Dienstag, 15 September 2026 02:30

Ortofon MC Vertex

Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren.

Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit und das Gewicht des gesamten Abtasters sind etwas geringer, und die Spulen bestehen hier anders als etwa beim MC Diamond aus hochreinem Silber. Selbstverständlich besitzt aber auch das MC Vertex ein Gehäuse, das im Selective-Laser-Melting-Prozess entsteht, bei dem Titan-Partikel mit einem Laser in einer Art 3D-Druck miteinander verschmolzen werden. Dabei werden die Partikel an der Außenseite so stark erhitzt werden, dass sie eine Metallgitterstruktur ausbilden. An bestimmten Stellen im Inneren führt weniger Hitze dazu, dass die Struktur amorph bleibt. Man erhält ein Gehäuse mit sehr hoher Festigkeit und starker innerer Dämpfung. Das ist für Resonanzen weitaus weniger anfällig als ein aus einem massiven Stück Metall mit CNC-Maschinen herausgearbeiteter Körper.

Ortofons Topmodell wird in einer Hochglanz lackierten Box geliefert
Ortofons Topmodell wird in einer Hochglanz lackierten Box geliefert

Natürlich kommt beim neuen Topmodell auch das Wide Range Damping (WRD)-System zum Einsatz, eine Kombination von zwei Dämpfungsgummis unterschiedlicher Härte, zwischen denen eine dünne, aber schwere Platinscheibe verhindert, dass Schwingungen von einem Dämpfer auf den anderen übertragen werden. Das WRD-System sorgt für eine möglichst gleichmäßige Kontrolle der Bewegung des Nadelträgers über einen großen Frequenzbereich. Dazu merkt Dovydas Vaitkus, der das MC Vertex zusammen mit Pawel Wozniak in Kooperation mit Leif Johannsen, Ortofons ehemaligem Chief Officer Acoustic & Research, entwickelte, in einer E-mail an: „Die Formen der Dämpfer sind dieselben wie beim MC Diamond, jedoch unterscheidet sich die Gummimischung. Die Gummimischung wurde entwickelt, um die Dämpfung und die allgemeine Stabilität des Tonabnehmers zu verbessern. Wie üblich wurden die Dämpfer im eigenen Haus bei Ortofon entwickelt, und nach Tests mit mehreren Iterationen wurde die beste Gesamtlösung ausgewählt.“

Auf die Frage, warum man den bewährten Generator geändert habe, schrieb Dovydas Vaitkus: „Der neue Generator basiert auf seinem MC-Diamond/Anna-Vorgänger, der für den Einsatz mit einem nichtmagnetischen Spulenträger ausgelegt ist. Dies erfordert jedoch ein recht großes und schweres Magnetsystem. Für das MC Vertex konnten wir mithilfe von Magnet-Simulationssoftware die Gesamtmasse des Generatorsystems reduzieren und gleichzeitig die gewünschte Ausgangsleistung bei verbesserter Kanaltrennung beibehalten.“ Die verbesserte Kanaltrennung werde durch die Erzeugung eines homogeneren Magnetfelds im Luftspalt erreicht. Dafür sei die Anbringung eines kleinen Schlitzes an einer idealen Position am vorderen Joch verantwortlich. Die Position des Schlitzes sei durch mehrere Optimierungssimulationen ermittelt worden, bis das bestmögliche Ergebnis gefunden worden sei. Die reduzierte Gesamtmasse des Tonabnehmers biete eine bessere Kompatibilität mit verschiedenen Tonarmen und Plattenspielern. Ein Teil der Gewichtsreduzierung sei durch die Verwendung eines leichteren und moderneren Neodym-Magneten höherer Qualität im Vergleich zu dem im magnetischen System des MC Diamond erreicht worden.


Drei Paar Torx-Schrauben verschiedener Länge, ein passender Schraubendreher und eine beleuchtbare Bürste zu Nadelreinigung gehören zu Lieferumfang
Drei Paar Torx-Schrauben verschiedener Länge, ein passender Schraubendreher und eine beleuchtbare Bürste zu Nadelreinigung gehören zu Lieferumfang

Den Grund für den höheren Innenwiderstand nennt Ortofons Elektroakustik-Ingenieur auch: „Es wurden mehr Wicklungen hinzugefügt, um die Ausgangsleistung des Tonabnehmers zu verbessern. Darüber hinaus wurde ein dünnerer Draht verwendet, was ebenfalls die Impedanz erhöhte. Der dünnere Draht ermöglichte es uns, mehr Wicklungen unterzubringen, ohne den Luftspalt zu vergrößern oder die bewegliche Masse von Spulen und Spulenträger zu verändern, was den Frequenzgang beeinträchtigt hätte.“

Für Besitzer von Entzerrervorverstärkern mit MC-Eingang ist die Erhöhung des Innenwiderstands unproblematisch: Man stellt beispielsweise beim Upgrade vom MC-Diamond zum Vertex lediglich einen höheren Lastwiderstand ein oder wechselt – wie etwa bei Einsteins The Turntable's Choice – den Widerstandsstecker. Bevorzugt man allerdings die erste Pegelerhöhung durch Übertrager, sollte man für Tonabnehmer mit einem Innenwiderstand von sechs Ohm wie beim MC Diamond einen anderen Step-Up-Transformer wählen als für das MC Vertex mit einer Impedanz von 19 Ohm. Die Verringerung des Gewichts des Abtasters macht es trotz der leichten Reduzierung der Nadelnachgiebigkeit zumindest in meinem Fundus mit eher mittelschweren Tonarmen leichter, einen geeigneten Spielpartner für das MC-Vertex zu finden, wie die kurze Beschäftigung mit einem Rechner zur Bestimmung der gewünschten Resonanzfrequenz der Tonarm/Tonabnehmer-Kombination zeigt.

Ein Zertifikat mit Seriennummer befindet sich ebenfalls in der Box
Ein Zertifikat mit Seriennummer befindet sich ebenfalls in der Box

Doch nun zur bedeutendsten Innovation beim MC Vertex, dem gleichnamigen Nadel-Schliff. Schon während der High End hatte ich gehört, dass der Vertex-Schliff eine Kombination dem Replicant 100 und dem Micro Ridge sei und das auch in einem Mini-Artikel veröffentlicht. Aber sicherheitshalber habe ich noch einmal bei Dovydas Vaitkus nachgefragt. Seine Antwort: „Ja, in gewisser Weise ist der neue Schliff von beiden inspiriert. Die Form des Vertex-Diamanten ähnelt eher dem Replicant 100, da beide eine sehr breite Kontaktfläche aufweisen. Der Vertex-Diamant verfügt gegenüber dem Replicant 100 über einen verbesserten Abtastradius (niedriges r) und einen größeren Kontaktradius (großes R), was die Wiedergabe der hohen Frequenzen verbessert, insbesondere in den inneren Rillen.


Der Abtastradius ist etwas größer als beim MicroRidge, da dies aufgrund der größeren Kontaktfläche zur Verbesserung der Haltbarkeit des Diamanten beiträgt. Dank dieses Abtastradiuses tastet der Vertex-Diamant in den Innenrillen bis zu 32 Kilohertz ab, was für die stereophone Wiedergabe mehr als ausreichend ist. Der neue Schliff ermöglicht dank seiner langen Kontaktfläche das Abtasten tieferer Rillenregionen. Dies ist ein großer Vorteil bei der Wiedergabe gebrauchter Schallplatten. Am deutlichsten macht sich dies bei den höheren Frequenzen bemerkbar, wo der Verschleiß der Schallplatte am schnellsten voranschreitet. Die Verbindung zwischen Abtast-Diamant und Diamant-Nadelträger wird mittels eines Laserschneidverfahrens mit extrem engen Toleranzen hergestellt, was eine präzise Ausrichtung und Wiederholgenauigkeit gewährleistet. Dadurch sitzt die Nadel in einer engen, mikroskopisch kleinen Bohrung im Nadelträger, was eine extrem hohe Steifigkeit und eine nahezu perfekte Verbindung zwischen den beiden Teilen gewährleistet.“

Das resonanzoptimierte Titangehäuse wird im Selective-Laser-Melting-Verfahren hergestellt
Das resonanzoptimierte Titangehäuse wird im Selective-Laser-Melting-Verfahren hergestellt

Auch ohne den Hinweis, dass der spezielle Nadel-Schliff tieferliegende Bereiche der Rille abtastet, die bisher vom Verschleiß verschont blieben, fällt schon in der Einspielphase auf, dass beim MC Vertex das Laufgeräusch in der Rille sehr niedrig ist. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Oberfläche des Diamanten – wie in der Produktinformation nachzulesen ist – per Laser poliert wurde. Nicht nur zum Sammeln von Betriebsstunden habe ich das Vertex in ein Ortofon-LH-9000-Headshell montiert und dieses mit dem firmeneigenen AS-309R verbunden. Da spielt nicht nur zusammen, was beim Hersteller gewiss miteinander entwickelt wurde, sondern darüber hinaus habe ich dem Tonarm auch schon bei unserer Begegnung ein hervorragendes Preis/Klang-Verhältnis attestiert – und auch beim Zusammenspiel mit dem MC-Diamond erwies sich der AS-309R als adäquater Spielpartner.

