Franck Tchang, der Erfinder der Klangschälchen, verblüfft wieder einmal mit einem recht ungewöhnlichen Ansatz: Er mischt Metalle und will mit zwei unterschiedlichen Massivdraht-Leitern fast alle Kabelprobleme lösen.
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Ich weiß noch genau, wie mich die ungeheuer positiven klanglichen Auswirkungen der Schälchen in meinem Hörraum begeistert haben und welche nicht gerade freundlichen Leserreaktionen mein Bericht darüber vor nun schon acht Jahren hervorgerufen hat. Selbst Hersteller und Vertriebe, die in meinem Hörraum zu Gast waren, sparten nicht mit ironischen Kommentaren – bis sie dann selbst hörten, was die kleinen Metallschalen akustisch leisteten. Im Laufe der Zeit haben die Resonatoren dann nach und nach ihr Voodoo-Image abgelegt und werden inzwischen von den meisten Audiophilen akzeptiert. Heute kann man sich – zumindest in einschlägigen Kreisen – ruhigen Gewissens als Klangschälchen-Benutzer outen, ohne gleich von seinem Gegenüber skeptische bis mitleidige Blicke zu ernten.

Die Livelines haben einen eher moderaten Querschnitt, werden von einem schmucken Geflecht umgeben und kommen in einer schlichten Holzbox
Die Livelines haben einen eher moderaten Querschnitt, werden von einem schmucken Geflecht umgeben und kommen in einer schlichten Holzbox

Bei Franck Tchangs Kabeln besteht von Anfang an weitaus weniger Gefahr, dass ihre Nutzer in Hifi-Kreisen als auffällig gelten. Mit einem Einstiegspreis von 600 Euro für einen Meter NF-Kabel mit Cinch-Steckern sind die Livelines zwar absolut betrachtet nicht gerade billig, dürfen in der immer extremer werdenden High-End-Szene aber geradezu als preislich moderat gelten – zumindest im Umfeld einer Anlage, in dem es Sinn macht, mit einigen Klangschälchen für den letzten akustischen Feinschliff zu sorgen. Hier an die Resonatoren zu erinnern, ist übrigens keinesfalls eine Abschweifung, sondern eher eine Hinleitung auf in den Kabeln verwendeten Materialien.

Franck Tchang, der auf seiner Website provokant behauptet, er wisse nicht, wie man normale Produkte entwickelt, entschied sich, sowohl für NF-, Digital- und USB-Kabel als auch für die Lautsprecher- und die hierzulande nicht angebotenen Netzleitungen Massivdraht einzusetzen. Dabei besteht der Draht vom Verstärker zur Box oder von der Quelle zum Verstärker aus Kupfer, der für den Weg zurück aus Silber. Dies sei notwendig, um dem Kabel die notwendige Schnelligkeit zu verleihen. Am Anfang und am Ende der beiden Massivdrähte gebe es dann jeweils ein zwei Millimeter langes Stückchen Draht aus jeder der fünf Legierungen, aus denen auch die Resonatoren gefertigt werden. Obwohl Franck Tchang hier keinesfalls die Zusammensetzungen verwendet, die beispielsweise in der Schmuckindustrie oder beim Juwelier üblich sind, nennt er sie schlicht Kupfer, Silber, Gelbgold, Rotgold und Platin. Je nach Anwendungsfall variiert nicht nur der Durchmesser der Massivleiter, sondern auch die Reihenfolge der genannten Legierungen. Deren Abfolge ist auch am Anfang und Ende eines jeden Leiters keinesfalls gleich.

Die XLR-Stecker der symmetrischen Verbindung stammen von Neutrik
Die XLR-Stecker der symmetrischen Verbindung stammen von Neutrik

Ein ein Zentimeter langes Quintett aus den verschiedenen Legierungen genau in der Mitte eines jeden Massivdrahtes optimiert das Kabel dann noch weiter für seinen Einsatzzweck. So sollen beispielsweise bei einen USB- und einem Lautsprecherkabel zwar jeweils alle fünf Metallmischungen Verwendung finden, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge. Genauso unkonventionell nähert sich Franck Tchang dann dem Thema Stecker: Nach einer Reihe von Experimenten entschied er sich gegen so illustre Namen wie WBT und Eichmann – die er allerdings auf Kundenwunsch ebenfalls verarbeitet – und für Neutrik, bei deren Produkten er nicht nur im Verborgenen weitere Modifikationen zur Resonanzminderung vornimmt: So versieht er zum Beispiel die Hülse des Chinch-Steckers mit drei winzigen Bohrungen, und auch die massivste Stelle der an sich hohlen Bananenstecker werden je dreimal angebohrt. Sie bestehen übrigens aus zwei miteinander verschraubten Teilen, was es dem Kunden möglich macht, den Anforderungen seiner Verstärker und Boxen entsprechend das Bananen-Ende gegen sogenannte Spades auszutauschen.


Thomas Fast, der sich nun schon fast seit einem Jahrzehnt mit großem Einsatz um den Vertrieb der Produkte Franck Tchangs in Deutschland kümmert, hatte leider kurzfristig nicht das über fünf Meter lange XLR-Kabel vorrätig, das es braucht, um in meiner Kette Vor- und Endstufen miteinander zu verbinden. Bei seinem Kurzbesuch hat er dann ein Lautsprecherkabel und eine anderthalb Meter lange symmetrische NF-Verbindung mitgebracht. Da bis auf die ein oder andere Verbindung zwischen Quelle und Vorstufe der Rest der Kette fast vollständig – bei den Netzkabeln gibt es schon mal eine Ausnahme – mit HMS bestückt ist, habe ich erst einmal die symmetrische Leitung zwischen Mytek-Wandler und Marconi getauscht – und war reichlich überrascht: Das Liveline spielt mindestens in einer Klasse mit dem Allzeit-Klassiker SunWire Reference. Es gibt einige Unterschiede, die allerdings eher in den Geschmacksbereich fallen: Das Sun wirkt eine Spur mehr erdverbunden, musiziert mit etwas gedeckteren Klangfarben und fasziniert mit einer glaubhaften, weiträumigen imaginären Bühne. Das Liveline steht dem Sun in puncto Raumillusion in nichts nach und begeistert mit einer extrem guten Auflösung und einer subjektiv empfundenen sehr hohen Schnelligkeit. Dabei ist es einen Hauch heller timbriert als das SunWire. Ein wenig dunkler kommt auch das mehrfach teurere HMS Gran Finale Jubilee daher, das einen noch minimal größeren Raum suggeriert, jedoch nicht ganz an die Lebendigkeit und Spielfreude des Liveline heranreicht. Franck Tchangs erstes NF-Kabel kann sich also auf Anhieb gegen ausgesprochen etablierte und auch deutlich kostspieliger Mitbewerber behaupten.

Die Lautsprecherkabel können vom Kunden von Spades auf Bananas umgerüstet werden. Falls Boxen und Verstärker beides erlauben, empfiehlt Franck Tchang die Bananas
Die Lautsprecherkabel können vom Kunden von Spades auf Bananas umgerüstet werden. Falls Boxen und Verstärker beides erlauben, empfiehlt Franck Tchang die Bananas

Erfreulicherweise bleibt das Lautsprecherkabel der mit der NF-Verbindung eingeschlagenen Richtung treu: Auch hier gibt es Details in Hülle und Fülle, ein sehr solides und tragfähiges Bassfundament, eine griffige Raumillusion und präzise fein- und grobdynamische Strukturen. Die Darstellungsgröße von Sängern und Musikern lässt ebenfalls keinerlei Wünsche offen. Und wieder drängt sich einem der Eindruck auf, die Musiker gingen dank der Livelines eine Spur freudiger und auch minimal schneller ihrer Arbeit nach. Zu den weiteren Schokoladenseiten der Kabel zählt die Fähigkeit, den Groove eines rhythmischen Songs ungemein packend rüberzubringen. Selten zuvor empfand ich beispielsweise den E-Bass auf Ravi Shankars „West Eat Meat‟ so treibend und dennoch fast schwerelos federnd. Dabei ist bei den Lautsprecherkabeln die Tendenz zu eher hellen, lichten Klangfarben weitaus weniger ausgeprägt als beim den XLRs. Hier wirkt die Wiedergabe der Livelines einfach nur völlig schlackenlos und von unnötigem Ballast befreit. Selbst in meiner durch die LumenWhite zu völliger Offenheit und schonungsloser Analyse tendierenden Kette neigen die Livelines nicht im Mindesten zur Schärfe oder gar Kälte. Je länger ich ihnen zuhöre, umso mehr drängt sich mir der eigentlich verpönte Begriff „richtig‟ auf.

STATEMENT

Franck Tchangs Livelines bieten eine fast schon unverschämte Menge Wohlklang fürs Geld. Hier wurde nicht in ein beeindruckendes Äußeres von Kabel und Verpackung investiert, sondern in einen wohl einzigartigen Materialmix. Und der garantiert überschäumende Spielfreude, eine begeisternde Dynamik, eine höhe Auflösung und eine große, stabile imaginäre Bühne. Eine Entdeckung!

Die drei Bohrungen sollen das Resonanzverhalten des Steckers und damit den Klang des gesamten Kabels verbessern
Die drei Bohrungen sollen das Resonanzverhalten des Steckers und damit den Klang des gesamten Kabels verbessern

 

GEHÖRT MIT
Laufwerk Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm Kuzma 4Point, AMG 12J2
Tonabnehmer AirTight PC-1 Supreme, Brinkmann EMT ti
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler Mytek 192-DSD-DAC, Prototyp
CD-Laufwerk Wadia WT3200
Audioplayer Amarra 2.4, Pure Music 1.86
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, SunWire Reference, Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

VERTRIEBSANGABEN
Liveline Lautsprecherkabel 2,40m
konfektioniert mit ASI Hohlbanane incl. Kabelschuh 1440 Euro
jede weiteren 50 cm +180 Euro

 

VERTRIEBSANGABEN
Liveline NF-Kabel 1m
konfektioniert mit Acoustic System RCA Stecker 600 Euro
konfektioniert mit XLR Stecker 900 Euro

 

VERTRIEB
fastaudio
Anschrift Thomas Fast

Brählesgasse 21
70372 Stuttgart
Telefon +49-711-480 88 88
E-Mail info@fastaudio.com
Internet www.fastaudio.com
Internet www.francktchang.com

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Mittwoch, 06 Juni 2012 02:00

T.H.E Show at Newport Beach, Teil 3

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Alle Jahre wieder… so oder so ähnlich geht die Redewendung. Dieses Jahr war es eben das zweite Mal, dass die T.H.E. Newport Show in Newport Beach, Kalifornien stattfand. Angesichts des riesigen Erfolges vom letzten Jahr – circa 5000 Besucher – war also die Messlatte recht hoch gelegt. Ich gehe ich davon aus, dass es diesmal mindesten ebenso viele waren wie im letzten Jahr, obgleich die Show heuer auf zwei Hotels ausgeweitet wurde, um eine bessere und gemütlichere Atmosphäre zu schaffen.
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Gemütlich war die Show auf jeden Fall, ich bekam eigentlich nie das typische Show-Gefühl,  wenn – Sie kenne es ja sicherlich selbst – viel zu viele Leute in einem Raum stehen. Dafür gab es eben Musik pur. Im Gegensatz zur High End in München sind die Räumlichkeiten hier eher klein geraten, typische Hotelzimmer eben. Als Folge ist der Klang meist mehr oder minder ok, aber nicht unbedingt phantastisch. Dennoch gibt es immer wieder Demos, die wesentlich besser sind als die Norm. 

Eine davon konnte man im Raum von Arian Jansen erleben, der große Elektrostaten und OTLäVerstärker samt Vorverstärker auffuhr: komplette Eigenentwicklung namens Sonorus. Das besondere Etwas an dieser Kette aber war, dass Arian gleich drei(!) neuentwickelte Tonbandmaschinen, die auf der ReVox PR-99 basierten, als Tonquelle verwendete. Von wegen Analoge Plattenspieler: Tonbandmaschinen sind der letzte Schrei hier in Amerika!  Klanglich war dies wahrscheinlich eine der besten Demos, die ich auf der Show zu hören bekam: Neutral, dynamisch, extrem breitbandig und voller Charakter, da war eben richtig viel zu hören.  Das einzige Manko an der Geschichte ist eben, dass die Software schwer erhältlich ist und wenn, dann recht teuer kommt. Tape Project verlangt circa 500 Dollar pro Titel, und das ist kein Pappenstiel.

Ein ähnliches Aha-Erlebnis wie bei Sonorus hatte ich auch beim Sound der Audeze-Kopfhörern. Dabei muss ich sagen, dass ich eigentlich kaum der Typ für portables Hifi  bin: Kopfhörer haben mich nie so richtig fasziniert – ausser vielleicht meine In-Ear-Monitors von JH Audio (JH-13), die ich viel auf Flugreise verwende. Meiner Meinung nach sind die meisten Kopfhörer viel zu höhenlastig und auch kaum in der Lage, eine Klangquelle richtig in den Raum zu stellen. Die Audeze LCD-2 für knapp 1000 Dollar leisten sich diese Schwächen nicht. Sie klingen – eine ordentliche Quelle und Verstärkung wie beispielsweise Schiit Audio vorausgesetzt – absolut natürlich: von Höhenlastigkeit keine Spur. Bei Orchesterwerken agieren die Musiker auf einer imaginären Bühne, man bekommt wirklich ein Gefühl vom Aufnahmeraum. Meiner Meinung nach dürfte der von Audeze selbst entwickelte und gefertigte planar-magnetostatische Treiber der Grund für diesen Sound sein, der mich wirklich begeistert hat.

