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XACT N1 Switch

22.05.2026 // Roland Dietl

Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen.

XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert hat. Den Anfang macht er mit JPLAY einer Windows Software-Suite, die aus den Modulen „femtoServer“ und „JPlay Femto Player“ besteht und die für mich noch immer zu den klanglich besten Lösungen für Windows-basierte Systeme zählt. Etwas später kommt die Marke JCAT hinzu, die ihren Fokus auf die Hardware-Seite mit hochwertigen Computer-Audiokomponenten, wie USB- und Netzwerkkarten, Netzteile und Digital-Kabel, legt. Im Jahr 2022 bringt JPLAY dann seine iOS-App auf den Markt, die sich rasch zu einer – nach meiner Meinung – der besten UPnP-AV-Apps auf dem Markt entwickelt hat. Die Einführung der Marke XACT folgt ein weiteres Jahr später und soll für absolute Top-Produkte stehen, in denen sich das große Wissen und die lang jährigen Erfahrungen des ausgemachten Netzwerk- und Streaming-Spezialisten widerspiegeln. Inzwischen gibt es unter dieser Marke die Server S1 und S1 EVO, ein USB- und ein LAN-Kabel sowie Gerätefüße. Dirk Sommer war von der herausragenden Qualität des S1 und der Kabel restlos überzeugt. Das neueste Produkt in dieser Reihe ist nun der Switch N1.

Der N1 im eleganten Gehäuse
Der N1 im eleganten Gehäuse

Bei Hifistatement beschäftigen wir uns schon länger mit Netzwerk-Technik im Allgemeinen und Netzwerk-Komponenten im Besonderen. Anfangs wurden wir dafür von so mancher Seite etwas belächelt. Doch das hat sich grundlegend geändert. Immer höherwertige Audio-Server und DACs lassen uns inzwischen Feinheiten hören, an die noch vor einigen Jahren nicht zu denken war. Hinzu kommt, dass die Nutzung von Musik-Streaming-Diensten wie Tidal oder Qobuz auch im High End Bereich immer mehr zur Normalität wird. Damit kommt aber der gesamten Netz-Infrastruktur, beginnend beim Router über den Switch bis hin zu den Kabeln eine ganz andere Bedeutung zu. Wie so oft bei Digital-Audio geht es letztlich um die Vermeidung von Jitter und Störgeräuschen aller Art – die zentralen Einflussfaktoren bei der digitalen Audio-Wiedergabe.

Vor diesem Hintergrund haben sich Dirk Sommer und ich vor einiger Zeit mit Marcin Ostapowicz über den N1 unterhalten:
Hifistatement: Per Stand heute gibt es viele Switches für den Audio-Bereich. Was ist das Besondere am N1?
Marcin Ostapowicz: Ja, es gibt viele Switches, aber ich glaube, dass niemand dies so konsequent umgesetzt hat. Wir haben – ähnlich wie bei unserem Musikserver – bei „Null“ angefangen und das Motherboard komplett neu entwickelt. Wir verwenden ferner ein vollständig lineares Netzteil mit drei separaten Versorgungsschienen. Darüber hinaus haben wir einen „vollständig isolierten“ Port integriert, der durch modernste Isolationstechniken vom Rest des Switches getrennt ist und das bei 1 Gigabit pro Sekunde. Bisher habe ich nur isolierte Ports gesehen, die 100 Megabit pro Sekunde unterstützten oder nicht vollständig isoliert sind.
Hifistatement: Was bedeutet „vollständig isoliert“?
Marcin Ostapowicz: Es handelt sich um die Isolation von Daten, Masse und Stromversorgung. Sehr oft sind nur die Datenleitungen isoliert, nicht aber gleichzeitig auch Masse und Stromversorgung. Wir nutzen die neueste Technologie der Isolierung, und der isolierte Teil verfügt darüber hinaus über eine separate Stromversorgung. Er ist also noch stärker vom Rest des Switches isoliert. Wir verwenden außerdem für die Takterzeugung einen hochwertigen beheizten Quarzoszillator, der ebenfalls separat mit Strom versorgt wird. Darüber hinaus haben wir die Software auf dem Switch optimiert: Die CPU, die für das Laden der Softwarekonfiguration zuständig ist, wird nach der Erstkonfiguration nach 15 Sekunden vollständig abgeschaltet, und dann arbeitet nur noch das Hardware-Switch-Modul. Das senkt das Rauschen noch weiter.
Hifistatement: Ist der N1 ein Managed Switch?
Marcin Ostapowicz: Allgemein gesprochen ist es ein Managed Switch, aber nicht für den Benutzer. Wir optimieren alle Einstellungen in einer Vorkonfiguration. Der Benutzer hat darauf keinen Zugriff.
Hifistatement: Der Switch hat also ein „Betriebssystem“?
Marcin Ostapowicz: Ja, er muss eine Art Software haben. Und wir haben diese so optimiert, dass einige für Audio-Protokolle unnötige oder energiesparende Funktionen deaktiviert sind.
Hifistatement: Gibt es einen Eingang für den Anschluss einer externen 10-Megahertz-Master-Clock?
Marcin Ostapowicz: Nein, es gibt keinen solchen Eingang. Der N1 verfügt über eine hervorragende Stromversorgung und arbeitet mit einer anderen Frequenz (25 Megahertz) als den üblichen 10 Megahertz, die von externen Master-Clocks bereitgestellt werden. Wir kamen daher zu dem Schluss, dass ein solcher Eingang nicht notwendig ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ein solcher Eingang die Schaltung verkomplizieren würde und wir die Belastung des Prozessors so gering wie möglich halten wollten.

