Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle.

Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich diesen großen Klangunterschied nicht erwartet hatte. Der T5 klingt wie ein völlig neuer Lautsprecher. Er sieht fast genauso aus wie das alte Modell, klingt aber viel präziser.
Michael Børresen: Die Sache ist die: Man könnte meinen, ein Lautsprechertreiber sei einfach nur ein Lautsprechertreiber. Aber wenn man anfängt, die kleinen Details in den Lautsprechertreibern wirklich zu optimieren, erhält man eine bessere Auflösung. Und die große Veränderung ist natürlich die Membran. Die des 05 hatte eine Papierwabe mit karbonverstärktem Papier innen und außen. Die neue Membran mit den gespreizten Karbonfasern und der Nomex-Wabe ist wesentlich steifer. Aber da das Spread-Tow nicht mehr gleichmäßig verteilt ist, kann es sich verbiegen. Wenn man die Membran nimmt, kann man sie zum Beispiel so verbiegen. Und wenn man sie dann um 45 Grad dreht, lässt sie sich kaum noch verbiegen. Die Steifigkeit ist also rundherum sehr, sehr unterschiedlich. Und der erste grundlegende Schwingungsaufbruch, den man in einer Membran hat, tritt genau dort auf, wo die Membran wie eine Feder wirkt. Sie beginnt also, einen Knoten zu bilden, der sich verbiegt. Und das geschieht bei jedem Radius. Aber plötzlich entsteht eine Situation, in der die Spannung unterschiedlich ist, weil die Steifigkeit unterschiedlich ist. Man hat also einen Bereich, der schwingen will, und der Bereich daneben will mit einer anderen Frequenz schwingen und so weiter. All das eliminiert das Break-up erster Ordnung. Das Break-up erster Ordnung auf der Membran bestimmt die Klangfarbe und setzt auch der Auflösung eine Grenze, da das durch die Biegung entstehende Rauschen die feinen Details überdeckt. Sobald man also eine andere Membran hat, die so viel besser ist, ist auch die Leistung so viel besser. Deshalb kann man niemals Treiber von jemand anderem zukaufen. Man muss diese winzigen Details kennen. Wie soll man anhand der technischen Datenblätter eines OEM-Treibers erkennen, was man bekommt? Man bekommt etwas und muss dann daraus den bestmöglichen Lautsprecher bauen. In der Audio Group Denmark haben wir den Vorteil, dass wir den Treiber tatsächlich maßschneidern können. Siehst Du, dass diese Membranen eine leicht unterschiedliche Farbe haben? Das liegt daran, dass wir die Membran hier verbessern, indem wir etwas hinzufügen, das man „Scrim“ nennt – das sind winzige Fasern aus Bor und Graphen, die wir der Matrix hinzufügen, bevor wir die Membran herstellen. Dadurch entsteht ein stärkerer Matrixmaterial über den Fasern, denn diese winzigen Materialfasern verbinden den Kohlenstoff tatsächlich miteinander. Wenn man nur Epoxidharz verwendet, das ein recht weiches Material ist, werden die Karbonfasern lediglich zusammengehalten. Wenn man jedoch das „Scrim“ hinzufügt, werden sie tatsächlich miteinander verbunden, miteinander verklebt. Sie gleiten nicht mehr aneinander vorbei.

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DS: Ich glaube, das ist die Farbe der Membranen in dem Lautsprecher, den ich zu Hause habe.
MB: Ja. Diese Farbe erhält man, wenn man diese Graphenfasern verwendet.
DS: Und wo werden diese Membranen hergestellt?
MB: Sie werden an verschiedenen Orten hergestellt. Wir haben zwei Hersteller, einen in Deutschland und einen in Taiwan.
DS: Liefern sie die Membranen komplett fertig oder muss man sie danach noch nachbearbeiten?
MB: Nein, denn sie werden tatsächlich bereits komplett in der Form fertiggestellt. Ich kann dir zeigen, wie das gemacht wird. Wir haben hier Werkzeuge für Prototypen. Die ersten haben wir also hier gebaut, aber in Dänemark mit Epoxidharz, Lösungsmitteln und solchen Sachen zu arbeiten, ist fast unmöglich. Deshalb haben wir das an große Betriebe ausgelagert, die diesen Prozess besser im Griff haben als wir. Man darf keine Membranen mit unterschiedlichem Gewicht haben. Wenn wir das hier machen würden, wäre die Frage: „Wie viel Epoxidharz hast du dieses Mal aufgetragen?“ Und wenn man es dann ins Vakuum gibt: „Wie viel Epoxidharz wurde abgesaugt?“ Diese Prozesse müssen alle identisch ablaufen. Es spielt eigentlich keine Rolle, wenn eine Membran ein Gramm schwerer ist. Aber dann müssen alle ein Gramm schwerer sein. Es darf keine Abweichungen geben. Der Produktionsprozess, den wir hier durchführen können, ist gut genug für Prototypenbau, Tests und Ähnliches. Aber für die Serienfertigung verfügen wir nicht über die entsprechenden Kapazitäten. Wir sind kein Verbundwerkstoffunternehmen. Deshalb lagern wir diese Produktionen aus.
DS: Hast du etwas am Gehäuse verändert?
MB: Ja. Schau dir die Struktur an. Wir haben diese seitlichen Einschnitte eingebaut. Die Wand verläuft ungefähr so. Wenn man sich alte Dachkonstruktionen ansieht, sehen die auch so aus. Und der Grund dafür ist, eine enorme Steifigkeit zu erzielen. Die Gehäuse sehen wunderschön aus, verstärkt mit Carbon und Metallstreifen aus Edelstahl. Aber das sieht nicht nur sehr schön aus, sondern ist auch strukturell sehr sinnvoll für die Steifigkeit des Gehäuses.
DS: Du hast erwähnt, dass du auch die Frequenzweiche geändert hast.
MB: Ja. Das muss man immer tun, wenn man ein neues Gehäuse verwendet, weil sich die Wechselwirkung mit den Treibern ändert.
DS: Wenn ich mich recht erinnere, hast du bei unserem letzten Gespräch gesagt, dass es auch strukturelle Änderungen gab.

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MB: Ja. Die T-Serie verfügt über ein Parallel-Filter, während die M-Serie mit einer seriellen Frequenzweiche arbeitet. Es handelt sich jedoch nicht um ein normales Parallel-Filter, denn wir haben das übliche Parallel-Filter – bei dem man eine Spule und dann eine Masse hat – aufgeteilt. Was wir gemacht haben, ist, dass wir die Spulen aufgeteilt haben. Wir haben also eine Spule für den Eingang zum Treiber und eine Spule für den Ausgang. Man erhält sozusagen eine Art Push-Pull-Filter, ein symmetrisches Filter. Das Gleiche machen wir für den Hochtöner. Messtechnisch ist es dasselbe, klanglich jedoch ganz anders. Und die Herstellung ist doppelt so teuer, da man die Anzahl der Bauteile verdoppeln muss: zwei Spulen statt einer, zwei Kondensatoren statt eines.
DS: War es in der 0-Serie auch ein Parallel-Filter?
MB: Nein, in der 0-Serie war es ein serielles Filter.
DS: Was ist Deiner Meinung nach das Wichtigste für die höhere Auflösung des T5?
MB: Es ist der bessere Treiber: Er hat einen Titankorb, einen sehr guten Korb. Er verfügt über ein sehr gutes Magnetsystem mit sehr geringer Induktion und einen Titan-Schwingspulenkern. Wir wickeln die Spulen mit einer Innen- und einer Außenwicklung. Das bedeutet, dass die auf die Schwingspule einwirkende Kraft immer zu 100 Prozent parallel verläuft, anstatt Biegemomente auszuüben. Wenn man nur die Außenwicklung hat, kommt es zu einer Verbiegung und man erhält zudem eine Resonanz an der Schwingspule. Es gibt also viele kleine Details, die wirklich in diese Richtung wirken. Aber das Wichtigste ist die unterschiedliche Steifigkeit der Membran. Das ist wirklich der Hauptgrund für die höhere Auflösung.
DS: Haben nur die Mitteltöner einen Titankorb?
MB: Ja, bei den 8-Zoll-Treibern haben wir keinen. Der Titankorb ist nur für die Mitteltöner des T5 vorgesehen.
DS: Kommen wir noch einmal auf das serielle Filter zurück. Durchläuft das Signal jeden Treiber?
MB: Bei einem seriellen Filter wird der Übergangsbereich gemeinsam genutzt. Bei einem seriellen Filter wird das Signal zum Hochtöner über einen Kondensator geleitet. Die höchsten Frequenzen des Hochtöners durchlaufen weder den Bass- noch den Mitteltöner. Aber im Übergangsbereich gibt es eine gewisse Impedanz im Kondensator und eine gewisse Impedanz in der Spule. Dort teilen sie sich also den Strom.
DS: Würdest Du sagen, es handelt sich um ein Zwei-Wege-System?

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MB: Es ist ein Zweieinhalb-Wege-System, da die Mitteltöner im unteren Bereich nicht ausgeblendet werden. Sie sind über den gesamten Frequenzbereich aktiv. Sie werden aber konstruktiv oder durch das Gehäuse ausgeblendet. Wenn man ein geschlossenes Gehäuse hat, drückt der Treiber Luft hinein, wodurch ein Druck entsteht, der die Membran wieder nach außen drücken will. Wir haben es so gelöst, dass beim Einfedern der Membran das Gehäuse ein wenig Luft entweichen lässt. Und wenn sie sich dann in die andere Richtung bewegt, saugt sie ein wenig Luft an. Man hat also ein belüftetes Gehäuse, aber in der Belüftungsöffnung gibt es einen gewissen Strömungswiderstand. Die Luft strömt also nicht einfach ungehindert hinein und hinaus. Sie bewegt sich nicht frei. In der Konstruktionsphase haben wir durch Messungen sichergestellt, dass es im Inneren des Gehäuses keine Resonanz gibt, die eine Spitze erzeugt. Aber wir haben einen Widerstand eingebaut, so dass es wie ein geschlossenes System wirkt, obwohl es offen ist. Man erhält also diesen Strömungswiderstand. Und das bedeutet, dass wir den Treiber passiv ab 100, vielleicht 80 Hertz ausklingen lassen können. Er fällt einfach ab und hat einen Q-Faktor von 0,5, was bedeutet, dass er in ein Filter zweiter Ordnung übergeht. Und dann haben wir die Frequenzweiche so abgestimmt, um das zu kompensieren. Die Sache ist die: Wenn man das mit elektrischen Bauteilen macht, fügt man dem Treiber eine elektrische Phasenverschiebung hinzu. Die lässt sich unmöglich vermeiden. Und dann erhält man ein Drei-Wege-System, das wie ein Drei-Wege-System klingt. Das wollen wir nicht. Wir wollen etwas, das wie ein Zwei-Wege-System klingt, aber mit erweitertem Bass. Und genau das kann man erreichen, wenn man Zweieinhalb-Wege-Lautsprecher baut.
DS: Ein offensichtlicher Unterschied zwischen dem 05 und dem T5 in Sachen Mechanik ist der Fuß. Was habt ihr dort verändert?
MB: Zunächst einmal haben wir bessere Materialien verbaut, und jetzt haben wir die Möglichkeit, darin Darkz zu verwenden, und die Höhe ist verstellbar. Da Sandwich-Materialien in der Regel sehr gut klingen, besteht die Fußplatte aus einem Sandwich. Und auch hier handelt es sich um winzige Details, bei denen man keine Veränderungen im Frequenzgang messen kann. Aber man kann es hören.
DS: Handelt es sich beim Sandwich um Euer Verbundmaterial und zwei Schichten Titan?
MB: Es ist Verbundmaterial und Edelstahl. Es gibt Materialien, mit denen wir hier gerne arbeiten und die klanglich immer zur Spitzenklasse gehören. Edelstahl ist ein sehr gutes Material. Auch Titan, Zirkonium – das sind Materialien, die wirklich gut klingen. Eine Sache, die wirklich seltsam oder ein Zufall ist, ist, dass diese Materialien auch Materialien sind, die auch unser Körper mag. Man kann sie in der Chirurgie verwenden. Man nutzt sie für Implantate und ähnliches.
DS: Das weiß ich von Titan und Edelstahl. Aber kann man Zirkonium auch für Implantate verwenden?
MB: Ja, es ist sehr inert.
DS: Hast du auch die Verkabelung im Inneren des Lautsprechers geändert?
MB: Ja, sie wurde geändert. Ich kann dir aber nicht genau sagen, wie sie geändert wurde. Ich glaube, im Kabelbaum kommen mehr Tesla-Spulen zum Einsatz. Außerdem gibt es in der Frequenzweiche der T-Serie bessere Kondensatoren als zuvor.

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DS: Warum benutzt ihr Vorspannung für die Kondensatoren?
MB: Warum wir das tun? Weil wir Übergänge vermeiden wollen. So hat man keine Platte, die man vollständig füllen und wieder leeren muss. Wenn man die Vorspannung erhöht, arbeitet das System ohne jegliche Übergänge. Wenn man etwas vollständig entladen und wieder aufladen muss, entsteht dabei immer so etwas wie – ich weiß nicht, ob man es so nennen kann – Reibung. Es ist wie bei einem Elektroauto: Ein Kondensator ist wie eine Batterie. Es ist immer schwierig, ihn vollständig zu entladen, aber es ist auch schwierig, ihn vollständig aufzuladen. Mit der Vorspannung bewegt man sich in einem mittleren Bereich. Dadurch erzielt man eine viel bessere Linearität.
DS: Ich habe keine weiteren Fragen. Möchtest du noch etwas hinzufügen?
MB: Ich finde das wirklich lustig, das die alten 05er wirklich sehr, sehr gut mit Deinem Raum harmonieren. Aber wir hatten in anderen Räumen einige Probleme mit diesem Lautsprecher, weil er im Bassbereich ziemlich kräftig war. Das ist eben seine klangliche Signatur. Deshalb ist die Abstimmung des Basses beim T5 ein wenig anders. Sie reicht tatsächlich etwas tiefer. Und das führt dazu, dass es im Bass keine Ausbuchtung, keinen Buckel, keine Spitze, oder wie auch immer man es nennen mag, gibt. Man hat also das Gefühl, dass der Tieftonbereich zurückgenommen ist, aber tatsächlich reicht er tiefer. Es gibt jedoch keine Resonanz bei etwa 50 oder 60 Hertz, da wir die Reflexabstimmung nach unten verschoben haben.
DS: Du hast gesagt, dass ihr die Impedanz der Tieftöner geändert habt.
MB: Im Modell 05 haben wir vier Tieftöner verwendet, und das waren hochohmige Treiber, die wir alle parallel geschaltet haben. Jetzt schalten wir jedoch zwei in Reihe, zwei in Reihe und diese dann parallel. So erhält man eine Nennimpedanz von sechs Ohm. Die hatten wir vorher auch schon. Aber die Kopplung ist jetzt anders. Und das hat zwei Vorteile: Wir können überall dieselbe Schwingspule verwenden. Das ist natürlich eine gute Sache. Aber es scheint auch dazu zu führen, dass sich die Basssysteme besser verhalten. Der M8, den Du gestern gehört hast, wurde auf dieselbe Weise aufgebaut: in Reihe, in Reihe, in Reihe, parallel, in Reihe, in Reihe, in Reihe, parallel. Das bedeutet, dass man beim M8 auf vier Ohm kommt, und bei Deinem Lautsprecher mit vier Treibern auf sechs Ohm. Wir kombinieren sie also und verwenden sie sowohl in Reihe als auch parallel.
DS: Glaubst du, es wäre sinnvoll, in meinem Zimmer Subwoofer hinzuzufügen?
MB: Ja, natürlich.
DS: Welche?
MB: Die nebenan. Ich weiß nicht, ob sie gerade laufen. Aber wir können hingehen und sie zum Laufen bringen. Ich kann dir zeigen, was die Subwoofer leisten.
DS: Ich bin gespannt.