Dass die Jungs von TAD (Pionier), Luxman, Vivid, DarTZeel und Evolution Acoustics immer wieder einen Supersound auf Shows hinbekommen, ist schon fast eine Selbstverständlichkeit. Dennoch begeistert mich immer wieder, wie gut diese Demos wirklich sind. Wenn Sie einen guten Sound auf Shows suchen, dürfen Sie bei diesen Firmen fündig werden. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Newport Show im nächsten Jahr.


 

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Dienstag, 05 Juni 2012 02:00

T.H.E Show at Newport Beach, Teil 2

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Des Show Reports zweiter Teil: Danny Kaey stellt weitere Komponenten und auch einige Persönlichkeiten der amerikanischen Hifi-Szene vor.
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Wir haben die Bilder übrigens nicht auf dem Postwege aus USA bekommen. Wie ich aber aus eigener langjähriger Erfahrung weiß, fängt bei Messen die Party oft erst an, wenn die Ausstellungsräume geschlossen sind. Da kommt man dann einfach nicht dazu, sich mit  so etwas Langweiligem wie Bilderunterschriften zu befassen. Gestern hat der Kollege Kaey dann aber doch noch Zeit gefunden.


 

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Samstag, 02 Juni 2012 02:00

T.H.E Show at Newport Beach

geschrieben von
Hierzulande fast unbemerkt haben die Veranstalter von T.H.E. Show, einer Hotel-Parallel-Messe zur CES in Las Vegas, ihre Aktivitäten verstärkt: Nun gibt es im Laufe des Jahres auch eine Kooperation mit der New York Audio und AV Show und eine eigene Veranstaltung in Newport Beach – für den Kollegen Danny Kaey fast ein Heimspiel.
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Auch wenn T.H.E. Show für „The Home Entertainment Show‟ steht, liegt der Schwerpunkt seit langem auf zweikanaligem Audio. In The Absloute Sound schrieb Kollege Harry Pearson daher: „The Only True High-End Audio shows are T.H.E. Show and Rocky Mountain‟. Nun ist es also wieder einmal so weit. Von Freitag, den 1., bis Sonntag, den 3.Juni, öffnet T.H.E Show ihre Tore in Newport Beach. Da Danny Kaey in dieser Gegend zuhause ist, konnten ihn Strand und Sonne in Kalifornien nicht von den Sehenswürdigkeiten der Messe ablenken. Hier seine ersten Eindrücke. Weitere sollen folgen.


 

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Anders als beim ersten Konzert – und Statement – mit Engelbert Wrobel waren meine Erwartungen an den Multiintrumentalisten und Entertainer diesmal ausgesprochen hoch. Und dennoch hat er sie zusammen mit seinen transatlantischen Quartett übertroffen.


Engelbert Wrobel ist in vielen verschiedenen Besetzungen zuhause. Eine der interessantesten dürfte das schlagzeuglose Transatlantik Jazz Swingtet sein, in dem er mit der hin und wieder auch singenden Bassistin Nicki Parrot, dem ebenfalls vokal aktiven Gitarristen und Banjo-Spieler Eddie Erickson und dem Pianisten Chris Hopkins musiziert. Die stilistische Ausrichtung der vier, die das Publikum des Birdland vom ersten Stück total im Griff hatten, beschrieb Tobias Böcker in seiner Rezension des Konzertes:

Ein starkes Quartett, dessen Mitglieder im Laufe des Abends aber auch mal im Trio, im Duo oder solistisch aktiv wurden
Ein starkes Quartett, dessen Mitglieder im Laufe des Abends aber auch mal im Trio, im Duo oder solistisch aktiv wurden

 

 

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Transatlantic Jazz Swingtet


Für feinsten Swing der reinen Lehre stand im Neuburger Birdland das Transatlantic Jazz Swingtet. Inmitten der Bigbands jener Zeit, als der Jazz noch in mondänen Clubs und glitzernden Ballsälen gespielt wurde und sich ungebrochener Beliebtheit erfreute, entstanden immer auch kleinere Formationen, die nach und neben den großen offiziellen Terminen in kleinen Clubs und im kleinen Kreis ihrer Spielfreude freien Lauf ließen. Später entstand daraus der Bebop, eine heiß kochende Jazz-Essenz, die den Beginn der Moderne einläutete.

Doch gemach, Chris Hopkins am Piano, Nicki Parrot am Bass, Eddie Erickson an Gitarre und Banjo sowie Engelbert Wrobel an Saxophon und Klarinette stehen bekanntermaßen für gepflegten Swing, überaus unterhaltsam, virtuos, spritzig, witzig und so elegant wie die Schuhspitzen von Fred Astaire.

„Seven Come Eleven“ von Benny Goodman zum Beispiel. ist ein Stück des kleinen Formats, in dem seinerzeit Charlie Christian und der King of Swing sich so virtuos die Bälle zuspielten wie heute Engelbert Wrobel und Eddie Erickson. „Egyptian Fantasy“ von Sidney Bechet steht für die Inspiration, die der Jazz seit jeher bis in die postmoderne Weltmusik hinein aus der Faszination des Exotischen bezog, nicht zuletzt aus der Reflexion seiner afrikanischen Wurzeln. Ellingtons „Pitter Panther Patter“ featured mit Chris Hopkins am Piano und Nicki Parrot am Bass eines jener Duette, in denen der Duke und Jimmy Blanton seinerzeit die Emanzipation des Kontrabasses vom Begleit- zum eigenständigen Soloinstrument einleiteten.

Von wegen rückwärtsgewandt: Wer hinzuhören versteht, kann in der Quelle den Strom erahnen, sieht lebendig und frisch hervorsprudeln, was später hurtig über Turbulenzen springt, sich in Seitenarme verzweigt und lebendig weiterfließt bis in unsere Tage.

Dr. Tobias Böcker


Der Bandleader und die singende Bassistin faszinierten das Publikum mit einen intensiven Duett
Der Bandleader und die singende Bassistin faszinierten das Publikum mit einen intensiven Duett

 

Zwar ist die Rückkehr meines Neumann SM 69 Stereomikrofons von Andreas Grosser aus Berlin schon angekündigt, aber seit den Erfahrungen mit der Jecklin-Scheibe und zwei Neumann-Gefell Kugelmikrofonen bei den Statements neunzehn und zwanzig, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das Neumann für die Akustik des Birdland wirklich die erste Wahl ist. Aber diesmal brauchte ich diese Frage mangels SM 69 noch nicht zu beantworten. Wie gewohnt kamen zum Hauptmikrofon noch das Earthworks PianoMic für den Flügel und das MBHO 603 A / KA 200 N für den Kontrabass hinzu. Bei dieser bewährten Mikrofonierung konnte ich mich voll auf die diesmal zur Verfügung stehenden Aufnahmegeräte konzentrieren. Das war einmal wie üblich eine mit 192 Kilohertz arbeitende Nagra LB, die diesmal aber nicht aus dem Mischpult angesteuert wurde, sondern, da mehr als ein Signal benötigt wurde, über einen 1-auf-4-Verteiler von ANT.

Eddie Erickson brillierte auch als Entertainer und mit einem Solo-Banjo-Medley
Eddie Erickson brillierte auch als Entertainer und mit einem Solo-Banjo-Medley

Ein zweites Analog-Signal gelangte auf den EMM Labs ADC Mk IV. Das von diesem bereitgestellte DSD-Signal wurde dann mit dem Tascam DV-RA1000HD aufgezeichet. Da es wie im zweiten Artikel über DSD beschrieben außer mit dem extrem kostspieligen Sonoma System nicht möglich ist, DSD-Files im 1Bit-Modus zu bearbeiten, habe ich auch das mit der Nagra aufgezeichnete Musik-File in der Lautstärke belassen, wie es während des Konzertes aufgenommen wurde: Unkomprimiert, nicht limitiert und mit ein wenig Headroom. Beide Versionen sind also etwas was leiser, als es sonst bei einer Annäherung an die digitale Aussteuerungsgrenze üblich ist. Während bei der Hochbit-Version der Beginn des Stückes als Startpunkt gewählt wurde, gibt es beim völlig unbearbeiteten DSD-File ein wenig mehr Vorlauf. Hier wollte ich bei der Aufnahme lieber auf auf Nummer sicher gehen, um den Anfang des Stückes nicht zu verpassen. Die erste CD-Variante wurde wie bei fast allen bisherigen Downloads auch mit dem in soundBlade integrierten Sample-Rate-Converter erstellt, die zweite mit KORGs AudioGate aus dem DSD-File. Es gibt also eine Menge zu vergleichen.

Beim Duet in bester Ellington-Blanton-Tradition übernahm Chris Hopkins die Rolle des Duke
Beim Duet in bester Ellington-Blanton-Tradition übernahm Chris Hopkins die Rolle des Duke

 

Allerdings muss man berücksichtigen, dass etwaige klangliche Vorteile der DSD-Version nicht allein dem Format zu verdanken sind. Der Tascam wurde mit Daten aus bekannt guten EMM Labs-Wandler gespeist, die Nagra musste mit ihren eingebauten Wandlern vorlieb nehmen. Ich hatte mich aber für den Einsatz des EMM Labs entschieden, da ich einfach einmal wissen wolle, welche Qualität mit DSD zu erreichen ist.

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Transatlantic Jazz Swingtet
When It‘s Sleepy Time Down South
16 bit / 44,1 kHz
ca. 36,9 (wav)
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Transatlantic Jazz Swingtet
When It‘s Sleepy Time Down South
24 bit / 192 kHz
ca. 240,8 mb (wav)
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Transatlantic Jazz Swingtet
When It‘s Sleepy Time Down South
2,8 MHz
ca. 156,5 mb (dff)
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Transatlantic Jazz Swingtet
When It‘s Sleepy Time Down South
16 bit / 44,1 kHz
ca. 39,2 mb (wav)


PS: Da das Transatlantic Jazz Swingtet noch keine CD in der aktuellen Besetzung aufgenommen hat, verwenden wir als Download-Buttons die Cover der CDs, auf denen alle vier in einer größeren Besetzung zu hören sind. Die Scheiben sind über www.echoesofswing.com/shop/ erhältlich

In der sogenannten Recording Box oben im Rack befinden sich die beiden 1-auf-4-Verteilerkarten, ein Peak-Meter, ein Goniometer und die notwendigen Stromversorgungen. Der Equalizer entzerrt den Frequenzgang des Kopfhörer. Die sehr handliche Nagra LB zeichnetet mit 24Bit/192Kilohertz auf, der EMM Labs-Wandler schickte sein DSD-Signal auf den Tascam-Recorder
In der sogenannten Recording Box oben im Rack befinden sich die beiden 1-auf-4-Verteilerkarten, ein Peak-Meter, ein Goniometer und die notwendigen Stromversorgungen. Der Equalizer entzerrt den Frequenzgang des Kopfhörer. Die sehr handliche Nagra LB zeichnetet mit 24Bit/192Kilohertz auf, der EMM Labs-Wandler schickte sein DSD-Signal auf den Tascam-Recorder

PPS: Immer mal wieder erreichen uns Anfragen, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen.

Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

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Schon vor der stark gestiegenen Popularität von Computer-Hifi haben Analogfans damit begonnen, ihre Vinyl-Schätze zu digitalisieren. Meist war damals ein Alesis Master-Link das Mittel der Wahl. Der Tascam DV-RA1000HD bietet nun nicht nur zeitgemäße 192kHz als Abtastrate an, sondern darüber hinaus auch noch DSD. Hifistatement lässt Sie hören, wie‘s klingt.
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Am Ende dieses Textes finden Sie nämlich je einen Song im Hochbit- und im DSD-Format zum kostenlosen Download, aufgenommen mit dem Tascam. Als Ausgangsmaterial dient hier keine Platte, sondern das Session-Tape, von dem die sommelier du son-LP Goodbye Pork Pie Hat gefertigt wurde.

Ein professioneller Auftritt: Gut ablesbares Display und beleuchtete Laufwerkstasten wie bei einer großen Bandmaschine
Ein professioneller Auftritt: Gut ablesbares Display und beleuchtete Laufwerkstasten wie bei einer großen Bandmaschine

Ganz egal, ob Sie eigene Live-Mitschnitte machen oder Ihre analogen Tonträger zukunftssicher digital archivieren möchten, der DV-RA1000HD bietet fast alles, was das Herz begehrt: Er ist ein Festplatten-Recorder mit einer 60GB-Platte und zeichnet Daten im Broadcast-Wave- und DSDIFF-Format auf. Es ist möglich, Daten von der Festplatte auf wiederbeschreibbare CDs und DVDs zu kopieren und natürlich auch in umgekehrter Richtung. Für den Datenaustausch mit dem Computer kommt man aber Dank einer USB-Schnittstelle auch ganz ohne physischen Datenträger aus. Beim Aufzeichnen oder bei der Wiedergabe stehen zwei Signalprozessoren zur Verfügung: Ein Drei-Band-Equalizer sowie ein Dynamik-Prozessor, der die Funktion eines Kompressors oder Expanders übernehmen kann und ganz nach Wunsch über das gesamte Frequenzband oder in drei Bereichen aktiv ist. Der Equalizer arbeitet intern mit einer Auflösung von 40Bit, der Dynamikprozessor mit 32Bit, aber leider nur bei Dateien bis 96kHz. Wer mit 176,4kHz, 192kHz oder gar mit DSD unterwegs ist, muss auf die Signalbearbeitung verzichten. Die Beschränkung auf 96kHz besteht auch bei den S/PDIF-Ein- und -Ausgängen. Bei den AES-EBU-Anschlüssen ist die höhere Datenrate zwar verfügbar, aber leider nur bei Verwendung von zwei Kabeln. Dies zeigt ebenso wie die maximale Abtastrate von 2,8MHz bei bei DSD, dass der DV-RA1000HD schon seit geraumer Zeit seinen festen Platz im Tascam-Progamm hat.

