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iFi iDSD Phantom

05.05.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Für die Stromversorgung setzt iFi auf das hauseigene iPower Elite Netzteil – der Netzteilanschluss lässt Raum für Experimente mit anderen Netzteilen
Für die Stromversorgung setzt iFi auf das hauseigene iPower Elite Netzteil – der Netzteilanschluss lässt Raum für Experimente mit anderen Netzteilen

Der Scheibe Deep: The Baritone Sessions, Vol. 2 steht die griffige, verwobene Charakteristik des Wandlers ausgezeichnet. Er stellt die Instrumente direkt, unumstößlich und ungekünstelt auf die virtuelle Bühne. Die Kompositionen von Mark Lettieri rund um seine Baritongitarre und hochkarätige Gastmusiker marschieren ohne Irritation und anstrengungsfrei durch. Die Becken in „Blue Straggler“ zeigen neuerlich, wie ausgewogen der Wandler agiert. Die Crashes explodieren genau so, wie es ein Crash-Becken tun soll, krachend akzentuiert im Anschlag mit einem opulenten Ausklang ohne dabei klirrend oder schneidend zu klingen. „Magnetar“ ist einer der Tracks auf dem Album, der einfach alles hat. Die scharf nach außen gepannten Gitarren mit dem tiefen Baritone-Timbre grooven mit Shakern und dem akzentuierten Hi-Hat von Drummer Adam Deitch dem Sonnenuntergang entgegen, die Keys und die Vocoderstimme von Shaun Martin geben dem Track den Rest.

Es wird Zeit, die Röhren im Phantom anzuwärmen und umzuschalten. Der Röhrenbetriebsmodus bringt noch etwas mehr Biss, zugleich jedoch auch noch etwas mehr Geschmeidigkeit und die, zugegeben, etwas vermisste Luftigkeit im Solid-State-Betrieb. Die Instrumente rücken in der Bühnentiefe etwas weiter auseinander und nach hinten. Auch bei orchestraler Musik, beispielsweise Dvořáks 9. Sinfonie „From the New World“ in der Liveeinspielung des LSO unter Sir Colin Davis, gefällt mir die Röhre ebenfalls besser. In ihrer Tonalität unterscheidet sie sich in meinen Ohren kaum von der Transistortechnik, jedoch gerät die musikalische Darbietung eben etwas luftiger, lebendiger mit etwas feineren Zwischentönen. Der fokussierte Charakter des DACs prägt das Klangbild. Das Orchester spielt als geschlossener Klangkörper. Einzelne Instrumentengruppen sind gut herauszuhören und nahtlos miteinander verbunden. Das Zusammenspiel von Oboe und Klarinette im zweiten Satz gerät organisch und einfühlsam statt analytisch und isoliert reproduziert.

Die Rückseite zeigt die Anschlussvielfalt des Geräts. Sogar die Nutzung einer externen 10-Megahertz-Clock ist möglich
Die Rückseite zeigt die Anschlussvielfalt des Geräts. Sogar die Nutzung einer externen 10-Megahertz-Clock ist möglich

Der integrierte Streamer des Phantom ist die ideale Gelegenheit, meinen Roon-Core als unmittelbaren USB-Zuspieler aus der Gleichung zu nehmen und das Signal über Roons Netzwerkprotokoll an den Phantom weiterzugeben. In diesem Kontext möchte ich mich auch mit seiner Glasfaserschnittstelle auseinandersetzten. Nach meiner Erfahrung ist eine Glasfaserverbindung einer Kupferverbindung nicht grundsätzlich überlegen. Das Argument einer galvanischen Trennung bei Glasfaser gilt für mich nicht, da nach IEEE-Standard jede EJ-45-Buchse durch Übertrager getrennt sein muss. Außerdem holen die benötigten Signalkonverter von Kupfer zu Glas eine weitere Spannungsquelle ins System – nicht unbedingt ein Vorteil. So gelten beide Verbindungen für mich als ebenbürtig, jedoch mit unterschiedlichem Charakter. Kupfer wirkt für mich meist organischer und geerdeter, Glas etwas räumlicher und präziser, dabei aber nicht partout hochauflösender. Seitdem das EAhibrid EAL 2000 in meiner Kette spielt, mache ich mir über LAN-Verbindungen allerdings sowieso keinerlei Gedanken mehr. Es schweißt alle Komponenten meiner vergleichsweise bescheidenen Anlage zu einer homogenen Einheit zusammen und lässt sie zu Höchstleistungen auflaufen. Ich belasse dieses Kabel für alle Tests am PrimeCore. Für die Zuleitung zum Phantom nutze ich ein Furutech LAN-8 NCF Plus, das neben dem EAhibrid für alle anderen Netzwerkaufgaben in meinem System eingesetzt wird.


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