Der Nadelträger besteht beim MC Vertex aus Diamant
Der Nadelträger besteht beim MC Vertex aus Diamant

Anders als üblich habe ich mir nicht gleich mit Art Farmer und Jim Halls Big Blues einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten des neuen Tonabnehmers verschafft, sondern dem Vertex rund 20 Stunden Einspielzeit gewährt, in denen die Lautstärke gerade mal leicht über der Wahrnehmungsgrenze lag. Mindestens ebenso lange habe ich abends mit Genuss die Neuerwerbungen aus den Plattenläden in Erlangen und Augsburg gehört. Weitere Betriebsstunden sammelte der Abtaster, als der Kollege Thomas Heinemann vor seinem Urlaub mit einigen seiner Lieblingstücke in Erfahrung bringen wollte, was das MC Vertex auch im noch nicht völlig eingespielten Zustand klanglich zu leisten in der Lage ist. Vor den üblichen Test-Scheiben habe ich dann Deep Purples neues Album Splat! gehört – schließlich hat ihr Made In Japan Leif Johannsens Interesse an Hifi geweckt, wie er bei der Vorstellung des Verismo verriet. Das MC Vertex tastet die hohen Pegel der mit 45 Umdrehungen rotierenden LP souverän ab. Schon der erste Song, „Arrogant Boy“ macht richtig Spaß: Ian Gillans Stimme klingt alterslos, die Band legt ein halsbrecherisches Tempo vor, aus den Boxen strömt jede Menge Tieftonenergie. Trotz des enorm dichten Arrangements wirkt der Studiosound des Songs nicht überladen – der feinen Differenzierung des Ortofons sei Dank.


Beim Auflegen des violetten Vinyls habe ich mich ein wenig erschreckt, da sich ein ziemlich breiter Kratzer über den gesamten ersten Track zieht. Der scheint aber recht oberflächlich zu sein, da die Nadel mit dem Vertex-Schliff völlig unbeeindruckt davon durch die Rille gleitet: Kein störendes Geräusch ist zu vernehmen. „Third Call“ weckt Erinnerungen an die – für mich klassischen – ersten sechs Alben: Das beginnt mit dem feinen Hammond-Intro, setzt sich mit dem unwiderstehlichen Midtempo-Groove und dem klar strukturierten Gitarrensolo fort, bevor Don Airey sein Instrument in bester John-Lord-Manier traktiert. Das MC Vertex – und Christoph Stickels Mastering – sorgen dafür, dass das Klangbild nur so vor Energie strotzt und dennoch sehr gut durchhörbar und offen bleibt: Hard Rock und High End in Vollendung!

Die übliche Ortofon-Dreipunktauflage
Die übliche Ortofon-Dreipunktauflage

Das Titelstück von Carla Bleys Life Goes On höre ich noch immer mit Freude. Allerdings prädestinieren es die Aufnahme in natürlicher Akustik, der weit hinabreichende, akustische Elektro-Bass, die sonoren Tiefen des großen Flügels und die energiegeladenen Anblasgeräusche des ansonsten einschmeichelnden Saxophons zum Teststück. All die erwähnten klanglichen Genüsse vermittelt auch das MC Vertex – und ein bisschen mehr: Der große Saal wirkt noch etwas voluminöser, das sehr reduzierte Piano-Intro rhythmisch noch präziser und zum Greifen plastisch, der Bass erklingt gewohnt kraftvoll, doch so wohl definiert, dass er im Hörraum nichts mehr zum Mitschwingen anregt. So gut habe ich den Titel in meinen vier Wänden noch nicht gehört. Auch die beiden ersten Titel auf dem beinahe unverzichtbaren Bang, Barroom And Harp belegen die besonderen Qualitäten des MC Vertex. Es liefert auf allen Gebieten ein Quäntchen mehr: mehr Dynamik, mehr Raum, mehr Definition, mehr Durchhörbarkeit, mehr Klangfarben – und macht damit einfach mehr Spaß. Da die enormen Fähigkeiten des großen Ortofon gleichmäßig auf alle Disziplinen verteilt sind, entwickelt es keinen charakteristischen Eigenklang. Es agiert ungemein stimmig und homogen.

Die Nadel von vorn
Die Nadel von vorn

Abschließend lege ich Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 mit den Duisburger Philharmonikern auf: Auch hier fasziniert das MC Vertex mit einer völlig von den Lautsprechern losgelösten Raumdarstellung und einer weit in die Tiefe reichenden Bühne. Klangfarben, Separierung und Fokussierung der Instrumente respektive Instrumentengruppen lassen keinerlei Wünsche offen und zeigen damit auch, wie gut der Tonabnehmer mit dem firmeneigenen Tonarm harmoniert. Dennoch muss der AS-309R seinen Platz für den Einstein in der Zwölf-Zoll-Variante räumen. Die wiederholte Justagearbeit macht sich klanglich bezahlt: Das Ortofon suggeriert in The Tonearm eine in allen Dimensionen noch einen Hauch weiter ausgedehnte Bühne, die Farben der Instrumente strahlen jetzt noch einen Tick intensiver und der Tieftonbereich erscheint ein bisschen kräftiger, gleichzeitig aber auch farbiger. Obwohl ich in dieser Hinsicht beim Vertex in Kombination mit dem AS-309R wunschlos glücklich war, freue ich mich jetzt über eine noch eine Spur stabilere Abbildung und eine schärfere Fokussierung. Der sehr rigide Einstein-Arm entlockt dem Ortofon noch ein wenig mehr Wohlklang. Ich könnte rundum zufrieden mit dem MC Vertex im AS-309R leben, The Tonearm lässt aber noch mehr seiner enormen Fähigkeiten zur Geltung kommen. Während ich die LP weiterlaufen lasse und auch den zweiten Satz der Symphonie Nr. 15 genieße, fällt mir fast nebenbei auf, dass das fast völlige Verschwinden von Laufgeräuschen die Wiedergabe von mechanischen Artefakten befreit. Das MC Vertex lässt sich die Musik sehr natürlich entfalten: einfach großartig.


Die Seitenansicht der Nadel
Die Seitenansicht der Nadel

Zum Vergnügen lege ich zum Schluss noch die amerikanische Living-Stereo-Pressung von Virgil Fox Encores auf, um zu erfahren, ob sie ein Schnäppchen ist oder nicht. Jedenfalls habe ich die Scheibe für gerade einmal 2,50 Euro in Erlangen erstanden. Nach dem Waschen sieht die LP fast wie neu aus, lässt in leisen und ruhigeren Passage nur sehr geringe Laufgeräusche und ganz selten mal einen Knackser hören. Die Wechselwirkung von Raum und Instrument ist klar nachzuvollziehen. Selbst an Stellen, an den die Musik sehr dicht wird, lassen sich die einzelnen Schallquellen sehr gut voneinander differenzieren. Die der verschiedenen Register der großen Orgel kommen sehr farbig und satt rüber: ein beeindruckendes Klangspektakel – nicht zuletzt wegen des vorzüglich klingenden Ortofon MC Vertex.

