Zum anderen hatte ich am Tag nach der Symphony of Innovation der Audio Group Denmark Mitte Februar die Gelegenheit, von Michael Børresen mehr über seine Weiterentwicklung der 05 zur T5 zu erfahren und mit ihm über meine Erfahrungen mit seiner Kreation zu sprechen. Das Interview werden Sie in Kürze an dieser Stelle lesen können. Auch deshalb kann es kein Fehler sein, die technischen Details der Børresen an dieser Stelle nur recht kurz abzuhandeln: Auch bei der T5 bestehen die Membranen aus drei Schichten. In der Mitte befindet sich ein Aramid- oder Nomex-Wabenkern, der oben und unten von sogenannten „Spread-Tow“-Kohlefaserschichten bedeckt ist. Dabei besteht das Gewebe aus gespreizten, bandartigen Faserbündeln, die flach nebeneinandergelegt und verwoben werden. Die Vorteile dieses Gewebes sind eine höhere Festigkeit und Steifheit, eine Gewichtsreduzierung von etwa 20 Prozent gegenüber klassischen runden Faserbündeln und eine exzellente Oberflächenstruktur. Dem Epoxidharz, das die Schichten miteinander verbindet, sind Graphen und Bor-Fasern beigemischt. Das sind hochkristalline, eindimensionale Nano- oder Mikrostrukturen, die sich den theoretischen Grenzen der Zugfestigkeit und Elastizität annähern sollen. Sie werden in erster Linie als Verstärkungsadditive in Metall-, Keramik- und Polymerverbundwerkstoffen eingesetzt. In den Membranen erhöhen sie abermals die Festigkeit, ohne nennenswertes zusätzliches Gewicht hinzufügen. Dadurch soll die Membran nicht nur stabiler werden, sondern auch geräuschärmer arbeiten.

Angetrieben werden die beiden 5-Zoll-Tiefmitteltöner und vier 8-Zoll-Tieftöner von Michael Børresens patentiertem eisenlosem „Motor“: An Anfang und Ende des Antriebs sitzen inner- und außerhalb des Luftspalts für die Schwingspule Neodym-52-Ringmagnete, zwischen denen sich bei der Silver Supreme Edition Ringe aus reinem Silber befinden: Die Schwingspuleninduktivität werde durch diese Konstruktion auf ein Zwölftel des bei herkömmlichen, eisenbasierten Treibern Übliche reduziert, führte der Entwickler schon beim Test der 05 SSE aus. Natürlich werden die Kupfer- und Silberringe, die Körbe, die Frequenzweichen-Spulen, der Hochtöner und die interne Ansuz-Gold-Signature-Verkabelung kyrogen behandelt, um die Leitfähigkeit, die Festigkeit und die Gesamtleistung zu verbessern. Beim Børresen-RP94-Bändchen-Hochtöner wurde mithilfe ausgefeilter Finite-Elemente-Verfahren das Magnetflussfeld optimiert, um einen hohen Wirkungsgrad sowie eine hervorragende Linearität zu gewährleisten. Auch bei dieser Version ist die bewegte Masse mit 0,01 Gramm extrem gering, so dass der Hochtöner in der Lage sein soll, selbst die subtilsten und feinsten Klangdetails wiederzugeben. Zu seiner Ansteuerung ist kein Transformator notwendig.

Wie alle Børresen-Lautsprecher sind auch die T5 SSE mit einer seriellen Frequenzweiche ausgestattet, so dass sich die Treiber im Übergangsbereich denselben Stromfluss teilen, der auch im Übergangsbereichs phasenstarr ist. Ziel dieser Beschaltung der Chassis ist ein kohärentes Klangbild. In der Weiche werden Folienspulen verwendet, die mit einer Papierisolierung gewickelt und unter Vakuum mit Harz imprägniert sind, was die mechanische Stabilität erhöht. Michael Børresen setzt hier „Stack-Foil“-Kondensatoren nach Militärspezifikation ein, denen er „die beste mechanische Stabilität und die geringste Induktivität aller auf dem Markt erhältlichen Kondensatortypen“ bescheinigt. Außerdem klängen sie ausgezeichnet. Die Widerstände zur Anpassung des hohen Wirkungsgrades des Hochtöners an den des Tiefmitteltonbereichs sind Metallfolientypen, da sie extrem geringe Rauschwerte und eine ebensolche thermische Variation aufweisen. Anders als die 05 sind die T5 mit Bi-wiring-Terminals ausgestattet, so dass die Tieftöner und die Tiefmitteltöner inklusive Hochtöner mit jeweils eigenen Kabeln respektive Endstufen angesteuert werden können. In beiden Fällen kommt die integrierte passive Frequenzweiche zum Einsatz. Selbstverständlich können die T5 auch mit aktiven Frequenzweichen kombiniert werden, wie sie beispielsweise die Aavik Vorstufe und die Aavik Vollverstärker mit an Bord haben.
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