Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert.
Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als Datenlieferant mit Streamern oder Streaming Bridges hatte sich in allen bisherigen Tests als bestklingende Konfiguration erwiesen. Der Zugriff auf externe Festplatten per USB konnte klanglich nie überzeugen und selbst die Wiedergabe von auf internen SSDs abgelegten Musik-Files erreichte nicht hundertprozentig das Niveau der von einem NAS bezogenen. Bei der ersten Beschäftigung mit dem SOtM bin ich schlicht davon ausgegangen, dass das auch für diesen gilt. Dazu kam, dass es mir zwar gelang, eigene Files auf die serienmäßig in Geräten mit Intel i7-9700 Prozessor verbaute 500-Gigabyte-Platte zu überspielen, nicht aber, diese dann in Verbindung mit der JPLAY-App abzuspielen – was aber nicht an letzterer lag. In einer E-mail erklärte mir SOtMs Chefentwickler Il Won Lee dann später, wie ich die SSD in der Eunhasu-App aktivieren kann, was mit telefonischer Assistenz von Roland Dietl auch ohne Komplikationen gelang.

Ich hatte auch schon eine der beiden kryogen behandelten SSDs auf dem freien Platz für NVMe-M2-Disks im sMS-2000 eingesetzt. Doch dann musste ich von hifistatements Digitalspezialist, der ja schon länger SOtMs Motherboard sMB-Q370, das auch das Herzstück des sMS-2000 bildet, in seiner Kette benutzt, hören, dass es ihn eine Menge Zeit gekostet habe, die auf der Platine installierte SSD in Betrieb zu nehmen. Il Won Lee hatte angeboten, eine Platte per Chrome Remote Desktop zu konfigurieren, was jedoch eine halbe bis zu einer ganzen Stunde in Anspruch nehmen würde. In Kürze werde er aber eine Funktion zur Einbindung einer neuen SSD in Eunhasu integrieren. Ich werde mich also noch ein wenig gedulden und inzwischen eine größere Festplatte als Vorbereitung auf den Einbau kryogen behandeln lassen.
Aber welche Qualität die Wiedergabe der Files von einer integrierten Festplatte hat, kann ich ja auch mit ausgewählten Titeln von der kleinen 500-Gigabyte-Platte ausprobieren. SOtM setzt hier auf einen Speicher von Crucial. Übrigens stammen die SSDs, mit denen ich die Hard Disk meines Melco ersetzt habe, vom selben Hersteller. Da Unterschiede ja nicht nur bei Test-Tracks zu hören sein sollten, die besondere Anforderungen an die Wiedergabekette stellen, beginne ich einfach mit toller Weltmusik: „Houdouth“ von Anouar Brahem, John Surman und Dave Hollands Album Thimar. Die Klänge von Oud, Bassklarinette und Kontrabass ziehen einen sofort in ihren Bann, vor allem durch den ruhigen, aber intensiven Rhythmus und die Feindynamik der Bassklarinette: ein Genuss. Wenn der Track vom in den SOtM integrierten Speicher kommt, ändert sich – vertraut man seinem ersten Eindruck – so gut wie nichts. Nach dreimaligem Hin- und Herschalten kann ich aber wahrnehmen, dass der Kontrabass einen Hauch harmonischer rüberkommt, wenn das File vom Melco bezogen wird: Hier verbinden sich der Grundton des Kontrabasses und die Griff- und leicht schnalzenden Saitengeräusche zu einem homogeneren Ganzen. Die Klarinette umgibt ein ganz leichter Hauch mehr Luft. Aber wie oben erwähnt, sind das keine ohrenfälligen Differenzen, sondern Marginalien, die sich einem nur über eine extrem hochauflösende Kette erschließen.
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