STATEMENT

Für das MC Vertex hat Ortofon einen eigenen neuen Nadelschliff entwickelt, der sich durch einen geringeren Abtastradius und einen größeren Kontaktradius auszeichnet – und das hört man: Neben allen klanglichen Meriten überzeugt das MC Vertex durch ungemein leise Rillengeräusche. Aber es wär unfair, diesen Aspekt in den Vordergrund zu rücken, da die Entwickler den übrigen Baugruppen dieselbe Sorgfalt angedeihen ließen. Das Vertex ist eines der weltweit besten Tonabnehmersysteme überhaupt!
Gehört mit
Laufwerk Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith
Tonarm Einstein The Tonearm 12“ und 9“, Thiele TA01, Ortofon AS-309R mit LH 9000 Headshell
Tonabnehmer Einstein The Pickup, Lyra Etna
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym)
Vorstufe WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen T5 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, ForceLines, Ansuz Speakz D-TC Supreme und Mainz D2
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Acapella Basis, Harmonix Room Tuning Disks, Degritter 2, ramar Plattenbürste, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME
Herstellerangaben
Ortofon MC Diamond
Ausgangsspannung 0,3mV bei 1kHz und 5cm/sec
Nadelträgermaterial massiver Diamant
Nadelträgeroberfläche Laser poliert
Nadeltyp Vertex Diamond
Nadelradius r/R 4/110 µm
Spulenmaterial Silber hoher Reinheit
Kanalbalance 0,1dB bei 1kHz
Kanaltrennung 30dB bei 1kHz
Frequenzgang 20Hz - 20kHz ±1dB
Dynamische Nadelnachgiebigkeit lateral 9µm/mN
Empfohlene Lastimpedanz >100Ω
Empfohlene Auflagekraft 2,6g (26mN)
Abstastwinkel 23°
Innengleichstrom-Widerstand 19Ω
Gehäusematerial SLM Titanium
Gehäuseoberfläche DLC Beschichtung
Gewicht 15g
Preis 15.000 Euro

Hersteller
ORTOFON A/S
Anschrift Stavangervej 9
DK-4900 Nakskov
Denmark
E-Mail support@ortofon.dk
Web ortofon.com

Vertrieb
Ortofon Deutschland
Anschrift Mendelstrasse 11
48149 Münster
Telefon +49 251 9801450
E-Mail support@ortofon.dk
Web ortofon.com

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Montag, 14 September 2026 00:10

Süddeutsche Hifi-Tage 2026

Die Süddeutschen HiFi-Tage finden heuer am 19. und 20. September 2026 statt, aber nicht wie in den beiden letzten Jahren in der Stuttgarter Innenstadt im Le Méridien, sondern im Mövenpick Hotel Stuttgart Airport.

Beim Verfassen dieser Ankündigung am Sonntagmittag waren auf der Website (https://www.hifitage.de/sdht/) die Links zu den Ausstellern und zum Herunterladen des Programms als PDF leider noch nicht aktiv. Etwas versteckt konnte man aber die in den 22 Zimmern und Sälen präsentierten Marken finden:

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A&L, AMC, AP Elektroakustik ART DÉCO ACOUSTICS, ASCENDO, ATE, Atohm, AudiaZ, Audio Note UK, Avantgarde Acoustics, Beaudioful, Boulder, Cayin, Dan D’Agostino Master Audio Systems, dCS, Defini, EliAcoustic, ESOTERIC, Eversolo, Final Audio, FINK Hifi Kompetenzzentrum, Furutech, Harzsch, Hifi4Life, indiana line, Inklang, Kii Audio, LaiV, Lansche Audio, Loutd, LUMIN, Manger, Melodika, Menzel, da staunt das Ohr, Nordost, PADIS, Perlisten, Pier Audio, Progressive Audio, Real Cable, Reflector Audio, Relco Audio Ribbon Loudspeaker, Rowen, SME, Sonox, SoReal-Audio, SPL, Staltmanis LAB, Starke Sound, SV-Audio, Symphonic Line, Thales, Transrotor, Unitra, Velikinac Audio Lab, Velodyne Acoustics, VPI, VTL, Wilson Audio, WSS, YG Acoustics

Die Süddeutschen Hifi-Tage finden statt im:
Mövenpick Hotel Stuttgart Airport
Flughafenstrasse 50
70629 Stuttgart
Tel. +49 711 553440

Öffnungszeiten
Sa von 10-18 Uhr
So von 10-16 Uhr

Eintrittspreise im Vorverkauf
Normalpreis: 11,34 Euro
Studierende: 5,67 Euro
Schüler: 5,67 Euro
Schwerbehinderte: 5,67 Euro

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei Eventim oder an der Tageskasse.

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Montag, 14 September 2026 00:01

New@ATR: Ø Audio

Mit Ø Audio bereichert ATR sein High-End-Portfolio um eine der aufregendsten Lautsprechermarken Skandinaviens. Statt auf Standardteile zu setzen entwickelt das norwegische Unternehmen wichtige Komponenten wie Treiber, Waveguide-Designs der Kompressionstreiber und die Frequenzweichen mit viel Hingabe im eigenen Haus.

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Optisch macht Ø Audio keinen Hehl aus seiner nordischen Herkunft. Klare Linien, hochwertige Materialien und zeitlose Oberflächen prägen Lautsprecher, die sich ebenso harmonisch in moderne Wohnräume einfügen wie in ambitionierte High-End-Anlagen.

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Die Modelle Frigg 02, Icon 12, Verdande und Ymir überzeugen durch ihren hohen Wirkungsgrad, kontrollierte Abstrahlung und eine Konstruktion, die speziell für ein harmonisches Klangbild in echten Wohnräumen konzipiert wurde. Besonders die neueste Kreation, das Top-Modell Ymir, hebt diesen Ansatz mit einer komplett neu entwickelten Plattform auf ein noch höheres Qualitätsniveau. Damit zeigt die Marke deutlich ihren außergewöhnlichen technischen Anspruch.

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Die Lautsprecher von Ø Audio sind ab sofort zu Preisen zwischen 13.400 und 65.000 Euro über ATR erhältlich. Weitere Informationen gibt’s hier.

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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Anschrift Villa Belvedere
Wallufer Straße 2
D-65343 Eltville am Rhein
Telefon +49 6123 9258956
E-Mail info@audiotra.de
Web www.audiotra.de

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Freitag, 11 September 2026 00:01

High Fidele Wundertüten

Manchmal stolpert man ja einfach über etwas oder in etwas hinein, ohne zu wissen, was daraus wird. So geschehen als mein Mann und ich Mitte April im vergangenen Jahr in Erlangen waren, um das Projektorchester Orchester concertare der Universitäten Erlangen und Regensburg in der Heinrich-Lades-Halle aufzunehmen.

Wir waren an dem Tag für Aufbau und Soundcheck zu früh dran. Was tun mit der gewonnenen Zeit? Ein bisschen die Umgebung erkunden. So schlenderten wir durch die Haupteinkaufsstraße und diverse Nebensträßchen der Universitätsstadt und stolperten eben dort über ein kleines Lädchen, in dem offensichtlich Schallplatten verkauft wurden. Einige Zeit später verließen wir das Geschäft mit ein paar LPs, einem Tipp für eine Kaffee-Pause und der Gewissheit an, diesen Ort zurück zu kommen, um ihn in diesem kleinen Fachmagazin vorzustellen.

Das Musicland in Erlangen lädt zum Eintritt ein
Das Musicland in Erlangen lädt zum Eintritt ein

In diesem August war es dann so weit. Der zweite Besuch stand an. Das Ladenlokal in der Helmstraße 9 befindet sich in einem zwar zweigeschossigem, aber nicht sehr großen Haus, in der Nähe des Erlangener Bahnhofs in der Nachbarschaft von weiteren kleinen Ladenlokalen. Wenn man dann das Musicland betritt, kann, wie oben angedeutet, der Eindruck entstehen es handele sich um ein nicht besonders großes Geschäft, in dem hauptsächlich Schallplatten veräußert werden. Unspektakulär. Während der Geschäftszeiten gibt es allerdings schon außen, entlang der Fensterfront auch jede Menge CDs. Ist man erstmal eingetreten, drängen sich jedoch Schallplatten ins Blickfeld. Nicht nur in Covern, sondern etwa als Getränkeuntersetzer oder Getränkedeckel. Und dann beginnt eine Entdeckungsreise. Eine Öffnung an der Rückseite des Ladenlokals lockt in einen länglichen Raum mit weiteren Schallplatten und einer Abhöranlage für dieselben.