Was den sogenannten Master-Recorder für mich so interessant macht, ist die Verbindung von drei Fähigkeiten: Er wandelt analoge Signale in Hochbit und DSD, speichert die Daten als Songs auf der internen Festplatte und erlaubt den Zugriff auf die Platte per USB. Natürlich ist es auch möglich, mit einem A/D-Wandler, einem Computer und einem Programm wie Pure Vinyl oder Amarra Vinyl Musik zu digitalisieren und weiterzuverarbeiten. Allerdings will mir außer dem Weiss ADC2 so schnell kein A/D-Wandler einfallen, der seine Signale über Firewire oder USB ausgibt, so dass man ohne ein Interface und seine klanglichen Auswirkungen auskommt. Entscheidet man sich aber für den DV-RA1000HD, braucht man beispielsweise bei einer Live-Aufnahme nur ein bereits für die Montage in Racks oder Flightcases vorbereitetes Gerät bei sich zu haben, um von einem Hochpegelsignal zu einem per USB verfügbaren Musik-File in sehr hoher Auflösung zu gelangen.

Im Studio ist eine kabelgebundene Fernbedienung Pflicht
Im Studio ist eine kabelgebundene Fernbedienung Pflicht

Dass man bei der Benennung und Verwaltung der Songs und Projekte nicht umständlich mit Jog Dial – oder Drehrad – und Tasten hantieren muss, sondern über eine Mini-DIN-Buchse an der Frontplatte eine wohlgemerkt amerikanische Tastatur anschließen kann, erhöht den Bedienungskomfort noch weiter. Dieses Ausstattungsmerkmal macht aber auch klar, dass Tascam mit dem DV-RA1000HD zwei Zielgruppen im Blick hat: Zum einen eher konservative Hifi-Fans, die Analoges in sehr hoher Qualität auf DVD sichern und dabei vielleicht auch noch einige klangliche Korrekturen vornehmen möchte. Diese Klientel bediente früher – in geringerer Qualität – der bereits erwähnte Alesis Master-Link, der übrigens entgegen meiner damaligen Einschätzung in der Hifi-Szene weit mehr Verbreitung fand als gedacht. Zum zweiten wendet sich der DV-RA1000HD an aktive Computer-Hifi-Fans, die ihre analogen Tonträger in ihre digitale Musiksammlung integrieren möchten und auf bequeme Art zum Musik-File auf der Festplatte kommen wollen. Für diese Gruppe wäre der Korg MR-2000 eine Alternative, dessen Einfuhr die EU-Gesetzgebung aber leider verhindert – was den DV-RA1000HD hierzulande zu einem beinahe konkurrenzlosen Problemlöser macht.


Gleich nach dem Auspacken, habe ich den Tascam für eine erste Funktionskontrolle als reinen CD-Player benutzt: Erwartungsgemäß bleiben die Leistungen der integrierten D/A-Wandler ein Stückchen hinter denen des zum Vergleich herangezogenen Mytek zurück: Zwar vermag der DV-RA1000HD in punkto Bassfundament, Tonalität und Dynamik durchaus zu gefallen, aber gerade, was Feinauflösung und Raumillusion anbelangt, bekommt man mehr geboten, wenn der Mytek die vom Tascam ausgelesenen Daten wandelt. Dabei erledigt der DV-RA1000HD seinen Job als CD-Transport wirklich überzeugend, wie ein kurzer Quervergleich mit dem Wadia-Laufwerk beweist. Es lohnt sich also durchaus, den DV-RA1000HD mit einem sehr guten externen D/A-Wandler aufzuwerten.

Leider hat man nicht die Wahl, 24Bit/192kHz-Signale an nur einer AES/EBU-Buchse zu empfangen oder auszugeben. Hier sind zwei Kabel unumgänglich. Auch die S/PDIF-Buchsen führen nur Signale bis 24Bit/96kHz
Leider hat man nicht die Wahl, 24Bit/192kHz-Signale an nur einer AES/EBU-Buchse zu empfangen oder auszugeben. Hier sind zwei Kabel unumgänglich. Auch die S/PDIF-Buchsen führen nur Signale bis 24Bit/96kHz

Der DV-RA1000HD ist natürlich nicht auf bestmögliche CD-Wiedergabe hin ausgelegt, sondern in erster Linie ein Aufnahmegerät. Auch wenn ich dabei zuerst unwillkürlich an analoge Quellen denke, kopiert der Tascam selbstverständlich auch CDs auf seine Festplatte, von der man die Dateien dann bequem per USB in die Musiksammlung auf der Festplatte seines (Musik-)Computers überspielen kann. Dabei leistet er sich aber eine hochinteressante Eigenheit: Da er prinzipiell nur in 24Bit aufnimmt, wird die CD auf diesen Wert hochgerechnet. Das Kopieren einer CD auf die interne Festplatten ist also Rippen und Upsampling in einem Schritt. Ich habe dann einen meiner Lieblings-Test-Songs im Tascam auf die Festplatte kopiert, einmal mit dem im iMac integrierten Laufwerk in iTunes importiert und das ganze dann mit dem PlexWriter wiederholt. Beim Vergleichen der drei Stücke mit Amarra 2.4 über den Mytek brachte die mit dem PlexWriter gerippte Version einen Hauch mehr Feinzeichnung als die, die mit dem internen Laufwerk erstellt wurde. Die vom Tascam zusätzlich errechneten Daten führten zwar noch einmal zu einer minimal offeneren Wiedergabe und der Illusion eines um ein paar Millimeter größeren Raumes. Ob einem dieser klangliche Zugewinn aber die um den Faktor 1,5 größere Datenmenge wert ist, kann man gewiss kontrovers diskutieren. Das bequeme Rippen und Upsampling mit dem Tascam ist also eher eine nette Zugabe für experimentierfreudige Computer-Audio-Enthusiasten als der alleinige Grund zu Erwerb des DV-RA1000HD.

Sollen DSD-Daten über die BNC-Buchsen ausgetauscht werden, ist eine WordSync-Verbindung mit A/D- oder D/A-Wandler unverzichtbar
Sollen DSD-Daten über die BNC-Buchsen ausgetauscht werden, ist eine WordSync-Verbindung mit A/D- oder D/A-Wandler unverzichtbar

Das ist und bleibt natürlich die Aufnahme analoger Quellen. Deshalb habe ich zum einem einen Song eines Session-Tapes in Audio-Files gewandelt und zum anderen ein Konzert mitgeschnitten, während parallel auch die bewährte Nagra LB lief. Einen Song von Engelbert Wrobels Auftritt in Neuburg werden Sie in Kürze an dieser Stelle als Twenty-first Statement From Birdland herunterladen können, einmal in CD-Qualität, einmal als Hochbit- und einmal als DSD-Datei. Dabei dürfte das Herunterladen letzterer sogar für diejenigen interessant sein, deren Wandler keine DSD-Files abspielt. Wie im ersten Teil des Artikels über DSD von Andreas Koch ausgeführt, gilt DSD in der Studio-Szene als das ideale Format zum Archivieren von analogen Aufnahmen, da sich hieraus beliebige Hochbit-Formate erzeugen lassen. Die dazu nötige AudioGate Software können Sie, wie im zweiten Teils des DSD-Artikels beschrieben kostenlos von Korgs Homepage herunterladen. Fröhliches Experimentieren.

Dazu laden natürlich auch die beiden Dateien ein, die Sie am Ende dieses Artikels finden. Es sind digitale Kopien desselben Session-Tapes, von dem auch das an den zweiten Teil des DSD-Artikels angehängte Musik-File stammt. Während dort jedoch der EMM Labs ADC Mk IV die A/D-Wandlung übernahm, kamen hier die internen Wandler des Tascam zum Einsatz: Einmal wurde der Song in ein Hochbit-File mit 24Bit/192kHz, das andere Mal in ein DSD-File mit 2,8MHz konvertiert. Sie haben also nicht nur die Möglichkeit, die Hochbit-Version mit DSD zu vergleichen. Sie können, wie gesagt, auch die native Hochbit-Datei mit derjenigen Hochbit-Variante vergleichen, die sich mit Korgs AudioGate aus der DSD-Datei erzeugen lässt. Zudem bietet sich ein Vergleich der beiden DSD-Dateien an – direkt oder mit dem Umweg der Konvertierung in Hochbit –, um die Qualität der in den Tascam integrieren D/A-Wandler einschätzen zu können.


Kurze Signalwege: Die Signalplatine mit den direkt darauf verlöteten Buchsen sitzt direkt hinter der Rückwand, das Netzteil liegt hinter der Frontplatte
Kurze Signalwege: Die Signalplatine mit den direkt darauf verlöteten Buchsen sitzt direkt hinter der Rückwand, das Netzteil liegt hinter der Frontplatte

Da es sich meiner Erfahrung nach dabei eher um marginale Unterschiede handelt, möchte ich Sie weder mit meiner Einschätzung in Ihrem Urteil beeinflussen, noch denjenigen, die beispielsweise nicht über 24Bit/192kHz-fähige Wandler für eigene Experimente verfügen, eine Aussage schuldig bleiben. Deswegen finden Sie meine Eindrücke erst auf der kommenden Seite.

STATEMENT

Der Tascam vermag klanglich voll zu überzeugen – wenn auch ein sehr guter externer Wandler noch ein wenig mehr zu leisten imstande ist – und verfügt über fast alles, was man sich für digitale Aufnahmeaktivitäten wünschen kann. Zudem bietet er – von mobilen Spielzeugen einmal abgesehen – als einziges mir bekanntes Gerät die Möglichkeit, Signale in DSD-Dateien zu wandeln und aufzuzeichnen. Das macht ihn momentan zum interessantesten Digital-Recorder überhaupt.
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Charlie Mariano & Dieter Ilg
Goodbye Pork Pie Hat
24 bit / 192 kHz
ca. 482,2 mb (wav)
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Charlie Mariano & Dieter Ilg
Goodbye Pork Pie Hat
1 bit / 2,8 MHz
ca. 295,8 mb (wav)

 

GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
Digital-Recorder Nagra LB
D/A-Wandler Prototyp, Mytek Digital
A/D-Wandler EMM Labs ADC IV Mk
CD-Laufwerk Wadia WT3200
Audioplayer Amarra 2.4
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Coffee (USB), AudioQuest Eagle Eye (BNC), Audioplan Powercord S
Zubehör PS Audio Power Plant P5, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
Tascam DV-RA1000HD
Analoge Audio-Eingänge 1 x Cinch, 1 x XLR
Analoge Audio-Ausgänge 1 x Cinch, 1 x XLR
Digitale Audio-Eingänge 1 x S/PDIF (bis 96 kHz)
2 x AES/EBU (bis 192 kHz)
2 x BNC (S/PDIF, DSD-Raw)
Digitale Audio-Ausgänge 1 x S/PDIF (bis 96 kHz)
2 x AES/EBU (bis 192 kHz)
2 x BNC (S/PDIF3, DSD-Raw)
WordClock BNC WordClock In, Out und Thru
Sonstige Schnittstellen USB 2.0 Type B, Keyboard In Mini-DIN, RS-232C Control I/O, Kopfhörerbuchse 6,3mm Klinke, Fernbedienung 2,5mm Miniklinke
Abmessungen (B/H/T) 49/10/36 cm
Gewicht 6,8 kg
Preis 2400 Euro

 

VERTRIEB
Tascam - Teac Professional
Anschrift Teac Europe GmbH
Bahnstraße 12
65205 Wiesbaden
Telefon 0611 71580
E-Mail tascam-sales@teac.de
Internet www.tascam-europe.com

Tascam ist der professionelle Ableger von Teac. Kein Wunder also, dass der DV-RA1000HD über ein hochwertiges Teac-Laufwerk verfügt und sich als hervorragend klingender Datenlieferant profilieren kann
Tascam ist der professionelle Ableger von Teac. Kein Wunder also, dass der DV-RA1000HD über ein hochwertiges Teac-Laufwerk verfügt und sich als hervorragend klingender Datenlieferant profilieren kann

Wie bereits angedeutet, sind die klanglichen Unterschiede zwischen der Hochbit- und der DSD-Datei, die ich über den in den Tascam integrierten D/A-Wander beurteilt habe, da die mir zur Verfügung stehenden DACs keine AES/EBU-Eingänge für den Signaltransport über zwei Kabel haben, nicht gerade riesig. Dennoch ist für mich die Entscheidung klar: Über DSD wird Goodbye Pork Pie Hat noch ein wenig fließender und mit einer noch atmosphärischeren Raumanmutung wiedergegeben. Dagegen wirkt die Wiedergabe der Hochbit-Datei weniger geschmeidig und einen Hauch technischer. Zudem ist die DSD-Datei signifikant kleiner. Weitere Aufschlüsse wird der Vergleich der beiden Formate mit Songs bringen, die im Birdland aufgenommen wurden und in ein paar Tagen an dieser Stelle zum kostenlosen Download bereitstehen werden.

