Den Umzug der High End von München nach Wien haben Ivonne Borchert-Lima und ihr Team zum Anlass genommen, am kommenden Wochenende erstmals die Münchener Hifi-Tage zu veranstalten, und zwar nach dem Vorbild der erfolgreichen norddeutschen Messe in einem Le Méridien-Hotel mit sehr guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
Wie in Hamburg sind am Samstag 15, am Sonntag 10 und für beide Tage 20 Euro Eintritt zu entrichten. Für Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung gibt es deutliche Ermäßigungen. Vor allem am Samstag hatten sich die Besucher aus Norddeutschland von erstmal erhobenen Eintritt erfreulicherweise nicht abschrecken lassen: Die Ausstellung in der Hansestadt war ähnlich gut besucht wie in den Jahren zuvor. Noch bequemer als dort haben es alle Interessierten, die mit Bus und Bah anreisen. Das Le Méridien München liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. Die Parkplatzsituation dürfte dort ähnlich schwierig sein wie in Hamburg, ein Shuttle zu einem großen, etwas außerhalb liegenden Parkplatz wird nicht angeboten. Die Veranstalter müssen sich auf die neuen Begebenheiten erst einmal einstellen. Daran dürfte es auch liegen, dass Stand Dienstagmittag auf der Website noch kein Raumplan und auch kein Programm einzusehen sind.
Hier die Liste der ausgestellten Marken: 64 Audio, A&L, Aavik, Analysis Audio, Ansuz, AP Elektroakustik, ATE, Audes, AudiaZ, Audiofels, AudioNostrum, Audio Offensive , Audio Performance, Avantgarde Acoustic, Axxess, Bergmann, Boaacoustic, Børresen, Defini, Degritter, Dekoni Audio, Diptyque, Eminent Technology, Esoteric, Gemstone, iFi Audio, INKLANG, Kleeny, Kubala Sosna, Lansche Audio, Lehner & Lehner Audio, Media Möbel München, Miyajima Lab, Nessie Vinylcare, Paragon Acoustic, Planarphase cable, Raidho Acustics, Reed, Rosso Fiorentino, Rowen, Scansonic, Sennheiser, SILENT POUND, SonicThrone® Audio Sessel, Sonox, Soundsmith, SoReal Audio, Staltmanis LAB, SV Audio, Thales, Tsakiridis by Audioplan, Vitus, Voxativ, WB Manufacture, Weiss Engineering, Westend Audio, WOD Audio, Ypsilon Electronics
Für Hifistatement ist die Messe ja praktisch ein Heimspiel. Ich bin gespannt, welcher Kollege Lust hat, dort mal mit mir vorbeizuschauen.
Location
Le Méridien München
Bayerstraße 41
80335 München
Tel. +49 89-24220
Öffnungszeiten
Sa von 10-18 Uhr
So von 10-16 Uhr
Eintrittspreise
Tagesticket Samstag 15,00 €
Tagesticket Sonntag 10,00 €
Zweitage Ticket 20,00 €
Schüler U18 5,00 €
Studenten 5,00 €
Mensch mit Behinderung 5,00 €
Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks.
Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich erst einmal hoch erfreut aber bald darauf sehr verwundert. Denn weltweit gab es keinerlei Informationen zu diesen Jubiläums-Komponenten. Auf der Website des chinesischen Herstellers Spark Electronic Equipment Co., Ltd. tauchen diese Pearl Jubiläums-Geräte nicht einmal auf. Auch fand ich international keinen einzigen Bericht, der über die Neuvorstellungs-Kurzbeschreibung hinausging, so wie sie sich auch auf der Cayin Website hierzulande fand. Das bedeutete also jede Menge Recherche, bei der mich Thomas Deyerling und Stefan Noll, Leiter des Cayin Service, dankenswert unterstützten. Durch unseren umfangreichen Informationsaustausch ist inzwischen die deutschsprachige Cayin Website sehr ergiebig und fast alles Wissenswerte findet sich dort beschrieben.

Die Pearl 30d und Pearl 30c ähneln sich nicht allein optisch sehr, sondern auch von der Technik her. Eine separate Stromversorgung ist jeweils die Basis für ein hochwertiges Gesamtkonzept. Die Gestaltung der Gehäuse strahlt dank der Relief-Oberfläche und den goldenen Applikationen eine besondere Wertigkeit aus, mit der Cayin seine Pearl Komponenten aus dem Sortiment hervorhebt. Cayin Geräte gelten ohnehin als hochwertig verarbeitet, aber dieses noble Design macht nochmal einen Unterschied.

Ein gemeinsames Highlight ist bei beiden Geräte eine aufwändige Master-Clock mit einem ofengesteuerten Quarzoszillator, kurz Oxco. die ihre 10-Megahertz-Taktfrequenz über eine 50-Ohm-BNC-Verbindung auch für andere Komponenten in einer Anlage ausgeben kann. Es macht Sinn, die Master-Clock im Pearl 30d auch für das CD-Laufwerk zu nutzen.

Schauen wir uns erst den D/A Wandler Pearl 30d an: Der überrascht durch seine beiden alternativen Wandler-Architekturen. Neben einem als „Modern“ bezeichneten DAC mit acht ES-9039SPro-Wandlerchips, von denen jeweils vier pro Kanal in Mono geschaltet sind, gibt es optional einen „Classic“ DAC, der mit einem TDA1307 und zwei ebenfalls Mono arbeitenden TDA1547 Chips von Philips als Ein-Bit-DAC einen Retrosound generieren soll, wie es auf der Cayin Website heißt. Mit dem ungewöhnlichen Aufwand von acht Wandlerchips – das ist mir noch nie irgendwo anders begegnet – bei Modern optimiert Cayin die Dynamik, die Rauschfreiheit und den ausgehenden Strom. Die weitere Verarbeitung des Signals geschieht in diskret aufgebauter Class-A-Verstärkung. Beim Classic Konzept werden PCM-Daten über alle drei Chips gewandelt, während DSD über die zwei TDA1574 verarbeitet wird, wonach in jedem Fall eine symmetrische Datenverarbeitung folgt. Man darf nach Belieben am Gerät selber oder per Fernbedienung jederzeit und mit nur kurzer Unterbrechung zwischen den Möglichkeiten Classic und Modern umschalten. Wer da Entscheidungsprobleme hat, kann mit dem Auto-Modus die richtige Wahl auch der Elektronik des 30d überlassen. Die entscheidet sich dann bei den PCM-Sampling-Frequenzen 44,1 und 48 Kilohertz für den Classic Modus, bei allem darüber schaltet sie auf Modern. Bei DSD 64 und DSD128 wählt die Automatik wiederum Classic, bei DSD256 und DSD512 abermals Modern. Angezeigt wird dies im Display nicht.

Beide DAC-Alternativen haben natürlich ihre klangliche Signatur, die man vielleicht nicht von der digitalen Auflösung des Musikfiles abhängig machen sollte, sondern eher den Vorlieben beim Hören anpasst. Das bedeutet dann: selber auswählen, was ich im Laufe des Tests auch stets tat. Der Klangunterschied ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie man dies etwa von portablen Cayin HighRes-Playern kennt, wenn die Wahl zwischen Röhre und Transistor gegeben ist. Hier geht es bei vielen Musikstücken um Nuancen. Zurückzuführen dürfte das hohe musikalische Niveau und die bei beiden Wandler-Systemen beeindruckende Klangqualität vor allem auf den beachtlichen Aufwand hinsichtlich der Stromversorgung sein, auch wenn diese für den ESS-Sabre-Wandler und das TDA-Chip-Trio nicht identisch ist. Im physisch separaten Netzteil erfolgt die Stromversorgung durch Transformator, Gleichrichter, Filterschaltung und einigem mehr vollständig isoliert vom eigentlichen D/A-Wandler. Die getrennte technische Architektur für die beiden Wandlertypen beginnt bereits beim Netztransformator. So versorgt den 8-fach ESS-Wandler ein Dual-C Trafo, der dazu den ofengesteuerten Quarzoszillator, die Taktplatine, die Logikschaltungen und die zu den ES9039SPRO gehörenden Audio-Schaltungen mit Strom speist. Ein zweiter Doppelt-C Transformator liefert den Strom für TDA1307, TDA1547, Operationsverstärker-ICs, diskrete I/V-Schaltungen und diskrete Verstärkerschaltungen.

Zehn hochwertige 15.000-Mikrofarad-Filterkondensatoren sieben im separaten Netzteil, gefolgt von zehn 10.000-Mikrofarad-Audiofilterkondensatoren von Nichicon. In dem eigentliche D/A-Wandler-Gehäuse sind weitere Baugruppen zur Stromversorgung untergebracht. So auch die extrem linearen Spannungsregler, mit denen auch die Ocxo-Clock versorgt wird. Auch wenn die D/A-Wandlereinheit abgeschaltet ist, wird der Quartz-Oszillator bei einer konstanten Temperatur gehalten. Deshalb ist das Takt-System nach dem Einschalten sofort optimal spielbereit. Bei längerer Nicht-Nutzung ist das separate Netzteil ebenfalls abschaltbar. Selbst dann ist die Ocxo-Clock nach dem Einschalten in 80 Sekunden stabil und es erlischt eine rote LED auf der Gerätefront. Ein hochwertiges 12-poliges Kabel mit einem stoßdämpfenden Schutzmantel aus einer verschachtelten Sandwich-Nylonfaser-Baumwollmischung von Viablue verbindet beide Einheiten. Richtungsunabhängig, an beiden Enden mit dem gleichen Stecker aus der Luftfahrttechnik ausgestattet, erlaubt es eine Aufstellung der Einheiten über- oder nebeneinander, jedoch bitte möglichst nicht direkt aufeinander. Der CD-Spieler 30c besitzt die gleiche Verbindung zu seiner externen Stromversorgung.

Sobald man mit dem Pearl 30d Musik hören möchte, darf man sich für drei digitale Filter für beide DAC-Typen entscheiden. So stehen im Amoled-Display zuerst FIR Filter zur Wahl, gefolgt von IIR Filtern, beides für den Modern DAC, die Sie bitte einzig und allein nach ihrem persönlichen Geschmack aussuchen. Als drittes haben Sie bei Classic die Wahl zwischen einem Filter dritter oder vierter Ordnung. Alle Einstellungen lassen sich jederzeit, auch während des Musikhörens verändern. Wohl deshalb ist die Wahl nur über die Metall-Fernbedienung möglich und nicht am 30d selber. Man muss aber zügig agieren, sonst springt das Display wieder auf die normale Anzeige der PCM- oder DSD-Auflösung um. Bei den Filtern empfinde ich die klanglichen Unterschiede zum als Teil signifikant, teils sogar ausgeprägter als die Modern- und Classic-Alternativen des DAC. Abschließend muss man nur noch zwischen dem normalen und einem etwas lauteren Ausgangspegel, im Display mit „H“ angezeigt, wählen.

Die zwei D/A-Wandler-Alternativen machen es nicht immer leicht, da beide nicht grundlegend unterschiedlich klingen. Classic spielt, vereinfacht formuliert, eine Spur wärmer, modern ein wenig knackiger. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der eine oder andere für bestimmte Musikrichtungen prädestiniert sei. Geschmackssache, meine ich, und entscheide mich in den meisten Fällen für den 1-Bit-Stream-Classic-DAC. Patricia Barber eröffnet nach der Einspielphase mit Companion in CD-Auflösung von der Festplatte des Oladra Musikservers die Hörsessions. Was schnell bei allen Songs auffällt, ist die enorme Präzision und Klarheit. Dies bringt eine bis dahin nicht erlebte Sprachverständlichkeit mit sich. Die Songs wirken deutlich spannender als je zuvor. Der Pearl 30d spielt ausgewogen, ich möchte sagen unerwartet unprätentiös. Aufgrund seines Äußeren, seines schwarz-goldenen mit Holz edel dekoriertem Outfits hatte ich so etwas wie Opulenz im Klang erwartet. Und in gewisser Weise vermittelt er die auch, aber anders als von mir unterstellt: Der Cayin Pearl 30d musiziert absolut nicht bombastisch oder in irgendeiner Art überzeichnend. Jedoch beeindruckt er schon bei diesem ersten Album mit einer frappierenden Analytik und Authentizität. Der berühmt-berüchtigte zarte Schleier über der Klangbühne existiert nicht mehr. Zwar hatte ich den zuvor mit meinem Setup nicht bemerkt, jetzt klingt es allerdings noch befreiter und luftiger, gleichzeitig energiegeladen in den unteren Tonlagen. Instrumente und Gesang werden standfest fokussiert; großartig stabil stehen sie in räumlicher Tiefe und Breite geordnet. Dabei ist der Klangraum scharf umrissen. Kein Instrument gerät auch nur ansatzweise und in irgendeiner Tonlage diffus. Die Musik spielt erheblich weiter vorne als ich es von meinem HoloAudio kenne, und zwar hintereinander, nebeneinander konturiert auf der Bühne gestaffelt und mit eigener Aura für jedes Instrument. Im Vergleich klingt der HoloAudio nicht viel weniger räumlich, aber er packt alles weiter nach hinten und hält mich weit mehr vom musikalischen Geschehen entfernt. Gleichzeitig zeichnet der Cayin aber nicht aufdringlich. denn auch nach vorne gibt es eine klare Linie zur imaginären Bühne. Diese Darbietung des Pearl 30d macht das Zuhören ebenso angenehm leicht wie ungemein spannend. Hinzu kommen die nun unverschleierten, faszinierend authentischen Klangfarben, die Bassdrum aus der Tiefe des Raumes, ebenso atemberaubend wie die mal schneidenden, aber nicht schmerzenden Töne der Orgel. Mit dem Cayin erfuhr ich Patricia Barbers Companion tatsächlich neu.

