
Für den BROEN hat Ferrum das Verwaltungsboard SERCE, dessen polnischer Name sich nicht umsonst zu „Herz“ übersetzt, vollständig angepasst. Das SERCE DDC ist ein spezialisierter digital-zu-digital-Umsetzer. Auf Basis eines FPGA werden digitale Signale reclockt, bevor sie galvanisch getrennt über den koaxialen, optischen, AES/EBU-, oder I2S-Ausgang ausgegeben werden. Ferrums Ingenieure haben dafür gesorgt, dass einige Geräteeinstellungen beispielsweise die Logo-Helligkeit oder die Pin-Belegung des I2S-Ausgangs direkt in der Volumio-App vorgenommen werden können. Auch ein Update der Firmware von angeschlossenen Ferrum-DACs soll möglich sein. Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Ausgängen ist die Signalausgabe über einen USB-A- oder -C-Port möglich. Wieder wurde ein besonderes Augenmerk auf ein sauberes Signal gelegt. So verfügen die USB-Ausgänge über eine eigene, von der Server-Elektronik getrennte Spannungsversorgung. Nur im USB-Betriebsmodus funktioniert auch die Ferrum Streaming Control Technology. BROEN wird mit einem passenden Schaltnetzteil geliefert, kann aber auch gemeinsam mit einem HYPSOS betrieben werden. Besitzt man ein HYPSOS Dual Output oder wie ich ein normales HYPSOS mit dem Power Splitter und entsprechenden Kabeln, können sowohl WANDLA als auch BROEN mit einem einzigen HYPSOS versorgt werden.

Für den Hörtest konzentriere ich mich zunächst auf beide Geräte gemeinsam. Schließlich bilden Streamer und Wandler eine Einheit – nicht nur ihr Bedienkonzept ist aufeinander abgestimmt. Mit einem Audioquest Diamond verbinde ich BROEN mit meinem Switch. Für die Verbindung zwischen BROEN und WANDLA nutze ich in Ermangelung eines hochwertigen USB-C-Kabels einfach die Beipack-Strippe aus dem Lieferumfang des WANDLA. Ich streame Anouar Brahems „The Astounding Eyes Of Rita“ vom gleichnamigen Album über Qobuz connect und die Ferrum Kombi setzt unmittelbar neue Maßstäbe für meine Stereokette. Vom WANDLA hatte ich mich ja bereits beim initialen Test begeistert gezeigt. Der BROEN schafft es tatsächlich, seine Wiedergabe nochmals zu verbessern. Er bringt eine analoge, warme Komponente in die Wiedergabe, die man einem Streamer gar nicht unbedingt zutrauen würde. Die Instrumente wirken dabei etwas konzentrierter, als ich es gewohnt bin. Der Anschlag der Saiten, der Korpus des Instruments, das Schnarren der Saiten auf dem Griffbrett, all diese verschiedenen Klänge der Oud werden zu einem untrennbaren Ganzen verschmolzen. Dennoch wird die Räumlichkeit der Wiedergabe von einer großzügigen Tiefe geprägt. Diese Kombination ist für mich unmittelbar packend. Präzision und klare Lokalisierbarkeit der Instrumente kombiniert mit ausgeprägter Räumlichkeit sind mein persönliches Wiedergabeideal. Im Direktvergleich zu meinem PrimeCore hört man, dass der USB-Anschluss des BROEN optimiert ist. Betreibe ich den WANDLA direkt am Prime Core bleibt ein Hauch Härte in der Wiedergabe.
Noch extremer wird es, wenn ich das Stück von der internen Festplatte des BROEN abspiele. Auf paradoxe Weise erhöht sich gleichzeitig der Detailgrad, und doch wirkt die Aufnahme, insbesondere Anouars Stimme, sanfter, noch feiner und liebevoller in den Gesamtkontext eingewoben. Der Unterschied zwischen Stream und interner SSD ist zwar nicht so eklatant groß, wie ich es zuletzt in Dirk Sommers Kette erleben konnte, aber durchaus hörbar. Auch wenn BROEN in erster Linie als Streamer vermarktet wird, ist die Möglichkeit, intern eine Festplatte zu verbauen, keinesfalls eine technische Spielerei. BROEN wird für mich so entschieden zu einem hochwertigen Server/Streamer.
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