Die obere Platine ist abgesehen von den Buchsen für die DSD-Signale für die analoge Signalverarbeitung zuständig
Die obere Platine ist abgesehen von den Buchsen für die DSD-Signale für die analoge Signalverarbeitung zuständig

 

Weitere Informationen

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Montag, 21 Mai 2012 02:00

Guru QM 10 / II

geschrieben von
Schwedische Kleinlautsprecher für wandnahe Aufstellung mit dem Outfit von überdimensionierten Apple-PC-Boxen, die in Konkurrenz zu ausgewachsenen Männerboxen treten wollen? Na klar, und die Kinder bringt der Papst! Schwedisch stimmt, mit dem Computerhersteller haben sie nicht zu tun, und den Vergleich mit den Großboxen müssen sie auch nicht scheuen.
teaser


Die QM 10 / II der schwedischen Marke Guru liefen mir das erste Mal über den Weg bei den Norddeutschen Hifi-Tagen 2011, als mein erster Blick auf zwei relativ große Zwei-Wege-Säulen fiel, die fetten Tiefbass absonderten. Daneben standen kleine kastenförmige Lifestyle-Böxchen, denen man die Chassis auf der falschen Seite verkehrt herum eingebaut hatte. Niedlich! Als der Vorführer dann mal lauter machte und bei den schmucken Zierlautsprechern plötzlich jeweils eine kleine LED anfing zu zucken, bemerkte ich den Irrtum und hielt erst mal die Klappe, da ich mit fortschreitendem Alter auch in Momenten größten Erstaunens darauf achte, nicht mit offenem Mund dazustehen.

Guru Pro Audio ist im malerischen Uppsala circa 60 Kilometer nördlich von Stockholm beheimatet und nimmt für sich in Anspruch, mit den QM 10 / II  für 1990,00 Euro den kleinsten und günstigsten richtigen Fullrange-Lautsprecher dieses Planeten zu fertigen. Erst seit 2007 produziert die Firma Lautsprecher, die aus Forschungsprojekten über das menschliche Hören über Einzelanfertigungen für professionelles Abmischen in der QM 60 mündeten. Die QM 10 / II (QM steht übrigens für Quality Manager und nimmt damit direkt Bezug auf den professionellen Hintergrund) ist die letzte Inkarnation dieser Reihe.

BREITER ALS HOCH UND TIEF. DURCH DIE UNKONVENTIONELLE ANORDNUNG DER CHASSIS WIRD AUF MÖGLICHE MEMBRANFLÄCHE VERZICHTET
BREITER ALS HOCH UND TIEF. DURCH DIE UNKONVENTIONELLE ANORDNUNG DER CHASSIS WIRD AUF MÖGLICHE MEMBRANFLÄCHE VERZICHTET

Anderthalb Jahre später liegen zwei Kartons in meinem an sich nicht mehr vorhandenen Hörraum – neuerlicher Nachwuchs hat jede Raumordnung im Haushalt gekippt. In dem einen befindet sich ein Pärchen QM 10 / II, in dem anderen ein Paar Lautsprecherständer von Atacama Audio, das speziell für die Guru konzipiert ist, mit Aufnahmen in der Stellplatte für die vier Füße der QM 10 versehen ist und überschaubare 249,00 Euro pro Paar kostet.

Zieht man die in einem hübschen Extrakarton befindlichen, in weißem Hochglanzlack (es gibt sie auch in schwarz und rot) gehaltenen Lautsprecher ans Licht, kommen einem spontan Assoziationen wie „stylish“, „zeitgeistig“, „goldig“, „originell“ in den Sinn, aber niemals Full-Range! Das Klettband, das die Verpackung für die Abdeckungen verschließt, verkündet „Welcome to the Guru world“, die man jetzt wohl betritt – ich bin gespannt.

SPIKES PASSEN NICHT IN DIE PHILOSOPHIE DER SCHWEDEN: DIE WEICHEN FÜßE DER QM 10 / II PASSEN PERFEKT IN DIE GURU-STANDS
SPIKES PASSEN NICHT IN DIE PHILOSOPHIE DER SCHWEDEN: DIE WEICHEN FÜßE DER QM 10 / II PASSEN PERFEKT IN DIE GURU-STANDS

Die Lautsprecher sind sauber verarbeitet, die Oberseite in hellem Grau abgesetzt. Die Füße sind aus Moosgummi und hören auf den Namen Guru Anodyne Pad. Der Kopf und Entwickler hinter Guru, Ingvar Öhmann, lehnt Spikes und jede Form der Ableitung von Energie ab und steht damit inzwischen wohl so ziemlich allein da. Laut Manual soll auch nur auf die Stellhöhe geachtet werden (60 Zentimeter), der Untergrund ist nicht weiter spezifiziert, sogar ein Brett vor der Wand soll reichen. Immerhin muss man sich nicht den Kopf über den Anschluss der Kabel zerbrechen, diese finden ausschließlich Kontakt über die auf der Rückseite eingelassenen Bananenbuchsen. Das Gehäuse ist aus MDF, die obere Platte und die Chassisumrandung aus Aluminium. Über die Chassis ist nicht viel herauszubekommen. Die Membran des 102 Millimeter großen Konus-Tieftöners sieht nach einem Geflecht aus und besteht aus einer nicht näher spezifizierten Mineralfaser, die 20 Millimeter-Gewebekalotte verfügt über eine breite Aufhängung. Beide Chassis machen nicht den Eindruck von High-Tech, müssen sie ja auch nicht. Ausbauen dürfen wir sie nicht, sie sollen dabei irreparablen Schaden nehmen. Na gut, dann eben nicht.


Die technischen Daten helfen einem auch nicht wirklich weiter. Die Übergangsfrequenz zwischen Hoch- und Tieftöner liegt laut Datenblatt zwischen 2 und 7 Kilohertz, im Raum (in jedem?) sollen die Böxchen 30 Hertz abliefern. Aha!

Widmen wir uns also lieber dem praktischen Teil. Die Ständer sind schnell montiert und machen einen sehr guten und stabilen Eindruck. Um Kontakt mit dem Fußboden aufzunehmen, können wahlweise Spikes montiert oder Gummifüßchen geklebt werden - hier kann schon mal nichts schief gehen.

NICHT WIRKLICH VARIABEL, DAFÜR GIBT ES EINEN BILDSCHÖNEN, AUFGERÄUMTEN RÜCKEN ZU BESTAUNEN: DIE BUCHSEN ZUR AUFNAHME VON BANANENSTECKERN SIND IN DAS GEHÄUSE EINGELASSEN
NICHT WIRKLICH VARIABEL, DAFÜR GIBT ES EINEN BILDSCHÖNEN, AUFGERÄUMTEN RÜCKEN ZU BESTAUNEN: DIE BUCHSEN ZUR AUFNAHME VON BANANENSTECKERN SIND IN DAS GEHÄUSE EINGELASSEN

Bei der Aufstellung wird es dann aber knifflig. Die Lautsprecher sind für den Gebrauch direkt vor einer Wand, die mit als Abstrahlfläche und damit Multiplikator genutzt wird, konzipiert. Den Winkel nach innen bestimmt dann die Länge der verwendeten Bananenstecker. Also einfach vor die Wand stellen und gut ist. Aber vor welche Wand? Als zumindest ansatzweise bewusster Hörer hat man schon vor Ewigkeiten darauf geachtet, dass im Hörraum die Akustik mit allerlei Dingen vor den Wänden und in den Ecken entschärft wird. Auch in den Regalen keine einheitlichen Flächen, sondern schön verschiedene Oberflächen, die unterschiedlich tief in den Fächern versenkt sind, damit sich der Indirektschall auch hübsch ungleichmäßig bricht und dem Signal nicht mehr so viel beimengt. Der erste Versuch befördert den einen Lautsprecher auf der linken Seite dicht an die Raumecke rechts neben eine Flügeltür. Die Basisbreite ist so sehr eingeschränkt, dafür kann man empfindliche Naturen in der dem linken Lautsprecher gegenüber liegenden Zimmerecke ob der Basswellen, die sich da ansammeln, sich an den Solarplexus fassen sehen – das kann so nicht im Sinne des Erfinders sein. Also den Raum umgeräumt und die QM 10 auf die lange Seite verfrachtet, wo sie genug Abstand von den Zimmerecken und eine Stereobreite von 2,5 Meter in einem 26 Quadratmeter Raum haben. Der ideale Hörabstand beträgt laut Guru bei einer Stereobreite von 1 Meter = 1,2 Metern, was in der Praxis auch gut hinkommt. Zum Ausrechnen anderer Aufstellungen möge sich jeder Interessierte das Verhältnis selbst ausrechnen.

Bevor ich nun zum Hörtest komme, der Hinweis, dass ich versucht habe, den Klang nicht nur im Zusammenhang mit der Größe der Lautsprecher, sondern absolut zu sehen, was in Anbetracht der Eigenschaften nicht immer so ganz einfach war.

Zum Beginn des Hörtests macht sich erst mal etwas Ernüchterung breit. Viel qualliger Bass, etwas unterbelichtet in den oberen Lagen. Nicht schlecht, aber gemessen an dem bereits woanders Gehörten dann doch ein bisschen wenig. Das Manual weiß Rat. Man soll hübsche Vorhänge kaufen und diese auf der Lautsprecherwand am besten bodenlang von Wand zu Wand aufhängen, ganz viele Plüschflächen (1/8 der gesamten Flächen) im Zimmer haben, idealerweise einen Kaffeetisch im Stereodreieck und Bilder an den Wänden, so wird es richtig gut...

Ganz so krass ist es in der Praxis dann doch nicht, aber es lohnt sich durchaus, den einen oder anderen Rat zumindest teilweise zu beherzigen, sonst verschenkt man viel Potential dieser faszinierenden Lautsprecher. In meinem Fall zwei kleine Quadrate Stoff hinter den Lautsprechern und eine Dämpfung dazwischen in Form eines Futons auf einem niedrigen Gestell. Je nach gewünschtem Höhenpegel mit oder ohne Decken. Zu weit von der Wand abgerückt werden sollten sie nicht, schließlich ist die hilfreiche Hand der zusätzlich abstrahlenden Fläche mit in die Abstimmung der Weiche eingeflossen. Derart aus- beziehungsweise eingerichtet konnte es endlich in den Hörtest gehen und eins vorweg, der Aufwand hat sich absolut gelohnt.

VOR DIE WAND GESTELLT, VERSCHWINDEN DIE STELLFLÄCHEN DER LAUTSPRECHER OPTISCH VÖLLIG. SEHR HARMONISCHE KOMBINATION VON STÄNDERN UND LAUTSPRECHERN
VOR DIE WAND GESTELLT, VERSCHWINDEN DIE STELLFLÄCHEN DER LAUTSPRECHER OPTISCH VÖLLIG. SEHR HARMONISCHE KOMBINATION VON STÄNDERN UND LAUTSPRECHERN

 

Das erste, leise Reinhören ist erst mal sehr unspektakulär. Gewöhnen muss man sich vor allem optisch an die kaum noch gewohnte wandnahe Aufstellung. Was als erstes auffällt, ist der Bass. Tief, machtvoll und mit viel Druck. Zuerst denkt man sich, dass das bei der Größe doch absolut unmöglich ist. Etwas später kommt man zum Schluss, den Bass nicht mehr in der Relation zur Größe zu sehen, sondern insgesamt sehr beeindruckend zu finden. Man kann der Versuchung kaum widerstehen, die QM 10 / II mit fiesen, elektronischen Bassattacken von Massive Attack, Björk, Radiohead, Underworld oder K&D zu füttern und darauf zu warten, dass sie einknicken. Eine Kinderei, werden Sie sagen, aber die wollen ja Fullrange sein. Sind sie auch. Völlig unangestrengt und locker treten die Kleinen bei Bedarf auf den Hörer ein, nageln ihn in den Sessel und schieben gleichzeitig Basswellen über den Fußboden auf einen zu. Trotz der Lautstärke lassen sich E-Bassläufe hervorragend von anderen Tieftonanteilen unterscheiden. Gezupfter Kontrabass bei Jazz ist jederzeit in Volumen, Schwingung und Melodie klar vom Rest des Geschehens zu unterscheiden beziehungsweise steht als ganzes Instrument im Raum. Derartiges habe ich mit Lautsprechern dieser Preisklasse noch nicht erlebt. Der Versuch, die Lautsprecher zum Blinken mit ihren Not-LEDs zu überreden, führt zum Erscheinen meiner Frau, die meint, dass unsere Nachbarn bestimmt gleich die staatliche Ordnungsmacht rufen würden und damit nicht so ganz unrecht hätten.

Dabei bleibt der Bassbereich stets auf der verbindlichen Seite. Ganz harte Impulse werden etwas aufgeweicht, der allerletzte Punch fehlt. Trotzdem ist all dies eben nicht nur in Anbetracht des Preises und der Größe absolut bemerkenswert. Dass der Tiefton unter Zuhilfenahme der Wand – die einem manchmal fast leid tun kann, bei den Mengen an Bass, die sie schieben muss -  generiert wird, ist klar, aber das so kontrolliert hinzukriegen ist eine Kunst für sich. Und auch diese Erklärung lässt einen beim Anblick des kleinen Gehäuses und Tieftöners, wenn auch mit Bassreflexunterstützung, etwas ratlos zurück. Denn dies ist in Anbetracht der Größe des Lautsprechers unglaublich und physikalisch an sich auch nicht möglich. Dass hier viel mit psychoakustischen Effekten gearbeitet wird, merkt man spätestens dann, wenn man aus dem bassgefluteten Raum geht und die Tür hinter sich schließt. Der Bass ist weg, wo man doch erwartet hätte, dass die Tür heftig mitschwingt. Derartige Tieftonpegel mit meinen alten Rogers-Monitoren lassen die Scheiben samt Fensterflügel flattern. Wie der Effekt bei der Guru technisch realisiert ist, lässt sich in einem kurzen Test nicht klären. Ist aber auch egal, so lange es so gut funktioniert und gleichzeitig die Nerven der Mitbewohner und Nachbarn schont.