Beim Album The Afro-Eurasian Eclipes von Duke Ellington und seinem Orchester von 1971 fand ich die Raumakustik bei der Einführungs-Rede des Bandleaders wegen der feinen Auflösung interessant. Der Cayin zeichnet das Studio-Echo sehr präzise und glaubwürdig und lässt den Hörer hier auf diese besondere Weise an der Darbietung teilhaben. Dies ist nicht unbedingt eine audiophile Einspielung. Aber Swing und Drive vermittelt der Cayin in exzellenter Weise, so dass ruhig sitzen zu bleiben, schwer fällt. Diese Aufnahme ist tendenziell eher schlank bis hell. Ich schalte bei „Didjeridoo“ vom Classic-Mode auf den Modern-DAC mit den acht ESS Wandlern. Jetzt klingt das Stück noch ein bisschen dynamischer, was sich vor allem beim Klavier bemerkbar macht. Trotz der nach meinem Gusto nicht perfekten tonalen Balance dieser Aufnahme bleiben die Bläser auch hier „smooth“ und blechern. Der Classic Mode scheint mir den Drive der Musik eine Spur besser zu vermitteln, dafür spielt der Modern mit leicht mehr Dynamik und etwas unmittelbarer. Beides gut, aber halt leicht anders. Beides packend und schön, eigentlich kein Grund sich zu entscheiden, weil beides Spaß macht.

Ich wähle als nächstes Fairy Tales von Regula Mühlemann und den Chaarts Chamber Artists von Qobuz in 96/24 im Classic Mode. „Rusalka“, das erste Stück, beginnt mit feiner, zarter Instrumentierung, bevor der Gesang einsetzt. Dieses Zarte vermittelt der Cayin in besonders schöner Art und verleiht den Instrumenten Klangkörper und Raum. Was ich beeindruckend finde: Der Cayin macht dieses Musikstück nicht spektakulärer als es ist. Hier habe ich schon manche Überzeichnung bei der Stimme erlebt. Die Darbietung ist wunderschön klar und ausgewogen mit tollen Klangfarben, einfach schön. Bei den folgenden Liedern fällt immer wieder auf, wie energisch und leichtfüßig sich die tiefen Streicher aus der Tiefe des Raumes einbringen. Die unaufdringliche und unspektakuläre, ja fantastische Analytik des Cayin lässt jedes einzelne Instrument glänzen und in seinen glaubwürdigen Klangfarben strahlen. Und das Tolle: Er verbindet dies alles mit geordneter Räumlichkeit zu einem perfekten ganzheitlichen Bühnenbild, wo alle Klänge homogen eingebunden sind und ein bestaunenswertes Klanggemälde bilden. Hier sind Authentizität und Pracht ideal miteinander verknüpft.

Ich will mich nun komplexerer, großorchestraler Musik widmen und wähle Prokofievs Romeo and Juliet mit dem Oslo Philharmonic Orchestra und Vasily Petrenko in der originalen Aufnahme-Auflösung DXD, Flac-verpackt von der Oladra Festplatte. Das klingt bei den ersten Takten in Akt 1 etwas lichter und feiner als ich es von meinem HoloAudio kenne. Sehr schnell erschließen sich dank der überlegenen Auflösung und Raumdarstellung mehr Details als gekannt. Diese gesteigerte Vielfalt macht das Hinhören wieder spannender und bietet weit mehr Vergnügen. Die Feindynamik im Orchester ist exorbitant und emotional geradezu mitreißend. Wie die Violinen beispielsweise bei „The Fight“ durch den Raum fegen, ist unglaublich packend. Der Cayin besitzt eine Souveränität, die ihn jedwede Dynamik, sei sie fein oder ausgeprägt, mit überlegener Energie verarbeiten lässt. Ich vermute, dieses Können verdanken wir seiner aufwändigen externen Stromversorgung. Dabei klingt es nie aufdringlich oder schneidend, was bei fein aufgelösten Streichern an anderer Stelle schnell mal passiert. Egal, wo im groß gezeichneten Orchester ein Instrument spielt, der Cayin Pearl 30d gibt ihm Raum und Freiheit, zeichnet es wie angenagelt und verbindet wieder alles harmonisch miteinander. Er zeigt in der Raumtiefe oder am Rand keine Schwächen. Jeder Ton erhält seine Wertigkeit. Diese Fähigkeiten kenne ich sonst nur vom weit mehr als zehntausend Euro teureren Lampizator DAC meines Freundes.

Nun kombiniere ich den Pearl 30d mit dem CD-Transport 30c, und zwar mit einem Habst DIII über die AES/EBU Schnittstellen. Etliche andere wie S/PDIF per Cinch oder BNC, optisch ST Glasfaser oder Toslink und I2S wären weitere Möglichkeiten zur Verbindung der beiden Geräte. Die Verbindung der 10-Megahertz-Clock vom DAC zum CD-Laufwerk lasse ich erst einmal weg. Ich wähle in beiden Geräten die interne gleichwertige Ocxo-Clock. Das Philip-CD-Pro2-Top-Lader-Laufwerk befindet sich unter einem massiven Aluminium-Deckel mit üppigem Griff. So lässt sich diese schwere Abdeckung sicher handhaben. Darunter befindet sich der zum Laufwerk gehörende Magnetpuck, der die CD auf der Spindel arretiert. Ist der Alu-Deckel mit Hilfe seiner ebenfalls magnetischen Arretierung wieder aufgelegt, wird die CD eingelesen, was mit „READ TOC“ – das steht für „lese table of content, also Inhaltsverzeichnis – im Display angezeigt wird. Die in den technischen Daten angegebene CD-Spielzeit darf gerne deutlich überschritten werden. Dies verifizierte ich unter anderem mit Beethovens Neunter mit Bernard Haitink und dem London Symphony Orchestra: Die Spielzeit 68:10 absolvierte der 30c anstandslos und versetzte mich vielmehr mit seinen klanglichen Fähigkeiten in Erstaunen, die vor allem wegen der grandiosen Transparenz und feinen Dynamik faszinierten. Um die mächtige Abdeckung des Philips Laufwerkes ist ein Glasring eingelassen, unter dem im eingeschalteten Zustand vier weiße Lichtringe eine plastische Tiefe suggerieren. Das macht Eindruck und unterstreicht den optisch opulenten Auftritt des Cayin Pearl. Dezent sind diese Jubiläums-Geräte nicht, sondern gediegen gestaltete Technik. Vor dem Musikhören gilt es, eine Wahl zu treffen, nämlich ob der 30c im OS-Modus mit Oversampling arbeiten soll oder als NOS mit Non-Oversampling. In der Praxis bedeutet dies bei OS eine Konvertierung von 44,1 Kilohertz / 16-Bit PCM zu 192 Kilohertz / 24-Bit. Ich persönlich favorisiere bis auf wenige Ausnahmen NOS. Auch dies lässt sich, wie beim 30d die digitalen Filter, bequem während des Hörens über die auch hier zum Lieferumfang gehörende System-Fernbedienung umschalten.

Haben Sie alle ihre CDs bereits auf einen Musikserver gerippt und sich dann von ihnen getrennt? Das wäre schade. Ich lege Løsrivelse von Kari Bremnes in das Laufwerk – ein kleines Ritual mit dem schweren Deckel und dem Magnet-Puck. Auf diesem Album, das ich als AIFF-Rip von meiner CD auf der Festplatte im Oladra habe, singt Kari Bremnes Edvard Munchs Texte zu fünfzehn seiner Gemälde. Ich wähle sein bekanntestes Werk, den Schrei, auf Norwegisch „Skrik“. Mit dem Pearl 30c erschließt sich ein wohltuendes, farbenprächtiges Klangbild, wo auf den ersten Eindruck nochmal alles auf einem höheren Level spielt als von meinem doppelt so teuren Musikserver mit Roon. Vor allem der Gesang klingt fraulicher und noch realitätsnäher als vom Musikserver. Die Darstellung des Klangbildes ist überwältigend und gewinnt dabei noch an Tiefe. So schön und nuanciert klang dies Album zuvor nie. Bislang hat der Antipodes Oladra alles übertroffen, was sich hier mit ihm anzulegen versuchte, und sein Können wird auch weiterhin für Highres Files und Streaming von Qobuz gebraucht. Hinsichtlich Musikalität hat der Cayin Pearl Transport bei diesem Album von Kari Bremnes jedoch die Nase weit vorn. Da muss ich sofort die Fähigkeiten des 30c in Verbindung mit meinem HoloAudio DAC prüfen. Das ist dann erwartungsgemäß doch ein Schritt in Richtung Langeweile und zeigt auf, wie exzellent der Cayin D/A-Wandler musiziert. Trotzdem bringt der Pearl 30c auch hier seinen klanglichen Charme und seine Stärken ein, kann sich aber nicht ganz so grandios entfalten wie am Pearl 30d. Also wieder zurück und weiter gehört. Ich greife zur Symphony No. 5 von Gustav Mahler, und zwar der Einspielung von Decca 1970 mit Sir Georg Solti und dem Chicago Symphony Orchestra. Der dritte Satz erklingt beschwingt im Walzertakt. Die einzelnen Instrumentengruppen setzen mit dem Cayin CD-Spieler wunderschön im Raum weit nach vorn und hinten aufgefächert ihre Klänge wie Farbtupfer, fein nuanciert und herrlich authentisch. Ich habe das Gefühl, mich ganz nah hinter dem Dirigentenpult zu befinden. Ein fantastischer Genuss, wie die Klangfarbenpracht sich ausbreitet, mal sensibel, mal heftiger dynamisch abgestuft – ein großartiges Ohrenkino. Diese CD befindet sich in AIFF auf der Festplatte des Oladra. der Vergleich ist erschreckend. Die großartige räumliche Tiefe des Cayin 30c halbiert sich fast, weil vor den Lautsprechern nichts mehr los ist. Aber schlimmer noch ist das Fehlen an Klangfarben und Transparenz.

Ich mag es kaum glauben und spiele jetzt zuerst vom Antipodes Oladra das Piano Quartet op.47 von Robert Schumann, mit dem Auryn Quartet eingespielt bei Tacet. Beim Wechsel vom Antipodes-Server zum Cayin-CD-Transport habe ich sofort das Gefühl, nun statt in der zwanzigsten Reihe in der vierten des Konzertsaals zu sitzen, und erlebe Schumanns Musik noch viel schöner und emotional ergreifender. Die Streicher musizieren plastischer mit schmeichelhaftem Schmelz, der Flügel klingt größer, echter und auch länger nach. Der Unterschied zwischen diesen Darbietungen ist enorm zugunsten des nur halb so teuren Cayin Pearl 30c. Wie konnte ich diese Einspielung bislang nur als trocken und etwas hart einstufen? Dies zeigt sich tendenziell wieder, sobald ich vom subjektiv favorisierten Classic auf Modern umschalte – sehr interessant. Jetzt möchte ich mit dem als Fim-UHD-CD vorliegenden Telarc Album The Very Tall Band noch herausfinden, welchen Unterschied es macht, wenn ich Pearl Transport und Pearl DAC jeweils mit ihrer eigenen 10-Megahertz-Oxco-Clock takten lasse, statt dass der DAC dem Transport über die 50-Ohm-Clock-Verbindung mit einem simplen RG58 BNC-Kabel seinen Takt vorgibt. Beim Ellington-Klassiker „Caravan“ spielte Karriem Riggins die Drums mit der Taktung durch den DAC unüberhörbar knackiger und packender, ohne dass dabei die Echtheit der Klangfarben leidet. Der Beifall des Publikums geriet ebenso wie Oscar Petersons Piano, Ray Brons Bass und Milt Jacksons Vibrafon noch konturierter und befreiter. Irgendwie schien die Very Tall Band einen Tick schneller zu spielen. Eindeutig ein Vorteil, denn es ist unüberhörbar, dass sich dabei noch mehr Akkuratesse einstellte.
Unabhängig davon, ob mit gegenseitiger oder eigener 10-Meegahertz-Masterclock ist die musikalische Überlegenheit gegenüber einem der besten Musikserver geradezu erschütternd und der einzige Wermutstropfen bei den beiden Cayins ist neben dem zu ihrem Erwerb nötigen Geld ihr Platzbedarf. Mit dem Cayin Pearl 30c ist die CD kein Auslaufmodell, sondern haushoch überlegen, selbst dann, wenn diesem Transport nicht der Pearl 30d zur Seite steht. Denn auch am HoloAudio war der Klanggewinn signifikant und weckt Begehrlichkeiten.