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Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant.

Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE freute, liegt an der doch recht ungewöhnlichen Bauform der beiden, bei der eines der vier Basschassis oben im Gehäuse montiert ist. Dadurch regt der unter der Dachschräge stehende Schallwandler meinen Hörraum im Tieftonbereich anders an als alle Lautsprecher, die bisher dort standen. Dass es in meinem klanglich ansonsten sehr stimmigen Arbeitszimmer ein Problem mit einem steilflankigen Einbruch um 64 Hertz gibt, hatte ich in einem Artikel zur Raumakustik vor nicht allzu langer Zeit ja schon beschrieben und auch, dass die Børresen 05 SSE ganz abgesehen von ihren sonstigen Meriten das Problem dank ihrer speziellen Chassis-Anordnung einfach verschwinden lässt. Das sollte bei der T5 SSE nicht anders sein. Neben den logistischen Herausforderungen gibt es noch eine kleine Unwägbarkeit beim Austausch der Fünfer: Wie man es schon vom Modellwechsel bei Autos her kennt, hat auch bei Børresen die aktuelle Version in allen Dimensionen im Verglich zum Vorgänger den ein oder anderen Zentimeter zugelegt. Die 05 SSE passte so gerade unter die Schräge. Bei der T5 SSE muss ich schlimmstenfalls bei der Ausrichtung minimale Abweichungen von der bisher bestens bewährten Position in Kauf nehmen.

Die elegante T5 SSE ist 1,66 Meter hoch
Die elegante T5 SSE ist 1,66 Meter hoch

Doch vor Anmerkungen zur Platzierung des Schallwandler im Raum und der Schilderung der ersten Höreindrücke mache ich üblicherweise die technische Besonderheiten eines Testobjekts zum Thema. Doch mit der üblichen Routine ist es bei der T5 SSE gleich aus mehr als einem Grund nicht getan: Zum einen verwendet Michael Børresen auch bei seinen Lautsprechern eine Reihe von Technologien zum Schutz vor hochfrequenten Störungen, die er für die Kabel, Ethernet-Switches und Stecker für freie Buchsen für Ansuz entwickelte: So habe ich „Analog Dither“, „Active Tesla Coils“ und „Anti-Arial & Resonance Coils“ schon beim Test des PowerSwitch D-TC und des D-TC Gold Signature beschrieben, während Roland Dietl ausführlich über seine Erfahrungen mit den Sortz berichtete. Auch Elemente zur Resonanzkontrolle wie die Darkz waren hier schon mehrfach Gegenstand der Betrachtung. Um ermüdende Wiederholungen zu vermeiden, werde ich im Folgenden nur die bei der T5 SSE zum Einsatz kommenden Ansuz-Lösungen nennen, sie aber nicht noch einmal detailliert beschreiben. Da kann ich nur auf die Eigeninitiative aller technisch Interessierten hoffen und auf die obigen Links verweisen.

Die Chassis werden auf die Schallwand montiert. Die Schallführungen werden aufgesteckt
Die Chassis werden auf die Schallwand montiert. Die Schallführungen werden aufgesteckt


Zum anderen hatte ich am Tag nach der Symphony of Innovation der Audio Group Denmark Mitte Februar die Gelegenheit, von Michael Børresen mehr über seine Weiterentwicklung der 05 zur T5 zu erfahren und mit ihm über meine Erfahrungen mit seiner Kreation zu sprechen. Das Interview werden Sie in Kürze an dieser Stelle lesen können. Auch deshalb kann es kein Fehler sein, die technischen Details der Børresen an dieser Stelle nur recht kurz abzuhandeln: Auch bei der T5 bestehen die Membranen aus drei Schichten. In der Mitte befindet sich ein Aramid- oder Nomex-Wabenkern, der oben und unten von sogenannten „Spread-Tow“-Kohlefaserschichten bedeckt ist. Dabei besteht das Gewebe aus gespreizten, bandartigen Faserbündeln, die flach nebeneinandergelegt und verwoben werden. Die Vorteile dieses Gewebes sind eine höhere Festigkeit und Steifheit, eine Gewichtsreduzierung von etwa 20 Prozent gegenüber klassischen runden Faserbündeln und eine exzellente Oberflächenstruktur. Dem Epoxidharz, das die Schichten miteinander verbindet, sind Graphen und Bor-Fasern beigemischt. Das sind hochkristalline, eindimensionale Nano- oder Mikrostrukturen, die sich den theoretischen Grenzen der Zugfestigkeit und Elastizität annähern sollen. Sie werden in erster Linie als Verstärkungsadditive in Metall-, Keramik- und Polymerverbundwerkstoffen eingesetzt. In den Membranen erhöhen sie abermals die Festigkeit, ohne nennenswertes zusätzliches Gewicht hinzufügen. Dadurch soll die Membran nicht nur stabiler werden, sondern auch geräuschärmer arbeiten.

Der Bändchen-Hochtöner hat einen Wirkungsgrad von 94 Dezibel
Der Bändchen-Hochtöner hat einen Wirkungsgrad von 94 Dezibel

Angetrieben werden die beiden 5-Zoll-Tiefmitteltöner und vier 8-Zoll-Tieftöner von Michael Børresens patentiertem eisenlosem „Motor“: An Anfang und Ende des Antriebs sitzen inner- und außerhalb des Luftspalts für die Schwingspule Neodym-52-Ringmagnete, zwischen denen sich bei der Silver Supreme Edition Ringe aus reinem Silber befinden: Die Schwingspuleninduktivität werde durch diese Konstruktion auf ein Zwölftel des bei herkömmlichen, eisenbasierten Treibern Übliche reduziert, führte der Entwickler schon beim Test der 05 SSE aus. Natürlich werden die Kupfer- und Silberringe, die Körbe, die Frequenzweichen-Spulen, der Hochtöner und die interne Ansuz-Gold-Signature-Verkabelung kyrogen behandelt, um die Leitfähigkeit, die Festigkeit und die Gesamtleistung zu verbessern. Beim Børresen-RP94-Bändchen-Hochtöner wurde mithilfe ausgefeilter Finite-Elemente-Verfahren das Magnetflussfeld optimiert, um einen hohen Wirkungsgrad sowie eine hervorragende Linearität zu gewährleisten. Auch bei dieser Version ist die bewegte Masse mit 0,01 Gramm extrem gering, so dass der Hochtöner in der Lage sein soll, selbst die subtilsten und feinsten Klangdetails wiederzugeben. Zu seiner Ansteuerung ist kein Transformator notwendig.

Der Tiefmitteltöner besitzt eine Sandwich-Membran aus einer Nomex-Wabenstruktur, die von zwei Lagen Kohlefasergeflecht bedeckt ist
Der Tiefmitteltöner besitzt eine Sandwich-Membran aus einer Nomex-Wabenstruktur, die von zwei Lagen Kohlefasergeflecht bedeckt ist

Wie alle Børresen-Lautsprecher sind auch die T5 SSE mit einer seriellen Frequenzweiche ausgestattet, so dass sich die Treiber im Übergangsbereich denselben Stromfluss teilen, der auch im Übergangsbereichs phasenstarr ist. Ziel dieser Beschaltung der Chassis ist ein kohärentes Klangbild. In der Weiche werden Folienspulen verwendet, die mit einer Papierisolierung gewickelt und unter Vakuum mit Harz imprägniert sind, was die mechanische Stabilität erhöht. Michael Børresen setzt hier „Stack-Foil“-Kondensatoren nach Militärspezifikation ein, denen er „die beste mechanische Stabilität und die geringste Induktivität aller auf dem Markt erhältlichen Kondensatortypen“ bescheinigt. Außerdem klängen sie ausgezeichnet. Die Widerstände zur Anpassung des hohen Wirkungsgrades des Hochtöners an den des Tiefmitteltonbereichs sind Metallfolientypen, da sie extrem geringe Rauschwerte und eine ebensolche thermische Variation aufweisen. Anders als die 05 sind die T5 mit Bi-wiring-Terminals ausgestattet, so dass die Tieftöner und die Tiefmitteltöner inklusive Hochtöner mit jeweils eigenen Kabeln respektive Endstufen angesteuert werden können. In beiden Fällen kommt die integrierte passive Frequenzweiche zum Einsatz. Selbstverständlich können die T5 auch mit aktiven Frequenzweichen kombiniert werden, wie sie beispielsweise die Aavik Vorstufe und die Aavik Vollverstärker mit an Bord haben.


Das Material des im 3D-Druck entstandenen Korbes des Tiefmitteltöner dürfte der Serie ihren Namen gegeben haben: Titan
Das Material des im 3D-Druck entstandenen Korbes des Tiefmitteltöner dürfte der Serie ihren Namen gegeben haben: Titan

Die mit Hartholz und Kohlefaser-Elementen verstärkten Lautsprechergehäuse, die in schwarzer Hochglanzlackierung oder mit hochglanzlackiertem Nussbaum-Furnier zu haben sind, beherbergen auch – wie erwähnt – eine Reihe von bewährten Ansuz-Technologien, zum Schutz vor hochfrequenten elektromagnetischen Störungen und zur Resonanz-Kontrolle. Letzterer dienen die zum Lieferumfang gehörenden Darks T2 Supreme, die aber nach meinen Erfahrungen mit der 05 SSE nicht zum Einsatz kamen: Lars Kristensen und Michael Børresen hatten damals zum Aufbau ihrer Lautsprecher auch zwei Sätze Darks Z2 Signature mitgebracht, die zu einer noch deutlich besseren Definition im Bassbereich führten, ohne auch nur das Mindeste an Energie wegzunehmen. Von den Topmodellen der Darks sollten natürlich auch die neuen Fünfer profitieren. Zur Rauschunterdrückung und gegen Einstreuungen kommen auch in der T5 SSE Ansuz' Tesla-Spulen so wie die in Leiterplatten integrierten aktiven Tesla-Spulen zum Einsatz. „Anti-Arial & Resonance Coils“ schützen die interne Verkabelung der Boxen. Die analoge Dither-Technologie, die inzwischen zur dritten Generation weiterentwickelt wurde, wird in der T-Serie natürlich ebenfalls verwendet.

Die Belüftungsöffnungen für die beiden Tiefmitteltöner und drei unteren Tieftöner
Die Belüftungsöffnungen für die beiden Tiefmitteltöner und drei unteren Tieftöner

Wie schon kurz nach dem Eintreffen der T5 in einem Artikel beschrieben, war es aus logistischen Gründen nicht möglich, die beiden Fünfer direkt nacheinander zu hören. Mit allen Vorbereitungen verging mehr als ein Tag, bis ich die T5 SSE an annähernd der gleichen Stelle in meinem Arbeitszimmer aufstellen konnte, den zuvor die 05 SSE innegehabt hatten. Das war übrigens nicht der Ort, an dem die beiden Firmengründer ihre 05 SSE nach deren Anlieferung platziert hatten. Ich gebe gerne zu, dass bei der von ihnen gewählten, stark eingewinkelten Aufstellung sehr nah an den Seitenwänden kräftige Impulse noch einen Tick intensiver zu erleben waren und auch die Maße der imaginären Bühne noch beeindruckender rüber kamen. Allerdings konnte lediglich eine exakt in Mitte des Raumes sitzende Person in den Genuss dieser phantastischen Darbietung kommen. Rechts oder links vom zentralen Sessel waren die immensen Qualitäten der Børresen T5 allenfalls zu erahnen.

Der obere Tieftöner wird wie alle Konuslautsprecher der T5 SSE von einem eisenlosen „Motor“ angetrieben
Der obere Tieftöner wird wie alle Konuslautsprecher der T5 SSE von einem eisenlosen „Motor“ angetrieben


Auch wenn mir Lars Kristensen zu mehr Mut zum Egoismus riet, experimentierte ich solange mit der Platzierung der 05, bis man deutlich mehr als 95 Prozent ihres Leistungsvermögens auf zwei nebeneinander liegenden Plätzen erleben konnte. Als eine Art vertrauensbildende Maße ist das gemeinsame Hören mit Herstellern und Vertrieben für mich unverzichtbar, denn nur so können sie nach der Anlieferung ihrer Testgeräte sicher sein, dass diese sich auch im meinem Arbeitszimmer so verhalten, wie sie es gewohnt sind. Noch wichtiger für mich ist aber, dass meine Kette nicht den Eindruck erweckt, High End sei ein autistisches Vergnügen. Dafür teile ich audiophile Erlebnisse viel zu gerne mit Freunden und Kollegen. Und auf den entspannten Musikgenuss mit meiner Gattin zur Stunde des Aperitifs möchte ich gleich gar nicht verzichten. Langer Rede kurzer Sinn: Auch die T5 wird dort stehen, wo sie zwei Zuhörer mit möglichst vielen ihrer enormen Fähigkeiten beglückt.