Nun besteht Musik ja nicht nur aus Bass. Zwar liefert dieser das Fundament, doch all das bringt für sich nichts, wenn mittlere und hohe Bereiche hinterher hinken. Das tun sie bei der Guru zum Glück nicht. Die Mitten schließen sich völlig bruchlos an den Tiefton an und sind absolut delikat. Offen, ohne analytisch, feinzeichnend, ohne sezierend und angenehm, ohne weich zu sein. Das räumliche Abbildungsvermögen ist insofern bemerkenswert, dass sich immer ein gewisses Gefühl des Dabeiseins mit gewisser Distanz einstellt. Abstände zwischen den Instrumenten bleiben fein gewahrt, der Raum dazwischen ist schwarz. Die Abmessungen der räumlichen Höhe, Tiefe und Breite - bei Bedarf auch über die Grenzen der Lautsprecher hinaus – immer nachvollziehbar und auf faszinierende Weise richtig. Details und Feininformationen sind in Hülle und Fülle  vorhanden, werden aber nicht mit dem Seziermesser aus dem Geschehen rausgeschält, sondern so nebenbei aus dem Ärmel geschüttelt. Hatte man diesen umkippenden Mikrofonständer in der Jazzaufnahme wirklich vorher schon mal gehört?

DER KONVENTIONELLE TIEFTÖNER LIEFERT AUCH KEINE ERKLÄRUNG FÜR DIE AUSSERGEWÖHNLICHE BASSPERFORMANCE DER GURU
DER KONVENTIONELLE TIEFTÖNER LIEFERT AUCH KEINE ERKLÄRUNG FÜR DIE AUSSERGEWÖHNLICHE BASSPERFORMANCE DER GURU

Ein weiteres Sahnestück der QM 10 / II ist die von vielen Herstellern immer wieder gern für sich in Anspruch genommene Zeitrichtigkeit. Ob nun kleine Jazzbesetzung oder großes Sinfonieorchester, alle Beteiligten spielen auf den Punkt miteinander, jeder Ton scheint den nächsten zu bedingen – man kann es auch Swing oder Groove nennen. Das Schöne dabei ist die völlige Homogenität und die Abwesenheit irgendeiner Betonung, die einen Bereich besonders in den Vordergrund stellt und so Geschwindigkeit „produziert“. Manchmal muss man sich ein wenig umgewöhnen: Das ausgeprägte Rhythmusgespür gepaart mit der Klarheit im Bass eröffnen manchmal neue Ein- und Ausblicke auf das musikalische Geschehen, zig-mal Gehörtes ertönt vielleicht nicht neu, aber mit geänderter Textur. Dabei gehen die Guru ausgeprägt neutral und sehr sauber zu Werke. Dadurch entdeckt man manchmal bisher nicht wahrgenommene Unsauberkeiten, die man in einigen Aufnahmen gar nicht vermutet hätte. Bevor diese Entdeckung in Frust umschlagen kann, verfolgt man dann plötzlich ganz angeregt diesen speziellen Basslauf, der sich so beiläufig und unvermutet von den begleitenden Toms etabliert und völlig verständlich an eigener räumlicher Position mit seiner Melodie vor sich hin läuft. Das macht die Kleinen zu einer fesselnden Angelegenheit, und ich habe mich dabei ertappt, die gerade zum Test verwendete CD oder LP nach dem eigentlichen Teststück einfach weiter bis zum Ende gehört zu haben. Dass die schwedischen Entwickler die Wichtigkeit von Dynamik richtig einschätzen, macht die Sache nur noch besser. Sowohl fein- als auch grobdynamisch leisten die QM 10 / II Großartiges.  All dies spielt sich auf einer Linie zwischen und hinter den Lautsprechern ab, offensiv auf den Hörer geht die Guru nicht zu.

Stimmen stehen definiert im Raum und fügen sich harmonisch, klar und sauber in den Gesamtklang mit ein. Bei gehobener Lautstärke gibt es ein manchmal ein wenig viel Druck in den oberen Mittellagen, wogegen die allerhöchsten Nuancen etwas abfallen. Aber hier hilft auf lange Sicht bestimmt ein Griff in die Trick- beziehungsweise Stoffkiste.

Der Hochtonbereich schlägt dabei niemals über die Stränge oder drängelt sich ungebührlich in den Vordergrund. Eher sanft schimmernd, als funkelnd gleißend können die Guru nicht wirklich böse oder aggressiv sein. Aber für Leute, die richtig Pegel fahren, es knallen und fetzen lassen möchten, sind die Kleinen sowieso nichts.


Die Abhörlautstärke pendelt sich automatisch in einem Bereich zwischen fast Zimmerlautstärke und ordentlich (aber nicht zu) laut ein. Darunter wird die Wiedergabe etwas unklar, darüber ist im Verhältnis einfach zu viel Bass da. Auch die Abbildungsgröße variiert mit der Lautstärke. Im angesprochenen Bereich genau richtig, darunter kleiner, darüber gegenüber dem Bass auch irgendwie. Das erinnert an Monitorlautsprecher, die in einem bestimmten Bereich am besten klingen, wie zum Beispiel die Monitor 30 von Harbeth. Zum Glück ist der Bereich bei der Guru QM 10 / II weit gefasst und sollte in der Praxis an sich immer irgendwie passen.

DIE WEICHE DER GURU QM 10 / II: FÜR DEN WANDNAHEN BETRIEB OPTIMIERT. OBEN LINKS DIE SCHALTUNG FÜR DIE ÜBERLASTANZEIGE
DIE WEICHE DER GURU QM 10 / II: FÜR DEN WANDNAHEN BETRIEB OPTIMIERT. OBEN LINKS DIE SCHALTUNG FÜR DIE ÜBERLASTANZEIGE

Stichwort Elektronik. Eigentlich ist es fast egal, was man vor die QM 10 / II hängt, die klingen immer. Natürlich ist es das nicht und die Guru kein limitierendes Element beim Durchreichen der Charakteristik unterschiedlicher Elektronik. An der Musikalität, dem Auf- Den-Punkt-Spielen ändert sich erfreulicherweise nichts. Nur, hat jemand einen kleinen Verstärker und nicht genug Geld für ein komplettes Upgrade, möge er sich die Guru ruhig mal an seiner „kleinen“ Elektronik anhören.

STATEMENT

Anders, toll, cool! In der Preisklasse ein absolutes Individuum mit dem gewissen Etwas. Wer sie stellen kann und sich ein wenig Mühe gibt, kriegt für das Geld keinen basskräftigeren, aber auch keinen so schön und natürlich auf den Punkt spielenden Lautsprecher.  Dass sie dabei auch noch hübsch aussehen und wenig Platz wegnehmen, ist sicher kein Nachteil.
GEHÖRT MIT
Plattenspieler TW-Acustic Raven .5
Tonarme Rega RB 700
Phonopre stst Agmen Phono
Systeme Audio Technica AT-7V, Dynavector DV20X/II
CD-Spieler Denon DCD-1290
Wandler Heed Dactilus 2
Verstärker Unison Unico Primo, NAD 302, Mission Cyrus Two + PSX
Lautsprecher Rogers Studio1
Kabel TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach

 

HERSTELLERANGABEN
Guru QM 10 / II
Frequenzgang im Raum 30 Hz – 30 kHz
Wirkungsgrad 87 dB (2,83 V, 1m)
Imdedanz 5Ω (min 4Ω). Nennimpedanz: 8Ω
Übergangsfrequenz 2 – 7 kHz
Verstärkerleistung 5 W – 150 W
Kurzeitbelastbarkeit >300 HZ    >160 W
Gehäusetyp Helmholtz Resonator
Gehäusematerial MDF/Aluminium
Chassis Höchtöner 1 x 20,5 mm Gewebekalotte, Tieftöner 1 x 102 mm Mineralfasermembran
Hörabstand 1 – 4 m
Abmessungen (BxTxH) 300 x 252 x 232 mm
Nettogewicht 6 kg
Aufstellung Vor einer Wand, eingewinkelt, Höhe 60 cm
Ausführungen Schwarz, weiß und rot in Klavierlack
Paarpreis 1999 Euro
Preis Guru-Stands 249 Euro

 

VERTRIEB
Roza High End Vertrieb
Anschrift Tim Roza
Meiendorfer Straße 64
22145 Hamburg
Telefon 040 602 44 77
Fax 040 602 55 06
E-Mail info@roza-highend.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/12-05-21_guru
Nach Andreas Kochs Plädoyer für DSD beleuchten wir hier ein Projekt aus dem Umfeld des 1-Bit-Consortiums und gehen der Frage nach, ob auch überall Ein-Bit drin ist, wo DSD draufsteht – ein Problem, das bei Hochbit-Formaten natürlich ebenfalls virulent ist.
teaser


Am Abend nach dem Schließen der High End war wieder einmal Stig Bjørge, der Inhaber der Firma Lyra, die in Japan die renommierten Tonabnehmer gleichen Namens fertigt, in meinem Hörraum zu Gast. Aber diesmal ging es nicht um eine seiner analogen Pretiosen. Stig verlangte nach Batterien verschiedener Größen, entnahm seinem Koffer eine Schaltung ohne Gehäuse, einen – wie man auf den ersten Blick erkennen konnte – recht heftig modifizierten Wandler, eine Spannungswandler sowie ein Handvoll SD-Karten. Nachdem er alles soweit verkabelt hatte, verbanden wir den Wandler mit meiner Anlage, Stig schob eine SD-Karte in die Ansammlung von Platinen, Musik erklang und das Display zeigte die in diesem Falle magische Zahl 11,3. So beeindruckend die Versuchsanordnung auch musizierte, nach vier Messetagen stand uns weder der Sinn nach langen Fachgesprächen noch nach vergleichendem Hören – da schien uns das ein oder andere frisch gezapfte Thoma-Märzen einfach verlockender. Und deshalb hat Stig die wichtigsten Fakten eines der wohl zukunftsträchtigsten Projekte in der Digitaltechnik später kurz schriftlich zusammengefasst. Hier die Übersetzung seiner Beschreibung eines SD-Karten-Transports samt passendem Wandler mit aberwitzigen Abtastraten:

Ein Blick auf das Gesamte System: Der SD-Card-Transport links im Bild wird ausschließlich von Batterien versorgt. Der Wandler/Vorverstärker wird vom integrierten Netzteil gespeist, die Batterien liefern lediglich die Energie für die Platinen der synchronisierten Clock
Ein Blick auf das Gesamte System: Der SD-Card-Transport links im Bild wird ausschließlich von Batterien versorgt. Der Wandler/Vorverstärker wird vom integrierten Netzteil gespeist, die Batterien liefern lediglich die Energie für die Platinen der synchronisierten Clock

 





SDTrans384 und Fidelix Caprice

von Stig Bjørge

Der SDTrans384, der früher SDTrans192 genannt wurde, ist ein MicroSD Memory Card Transport mit I2S-Ausgang über eine HDMI-Schnittstelle. Diese I2S-über-HDMI-Verbindung ist mit der von PS Audio kompatibel und wird mit Zustimmung von PS Audio verwendet. Zum Transport gibt es einen eigenen Thread.

Die ursprüngliche Idee war es, mit dem batteriebetriebenen MicroSD Memory Card Transport eine komplett nebengeräuschfreie Umgebung zur Wiedergabe hochaufgelöster WAV-Dateien zu schaffen. Üblicherweise spielen selbst Audiophile solch hochwertige Dateien direkt mit ihrem Computer ab und zwar meist über USB-Interfaces. Aber ein Computer ist eine sehr geräuschvolle Umgebung und nicht gerade ideal, wenn es darum geht, höchste Wiedergabequalität zu erreichen. Musikserver basieren ebenfalls auf Computern, und selbst wenn sich einige Hersteller Mühe geben und bessere Netzteile und andere Filtertechnik einsetzen, kommt man um die Tatsache nicht herum, dass auch Musikserver Computer mit lauten Komponenten sind.

Ein weiterer Grund für die Verwendung von MicroSD Memory Cards ist es, alle beweglichen Teile wie sich drehende Scheiben bei der CD, der DVD oder bei Festplatten zu vermeiden. Deshalb haben auch einige Hersteller von Computern und Musikservern begonnen, in ihren Geräten Solid State Drives (SSD) einzusetzen, die ebenfalls auf Halbleiterspeichern beruhen und keine sich drehenden oder überhaupt beweglichen Teile besitzen. Es ist unbestreitbar, dass die Musik einer gut gerippten CD – indem man beispielsweise das weltweit bekannte Programm Exact Audio Copy verwendet – auf eine MicroSD Memory Card oder SSD übertragen und in der ruhigstmöglichen Umgebung wie beispeisweise auf dem SDTrans384 abgespielt eine höhere Klangqualität bietet als dieselbe CD in einem CD-Player, und zwar deshalb, weil man eine geräuschvolle Umgebung mit Motoren zum Drehen der Scheiben und Laser, die die ganze Zeit in Bewegung sind, um die sich drehende Scheibe zu lesen, vermeidet.

Der SDTrans spielt PCM-Dateien bis 384kHz ab. Die aufgesetzte Platine stellt die  I2S-über-HDMI-Schnittstelle bereit
Der SDTrans spielt PCM-Dateien bis 384kHz ab. Die aufgesetzte Platine stellt die I2S-über-HDMI-Schnittstelle bereit

 

Der SDTrans wurde als Hobby und ganz persönliches Forschungsprojekt von den beiden japanischen Ingenieuren Bunpei und Chiaki entwickelt. Momentan ist Chiaki der Hauptentwickler. Anfangs konnte der SDTrans Dateien mit maximal 24bit/192kHz abspielen, aber die beiden Ingenieure waren auch an Multi-Bit-Formaten wie beispielsweise DXD mit 352,8kHz/24 und ganz hinauf bis 384kHz/32kHz interessiert.

