tests/26-04-14_soulnote
 

Soulnote A-2 ver.2

14.04.2026 // Wolfgang Kemper

Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett?

Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also gut zwanzig Prozent. Da kann man sich fragen, ob wir es hier mit einer gut versteckten Preiserhöhung zu tun haben. Die Antwort ist eindeutig: Nein. Vor gut zwei Jahren kaufte ich meinen A2, nachdem ich den kleineren A1 gehört und als sehr musikalisch empfunden hatte. Vom erheblich aufwändigeren A2 erwartete ich mehr Detailreichtum und großzügigeres Leistungsverhalten, was sich erfreulicherweise auch bewahrheitete. Ich stellte schnell fest, dass A1 und A2 sich tonal nicht unerheblich unterscheiden. Der A1 bietet mehr Grundtonwärme und zeigt sich weit weniger leichtfüßig im Ausarbeiten der feinen Nuancen in der Musik. Der A2 generiert mit seiner schnellen Kraftentfaltung stets ein sauber gezeichnetes, aber auch leicht ins Helle tendierende Klangbild. Dieser fein auflösende Charakter macht zwar ungemein Spaß beim Hören, ist jedoch in Kombination mit dem einen oder anderen Test-Gerät oder Kabel nicht unproblematisch, weil diese Tonalität kontraproduktiv sein kann, wenn der Rest der Kette nicht dazu passt. So ist die Kombination auch mit meinen Analysis-Audio Epsylon Vollbereichs-Bändchen schwierig. An den Phonar Veritas P9.2 SE hingegen klingt der A2 hervorragend, nachdem ich mir bei der Feinabstimmung mit der Verkabelung die gebührende Mühe gab. Inzwischen benutze ich bevorzugt das neue HMS Armonia Carbon Speaker Kabel, was seinerseits sogar auch eher den Diskant betont. Dennoch bereitet dieses Setup Hörvergnügen, gerade weil es nuancenreich und konturiert, niemals basslastig und aufgedunsen spielt. Räumlichkeit und Präzision gehören ebenfalls zu den Stärken des Soulnote A2. Was macht der A2 in der neuen Version nun anders?

Der A2 ver.2 zeigt sich in neuem Gewand. Die mitgelieferte Fernbedienung ist gänzlich anders, scheint edler und besitzt einen etwas breiteren Abstrahlwinkel
Der A2 ver.2 zeigt sich in neuem Gewand. Die mitgelieferte Fernbedienung ist gänzlich anders, scheint edler und besitzt einen etwas breiteren Abstrahlwinkel

Erst einmal sieht er anders aus. Wie jetzt bei allen neuen Soulnote Geräten der 2-er Linie ist sein Design mit dem der 3-er Linie identisch. Das mag auch begrüßenswert sein, denn 2-er und 3-er Linie werden gern miteinander kombiniert, wie auch im Testbericht meines Kollegen Roland Dietl über den Soulnote D-2 mit X-3. Den Klang beeinflusst das neue Gehäuse-Design nicht. Es wirkt auch nicht mehr oder weniger wertvoll und ist ebenfalls erstklassig verarbeitet. Das Prinzip des losen, schwingenden Deckels wird auch beim Neuen in gleicher Weise angewandt. Die Abdeckung besteht wieder aus zwei Lagen, einer gelocht schwarzen, und darüber einer mit großen rechteckigen Aussparungen in der Gehäusefarbe Schwarz oder Silber. Die lose Deckelkonstruktion hat nur an drei Stellen durch puffernde Verbindungen mit dem Boden Kontakt. Diese einzigartige Gehäusekonstruktion wählte Entwickler Hideki Kato zur Optimierung des Resonanzverhaltens. Auch wenn beim Antippen des Deckels Geräusche entstehen, bei denen man üblicherweise sagen würde: „Hier stimmt was nicht“, ist im Spielbetrieb keinerlei Vibration vernehmbar. Vielmehr vermeidet Hideki Kato auf diese Weise die sonst übliche starre Gesamtmasse, was hier im Zusammenwirken mit dem soliden Gehäuse aus Aluminium der Resonanzvermeidung dient. Einziges Manko: Man darf nichts auf den Verstärker stellen, was Puristen ohnehin nicht tun. Ergänzt wird diese Gehäuse-Konzeption durch die Aufstellung auf drei harten Standfüßen, die gegen mitgelieferte Spikes ausgetauscht werden können – je nach Untergrund.