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Gehört mit
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|---|---|
| Musik-Server/Player | Antipodes Oladra G4 mit Roon |
| Netzwerk | Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 mit Darkz-Resonance-Control C2T, Digitalz Ethernet Cable A2 |
| CD-Laufwerk | Primare DVD-30 |
| Digital/Analog-wandler | HoloAudio May Ketsuné Edition |
| Vorverstärker | Audio-gd Master 1 Vacuum |
| Endstufe | für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100 |
| Equalizer | LA-Audio EQ231G für Bass |
| Lautsprecher | Triangle Grand Concert |
| Zubehör | Audioquest Dragon 48 HDMI, Audioquest Diamond USB, Habst USB Ultra-3 und DIII AES/EBU, JIB Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Evolution Black S/PDIF, Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Elementa Advance und, Alzirr XLR, Silversmith Fidelium Speaker und QED Genesis Silver Spiral mit Enacom, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC und Source Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum Orange Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, IsoAcoustic Broze, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Franck Tchang Klangschalen |
| Geräte-Erdung | Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition |
| Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis |
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Herstellerangaben
Cayin Pearl 30d
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|---|---|
| Geräteart | Digital/Analog-Wandler mit separater Stromversorgungs-Einheit |
| Ausgangsspannung | unsymmetrisch Cinch: 2,3Vrms (Standard); 4,6Vrms (high level) |
| Frequenzgang Modern DAC | unsymmetrisch Cinch: 20Hz - 20kHz ( +/ 0,1dB; Fs=192kHz ); symmetrisch XLR: 20Hz - 50kHz ( +/ 0,2dB; Fs=192kHz ) |
| Frequenzgang Classic DAC | Cinch und XLR: 20Hz - 20kHz ( +/ 0,2dB; Fs=44,1kHz ) |
| THD (A-bewertet) | Cinch Modern DAC: 0,0007%; XLR Modern DAC: 0,0005%; Cinch Classic DAC: 0,001%; XLR Classic DAC: 0,0007% |
| Rauschabstand (A-bewertet) | Cinch Modern DAC: 126dB; XLR Modern DAC: 127dB; Cinch Classic DAC: 110dB; XLR Classic DAC: 110dB |
| Dynamikumfang (A-bewertet) | Cinch Modern DAC: 125dB; XLR Modern DAC: 126dB; Cinch Classic DAC: 107dB; XLR Classic DAC: 107dB |
| ACR (A-bewertet) | Cinch Modern DAC: -116dB; XLR Modern DAC: -117dB; Cinch Classic DAC: -105dB; XLR Classic DAC: -106dB |
| USB-B Eingang | PCM 16 bis 32 Bit, 44,1 bis 768kHz; DSD64 bis DSD512 nativ; DSD64 bis DSD256 DoP |
| I2S HDMI Eingang | PCM 16 bis 32 Bit, 44,1 bis 768kHz; DSD64 bis DSD512 |
| S/PDIF Eingänge koaxial und optisch | PCM 16 bis 32 Bit, 44,1 bis 192kHz |
| AES/EBU Eingang | PCM 16 bis 32 Bit, 44,1 bis 192kHz |
| Clock Eingang | BNC, 50 Ohm, 10MHz |
| Clock Ausgang | BNC, 50 Ohm,10MHz oder andere per Fernbedienung wählbare Frequenzen |
| Maximale Leistungsaufnahme | 130 Watt |
| Abmessungen B x H x T | D/A-Wandler 430 x 135 x 350 mm |
| Netzteil | 430 x 130 x 350 mm |
| Gewicht D/A-Wandler | 16 kg |
| Netzteil | 23 kg |
| Preis | 16.998 Euro |
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Herstellerangaben
Cayin Pearl 30c
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|---|---|
| Geräteart | CD-Transport mit separater Stromversorgungs-Einheit |
| Untertütztes Dic-Format | CD und CD-R |
| Durchmesser | 120 / 80 mm |
| Spieldauer | ungefähr 60 Minuten / 20 Minuten |
| Digitale Audio Ausgänge | Sampling Rate Non-Oversampling (NOS) 44,1 Khz, 16-bit; Sampling Rate Oversampling (OS) 192 Khz, 24-bit |
| Koaxialer Ausgang | 0.5Vp-p bei 75Ω |
| AES/EBU Ausgang | 4.5Vp-p bei 110Ω |
| Reference-Clock Eingang | Taktfrequenz 10 MHz, BNC, Impedanz 50 Ohm |
| Clock Ausgang | BNC, Impedanz 50 Ohm; 10 MHz oder andere im Menü wählbare Frequenzen |
| Maximale Leistungsaufnahme | 60 Watt |
| Abmessungen B x H x T | Netzteil 430 x 130 x 350 mm; CD-Player 430 x 160 x 350 mm |
| Gewicht | Netzteil 23 kg; CD-Player 22 kg |
| Preis | 14.898 Euro |
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Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
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|---|---|
| Anschrift | An der Kreuzheck 8 61479 Glashütten-Schloßborn |
| Telefon | +49 6174 9554412 |
| Fax | +49 6174 9554424 |
| info@cayin.com | |
| Web | www.cayin.de |
Technical Audio Devices Laboratories, Inc. (TAD) kündigen ihren ersten integrierten Vollverstärker an. Der TAD-A1000 ergänzt die von vielen Musikliebhabern geschätzte Evolution-Serie des Herstellers und ist ab sofort bei qualifizierten Vertriebspartnern erhältlich.
Es gibt Geräte, die eine Kategorie definieren – und solche, die sie neu denken. Mit dem A1000 präsentiert Technical Audio Devices Laboratories erstmals in seiner Geschichte einen integrierten Verstärker. Ein Schritt, der bei einem Hersteller wie TAD keineswegs selbstverständlich ist. Schließlich steht der Name der japanischen Manufaktur seit Jahrzehnten für kompromisslose High-End-Elektronik in Form separater Vor- und Endverstärker sowie Lautsprecher-Systemen der Referenzklasse. Der neue Verstärker A1000 vereint nun erstmals diese Technologien in einem einzigen Gerät – ohne die Grundprinzipien der Marke aufzugeben. Im Gegenteil: Der A1000 versteht sich als konsequente Verdichtung der TAD-Ingenieursphilosophie. Sein Ziel ist klar formuliert: Musik so wiederzugeben, wie sie von den Künstlern gedacht ist.
„Mit dem A1000 öffnet TAD ein neues Kapitel seiner Produktgeschichte“, erklärt Jürgen Timm, Business Consultant bei Technical Audio Devices Laboratories. „Der Verstärker richtet sich an Musikliebhaber, die die klangliche DNA der Marke schätzen, jedoch eine kompaktere Lösung bevorzugen als eine separate Vor-/Endstufenkombination. Gleichzeitig bleibt der Anspruch unverändert hoch: Der A1000 soll nicht nur ein Einstieg sein, sondern ein vollwertiger Vertreter der TAD-Philosophie. Oder anders formuliert: ein integrierter Verstärker, der zeigt, wie viel High-End in einem einzigen Gerät stecken kann.“
„The Artistic Intent, Intact.“ – kaum ein Satz beschreibt die Arbeit von TAD präziser. Die Idee dahinter ist ebenso schlicht wie anspruchsvoll: Ein Audiogerät darf dem Musiksignal nichts hinzufügen und nichts entziehen. Dies gilt in der professionellen Studio-Umgebung beim Mastering ebenso wie bei der Musikreproduktion im Wohnzimmer des Musik-Connaisseurs. Dieser Ansatz bestimmt auch die Entwicklung des A1000. Statt eines klassischen Vollverstärkers entstand in den letzten beiden Jahren ein System, das die Kerntechnologien der TAD- Elektronikarchitektur integriert: die hochpräzise Vorverstärkersektion mit Current-Feedback-Schaltung und Widerstandsleiter-Lautstärkeregelung sowie eine leistungsstarke Class-D-Endstufe. Das Ergebnis ist ein integrierter Verstärker, der weniger als Kompromisslösung verstanden werden möchte – sondern als eigenständige Interpretation des TAD-Konzepts.
Ein zentrales Merkmal der Konstruktion ist die kompromisslose Symmetrie des gesamten Systems. Der A1000 arbeitet mit einer Bridge-Tied-Load-Topologie, bei der pro Kanal zwei vollständig unabhängige Verstärker im Gegentakt arbeiten. Dadurch bleiben positive und negative Signalanteile exakt spiegelbildlich – eine Voraussetzung für präzise Kontrolle der Lautsprechermembranen. Doch TAD belässt es nicht bei der Schaltung. Auch mechanisch folgt der Verstärker dem Prinzip der perfekten Balance: Netzteil, Schaltungen und Signalwege sind spiegelbildlich angeordnet, sogar Leiterbahnen und Kabellängen wurden auf identische Verhältnisse optimiert. Das Ziel ist eine möglichst unverfälschte Signalführung – frei von Asymmetrien, die sich klanglich bemerkbar machen könnten.
Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit erhielt die Stromversorgung. Im Inneren arbeitet ein leistungsstarker Ringkerntransformator mit linear geregelter Stromversorgung, der eine besonders reine Energieversorgung sicherstellt. Durch die direkte Verbindung der Transformatorwicklungen mit der Stromversorgungsschaltung werden Kontaktstellen minimiert – ein Detail, wodurch Übergangswiderstände reduziert und die Klangqualität verbessert werden. Diese stabile Basis ist Voraussetzung für die dynamischen Fähigkeiten des Verstärkers. Mit 250 Watt pro Kanal an vier Ohm steht mehr als genug Leistung zur Verfügung, um auch anspruchsvolle Lautsprecher souverän zu kontrollieren - selbst bei komplexen Lasten.
Die Vorstufe des A1000 greift auf Technologien zurück, die ursprünglich für TADs Reference Series entwickelt wurden. Herzstück ist ein einstufiger Current-Feedback-Verstärker (Strom-Gegenkopplung),dessen FET-Transistoren in Handarbeit einzeln vermessen und als komplementäre Paare selektiert werden. Dieses Verfahren garantiert eine möglichst exakte Übereinstimmung der positiven und negativen Signalhälften und sorgt für eine außergewöhnliche Stabilität im Klangbild. Die Lautstärkeregelung erfolgt über eine elektronisch geschaltete Widerstandsleiter – eine Lösung, die nicht nur extrem präzise arbeitet, sondern auch bei geringen Pegeln die volle klangliche Integrität erhält. Der A1000 nutzt eine Vielzahl speziell entwickelter Bauteile. Dazu gehören nichtmagnetische Widerstände und Kondensatoren, vergoldete OFC-Leiter sowie großzügig dimensionierte Siebkondensatoren mit 33.000 Mikrofarad Kapazität in der Stromversorgung.
Die mechanische Konstruktion des A1000 folgt derselben kompromisslosen Logik. Innerhalb des Gehäuses sind die einzelnen Baugruppen in vier voneinander getrennte Kammern aufgeteilt. Vorstufe, Endstufe, Stromversorgung und Steuerung werden dadurch effektiv voneinander abgeschirmt. Auch externe Einflüsse wurden berücksichtigt: Drei speziell entwickelte Füße mit integrierten Spikes entkoppeln das Gehäuse mechanisch vom Untergrund und reduzieren effektiv Vibrationen, die empfindliche Audioschaltungen beeinflussen könnten.
All diese konstruktiven Maßnahmen verfolgen letztlich ein Ziel – eine Wiedergabe, die Kontrolle und Natürlichkeit miteinander verbindet. Der A1000 kombiniert die hohe Effizienz und Geschwindigkeit moderner Class-D-Technologie mit der tonalen Neutralität und Feinauflösung klassischer High-End-Verstärker. Seine Klangsignatur ist geprägt von Stabilität, Klarheit und dynamischer Souveränität. Transparenz und Raumdarstellung stehen ebenso im Mittelpunkt wie eine präzise Basskontrolle und die Fähigkeit, selbst komplexe musikalische Strukturen mühelos zu ordnen.
Der Vollverstärker TAD-A1000 ist ab sofort bei ausgewählten, qualifizierten Fachhandelspartnern zum Preis von 26.000 Euro verfügbar. TAD empfiehlt als Spielpartner den SACD/CD-Spieler TAD-D1000TX und als ideale Ergänzung Lautsprecher der Evolution-Serie wie die TAD-E1AX oder kompakte Monitore wie die TAD-CE1TX oder TAD-ME1TX.
Jürgen Timm
Technical Audio Devices Laboratories, Inc.
contact@tad-europe.com
www.technicalaudiodevices.com
iFi audio präsentiert mit dem iDSD PHANTOM ein neues Referenz-System, das über ein Jahrzehnt audiotechnischer Entwicklungen in einem einzigen, hochintegrierten System vereint. Der iDSD PHANTOM umfasst einen Referenz-D/A-Wandler, einen Ultra-Res-Netzwerk-Streamer, einen Vorverstärker und einen leistungsstarken Kopfhörerverstärker.
Der iDSD PHANTOM bietet native Unterstützung für PCM bis 768 Kilohertz und DSD bis DSD512 mit DSD2048-Remastering, eine überarbeitete Streaming-Engine für unter anderem Qobuz Connect, Tidal & Spotify Connect, AirPlay 2, drei wählbare Ausgangstopologien (Solid-State, Tube, Tube+) sowie umfangreiche Klang- und Raum-Bearbeitungsoptionen wie K2HD, XBass Pro und XSpace Pro. Ziel ist eine musikalisch natürliche Wiedergabe mit höchster Detailtreue und großer Leistungsreserve für Kopfhörer und Aktivlautsprecher.
Technische Highlights und Funktionen
Der iDSD PHANTOM ist als Herzstück von Heiminstallationen konzipiert: Er streamt hochauflösende Quellen, spielt Medien von NAS/externen Laufwerken, treibt anspruchsvolle Kopfhörer mühelos an und bietet flexible Line-Ausgänge für Hifi- oder Pro-Setups. Klangliche Feinheiten (K2HD, DSD-Remastering, XBass/XSpace) ermöglichen sowohl technische Präzision als auch musikalische Emotionalität.
Verfügbarkeit und Preis: Der iFi iDSD PHANTOM ist ab sofort bei WOD Audio und ausgewählten Fachhändlern für 4.700 Euro erhältlich. Die Deutschlandpremiere des iDSD PHANTOM findet am 14. und 15. März auf den Münchner Hifitagen statt.
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Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
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| Anschrift | Westendstr. 1a
61130 Nidderau |
| Telefon | +49 6187 900077 |
| info@wodaudio.de | |
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Rega präsentiert den AOS MC einen kompromisslosen, voll einstellbaren Moving-Coil-Phono-Vorverstärker – entwickelt auf Basis des Aura Reference MC. Das kompakte Aluminiumgehäuse im Rega-Halbformat verbirgt eine rein analoge Hochleistungsschaltung, die MC-Tonabnehmer mit außergewöhnlicher Klarheit, Dynamik und Raumabbildung unterstützt.
Der AOS ist ein kompromisslos entwickelter, vollständig einstellbarer Moving Coil Vorverstärker, dessen Schaltungsdesign stark auf dem Aura Reference MC-Phonoteil basiert. Untergebracht in einem maßgefertigten Rega-Gehäuse im halben Standardformat liefert der AOS außergewöhnliche Definition und mehr Realismus bei allen Aufnahmen und lässt Vinylschallplatten lebendig werden.
Entwickelt für eine breite Palette von Moving Coil Tonabnehmern, bietet er reichlich Verstärkung für MC Tonabnehmer mit niedriger Ausgangsspannung sowie hervorragende Möglichkeiten zur Anpassung der Last – und ist damit der perfekte Partner für jeden Moving Coil Tonabnehmer.
Der AOS ist ein rein analoger Verstärker ohne digitale Steuerschaltungen. Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse schirmt die interne Schaltung gegenüber Störsignalen (RFI) ab. Die Rega-Entwickler haben bewusst auf unnötige Bauteile oder Schaltungen verzichtet, die den Signalweg beeinträchtigen könnten. Der AOS integriert zahlreiche innovative Designideen, darunter eine selbstjustierende Servo-Regelung, die Schwankungen der Umgebungs oder Betriebstemperatur ausgleicht.
Der AOS nutzt parallel geschaltete, rauscharm arbeitende FETs (Field Effect Transistors), die als Verbundpaar konfiguriert sind. Die Verwendung von FET Transistoren stellt sicher, dass kein Bias-Strom durch die Tonabnehmerspule fließt und die empfindliche magnetische Geometrie des Tonabnehmers nicht beeinflusst wird. Der MC Eingang ermöglicht die Auswahl von Widerstandslasten zwischen 70 und 400 Ohm sowie Kapazitätslasten zwischen 1000 und 4300 Picofarad. Die Eingangsempfindlichkeit kann über die Rückseite um sechs Dezibel verändert werden
Die erste Stufe ist ein symmetrischer, komplementärer Class-A-Verstärker, der Linear-Systems-Ultra-Low-Noise-FET-Transistoren verwendet. Da Dank der Nutzung von FET-Transistoren kein Bias-Strom durch die Tonabnehmerspule fließt, kommt die Eingangs-schaltung ohne Koppelkondensatoren zwischen dem Tonabnehmerausgang und den FET-Eingangstransistoren aus, was klangschädigende Einflüsse vermeidet.
Die komplementären Ultra-Low-Noise-FET-Transistoren werden sorgfältig selektiert und abgeglichen, um eineoptimale Performance zu gewährleisten. Diese Stufe treibt den passiven Hochfrequenzteil der RIAA-Entzerrung. Die zweite Stufe ist ein symmetrischer Class-A-Differenzverstärker mit einer Treiberstufe in Basisschaltung; diese dient auch als aktiver Verstärker im Tieffrequenzteil der RIAA-Entzerrung.
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Vertrieb
TAD Audiovertrieb GmbH
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| Anschrift | Hallwanger Strasse 14 83209 Prien am Chiemsee |
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Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers.
Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb, der jemals in einem Laufwerk zur Anwendung kam, in Rotation versetzt wird, war der Grund dafür, dass ich der technischen Beschreibung so viel Platz eingeräumt habe. Darüber hinaus sollte klar werden, dass Craig Milnes und sein Team alle vermeintlichen Gewissheiten in Sachen Schallplattenreproduktion von Grund auf hinterfragten und eigene wissenschaftlich fundierte Lösungen entwickelten – ohne Rücksicht auf die daraus resultierenden Kosten.