Später wollten sie auch die DSD-Wiedergabe verbessern, bei der die SACD mit 64-fachem Oversampling oder 2,8MHz arbeitet, während bei DSD auch höheres Oversampling und höhere Frequenzen wie etwa 128-fach oder 5,6MHz und gar 256-fach oder 11,3MHz möglich sind. DSD wurde in Japan an der Waseda Universität entwickelt, die auch das 1-Bit-Consortium beherbergt. Dort wird auch weiterhin an DSD mit noch höherer Qualität geforscht. Bunpei und Chiaki unterhalten enge Beziehungen zur Waseda Universät und dem 1-Bit-Consortium.

Nachdem Bunpei und Chiaki den SDTrans384 Memory Card Transport entwickelt hatten, war es unerlässlich einen D/A-Wandler zu haben, der in der Lage ist, dessen Signale von sehr hoher Qualität zu empfangen und zu konvertieren. ESS Technology in Kalifornien fertigt einen extrem leistungsfähigen Chip mit der Bezeichnung ES9018, einen echten 32bit-Chip, der in der Lage ist, Multibit-Dateien mit dem höchsten Oversampling ebenso wiederzugeben wie DSD-Dateien mit extrem hoher Abtastrate. Nur wenige Firmen und Einzelpersonen sind in der Lage, die volle Leistung dieses Wandlers wirklich zu nutzen. Einige kleinere Hersteller wie die japanische Firma Fidelix sind aber sogar noch einen Schritt weitergegangen und haben ihr eigenes System um diesen Chip herum entwickelt. Der Fidelix Caprice ist ein Wandler und Vorverstärker, der den ES9018 Wandler-Chip in Kombination mit einer optisch isolierten I2S-über-HDMI-Schnittstelle kombiniert. Der SDTrans wurde so ausgelegt, dass er mit dieser Schnittstelle des Fidelix Caprice kompatibel ist.

Allerdings benutzt die normale Version dieses Systems noch getrennte Uhren für die beiden Geräte: Der SDTrans besitzt zwei interne Uhren mit 22.5792MHz und 24.576MHz, während der Fidelix Caprice von einer einzigen Uhren mit etwa 96MHz getaktet wird. Später testeten Bunpei und Chiaki eine synchroniserte Uhr mit einer „gehackten Version‟ des Fidelix Caprice – allerdings mit Erlaubnis seinen Entwicklers Nakawa. Für die synchronisierte Version von Fidelix Caprice und SDTrans entwarf Chiaki zwei neue Platinen, eine für den Transport und eine für den Wandler. Die Platine für den Fidelix Caprice enthält zwei speziell für diese Anwendung maßgeschneiderte NDK Quarzoszillatoren mit sehr geringem Phasenrauschen mit den Frequenzen 90,3168MHz und 98,304MHz. Diese beiden Uhren takten sowohl den auf dem ES9018 basierenden Wandler als auch den SDTrans384. Diese Entwicklung führte zu einer beträchtlichen klanglichen Verbesserung und trug dazu bei, dass der SDTrans so weiterentwickelt werden konnte, dass er nun DSD-Files mit 11,3MHz oder 256-fachem Oversampling wiederzugeben vermag.

Der Fidelix Caprice wandelt mit dem hervorragenden Sabre32 Reference DAC (ES9018), der noch über dem Ultra DAC des Mytek angesiedelt ist. Schade, dass es für Fidelix hierzulande keinen Vertrieb gibt
Der Fidelix Caprice wandelt mit dem hervorragenden Sabre32 Reference DAC (ES9018), der noch über dem Ultra DAC des Mytek angesiedelt ist. Schade, dass es für Fidelix hierzulande keinen Vertrieb gibt

Viel Musikliebhaber und professionelle Audioanwender kennen die Firma Korg als Hersteller von DSD-Recordern. Korg bietet aber auch ein Programm namens AudioGate an, mit dem man Dateien von Mulit-Bit zu DSD und umgekehrt konvertieren kann. Up- und Downsampling von DSD-Files ist mit AudioGate ebenfalls möglich. Momentan ist die Abtastrate auf 128-faches Oversampling respektive 5,6MHz beschränkt. Bunpei entwickelte jedoch eine Methode, den Header von Dateien so zu verändern, dass das Programm bereits hochgerechnete Dateien für unbehandelt hält, so dass sie noch einmal einem Upsampling unterzogen werden können. So macht Bunpei es möglich, Dateien mit 11,3MHz zu erstellen. Es ist momentan sogar möglich, noch weiter zu gehen und Dateien mit 512-fachem Oversampling und und 22,6MHz zu erstellen, aber auf diesem Level ist es für die meiste Hardware sehr schwer, Schritt zu halten.

Die Originaldateien, die für die Umwandlung in DSD und dann zum Upsamling benutzt wurden, waren CDs mit 16bit/44,1kHz, Audio-Files mit 16bit/48kHz, 24bit/192kHz, 24bit/352,8kHz (DXD) und mit älteren Sony PlayStations gerippte SACDs sowie andere DSD-Aufnahmen wie die, die das 1-Bit-Consortium an der japanischen Wasada Universität machte.

Das momentane System, das mehr zu leisten vermag, als jede kommerziell erhältliche Audiokomponente, kann als ein Mittelding zwischen einem Forschungsprojekt und einem ambitionierten Do-It-Yourself-Projekt angesehen werden. Es ist noch nicht möglich, das komplette System zu kaufen. Fidelix bieten den Caprice Wandler und Vorverstärker lediglich in Japan an, entweder ohne die I2S-über-HDMI-Schnittstelle oder als Option auch mit. Allerdings verfügt auch der Caprice mit der I2S-über-HDMI-Schnittstelle nicht über die synchronisierte Clock. Dennoch ist er im Grunde in der Lage, die hochgerechneten DSD-Dateien zu wandeln, wenn man sie mit dem SDTrans384 abspielt. Die aktuelle Version, die auf den Bildern zu sehen ist und die ich in Dirk Sommers Hörraum gespielt habe, geht wie gesagt noch einen Schritt weiter, indem eine synchronisierte Uhr für den SDTransport und den Caprice Wandler benutzt wird. Es ist noch nicht entschieden, ob diese Version zum Verkauf angeboten werden wird, da sie Modifikationen des Fidelix Caprice durch Bunpei und Chiaki erfordert.

Es sei noch einmal betont, dass es hier nicht um kommerziell zu erwerbende Produkte geht, sondern viel mehr um anspruchsvolle Forschung nach dem, was die Zukunft bringen könnte.


Die hochstehend eingebaute Platine stammt von Bunpei und Chiaki, stellt die I2S-über-HDMI-Schnittstelle für den Caprice bereit und dient der Synchronisierung von Wandler und Transport
Die hochstehend eingebaute Platine stammt von Bunpei und Chiaki, stellt die I2S-über-HDMI-Schnittstelle für den Caprice bereit und dient der Synchronisierung von Wandler und Transport

Vielen Dank an Stig Bjørge für diese Ausführungen, die er während seines Europa-Aufenthaltes verfasst hat, und die Bilder, die er unterwegs – natürlich mit einer seiner so sehr geschätzten Leicas – geschossen hat. Selbstverständlich wird Hifistatement Sie darüber informieren, wenn sich die Mitarbeiter an diesem Hobby- und Forschungsprojekt dazu entschließen sollten, Transport und Wandler zum Kauf anzubieten. Korgs technisch hochinteressante, mir optisch aber etwas zu verspielte Software AudioGate können Sie nach einer Registrierung kostenlos herunterladen.

Der DSD-Recorder MR-2000s darf – wie im ersten Teil dieses Artikels bereits erwähnt – seit einiger Zeit in der EU nicht mehr vertrieben werden. Wie ich leider aus eigener Erfahrung weiß, tauchen auch keine Geräte auf dem Gebrauchtmarkt auf. Zur rechtlichen Situation eines Importes aus den USA vermag ich nichts zu sagen, technisch dürfte es mit der hiesigen Stromversorgung aber keine Probleme geben.

Wie in Stigs Beschreibung des Projekts eher am Rande erwähnt, ist es ein gar nicht so geringes Problem, an Musikdateien in DSD zu kommen – besonders, wenn es etwas mehr sein darf als die üblichen 2,8MHz. Noch ist das Angebot an käuflich zu erwerbenden DSD-Downloads nämlich äußerst überschaubar. Wie wäre es daher mit ein wenig Selbsthilfe: Erstellen Sie doch eigene Musik-Files, indem Sie Ihre Schallplatten und Tonbänder auf DSD archivieren. Das ist mit dem Tascam DV-RA1000HD möglich, weshalb ich ihn in Kürze an dieser Stelle einmal ausführlich vorstellen werde. Die Abtastrate liegt beim Tascam jedoch leider nur bei 2,8MHz. Da wäre der Korg MR-2000 mit der doppelten Frequenz schon eher das Mittel der Wahl, wenn man ihn denn bekäme. Eine andere Möglichkeit, zumindest Dateien mit 2,8MHz zu bekommen, ist es, die Daten einer SACD mit einem älteren Modell einer Sony PlayStation und einer speziellen Software auszulesen.

Der Screenshot zeigt die Benutzeroberfläche der von Korg kostenlos angebotenen Software AudioGate, die Up- und Down-Sampling sowie Konvertierungen zwischen DSD und PCM erlaubt
Der Screenshot zeigt die Benutzeroberfläche der von Korg kostenlos angebotenen Software AudioGate, die Up- und Down-Sampling sowie Konvertierungen zwischen DSD und PCM erlaubt

Allerdings kann man auch hier nicht sicher sein, dass die Musik von Beginn der Produktionskette bis zum Schluss immer im 1-Bit-Format geblieben ist. Zwar gibt es schon seit geraumer Zeit gute DSD-Analog/Digital-Wandler wie etwa die von dCS, Digital Audio Denmark, EMM Labs oder Mytek, aber nur eine Studiosoftware, bei der das Signal beispielsweise bei Ein- und Ausblendungen oder dem Mischen im 1-Bit-Format bleibt: den von Andreas Koch entwickelten Sonoma DSD Multitrack Recorder and Editor. Die 32-Kanal-Version mit EMM Labs-Wandlern kostet jedoch über 90000 Dollar. In weiter verbreiteten Programmen wie Pyramix wird das Signal beispielsweise für eine Ausblendung in PCM mit 352,8kHz (DXD) gewandelt, die Ausblendung berechnet und das resultierende PCM-Signal wieder in ein 1-Bit-Signal konvertiert. Dabei werden immer nur die Teile des Song gewandelt, die auch wirklich bearbeitet werden. Wenn aber zum Beispiel die Lautstärke eines Liedes näher an die Aussteuerungsgrenze gebracht werden soll, muss der gesamte Song ins vermeintlich schlechter klingende PCM-Format und zurück konvertiert werden. Aus Kostengründen und um sich wiederholtes Konvertieren zu ersparen, wird bei vielen Produktionen erst im Hochbit-Format – eher 96kHz als 352,8kHz (DXD) – aufgenommen und dann der fertige Zweikanal-Mix in DSD übertragen. Eine der rühmlichen Ausnahmen, was die Abtastrate angeht, stellt das Label 2L dar: Hier werden alle Formate, also auch DSD-Files, vom DXD-Master konvertiert.


Dass es durchaus sinnvoll sein kann, selbst die Daten einer CD vor der Wandlung in DSD zu konvertieren, habe ich vor mehr als zehn Jahren beim Test des dCS Delius Wandlers und Purcell Upsamplers feststellen können: Hier klang das, was von der CD kam, einfach am besten, wenn es vor der Wandlung ins 1-Bit-Format konvertiert wurde. Hochbit-Formate konnten da einfach nicht mithalten. Wenn man aber davon überzeugt ist, dass ein 1-Bit-Datenstrom besser klingt als PCM, dürfte man einfach ein ungutes Gefühl haben, wenn man weiß, dass das noch so wohl tönende DSD-File auf der eigenen Festplatte zumindest zwischenzeitlich mal ein Hochbit-Signal war. Aber da geht es dem Analogfan auch nicht besser: Wenn er heute noch ein aktuelles Album auf Schallplatte bekommt, kann er fast sicher sein, dass die darauf enthaltene Musik während des gesamten  Produktionsprozesses als Datensatz vorlag und erst zur Überspielung in Lack oder Kupfer wieder ins Analoge gewandelt wurde.

Wer nun – wie auch ich vor kurzem noch – meint, zumindest die Nutzer von Computer-Hifi mit ihren für gutes Geld erworbenen High-Resolution-Files seien auf der sicheren Seite, dürfte auch nicht immer richtig liegen, zumindest wenn es um Dateien mit Abtastraten oberhalb von 96kHz geht: Heinrich Schläfer, Mastering-Koryphäe und Ex-Mitinhaber des bestens beleumundeten österreichischen Labels Quinton Records, merkte während eines Telefonats letztlich ganz beiläufig an, dass das meiste heutzutage in den Studios zu findende, sogenannte Outboard-Equipment – Hallgeräte, Kompressoren, Equalizer und so weiter – lediglich mit 96kHz arbeite. Den Rest erledige dann oft ein guter Upsampler. Und mit ein wenig Geschick und einigen Tricks bekäme man das auch so hin, dass die Manipulation mit einem einfachen Test nicht nachweisbar sei.

