Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588.
Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung befindlichen Entzerrervorverstärkern von Soulnote, WestminsterLab und Aavik spezielle Eingänge für DS-Audio-Abtaster zu finden sein werden. Wenn hifistatement also weithin Geräte dieser Kaliber testen wollte, musste einfach ein entsprechendes System her. Bei der Beschäftigung mit WestminsterLabs Monologue erwies sich der Kauf des W3-Sets aus dem Abtaster und dem ebenfalls von DS Audio entwickelten Entzerrer dann auch erstmals als vorausschauende Entscheidung. Die erlaubt es nun ebenfalls, alle Fähigkeiten des R-588 auszuprobieren. Aber ich gebe gerne zu, dass, auch wenn der offensichtlichste Unterschied zwischen dem vor fünf Jahren beschriebenen Aavik R-580 und dem aktuellen Modell dessen zusätzlicher Eingang für DS-Audio-Systeme ist, dieser für mich nicht die größte Motivation war, den R-588 zu bestellen. Die bestand vielmehr darin, wieder mal eine Phonostufe zu hören, die meiner vollsymmetrischen Einstein klanglich und auch in Sachen Fremdspannungsabstand ein gutes Stückchen überlegen ist.

Apropos Symmetrie: Die ist meines Erachtens nach bei keiner Quelle so wichtig wie bei einem Tonabnehmer mit bewegter Spule und sehr geringer Ausgangsspannung. Deshalb war ich damals beim ersten optischen Kontakt mit der R-580 auch ziemlich enttäuscht: Auf ihrer Rückseite befanden sich lediglich zwei Pärchen Cinch-Buchsen: eines für den Anschluss des Plattenspielers und eines für die Verbindung zur Vorstufe. Außerdem weiß ich seit mehreren längeren Gesprächen mit Michael Børresen, dass er für Hifi-Geräte – anders als im Studiobereich – symmetrische Schaltungen für zu aufwändig und klanglich nicht unbedingt zielführend hält. Zum Glück gilt das nicht für Phonostufen. Wie er mir schon vor fünf Jahren erläuterte, zwinge ihn die Wahl von bipolaren Transistoren statt der üblichen MOSFETs in der Eingangsstufe, entweder einen Kondensator im Signalweg zu platzieren, um den Tonabnehmer vor Spannung aus dem Verstärker zu schützen, oder eine erdfreie, symmetrische Schaltung zu verwenden. Er habe sich natürlich für letztere entschieden und so den Kondensator vermieden. Die bipolaren Transistoren seien sogenannte BISS-Typen – „Breakthrough In Small Signal“ –, deren Rauschen etwa in dem Bereich liege, in dem auch ein Zwei-Ohm-Widerstand rauscht. Seines Wissens nach könne man mit keiner anderen Schaltung einen so guten Fremdspannungsabstand erreichen, wie mit den Arrays aus paarweise selektierten BISS-Transistoren in der erdfreien, symmetrischen Eingangsstufe der Aavik-Phonostufe.

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