Der auf konventionelle Art hergestellte Korb des 8-Zöllers
Der auf konventionelle Art hergestellte Korb des 8-Zöllers

Dank des Fliesenbodens lässt sich der Standort der 05 SSE im Hörraum präzise einzeichnen – und diese Markierung später auch rückstandslos wieder entfernen. An diesen Kreisen und Linien orientiere ich mich bei der Aufstellung der T5 SSE: Aufgrund der etwa größeren Höhe und der Balken der Dachschräge muss ich die neuen Boxen mit etwa drei Zentimeter mehr Abstand von den Seitenwänden aufstellen, an der Ausrichtung der Schallwand auf den Hörplatz ändert sich nichts. Schon nach den ersten beiden Test-Tracks bin ich schier überwältigt: Die Musik entfaltet sich freier in einem größeren imaginären Raum, die physische Existenz der Lautsprecher gerät sofort in Vergessenheit. Man glaubt, die fest auf der Bühne verankerten Instrumente als dreidimensionale Objekte vor sich zu haben. Auch Ein- und Ausschwingvorgänge sind präziser nachzuvollziehen. Vielleicht habe ich mich ja vom sehr ähnlichen Aussehen der beiden Fünfer täuschen lassen: Mit einer solchen klanglichen Verbesserung habe ich jedenfalls nicht gerechnet. Auch der Tieftonbereich wirkt nun noch besser strukturiert, ganz einfach sauberer. Kein Wunder, dass ich die T5 SSE einige Tage und Abende mit einer Reihe von Lieblingsscheiben, von denen die meisten bei ECM erschienen sind, ohne jegliche Erkenntnisabsicht genieße. Für dieses Vorgehen spricht auch, dass ich keinerlei Informationen darüber habe, ob und wie lange das Pärchen in der Firma eingespielt wurde. Da kann das ein oder andere Album mehr vor dem kritischen Hinhören nicht schaden.

Die Kammer des oberen Tieftöners. Das Metallteill in der hinteren Öffnung beeinflusst das Strömungsverhalten der Luft
Die Kammer des oberen Tieftöners. Das Metallteill in der hinteren Öffnung beeinflusst das Strömungsverhalten der Luft

Nach der Phase der spontanen Begeisterung darüber, viel mehr die T5 SSE in Sachen Raumabbildung, Detailverliebtheit und Spielfreude zu bieten haben als ihre Vorgänger, geht es dann doch mit den üblichen Test-Stücken zu der Einschätzung der Fähigkeiten der Fünfer weiter: Sollten etwa die Pauken zu Beginn des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr. 3 mit Mariss Jansons mit einem Tick weniger Druck rüberkommen, als dies bei den 05 SSE der Fall war? Die Pauken besitzen mindestens so viel Energie wie zuvor, nur sind jetzt die einzelnen Schläge klarer voneinander zu unterscheiden und auch der Anteil der Felle an der Entstehung des Klang wird deutlicher. Die etwas weiter links stehende große Trommel lässt in der untersten Oktave ihres Klangspektrums jedoch einen Hauch Druck vermissen. Michael Børresen meint auf meine Nachfrage, dass die 05 SSE die Räume einiger ihrer Besitzer mit zu viel Tieftonenergie überladen habe. Deshalb habe er sich bei der endgültigen Abstimmung der neuen Fünfer für mehr Präzision und minimal weniger Fülle entschieden. Alles weitere, was er zu diesem Thema zu sagen hat, werden Sie in Kürze im Interview mit ihm lesen können.


Die 14 bis 15 Volt Gleichspannung für die Vorspannung der Kondensatoren in der Frequenzweiche und die Dither-Schaltungen werden über eine BNC-Buchse zugeführt
Die 14 bis 15 Volt Gleichspannung für die Vorspannung der Kondensatoren in der Frequenzweiche und die Dither-Schaltungen werden über eine BNC-Buchse zugeführt

Glücklicherweise konnte ich mich bisher mehr als ein halbes Jahr mit Børresens T5 SSE beschäftigen – und mich vielleicht auch daran gewöhnen. Oder sollte der unterste Bassbereich der Schallwandler nach der Ankunft in Gröbenzell einfach nur eine längere Einspielzeit gebraucht haben? Ich kann jedenfalls außer dem ersten Satz von Mahlers Symphonie Nr. 3 konkret kein anderes Musikstück benennen, bei dem ich tieffrequente Wucht vermisste, dafür aber einige, die mir nicht zuletzt wegen ihres besonders überzeugenden Bassbereichs nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Bei zweien war eine weitere Ausnahme-High-End-Komponente beteiligt, Wilson Beneschs Prime Meridian System. In dessen Test hatte ich erwähnt, dass ich mit Krey Baumgartl vom deutschen Wilson-Benesch-Vertrieb „Radioaktivität“ von der seltenen deutsche Ausgabe des Vierfach-Albums Minimum – Maximum von Kraftwerk hörte und die Bass Drum und die tieffrequenten Synthie-Sounds enorm viel Druck im Tiefton-Bereich entfachten – und das mit einer ungeheuer exakten Definition: Bässe wie in Marmor gemeißelt!

Die Adapter erlaubt die Verwendung von Single-Wiring-Lautsprecherkabeln trotz Bi-Wiring-Anschlüssen
Die Adapter erlaubt die Verwendung von Single-Wiring-Lautsprecherkabeln trotz Bi-Wiring-Anschlüssen

Wie oben beschrieben, kann man mit den T5 SSE in meinem Arbeitszimmer auch zu zweit Musik hören. Für einen Freund und Led-Zeppelin-Fan und seine Gattin hatte ich „Bring It On Home“ vom Album Led Zeppelin II aufgelegt und wollte gerade den Raum verlassen, damit die beiden den Song ungestört genießen konnten, blieb dann aber doch kurz stehen: Den Elektrobass hatte ich in diesem Song noch nie so präsent, energiegeladen und treibend gehört wie mit der Kombination aus Prime Meridian und Børresens Fünfer. Aber der Tieftonbereich der T5 SSE war jetzt lange genug Gegenstand der Betrachtung – und wird es erst wieder sein, wenn die Audio Group Denmark ein Pärchen BM3 liefern kann. Es war geplant, dass Roland Dietl die Bass Module in Kombination mit seinen Børresen 01 Cryo testet, jedoch ich bin einfach zu neugierig, um sie nicht auch einmal mit den T5 SSE auszuprobieren… Es dürfte klar geworden sein, dass meines Erachtens nach Børresens Fünfer das Beste sind, was meiner Kette und meinem Raum passieren konnte. Das sehen übrigens die Kollegen Roland Dietl, Thomas Heinemann und Achim Schneider genauso. Ersterer war schon direkt nach der Ankunft der Børresens in meinem Arbeitszimmer davon überzeugt, dass sie das Niveau des Vorgängermodells klar übertrifft. Thomas Heinemann verbrachte einige Zeit mit Qobuz und dem iPad vor den T5 SSE, da man Alben mit Frauenstimmen ja weder in meinem Plattenregal noch auf irgendeiner Festplatte finden kann. Da wir bei anderem Programmmaterial in unserer Bewertung nahezu hundertprozentig übereinstimmen, kann ich jetzt ruhigen Gewissens behaupten, dass die Fünfer auch Liebhaber von Stimmen rundum glücklich machen können. Achim Schneider war schon bei der digitalen Quelle davon begeistert, dass die T5 SSE völlig aus dem Klangbild verschwindet, man einfach nur Musik hört und keine Lautsprecher. Dabei würden die Dimensionen des realen Aufnahmeraumes oder der imaginären Bühne plastisch erfahrbar.

Die Darks T2 Supreme gehören zum Lieferumfang
Die Darks T2 Supreme gehören zum Lieferumfang


Da für ihn ein eine überzeugende Wiedergabe auf einem soliden Bass-Fundment fußen müsse, hob er bei seiner Einschätzung meiner Kette den überaus stimmigen und substanzreichen Tieftonbereich hervor. Realitätsnahe Transienten sind ihm ähnlich wichtig wie mir, und die liefert die T5 SSE auf überzeugende Weise. Besonders gefiel ihm das hohe Auflösungsvermögen der Kette und damit der Schallwandler, das es bei unserem Tonabnehmervergleich ermöglichte, die Charaktere der einzelnen Abtaster bestens von einander zu unterscheiden. Erfreulicherweise geht die Detailverliebtheit und perfekte Durchzeichnung nicht mit einem Anflug von Härte oder der Betonung des Hochtonbereichs einher und lenkt nie vom musikalischen Geschehen ab. Ganz egal, ob die Quelle eine Festplatte, eine Vinylscheibe oder ein Tonband ist: Die Musik sprich einen unmittelbar an, die Technik gerät in Vergessenheit. Dem brauche ich wohl nichts mehr hinzuzufügen.

STATEMENT

Dass die Børresen T5 SSE mit ihren patentierten eisenlosen Chassis in meinem Hörraum noch besser spielen als ihre Vorgänger, ist absolut ohrenfällig. Auch in Sachen Eleganz und Verarbeitung haben sie noch ein gutes Stück zugelegt. Die 05 SSE markierten für mich den Stand der Lautsprechertechnik. Die T5 dokumentieren, dass Michael Børresen und sein Team in der Zwischenzeit die Grenzen noch ein Stück weiter verschieben konnten. Einfach grandios!
Gehört mit
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith
Tonarm Einstein The Tonearm 12“ und 9“, Thales Symplicity II, AMG 12JT, Thiele TA01
Tonabnehmer Vertere Ruby one und Xtrax, DS Audio DS-W3, Jan Allaerts MC 2 Finish, Lyra Etna und Olympos sL
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym), Aavik Acoustics R-588
NAS Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil, WDMyCloud
Streamer Auralic G2.1 mit 2TB SSD, SOtM sMS-2000 mit externen Netzteilen für Ethernet- und USB-Card und mit integrierter, kryobehandelter 4-TB-SSD
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Bandmaschine Studer A80
Vorstufe WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen Acoustics 05 Silver Supreme Edition
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Forcelines, Ansuz Digitalz D-TC Supreme, Mainz D2 und Speakz D-TC SUPREME, Ortofon TSW-5000 Silver, AC 5000Si Silver
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Waversa Isolator-EXT-1 (2x), ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P3 und SBooster BOTW P&P Eco MKII, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME, Degritter MK II, ramar Plattenbürste
Herstellerangaben
Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition
Frequenzgang 25Hz-50KHz
Wirkungsgrad 88dB/1W
Impedanz
Empfohlene Verstärkerleistung >50W
Kryo-Behandlung ja
Hochtöner Børresen RP94 Bändchen-Hochtöner
Tiefmitteltöner 2 x 5" Børresen IronFree Titanium-SSE-Treiber
Tieftöner 4 x 8“ Børresen IronFree Titanium-SSE-Treiber
Ausführung Schwarz hochglanzlackiert oder Nussbaum-Echtholzfurnier, hochglanzlackiert
Abmssungen (B/H/T) 24 x 68 x 166cm incl. Darks, 36 x 75,8 x 164,6cm incl. Fuß
Gewicht 105 kg
Preise 200.000 Euro (T5 Silver Supreme Edition)
3.340 Euro (Darks Z2S) x 8

Hersteller
BØRRESEN Acoustics
Anschrift Rebslagervej 4
DK-9000 Aalborg
Web borresen-acoustics.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-07-14_borresen
  • Social Introtext Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant.
Montag, 13 Juli 2026 00:56

Cayin

Für Freunde der Silberscheiben, die auf mobilen Musikgenuss nicht verzichten wollen, bringt Cayin den CP6 auf den Markt. Der tragbare, akkubetriebene CD-Spieler mit Röhrenverstärkerstufe liefert den Sound der Glaskolben für CD- und mobile HiRes-Quellen. Er beherrscht den Kopfhörerbetrieb oder kann als D/A-Wandler die heimische Anlage versorgen.

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Der mobile CD-Spieler Cayin CP6 ist der ideale Begleiter für unterwegs, der außer den Daten von der Silberscheibe auch solche bis zu einer Auflösung von 384 Kilohertz und 32 Bit bei PCM und DSD256 von Smartphone, Mobilplayer oder Laptop über einen besonders hochwertigen D/A-Wandler auf die analoge Ebene bringt. Kabelgebundene High-End-Kopfhörer steuert er wahlweise über den asymmetrischen 3,5-Millimeter-Klingenausgang, oder die symmetrische 4,4-Millimeter-Pentaconn-Buchse am. Die Kopfhörer dürfen Impedanzen zwischen 8 und 600 Ohm aufweisen, die maximale Ausgangsleistung beträgt zweimal 1300 Milliwatt Der eingebaute vollsymmetrische Vier-Kanal-Verstärker treibt auch technisch anspruchsvollste Kopfhörer mit höchster Wiedergabequalität.

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Für die digitale Signalverarbeitung kommen zwei Cirrus Logic CS4308P DACs, ein XMOS XU316 USB-Prozessor und der Qualcomm QCC3083 Bluetooth-Chipsatz zum Einsatz.

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Der CP6 verwendet keine Kaltkathodenröhre, sondern eine vollwertige Pentode mit direkter Kathodenheizung: die JAN 6418 des Herstellers Raytheon. Diese robuste, ursprünglich für militärische Zwecke entwickelte Vakuumröhre hat unter Highendern einen exzellenten Ruf und ist für einen musikalischen, sehr transparenten, eben röhrentypischen Klang bekannt. Als eine der wenigen direktgeheizten Röhren kann sie dank ihres geringen Spannungsversorgungsbedarfs im mobilen HiFi-Einsatz ohne praktische Nachteile betrieben werden. Durch die Integration in eine spezielle Silikondämpfereinheit, eine Anti-Shock-Funktion des CD-Laufwerks, und die Lüftungsbohrungen im Gehäuse, werden die Röhren optimal vor Hitze und Erschütterungen bewahrt, und machen den CP6 voll alltagstauglich. Durch die Timbre-Schaltung lassen sich drei verschiedene Klangcharakteristika mit oder ohne Röhren im Signalweg auswählen. Die Kopfhörerverstärkerschaltung unterstützt je nach Geschmack des Musikhörers Class-A oder Class-A/B-Betrieb.