Joe Kubala nimmt mit synchronisierten Korg MR-2000 mit 5,6Mhz auf, mixt und mastert analog und zeichnet den Stereo-Mix in DSD und oft auch analog auf
Joe Kubala nimmt mit synchronisierten Korg MR-2000 mit 5,6Mhz auf, mixt und mastert analog und zeichnet den Stereo-Mix in DSD und oft auch analog auf

Bevor wir nun jedoch vor lauter Misstrauen die ungemein positive Tatsache aus dem Blick verlieren, dass wir heute mit hochaufgelösten PCM- und DSD-Files viel näher an die Musik kommen als je zuvor, stelle ich Ihnen jemanden vor, der die Vorzüge der DSD-Technik teils zum eigenen Vergnügen, teils zur Produktion hervorragenden Demo-Materials für Hifi-Shows kreativ nutzt: Joe Kubala, einer der beiden Inhaber der Nobel-Kabel-Schmiede Kubala-Sosna, nimmt schon seit einiger Zeit mit einen ganzen Rack voller synchronisierter Korg MR-2000 live auf mehrere Spuren auf. Bei 5,6MHz sei die Qualität seiner „digitalen Mehrspurmaschine‟ durchaus mit dem analogen Pendant zu vergleichen, meint er. Zum Mixen und Nachbearbeiten der einzelnen Spuren wechselt Joe Kubala dann wieder in die analoge Ebene. Den Mix-Down auf zwei Kanäle speichert er anschließend sowohl auf DSD mit 5,6Mhz als auch auf Tonband. Ich werde versuchen, mal eine seiner Aufnahmen für einen Download zu bekommen.

Zwar steht in einer Publikation wie Hifistatement das Wort im Vordergrund, aber so ganz ohne Musik möchte ich den zweiten Teil meiner DSD-Reihe doch nicht beenden. Zum Download habe ich das Titelstück der zweiten sommelier du son-LP Goodbye Pork Pie Hat ausgewählt. Charlie Mariano und Dieter Ilg haben die Charles-Mingus-Komposition in der recht halligen Akustik der Kapelle des Schlosses Solitude in Stuttgart als Zugabe gespielt. Das Saxophon wurde mit einem AKG C 414 B-ULS und der Bass mit einem Neumann SM 69 fet aufgenommen. Den Song vom analogen Session-Tape habe ich für den Download mit dem „amtlichen‟ EMM Labs ADC Mk IV in ein DSD-Signal mit 2,8MHz gewandelt, auf dem Tascam-Recorder gespeichert und von dort per AudioQuest Diamond USB auf den Computer überspielt. Viel Spaß damit.

Der EMM Labs-Wandler – hier mit einem Frequenzgenerator zum peniblen Pegelabgleich – ist nur in einer Acht-Kanal-Version zu bekommen, was ihn für die meisten Heimanwendungen leider zu kostspielig macht
Der EMM Labs-Wandler – hier mit einem Frequenzgenerator zum peniblen Pegelabgleich – ist nur in einer Acht-Kanal-Version zu bekommen, was ihn für die meisten Heimanwendungen leider zu kostspielig macht

PS: Einige der – natürlich in allen Produktionsschritten rein analogen – LPs sds 0014-1 sind noch im einschlägigen Fachhandel und im Hofladen Dieter Ilgs zu haben.

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Charlie Mariano & Dieter Ilg
Goodbye Pork Pie Hat
2,8MHz
ca. 295,7 mb (DFF)

Weitere Informationen

  • Imagefolder basics/12-05-19_dsd

Auf der CES im Januar war DSD plötzlich wieder ein Thema, wie Kollege Danny Kaey berichtete. Die Audioplayer Audirwana Plus und Pure Music unterstützen das Ein-Bit-Format und Boliden von dCS und Playback Designs, aber auch der erschwingliche Mytek-DAC wandeln bereits DSD-Files. Grund genug, sich noch einmal mit diesem Format zu beschäftigen.

Und dies wird ausführlicher geschehen, als es in nur einem Artikel möglich ist. Es wird ein Test des Tascam DV-RA1000HD mit drei Klangbeispielen im DSD- und Hochbit-Format folgen, und auch unser nächstes Statement From Birdland wird ein Ein-Bit-File zum Download bieten. Hier werden wir kurz auf die SACD zurückblicken und uns dann die Vorteile von DSD von einem an seiner Entwicklung beteiligen Spezialisten erläutern lassen.

Ich gebe es gerne zu, als ich noch in der holzverarbeitenden Industrie tätig war – so titulierte die Süddeutschen Zeitung einmal wenig schmeichelhaft die Printmedien –, habe ich die SACD recht früh als Medium ohne Zukunft gesehen, was mir nicht nur freundliche Reaktionen von Leserseite bescherte. Auch wenn es immer noch engagierte audiophile Label gibt, die SACDs in hervorragender Qualität veröffentlichen, bleibe ich dabei: Als physisches Medium wird die Polycarbonatscheibe mit dem Ein-Bit-Datenstrom nicht mehr all zu lange überleben. Aber diese Prognose teilt die SACD langfristig mit der guten alten CD, die früher oder später der Verbreitung von Files per Internet oder billigem Festspeicher zum Opfer fallen wird. Für Downloads in sehr hoher Qualität könnte DSD aber das Format der Wahl werden.

Warum das so ist, erläuterte Andreas Koch in einem Beitrag für ein amerikanisches Online-Magazine, den er leicht gekürzt für Hifistatement übersetzte. Doch zuvor noch einige Informationen über den Autor: Andreas Koch war von Anfang an in die Entstehung der SACD involviert, während er für Sony arbeitete. Er leitete das Team von Ingenieuren, das die erste professionelle Studio-Software für Mehrkanal-DSD-Aufnahmen und -Bearbeitung (die Sonoma Workstation) und die weltweit ersten Mehrkanal-DSD-Wandler (A/D und D/A) entwarf, und gehörte verschiedenen Komitees zur weltweiten Standardisierung von SACDs an. Später entwickelte er als Berater eine Vielzahl von speziellen Algorithmen zur Konvertierung von DSD in PCM und in die Gegenrichtung sowie weitere Technologien zur D/A-Wandlung und zur Kontrolle von Jitter in Wandlern. Im Jahr 2008 hat er dann Playback Designs mitbegründet, um sein außergewöhnliches Wissen und seine Erfahrungen in Sachen DSD in Form von D/A-Wandlern und CD/SACD-Playern auf den Markt zu bringen. Vorher war er bei Studer in der Schweiz Teil eines Teams von Ingenieuren, das eine der ersten digitalen Bandmaschinen konstruierte. Anschließend war er Leiter einer Gruppe, die an einem Mehrkanal-Festplatten-Recorder arbeitete. Eine dreijährige Beschäftigung bei Dolby als deren erster Entwicklungsingenieur für Digitaltechnik verschaffte ihm ein sehr solides Fundament an Erfahrung und Know-how in der Audioelektronik. Man kann unter andreas@akdesigninc.com mit ihm Kontakt aufnehmen, um unter anderem auch zu seinem Beitrag Stellung zu nehmen:

DSD – ein neues Suchtmittel

von Andreas Koch

Eine neue Droge? Nein, aber ein ein ganz und gar unentbehrliches Audio-Format drängt in unsere Hörräume. Dabei gibt es DSD (Direct Stream Digital) schon seit einer geraumen Zeit, aber es war so stark mit dem physischen Medium, der SACD, verknüpft, dass es bisher nicht die Aufmerksamkeit bei Audiophilen erlangt hat, die es verdiente. Erst kürzlich in Verbindung mit dem wachsenden Interesse an Downloads in hoher Auflösung per Internet schaffte es DSD, wieder zum Thema zu werden. Was vor mehr als zehn Jahren zwingende Gründe waren, diese Wandlungsart bei der SACD einzusetzen, wird nun zu bequemen Wahrheiten in der neuen Ära hochaufgelösten Internet-Audios. Im Folgenden werde ich den Hintergrund und das Wesen von DSD darstellen und was daraus in naher Zukunft werden könnten.

Der Begriff Direct Stream Digital (DSD) wurde von Sony und Philips geprägt, als sie gemeinsam die SACD einführten. Der direkte digitale Datenstrom ist nichts anderes als eine bearbeitete Delta-Sigma-Modulation, die Philips in den 70-er Jahren entwickelte. Weitere Verbreitung fand sie erst in den späten 80-ern, als sie als Zwischenformat in A/D- und D/A-Wandler-Bausteinen zum Einsatz kam.

Abbildung 1
Abbildung 1

Abbildung 1 zeigt, wie eine analoge Quelle von einem Analog/Digital-Converter in ein digitales PCM-Format und anschließend von einem DAC wieder zurück ins Analoge gewandelt wird. Im Analog/Digital-Wandler laufen intern zwei unterschiedliche Prozesse ab:

  1. Delta-Sigma Modulation: Das analoge Signal wird mit einer sehr hohen Sampling-Rate direkt in DSD gewandelt. Dabei werden je nach Anwendung und notwendiger Genauigkeit verschiedene Algorithmen benutzt, die Ein-Bit-DSD oder Multibit-DSD mit einem im Vergleich zur normalen CD 64- oder 128-fachen Oversampling generieren.
  2. Dezimationsfilter: Das DSD-Signal aus dem vorherigen Prozess wird heruntergesampled und in PCM konvertiert. Die Wortlänge wird beispielsweise auf 16 oder 24 Bit vergrößert und die Abtastrate auf den CD-Wert oder für PCM-Formate mit hoher Auflösung auf ein niedriges Vielfaches davon herabgesetzt.

Die D/A-Wandlung läuft sehr ähnlich ab:

  1. Das PCM-Signal wird auf eine sehr viel höhere Abtastrate konvertiert.
  2. Dann wird es vom Delta-Sigma-Modulator zu DSD gewandelt, um die Wortlänge zu reduzieren.
  3. Schließlich wird es ins Analoge gewandelt.

Diese Technologie wurde wegen ihrer besseren Linearität und konstanten Qualität in Bezug auf die verwendeten Bauteile gewählt, da hier die meisten schwerwiegenden Signalbearbeitungen in die digitale Ebene verlagert wurden, so dass sie von der Veränderung elektronischer Komponenten im Laufe der Zeit nicht beeinträchtigt werden. Dieses Verfahren wurde schnell in die meisten Wandler-Systeme übernommen, so dass man durchaus behaupten kann, dass wir seit den späten 80-ern eine Form von DSD gehört haben, ohne es überhaupt zu wissen.

Als dann die Wissenschaft Fortschritte machte und wir unsere Erfahrungen mit Digital-Audio, begannen wir zu erkennen, dass die Algorithmen für die DSD zu PCM und PCM zu DSD Konvertierungen tiefgreifende Auswirkungen auf die Klangqualität haben können, wenn sie nach klassischen Formeln berechnet werden. Das sind relativ komplizierte Algorithmen und sie brachten ein neues Phänomen hervor, das wir als „digitalen Klang‟ oder „Ringing‟ beschreiben. Daher waren die Ingenieur-Teams von Sony und Philips bemüht, die Konvertierungsschritte in PCM und zurück aus der Wandlung zwischen analog und digital gänzlich zu entfernen. Dieser DSD-Pfad, der PCM völlig umgeht, ist oben in Abbildung 1 dargestellt. Wie es für gewöhnlich der Fall ist, führte auch hier die Vereinfachung im Signalweg zu klanglichen Verbesserungen. So war es keine Überraschung, als die ersten Hörtests derart gute Ergebnisse brachten, dass das DSD-Format als ideale Archivierungsform für Tonstudios angesehen wurden. Das allein sagt genug zur Klangtreue dieses Formats. Zu dieser Zeit zog kein Aufnahmestudio die Archivierung seiner Analogaufnahmen auf PCM auch nur in Erwägung.

Zur selben Zeit fand das neue DVD-Format Verbreitung und seine Besitzer warfen sogleich die Frage auf, ob es nicht geeignet sei, das in die Jahre gekommene Redbook-CD-Format zu ersetzen. Dessen Lizenzinhaber, Sony und Philips waren davon verständlicherweise höchst alarmiert und beeilten sich, eine konkurrierende Audio-Disc vorzuschlagen, die das DSD-Codierungs-Schema benutzt, um den Anforderungen der Musikindustrie stärker gerecht zu werden. Es entbrannte ein regelrechter Format-Krieg zwischen SACD und DVD-Audio, den glücklicherweise die SACD gewann. Daher wurde DSD in vielen digitalen Aufnahmestudios benutzt, so dass inzwischen eine riesige Bibliothek von DSD-Aufnahmen besteht, auch wenn viele davon bisher nur als PCM-Konvertierung veröffentlicht wurden.

Für die Produktion von SACDs wird meist DSD mit einer Abtastrate von 2.8224MHz (64 x 44.1kHz) benutzt. Das Aufnahme-Equipment lief aber oft auch mit der doppelten Abtastrate von 5.6448MHz (128 x 44.1kHz). Dieses Format verwenden Studios besonders gern zur Archivierung ihrer analogen Aufnahmen. Aufnahmegeräte für die doppelte DSD-Abtastrate sind selbst in höherer Qualität recht günstig zu haben, so dass auch Endverbraucher es zum Archivieren von Schallplatten und Tonbändern nutzen können, um die DSD-Files dann über audiophile High-End-D/A-Wander komfortabel in ihrem Hörraum wiederzugeben.

Die theoretische Bandbreite eines DSD-Signals mit einer Abtastrate von 2.8224MHz (64 x 44.1kHz) beträgt 1.4112MHz, während ein 96kHz-PCM-Signal eine Bandbreite von 48kHz erreicht und ein 192kHz-PCM-Signal eine Bandbreite von 96kHz. Die hohe Bandbreite von DSD hat allerdings ihren Preis: Delta-Sigma-Signale sind lediglich mit einem Bit quantisiert und haben daher keinen großen Dynamikbereich. Deshalb muss in Delta-Sigma-Wandlern ein Prozess integriert werden, der „Noise Shaping‟ genannt wird und der den Dynamikbereich im nutzbaren Audio-Bereich (0-20kHz) vergrößert und dann zu hohen Frequenzen hin langsam verringert. Das mit Noise Shaping versehene Delta-Sigma-Signal wird dann DSD genannt. Abbildung 2 zeigt den typischen Dynamikbereich eines DSD-Signals mit einer Abtastrate von  2.8224MHz, der im Audioband unter 20kHz größer sein kann als 150dB. Zudem folgt der zu hohen Frequenzen langsam ansteigende Rauschteppich in gewissem Grad unserer Hörschwelle für Transienten, die nachweislich bis hinauf zu 100kHz zu hören sind. Selbstverständlich hat DSD mit der doppelten Abtastrate einen ausgedehnteren Audio-Bereich von 0-40kHz, über dem dann der Rauschteppich sanft anstreigt.