Das trifft natürlich auch auf den Tonarm zu, der in der firmeneigenen Terminologie GRAVITON®Ti Armwand heißt und trotz vieler Innovationen recht vertraut wirkt. Das liegt gewiss daran, dass eine der beiden ersten Wilson-Benesch-Komponenten der A.C.T.-One-Tonarm war. Der wurde auch schon zu Beginn der 90-er Jahre aus einem Kohlefaser-Verbundwerkstoff gefertigt – ein absolutes Novum im Hifi- und High-End-Bereich. Schon damals hatte man durch Messungen und Hörtests herausgefunden, dass die Faserausrichtung, die Materialdämpfung und die Geometrie der Struktur die Resonanzkontrolle und die Energieübertragung in hohem Maße beeinflussten. Der Arm aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff besaß in seiner endgültigen Form ein enorm günstiges Verhältnis von Steifigkeit zu Masse verbunden mit hervorragenden Dämpfungseigenschaften.
Von September 2017 bis August 2021 nahm Wilson Benesch dann mit 16 weiteren Herstellern, Universitäten und Forschungsinstituten aus sieben Ländern am EU finanzierten SSUCHY.Projekt – „Sustainable Structural and Multifunctional Biocomposites from Hybrid Natural Fibres and bio-based polymers“ oder „Nachhaltige strukturelle und multifunktionale Biokomposite aus hybriden Naturfasern und biobasierten Polymeren“ – teil. Dabei lieferte das Femto-Institut in Besançon Erkenntnisse auf molekularer Ebene zum Resonanzverhalten von Verbundwerkstoffen, aus denen sich für den A.C.T. One ergab, dass die hyperbolische Kurve des Arms die optimale Geometrie darstellt: Sie bietet keine Materialredundanz und wird mit zunehmender Entfernung vom Drehpunkt im Durchmesser immer kleiner. Die 0/90-Grad-Faserausrichtung im Carbonfaser-Gewebe sorgt zudem für maximale Torsionssteifigkeit und vergrößert auch die Oberfläche. Dadurch wird die Länge der Fasern erhöht und damit auch der Weg, den die abzuleitende Energie zurücklegen muss. Dabei trifft sie auf nahezu unzählige im 90-Grad-Winkel angeordnete Fasern. An den Kreuzungspunkten wird diese Energie gedämpft und kann abgeleitet werden. So garantiert die Ausrichtung der Fasern im rechten Winkel eine sehr gute Dämpfung. Schließlich vermeidet die einteilige Konstruktion aus Tonarmrohr und Headshell Unstetigkeiten in der technischen Struktur, die etwa bei einem abnehmbaren, verschraubten Headshell entstehen können. Diese Unstetigkeiten bilden eine reflektierende Grenze für die über das Tonarmrohr abzuleitende Energie.
Es gab also keinen Grund, das bisher bewährte Tonarmrohr nicht zum Ausgangspunkt für die Entwicklung GRAVITON®Ti Armwand zu machen. Es wurde durch eine Graphen-Epoxidmatrix zusätzlich verstärkt und durch die Zugabe von unidirektionaler Karbonfaser und einem Rohacell-Sandwich-Abschnitt verbessert. Dazu kamen noch Bio-Composite-Dämpfungsschichten, die im SSUCHY-Projekt entwickelt wurden. Wilson Benesch kann jeden Aspekt der Konstruktion und Fertigung intern kontrollieren: die Erstellung eigener Formen, das Aufbringen von Kohlefaser von Hand und die Durchführung des Vakuum-Harztransfer-Verfahrens (VRTM), bei dem trockene Kohlefasern in eine Präzisionsform gelegt und anschließend unter Vakuumdruck mit Harz getränkt werden. Das dadurch erreichbare günstige Verhältnis von Fasern zu Harz führt zu stabileren, leichteren und homogeneren Strukturen als herkömmliche Laminierverfahren.
Für die Gegengewicht- und Drehpunktstruktur für das Tonarmrohr aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff wählte Wilson Benesch Titan als Material, da es Festigkeit, Steifigkeit und Dämpfungseigenschaften in für diese Anwendung idealer Weise verbindet. Titanpulver wird durch selektives Lasersintern in die gewünschte Form gebracht: Sie soll der spiralförmigen Struktur des Kohlefaser-Rohrs folgen, damit an der Schnittstelle keine Energie reflektiert wird und zum Tonabnehmer zurückläuft. Vor allem oberhalb der Höhe der Abtastnadel darf das Titan-Teil keine überflüssige Masse besitzen, um Torkelbewegungen des Arm auszuschließen. Das selektive Lasersintern ermöglicht nicht nur die ungewöhnliche äußere Form der Gegengewichts- und Lagereinheit, sondern auch eine nicht homogene innere Struktur: Während das Titan an der Oberfläche der Einheit die übliche Kristallgitterstruktur aufweist, gibt es im Inneren auch Sektionen aus Titanpulver, das – einem Sandsack ähnlich – für eine hohe Dämpfung sorgt. Außerdem wird das Resonanzverhalten der Konstruktion durch die feinen sechseckigen Tesselate-Strukturen, die man schon beim Wilson-Benesch-Tonabnehmer entdecken konnte, optimiert.

Das Lager des GRAVITON® Ti Armwand ist ein Einpunktlager mit einem Stabilisierungssystem, dessen Form mit Hilfe künstlicher Intelligenz optimiert wurde und in dessen Inneren sich ebenfalls Tesselate-Strukturen und nicht gesintertes Titanpulver zur Bedämpfung befinden. In der Lagerschale liegen drei Kugeln: zwei sehr fein polierte aus Zirkonium und eine aus einem nicht näher spezifizierten Hybridmaterial, das einerseits für Dämpfung und andererseits dank seiner Leitfähigkeit für die elektrische Erdung des Arms sorgt. Da zu starre Metallkontakte schwingen, während zu stark gedämpfte Kontakte die Auflösung beeinträchtigen, kommt es bei den drei Kugeln auf das richtige Verhältnis von Kontaktsteifigkeit zu Schwingungsdämpfung an. Die Lagerschale sitzt auf einer Achse, die von einem EcoGrip-Hydraulikfutter gehalten und von einem piezoelektrisch angetriebenen Mechanismus bewegt werden kann. Dadurch sind nach dem automatischen Lösen des Hydraulikfutters Höhenänderungen der Lagerschale und damit des Arm möglich. Der lineare Piezo-Aktuator bewegt sich in Schritten von einem Nanometer, was natürlich für die Justage des vertikalen Abtastwinkels (VTA) viel zu fein ist. Wilson Beneschs PIEZO VTA System lässt sich über die WB GMT® Control APP vom Hörplatz aus über ein zum Lieferumfang des Prime Meridian Systems gehörendes Smart Phone bedienen und erlaubt Höhenveränderungen von einem Mikrometer – was immer noch um Größenordnungen präziser ist als das, was per Hand oder Feingewindeschrauben bei üblichen Tonarmen möglich ist.