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In Sachen Anschluss- und Einsatzmöglichkeiten ist der CP6 erstaunlich vielfältig: Neben CD-Wiedergabe und USB vom Smartphone oder Laptop unterstützt er auch das Zuspielen per Bluetooth 5.4 mit hochwertigen Codecs wie LDAC, AAC und Apt-X HD sowie die Steuerung per App. Neben den Kopfhöreranschlüssen stehen sowohl symmetrische wie asymmetrische Line-Ausgänge, und koaxiale wie optische Digitalausgänge für den Anschluss an höherwertige Heim-DACs zur Verfügung. Ein Bluetooth-Transmitter für die Übertragung von drahtlosen Signalen an mobile Kopfhörer rundet die Wiedergabemöglichkeiten ab.

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Ein besonderes Highlight für alle Besitzer eines Laptops ohne CD-Laufwerk ist die CD-Rip-Funktion. Der CP6 ermöglicht es, über den USB-C-Anschluss die eingelegte CD direkt zu digitalisieren und als verlustfreie WAV-Dateien zu speichern.

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Er kann am Netzteil ebenso betrieben werden wie über den eingebauten Akku. Letzterer bietet eine Schnellladefunktion und eine Spieldauer von bis zu 7,5 Stunden.

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Der Cayin CP6 ist ab sofort verfügbar und kostet rund 1.000 Euro. Ein Etui mit Trageriemen wird zu einem späteren Zeitpunkt als Zubehör erhältlich sein.

Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
Anschrift An der Kreuzheck 8
61479 Glashütten-Schloßborn
Telefon +49 6174 9554412
Fax +49 6174 9554424
E-Mail info@cayin.com
Web www.cayin.de

Weitere Informationen

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Freitag, 10 Juli 2026 07:39

Temperatur und Tonabnehmer

Vor rund 20 Jahren, als noch von Jahrhundertsommern statt von Hitzedomen die Rede war, trieb mich erstmals die Frage um, ob es Tonabnehmersystemen schade, wenn sie oberhalb der üblichen Raumtemperatur benutzt werden. Damals gab Benz-Eigner Albert Lukaschek bereitwillig Auskunft, heuer befragte ich Ortofons ehemaligen Chefentwickler Leif Johannsen.

Heute kann man nur neidvoll an die Sommer vergangener Jahrzehnte zurückdenken, als es schon bemerkenswert war, wenn das Thermometer mehrere Tage lang mal mehr als 25 Grad anzeigte. Da hat man dann seine Freizeit wahrscheinlich lieber im Freien verbracht, als vor der heimischen Anlage zu sitzen, die das Wohnzimmer oder den Hörraum mit Röhren- oder Class-A-Endstufen weiter aufheizte. Die Flucht in die Natur war allerdings keine Alternative, wenn man sich beruflich mit dem Thema Hifi beschäftigt und Abgabe- oder Veröffentlichungstermine anstanden. Also hat man mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen die Nadel des Tonabnehmers trotzdem in die Rille gesenkt.

Das EMT ist ein weitverbreiteter Tonabnehmer: hier ein Brinkmann EMT ti. Der Nadelträger führt durch das Joch zum Spulenträger, der auf dem Dämpfungsgummi aufliegt. Die schwarzen Schrauben dienen der Einstellung des Spanndrahts
Das EMT ist ein weitverbreiteter Tonabnehmer: hier ein Brinkmann EMT ti. Der Nadelträger führt durch das Joch zum Spulenträger, der auf dem Dämpfungsgummi aufliegt. Die schwarzen Schrauben dienen der Einstellung des Spanndrahts

Höhere Temperaturen wirken sich vor allem auf das Dämpfungssystem des Tonabnehmers mit seinem Gummi und dem Spanndraht aus: Das Gummi wird weicher und der Spanndraht, der ja nicht wirklich ein Draht sein muss, sondern auch ein Kunststofffaden sein kann, dehnt sich minimal aus. Der Abtaster wird sich also ein klein wenig anders verhalten als bei der durchschnittlichen Raumtemperatur. Albert Lukaschek führte damals aus, dass die „Tonzellen“ bei circa 23 Grad optimale Betriebsbedingungen vorfänden. Bei diesem Wert erreichten sie die angegebenen Spezifikationen. Drei Grad mehr oder weniger sollten sich kaum bemerkbar machen. Darüber hinaus veränderten sich jedoch die Dämpfungseigenschaften des Gummis merklich, was den Klang durchaus in Mitleidenschaft ziehe. Selbst Temperaturerhöhungen von über fünf Grad sollten keine Auswirkung auf die Funktion des Spanndrahtes haben, wenn dieser wie bei den Benz-Systemen aus Stahl gefertigt sei. Bei Tonabnehmern, bei denen an dieser Stelle etwa Anglerschnur zum Einsatz komme, sei schon eher mit Abweichungen vom idealen Verhalten zu rechnen. Aber ganz egal, ob der Tonabnehmer nun bei 26 oder erst bei 29 Grad klanglich zu schwächeln beginne: Außer dass der Musikgenuss vielleicht minimal getrübt werde, drohe keinerlei Ungemach. Der Betrieb des Systems jenseits seines Wohlfühlbereichs könne nicht zu bleibenden Schäden führen. Soweit der Erbauer der renommierten Benz-Tonabnehmer.

Der Spulenträger und das Dämpfungsgummi
Der Spulenträger und das Dämpfungsgummi

An diese Aussagen erinnerte ich mich kürzlich, als ich eine Reihe von Tonabnehmern im Kombination mit der Aavik-Phonostufe, der R-588 hörte: Die etwas höheren Temperaturen im Hörraum dürften den Abtastern also keinen Schaden zufügen, und die klanglichen Ergebnisse waren so überzeugend, dass ich mir keine Gedanken darüber machte, ob es bei einigen Grad weniger vielleicht noch ein ganz klein bisschen besser klingen könnte. Für das darauffolgende Wochenende aber hatte der Kollege Achim Schneider seinen Besuch angekündigt und es war absehbar, dass der Analogfan auch eine Reihe verschiedener Abtaster in meiner Kette würde hören wollen. Da schien es mir dann doch sicherer, eine zweite Meinung zum Thema Tonabnehmer und Temperatur einzuholen. Und wer wäre geeigneter, entsprechende Fragen zu beantworten, als Leif Johannsen, der ehemalige Chief Officer of Acoustics and Technology von Ortofon, der in den letzten Jahrzehnten für alle Tonabnehmer der Dänen verantwortlich zeichnete und auch einen beträchtlichen Anteil an der Entwicklung des neuen Nadelschliffs für das MC Vertex hatte. Ein Exemplar des neuen Topmodells ist übrigens gerade auf dem Weg nach Gröbenzell.

Tonabnehmerspezialist Leif Johannsen
Tonabnehmerspezialist Leif Johannsen

Auch Leif Johannsen sieht keine Gefahr für Tonabnehmer, die bei hohen Temperaturen benutzt werden. Selbst beim Betrieb bei 35 bis 40 Grad im Hörraum seien keine bleibenden Schäden zu erwarten. Dadurch, dass das Gummi weicher werde, ändere sich natürlich der Klang und zwar nicht zum Besseren. Auch wenn er bei seinen Experimenten nicht über 30 Grad hinausgegangen sei, halte er es für ausgeschlossen, dass man das System durch die Benutzung bei Hitze ruiniere. Vorsicht sei allerdings bei der Herstellung angebracht: Wenn das Gummi aufgrund der Umgebungsbedingungen in der Fertigung zu weich sei, würde die Gegenkraft durch den Spannfaden zu hoch eingestellt, um den Nadelträger in der Idealposition zu fixieren. Bei Normaltemperatur sei dieser dann zu wenig beweglich, die Abtastfähigkeit einfach zu gering. Deshalb werde bei Ortofon darauf geachtet, dass in den Produktionsräumen entsprechende Temperaturen herrschten, was natürlich auch der Konzentrationsfähigkeit der dort tätigen Spezialistinnen zugute käme. Selbstverständlich fänden auch die Messungen der fertigen Abtaster unter kontrollierten Klimabedingungen statt: Auf den Messschrieben sei auch die Temperatur während der Tests vermerkt. Sie haben also die Wahl: klanglich leicht eingeschränkter Musikgenuss von der LP selbst bei hochsommerlichen Temperaturen oder doch lieber der Aufenthalt im Biergarten, im Freibad oder auf Balkon oder Terrasse.

PS: Momentan könnte ich mich sogar für Class-D-Endstufen und Geräte mit hocheffektiven Schaltnetzteilen erwärmen…

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  • Social Introtext Vor rund 20 Jahren, als noch von Jahrhundertsommern statt von Hitzedomen die Rede war, trieb mich erstmals die Frage um, ob es Tonabnehmersystemen schade, wenn sie oberhalb der üblichen Raumtemperatur benutzt werden. Damals gab Benz-Eigner Albert Lukaschek bereitwillig Auskunft, heuer befragte ich Ortofons ehemaligen Chefentwickler Leif Johannsen.
Mittwoch, 08 Juli 2026 23:48

Volumio Primo V3

Der Volumio Primo V3 ist ein audiophiler Streaming-DAC und Netzwerkplayer mit ESS Sabre ES9039Q2M und linearer, ultra-rauscharmer Stromversorgung für hochauflösende Wiedergabe bis 384 Kilohertz und 32 Bit sowie DSD. Er verfügt über symmetrische XLR- und unsymmetrische Cinch-Ausgänge, Gigabit-Ethernet, Dual-Band-WLAN, USB-Host-Ports und HDMI.

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Der Primo V3 arbeitet mit Volumio OS, einem auf Musik-Wiedergabe spezialisierten Betriebssystem, das ohne integriertes Display auskommt. Die Steuerung erfolgt über die Volumio App für Android/iOS, per Browser im selben Netzwerk oder über ein per HDMI angeschlossenes Display mit optionaler Maus, Tastatur oder Touchscreen.

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Der integrierte ESS Sabre ES9039Q2M unterstützt PCM bis 384 Kilohertz und 32 Bit, der USB-Digitalausgang PCM 1536 Kilohertz und 32 Bit sowie DSD1024. Über das Volumio-Menü stehen acht DAC-Filter – lineare und Minimum-Phase-Charakteristiken mit verschiedenen Roll-Off-Varianten – sowie ein schaltbarer NOS-Modus zur Verfügung, der Oversampling und interne DAC-Filter umgeht.

Der Primo V3 bietet eine symmetrische Stereo-XLR- und eine unsymmetrische Stereo-Cinch-Ausgangsstufe. Beide Ausgänge verfügen über acht schaltbare Ausgangspegel, so dass die maximale Ausgangsspannung präzise an die Eingangsreserve nachgeschalteter Vor- und Vollverstärker angepasst werden kann.

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Zwei USB-A-Host-Ports (5 V / 0,56 A und 5 V / 1,33 A) erlauben den Anschluss von SSDs, HDDs, USB-Sticks, Eingabegeräten oder externen DACs. Ein Micro-SD-Slot steht für lokale Musikspeicherung zur Verfügung, so dass der Primo V3 auch ohne permanente Netzwerkverbindung genutzt werden kann.

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Für Streaming stehen Gigabit-Ethernet (10/100/1000 Mbit/s) und Dual-Band-WLAN (2,4/5 GHz, 802.11 a/b/g/n/ac) zur Verfügung. Der HDMI-Ausgang spiegelt die Volumio-Oberfläche bis 4K/60 fps auf externe Displays. Ein Front-ON/OFF-Taster und eine mehrfarbige Status-LED (mit einstellbarer Helligkeit) signalisieren Betriebszustände wie Booten, Standby oder Netzwerkverbindung.

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Der Primo V3 bietet Auto-Power-Saving mit wählbaren Timeouts und Aktionen (Standby oder Power Off) sowie eine Auto-Power-On-Funktion beim Anlegen der Versorgungsspannung. Ein Quad-Core-A72-Prozessor mit 1,5 GHz, 2 GB DDR4-RAM und 16 GB eMMC sorgen für eine reaktionsschnelle Bedienung, OTA-Updates halten das System auf aktuellem Stand.

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Gegenüber der Vorgängergeneration nutzt der Primo V3 eine neue Hardware-Plattform mit schnellerem Quad-Core-A72-Prozessor, überarbeiteter linearer Netzteilsektion und dem ESS Sabre ES9039Q2M DAC. Hinzu kommen eine verbesserte Ausgangsstufe mit geringeren Verzerrungen, acht DAC-Filter, ein schaltbarer NOS-Modus, fein abgestufte Ausgangspegel, höhere unterstützte Samplingraten und OTA-Firmwareupdates.

Herstellerangaben
Volumio Primo V3
  • CPU: Quad-Core A72, Quad Core 1,5 GHz
  • RAM: 2 GB DDR4
  • Interner Speicher: 16 GB eMMC
  • LAN: Gigabit Ethernet 10/100/1000 M
  • WLAN: Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 und 5 GHz)
  • Bluetooth: Version 5.0
  • USB-Ports: 1 x USB-A 2.0 (5 V / 0,56 A), 1 x USB-A 2.0 (5 V / 1,33 A)
  • Video-Ausgang: HDMI, bis 4K / 60 fps
  • DAC: ESS Sabre ES9039Q2M
  • Netzwerk-/Net-Eingang: bis PCM 384 kHz / 32 Bit und DSD256
  • USB-Digitalausgang: bis PCM 1536 kHz / 32 Bit und DSD1024
  • Stromversorgung: Lineare, ultra-niederrauschende 5 V / 3 A Versorgung
  • Analoge Ausgänge symmetrisch: XLR, 1,00 / 1,55 / 2,00 / 3,00 / 4,00 / 5,00 / 6,00 / 6,30 Vrms
  • Analoge Ausgänge unsymmetrisch: Cinch, 0,50 / 0,775 / 1,00 / 1,50 / 2,00 / 2,50 / 3,00 / 3,15 Vrms
  • Analoge Ausgangsimpedanz: ca. 140 Ω
  • DAC-Filter: 8 wählbare PCM-Filter
  • NOS Mode: Schaltbar ON/OFF
  • 12V-Trigger-Ausgang: 3,5 mm Klinke
  • Abmessungen (B x T x H): 27 x 15 x 5 cm
  • Gewicht: 2,5 kg
  • Preis: 900 Euro

Michelangelo Guarise, Gründer und CEO von Volumio, der das Team aus kreativen Köpfen, Ingenieuren, Musikbegeisterten und Audiophilen bei Volumio leitet, sagte: „Der Primo V3 ist keine bloße Weiterentwicklung. Er ist eine komplette Neugestaltung unseres Flaggschiff-Streaming-DACs. Auf der Grundlage der neuesten technischen Plattform von Volumio spiegelt er unser Engagement wider, die Grenzen der Leistung zu erweitern und gleichzeitig der Musikalität und Benutzerfreundlichkeit treu zu bleiben, die unsere Nutzer erwarten.“

„Der Primo V3 baut auf all dem auf, was unsere Community an den Vorgängergenerationen geschätzt hat, und führt gleichzeitig bedeutende Verbesserungen in Bezug auf Leistung, Flexibilität und Steuerung ein“, fügte Guarise hinzu.