Abbildung 2 zeigt auch die theoretischen Dynamikbereiche von PCM-Signalen verschiedener Abtastraten. Achten Sie auf die steilen Übergänge, die PCM-Signalen typischerweise eigen sind. Diese können hörbare Nebeneffekte haben wie zum Beispiel das Pre-Ringing, wenn man ihnen nicht mit speziellen Algorithmen entgegenwirkt. Prinzipbedingt kommen diese Nebeneffekte bei DSD-Signalen nicht vor.

Abbildung 2
Abbildung 2

Wie wir daraus erkennen können, ist DSD durch die folgenden Eigenschaften gekennzeichnet:

  • ein großer Dynamikbereich im Audio-Bereich (0-20kHz)
  • ein langsamer und nicht sprunghafter Anstieg des Rauschteppichs zu hohen Frequenzen hin
  • ein bis in den Megahertz-Bereich ausgedehnter Frequenzgang

Diese Eigenschaften machen DSD zu einem ernsthaften Wettbewerber bei der Wahl von hochaufgelösten Audio-Formaten. Manchmal wird DSD wegen des im Signal enthaltenen Hochfrequenz-Anteils kritisiert (vergleiche Abbildung 2). Doch alle Wandler begrenzen die Menge des Rauschens, das auf der analogen Seite ankommt. Dieses Rauschen korreliert üblicherweise nicht mit dem Musiksignal und kann deshalb von unserem psychoakustischen System leicht herausgefiltert werden. Darüber hinaus nehmen es die meisten Hörer nicht einmal wahr. DSD mit doppelter Abtastrate löst das Problem, indem es den Anstieg des Rauschteppichs um etwa 20kHz auf der Frequenzachse nach oben verschiebt und derart das gesamte Rauschen bei höheren Frequenzen dramatisch reduziert.


Klar, große Datenmengen brauchen beim Download ihre Zeit. Aber diese Tatsache hat die Evolution der Audioformate viel zu lange eingeschränkt. Da die Computer-Plattform kein bestimmtes Format gegenüber einem anderen favorisiert, ist es für den Aufnahmeingenieur und den Produzenten zu einer künstlerischen Entscheidung geworden, welches Format er für welche Anwendung und welchen Markt auswählt. Es gibt weltweit immer weniger CD-Presswerke, und die Ära der Downloads von hochaufgelösten Musikdateien auf den Computer hat längst begonnen. In Kombination mit einem externen Wandler kann ein für hochwertige Musikwiedergabe konfigurierter Computer eine hervorragenden Musikquelle sein.

Die verschiedenen, im Moment gebräuchlichen Formate besitzen sehr unterschiedliche Bitraten, die die Zeit für einen Download aus dem Internet bestimmen. In Abbildung 3 sind verschiedene Formate mit ihrer Dateigröße für einen Song von drei Minuten und die entsprechende Download-Zeit für eine Internet-Verbindung mit 5Mb/sec aufgelistet.

Abbildung 3
Abbildung 3
Wenn die Abtastrate über 96kHz hinausgeht, entstehen im PCM Format relativ große Dateien, die lange Download-Zeiten erfordern. Die Dateigröße und Download-Zeit für DSD sind hingegen mit denen vom 24/96kHz-PCM-Dateien vergleichbar, bieten aber eine bessere Wiedergabe wie wir in Abbildung 2 gesehen haben. Oft wird das DXD-Format in puncto Klangqualität dem DSD-Format gleichgesetzt, das aber dreimal effizienter ist, was die Dateigröße anbelangt. Dies liegt darin begründet, dass DSD wie in Abbildung 2 gezeigt keinen linearen Frequenzgang besitzt, sondern die Auflösung bei sehr hohen Frequenzen vermindert, wo unser Gehör ebenfalls eine sehr geringe Auflösung besitzt. Aus diesem Grund und wegen der Tatsache, dass bereits eine große Anzahl an DSD-Aufnahmen existiert, könnte DSD das vorherrschende Format für hochaufgelöste Downloads werden.

Es gibt verschiedene Standards für DSD-Dateien, die alle ihre Geschichte und Existenzberechtigung haben:

  • .dff: im Jahr 2000 von Philips eingeführt.
  • .wsd: im Jahr 2002 vom 1-Bit-Audio-Consortium eingeführt, das sich hauptsächlich aus japanischen Firmen zusammensetzt.
  • .dsf: im Jahr 2005 von Sony eingeführt. Dieses Format ist .dff sehr ähnlich, besitzt aber mehr Flexibilität, um Metadaten wie Grafiken von Covern einzubeziehen, die dann im einem Display angezeigt werden, während der Song gespielt wird. Dieses Format wird auf DSD-Discs benutzt, also bespielbaren DVDs, die von Sonys Playstation, einigen Computern und auch einigen SACD-Playern gelesen werden können. Wegen seiner zusätzlichen Kapazitäten für Metadaten wird dieses Format wohl zum vorherrschenden werden.

Alle drei Formate sind momentan in Gebrauch, und die meisten heute erhältlichen Wiedergabe-Programme unterstützen sie alle. Das ist das Schöne an einer auf Software basierenden Plattform, dass es für den Software-Entwicklicker meist nur ein paar einfacher Handgriffe bedarf, damit ein zusätzliches Dateiformat unterstützt wird. Wir brauchen uns um die verschiedenen Dateiformate also keine Gedanken zu machen. Und wenn eine Software ein Format mal nicht akzeptiert, dann ermöglicht es Korgs kostenlose Audiogate-Software, ein Format in ein beliebiges anderes zu konvertieren. Viele Hersteller bieten bereits Wiedergabe-Programme an, die PCM in jeder Abtastrate, DSD und DSD mit doppelter Abtastrate abspielen.

Sobald die Software eine DSD-Datei liest, sendet sie die Daten an den USB-Treiber, der sie dann für die Übertragung per USB in Containern neu anordnet. Windows und Apple Betriebssysteme haben Treiber implementiert, die die USB-Audio-Spezifikationen teilweise unterstützen:

  • In Windows wurde USB-Audio nur sehr schlecht implementiert. PCM wird lediglich bis 24/96kHz unterstützt, DSD überhaupt nicht. Anders ausgedrückt: Ohne Treiber von einem Fremdanbieter ist Windows allein für hochaufgelöste Musikwiedergabe nicht zu verwenden. Glücklicherweise entwickelte die Professional-Audio-Firma Steinberg einen sehr hochwertigen Audio-Interface-Treiber (ASIO), der nicht nur PCM in jeder Abtastrate, sondern auch DSD unterstützt. Dieser wird von vielen Herstellern genutzt und ist so weit verbreitet, dass er defacto zum Standard in der professionellen Audio-Industrie wurde. Er wird auch mehr und mehr von audiophilen Herstellern eingesetzt.
  • Apple OS unterstützt nativ jegliches PCM-Format, leider aber nicht DSD. In der Version OS 10.7 wurde darüber hinaus der „integer mode‟ entfernt, der es zuvor erlaubte, DSD sicher zu übertragen ohne die Gefahr, dass irgendeine Software es mit PCM verwechselt. Da Apple anders als die PC/Windows-Plattform ein sehr geschlossenes System darstellt, hat man, wenn man DSD nativ auf einem externen Wandler abspielen möchte, im Moment nur die Wahl, die DSD-Daten in PCM-Container zu verpacken, damit dass Betriebssystem denkt, es sei PCM. Dann obliegt es dem Software-Entwickler und dem Wandler-Hersteller, genug Sicherungen einzubauen, die es verhindern, dass es zu Verwechselungen von PCM und DSD kommt. Wenn es doch zu einer solchen Verwechselung kommen sollte, dürften Ihre Lautsprecher das Fliegen lernen. Verschiedene Hersteller arbeiten bereits gemeinsam daran, ein Verfahren zu standardisieren, das es erlaubt, DSD nativ über den normalen PCM-Weg ohne jegliche Wandlung abzuspielen. Der Vorteil daran ist, dass keine zusätzlichen Software-Treiber benötigt werden. Der native Apple USB-Audio-Treiber wäre dann in der Lage, PCM und DSD mit jeder Abtastrate wiederzugeben.

Die Linux Plattform wird zwar auch für Musik-Server benutzt. Sie ist aber – wenn der Nutzer im Umgang mit Computern nicht ausgesprochen bewandert ist – nicht leicht zu konfigurieren, und die Unterstützung mit Treibern ist bei weitem nicht so massiv wie bei Windows und Apple. Meines Wissens gibt es für Linux zur Zeit keine Wiedergabe-Software und keine Treiber, die DSD unterstützen.

Während DSD weiterhin auf jeder SACD zum Einsatz kommt, dürfte es zusätzlich eine neue Lebenschance als Download-Format bekommen. Seine klanglichen Leistungen machen es konkurrenzfähig zum PCM-Format, ganz gleich mit welcher Abtastrate. Viele Hörer halten DSD sogar für überlegen. Allein die effektive Nutzung der Bits dürfte den Erfolg als Download-Format garantieren. Gestern war jedes Audio-Format fest mit seinem Trägermedium verheiratet, wie beispielsweise LPs, CDs und SACDs. Das verhinderte die Entwicklung der Codierungs-Formate, sei es in PCM oder DSD. Aber heute kommen wir in eine Ära, in der die Hardware nicht dieselben Beschränkungen auferlegt. Dank Software-Steuerung und Computer-Plattform wird alles flexibler und nachrüstbar. Das gilt nicht nur für Speicherung, Bearbeitung und einfache Wiedergabe-Funktionen, sondern auch für physische Verbindungen wie beispielsweise USB, bis hin zum dem Ort wo die Musik spielt, im Wandler. Wenn sich gestern das Codierungs-Format dem physischen Träger anpassen musste, dann hat sich heute das Blatt gewendet: Die Hardware passt sich dem Codierungs-Format an. Mit anderen Worten: Die heutige Computer-Technologie wird wachsen, unabhängig davon, welches Format wir heute oder morgen wählen. Heute mag es eine Kombination aus PCM mit hoher Abtastrate und DSD sein, morgen vielleicht überwiegend DSD.

Folgende Firmen bieten Software-Audio-Player an, die die native Wiedergabe von DSD-Files unterstützen:

  • ChannelD Puremusic: www.channld.com. Unterstützt DSD und DSD mit doppelter Abtastrate auf Mac.
  • Audirvana: www.audirvana.com. Unterstützt DSD auf Mac.
  • JRiver Media Center 17: www.jriver.com. Unterstützt DSD und DSD mit doppelter Abtastrate auf Windows PC.
  • Merging Technologies Emotion: www.merging.com. Unterstützt DSD und DSD mit doppelter Abtastrate auf Windows PC.

Die folgenden Label und Künstler bieten DSD-Files zum Download an:

  • Blue Coast Records: www.bluecoastrecords.com
  • Japan: http://music.e-onkyo.com/artist/m101210_R.asp
  • Channel Classics: www.channelclassics.com/dsd.html
  • Japan: http://ototoy.jp/feature/index.php/sound_and_recording
  • 2L: http://www.2l.no/hires/index.html
  • Wheatus: http://wheatus.com/
  • David Elias: http://www.davidelias.com/
  • Site where various artists and labels offer high resolution recordings for download, including DSD: http://downloadsnow.net.
  • Germany: www.cybele.de.
  • In Kürze: www.hifistatement.net

Wer seine analogen Aufnahmen – egal, ob von Platte oder Band – in höchster digitaler Qualität in DSD mit doppelter Abtastrate archivieren möchte, dem empfehle ich den Korg MR-2000s, der DSD-Files generiert, die mit der oben genannten Wiedergabe-Software direkt abgespielt werden können.

  • Korg: www.korg.com

(Leider ist das Gerät in der EU momentan nicht erhältlich. ds) D/A-Wandler, die DSD-Files direkt aus dem Computer wiedergeben können, werden angeboten von:

  • dCS: http://www.dcsltd.co.uk. Unterstützung für DSD und PCM bis zu 192kHz über USB.
  • Mytek Digital: www.mytekdigital.com. Unterstützung für DSD und PCM bis zu 192kHz über USB und Firewire.
  • Playback Designs: www.playbackdesigns.com. Unterstützung für DSD, DSD mit doppelter Abtastrate und PCM bis zu 384kHz über USB.

Soweit die positive Sicht Andreas Kochs, dem ich an dieser Stelle für seinen Beitrag herzlich danke. Im zweiten Teil sollen dann auch die Probleme nicht ungenannt bleiben, die bei der Arbeit mit DSD auftreten, wenn man nicht gerade glücklicher Besitzer einer Sonoma-Workstation ist.

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Geschafft! Nach einer Woche kehrt auch bei Hifistatement wieder Normalität ein. Das sehen Sie schon daran, dass Sie parallel zum letzten Teil des rein fotografischen Messeberichts wieder einmal einen Hinweis auf eine gewiss interessante Händlerveranstaltung finden. Und am Wochenende will Matthias Jung seinen ersten Test nach dem Neustart von Hifistatement fertig haben.
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