Eine Abhöranlage mit Gebrauchshinweisen
Eine Abhöranlage mit Gebrauchshinweisen


Weiter geht’s an T-Shirts, die gut zum Angebot passen, und an Büchern vorbei um die Ecke in den nächsten Raum. Jazz-Platten, Bücher und Schallplatten-Spieler. Noch ist das Ende des Angebots nicht erreicht. Erst wenn man alle acht Räume angeschaut hat, sollte man beginnen, für sich zu sortieren, nach was man eigentlich schauen mag. Schallplatten, Bücher, Comics, CD, DVD, Noten, diverser Nippes? Hilfreich sind die überall aushängenden Beschreibungen von den Zimmer-Inhalten nur für den Anfang. Denn wenn man beispielsweise beim Jazz gelandet ist, dann heißt es erst mal, geduldig sämtliche Fächer zu durchblättern. Eine Sortierung nach Interpreten gibt es nicht.

Zum leichteren Durchblättern der Klassikplatten in den Kisten am Boden steht eine entsprechend eingestellter Stuhl mit Rollen zur Verfügung
Zum leichteren Durchblättern der Klassikplatten in den Kisten am Boden steht eine entsprechend eingestellter Stuhl mit Rollen zur Verfügung

Das Schallplatten des jeweils benannten Genres da sind, ist gewiß. Allerdings muss bei der Suche durch sämtliche Cover geblättert werden. Das Angebot präsentiert sich so mehr als eine Art Wundertüte. Dafür werden einige Plattensammler-Herzen, die nicht unbedingt bestimmte Interpreten oder Musikrichtungen suchen, höher schlagen: Audiophile Schätze sind gar nicht so rar!

Es können auch nicht audiophile Schätze gefunden werden
Es können auch nicht audiophile Schätze gefunden werden

Unser zweiter Besuch endete mit dem Erwerb weiterer Schallplatten, einiger Bücher und dem Wissen, dass es ein weiteres Musicland in größerer Nähe zu unserem Wohnort, nämlich in Augsburg, gibt. Das mussten wir natürlich schnellstens ebenfalls besuchen.
Auf dem Weg zum Obstmarkt 9 in Augsburg spekulierten wir darüber, ob das hiesige Musicland beim Betreten wohl auch so einen Sog entwickeln würde wie das Geschäft in Franken. Von Außen sieht es mit seiner Allerweltsfassade dem in Erlangen ähnlich. Innen ist es komplett anders:


Auch in Augsburg kann man Schallplatten probehören
Auch in Augsburg kann man Schallplatten probehören

Im geräumigen Verkaufsraum, der allerdings auch mit Nippes und Andrem aufwartet, sind keine Jazz-Platten zu sehen: Nachdem wir uns danach erkundigt und die Auskunft „sind im Keller“ erhalten haben, nehmen wir die links von Schallplatten gesäumte Treppe in einen ebenfalls weitläufigen Raum. Hier bilden, nicht mehr zur Gänze gefüllte, Bücherregale eher ein „Wohnambiente“ als einen Verkaufsanreiz. Das Herzstück sind die wunderbar mit Sachverstand sortierten Schallplatten. Hier herrscht nicht das Prinzip Wundertüte, sonder Liebe zum Detail.

Hier ist sind nicht nur Jazz-Platten leicht zu finden
Hier ist sind nicht nur Jazz-Platten leicht zu finden

Den Abschluss bildet ein weiterer Raum mit Schallplatten und CDs und der Möglichkeit, in die zu Verkauf angebotenen Medien hineinzuhören. Da werden Erinnerungen an gute Einzelhandelsläden wach, die früher immer diese Möglichkeit ganz selbstverständlich anboten,.

Eine kleine Kompakt Anlage von Denon steht bereit
Eine kleine Kompakt Anlage von Denon steht bereit


Erlangen/Augsburg. Wie passt das zusammen? Im Gespräch mit Tanja Krapf, einer der beiden Gesellschafter des Musicland-Bayern, klären sich diese und noch weitere Fragen, die der Internet-Auftritt so nicht beantwortet. Die studierte Kunsthistorikerin ist vor über 20 Jahren mit dem „Schallplatten-Virus“ infiziert worden und hat, nachdem sie von Franken ins Schwabenland wechselte, eine Dependance in Augsburg eröffnet.

Tanja Krapf, die mit Joachim Lifka das Musicland betreibt, in ihrem Laden in Augsburg
Tanja Krapf, die mit Joachim Lifka das Musicland betreibt, in ihrem Laden in Augsburg

Eine wechselvolle Geschichte mit weiterem Geschäftspartner und diversen Filialen ist Vergangenheit. Was bis heute Bestand hat, ist der regelmäßige Austausch der Ware der beiden Geschäfte. Was für ein Aufwand, wenn man dafür jedes Mal rund 170 Kilometer in eine Richtung fahren muss. Das sehr gut gefülltes Lager des Musicland trägt dazu bei, dass derzeit kaum noch Schallplatten angekauft werden. Als es vor längerer Zeit eher einen Mangel an gebrauchten Schallplatten gab, wurden auch Neuerscheinungen ins Programm genommen.

Deren Verkauf ist besonders vor dem Hintergrund, dass es in Augsburg dafür keinen weiteren Fachhändler gibt, ein doppelter Gewinn für jeden Liebhaber der materiellen Variante der Musikwiedergabe. Zum Verkauf der Upcycling-Produkten drängt sich vielleicht die Frage auf „braucht's das?“ Wenn man aber weiß, dass diese Dinge in Zusammenarbeit mit den Regnitzwerkstätten der Lebenshilfe in Erlangen hergestellt werden und damit auch verkratze, sonst unverkäufliche Schallplatten eine sinnvolle Zweitverwertung erfahren, sieht das schon anders aus. Es ist doch schöner beispielsweise einen Getränkedeckel zum Schutz vor allzu lästigen Insekten aus richtigen Schallplatten als einen extra aus irgendeinem Kunststoff hergestellten für einen sicherlich höherem Betrag in einem Nippes-Laden zu erwerben. Die professionelle Präsentation der Schallplatten in Augsburg ist einem der Mitarbeiter dort, einem Musiker, zu verdanken.

Vielleicht beginnt so Begeisterung für gute Musikwiedergabe
Vielleicht beginnt so Begeisterung für gute Musikwiedergabe


Interessanterweise unterscheidet sich auch das Kaufverhalten an den beiden Standorten: Während in Augsburg, auch wegen der nachlassenden Frage, Bücher fast nur noch Dekorationscharakter haben, werden sie in Erlangen gut verkauft. Was sich auch in der Gestaltung der Räume dort widerspiegelt. Wie in einem guten, kleinen Buchladen sind die Bücher nach Themen sortiert und den vielen kleinen Kämmerchen zugeordnet. Wer etwas zu Themen wie Kunst und Malerei, Geschichte – die auch noch zeitlich geordnet ist – oder Biographien, Kochbücher oder sonstigen Themen sucht, der kann auch hier Schätze finden. Besonders erwähnenswert ist dabei der Raum sieben: Hier finden Musikfreunde Lexika und andere Nachschlagewerke zum Thema genauso wie diverse Notenbücher.

Singles einzeln und auch in ganzen Alben sind in beiden Läden zu finden
Singles einzeln und auch in ganzen Alben sind in beiden Läden zu finden

An beiden Standorten werden Kunden im ersten Verkaufsräumen aus den verschieden Kategorien Neuerscheinungen offeriert. Die Möglichkeit, in das gewählte Medium zu hören ist schon für sich bemerkenswert, dass jedoch in Erlangen nicht nur Hifi-Equipment, besonders Plattenspieler, ausgestellt ist, sondern auch noch eine Mappe mit vielen zum Kauf angebotenen Geräten aushängt, wirkt unkonventionell und sehr sympathisch.

Wie man sieht, sind schon einige der angebotenen Geräte verkauft
Wie man sieht, sind schon einige der angebotenen Geräte verkauft

Gesichert ist das Abhören der Platten im Laden somit nicht nur durch Ersatzgeräte, sondern auch durch die Zusammenarbeit mit einer kleinen Firma aus Augsburg, die auch Plattenspieler repariert. Aber ist eine andere Geschichte.