Da selbst Einstellungen im Mikrometer-Bereich nicht unbedingt praxisgerecht sind, findet sich in der App eine Art Schieberegler, mit der man die Größe der Schritte für die Höheneinstellung vorwählen kann: sehr komfortabel und durchdacht. Die App erlaubt es darüber hinaus, den Motor des Laufwerks zu starten und zu stoppen sowie den Tonarmlift zu bedienen. Was sich zuerst nach einer unnötigen Spielerei anhört, möchte man aber bald nicht mehr missen: Selbst in meinem relativ kleinen Hörraum ist es ausgesprochen angenehm, den Arm erst dann abzusenken, wenn man sich entspannt im Sessel niedergelassen hat. Noch einmal kurz zurück zum PIEZO VTA System: Den Arm nach Augenmaß parallel zum Plattenteller auszurichten, ist wegen seiner hyperbolischen Form überaus schwierig. Durch die Herstellung in einer zweiteiligen Form besitzt der GRAVITON®Ti Armwand in der Mitte aber einen fast unsichtbaren Grat, dank dessen es möglich ist, ihn mit Hilfe eines Kreuzlinsen-Lasers waagerecht zu justieren. An dieser Einstellung habe ich dann nichts mehr geändert, da die Geometrie nur in exakt dieser Position stimmt. Würde man etwa aus klanglichen Gründen den VTA ändern wollen und den Arm hinten ein wenig höher stellen, änderte sich auch die effektive Länge und aufgrund dessen müsste auch der Kröpfungswinkel verändert werden. Das gilt natürlich nicht nur für den GRAVITON®Ti Armwand, sondern auch für jeden anderen Tonarm. Dennoch macht die fernsteuerbare Höheneinstellung Sinn. In der aktuellen, während des Aufenthalts des Prime Meridian Systems in meinem Hörraum noch nicht verfügbaren App gibt es verschiedene Presets, die man beispielsweise Schallplatten unterschiedlichen Gewichts respektive verschiedener Dicke zuordnen kann. Einstellungen für einen zweiten oder dritten GRAVITON®Ti Armwand mit perfekt justiertem Tonabnehmer sind natürlich auch denkbar.

Wie die Weiterentwicklung der App zeigt, ist Wilson Benesch beständig dabei, das GMT® One und das Prime Meridian System zu optimieren. Gegenüber den frühen Varianten hat sich auch beim sogenannten STAGE One System etwas getan: Anfangs befand sich in einem kleinen Gehäuse in der Form eines Flügels, das von einer an der Rückseite des Laufwerks befestigten Plexiglas-Platte so montiert ist, dass es sich direkt über dem Lagerpunkt des Tonarms befindet, ein Step-Up-Transformator mit einem Übersetzungsverhältnis von 1 zu 10. Der bereitete die Ausgangsspannung des Tonabnehmers für den Weg zur Phonostufe auf. Darauf verzichtet man nun, nicht aber auf das „Piano“ – und das aus gutem Grund: Auf dessen Unterseite befindet sich nämlich eine Buchse, das Gegenstück zum Stecker der Kabel, die den Tonarm exakt an seinem Drehpunkt verlassen. Die sehr flexiblen Leitungen werden also nicht wie bei anderen Tonarmen gebogen oder in einer Schlaufe geführt, sondern führen nur senkrecht nach oben.
Zudem bewegt sich der Arm beim Abspielen einer LP aufgrund seiner Länge nur über einen kleineren Winkel als etwa ein Neun-Zoll-Arm. Deshalb üben die Kabel so gut wie keine Kräfte auf den Tonarm und in der Folge auf die Aufhängung des Nadelträgers aus. Der kann daher auch sehr geringen Rillenauslenkungen leichter folgen und mehr Detailinformationen auslesen. Kein Wunder also, dass Craig Milnes dem Tonarmkabel eine wichtige Rolle in Sachen Feinauflösung zuspricht. An der Rückseite des „Pianos“ finden sich ganz nach Kundenwunsch Cinch- oder XLR-Buchsen. Auch eine durchgehende Verkabelung von der Steckverbindung über dem Arm bis zur Phonostufe ist möglich. Seit kurzem bietet Wilson Benesch den Arm übrigens auch als GRAVITON®Ti Tonearm zur Verwendung auf Laufwerken anderer Hersteller an, und zwar ohne die Höhenverstellung per Fernbedienung, aber natürlich mit einer Variante der STAGE One Kabelführung. Ich will nicht ausschließen, dass ich ihn auch einmal auf meinem LaGrange ausprobiere – sobald eine Basis für das Brinkmann-Laufwerk konstruiert wurde.
Als Wilson Benesch das Prime Meridian System nach der High End des vergangenen Jahres anlieferte, war im Headshell des GRAVITON®Ti Armwand ein TESSELLATE Ti-S montiert, das mittlere Modell in der Hierarchie der drei Wilson-Benesch-Tonabnehmer. Regelmäßigen hifistatement-Lesern dürfte es durch den Bericht über eine Vorab-Version und den Test der Serienversion bestens bekannt sein. Deshalb werde ich es an dieser Stelle nicht noch einmal in aller Ausführlichkeit vorstellen: Ich verweise auf die beiden oben genannten Artikel, nenne noch einmal die wichtigsten Konstruktionsdetails und widme mich ausführlich der mechanischen Schnittstelle des Tonabnehmers mit dem Tonarm.

Das TESSELLATE Ti-S besitzt einen Nadelträger aus Saphir, der aber nur ein Teil des Hybrid-Nadelträger-Designs ist. Als erster Hersteller überhaupt umgibt Wilson Benesch den Saphir-Stab mit einem unidirektionalen Karbonfaser-Dämpfungsring. Ein solcher findet sich auch auf den Boron- respektive Diamant-Nadelträgern der beiden anderen TESSELLATE-Tonabnehmer. Der Dämpfungsring ist asymmetrisch um den Nadelträger herum angebracht und, obwohl er dessen Masse so gut wie nicht erhöht, sorgt er dennoch für eine erhebliche Dämpfung: Schwingungsenergie auf dem Nadelträger wird unterdrückt, bevor sie in den Generator zurückgeführt werden kann. Dank der Kombination aus Steifigkeit und Dämpfung soll der Hybrid-Nadelträger eine beispiellose Abtastgenauigkeit bieten, aus der reduzierte Verzerrungen und eine außergewöhnliche Wiedergabe feiner musikalischer Details resultieren.

Wie bei allen Wilson-Benesch-Produkten legt man auch beim Gehäuse des TESSELLATE Ti-S besonderen Wert auf eine hohe Steifigkeit, geringe Masse und eine gute Resonanzkontrolle. Daher konstruierte man ein Gehäuse ohne gerade parallele Flächen mit einer Tessellate-Gitter-Struktur, das durch selektives Lasersintern von Titan-Pulver hergestellt wird. Bei der Ausbildung der inneren Strukturen orientierte man sich wie auch bei den Titan-Teilen des Tonarms an biomimetischen Prinzipien, nach denen etwa auch die Knochen eines Staren ausgebildet werden. Durch die Tessellate-Gitter-Strukturen der Seiten entsteht ein halboffnes Gehäuse, das den Klang deutlich weniger beeinflusst als ein geschlossenes. Die Oberfläche des Gehäuses, die den Kontakt zum Headshell herstellt, ist ebenfalls als Gitterstruktur angelegt. Da auch vermeintlich plane Flächen nicht hundertprozentig eben sind, wird der Kontakt nur an verschiedenen mikroskopisch kleinen Stellen hergestellt: Die Verbindung sollte im Idealfall mechanisch stabil und dabei akustisch bedämpft sein, sie ist es hier jedoch nicht, so dass reflektierte Resonanzenergie zurück zum Generator des Tonabnehmers gelangen kann. Bei der Montage des Tonabnehmers wird daher auf das Headshell eine dünne Schicht viskoelastischen Klebstoffs aufgebracht, der beim Anziehen der Montageschrauben in das sechseckige Gitter fließt und präzise geformte Polymer-Kissen bildet. Dadurch wird erstens anstelle von mikroskopisch kleinen Berührungspunkten eine große durchgehende Kontaktfläche gebildet. Zweitens wandelt das viskoelastische Material Schwingungsenergie an der Schnittstelle in Wärme um, so dass sie nicht zum Tonabnehmer zurückreflektiert wird. Drittens verhalten sich Tonabnehmer und Headshell nach dem Aushärten des Klebstoffs wie ein einziges Gebilde: Mikrobewegungen zwischen beiden finden nicht mehr statt.

Doch damit nicht genug: Das Tonabnehmersystem wird nicht wie üblich nur mit zwei Inbusschrauben plus Unterlegscheiben im Headshell verschraubt. Statt der beiden letzteren liefert Wilson Benesch eine sogenannte Finne mit. Das ist ein Titanbogen mit einer Tessellate-Gitter-Struktur, der natürlich auch mittels selektivem Lasersintern hergestellt wird, um eine maximale Steifigkeit bei minimaler Masse zu erreichen. Die breite Basis des Gebildes verteilt die Klemmkräfte gleichmäßig auf die Schnittstelle zwischen Tonabnehmer und Tonarm. Wilson Benesch sieht die Finne nicht einfach nur als eine Befestigungskomponente, sondern als integralen Bestandteil des Resonanzkontroll-Systems. Auch wenn man im White Paper – unter anderem – noch so einiges über die besonderen Eigenschaften und die Poissonzahl von Kork lernen kann, will ich es mit den bisher geschilderten technische Besonderheiten des Prime Meridian System gut sein lassen. Es sollte klar geworden sein, dass man sich mit allen Aspekten der Schallplattenwiedergabe intensiv auseinandergesetzt hat und eine Unmenge innovativer Lösungen entwickelt hat. Das Wilson-Benesch-System unterscheidet sich von allen Plattenspielern, die bisher in meinem Hörraum zu Gast waren.

Gleich nach dem Aufbau des Plattenspielers, noch in Anwesenheit von Christina, Craig und Luke Milnes hatte ich aus alter Gewohnheit Art Farmer und Jim Halls Big Blues aufgelegt und war mir nach den ersten Takten sicher, dass ich mit dem Prime Meridian System jede Menge Spaß haben würde. Dabei hatte ich noch nicht einmal im Hörsessel Platz genommen. Dennoch zog mich die Transientenwiedergabe sofort in ihren Bann, der Wilson Benesch spielte rhythmisch auf den Punkt, tonal gab es keine Auffälligkeiten und selbst beim Hören eher so nebenbei fielen die Fülle an Details und die präzise Durchzeichnung des musikalischen Geschehens auf. Andererseits deutete sich aber auch schon an, dass die Beschreibung des Klangs nicht einfach werden würde: Mit der lapidarem Aussage, so gut wie mit dem Prime Meridia System habe ich meine LPs noch nie gehört, würden Sie sich gewiss nicht zufrieden geben. Ich verschob die Lösung des Problems erst einmal, verzichtete darauf, bekannte Testscheiben aufzulegen und benutzte die Hightech-Maschine ausschließlich für den abendlichen Musikgenuss gemeinsam mit meiner Gattin.
Aber auch dabei lässt sich das Bewertungssystem im Hintergrund nicht völlig abschalten – selbst dann nicht, wenn eine Platte auf dem Teller liegt, die uns schon Mitte der 80-er Jahre begeisterte: musikalisch, klanglich nicht unbedingt. Ja, Sie vermuten richtig, dass darauf ein Kontrabass eine wichtige Rolle einnimmt, und zwar der von Eddy Gomez, der Music For Flute And Double Bass Ende 1978 mit Jeremy Steig eingespielt hat. Die CMP-Scheibe liegt mir derart am Herzen, dass ich schon seit einiger Zeit eine zweite, nagelneue im Regal stehen habe, nur für den Fall, dass dem seit über 40 Jahren gespielten Exemplar mal etwas zustößt.

Die rhythmisch und harmonisch pointierten Zwiegespräche der so gegensätzlichen Instrumente, an denen sich dank Studiotechnik auch weitere Stimmen beteiligen, machen den Reiz der Platte aus. Der Einsatz einer Vielzahl von Effekten wie Oktave Divider, Mutron Bi-Phase, Echoplex und Ring Modulator für die Flöten sorgt zwar für Abwechselung, verleiht dem Klang aber meist auch etwas Unorganisches. Eddie Gomez' Bässe, darunter ein 5/8-Modell, wurden über einen Tonabnehmer abgenommen. Als sich der Wilson Benesch der Scheibe annimmt, gibt es plötzlich hier und da eine zusätzliche Mikroinformation zu entdecken, der Klang der Flöte wird nicht von den Effekten maskiert, da der Instrumentenklang und die darüber liegenden Effektschichten einfach besser differenziert werden, und selbst der nicht ideal aufgenommene Bass-Sound wirkt realistischer und erdverbundener. So fein aufgelöst und dabei emotional ansprechend habe ich die Scheibe in über 40 Jahren nicht gehört. Daran haben natürlich auch die Transienten ihren Anteil, die jetzt denen eines live gespielten, akustischen Instruments enorm nahekommen. Die Interaktion von Flöte und Bass mit dem virtuellen Raum konnte man zuvor ebenfalls nicht so deutlich wahrnehmen. Ich übertreibe wirklich nicht, wenn ich sage, dass ich die LP noch nie so intensiv erlebt habe wie mit dem Prime Meridian System.

