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iFi iDSD Phantom

05.05.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Zunächst höre ich mich noch einmal in den DAC mit direkter USB-Verbindung zu meinem Roon-Core ein und schalte dazu zurück auf den Transistorbetrieb. Schlicht und ergreifend, weil ich diese Konfiguration insgesamt bereits am längsten gehört habe. Ich ziehe es übrigens vor, den Lautstärkeregler nahe der 12-Uhr Stellung fahren zu können und nehme dafür eine Pegelabsenkung von 20 Dezibel in Roon in Kauf. Roon rechnet mit 64-Bit und ich rechne an dieser Stelle mit keinerlei Qualitätseinbußen. Brad Mehldaus wunderbar feinfühlige Interpretation von „Between the Bars“ seines aktuellen Albums Ride into the Sun zeigt nochmals, wie unglaublich sanft und musikalisch der Phantom agiert. Klavier und Kontrabass umspielen sich derart leichtfüßig und harmonisch, dass das Musikstück noch eindrücklicher und ausdrucksstärker wirkt. In jeder Note liegen Lebendigkeit und Ausdruck. Dies ist die große Stärke des Phantom.

Außerdem gehört ein Formatkonverter von Kupfer- auf Glasfasernetzwerkkabel zum Lieferumfang
Außerdem gehört ein Formatkonverter von Kupfer- auf Glasfasernetzwerkkabel zum Lieferumfang

„Kirken, den er et gammelt hus“, ein von mir sehr oft gehörter Track des Tord Gustavson Trios zeigt, dass der Phantom auch in Sachen Räumlichkeit auf sehr hohem Niveau agiert. Messerscharfe Instrumentenseparation und absolute Raumtiefe um jeden Preis sind dabei allerdings nicht seine Kernfähigkeiten. Im ersten Moment wirkt die Wiedergabe gerade im Vergleich zu meinem eigenen Setup, das einen deutlichen Überhang zu diesen Disziplinen hat und dafür andere Disziplinen etwas vernachlässigt, weniger spektakulär, bietet dafür aber eine sehr große Glaubwürdigkeit und Nahbarkeit in der Raumabbildung. Der Phantom wirkt insgesamt ungekünstelt, organisch und ausgewogen. Gerade die nahtlose Einbindung auch hoher Frequenzen in die Rauminformation macht seinen Charakter anziehend. Gewissermaßen stehen sich hier zwei Schulen gegenüber. Mein eigener DAC kann seine Studiogene nicht verstecken, Tords Klavierspiel ist von etwas mehr Raum umgeben und Informationen werden etwas plakativer, aber dabei auch nüchterner, technischer präsentiert. Der Phantom ist klar ein HiFi-Gerät. Des Klavier ist mehr von reichhaltigem, reinen Klang umgeben. Alle anderen Infos sind auch vorhanden, aber werden stärker verwoben, konzentrierter und trotzdem weniger exponiert präsentiert. Sie prägen so den starken Ausdruck des Wandlers.

Die analoge Lautstärkeregelung ist sauber gekapselt, motorisiert und an die Lautstärkeanzeige im Display gekoppelt
Die analoge Lautstärkeregelung ist sauber gekapselt, motorisiert und an die Lautstärkeanzeige im Display gekoppelt

Der Umstieg auf die Ethernetverbindung und den roon ready Betrieb geht problemlos von der Hand. Ich nehme die Wiedergabe in diesem Betriebsmodus mit einer großzügigeren Räumlichkeit und Luftigkeit wahr. Die virtuelle Bühne öffnet sich sowohl nach vorne als auch nach hinten. Gewissermaßen rückt der Phantom näher an die Charakteristik, die ich von meinem eigenen Wandler kenne. Dies spricht für die Transparenz des verbauten Streamers. Ich fühle mich in diesem Betriebsmodus deutlich mehr zu Hause, die leicht schwebende, sphärenhafte Darstellung gefällt mir grundsätzlich. Es ist herrlich, wie die feinen Akzentuierungen bei Diminuendi des Kontrabasses ins Nichts verschwinden. Mit dem Einsatz des Formatwandlers auf Lichtwellenleiter, lässt sich dieser Eindruck sogar noch verstärken. Als Stromquelle nutze ich ein einfaches lineares Netzteil aus meinem Fundus. Einzelne Klangquellen wirken noch etwas konzentrierter, einzelne Saitenanschläge noch akzentuierter. Die Durchsichtigkeit und Durchhörbarkeit verschiedener Frequenzbereiche erreicht in diesem Betriebsmodus fraglos einen Höhepunkt. In dieser Konfiguration zieht der Phantom an meinem eigenen Wandler vorbei. Manu Katchés „Keep on Trippin‘“ wird in einer neuen Prägnanz, Nachdrücklichkeit, Dynamik und gleichberechtigter Auflösung in meinen Hörraum projiziert. Allein schon die ersten Akkorde des Klaviers versprühen mit dem iDSD derartig viel schiere Energie, Präsenz und Klangprächtigkeit, dass sich mein Brooklyn geschlagen geben muss. Auch die Kontrolle über den Bass und die Bass Drum ist ungleich höher, der minutiöse Ansatz von Saxophon und Gitarre gleichermaßen. Während die Raumauflösung besonders im USB-Betrieb hinter den Möglichkeiten des Phantom zurückblieb, sind die Instrumente jetzt derartig passgenau und unaufgeregt in einen zwar großzügigen, aber eben vollkommen unaufdringlichen Raum eingebettet. Bei dieser unaufwändigen Selbstverständlichkeit kommt mein Wandler nicht mit. Allerdings benötigt der Phantom dazu die Ansteuerung als roon-ready-Endpoint über das Netzwerk und die Hilfe der iFi OptiBox, die von Kupfer auf Glasfaser übersetzt.


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