Musicland Bayern

Musicland Augsburg
Obstmarkt 9
86152 Augsburg
Tel.: +49 821 508466

Musicland Erlangen
Helmstraße 9
91054 Erlangen
Tel.: +49 9131 209392

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Manchmal stolpert man ja einfach über etwas oder in etwas hinein, ohne zu wissen, was daraus wird. So geschehen als mein Mann und ich Mitte April im vergangenen Jahr in Erlangen waren, um das Projektorchester Orchester concertare der Universitäten Erlangen und Regensburg in der Heinrich-Lades-Halle aufzunehmen.
Donnerstag, 10 September 2026 00:01

Cayin bringt Röhrenverstärker Jazz 70

Röhrenverstärker gelten unter Audiophilen als Garanten des guten Klanges, doch hohe Preise und Einschränkungen bei der Lautsprecherwahl trüben für viele Einsteiger die Freude. Nicht so beim neuen Cayin Jazz 70: Für nur 1600 Euro macht er den Traum vom echten Röhrensound für viele erschwinglich.

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Feinste Röhrenklänge, ordentliches Leistungsniveau und Alltagstauglichkeit verbinden sich im Cayin Jazz 70 auf günstige Weise: Im Ultralinear-Modus seiner vier Endröhren liefert er erstaunliche zwei mal 35 Watt Leistung. Die Verstärkung selbst erfolgt im besonders effektiven Class-A/B-Gegentaktbetrieb für kraftvolle Dynamik aus den vier EL34 Röhren. Für höhere Klangpräzision und geringere Verzerrungen im Übergangsbereich werden die Endröhren selektiert. Die Ausgangstransformatoren wurden für eine Kompatibilität mit handelsüblichen Lautsprechern hin entwickelt und vertragen auch niedrigere Impedanzen. Das hochwertige Alps-Potentiometer sorgt für exakte und kanalidentische Lautstärkeregelung.

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Mit drei Cinch-Eingängen eignet sich der Jazz 70 auch als Herzstück einer komplexeren HiFi-Anlage. Zusätzlich ist ein Bluetooth-Empfänger für die direkte drahtlose Zuspielung von Digitalsignalen eingebaut. Mit Bluetooth 5.1 und hochwertigen Codecs wie AAC, aptX HD und LDAC ist hohe Klangqualität auch bei drahtloser Zuspielung garantiert. Ein vollwertiger Kopfhörerausgang mit 6,6-Millimeter-Klingenbuchse auf der Frontseite treibt handelsübliche Kopfhörer von 16 bis 300 Ohm Impedanz. Die Bedienung erfolgt ganz bequem vom Hörplatz aus mit der mitgelieferten Fernbedienung. Die beiden hinterleuchteten VU-Meter zeigen auf Wunsch die momentane Leistungsaussteuerung an, dienen aber auch einer Einstellung und Kontrolle des Ruhestroms, gleichzeitig für jeweils zwei der Endstufenröhren.

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Die Verstärkerschaltung des Jazz 70 ist eine Eigenentwicklung von Cayin, und bringt das erfolgreiche Konzept der Jazz-Serie mit handgefertigtem Ringkerntrafo und optimiertem Ausgangsübertragern erstmalig in das Einsteigersegment. Mit vier Endröhren des Typs EL34 erzeugt er ausreichend Leistung für viele handelsübliche Lautsprecher. Unterschiedliche Abgriffe an den speziell entwickelten, breitbandigen Ausgangstransformatoren mit eigenen Klemmen für 4 oder 8 Ohm ermöglichen eine optimale Anpassung wahlweise an hoch- oder niederohmige Lautsprecher. Die Endstufenröhren können wahlweise im leistungsstärkeren Ultralinear/Pentodenmodus betrieben werden oder im Triodenmodus eingesetzt werden. Wird über den Schalter auf der Oberseite letzterer aktiviert, halbiert sich zwar die effektive Leistung auf zweimal 17 Watt, dafür wird der Klangcharakter für Puristen feiner, eben triodentypischer.

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Die Vorspannung (Bias) lässt sich mit einem Trimmer für jede Röhre einzeln optimieren, das zentrale Zeigerinstrument dient dabei als einfache Anzeige für eine optimale Einstellung. In der Vorstufe kommen klassische Röhren vom Typ 12AU7 / ECC82zum Einsatz. Die Möglichkeit des Tube Rollings, also des Austausches der Endröhren mit dem Ziel des Klangtunings, bietet der Cayin Jazz für kompatible Röhrentypen wie 6CA7, 6L6, 5881 oder ähnliche.

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Der Cayin Jazz 70 ist ab sofort mit silberner Front und in schwarz erhältlich. Der Preis beträgt jeweils 1.600 Euro.

Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
Anschrift An der Kreuzheck 8
61479 Glashütten-Schloßborn
Telefon +49 6174 9554412
Fax +49 6174 9554424
E-Mail info@cayin.com
Web www.cayin.de

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Dienstag, 08 September 2026 14:22

Phonar Veritas M4.2 SE

Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen?

Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau das gleiche kostet unser Testkandidaten-Paar Veritas M4.2 SE, ein kompaktes Zwei-Wege-Bassreflex-Design mit rückseitiger Ventilieröffnung. Will man dieses kleinvolumige, sauber verarbeitete Juwel frei aufstellen, sind noch ein paar Hunderter in angemessene Ständer zu investieren, die so bemessen sein sollten, dass sich der hochkarätige Scan-Speak-Illuminator-Hochtöner idealerweise in etwa auf Ohrhöhe befindet. Diese Möglichkeit zur optimalen Anpassung an die individuelle Hörsituation darf man gegenüber Standlautsprechern bereits als Vorteil so eines kompakten Lautsprechers sehen, denn nicht selten passt die Anordnung des Hochtöners bei Standboxen nicht zu Raum und zur Entfernung vom Hörplatz.

Die vier Stifte in den Einfassungen der Chassis arretieren die zum Lieferumfang gehörende, schwarze Frontabdeckung
Die vier Stifte in den Einfassungen der Chassis arretieren die zum Lieferumfang gehörende, schwarze Frontabdeckung

Auch aus diesem Grunde bietet Phonar für seine Standboxen als Zubehör verschraubbare Sockel an. Mit solchen habe ich unlängst auch meine Veritas P9.2 SE optimiert. Bleiben wir beim Preis. Alle Phonar Veritas SE-Modelle basieren auf dem jeweiligen Basis-Modell Veritas Next. In diesem Falle also auf der Veritas M4.2 Next für einen Paarpreis von gerade mal 1200 Euro. Bei der Verdopplung des Preises darf man, so denke ich, Einiges erwarten, zumal die M4.2 Next in der Fachpresse bereits mächtig Beifall findet. Die Preisunterschied von 100 Prozent mag erstaunen, lässt sich aber leicht erklären. Der wesentliche Mehraufwand besteht in der Verwendung des Scan-SpeakIlluminator-Hochtöners. Der wurde hier nicht einfach aus dem obersten Regal genommen, sondern sogar nach Phonar-Spezifikationen angepasst. Das bekommt man nicht geschenkt. Der Illuminator-Hochtöner ist exzentrisch auf der Montageplatte nach unten versetzt, so dass er akustisch bestmöglich mit dem Mitteltieftöner korrespondiert. Hinzu kommt der Aufwand für die höherwertige Frequenzweiche mit kostspieligen Bauteilen. Interne Veränderungen am Gehäuse bestehen bei der SE darin, dass das Gehäuse durch einen Sandwichaufbau zusätzlich Resonanzen-mindernd gedämmt ist. Details will man nicht verraten. Der Tief-Mitteltöner und das Bi-Wiring geeignete Anschlussterminal der SE sind identisch mit der Next-Version. Für Letzteres hätte ich mir eine andere Lösung als die Messingbrücken zwischen den beiden Anschlusspaaren für Bass und Hochton gewünscht. Ich habe im Laufe des Hörtests an deren Stelle In-Akustik Kabelbrücken oder einen Phonosophie Biwiring-Zobel-Adapter eingesetzt. Dies führte jeweils zu einem hervorragend auflösenden, doch helleren Klangbild und war letztlich musikalisch nicht zwingend vorteilhaft. Man darf also hier gerne die Messingbrücken belassen oder mit hochwertigen Kabelbrücken oder Bi-Wiring experimentieren. Der Tiefmitteltöner stammt, wie auch bei den großen Modellen, von Peerless. Die leichte 17-Zentimeter-Membran aus unbeschichtetem Papier-Nomex soll sich durch einen sehr natürlichen Klang auszeichnen. Die 33 Millimeter große Schwingspule schafft mehr als zehn Millimeter linearen Hub. Die Gehäusefront verläuft schräg, was der Zeitrichtigkeit im Abstrahlverhalten der beiden Treiber dient. Dass auch die Rückwand schräg verläuft, sorgt für die Vermeidung stehender Wellen im Inneren.