Natürlich war ich nach den ersten ausgesprochen positiven Erfahrungen mit dem Wilson Benesch neugierig, was er denn aus den bekannten Testscheiben noch Unerhörtes zutage fördert. Die Antwort ist einfach: mehr Information. Mal ist es ein Griffgeräusch, mal ein bisschen mehr Luft, die ein Instrument umgibt, mal eine länger nachvollziehbare Hall-Fahne, mal ein wenig mehr Tiefe der Bühne – und all das, ohne jemals auch nur ansatzweise kühl oder analytisch zu klingen. Das Prime Meridian System bindet die klanglichen Feinheiten perfekt in den musikalischen Fluss ein: Sie sind präsent, wenn man kritisch zuhört, drängen sich aber keinesfalls in den Fokus, wenn man sich vorrangig den musikalischen Inhalten widmen möchte: einfach perfekt! Ich werde es Ihnen und mir aber ersparen, die genannten Neuentdeckungen jeweils einer der immer wieder gespielten Test-Scheiben zuzuordnen. Es gibt schlicht keine Scheibe, bei der der Wilson Benesch nicht ein bisschen mehr zu bieten hatte als alle anderen Plattenspieler, die in meinem Hörraum standen.

Keine Scheibe? Doch eine gab es: Jonas Hellborgs Elegant Punk. Nein, dem Prime Meridian fehlte es keineswegs an Energie und Präzision im Tiefbass. Das fast schon subsonische „Drone“ erklang – wie inzwischen schon erwartet – druckvoller und besser definiert als je. Doch das sehr schnelle „It's The Pits, Slight Return“, das ich häufiger als Slap-Bass-Gewitter beschrieben habe, schien, so zumindest mein erster Eindruck, ein wenig an Dramatik eingebüßt zu haben. Das Stück hatte ich wilder, überschäumender in Erinnerung. Beim zweiten Hören wurde mir dann klar, warum: Die flotte Folge von Impulsen mit abrupten Stopps kam einfach sauberer rüber: Da gab es kein Nachschwingen, kein Verschmieren von Sound-Ereignissen. Der Wilson Benesch ließ sich von der geballten tieffrequenten Wucht nicht im Mindesten aus der Ruhe bringen und fügte dem Bass-Gebrodel keinerlei Artefakte hinzu: Präzision statt Aufgeregtheit.

Im Freundes- und Bekanntenkreis hatte sich bald herumgesprochen, welcher Über-Plattenspieler bei mir im Hörraum zu Gast war. Da die Besucher oft eigene Scheiben mitgebracht hatten, durfte – oder musste – ich doch häufiger über meinen musikalischen Tellerrand schauen. So kam auch Krey Baumgartl vom deutschen Wilson-Benesch-Vertrieb vorbei. Er hatte die seltene deutsche Ausgabe des Vierfach-Albums Minimum – Maximum von Kraftwerk dabei und wollte gern „Radioaktivität“ hören. Das war so gar nicht mein Fall, bis die – elektronische? – Bass Drum und dann die tieffrequenten Synthie-Sounds einsetzten. So viel Druck im Tiefton-Bereich von einer Schallplatte war ich in meinem Hörraum einfach nicht gewohnt. Es war nicht nur die hohe Energiedichte, sondern auch die Exaktheit der Wiedergabe: Die Bässe wirkten wie in Marmor gemeißelt! Und dennoch verdeckten sie das übrige Frequenzspektrum nicht. Die elektronisch erzeugten Hallräume waren jederzeit genau so klar wahrzunehmen wie die vielen dekorativen Elektro-Sounds. Ich war von Kraftwerk und Wilson Benesch dermaßen beeindruckt, dass gleich bei Discogs nachgeschaut habe, ob dort eines der Vierfach-Alben verfügbar ist. Ist es, aber zu einem prohibitiven Preis, zumindest wenn man bedenkt, dass der Wilson Benesch in nicht allzu ferner Zukunft wieder abgeholt wird. Das bedauere nicht nur ich, sondern auch ein Freund und dezidierter Led-Zeppelin-Fan, der Reissues der ersten drei Alben mitgebracht hatte. Ich überließ seiner Gattin und ihm für einige Zeit die Sessel im Hörraum. Als ich auch einmal kurz reinhören wollte, lief gerade „Bring It On Home“ vom Album Led Zeppelin II, das ich auch recht gut kenne. Obwohl ich recht weit von Sweet Spot entfernt stand, bin ich mir hundertprozentig sicher, den Elektrobass noch nie so präsent, energiegeladen und treibend gehört zu haben: einfach fantastisch.

Es wird langsam langweilig zu schreiben, welche Scheiben mit dem Prime Meridien System mehr zu bieten haben als mit allen anderen Plattenspielern, die ich in der Vergangenheit in meinem Hörraum stehen hatte. Das zu lesen dürfte auch nicht spannender sein – und deshalb beende ich hier die Klangbeschreibung.
PS: Kleiner Spoiler: Am Freitag wird Wilson Benesch ein drittes Laufwerk aus der GMT® Collection vorstellen, den Greenwich, das bisher kleinste Modell.

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Gehört mit
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|---|---|
| Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith |
| Tonarm | Einstein The Tonearm 12“ und 9“, Thiele TA01, AMG 12JT |
| Tonabnehmer | Einstein The Pickup, Lyra Etna, DS Audio W3 |
| Phonostufe | Einstein The Turntable's Choice, WestminsterLab DS-Audio-Phono-Einschub |
| Vorverstärker | WestminsterLab Quest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen 05 SSE, T5 SSE Kabel Goebel High End Lacorde Statemen |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, ForceLines, Swiss Cables, Ansuz Mainz D2, Siltech |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Degritter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME |
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Herstellerangaben
Wilson Benesch Prime Meridian System
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|---|---|
| OMEGA Drive | |
| Beschreibung | kernloser, schlitzloser, 3-phasiger Direktantrieb-Synchron-Motor mit 15-Zoll-Durchmesser, ohne Zahnradspiel und ohne Drehmomentwelligkeit, mit 21 Spulen, zum Patent angemeldet. Das zeitlich gemittelte Drehmoment beträgt 0,718Nm bei 1,2A RMS und einer Nenndrehzahl von 33,3 U/min. Der RMS-Wert der Drehmomentwelligkeit beträgt 0,001342Nm. Die Drehmomentwelligkeit umfasst alle Komponenten (wie Rastmoment, Stromkommutierung und Luftspalt-Flux-Harmonische) |
ALPHA-Antrieb |
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| Beschreibung | computergesteuerte, hochpräzise Sinuswellen mit Quarzreferenz; 3 superlineare Class-A-Verstärker; Computergesteuerte Fernsteuerungssysteme |
| Upgrade-Option | Der mit dem Prime Meridian System gelieferte ALPHA Drive kann um das computergesteuertes pneumatisches Selbstnivellierungs-System für das LeVeL-Isolationssystem im GMT® One System erweitert werden. Standardmäßig im GMT® One System enthalten. |
| Drehzahlbereich | 33,3, 45 und 78 U/min |
| Steuerung | über die spezielle Smart Device WB Control APP in Schritten von 0,01 vollständig einstellbar |
| Gleichlaufschwankungen | nicht messbar |
GRAVITON® Ti Armwand |
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| Beschreibung | Das kinematische Lager bietet eine 3-Punkt-Lagerung, die plastische Verformungen verhindert und optimale Hertzsche Kräfte gewährleistet, um die Energieübertragung durch zwei verschiedene Materialien sicherzustellen. Das Lager ist so konstruiert, dass der Graviton® Armwand in weniger als einer Minute ausgetauscht werden kann. Kürzestmöglicher Ausgangsdraht, um Signalverfälschungen zu vermeiden. |
| Interne Verkabelung | Silber-/Teflondraht |
| Effektive Länge | 304,8mm |
| Montageabstand | 291,6mm |
| Kröpfungswinkel | 18° |
| Überhang | 13,2mm |
| Effektive Tonarmmasse | 14g |
| Tonabnehmer-Gewichtsbereich | alle möglich |
TESSELLATE Ti-S |
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| Nadelträger | Saphir Nadelträger mit einem unidirektionalen Kohlefaser-Dämpfungsring |
| Diamantschliff | Micro Ridge |
| Verrundung | 5x80µm |
| Vertikaler Abtastwinkel | 20° |
| Spule | Spule auf quadratischem Rein-Eisen-Träger |
| Gewicht | 17,1g |
| Tonabnehmergehäuse | Additiv gefertigte SLS-3D-Titanstruktur mit mosaikartiger halboffener Geometrie |
| Ausgangsspannung | 0,32mV @ 3.54CM/S |
| Innenwiderstand | 6 Ohms |
| Frequenzgang | 20-30,000Hz ±1dB |
| Kanaltrennung | besser als 35dB bei 1KHz |
| Kanalgleichheit | besser als 0,5dB |
| Abtastfähigkeit | 80µm bei 315Hz und optimaler Auflagekraft |
| Nadelnachgiebigkeit | 15µM/mN |
| Empf. Abschlusswiderstand | 100-330 Ohms |
| Empf. Auflagekraft | 1,0-1,4g |
| Optimale Auflagekraft | 1,35g |
| Empf. Tonarmmasse | Medium |
| Optimale Betriebstemperatur | 23° |
| Einspielzeit | 30 Stunden |
| Preis | 12.000 Euro |
STAGE One |
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| Beschreibung | MC-zu-MM-Step-up-Transformatorausgang und Direkt-Ausgangsoption in unmittelbarer Nähe, auch ohne Transformator erhältlich |
R1 Rack |
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| Beschreibung | bietet einen optimalen Standort für alle Alpha Drive- und Omega Drive-Systeme, ermöglicht die vollständige Verdeckung aller Energiesysteme |
WB GMT® Control APP |
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| Beschreibung | bietet eine grafische Benutzeroberfläche für die vollständige Fernsteuerung aller kritischen Aspekte des Systems, einschließlich VTA (genau bis 1 µm), Start/Stopp, Geschwindigkeit und Anheben/Absenken des Tonarmlifts |
Router & LAN Router |
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| Beschreibung | im Lieferumfang enthalten, vorkonfiguriert mit WLAN-Verbindung zum Smart Device, auf dem die WB Control APP vorinstalliert ist, keine Verbindung zum Internet |
Oberflächenoptionen |
Das GMT® One-System kann mit Akzenten in Polished Silver oder Polished Gold ausgestattet werden, passend zu den Oberflächen des GRAVITON® Ti Armwand und des TESSELLATE Ti Cartridge. Individuelle Oberflächenoptionen für Komponenten können auf die vier Kappen auf der Glasplatte des Plattentellers, die Plattentellergewichte am Rand des Plattentellers und die Metallkomponenten für die Oberfläche des R1-Racks angewendet werden. |
| Preise | 215.000 Euro (Prime Meridian Turntable), der Preis gilt nur für Bestellung vor dem 1. Juni 2026, danach wird er 240.000 Euro betragen 32.000 Euro (GRAVITON® Ti Tonearm (Matt Titanium)) 10.700 Euro (TESSELLATE Ti-S Cartridge (Matt Titanium)) 23.000 Euro (R1 Carbon Rack (3 Ebenen)) |
| Gesamtgewicht des Systems | 369,5kg |
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Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Johann-Georg-Halske-Str.11 41352 Korschenbroich |
| Telefon | 02161/61783-0 |
| Web | www.iad-audio.de |
| hifi@iad-gmbh.de | |
Die neuen einzigartigen SOUND LAB® Elektrostaten sind ab soforgt auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu haben. Den Vertrieb haben die Analog-Spezialisten von acoustical systems übernommen, die mit den Flächenstrahlern ihr Portfolio von High-End-Laufwerken, -Tonarmen und -Tonabnehmern ergänzen

Neue und einzigartige Elektrostaten? Ja, genau! Das Teams um Dr. Roger West, der seine Elektrostaten seit 1978 beständig weiterentwickelt, hat in den vergangenen fünf Jahren die SOUND LAB® Elektrostaten dramatisch verbessert: höherer Wirkungsgrad, linearer Bass-Frequenzgang bis hinunter zu 22 Hertz, kein Netzanschluss mehr. Die neuen SOUND LAB® Elektrostaten werden wie konventionelle Lautsprecher einfach mit dem Lautsprecher-Kabel mit den Endstufen verbunden. Das ist alles. Ein separater Netzanschluss, um die Versorgungsspannung zu erzeugen, ist ebenso wenig notwendig wie eine Frequenzweiche: Die SOUND LAB® Elektrostaten sind einfach der schnellste und feinstauflösende Breitband-Lautsprecher der Welt: ein Hörerlebnis über Lautsprecher, das im High-End-Bereich keine Konkurrenz hat. Bei uns in der Vorführung sind die SOUND LAB® Elektrostaten mit den allerbesten Verstärkern – Transistor und Röhren, Push-pull und Single-Ended – zu hören. Als Quellen dienen die besten Analog-Laufwerke – APOLYT und A*STELLAR mit Titan GC und AXIOM Tonarmen – und über Telefunken M10/M15 und Studer A80/C37 Röhren- und Transistor-Bandmaschinen abgespielte Masterbänder.