Die mit dem Gehäuse nicht starr verbundene Abdeckung ist ein Konstruktionsmerkmal aller Geräte der hochwertigen Soulnote-Linien
Die mit dem Gehäuse nicht starr verbundene Abdeckung ist ein Konstruktionsmerkmal aller Geräte der hochwertigen Soulnote-Linien


  • darTZeel Audio CTH-8550 Mk II

    darTZeel ist ein Schweizer Unternehmen, das 2001 in Genf von Hervé Delétraz gegründet wurde. Der Name ist ein Anagramm des Nachnamens Delétraz. Die Arbeit an den ersten Geräten begann bereits 1984 im Rahmen einer Diplomarbeit, und nach 18 Jahren Forschung wurde 2002 der Leistungsverstärker NHB-108 offiziell vorgestellt. Es gibt Marken, auf die man viele Jahre warten muss, aber man wartet trotzdem weiter. So war es für mich bei der Marke darTZeel. Zufällig traf ich ihren…
    13.10.2026
  • IsoAcoustics GAIA Neo I

    Erinnern Sie sich noch? Es ist bereits eine ganze Weile her, da haben Hifi-Fans ihre Lautsprecher auf Tennisbälle gestellt, um einen besseren Klang aus ihnen herauszukitzeln. Oder sie haben abenteuerliche Selfmade-Konstruktionen gebastelt, auf denen die vielleicht nicht ganz highendigen Schallwandler platziert wurden. Das ist lange her und in der Zwischenzeit hat sich in Sachen Lautsprecher-Füße einiges getan. Es gibt eine große Zahl an Herstellern, die Basen, Spikes oder Ständer mit unterschiedlichen Konzepten und Materialien produzieren,…
    09.10.2026
  • Ferrum BROEN

    Auf der High End 2025 ließ man bei Ferrum durchblicken, dass an einem Streamer gearbeitet wird. Die Ferrum Streaming Control Technology, mit der die Musikwiedergabe mittels der Fernbedienung Ferrums DAC WANDLA steuerbar ist, war bereits eine Vorbereitung auf den Streamer und das Schaffen eines gesamten Ferrum-Ökosystems. Im Oktober 2025, wenige Monate nach der High End letzten Jahres waren auf der Audio Video Show in Warschau dann bereits erste BROEN Vorserienmodelle in Betrieb. Auf der diesjährige…
    06.10.2026
  • Linear Tube Audio Century

    Century heißen die Röhren-Mono-Endverstärker von Linear Tube Audio, die ohne Ausgangsübertrager auskommen und sich dennoch grundlegend von anderen OTL-Konzepten unterscheiden. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, was die patentierte ZOTL-Technologie des Entwicklers so besonders macht und wie sie sich klanglich auswirkt. Für diesen Test haben Dirk Sommer und ich uns eine Arbeitsteilung vorgenommen, bei der ich (Carsten Bussler) mich auf die Technik der Century-Monos sowie die Hintergründe zu Linear Tube Audio und die Zusammenarbeit mit…
    29.09.2026
  • Final Tonalite

    Finals Tonalite ist nicht nur ein neuer In-Ear, sondern macht gleichzeitig Finals Timbreanpassung jedem Nutzer mittels einer App zugänglich. Seit der noch etwas kryptischen Ankündigung dieser Technologie auf der High End 2022 habe ich Ihnen über den Entwicklungsprozess berichtet. Das fertige Produkt halte ich persönlich für einen Meilenstein. Tonalite ist eine grundlegende Neuentwicklung mit neuem Formfaktor und neuer Technik. Die Tonalite In-Ears verfügen über eine eher ovale Form, in der die gesamte Elektronik untergebracht ist.…
    25.09.2026
  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.