SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen.
Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85, 100 und 120 Hertz beim Mark 1 sind jetzt zusätzlich Trennfrequenzen von 300, 360, 420, 510, 600, 720, 1.500, 1.800, 2.100, 2.600, 3.000 und 3.600 Hertz möglich. Wie schon beim Urmodell kann die Übernahmefrequenz für den Tief- und Hochpass getrennt eingestellt werden. Während Kenner bereits Schnappatmung bekommen, möchte ich das Ganze für alle anderen kurz einordnen. Diese immense Vielfalt an Übernahmefrequenzen macht die aktive Filterung so ziemlich jedes Zweiwege-Lautsprechers möglich. Beim Einsatz eines weiteren Crossover ist sogar die Aktivierung von Dreiwege-Lautsprechern denkbar.
Während ich die Mk2 für die Einbindung eines Subwoofers bedenkenlos jedem an die Hand geben würde, erfordert die aktive Trennung eines Lautsprechers schon deutlich mehr Beschäftigung mit der Materie. Ich denke, hier trennt sich die Zielgruppe in zwei Lager: den Teil, der seine vorhanden Passivlautsprecher aktivieren möchte und den Teil, der Lautsprecher ohnehin selbst baut und genau weiß, was er an der Crossover Mk2 hat. Schon an dieser Stelle kann ich versichern, dass SPLs Frequenzweiche ein hochpräzises Werkzeug ist. Wie aus dem Handwerk bekannt ist ohne die nötige Fingerfertigkeit jedoch das beste Werkzeug kein Garant für ein optimales Ergebnis.

Der offensichtlichste Vorteil einer analogen Frequenzweiche steckt bereits in der Bezeichnung. Die Trennfrequenzen werden basierenden auf rein analoger und aktiver Schaltungstechnik realisiert. Somit erfolgt keine unerwünschte analog/digital- und anschließende digital/analog-Wandlung wie es beim Betrieb einer DSP-Lösung der Fall wäre. Ebenfalls bleibt keine Leistung in einer passiven Frequenzweiche hängen. Bei der Phonowiedergabe kann folglich der gesamte Signalweg vom Plattenspieler, über den Vorverstärker, die Frequenzweiche bis hin zu den Endstufen und Lautsprechern rein analog erfolgen. Aber selbst in einer digitalen Wiedergabekette kann eine analoge Frequenzweiche einer DSP-Weiche überlegen sein. Es muss nur in einen einzigen richtig guten Digital/Analog-Wandler investiert werden und nicht in einen Wandler pro Kanal. Die Anzahl der benötigten Endstufenkanäle für einen Zweiwege-Lautsprecher multipliziert sich gegenüber dem passiven Lautsprecherbetrieb mal zwei, schließlich wird das Signal für Tief- und Mittelhochton bereits vor der Endstufe voneinander getrennt und muss so folglich auch getrennt voneinander verstärkt werden. Mit dem Nachteil eines höheren finanziellen Aufwands für eine zusätzliche Endstufe, gewinnt man gleichzeitig den Vorteil eines dedizierten Verstärkers für jeden Treiber.
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