Bei uns ist zu erleben, dass High-End-Audio seine vielen Versprechungen doch auch einmal erfüllen kann… Bei Interesse solle man einen exklusiven, individuellen Hörtermin – gerne mit eigener Musikauswahl und gegebenenfalls auch mit einzelnen eigenen Komponenten – in unserem Demo-Studio mit wohnraum-naher Atmosphäre vereinbaren. Viele Audio-Hersteller versuchen den Aufnahmeraum ins Wohnzimmer zu holen. SOUND LAB® Elektrostaten machen etwas ganz anderes: Sie versetzen den Zuhörer in den Konzertsaal. Unmöglich? Wir demonstrieren sehr gerne, dass es geht.
Wie hifistatement.net den letzten Evolutionsschritt erlebt hat, ist hier nachzulesen. Ein Youtube Video zum Thema findet man hier.
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Hersteller
Acoustical Systems
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|---|---|
| Anschrift | Axinia Schäfer Am Büchele 2 86928 Hofstetten |
| info@acoustical-systems.com | |
| Web | www.acoustical-systems.de |
Die SCM50er-Serie von ATC gehört seit Jahrzehnten zu den festen Referenzen im High-End-Bereich. Mit der EL50 Anniversary zeigt ATC, wie sich diese Architektur weiterentwickeln lässt, ohne dabei ihre Grundidee zu verwässern. Neue diskrete Elektronik, eine überarbeitete Stromversorgung und ein neues Gehäusekonzept verschieben Grenzen.
Die EL50 ist ein vollaktiver 3-Wege-Standlautsprecher mit vollständig diskreter Signalführung und Treibern, die allesamt aus eigener Entwicklung stammen. Sie basiert auf der technischen DNA der SCM50 SE Active, geht in zentralen Bereichen jedoch noch deutlich weiter. Die EL50 erscheint in einer auf 50 Paare limitierten Anniversary-Erstauflage. Jedes dieser Paare wird mit einem gebundenen Handbuch ausgeliefert, das die Geschichte von ATC seit 1974 dokumentiert, und besitzt eine mit Napa-Leder bespannte Frontpartie um Mittel- und Hochtöner, handselektiertes europäisches Walnussfurnier, Ebenholz-Inlays auf der Rückseite sowie eine hochglänzend polierte Polyesterlackierung. Mittelfristig geht das Modell in die reguläre Produktion über. Die Serienmodelle ATC EL50 kommen mit einer lackierten Front statt des Lederbezugs und werden mit den bekannten Furnier- und Lackoptionen zur Auswahl stehen.
Die EL50 – ob „Anniversary“ oder Serie – richtet sich an Hörer, die eine aktive Lösung auf Referenzniveau für überschaubare Räume suchen und Wert auf eine schlüssige integrierte Architektur legen. Sie ist die konsequenteste Ausprägung der 50er-Serie und zugleich ein Lautsprecher, der in Raumgrößen zwischen circa 20 und 60 Quadratmetern seine ganze Klasse entfaltet.
Die – von oben betrachtet – elliptische Gehäuseform der EL50 geht auf die ATC EL150 zurück und wurde konstruktiv erneut weiterentwickelt. Die mehrschichtige, laminierte Bauweise erhöht die Steifigkeit und die innere Dämpfung. Die gekrümmte Schallwand reduziert Kantenbeugungseffekte und sorgt für ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten sowie eine sehr homogene Schallverteilung im Raum. Mit 63 Kilogramm pro Lautsprecher besitzt die EL50 die physische Präsenz, die man von einem Lautsprecher dieser Klasse erwartet. Sie integriert sich in mittelgroße bis größere Räume, ohne sie zu dominieren. Der 23,5-Zentimeter-Basstreiber ist bei der EL50 in einen präzise gefertigten Aluminiumring eingesetzt, der fest mit der Schallwand verschraubt ist. Diese Maßnahme steigert die mechanische Integrität und minimiert Gehäuseresonanzen im sensiblen Oberbass- und Grundtonbereich.
ATC fertigt sämtliche Treiber im eigenen Haus. Der SH25-76S „S-Spec“-Hochtöner arbeitet mit einem leistungsstarken Neodym-Antrieb und einer Dual-Suspension-Konstruktion, die die Schwingspule präzise führt. Die beschichtete Gewebekalotte ermöglicht eine gleichmäßige Abstrahlung bis über 25 Kilohertz. Den zentralen Frequenzbereich übernimmt der legendäre SM75-150S Superdome-Mitteltöner. Sein 75-Millimeter-Antrieb mit Unterhangschwingspule gewährleistet eine konstante Kraftentwicklung über den gesamten Hub. Feinste Nuancen bleiben differenziert, selbst bei hohen Pegeln.
Im Bassbereich kommt der SB75-234SL mit dem ATC Super-Linear-Motorsystem zum Einsatz. Die gezielte Reduktion von Verzerrungen im oberen Bass- und unteren Mitteltonbereich sorgt für Klarheit und stimmige Übergänge. Große lineare Auslenkungen werden durch optimierte Zentrierspinnen und Sicken kontrolliert. Der Lautsprecher erreicht 32 Hertz im Tiefbass (bei -6 Dezibel, anechoisch gemessen – spielt also im realen Hörraum noch deutlich weiter in den Tiefbass hinab), 112 Dezibel Maximalpegel pro Paar und einen gematchten Frequenzgang mit einer Toleranz von nur ±0,5 Dezibel. Diese Daten beschreiben Präzision – entscheidend ist jedoch die Art, wie sich Musik entfaltet: mit souveräner Tiefe, lebensechtem Körper und unbedingter räumlicher Stabilität.
Im Inneren jedes Lautsprechers arbeitet ein neu entwickeltes 3-Kanal-Amp-Pack mit 200 Watt für den Bass, 100 Watt für den Mittelton und 50 Watt für den Hochton (Dauerleistung in Class AB). Jede Chassis-Einheit erhält ihre eigene, exakt abgestimmte Verstärkung. Die Eingangsstufe ist symmetrisch ausgeführt und als rauscharmes Instrumentationsdesign realisiert. Neu entwickelte diskrete Gain-Blöcke übernehmen sowohl die Signalverstärkung als auch die Linkwitz-Riley-Filterung vierter Ordnung. Separate Ringkerntransformatoren für jede Endstufe sowie ein zusätzlicher Transformator für die Niederspannungsversorgung sichern die Stabilität unter Last und verhindern gegenseitige Beeinflussungen der Kanäle. In der Praxis äußert sich das in bemerkenswerter Gelassenheit. Komplexe Passagen behalten ihre Struktur. Dynamische Spitzen entfalten sich ganz selbstverständlich und doch explosiv. Die ATC EL50 bleibt stets kontrolliert, unabhängig vom Programm.
Die Auslieferung der EL50 Anniversary ab Werk beginnt Mitte März, Bestellungen werden ab sofort entgegengenommen. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 68.700 Euro pro Paar für die limitierte Anniversary-Erstedition.
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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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| Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
| Telefon | +49 6123 9258956 |
| info@audiotra.de | |
| Web | www.audiotra.de |
Ende Januar hatten sich Dirk Sommer und ich mit Marcin Hamerla, HEM CEO, und Paweł Gorgoń, HEM Head of R&D, zum Interview per Teams verabredet. HEM ist das Unternehmen, das hinter der Marke Ferrum Audio steht.
Roland Dietl: An USB als Audio-Verbindung scheiden sich bekanntlich die Geister. Da passt es perfekt, dass Ihr mit uns über USB sprechen wollt. Warum eigentlich?
HEM:Wie Ihr wisst, werden wir in Kürze einen Streamer auf den Markt bringen. Es sieht so aus, als gäbe es aktuell zwei Verbindungsarten im Digital-Audiobereich, die in aller Munde sind: USB und I2S. Wir führen ständig Diskussionen mit Kunden und anderen Leuten über I2S und USB, weil die einen glauben, dass USB besser ist als I2S, während die anderen das Gegenteil denken. Wir möchten gerne unsere Sichtweise zu diesem Schnittstellen-Thema vorstellen.
Roland Dietl: Und wie ist Euer Standpunkt dazu?
HEM:Die ersten Audio-Interfaces kamen in Form von Soundkarten auf den Markt, die in PCs verwendet wurden. Diese Soundkarten ermöglichten es, Ton digital aufzunehmen und wiederzugeben. Allerdings hatten sie Einschränkungen hinsichtlich der Konnektivität und der Klangqualität. Diese Karten sind aber im Laufe der Zeit „ausgestorben“.
Also musste man irgendwann auf Standard-Computerschnittstellen zurückgreifen. Anfangs war Firewire die gängige Schnittstelle, um hochwertige Audiogeräte an den Computer anzuschließen. Es war eine beliebte Schnittstelle, aber irgendwann wurde sie von den Herstellern abgeschafft, weil USB ihren Platz eingenommen hatte. Und USB war anfangs eine sehr schlechte Schnittstelle für die Datenübertragung, weil man nicht über die geeignete Software verfügte, es war langsam und „noisy“.
Aber mit der Zeit wurde USB immer beliebter und irgendwann begann USB auch im Audio-Bereich den Mark zu dominieren. Die meisten Anwender benutzten schließlich USB, waren aber nicht sehr glücklich damit und es gab und gibt viele Vorurteile und Missverständnisse über USB. Einige Leute dachten irgendwann, dass es schön wäre, etwas Besseres als USB zu haben. Und das war insbesondere PS Audio. Die Leute bei PS Audio hatten die Idee, eine Schnittstelle zu entwickeln, die anstelle von USB verwendet werden kann, und diese Schnittstelle heißt I2S.