Das Anschlussfeld ist identisch mit dem der Veritas 4.2 Next
Das Anschlussfeld ist identisch mit dem der Veritas 4.2 Next


Selbstverständlich lässt sich dieser kleinvolumige Lautsprecher prima auf einem geeigneten Möbelstück platzieren, und möglicherweise ist dies ja auch der Grund, weshalb Sie sich für eine Kompaktbox interessieren. Zum Lieferumfang gehören Möbel-Oberflächen schonende abgestumpfte Kegel aus Hartgummi, um eine solide mechanische Ankopplung zu gewährleisten. Sie werden in die Gewindebuchsen in der Unterseite der Veritas M4.2 SE geschraubt und können durch Feinjustage auch leichte Unebenheiten kompensieren. Solch eine Platzierung auf einem Möbel kann ein erheblich besseres Klangbild erzeugen, als eine in die Raumecke gedrängte Standbox. Was bei Lautsprechern mit rückseitiger Bassreflexöffnung stets Sinn macht, ist mit dem Wandabstand zu experimentieren. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn die Veritas M4.2 SE auf Ständern steht. Weitere Vorteile gegenüber einer ausgewachsenen Standbox bleiben für die Kompakte selbst dann, wenn sie durch die Ständer ähnlich viel Raum einnimmt: Das sind die weitaus geringeren Reflektionsflächen des Gehäuses und meist auch der größere Abstand des Bass-Chassis zum reflektierenden Fußboden. Auch wenn dies jetzt ein Plädoyer für gut aufgestellte Kompaktlautsprecher ist, kann man sauber konstruierten Standboxen ihren Mehrwert im Tiefsttonbereich hinsichtlich Frequenzspektrum und Intensität nicht absprechen. Der überzeugendste kleinvolumige Lautsprecher, den ich je in diesem Hörraum unter den aktuellen Bedingungen testete, war der OePhi Acoustics Ascendance 2, der mit 4500 Euro aber auch erheblich teurer war als unsere Phonar Veritas M4.2 SE und zudem ein entsprechendes Oephi Lautsprecherkabel benötigte, um absolut zu überzeugen.

Der Jumper erlaubt durch Umstecken eine Anhebung oder Absenkung des Pegels des Scan-Speak-Illuminator-Hochtöners
Der Jumper erlaubt durch Umstecken eine Anhebung oder Absenkung des Pegels des Scan-Speak-Illuminator-Hochtöners

Ich stelle die Phonar M4.2 SE zuerst recht wandnah mit einem Abstand von 20,5 Zentimetern auf und schließe sie mit dem HMS Harmonia Carbon Kabel an meinem Pier Audio Hybrid-Vollverstärker an. Der klingt konstruktionsbedingt grundtonwärmer als mein Soulnote A2. Ich streame von Qobuz in CD-Qualität Live At Shanghai Jazz vom Marian McPartland Trio. Joe Morello am Schlagzeug und Rufus Reid am Kontrabass begleiten die großartige, damals 82-jährige Jazz-Pianistin, die schon 1950 in New York mit ihrem eigenen Trio auftrat und bereits in dieser Zeit gemeinsam mit Joe Morello musizierte. Die Phonar 4.2SE vermitteln diese swingende und dynamische Musik gekonnt und erfreulich unprätentiös mit Schwung und Lebendigkeit. Mich überrascht jedoch ein wenig die schöne, vollmundige und homogene Diktion. Ich hatte soviel Grundton-Intensität nicht erwartet. Meine große Phonar SE spielt im Vergleich etwas schlanker. Die Veritas M4.2 SE erzeugt ein ausgesprochen angenehmes Klangbild, lässt bei diesem Jazz-Trio jedoch erstaunlicherweise nichts an Transparenz und Spritzigkeit vermissen. Doch ich möchte wissen, was passiert, wenn ich sie noch freier im Raum aufstelle und erhöhe den Wandabstand erheblich auf 65 Zentimeter. Die Seitenwände mit Dachschräge bleiben weiterhin etwa zwei Meter entfernt. Das Klangbild gewinnt durch diese Aufstellungsveränderung an Transparenz, verliert in erträglichem Umfang an Wärme, behält aber seine musikalische Geschlossenheit und Homogenität. Die Bühne verändert sich kaum. Die räumliche Darstellung ist bei dieser Aufnahme in angenehmer Weise etwas plakativer als in der Tiefe gestaffelt. Fesselnd ist nach wie vor die schwungvolle, mitreißende Spielweise. Ich verändere die Position der Lautsprecher nochmals, jetzt auf genau 50 Zentimeter Rückenfreiheit. Anders als für die zwei Ventilieröffnungen bei meiner P9.2 SE gehören bei der M4.2 SE keine Schaumstoff-Pfropfen zur Veränderung der Bedämpfung zum Lieferumfang. Man hat sich bei der Abstimmung darauf festgelegt, dass hier nichts zu verändern sei. Dies stimmt auch mit der Erfahrung mit meinen Standboxen überein, wo die werksseitige Abstimmung durch Phonar trotz mehrfachen Versuchen mit den diversen Optionen bei zwei Reflex-Öffnungen nicht zu verbessern war, zumindest nicht in meinem Hörraum. Bei den jetzigen 50 Zentimetern Wandabstand scheint die goldene Mitte gefunden. Ein wenig mehr von dieser angenehmen Wärme, die aber nicht zu Lasten der Transparenz geht, sondern idealerweise das leicht Sezierende vermeidet, was zuvor beim größeren Abstand zur Rückwand unterschwellig zu spüren war und beim Langzeithören auf die Nerven hätte gehen können. Ich bleibe bei dieser Aufstellung und genieße das Album dieser großartigen Musikerin und ihren kongenialen Begleitern mit Vergnügen. Der Beifall zwischen den Stücken kling bei dieser Aufstellung ebenfalls recht glaubwürdig, nicht zu hell und auch nicht stumpf.

Der 2024 von Scan Speak vorgestellte 27-mm Illuminator Hochtöner ist ein Karbonfaser-Diaphragma mit einer dem Hub förderlichen breiten Sicke, umgeben von einer leichten Waveguide
Der 2024 von Scan Speak vorgestellte 27-mm Illuminator Hochtöner ist ein Karbonfaser-Diaphragma mit einer dem Hub förderlichen breiten Sicke, umgeben von einer leichten Waveguide

Dem Marian McPartland Trio folgt die junge englische Violinistin Leia Zhu mit Stücken von Camille Saint-Saëns im Zusammenspiel mit dem ORF Vienna Radio Symphony Orchestra, dirigiert von Howard Griffiths (Qobuz 24/96). Das hört sich gleichermaßen schön wie spannungsvoll an, was ein Zeichen hervorragender Abstimmung des Lautsprechers ist. Denn gerade bei Musikstücken mit Streichern geht bei transparenter Wiedergabe schnell der Klangkörper vor allem einer Solo-Violine verloren oder es fehlt andersherum bei körperlicher Abbildung an feinsten Nuancen. Die Phonar Veritas wirkt hier perfekt abgestimmt und ich höre mir mit Vergnügen einige Stücke – ein wirklicher Ohrenschmaus. Diese filigrane Feinzeichnung lässt mich immer wieder gespannt in die Musik hineinhorchen, was bei der seidig-warmen Diktion der M4.2 SE eben mühelosen Genuss bedeutet.