Der Primo V3 wurde, wie alle Produkte von Volumio, im Herzen von Florenz in der Toskana von Hand entworfen und entwickelt. Er läuft auf Volumio, dem Musik-Betriebssystem, das ausschließlich mit dem Ziel entwickelt wurde, die beste Audio-Streaming-Qualität und das beste Hörerlebnis zu gewährleisten. Nutzer können Musik von jeder lokalen Quelle abspielen und auf Online-Streaming-Dienste wie Tidal, Qobuz, HighResAudio, TuneIn und Spotify zugreifen – alles über die Volumio-App oder eine beliebige andere Streaming-App, sei es Tidal Connect, Qobuz Connect oder Roon.

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-07-08_volumio
Mittwoch, 08 Juli 2026 17:05

Ifi Audio: NEO Stream 3 & ZEN Stream 3

Network-Streaming hat die Hi-Fi-Welt revolutioniert und ist heute ein zentraler Baustein moderner Audio-Systeme. WOD Audio präsentiert zwei neue Audio Streamer, mit denen die mehrfach preisgekrönte britische High-End-Hi-Fi-Marke iFi Audio einmal mehr Maßstäbe in Sachen Klangqualität, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit setzt.

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Stark komprimierte digitale Audio-Formate bieten unbegrenzte Möglichkeiten, Musik vor allen Dingen mit mobilen Endgeräten in den Alltag zu integrieren. Echte Audiophile und Hi-Fi-Liebhaber blieben hierbei lange Zeit auf der Strecke: Die Konzentration auf übertragungsfreundliche Datenformate ging bei mp3 und Streaming deutlich zu Lasten der Audioqualität. Es dauerte fast zwei Jahrzehnte seit dem Aufkommen der ersten Streaming-Dienste, bis mit den ersten High-End-Streamern eine Brücke zwischen den technologischen Möglichkeiten und den hohen Erwartungen von Hi-Fi-Liebhabern mit hochwertigem Setup gebaut wurde. Mit den beiden Audio Streamern NEO Stream 3 und ZEN Stream 3 präsentiert das Team aus internationalen Audio-Experten von iFi Audio einen weiteren Meilenstein im Network-Streaming.

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iFi Audio NEO Stream 3

Als vollständige Lösung für Enthusiasten vereint der NEO Stream 3 Streamer, DAC und Vorverstärker in einem Gerät. Damit eignet sich der NEO Stream 3 ideal für Hi-Fi-Anlagen ohne externen DAC oder auch als digitales Herzstück einer hochwertigen Audio-Kombination. Der NEO Stream 3 nutzt ein vom preisgekrönten NEO iDSD 2 abgeleitetes Burr-Brown-Chipset. Darüber hinaus setzt iFi Audio auf dasn4-Kanal True Native Hi-Res DAC-Design mit PCM 768 Kiliheertz und DSD512. Für eine präzise Signalverarbeitung sorgt dabei ein 16-Core-XMOS-Prozessor. Der NEO Stream 3 bietet nativen Support für Tidal Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect (lossless), Apple AirPlay 2, Roon Ready und DLNA/UPnP. Einmal mehr überzeugt iFi Audio auch beim NEO Stream 3 mit richtungsweisenden Technologien und Innovationen: Hierzu zählen Elemente wie die K2HD-Technologie (JVCKENWOOD), mit der verlorene harmonische Inhalte aus digitalen Aufnahmen restauriert werden. Audio-Tracks werden auf mindestens 192 Kilohertz angehoben (Up-sampling), um einen natürlicheren und wärmeren Klang zu erzielen. Weitere Funktionen wie die Optische LAN-Isolation (OptiBox), SilentLine & FET-basiertes Schalten und Active Noise Cancellation (ANC) beseitigen Netzwerkrauschen, verhindern elektrische Störungen und gewährleisten eine optimale rauschfreie Signalübertragung.

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iFi Audio ZEN Stream 3

Für Besitzer externer High-End-DACs bietet iFi Audio mit dem ZEN Stream 3 einen reinen Streaming-Transport als Upgrade bestehender Hi-Fi-Systeme, wie zum Beispiel dem ZEN DAC 3 oder dem NEO iDSD 3 ebenfalls von iFi Audio. Der ZEN Stream 3 orientiert sich technologisch und funktional am NEO Stream 3 und bietet ebenfalls PCM- und DSD-Unterstützung – mit maximal 384 Kilohertz und 32Bit respektive DSD256 (11,2MHz) – und nutzt K2-Technologie, Als Ergänzung bestehender Systeme benötigt der ZEN Stream 3 im Gegensatz zum eigenständigen NEO Stream 3 kein optisches LAN, keine Analogausgänge und keinen Kopfhörerausgang, besitzt aber sowohl einen USB-Ausgang mit ANC als auch S/PDIF-Ausgänge (koaxial und optisch).

NEO Stream 3 und ZEN Stream 3

Mit dem NEO Stream 3 und ZEN Stream 3 gelingt iFi Audio der Brückenschlag zwischen modernem Streaming und traditionellem High-End-Hi-Fi. Während der NEO Stream 3 als All-in-One-Lösung Streamer, DAC und Vorverstärker vereint, bietet der ZEN Stream 3 als puristischer Streaming-Transport die ideale Ergänzung für bestehende Hifi Anlagen. Beide Geräte ermöglichen Audiophilen den Zugriff auf hochwertige Musikquellen wie Tidal, Roon, Spotify lossless oder Qobuz, ohne dabei Kompromisse bei der Klangqualität eingehen zu müssen.

Der Preis für den ZEN Stream 3 liegt bei 400 Euro, der für den NEO Stream 3 bei 1.000 Euro.

Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
Anschrift Westendstr. 1a

61130 Nidderau
Telefon +49 6187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Web www.wodaudio.de

Weitere Informationen

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Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern?
Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig im Magnetsystem. Das sorgt für eine höhere Linearität, da sich die Induktivität nicht ändert. Der symmetrische Antrieb ist für mich sehr wichtig. Bei einer normalen Sinuswelle ist die Summe gleich Null. Bei dynamischen Impulsen verschiebt sich dagegen das Signal in den Plus- oder Minusbereich. Hier entsteht ein Gleichstromimpuls, der von der Nichtlinearität herrührt. Das ist eine Gleichstromverzerrung, die mit der Dynamik einhergeht. Bei einer normalen Messung der gesamten harmonischen Verzerrungen sieht man das nicht. Man hört diese Verzerrung nicht direkt als Ton, sondern spürt sie als permanenten, unangenehmen Druck im Raum. Das ist vergleichbar mit dem Druckgefühl beim Öffnen und Schließen einer Tür in einem kleinen geschlossenen Raum. Dies führt nach wenigen Minuten zu einer Ermüdung des Gehörs. Eine gute Belüftung des Treibers verhindert zudem Kompressionseffekte. In den Top-Modellen stammen Magnetsystem und Korb aus der Illuminator-Serie von Scanspeak. Aber alle weichen Teile – die Aufhängung, die Membran, die Staubschutzkappe – all diese Dinge sind meine Eigenentwicklung, die Scanspeak exklusiv für mich fertigt. Ich mag keine harten Membranen. Diese sind zwar steif, können aber zu heftigen Resonanzspitzen neigen. Resonanzen ruinieren die Musik, weshalb ich Dämpfungstechnologien für Gehäuse, für Kondensatoren, für Induktivitäten und auch für die Treiber einsetze. Wenn die Musik stoppt, sollte sie auch wirklich aufhören. Eine Resonanzspitze kann man zwar über die Frequenzweiche absenken, beispielsweise um 20 Dezibel, aber sie schwingt trotzdem zeitlich nach („Ringen“). Dieses Nachschwingen ist als Artefakt hörbar, was die musikalische Dunkelheit („Darkness“) und die feinen Nuancen zerstört. Wenn man zum Beispiel fernsieht, möchte man die kleinen Details im Schwarz erkennen. Die kleinen Nuancen, die kleinen Dinge. Das ist mir wichtig. Deshalb entwickle ich auch dieses Design für das Gehäuse. Das Gehäuse sollte akustisch tot sein. Es sollte nicht abgestimmt sein. Es sollte tot sein. Denn ich möchte, dass nur der Lautsprecher klanglich zum Tragen kommt.

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RD: Was sind Deine Leitlinien bei der Lautsprecherentwicklung?
MA: Wir haben drei Kernaspekte: Zeitausrichtung, Dämpfungstechnik und minimale Schallwandfläche. Minimale Schallwandfläche bedeutet, die Fläche um die Chassis so klein wie möglich zu halten. Jede Oberfläche um die Schallquelle herum verändert den Klang durch Reflexionen. Und dann haben wir die Zeitausrichtung. Aufgrund der unterschiedlichen Bauformen von Tief-/Mitteltöner und Hochtöner ist deren akustisches Zentrum nicht auf einer Linie. Das bedeutet, dass die Schallwellen des Hochtöners normalerweise zuerst beim Hörer ankommen. Durch unsere nach hinten geneigte Schallwand stellen wir sicher, dass der Grundton (Impuls) und die Obertöne (bis zu 20 Kilohertz) absolut zeitgleich beim Hörer eintreffen. Eine zeitliche Verschiebung („Verschmierung“) würde die packende Dynamik und Lebendigkeit zerstören. Wenn man zum Beispiel einem Sinfonieorchester zuhört, bei dem alle Violinen gleichzeitig spielen, dann hat man die maximale Dynamik, das ist mitreißend. Wenn sie das aber nicht tun und den Klang zeitlich verschmieren, wird es langweilig und lebloser. Das Gleiche gilt für die Gehäuseverzerrung, also den Klang aus dem Gehäuse. Wenn man die Dynamik um 3 bis 4 Dezibel erhöhen will, braucht man größere Magnete, leichtere Membranen, alles Maßnahmen, die das Verhalten des Gesamtsystems verändern. Wenn man jedoch das Grundrauschen um 10 Dezibel senken kann, erhöht man die Dynamik um 10 Dezibel, anstatt größere Magnete oder andere Dinge zu verwenden, die die Klangfarbe der Treiber verändern. Das sind also die Dinge, die wichtig sind. Für mich ist der Frequenzgang auch wichtig, aber was zeitlich passiert, ist viel wichtiger. Es geht um das Timing. Wenn man eine Rockband hat und der Schlagzeuger und der Bassist spielen zusammen, wird es mitreißender, es ist interessanter. Und genauso ist es beim Lautsprecher: Es ist wichtig, die Kohärenz zu haben, die Phasenkohärenz. Der Klang ist wichtiger als die Wahrnehmung weiterer Details. „Okay, ich kann den Hochtöner um 1 dB anheben.“ Dann nehme ich mehr Details wahr. Ich kann die Übergangsfrequenz für den Hochtöner senken. Ich nehme mehr Details wahr. Aber das überträgt sich nicht auf die Luft. Wenn man eine kleine Antriebseinheit hat, kann sie hin und her gehen, aber sie bewegt die Luft nicht: Wenn man eine größere Membranfläche hat, koppelt sich diese besser an die Luft an und wandelt die Bewegung in Klang um, den man tatsächlich hören und spüren kann. Deshalb verwenden wir einen 7-Zoll-Treiber statt zweier 5-Zoll-Treibern, auch wenn die beiden 5-Zoll-Treiber eine größere Membranfläche haben. Aber sie koppeln nicht vergleichbar gut mit der Luft. Das ist eine Frage der Physik.
RD: Was waren die Änderungen bei der Gen 2?
MA: Es gab einige große Änderungen bei den Gen-2-Modellen, aber die wichtigste ist, dass wir von einer Frequenzweiche zweiter Ordnung auf eine Frequenzweiche erster Ordnung mit 6 Dezibel umgestiegen sind. Beim Hören hat das den Klang geöffnet – er ist viel dynamischer, klarer und gleichzeitig auch kohärenter. Wir sind sehr zufrieden mit den Änderungen. Außerdem verwenden wir Q-Board für den Gehäusebau. Bei der ersten Generation haben wir nur an bestimmten Stellen im Gehäuse dieses Material eingesetzt, um Resonanzen zu reduzieren. Jetzt besteht das gesamte Gehäuse aus diesem Material, das wir auch in unseren High-End-Modellen verwenden. Es ist dünner, aber dennoch effektiv.

