
Während die Bedienung über Qobuz connect gewohnt komfortabel ist, komme ich nicht umhin anzumerken, dass die Volumio App für meinen Geschmack nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist. Das initiale Auffinden des BROENS und Einbinden in das heimische WLAN funktioniert über die App genauso einfach und zuverlässig wie bei anderen Ökosystemen. In dieser Hinsicht habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Als Roon-Nutzer vermisse ich die umfangreiche Integration und Verknüpfung von Metadaten hinsichtlich Künstler, Alben, Label und weiterem. Auch wenn diese Funktionalität bei Volumio rudimentär vorhanden ist, bleibt Roon in dieser Hinsicht nach wie vor unangetastet. In Hinblick auf die fantastische Klangqualität des BROEN ist dies zu verschmerzen. Zumal BROEN, sofern man in Volumio das Plugin MetaRoon nutzt, als Senke über das Roon-eigene Protokoll unmittelbar angesteuert werden kann. Autorisiert man in Roons Einstellungen BROEN als Extension und wählt in MetaRoon die passende Zone, werden auch Metadaten geteilt und FSCT mit WANDLA ist möglich.
Ein Detail der Volumio App treibt mich jedoch in den Wahnsinn: Befinde ich mich in der Mediendatenbank und möchte von einem ausgewählten Album zurück zum Artisten, muss ich zwangsläufig die im oberen Bildschirmbereich untergebrachte Pfeiltaste nutzen. Nutze ich die Gestennavigation des Smartphones lande ich je nach App-Zustand auf dem Playscreen oder der Wahl des Abspielgeräts. Navigiere ich dann mit mehreren Klicks, die ebenfalls zwangsläufig im oberen Bildschirmbereich liegen, zurück in die Mediendatenbank, befinde ich mich zwar noch im zuvor gewählten Ordner, navigiere ich dann aber über die Pfeiltaste zurück, „vergisst“ Volumio an welche Stelle der Artist-Liste ich war. Eine einhändige Navigation auf dem Smartphone ist damit unmöglich. Für mich als (fast) Digital Native ist das nicht gerade komfortabel – oder ist schlicht und ergreifend das Smartphone zu groß? Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass Nutzer, die nicht ständig in Höchstgeschwindigkeit durch mindestens drei Apps gleichzeitig navigieren, wie es bei einem Test oft der Fall ist, sich an diesem Detail überhaupt nicht stören. Außerdem darf ich BROEN diesen Umstand nicht anhängen, schließlich liegt dieses Bediendetail in der Natur der Volumio-Plattform und nicht spezifisch nur bei Ferrums Streamer.

Doch zurück zum Klang der BROEN/WANDLA-Kombi. Bei den ersten Klängen des jeweiligen Testtages bin ich neuerlich überrascht von der Plastizität der Abbildung, der tiefen Bühne und der Fähigkeit, auch komplexe akustische Zusammenhänge gleichzeitig mit Leichtigkeit und doch überragender Präzision und Kohärenz darzustellen. Wie so oft nach dem Sommer ist meine alltägliche Musikbegleitung einerseits durch das Summer Breeze Festival und somit Metal geprägt. Nachdem das legendäre Le Son Continu in Frankreich dieses Jahr aufgrund von Brandgefahr abgesagt werden musste, habe ich das Folk-Defizit durch das Boombal-Festival in Belgien aufgefangen. Somit landet aktuell eine bunte Mischung in der Qobuz-Playlist. Es überrascht mich, wie unbeschwert und kommentarlos BROEN und WANDLA den wilden Genremix verpacken. Unabhängig von der Aufnahmequalität des jeweiligen Albums macht das Musikhören einfach immer Spaß. Das Extrembeispiel „Forevermore“ vom Album I Feel The Everblack Festering Within Me der amerikanischen Band Lorna Shore ist genretypisch ultra-komprimiert: Ein brachial schiebendes Instrumentarium plus orchestrale Elemente sind anders kaum zu kontrollieren. Die Gitarren wurden dabei oftmals deutlich über die digitalen Pegelgrenzen getrieben. Wieder ist es die Gleichzeitigkeit verschiedener Parameter, die mich begeistert. Sämtliche Elemente des Stücks, selbst die orchestralen und choralen, werden mit einer vehementen Größe und Präsenz dargeboten, die ich sonst nicht kenne. Und dennoch werden die einzelnen Ebenen der Mischung im Stereopanorama und in der virtuellen Bühnentiefe deutlich separiert reproduziert. Auch wenn die Dichte der Aufnahme ein Gefühl von Luftigkeit kaum zulässt, die einzelnen Elemente der Mischung wurden im Studio sehr wohl feinsäuberlich und gewissenhaft platziert und werden dementsprechend auch wiedergegeben. Es ist fast so, als hätten BROEN und WANDLA ein Gefühl für die Aufnahme- und Produktionsintention: Ein brachiales Brett Metal? Bitte sehr! Emotionaler Folk? Kein Problem. Energetischer Jazz? Gerne. Diese Verbindung von akkurater Reproduktion der jeweiligen Aufnahme mit gesamtmusikalischem Verständnis bei gleichzeitig fast sanfter Behandlung von Details prägt den Wiedergabecharakter der Ferrum-Kette.