltung neu konzipiert. Zugunsten der Rauscharmut gibt es beim A2 ver.2 keine LED-Widerstände mehr. Deshalb leuchtet es auch nicht mehr Rot durch die gelochte Abdeckung. Der Soulnote ist ein Vollverstärker ohne Gegenkopplung. Der Vorteil liegt in einer schnellen Signalverarbeitung. Spart man die Fehler kompensierende Gegenkopplung, ist entsprechender Aufwand bei den verwendeten Bauteilen und deren Selektion von Nöten. Der Soulnote A2 ver.2 wurde dadurch optimiert, dass um die 800 neue Bauteile zum Einsatz kommen. Einen optisch auffälligen Unterschied gibt es aber doch: Die Fernbedienung des Ver.2 mutet wesentlich hochwertiger an, ist nun länger und schlanker und strahlt etwas breiter ab.

Zum Hörtest wurden alle Verbindungskabel, inklusive des Audioquest Hurricane HC Netzkabels stets umgesteckt, der jeweils nicht spielende Verstärker wurde mit einer Mudra Netzleitung warm gehalten. Der Hörtest fand ausschließlich als Stereo-Vollverstärker statt, zuerst an den Phonar Veritas P9.2 SE. Erfreulicherweise hatte man mir ein eingespieltes Exemplar geschickt. Sehr schnell wird offenkundig, dass der A2 ver.2 sich deutlich vom Vorgänger abhebt. Letzterer ist und bleibt ein erstklassiger Vollverstärker und soll hier keineswegs in Misskredit gebracht werden. Doch der Neue führt eindeutig zu Gehör, wo seine Stärken liegen. Bereits der Beifall, bevor das Live-At-Shanghai-Jazz-Konzert vom Marian McPartland Trio mit „Scratchin´In The Gravel“ startet, eine Aufnahme von 2001, gestreamt in CD-Qualität von Qobuz, klingt voller und eindeutig realistischer nach Händeklatschen. Mehr Grundtonwärme ist sofort und mühelos als angenehme Klangsignatur des A2 ver.2 herauszuhören. Dank des deshalb schlankeren Klangbildes wirkt der alte A2 erst einmal spritziger, was dieser Musik keineswegs schadet. Die wärmere Diktion des A2 ver.2 verleiht dem Piano aber angemessen mehr Substanz und Körper. Auch das Schlagzeug klingt farbiger, die einzelnen Trommeln geben ihren typischen Sound deutlicher zum Besten. Hinsichtlich der räumlichen Darstellung wirkt die Musik mit dem ver.2 homogener, wobei McPartlands Flügel über die gesamte Stereobreite abgemischt ist. Von einer virtuellen Bühne mag ich hier nicht sprechen, auch wenn die Instrumente konturiert und plastisch wiedergegeben werden. Sehr wohl ist das Ambiente des Jazz Clubs in Madison, New Jersey, gut eingefangen und spürbar. Mein A2 klingt lichter, offener, wirkt dadurch eine Spur frischer, lässt es jedoch im Vergleich an der Authentizität der Klangfarben mangeln. Beim Umstecken muss ich mich jedes Mal einige Takte lang eingewöhnen, da der Charakter meines A2 etwas effekthascherisch scheint. So funkeln die Becken im zweiten Albumtitel „For All We Know“ eine Spur schillernder, was ja auch seinen Reiz hat. Der A2 ver.2 zeigt aber eine ehrlichere Spielweise, die einer kurzen Gewöhnung bedarf. Das Klangbild ist beim Neuen ruhiger und gefällig, sicher dichter an der Wahrheit und einfach musikalisch richtiger, und, wie mir scheint, sogar ein wenig dreidimensionaler in den tiefen Tonlagen.

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