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RD: Wie passt der Hochtöner in Deine Philosophie?
MA: Hier gilt das Gleiche: Der Hochtöner, den ich verwende, ist bis unter 1.000 Hertz „flach“. Man kann ihn also bei einer Übergangsfrequenz von 1,5 Kilohertz trennen, und viele tun das auch. Aber er ist zu klein, um die Luft in Bewegung zu versetzen. Wenn ich das so mache klingt eine Gitarre funkelnd, weil der Hochtöner klein ist, eine leichte Membran hat und leicht anzusteuern ist. Aber wo ist der Korpus der Gitarre? Bei einer Violine hört man alle Obertöne, aber wo ist der Korpus? Es ist ein Holzkorpus, den ich gerne hören möchte. Ich höre gerne Opern, und wenn man sie etwas lauter abspielt, fängt dieser kleine Hochtöner mit seiner kleinen Resonanzkammer an, nasal zu klingen. Das gefällt mir nicht. Ich möchte den Korpus hören, die Wucht. Es muss nicht unbedingt die Oper sein, es kann auch Adele sein oder was auch immer. Ich möchte das Ganze sehen: den Klang, den Korpus, die Größe des Ganzen. Ich will nicht: „Ah, das klingt so schön und detailreich und all das.“ Details sind mir egal. Die Tonalität ist mir egal. Ich möchte hören und spüren, dass dort tatsächlich ein Mensch steht und singt. Es wird nie perfekt sein, was schon am Mikrofon liegt. Aber ich möchte so nah wie möglich an das Gefühl herankommen, dass es wie eine Geige klingt, wie ein Cello, wie eine Akustikgitarre. Oder einfach ein paar Töne von Mark Knopfler, wenn er spielt: Man hört die Saiten, ohne dass sie hervorgehoben werden. Man hört den Korpus aus Metall, den Korpus der Gitarre, wenn er spielt. Es geht nicht darum, Details hervorzuheben. Es geht um die Balance zwischen Grundton und Obertönen – zeitlich und klanglich –, damit man das Gefühl hat, dass dort tatsächlich ein echtes Instrument steht und spielt. Das ist der knifflige Teil, denn hier geht es um Physik, um Messungen und um das Material. Alle Materialien klingen anders. Ob die Schwingspule nun aus Kupferdraht oder aus kupferbeschichtetem Aluminium besteht – sie klingt anders. Das Aluminium klingt heller. Auch beim Spulenkörper gibt es Unterschiede: Ob dieser aus Aluminium, Kapton oder Glasfaser besteht – das klingt jeweils anders. Bei beiden wirkt das Aluminium aufgrund der Wirbelströme wie eine Bremse. Bei Glasfaser und Kapton ist das nicht der Fall. Aber Kapton bewegt sich ein wenig, wenn es in Bewegung ist. Das macht den Klang etwas weicher. Und Glasfaser klingt manchmal etwas dünner. Diese unterschiedlichen Eigenschaften berücksichtige ich, wenn ich zum Beispiel die Membran herstelle. Wir haben Glasfaser für eine gewebte Membran verwendet, Kevlar für eine gewebte Membran und Kohlefaser für eine gewebte Membran. Sie klingen alle unterschiedlich. Die Glasfaser klingt ein wenig leicht und ein wenig dünn. Die Kohlefaser klingt ein wenig dumpf, ähnlich wie Kohlewiderstände, die weich klingen. Und Kevlar hat nicht so viel Materialklang. Aber es klingt ein wenig anders. Es ist in den höheren Frequenzen etwas heller, aber es handelt sich nicht um eine Resonanz. Wenn man einen großen Mitteltöner oder Mittel-/Tieftöner hat, muss bei höheren Frequenzen eine Menge Masse bewegt werden. Da fangen sie an, aus dem Klangbild zu fallen. Aber das Kevlar trägt ein wenig dazu bei, die Klangbalance zu erhalten. Es lässt einen großen Treiber wie einen kleineren Treiber klingen. Und genau diese Balance muss man herstellen. Das Gleiche gilt für Frequenzweichen. Man kann wählen, ob man Rundspulen, Flachspulen oder Backlackspulen verwendet, und es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Kondensatoren, die völlig unterschiedlich klingen.

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RD: Lass uns noch einmal auf den Hochtöner zurückkommen …
MA: Ich ziehe es vor, die Übergangsfrequenz hoch anzusetzen, etwa bei 3,5 bis 4 Kilohertz. Denn dann habe ich ein Gleichgewicht zwischen dem, was der Hochtöner an physikalischen Luftbewegungen leisten kann, und der Tatsache, dass er bei lauter Wiedergabe nicht überlastet wird.
Was den Hochtöner angeht, mag ich keine harten Membranen. Es gibt zwar einige, die tatsächlich recht gut sind. Beryllium ist ziemlich gut, aber Beryllium ist giftig. Ich verwende es nicht gern, denn letztendlich wird es in 20, 30 oder 50 Jahren irgendwo als Müll enden, und das will ich nicht. Es gibt Hochtöner mit dünnen, mehrschichtigen Carbon-Hartmembranen; die sind in Ordnung, aber ich bevorzuge weiche Kalotten. Sie bieten eine bessere Balance zwischen den hohen und den tiefen Frequenzen. Ich höre gerne Frauenstimmen und, sagen wir mal, Oper oder was auch immer. Das beansprucht den Hochtöner ziemlich stark. Ich mag dieses „sss“ nicht – nein, und ich tue alles, um das zu vermeiden.
RD: Welche Verkabelung verwendest Du?
MA: Bei Kabeln bevorzuge ich massive Adern statt vieler kleiner, feiner Adern. Wenn man viele feine Adern hat, springen die Elektronen – also die Musik – von einer Ader zur nächsten, und bei jedem Sprung, wenn man den Nullpunkt durchquert, fließt der Strom nicht; es ist wie bei einer Diode – das liegt an Korrosion, Staub und der Oberfläche. Massivleiter klingen weicher und ausgewogener. Es gibt einen großen Unterschied bei der Isolierung aus PE-Polyester, Polypropylen oder Teflon – das klingt jeweils anders. Manchmal ist das wichtiger als die Anzahl der „Neuner“ bei der Reinheit des Kupfers. Ich mag kein versilbertes Kupfer, weil es sich je nach Frequenz verändert: Plötzlich wird der Klang schärfer und der Charakter des Klangs verändert sich. Und das möchte ich nicht haben.
RD: Du hast bereits erwähnt, dass die Übergangsfrequenz relativ hoch ist und es sich um eine Frequenzweiche erster Ordnung handelt. Sind das symmetrische 6 Dezibel?
MA: Ja, das sind sie. Viele Entwickler zeichnen sich ihre Kurve für 6 Dezibel und versuchen dann, die Treiber dazu zu bringen, dieser zu 100 Prozent zu folgen. Und dafür braucht man viele zusätzliche Bauteile. Das mache ich nicht. Ich gehe einen Kompromiss ein. Ich möchte wenige Frequenzweichen-Bauteile, denn wenn man viele Frequenzweichen-Bauteile hat, ja, dann misst es sich makellos, aber es klingt leblos.
RD: Du hast also eine wirklich einfache 6-Dezibel-Frequenzweiche: zwei Bauteile – sonst nichts?
MA: Nein, leider nicht. Das hängt vom jeweiligen Lautsprecher-Chassis ab. Manchmal geht es, und manchmal geht es nicht.
Für den verwendeten Tief-Mitteltöner gibt es tatsächlich nur ein Bauteil. Für den Hochtöner gibt es ein Bauteil für die Frequenz und ein Bauteil zur Pegelanpassung. Bei Hochtönern liegt die Resonanzfrequenz bei etwa 500 Hertz. Und wenn man 6 Dezibel hat und eine Änderung der Impedanz, sinkt der Frequenzgang und steigt dann wieder an. Was macht man dann? Man muss ein Notch-Filter bauen. Eine Spule, einen Widerstand und einen Kondensator. Das ist ziemlich groß, teuer und nimmt viel Platz weg. Können wir den Kondensator weglassen? Ja, das geht. Und was passiert? Dann hat der Kondensator für die Frequenzweiche dessen Aufgabe übernommen. So reduziere ich ein Bauteil, das groß ist und viel Geld kostet. Das bedeutet, ich kann eine teurere Spule und einen guten Widerstand verwenden. Ich versuche zu optimieren: Können wir etwas reduzieren und weglassen, ohne etwas zu verändern? Vielleicht klingt es besser, wenn ich einen sehr guten Kondensator verwende, aber wenn ich dieses Geld einsparen und anderweitig investieren kann, bekomme ich eine bessere Spule. Ich bekomme einen besseren Widerstand. Das ist Preis-Leistungs-Optimierung.

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RD: Dein Lautsprecher klingt extrem räumlich.
MA: Ja, die Klangbühne ist wichtig.
RD: Aber was ist das Geheimnis hinter dieser Räumlichkeit?
MA: Kohärenz. Die zeitliche Abstimmung macht es aus. Man muss Treiber verwenden, die eine klangliche Balance zwischen Grundton und Obertönen aufweisen. Die Obertöne sind die Luft. Sie sollten diese nicht betonen, sondern dafür sorgen, dass sie zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge vorhanden sind, ohne besondere Verfärbungen. Außerdem: Wenn man etwas um den Hochtöner oder den Mitteltöner herum anbringt, klingt es anders. Wenn man das minimieren kann, hat man mehr Raum um sich herum und weniger Störungen durch die Oberfläche.
Das hängt auch mit dem Phasenverhalten zusammen. Wenn man ein sich stark verändertes Phasenverhalten hat, wie bei einer 24-Dezibel-Frequenzweiche, kann man den Lautsprechertreiber „zwingen“, die unerwünschten Anteile in den oberen Frequenzen zu unterdrücken und die unerwünschten Anteile des Hochtöners in den unteren Frequenzen zu beseitigen. Ja, das klingt fantastisch. Aber man hat ein sehr ausgeprägtes Phasenverhalten in den oberen Frequenzen, wo die Frauenstimme und die Obertöne liegen. Und das lässt den Klang dumpf oder weniger präzise wirken. Das lässt sich messen. Bei einer 6-Dezibel-Frequenzweiche ist das Phasenverhalten über den Frequenzbereich gleichmäßiger.
RD: Kommen wir zur Basswiedergabe: Ich weiß nicht, ist das Modell, das ich erhalten habe, schon eingespielt?
Marc Sossa: Ja, wir haben es mindestens zwei Wochen lang eingespielt.
RD: Mein Eindruck ist, dass die Basswiedergabe sehr präzise ist, aber auch sehr schlank.
MA: QLMs klingen nie dünn. Wenn sich jemand in einem bestimmten Raum über die Basswiedergabe beschwert, dann eher, wenn er zu viel davon hat. Dann muss man die Lautsprecher umstellen.
RD: Der Lautsprecher steht an einer Stelle, an der andere Lautsprecher viel Bass haben.
MS: Welchen Verstärker verwendest du?
RD: Ich habe einen Stax DA80 Pure Class A. Es liegt mit Sicherheit nicht am Verstärker. Ich werde versuchen, die Lautsprecher ein wenig umzustellen.
MA: Ich nehme die Bassreflex-Abstimmung unterhalb dessen vor, was man normalerweise in den Simulationen macht.


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RD: Was bedeutet das genau?
MA: Das bedeutet, dass es bei dieser Membrangröße normal ist, die Abstimmfrequenz auf etwa 45 bis 50 Hertz einzustellen, wodurch man viel Bass erhält, der aber nicht so tief reicht. Ich verschiebe die Abstimmfrequenz weiter nach unten. Der Unterschied zwischen geschlossenen Gehäusen und Bassreflexgehäusen besteht darin, dass geschlossene Gehäuse einen saubereren Klang liefern. Das hängt auch vom Phasenverhalten ab und davon, wann der Bass aufhört oder nicht. Mit der tieferen Abstimmfrequenz verhält sich der Lautsprecher länger wie ein geschlossenes Gehäuse. Wenn die Abstimmfrequenz also tiefer liegt, bedeutet das, dass die Phasenverschiebungen auf eine niedrigere Frequenz verlagert werden.
RD: Wo liegt sie? Bei 30 Hertz?
MA: Ja, bei 30 Hz.
RD: Das entspricht ziemlich genau meinen Messungen.
MA: Diese Abstimmung bedeutet, dass man etwas weniger Bass hat, sagen wir mal zwischen 80 und 40 Hertz. Das ist kein Problem, weil man normalerweise einen gegenläufigen Raumeffekt hat. So entsteht eine bessere Balance, und man mehr Kontrolle in den tieferen Frequenzen.
RD: Vielleicht ist das die Erklärung.
MA: Ja, das könnte sein. Denn in dieser Hinsicht ist unsere Abstimmung anders.
RD: Würdest du sagen, es ist kein typischer Bassreflex-Lautsprecher?
MA: Nein, nein. Viele Leute sagen: „Ich mag keinen Bassreflex-Lautsprecher“. Unser Lautsprecher klingt ähnlich wie ein Lautsprecher mit geschlossenem Gehäuse, und das liegt daran, dass er sich über einen weiten Frequenzbereich wie ein geschlossenes Gehäuse verhält. Viele Entwickler widmen den Hochtönern zu wenig Aufmerksamkeit: Man hat eine Kalotte, und bei vielen billigen Hochtönern ist das Polstück dahinter flach. Das Innenvolumen beträgt also einen Kubikzentimeter, und das ist für eine Frauenstimme, für eine Opernsängerin oder was auch immer, sehr klein. Das komprimiert den Klang. Daher ist die Belüftung wichtig. Wir haben bei allen unseren Lautsprechern eine recht große Kammer, und für das neue Modell habe ich eine völlig neue Kammer konstruiert und die bisherige, die eigentlich ganz gut war, entfernt. Wenn man zu unseren Topmodellen kommt, zum Beispiel zum Master 7, ist das die Stufe, ab der wir beginnen, Kondensatoren aus 100-prozentiger Kupferfolie zu verwenden. Diese sind extrem teuer. Sie kosten mehr als die Hochtöner, und die Hochtöner sind nicht gerade billig. Ich habe eine neue Kammer entworfen und viel Mühe in die Abstimmung der Kammer gesteckt. Es gibt eine Belüftung, so dass ziemlich viel Schall abgestrahlt und in die hintere Kammer abgeleitet wird. Außerdem gibt es eine offene Bohrung hinter der Kalotte, und die Kammer wird mit Dämpfungsmaterial gefüllt. In unseren Lautsprechern verwenden wir zum Beispiel normalerweise Dämpfungsmaterial, das zu 70 Prozent aus Wolle und zu 30 Prozent aus Kunstfasern besteht. Die Kunstfasern sorgen für eine bessere Konsistenz der Wolle. Verwendet man nur Wolle, beginnt diese von Natur aus zu schrumpfen und sich zusammenzuziehen. Mit den Kunstfasern sorgen wir jedoch dafür, dass sie an Ort und Stelle bleibt und sich besser verarbeiten lässt. Verwendet man dieses Material jedoch in einem Hochtöner, nützt es nichts. Dort ist eine stärkere Dämpfung erforderlich. Und bei der Dämpfung muss man außerdem dafür sorgen, dass das Material atmen kann. Wir investieren viel Aufwand in die Art und Weise, wie wir die Dämpfung gestalten. Sie ähnelt eher einer Transmission-Line.

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RD: Gibt es noch irgendwelche Geheimnisse, die Du uns verraten kannst?
MA: Eigentlich gibt es keine Geheimnisse. Das Geheimnis liegt vielleicht darin, wie man verschiedene Komponenten und Materialien kombiniert, zu erkennen, wie unterschiedliche Materialien klingen, und zu versuchen, sie miteinander zu kombinieren. Wir müssen es herausfinden. Am besten hört man einfach hin!
RD: Das ist ein perfekter Satz zum Abschluss. Vielen Dank für das Gespräch.