Der Peerless Tiefmitteltöner mit seiner Papier-Nomex-Membran ist identisch mit dem der Next-Version
Der Peerless Tiefmitteltöner mit seiner Papier-Nomex-Membran ist identisch mit dem der Next-Version

Bei Lester Bowies „The Great Pretender“ vom gleichnamigen ECM-Album wird klar, dass diese Phonar Veritas kein Genré fürchtet. So schön Leia Zhu eben klang, jetzt erlebe ich diesen The Platters-Titel in der faszinierenden, kreativen und vehementen Interpretation von Lester Bowie. Da muss man einfach hinhören, lachen und jeden Ton großartig finden. Die Phonar ermöglicht dies mit ihrer unauffälligen, fein auflösenden, lebendigen Spielweise, die ohne jegliche Aggressivität daherkommt. Sie schnürt die Bissigkeit und den Humor dieses Stückes keineswegs ein, sondern setzt sie hautnah und packend in Szene. Die räumliche Staffelung ist bestens und gesellt sich als Bonus zu den begeisternden Klangfarben – beeindruckend schön.

Hier gab es gegenüber der Basisversion nichts zu verbessern
Hier gab es gegenüber der Basisversion nichts zu verbessern

Bislang habe ich das HMS Armonia Carbon Lautsprecherkabel eingesetzt, das hinsichtlich seines Preises wohl etwas überzogen sein könnte und wechsele deshalb auf das wesentlich erschwinglichere QED Genesis Silver Spiral. Nun ja, ein leichter Verlust hinsichtlich Lebendigkeit und Detailauflösung ist nicht zu leugnen. Dennoch musiziert auch das QED bei Respighis „Gli Uccelli“ vom Album Karneval der Tiere (for Kids) mit der Academy of St. Martin in the Fields unter Neville Marriner tonal stimmig und schön. Auch jetzt verspüre ich nicht das Bedürfnis, die am Anschlussterminal mögliche Anhebung oder Absenkung um jeweils ein Dezibel per Steckverbindung auszuprobieren. Nein, es kann alles so bleiben, und ich werde ab jetzt mit diesem Kabel weiter hören. Der Wechsel beweist aber auch, das die Phonar feinfühlig reagiert und es sich lohnen kann, bei der Wahl des Lautsprecherkabels aufmerksam zu sein. Ich höre mir noch einige Musikstücke von diesem Album an und finde, dass zum Beispiel das Klavier beim zweiten Stück von Camille Saint-Saëns Karneval der Tiere „Poules et coqus“ fülliger und imposanter klingt als mit dem feiner auflösenden HMS. Die Musik ertönt mit angenehmer Grundtonintensität. Dass auch in dieser Konfiguration die Phonar Veritas M4.2 SE toll musiziert, bestätigt ein Genre-Wechsel auf Eric Clapton Unplugged. Seine Stimme hat Volumen, wirkt artikuliert aber nicht übertrieben analytisch. Gleiches gilt für sein und seines Begleiters Gitarrenspiel. Die Saiten tönen nicht stählern, das filigrane Spiel ist dennoch im Detail hörbar. Das gefällt, und auch der Beifall des Publikums und der Raum werden glaubwürdig vermittelt. Dieses Clapton-Konzert genieße ich entspannt, und es ist vielleicht die stärkste Disziplin der Veritas M4.2 SE: ein den Hörer nie anstrengendes Klangbild. Dass dabei Feinzeichnung und Vielfalt an Nuancen nicht vermisst werden, zeichnet diese Lautsprecher aus und unterscheidet sie positiv von vielen Mitbewerbern. Die Veritas M4.2 vermittelt sicher nicht das absolute Maximum an Auflösung und Nuancierung. Sie macht das aber in auf eine derart gekonnte Weise, dass man nicht nach mehr sucht. Der Wechsel der Lautsprecherkabel vom HMS auf das QED zeigt deutlich, in welchem erfreulich hohen Maße die Phonar ihre klanglichen Fähigkeiten beibehält und durchsetzt. Der Genuss- und Spaßfaktor bleibt, trotz der vom Kabel abhängigen Differenzen unversehrt – ein seltenes positives Phänomen. Mindestens so intensiv wie bei Clapton Unplugged berührt mich emotional Lhasa De Sela Live In Reykjavik (Qobuz 44,1/24). Auch hier ist beim Gesang auf Anhieb keine sezierende Analytik zu spüren, sondern einfach eine schöne und lebendig echt wirkende Frauenstimme zu erleben. Die sie bei „Is Anything Wrong“ begleitenden Background-Stimmen sind räumlich hinter ihr gut sortiert vernehmbar. Dieses Live-Konzert kann auf guten Anlagen eine phantastische Nähe und ergreifende Atmosphäre vermitteln. Das gelingt mit der Phonar nicht ganz auf dem Level wie kürzlich in meiner großen Anlage beim Test des Oladra Presence, aber auch nicht wirkllich viel schlechter, trotz des erheblich geringeren finanziellen Aufwands für meine „kleine“ Kette. Da bleibe ich gerne dabei und höre mir das Konzert bis zum Beifall am Schluss an.

Der Aufwand in der Zwei-Wege-Weiche trägt erheblich zum besseren Klang der SE-Version bei
Der Aufwand in der Zwei-Wege-Weiche trägt erheblich zum besseren Klang der SE-Version bei


An dieser Stelle tausche ich den Pier Audio Verstärker gegen den mehr als doppelt so teuren Soulnote A2: Da kommt dann auch wieder das HMS zum Einsatz, so dass, wenn Sie so wollen, jetzt preislich mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, einfach um zu ermitteln, was aus der Phonar Veritas M4.2 SE herauszukitzeln ist. Vor allem der Soulnote, aber auch das HMS liefern jetzt jede Menge feinster Auflösung. Dies überträgt die Phonar angenehm gelassen in eine verbesserte räumliche Darstellung, indem sie dem Gesang und den Instrumenten mehr Plastizität und Aura zugesteht. Besonders positiv auffällig ist die nuanciertere Tieftonwiedergabe. Das Bassspiel ist konturierter, die Töne platzen fast wie Seifenblasen in den Raum. Auch wenn ich weiß, dass meine großen Phonar Veritas SE hier noch mehr Intensität vermitteln, die M4.2 SE schafft es auch jetzt wieder, charmant über ihre minimalen Defizite hinsichtlich tiefster Töne hinweg zu spielen und stattdessen den Zuhörer in den Bann der Musik zu ziehen. Der finanzielle Mehraufwand durch Verstärker und Kabel spiegelt sich zweifelsfrei in einer noch spannenderen Darbietung, aber grundsätzlich ändert sich nicht viel gegenüber der vorigen Konfiguration, weil die kleinen Phonar sich mit ihrem bewundernswerten musikalischen Charakter durchsetzen. Ich höre in der Luxus-Konfiguration noch einmal den Karneval der Tiere: Da gesellt sich zur feinen Detailzeichnung noch eine beschwingte Lebendigkeit, die ausgezeichnet zu dieser Musik passt und das Spektakel noch mitreißender vor Augen führt. Auch das Marian McPartland Trio soll zeigen, inwieweit sich der Mehraufwand bei den Zuspielern auswirkt. Deutlich ist der Unterschied beim Klavier, das jetzt sauber und extrem klar klingt – vielleicht sogar ein bisschen zu viel des Guten. Das lässt sich mit der Ein-Dezibel-Absenkung am Anschlussterminal ins Positive kompensieren, so dass das Klavier an Volumen gewinnt. Die Drums profitieren ebenso vom gesteigerten Detailreichtum. Die Eingangskonfiguration hat mich bei dieser Musik aber emotional mehr angesprochen. Es müssen also nicht unbedingt kostspielige Zuspieler sein, um die Phonar Veritas M4.2 SE grandios klingen zu lassen. Wie bei allen Phonar-Lautsprechern, die ich bei mir hören durfte, ist es auch hier: Ich würde sie am liebsten behalten. Die Veritas M4.2 SE besitzt das gewisse Etwas an Musikalität, was bedeutet, dass ich mit ihr gerne und unangestrengt in die Musik eintauche, ganz unabhängig in welchem Genré ich mich bewege. Insofern besitzt diese Phonar keine Ausprägung, die einem Musikstil besonders dienlich wäre, sondern ist in dieser Hinsicht ein perfekter Allrounder.