Der N1 von hinten: mittig die vier Standard RJ45-1G/100M-Ports, links daneben der optische SFP-Port, rechts etwas abgesetzt der „Isolated“ Port
Der N1 von hinten: mittig die vier Standard RJ45-1G/100M-Ports, links daneben der optische SFP-Port, rechts etwas abgesetzt der „Isolated“ Port

Mit diesen Informationen gerüstet schauen wir uns den N1 jetzt genauer an. Den Spitzenanspruch untermauert bereits die äußere Erscheinung des Geräts. Der N1 ist für einen Switch mit Abmessungen von 241 x 97 x 270 Millimetern recht groß und wiegt satte fünf Kilogramm. Das Gehäuse macht einen soliden Eindruck und steht auf drei Absorber-Füßen, die man in dieser Form bei Netzwerkkomponenten eher selten findet. Die Frontplatte ist schlicht und hat außer einer orangefarbenen LED in der Mitte zur Anzeige des Betriebsstatus keine Bedienelemente. Auf der Rückseite finden wir fünf mit LAN bezeichnete Anschlüsse. Vier davon sind klassische RJ45-1G/100M-Ports, die sich eine gemeinsame Masse teilen. Sie sind für den Anschluss von Geräten wie Router, NAS, WLAN-Access-Points oder anderen Netzwerkkomponenten vorgesehen. Der Abstand zwischen den vier RJ45-Ports ist großzügig bemessen, so dass wir auch „dicke“ Stecker und Kabel ohne Fummelei verwenden können. Im praktischen Betrieb ist zu beachten, dass die LEDs der Ethernet-Ports konstruktionsbedingt deaktiviert sind und nicht leuchten. Nach meiner Erfahrung kann sich die Abschaltung der LEDs positiv auf den Klang auswirken, da damit eine mögliche Belastung der Stromversorgung und etwaige Störaussendungen vermieden werden. Vor diesem Hintergrund würde ich mir noch eine Möglichkeit wünschen, unbenutzte Ports gleich ganz zu deaktivieren. Der fünfte Anschluss ist ein optischer SFP-Port. Dieser SFP-Anschluss ist ebenfalls Teil der Haupt-LAN-Schaltung und teilt sich eine gemeinsame Masse mit den vier Standard-RJ45-Anschlüssen. Als typischen Anwendungsfall für den SFP-Anschluss nennt Marcin Ostapowicz die Verbindung mit einem SFP-fähigen Router über ein Glasfaserkabel. Bei den meisten Routern seien die SFP-Anschlüsse direkt mit dem Prozessor des Routers verbunden, wodurch man den oft minderwertigen und rauschbehafteten Ethernet-Switch-Bereich umgehen könne. Dies könne die Klangqualität eines solchen Systems erheblich verbessern. Räumlich etwas abgesetzt gibt es noch einen weiteren, mit „ISOLATED“ bezeichneten RJ45-Port. Dieser Anschluss ist, wie im Interview erklärt, galvanisch vom Rest der Switch-Schaltung getrennt. Er verfügt über eine separate Stromversorgung und einen unabhängigen Masseanschluss. Er ist speziell für den Anschluss eines Audio-Renderer oder DACs konzipiert und soll verhindern, dass Netzwerkrauschen in das Audiosystem gelangt. XACT weist darauf hin, dass dieser Eingang standardmäßig auf eine Geschwindigkeit von 1 Gigabit pro Sekunde konfiguriert ist und nur eine eingeschränkte Kompatibilität mit 100 Megabit-pro-Sekunde-Geräten aufweist. In der Praxis hatte ich allerdings mit meinen auf 100 Megabit pro Sekunde eingestellten Geräten kein Problem. Schließlich gibt es noch eine mit „GND“ bezeichnete Buchse, die einen externen Anschlusspunkt für die Erdung des Haupt-Switch-Gehäuses bietet, das auf diese Weise mit einer klassischen Erdung oder mit einer Erdungsbox verbunden werden kann.


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