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96050 Bamberg
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Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-07-07_qln
  • Social Introtext Während Roland Dietl die Qln Prestige Three Gen 2 in seinem Hörraum stehen hatte, ergab sich während der High End in Wien die Gelegenheit, mit Qln-Inhaber und -Entwicker Mats Andersen und Marketing-Chef Marc Sossa über die Qln-Design-Philosophie im Allgemeinen und die Prestige Three im Besonderen zu sprechen.

Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD.

Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files mindestens ebenso gut klingen wie die, die er über Ethernet von einen Netzwerk gebundenen Speicher bezieht – und das ist immerhin ein Melco N1Z H60/2, der mit einem Dreifach-Linearnetzteil und zwei Crucial-SSDs getunt ist. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Musik-Dateien auf der zum Lieferumfang des sMS-2000 gehörenden 500-Gigabyte-Festplatte, auf dem auch das Betriebssystem abgelegt ist. Inzwischen erwarb ich eine 4-Terabyte-Crucial-SSD, die ich dann auf dem dafür vorgesehenen Steckplatz auf der Hauptplatine installierte. Per Fernwartung über Chome Remote Desktop hat dann ein SOtM-Mitarbeiter die Festplatte im Betriebssystem des sMS aktiviert, aber das war es nicht allein: Es wurde auch festgelegt, dass das Betreibssystem des SOtM die 500 Gigabyte-Platte allein nutzt, die Musikdaten aber ausschließlich auf der 4-Tera-Byte-Crucial abgelegt werden. Wie Roland Dietl schon vorausgesagt gesagt hatte, war die Programmierung keine Sache von Minuten, aber nach etwas mehr als einer Stunde konnte ich dann alle Audio-Files vom Melco überspielen, was natürlich bei einer Datenmenge von knapp unter 2 Terabyte noch deutlich länger dauerte.

Danach trat der 4-Terabyte-Speicher seine Reise ins österreichische Stanzach zu CoolTech an, wo Wolfgang Lausecker sie mit seiner ganz speziellen Methode kältebehandelte. Meine vorherigen Experimente hatten gezeigt, dass die kryogene Behandlung einer bereits mit Daten befüllten Festplatte zu einem noch besseren klanglichen Ergebnis führt als die Überspielung von Daten auf eine zuvor auf -180 Grad herabgekühlte SSD. Da muss ich wohl mit dem Bewusstsein leben, dass alle nun neu aufgespielten Audio-Dateien gegenüber den bei Einfrieren des Festplatte bereits abgespeicherten Musikstücken einen Hauch benachteiligt sind.

Oben die SSD mit geringerer Kapazität, auf der jetzt nur das Betriebssystem liegt, unten der kryo-behandelte 4-Terabyte-Speicher mit den Musik-Dateien
Oben die SSD mit geringerer Kapazität, auf der jetzt nur das Betriebssystem liegt, unten der kryo-behandelte 4-Terabyte-Speicher mit den Musik-Dateien

Nach der Rückkehr und dem Einbau in den sMS-2000 lief dieser problemlos wieder hoch und die Festplatte wurde sofort erkannt. Nach einer etwa einstündigen Aufwärmphase ohne eingeschaltete und Wärme verbreitende Endstufe, siegte dann aber die Neugier. Wie schon beim ersten Vergleich von internen und externer, per Ethernet verbundenen SSD angemerkt, macht es einem Jplay leicht, Tracks aus zwei unterschiedlichen Bibliotheken zu vergleichen: Die App zeigt oberhalb der Cover-Ansichten „Minimserver(Eunhasu)“ und „Minimserver(N-184C)“ an. Durch Tippen auf den Servern zugeordnete Symbole kann man die Cover eines jeden der beiden unabhängig von einander aus- oder einblenden. Das schließt Verwechselungen aus.

Nachdem ich Abdullah Ibrahims gesamtes Album Sotho Blue von der internen SSD genossen habe, höre ich vom Melco mehrmals das zuvor überhaupt maximal zweimal gespielte „Prism“, das Arild Andersen komponierte und mit Vassilis Tsabropoulos und John Marshall für das Album The Triangel einspielte. Das Klaviertrio erklingt im besten ECM-Sound: Der Kontrabass besitzt Körper und ist wohl definiert, der Flügel überzeugt mit einer glaubhaften Größe, da er auch in den tiefen Lagen ausreichend Energie freisetzt, und füllt den mittelgroßen Raum. John Marshall beschränkt sich größtenteils auf seine Becken und die Snare, aber das reicht völlig, um den Song entspannt voranzutreiben und einen rhythmischen Sog zu entwickeln.


Wenn der Track von der internen Festplatte kommt, sieht man sich einer etwas größeren Abbildung gegenüber, der imaginäre Raum wirkt in allen drei Dimensionen ein bisschen weiter ausgedehnt. Das filigrane Spiel auf den Becken wird feiner aufgelöst, ohne die Homogenität der Wiedergabe auch nur im Entferntesten zu schmälern. Die höheren Töne des Flügels umgibt mehr Glanz. Die Reproduktion erscheint einerseits eine Spur entspannter und fließender, andererseits aber in Sachen Groove noch involvierender. Das alles sind zwar eher Marginalien, aber beim ersten Vergleich zwischen externer und interner SSD schienen mir beide auf ähnlichem Niveau agieren, vielleicht mit einem hauchdünnen Vorteil für letztere. Nach der Separierung von Betriebssystem und Musik-Files auf verschiedene Speicher und der Kryo-Behandlung der Musik-SSD ist der SOtM mit dem eingebauten Speicher mein klarer Favorit.

Die NVMe-M2-Disk auf der Hauptplatine zu installieren ist einfach, sie per Software einzubinden, schon erheblich langwieriger
Die NVMe-M2-Disk auf der Hauptplatine zu installieren ist einfach, sie per Software einzubinden, schon erheblich langwieriger

Weiter geht’s mit der „Polka“ aus Schostakowitschs Das Goldene Zeitalter mit dem London Symphony Orchestra unter Jean Martinon vom Melco. Das macht mehr Spaß als ich erwartet habe, was vor allem daran liegen dürfte, dass zuletzt noch die Børresen 05 Silver Supreme Edition statt der T5 SSE und der Auralic Aries G2.2 statt des SOtM sMS-2000 in der Kette aktiv waren. Klangfarben, Rhythmus, Abbildungspräzision und Raumdarstellung lassen nun keine Wünsche mehr offen. Und dennoch wirkt der Konzertsaal noch ein kleines Stückchen größer, wenn das Audio-File von der internen Festplatte des sMS-2000 kommt. Die Musik wirkt nun trotz des noch solideren Bassfundaments leichter und beschwingter, einfach noch eine Spur fröhlicher.

Trotz aller Begeisterung für den SOtM mit seiner kryo-behandelten eingebauten Festplatte komme ich um den Widerruf meiner Ankündigung im ersten Nachtrag zum sMS-2000 nicht herum: Der Anregung von der SOtM-Entwicklers Il Won Lee folgend, hatte ich geplant, beim Streamer auch einmal mit dem Diretta Protokoll für die Ethernet-Verbindung zu experimentieren. Nachdem ich SOtMs Vorführanlage auf der High End in Wien gesehen habe, in der gleich zwei über Diretta verbundene sMS-2000 zum Einsatz kamen, nehme ich von diesem Ansinnen Abstand: Zuviel ist zuviel. Mehr zu diesem speziellen Protokoll werden Sie in nicht allzu ferner Zukunft dennoch erfahren und zwar im Interview, das Roland Dietl mit Il Won Lee führte.

STATEMENT

Wenn sich beim SOtM sMS-2000 die Musik-Files die integrierte Festplatte nicht mit dem Betriebssystem teilen muss und die SSD mit den Audio-Daten auch noch nach CoolTechs speziellem Kryo-Verfahren behandelt wurde, schlägt sich das noch einmal in mehr Wohlklang nieder. Leider habe ich den sMS-2000 schon vor Monaten im Statement als digitale Traum-Komponente gewürdigt. Wie soll ich das jetzt noch steigern?
Gehört mit
NAS N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil
Streaming Bridge Auralic G2.2
Streaming App JPLAY for iOS 1.4.2
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Vorverstärker WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen T5 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, Swiss Cables, Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20, Waversa WLAN-Isolator-EXT-1 (2x), English Electric EE1 Plus
Gehört mit (Wohnzimmer)
Streamer Eversolo DMP-A10
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics Hugo TT2 mit Ferrum Hypsos
NAS Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil
Vorverstärker Einstein The Preamp
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Göbel Epoque Aeon Fine
Kabel Audioquest Dragon Bi-Wiring, Swiss Cables Reference (Plus), Goebel High End Lacorde Statement
Zubehör Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Sieveking Quantum Noise Resonator, Silent Power Lan iPurifier, 10Gtek-Medienkonverter mit SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter

Die Herstellerangaben finden Sie im Test des sMS-2000.

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD.
Mittwoch, 01 Juli 2026 08:11

Audio Pro A15 W

Audio Pro, Spezialisten für hochwertige Lautsprecher mit skandinavischem Design, machen Musikgenuss für die Sommersaison besonders komfortabel: Der Audio Pro A15 W ist ein kabelloser Bluetooth-Speaker für Garten und Outdoor-Aktivitäten, fungiert im Heim aber als komfortabler Streaming-Lautsprecher mit HiRes-Wiedergabe und Multiroom-Funktionalität.

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Der A15 W ist voll kompatibel mit mehreren modernen Apps, Protokollen und Streaming-Ökosystemen. Auch eine Einbindung in gemischte Setups, mit Komponenten mehrerer Hersteller, ist problemlos möglich. Über die App können zahlreiche digitale Dienste und Zuspielvarianten eingebunden werden, darunter Amazon Music, Deezer, Qobuz, Spotify und Tidal. Die Netzwerkverbindung unterstützt mehrere Dienste und Protokolle, darunter Spotify Connect, Airplay 2, Google Cast, Tidal Connect und Audio Pro Multiroom.

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Unabhängig vom Netzwerk ist das Zuspielen von Musik per analogem Klinkenanschluss sowie per Bluetooth 4.2 möglich. Unterwegs oder im Garten sorgt der eingebaute Akku mit bis zu 19 Stunden Spielzeit für ausdauernden Musikgenuss. Falls mal unerwartet der Regen einsetzen sollte, ist der A15 W mit einer Klassifizierung von IPX2 gegen Spritzwasser geschützt.

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Der A15 W ist trotz seiner kompakten Maße wie ein vollwertiger HiFi-Aktivlautsprecher ausgestattet: Sein 4,5 Zoll großer Tieftöner mit Bassreflexunterstützung sorgt dank eigenem 30-Watt-Verstärker für kraftvolle Bässe und dynamische Mitten. Eine Gewebekalotte mit eigenem 10-Watt-Verstärker garantiert feine Hochtonklänge mit seidiger Transparenz.

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Die kompatiblen Apps ermöglichen im Netzwerkbetrieb das Gruppieren mehrerer Lautsprecher, und damit auch eine vollwertige Stereowiedergabe. Wer den A15 W in eine kraftvolle, dynamische Anlage für große Räume verwandeln will, kann sogar einen kabelgebundenen Subwoofer anschließen. Für die akustische Anpassung stehen in den Apps Equalizer und Einmessfunktionen bereit.

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Der A15 W bietet ein Bedienkonzept, das sowohl für den mobilen Einsatz mit Bluetooth, wie auch für eine komplexe Multiroom-Integration zuhause bestens ausgerüstet ist. Die zentrale Lautstärketaste dominiert das Bedienfeld oben auf dem Speaker, und kleine LED-Anzeigen informieren den Benutzer über Batterieladezustand und den im Moment aktiven Eingang.

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Die 6 Preset-Tasten lassen sich mit Internetradiostationen, Playlisten vom Streamingdienst, Podcasts und vielem mehr belegen, so dass Nutzer auch ohne App mit einem Knopfdruck den gewünschten Content starten können – ideal für Schlafzimmer, Küche und Bad.

Haptische Knöpfe mit klarer Beschriftung für Pause, Titelsprung und Quellwahl ermöglichen zudem eine einfache Wiedergabesteuerung am Gerät. Ideal, wenn das smarte Gerät mit der App gerade in Benutzung ist, oder sich nicht im Netzwerk befindet.

Der Audio Pro A15 W ist ab sofort in den Stoffbezügen Schwarz, Dunkelgrau und Hellgrau im Fachhandel verfügbar. Der Preis beträgt 400 Euro.

Vertrieb
LAD - Livestyle Audio Division by ATR - Audio Trade
Anschrift Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Schenkendorfstraße 29
D-45472 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 208 882660
E-Mail email@audiotra.de
Web www.audiotra.de

Weitere Informationen

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Dienstag, 30 Juni 2026 10:31

Keces Euphony

Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit.

Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu- oder abschaltbaren Ports. Der Streamer und D/A-Wandler Euphony zeigt sich da von einer ganz anderen Seite. Wenn man trotz des Preisunterschiedes einen Vergleich zieht zu beispielsweise den mit modernem, informativem Display glänzenden Geräten von Eversolo, erscheint der Euphony aus der Zeit gefallen und etwas gestrig. Dass ich nach dem Aufstellen und Integrieren des Euphony sehr schnell versöhnt sein würde, war mir da noch nicht bewusst. Der Keces Euphony zeigt sich in schlichtem, schwarzen Kleid mit nur 22 Zentimeter Breite und 66 Millimeter Höhe sehr kompakt. Von Vorteil ist, dass er sich so recht platzsparend in eine Anlage integrieren lässt. Kein Display auf der Front, sondern allein diverse verschieden farbige, in der Aluminium Front versenkte LEDs und drei Taster bestimmen zusammen mit ihrer goldfarbenen Beschriftung und dem Keces-Logo die Optik. Dies führt zu einer klar ersichtlichen Handhabung und unterscheidet sich wohltuend von verschachtelten Menüs, wie sie einige Hersteller dem Benutzer aufzwingen. Ein Taster dient dem An- beziehungsweise Ausschalten und ist dem harten Netzschalter auf der Rückseite untergeordnet. Ein zweiter Taster „Dim“ schaltet die LEDs nicht dunkler oder heller, sondern entweder aus oder an, wobei letzteres dezentes und überhaupt nicht grelles Leuchten bedeutet. Mit Input wählt man zwischen den Eingänge: Bluetooth, Netzwerk, USB, optisch Toslink oder S/PDIF Koax.