Ein mitgeliefertes, sehr schönes und nützliches Zubehör sind diese Hartgummi-Spikes
Ein mitgeliefertes, sehr schönes und nützliches Zubehör sind diese Hartgummi-Spikes

STATEMENT

Die Phonar Veritas M4.2 SE zeigt einmal mehr, was Phonar kann und macht: nämlich Lautsprecher mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis/Klang-Verhältnis bauen. Wenn Sie ein Paar Lautsprecher in dieser Größe suchen, aber auch sonst, empfehle ich, die Phonar Veritas 4.2 SE nicht zu übersehen.
Gehört mit
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
Streamer PS Audio Bridge II, Eversolo T-8
Server Dell i7 mit Windows 11, AudiophileOptimizer 3.0, Roon Core und Minimserver
Player Software Roon, JPLAY, Bubble UPnP
Switch Chord Company English Electric 8
Reclocker Mutec M-3+ Smartclock USB
DA-Wandler PS Audio Direct-Stream-DAC mit Trafo-Tuning und Plixir Elite BDC Linearnetzteil für die Analog-Platine und Furutech Netzanschluss
Vollverstärker Soulnote A-2, Pier Audio MS-880SE
Lautsprecher Analysis-Audio Epsylon, Phonar Veritas P9.2 SE mit Sockel
Zubehör Audioquest Diamond USB, Habst USB Ultra-3 und DIII AES/EBU, JIB Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Black Edition Digital S/PDIF, Audio-gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral oder HMS Armonia Carbon LS oder Shunyiata Constellation Andromeda Speaker, MudraAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, AHP Reinkupfer- und Synergistic Research Quantum Blue Sicherungen, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Audioquest Fog Lifters
Herstellerangaben
Phonar Veritas M4.2 SE
Konzept 2 Wege Bassreflex Kompaktlautsprecher
Belastbarkeit 90 / 120 Watt
Wirkungsgrad 87,5 dB (1 W/1m)
Frequenzbereich 38 - 40000 Hz
Trennfrequenzen 2200 Hz
Nennimpedanz 6 Ohm
Hochtöner Scan Speak Illuminator-Serie 27 mm
Tief-Mitteltöner 160 mm
Abmessungen H 35 x B 20 x T 28 cm
Gewicht 8,8 kg / Stück
Ausführungen

Walnuss, matt Schwarz, Hochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, gegen Aufpreis RAL-Farben

Herstellergarantie 60 Monate
Paarpreis 2400 Euro

Vertrieb
Phonar Akustik GmbH
Anschrift Industriestr. 8 – 10
24963 Tarp
Telefon +49 4638 89240
E-Mail info@phonar.de
Web www.phonar.de

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Montag, 07 September 2026 08:28

Vincent

Vincent aktualisiert den Hybrid-Röhren-Vorverstärker SA-32: Dabei bleiben die exzellenten klanglichen Eigenschaften unangetastet. An der bewährten Grundschaltung mit vier Röhren des Typs 6N16 ändert sich nichts. Die Neuauflage SA-32MK ist aber mit einem Bluetooth-Modul ausgestattet, um kabelloses Streaming von Handy oder Tablet zu ermöglichen.

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Der Hybrid-Röhren-Vorverstärker Vincent SA-32 konnte mit seinem Klang sowohl Fachpresse als auch audiophile Anwender nachhaltig überzeugen. Dafür zeichnet die durchdachte Kombination aus Class-A-Transistorschaltungen und vier 6N16-Röhren verantwortlich. Das Ergebnis ist ein dynamischer und musikalischer Klang mit klarem, weitläufigem Stereobild. Kein Grund also, an diesem Erfolgskonzept zu rütteln, weshalb die Neuauflage SA-32MK auch auf die gleiche erfolgreiche Grundschaltung setzt.Das Update konzentriert sich darauf, den Vorverstärker an den modernen Musikgenuss anzupassen.

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Hierfür ist der Vincent SA-32MK mit einem eingebauten Bluetooth-Modul ausgestattet. So kann jetzt auch Musik von Mobilgeräten wie Handy oder Tablet und vom Rechner ganz unkompliziert und kabellos an die heimische Anlage übertragen werden. Die auf der Rückseite angebrachte Antenne sorgt dabei für besten Empfang. So steht Bluetooth als kabellose und digitale Quelle zusätzlich zu den zahlreichen analogen Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung.

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Wie schon das Originalmodell bietet auch der aktualisierte SA-32MK trotz kompakter Bauweise eine Fülle analoger Ein- und Ausgänge, um verschiedenste Quellen ins heimische HiFi-System einzubinden. Vier Stereo-Cinch-Eingänge stehen zur Verfügung, darüber hinaus gibt es auch einen symmetrischen XLR-Eingang. Ausgangsseitig sind zweimal Stereo-Cinch und einmal symmetrisches XLR sowie einen Cinch-REC-Out mit festem linearen Pegel vorhanden. Damit ist der SA-32MK auch perfekt geeignet, um im Bi-Amping-Modus betrieben zu werden.

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Der aktualisierte Hybrid-Röhren-Vorverstärker Vincent SA-32MK ist im Fachhandel erhältlich, die Preisempfehlung liegt bei 1.500 Euro. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Produktseite.

Vertrieb
Sintron Vertriebs GmbH
Anschrift Christian Fröhling
Südring 14
76473 Iffezheim
Telefon +49 7229 182931
E-Mail info@sintron.de
Web sintron.de

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Freitag, 04 September 2026 07:28

Die Klangbibliothek 2.0 wächst (20)

Vor rund vier Monaten testete Klaus Schrätz das Sumiko Oriole, und es gefiel ihm so gut, dass er unbedingt wissen wollte, was das Startling, das in der Firmen-Hierarchie über dem Oriole rangiert, mehr zu leisten in der Lage ist. Das muss einiges sein, denn in seinem Statement, weist er dem Starling einen Platz im oberen High End Kosmos zu.

Auch wenn wir gerne Aufnahmen mit zuvor beschrieben Tonabnehmern machen – nicht zuletzt, weil diese Rubrik wie wir Ihren Zuschriften entnehmen, viel Anklang findet – klappt das leider nicht immer. So habe ich beispielsweise das Vertere Ruby One wegen des größeren Angebots an passenden Abschlusswiderständen am Aavik Acoustics R-588 statt an Einsteins ansonsten bewährtem The Turntable's Choice getestet. Der R-588 verfügt aber leider nur über unsymmetrische Ausgänge, während die Nagra VI nur symmetrische Eingänge bietet. Ein Symmetrierer im Signalweg hätte die Vergleichbarkeit mit den Tracks, die mit dem Einstein aufgenommen wurden, noch weiter eingeschränkt, weshalb wir im diesem Fall lieber gleich auf die Produktion von Klangbeispielen verzichtet haben. Dass es keine Aufnahmen mit dem Sumiko Oriole gibt, hat hingegen logistische Gründe: Der Tonabnehmer kam zuerst nach Gröbenzell, wo er fotografiert wurde. Mit dem nicht eingespielten Oriole Tracks für eine Klangvergleich aufzunehmen, verbot sich von selbst, und nachdem der Kollege das System eingespielt und seinen Bericht verfasst hatte, musste das Sumiko zurück zum Vertrieb. Zu beiden Tests ist noch nachzutragen, dass bei Klaus Schrätz' Roksan Artaxerxes X mit Roksan ROK DS1.5 Netzteil ein Lastwiderstand von 100 Ohm eingestellt war, da Sumiko für das Oriole 60 oder mehr Ohm und für das Starling 100 oder mehr Ohm empfiehlt. Bei Einsteins The Turntable's Choice gibt es in diesem Bereich nur Stecker für Lastwiderstände von 85 und 150 Ohm. Ich habe die drei Songs daher aufgenommen, während bei Einstein der höhere der beiden Werte eingestellt war, bin mir aber sicher, dass das Starling die drei Stücke auch an einer Lastimpedanz von 150 Ohm zum Genuss macht.

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Klangbibliothek.

How Deep Is The Ocean

Tonabnehmer Sumiko Starling
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (150 Ohm)
Musik „How Deep Is The Ocean“
Downloadgröße 112,8mb
Recorder Nagra VI
 

Klangbibliothek.

Griff

Tonabnehmer Sumiko Starling
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (150 Ohm)
Musik „Griff“
Downloadgröße 158,3mb
Recorder Nagra VI
 
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