Aüßerlich gibt sich Keces' Euphony zurückhaltend funktional und ohne jegliche Gimmicks
Aüßerlich gibt sich Keces' Euphony zurückhaltend funktional und ohne jegliche Gimmicks

Der Euphony ist WLan-tauglich. Zum Lieferumfang gehört eine Antenne, die rückseitig angeschraubt wird. Sobald das Gerät einen Ethernet-Anschluss registriert, wird intern der WLan-Zugang abgeschaltet. Das ist vorbildlich, denn so kann ein störender Sende- und Empfangs-Aktionismus die Elektronik nicht negativ beeinflussen. Allein dafür gibt's schon mal Anerkennung. Der Euphony kann über alle Eingänge, außer Bluetooth, PCM bis zu 192 Kilohertz und 24 Bit übertragen. USB ermöglicht eine Wiedergabe von DSD256, die anderen Eingänge das übliche DSD64. Bei DSD wird die Auflösung direkt durch blaue LEDs angezeigt, bei PCM zeigt eine blaue LED den Basiswert von 44,1 oder 48 Kilohertz an. Eine weitere leuchtet beim Multiplikator „2“ oder „4“ oder „8“-fach. Ich habe beim Test den Netzwerk-Zugang genutzt und Qobuz oder meinen Rechner als Musikserver per Minimserver eingebunden. Will man eine kostenlose App zur Bedienung nutzen, empfiehlt Keces Mconnect. Das funktioniert ebenso wie Bubble UPnP oder Qobuz- Tidal- oder Spotify-Connect oder jeder DLNA-Player. Besser klingt es jedoch mit Jplay, was allerdings Apple-Nutzern vorbehalten ist. Ich bin sicher, dass Sie die Investition von knapp 200 Euro für eine Langzeitlizenz nicht bereuen würden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gravierend die Software bei der Musik von digitalen Quellen zum Klangeindruck beiträgt. Der Artikel meines Kollegen Roland Dietl beschreibt Jplay ausführlich und gibt Hinweise zur optimalen Nutzung. Über das Netzwerk, also jetzt mit Jplay und Minimserver, lassen sich dann auch höher als 192 Kilohertz aufgelöste Dateien abspielen, wie etwa die von Paticia Barber in DXD aufgenommenen Alben Clique oder Higher. Die klingen schon mal erstaunlich gut.

Die Anzeigen von Eingang und Auflösung erklären sich selbst und sind auch auf Distanz, sobald man die Anordnung verinnerlicht hat, einwandfrei erkennbar
Die Anzeigen von Eingang und Auflösung erklären sich selbst und sind auch auf Distanz, sobald man die Anordnung verinnerlicht hat, einwandfrei erkennbar


Auf der Rückseite bietet der Keces Euphony je ein Paar symmetrischer Ausgänge und Cinch-Alternativen für das analoge Signal. Dazu gesellen sich digitale Ausgänge, ausgeführt als S/PDIF-Koax-Cinch und optisch Toslink. Diese ermöglichen die Verbindung des Euphony als reinen Streamer mit aktiven Lautsprechern über eine digitale Verbindung. Der Anschluss für die WiFi- und Bluetooth-Antenne ist mittig angeordnet. Beim Testgerät fehlte sie. Ich habe den Euphony ohne jegliches Zubehör bekommen. Deshalb kann ich die interessante Bluetooth-Anbindung nicht überprüfen. Die soll nämlich als Ausgang nutzbar sein und das Musiksignal auf ein Android- oder iOS-Gerät senden können. Im rechten rückseitigen Anschlussfeld finden wir fünf digitale Eingänge: S/PDIF Koax und optisch Toslink. USB-B für den Anschluss eines Computers, von dem aus die Musik mittels beispielsweise Audirvana oder Foobar Player-Software gespielt werden kann. Darüber der Ethernet-Anschluss und eine USB-A-Buchse für die Verbindung mit einem externen Speicher, der aber laut dem deutsche Importeur Robert Ross nicht größer als 128GB und in FAT32 formatiert sein soll. Die Option, intern eine Festplatte als Speichermedium zu montieren, gibt es beim Euphony nicht. Idealerweise ist also eine Zuspielung über das Netzwerk vorgesehen. Ganz rechts auf der Rückseite des Euphony finden wir den harten Netzschalter und die Kaltgerätebuchse mit der Sicherung. Eine Spannungsumschaltung von 230 Volt auf 115 Volt ist am Geräteboden zugänglich.

Übersichtlicher kann man Anschlussfelder kaum gestalten
Übersichtlicher kann man Anschlussfelder kaum gestalten

Kommen wir zum technischen Aufbau des Euphony, denn da hat Keces Besonderes zu bieten. So schlicht und funktional der Euphony auch auf der Front wirkt, seine inneren Werte überraschen. Es beginnt mit dem exklusiv bei Keces zu findenden H-SonicTM-Ringkern-Transformator. Der wurde nicht nur bei Keces entwickelt, sondern wird auch im eigenen Haus gefertigt. Seine Qualität äußert sich laut Keces in extrem niedrigem Rauschen und hoher Stabilität in der Stromversorgung. Ihm wird eine außergewöhnlich hohe mechanische und elektromagnetische Störungsfreiheit zugeschrieben. Das soll einer verbesserten Hintergrundruhe, also der so begehrten Hintergrund-Schwärze dienen. Mehrere separate Stromversorgungen speisen die digitialen und analogen Sektionen sowie die Micro-Controler. Damit werden gegenseitige, störende Beeinflussungen über die Stromversorgung minimiert. Die Signalverarbeitung im Euphony erfolgt komplett symmetrisch. Die Strom-zu-Spannung-Wandlung geschieht nicht über Operationsverstärker sondern mittels diskreter Schaltung. Dies soll die Dynamik steigern, Verzerrungen niedrig halten und die Stabilität im Klanggeschehen festigen. Auf allen vier senkrecht stehenden Platinen sieht man auf dem Foto diese Spannungs-Konverter. Auf den Keces Digital-Analog-Wandler-Chip ist man ebenfalls stolz, weil hier eine eigene Programmierung für präzise digitale Filterung, die Vermeidung von Phasenfehlern und eine stabile Datenverarbeitung ins Analoge sorge. Mit sehr viel Akribie wollen sich die Keces-Entwickler besonders der Streaming-Platine gewidmet haben. Der Optimierung des Rauschverhaltens diene auch hier die Strom-Isolierung. Bei den Neutrik XLR-Ausgängen und den 24-Karat vergoldeten Cinch-Anschlüssen hat man ebenfalls nicht geknausert. Betrachtet man den Aufwand im Gerät und bewertet die Solidität der Verarbeitung, wäre zumindest ich nie auf die Idee gekommen, dass der Eupony für relativ bescheidene 1200 Euro zu haben ist.

Enorm viel sauber aufgebaute Technik für´s Geld
Enorm viel sauber aufgebaute Technik für´s Geld

Aber hören wir ihn uns an. Zuerst das oben erwähnte Album Clique von Patricia Barber in DXD, weil ich ausprobieren will, wie der Euphony die 352,4 Kilohertz und 24-Bit nativ verarbeitet. Das tut er problemlos, und es klingt ausgezeichnet. Dass ich bei 28,4 Grad Raumtemperatur und rauschendem Ventilator genüsslich zuhöre, spricht ganz sicher für die Klangqualität des Keces Euphony. Es ist die Dynamik, die mich bei „This Town“ fesselt. Packend und konturenstark zieht mich das Kontrabass-Saitenflirren sogleich in seinen Bann. Patricia Barbers Sprechgesang gesellt sich mit körperhafter Authentizität dazu. Ihre Stimme umgibt der von ihren Aufnahmen gewohnte Hall. Das Schlagzeug agiert differenziert und mit hörbarem Nachschwingen von Fell und Beckenmetall, auch dies mit bestechender Dynamik. Beim Piano höre ich die Anschläge klar und kann fast auf die Tasten schauen, so lebendig echt hört es sich an. Das ganze erklingt nicht zergerissen analytisch, sondern wunderbar homogen mit mitreißendem Drive. Da höre ich gleich noch ein paar Tracks mehr von Clique, bevor ich als nächstes Stings neues Album The Night Whatch (Live at the Rijksmuseum) bei Qobuz (96/24) auswähle, das man übrigens auch in der ARTE Mediathek erleben kann, und zwar zuerst den Titel „Shape of My Hear“. Eine sehr geglückte Aufnahme, wie ich finde, die die besondere Location sehr wirklichkeitsnah vermittelt. Der Raum liefert seinen Hall und die Sibilanten sind manchmal hart an der Grenze. Dies versteht der Euphony wunderschön zu vermitteln, hält alles im stimmigen Rahmen und erlaubt mit seiner Art, der gealterten Stimme dieses Ausnahmekünstlers mit Anteilnahme und Vergnügen zu lauschen. Denn durch die Bank interpretiert Sting hier, begleitet von Gitarrist und Zweitstimme Dominic Miller, bekannte Police- und Sting-Werke ein wenig anders, spannend, ja großartig. Der Keces Euphony wirkt hier wie ein absolut neutraler Mittler ohne Allüren wie etwa spezielle Betonungen. Bei dieser großartigen Wiedergabe-Beurteilung muss sich natürlich Misstrauen einstellen. Es kann doch nicht sein, dass der Keces die teuren Alternativen, wie einen Antipodes Oladra oder einen Eversolo T8, beide in Kombination mit dem über 6000 Euro kostenden Holo Audio May D/A-Wandler, nicht vermissen lässt.


Die vier Ausgangsstufen im symmetrischen Aufbau
Die vier Ausgangsstufen im symmetrischen Aufbau

Ehrlich gesagt: Eigentlich ist das so. Auch im Wissen darum, dass diese noch mehr Nuancen hörbar machen könnten, schafft es der Euphony, mit seiner Musikalität den Hörer so zu beeindrucken und emotional mitzunehmen, dass ich hier nicht mehr brauche, um die Musik zu genießen. Seine homogene Darbietung, ohne die oberen Tonlagen zu sehr zu beleuchten, in Kombination mit dieser frappierenden Dynamik ist es, die das Zuhören und Hinhören leicht macht und die Musik schön klingen lässt. Aber probieren wir dies doch mit orchestraler Musik. Ich wähle das herrlich muntere Klangspektakel Gaîté Parisienne von Jaques Offenbach mit Arthur Fiedler und den Boston Pops bei Qobuz (44,1/16). Der Euphony setzt das musikalische Feuerwerk gekonnt in Szene. Explosiv, farbenprächtig, mit packender Dynamik reißt er den Hörer mit. Aber hier merke ich auch, dass die eben genannten teuren Konkurrenten hinsichtlich Größenzeichnung, Auflösung und Strahlkraft doch mehr können. So scheint alles wieder zurechtgerückt, es bleibt das dicke Kompliment für den Euphony, dass er auch bei diesem Stück mächtig Hörspaß vermittelt. Ich bekomme nicht genug und wähle noch mal eine tendenziell etwas dunkel, zumindest nicht hochtonintensiv aufgenommene Einspielung von Romeo and Juliet mit dem Oslo Phiharmonic Orchestra und Vasily Petrenko in 352,8/24 von meinem Server und zwar den „Dance of the Knights“. Vor erkennbar schwarzem Hintergrund imponiert das Orchester durch Wucht und glaubwürdige Klangfarben. In dem homogenen, nuancierten Klangkörper werden die Soloinstrumente sehr ansprechend herausgearbeitet. Trotz des eher dunklen Timbres dieser Aufnahme gibt sie der Euphony nicht verhangen, sondern klar gezeichnet und offen wieder. Hier vermisse ich im Unterschied zu Gaîté Parisienne nichts. Der Euphony macht es leicht, in die Musik einzutauchen. Beim Stöbern stoße ich auf Morph The Cat von Donald Fagen. Der fette, knarzige Bass: fantastisch. Der Gesang geht unter die Haut. Auch diese Musik: euphonisch!

STATEMENT

Keces beweist mit dem Euphony auch in dieser Geräte-Kategorie, was sie drauf haben. Auch hier offerieren sie ein erstklassig klingendes Ausnahme-Gerät. Bravo!
Gehört mit
Musik-Server Dell i7 mit Windows 11, AudiophileOptimizer 3.0, Minimserver
Streamer Eversolo T-8
Netzwerk AVM 5590 Fiber mit Ferrum Hypsos, Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 mit Darkz-Resonance-Control C2T, Digitalz Ethernet Cable A2
Vorverstärker Audio-gd Master 1 Vacuum
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100
Equalizer LA-Audio EQ231G für Bass
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Kopfhörer-Verstärker Gold Note HP-10 deluxe
Kopfhörer HEDD D1, Denon AH-D7200
Zubehör Habst USB Ultra-3, Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev.,Elementa Advance und Alzirr XLR, Silversmith Fidelium Speaker und QED Genesis Silver Spiral mit Enacom, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC und Source Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum Orange Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Franck Tchang Klangschalen
Geräte-Erdung Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition
Möbel

Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis

Herstellerangaben
Keces Euphony
Geräteart Digital/Analog-Wandler und Streamer
Netzwerk 802.11 b/g/n/ac 2.4 GHz und 5 GHz Dualband Wi-Fi 10/100M Ethernet
Bluetooth Bluetooth 5.1
Digitale Eingänge Optisch und Koax: PCM bis zu 192kHz/24-bit, DSD bis zu DSD64, USB: PCM bis zu192kHz/24-bit, DSD bis zu DSD256
Digitale Ausgänge Optisch und Coax: PCM bis 192kHz/24-bit
Analoge Ausgänge XLR: Rauschabstand>110dB, THD+N <0.01%, Ausgangsspannung 4.5Vrms.; Cinch: Rauschabstand>110dB, THD+N <0.01%
Ausgangsspannung 2.5Vrms
Audio Formate MP3, AAC, ALAC, APE, FLAC, WAV, WMA, OGG, AIFF
Streaming Protokolle DLNA, SpotifyConnect, TIDAL Connect
Streaming-Dienste in der App Spotify, Deezer, TuneIn, Tidal, Qobuz, etc.
Netzanschluss 115V/230V AC umschaltbar, 50/60Hz
Abmessungen 220/220/66mm (B/T/H)
Gewicht 3kg
Garantie 2 Jahre
Preis 1200 Euro

Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
Anschrift Schulstraße 1
18375 Ostseebad Prerow
Telefon +49 38233 455
E-Mail r.ross@robertross.de
Web www.robertross.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-06-30_keces
  • Social Introtext Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit.
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