Roland Dietl: Wo liegt denn das Problem bei USB?
Was die Qualität angeht, so waren USB-Implementierungen in DACs in der Vergangenheit oft nicht besonders gut. Es gibt ein Problem mit Störgeräuschen, das auftreten kann, wenn die Implementierung auf dem Computer unsachgemäß ist, denn dann können die Störgeräusche in das System eingespeist werden. Nur sind Störgeräusche, die aus dem Streamer, dem Computernetzwerk und so weiter. herrühren, ein Grundsatzproblem, wenn sie zum DAC gelangen. Das gilt für alle Schnittstellen, denn wenn eine Verbindung zwischen dem Streamer/Transport, wie auch immer wir ihn nennen mögen, und dem DAC besteht, bedeutet das, dass die Störgeräusche von einem zum anderen Gerät übertragen werden können. Es ist also nichts Spezifisches für USB, sondern etwas, das für jede Verbindung gilt.
Roland Dietl: Könnt Ihr uns genauer erklären, warum Ihr USB bevorzugt?
HEM:Es gibt hardware- und softwarebezogene Gründe.
Roland Dietl: Beginnen wir mit den unterschiedlichen Konzeptionen.
HEM:I2S ist nichts Neues, es ist die älteste digitale Schnittstelle, die im Audiobereich wird. Es ist eine von Philips bereits in den 1980er Jahren entworfene Schnittstelle zur Übertragung von digitalen Audio-Daten innerhalb von Geräten zwischen Chips auf Platinenebene.
I2S ist theoretisch eine sehr einfache Lösung. Man hat einen I2S-Sender und einen I2S-Empfänger. Aber in Wirklichkeit ist alles viel komplizierter, wenn es zum Beispiel um die Taktung geht. Bei den meisten I2S-Implementierungen kommt der Takt vom Sender, was nicht ideal ist. Hier werden sowohl Daten als auch ein Taktsignal an den DAC übertragen. Das kann dazu führen, dass der DAC nicht seine volle Leistung erbringen kann, wenn das Quellgerät einen Takt in schlechter Qualität anliefert, da er diesen Takt für seinen Betrieb verwendet. Hinzu kommt, dass ein empfindliches Taktsignal über eine externe Verbindung übertragen wird.
Bei USB ist dagegen eine asynchrone Audioübertragung möglich, bei der der DAC seinen eigenen internen Taktgeber verwendet und die Quelle, ein Computer, überhaupt kein eigenes Taktsignal liefert, so dass es keinen Jitter gibt.
Roland Dietl: Ihr meint Jitter bei der Übertragung?
HEM:Ja richtig, Jitter bei der Übertragung oder Jitter, der auf der Takt-Leitung entsteht.
Roland Dietl: Was spricht aus Eurer Sicht noch für USB?
HEM:Für I2S gibt es keinen verbindlichen Standard. Das ist unproblematisch, wenn man es innerhalb eines Gerät verwendet, das man selbst entwickelt. Wenn diese Schnittstelle jedoch zwischen verschiedenen Geräten verwendet wird, müssen wir die richtige Konfiguration auf Sender- und Empfängerseite sicherstellen. Allerdings fehlt dieser Schnittstelle eine Art Kommunikationskanal, um die Konfiguration auf beiden Seiten selbstständig zu erkennen. Deshalb muss man das in beiden Geräten manuell konfigurieren. Hinzu kommt, dass es keine genormte Steckverbindung gibt. Der USB-Anschluss ist dagegen ein Standardanschluss.
Roland Dietl: Was wären denn dann überhaupt die möglichen Vorteile von I2S gegenüber USB?
HEM:Wir haben keine gefunden. Wir wollten einen Weg finden, I2S zu verbessern, aber dann haben wir erkannt, dass wir versuchen, etwas zu entwickeln, das in seiner Funktionsweise USB sehr ähnlich ist.
Sagen wir es mal so: das ist eine Menge Arbeit, die unnötig ist, weil wir genau diese Dinge in USB bereits implementiert haben. Ja, wir würden sagen, dass USB eine ausgereifte Schnittstelle ist, die bereits alle notwendigen Softwarekomponenten enthält.
Roland Dietl: Warum habt Ihr dann eine I2S -Schnittstelle beim Wandla DAC implementiert?
HEM:Weil das eine Anforderung unserer Kunden war. Es gibt am Markt einige hochwertige CD-/SACD-Laufwerke, die einen I2S Ausgang besitzen. Unser Ziel ist nicht, dass unsere Geräte alles können, aber wenn wir Funktionen hinzufügen können, die die Einsatzmöglichkeiten erweitern, dann ist das für uns in Ordnung. In Verbindungskonstellationen, in denen, wie bei SPDIF und AES, der Takt von der Quelle vorgegeben wird, mag I2S flexibler und vielleicht besser sein, weil es eine eigene Leitung für das Taktsignal gibt und man den Takt nicht wie bei SPDIF und AES aus dem Signal wiederherstellen muss.

Roland Dietl: Kommen wir noch einmal zurück zu USB. Was ist mit der 5-Volt-Leitung bei USB? Die 5 Volt werden doch von der Quelle erzeugt. Wenn diese Quelle ein Computer ist, dann ist die Qualität meistens sehr schlecht. Dann werden doch über diese Leitung jede Menge Störgeräusche in den DAC eingeführt?
HEM:Das stimmt, aber dazu gibt es zwei Dinge zu sagen. Wir brauchen diese Leitung nur, um Verbindungen und Trennungen zu erkennen. Wir verwenden diese Leitung natürlich nicht, um die Stromversorgung innerhalb des DAC zu gewährleisten. Wir gehen immer davon aus, dass keine gute Quelle für 5 Volt und Masse vorhanden ist. Das Problem besteht aber auch bei Verwendung einer anderen Schnittstelle, da immer die Masse verbunden ist.
Roland Dietl: Ja das ist richtig, aber ich habe nicht die Masseverbindung gemeint. Das ist ein anderes Thema. Ich habe über die 5 Volt Leitung gesprochen.
HEM:Zunächst einmal filtern wir mögliche Störgeräusche auf der 5 Volt-Leitung. Wir tun das mit einem großen Widerstand und einem Kondensator. Dann achten wir darauf, dass wir auf der DAC-Seite eine sehr kurze Verbindung zwischen dem USB-Eingang und dem USB-Chip haben. Mit einem sorgfältigen Platinen-Layout gewährleisten wir, dass es keine Möglichkeit gibt, Störgeräusche auf der 5 Volt Leitung innerhalb der Schaltkreise weiter zu übertragen.
Roland Dietl: Sehe ich es richtig, dass es im Wandla DAC keine galvanische Trennung gibt?
HEM:Ja, im Wandla gibt es keine galvanische Trennung, aber bei unseren neuen Produkten wird es eine solche geben.

Roland Dietl: Ihr verwendet beim Wandla einen USB-C Anschluss. Gibt es einen besonderen Grund für USB-C und was ist das Konzept hinter dieser Entscheidung?
HEM:Es gibt zwei Gründe. Der eine ist, dass der USB-C Anschluss besser als die vorherigen Implementierungen USB-A/B ist. Er ist schneller und hat eine bessere Impedanzanpassung. Hinzu kommt: USB-A/B ist für Drucker und ähnliches gedacht. Es handelt sich nicht um eine Hochgeschwindigkeitsverbindung. Sie wurde zu einer Zeit entwickelt, als USB noch 1,5 Megabit pro Sekunde für die Übertragung verwendete.
Der andere Grund ist, dass USB-C eine moderne Verbindung ist. Kunden und Hersteller werden zwar sicherlich noch eine Weile USB-A/B verwenden, aber in einigen Jahren werden bestimmt alle auf USB-C umgestiegen sein. Ich meine, unsere Branche ist ziemlich langsam, wenn es darum geht, Veränderungen anzunehmen.
Und es gibt noch einen Vorteil von USB-C, den wir erst kürzlich erkannt haben. Das ist das Thema Kabel. Wenn man in einen „normalen“ Laden – kein HiFi-Geschäft – geht und ein USB-A/B Kabel kaufen möchte, wird man wahrscheinlich ein Kabel für den Anschluss von Druckern erwerben. Diese Kabel sind in der Regel von sehr geringer Qualität. Das bedeutet, dass sie nicht resistent gegen Störgeräusche aus der Umgebung sind. USB-C-Kabel sind von Haus aus für schnellere Übertragungen ausgelegt und besitzen eine sehr gute Abschirmung. Sie haben in Bezug auf die Übertragung eine höhere Qualität und sind auch für Audio besser geeignet.
Roland Dietl: Ein gutes, für Audioübertragung geeignetes USB A/B-Kabel zu verwenden, ist eigentlich selbstverständlich.
HEM:Mitunter gibt es auch Probleme mit einigen dieser „Boutique“-USB-Kabel. Die funktionieren manchmal einfach nicht. Einige Unternehmen im Audiobereich bevorzugen USB A/B-Kabel, weil sie diese besser von Hand löten können. Die Stecker sind größer, sodass das einfacher ist. Wir hatten hier sehr teure Kabel, die einfach nicht richtig funktionierten. Und es ist nicht so einfach zu wissen, wie man gute USB-C-Kabel herstellt.
Dirk Sommer:: Ich habe viele teure USB-A/B Kabel und hatte damit bisher keine Probleme.
HEM:Wir hatten hier einige Fälle und es kam auch vor, dass Kunden fragten, warum das eine oder andere sehr teure Kabel nicht funktionierte.
Roland Dietl: Wenn ich mir den Kabelmarkt in unserem Bereich anschaue, sehe ich aktuell sehr viel mehr USB-A/B-Kabel als USB-C-Kabel. Ist das richtig?
Dirk Sommer:: Im Moment hast du Recht, aber es kommen immer mehr USB-C-Kabel aus dem Audiobereich auf den Markt, derzeit allerdings noch nicht von den kleineren Herstellern.
Roland Dietl: Das scheint die These von HEM zu stützen.
Dirk Sommer:: Ihr habt erwähnt, dass USB-C eine höhere Datenübertragungsrate ermöglicht. Wenn ich einen Vergleich zu Ethernet ziehe, dann ist meine Erfahrung, dass ein System oft besser klingt, wenn ich von 1000 Megabit pro Sekunde auf 100 Megabit pro Sekunde wechsle. Ich denke, eine hohe Übertragungsrate ist nicht immer besser.
HEM:Darum geht es uns nicht …
Roland Dietl: Wir müssen unterscheiden zwischen der mit einer bestimmten USB-Version einhergehenden Übertragungsgeschwindigkeit und dem Stecker- und Kabel-Typ. Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. Ist es richtig, dass Ihr zwar einen USB-C Anschluss verwendet, aber die Übertragungsrate USB 2.0 entspricht und nicht USB 3.0 oder USB 3.1 oder was auch immer?
HEM:Ja richtig, das ist USB 2.0, mit 480 Mbit pro Sekunde. Wir halten uns hier an den Standard.
Roland Dietl: Der Grund, warum Ihr USB-C verwendet, ist also nicht die Übertragungsrate …
HEM:… nein, uns geht es um die physische Verbindung.
Roland Dietl: Ihr habt vorhin erwähnt, dass es auch eine Softwareseite gibt, wo USB eurer Meinung nach Vorteile hat. Wir würden gerne noch etwas zu diesem Thema erfahren.
HEM:Wir haben vorhin bereits den Kommunikationskanal erwähnt. Es geht nicht nur um das Senden der Audiodaten, sondern irgendwie muss man ja mit der Quelle, einem Server oder Computer, kommunizieren. So etwas gibt es nicht fertig bei I2S , während bei USB bereits alles implementiert ist.
Bei USB kann man darüber hinaus mehrere Arten von Informationen über die Schnittstelle senden: Man kann zusätzliche Kommunikationskanäle hinzufügen, die für den Austausch von verschiedenen Arten von Informationen gedacht sind. Wir nutzen das, um einen angeschlossenen Streamer vom DAC aus fernzusteuern und um Informationen, wie den Titel eines Stücks, an den DAC zu senden und dort anzuzeigen. Das ist so, als würde man den Computer vom DAC aus steuern. Das kann man mit I2S nicht machen, weil niemand daran gedacht hat, hierfür einen Kommunikationskanal zu entwickeln, über den man diese Informationen senden kann.
Roland Dietl: Möchten Sie uns noch etwas über USB mitteilen?
HEM:Nein, wir haben, wie wir glauben, alles abgedeckt.
Dirk Sommer und Roland Dietl: Vielen Dank für das Gespräch!
Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten.
Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte von hifistatement.net darstellt, sei nur am Rande bemerkt. Das macht das Verfassen dieses Berichts ja nicht schwieriger, das tun aber die von Wilson-Bensch-Chef-Entwickler Craig Milnes zu den vielfältigen Innovationen bereitgestellten Informationen in den drei White Papers. So dankbar ich ansonsten auch für technische Erklärungen bin, die nicht auf der Website zu finden sind: All die Alleinstellungsmerkmale des Plattenspielers in aller Ausführlichkeit zu würdigen, würde sogar den in Sachen Textlänge in einem Online-Magazin recht großzügigen Rahmen sprengen und den Artikel außer für ersthafte Kaufinteressenten – Wie viele mögen das hierzulande wohl sein? – nahezu ungenießbar machen. Es gilt also, bei der Darstellung der vielfältigen Überlegungen und den daraus resultierenden Lösungen die wirklich spannenden herauszufiltern und angemessen darzustellen.

Nur gut, dass ich Ihnen das im Headshell des im GRAVITON®-Ti-Armwand-Tonarm installierte TESSELLATE Ti-S Sapphire Cartridge, das Teil des Prime Meridian Systems ist, bereits vor einiger Zeit vorgestellt habe. Trotzdem ist es schier unmöglich, Wilson Benesch' Ausnahme-Plattenspieler mit einem einzigen Artikel gerecht zu werden. Das Thema wird uns sicher mehr als einmal beschäftigen und im zweiten Teil werden Sie dann Bilder in der gewohnten Studioqualität finden, die allerdings nicht von Helmut Baumgartner, sondern dem Hersteller nach unseren Wünschen erstellt wurden: Der Abbau der 369 Kilogramm schweren Komponente im Hörraum, der Aufbau in unserem Fotostudio und abermalige Abbau zum Abtransport war allen Beteiligten einfach nicht zuzumuten. Den ersten Text zum Thema lockern Fotos auf, die bei der Anlieferung des Prime Meridian System gemacht wurden.

Je länger ich mich mit den Komponenten des Systems sowie den technischen Ausführungen in den White Papers beschäftigte und je öfter ich mit Craig Milnes sprach, desto stärker verfestigte sich bei mir der Eindruck, dass wahrscheinlich bei keinem anderen Plattenspieler so viele vermeintliche Gewissheiten in Frage gestellt und neu bewertet wurden wie beim Prime Meridan System. Nur ein Beispiel: Wer das GMT® One System in seiner ganzen Pracht und Größe schon einmal auf einer Messe oder auch nur auf guten Abbildungen gesehen hat, dürfte über Craig Milnes Antwort auf meine Frage, was denn für die ungeheuer hohe Auflösung und Detailfreudigkeit des System verantwortlich sei, genauso überrascht sein wie ich: „Das Tonarmkabel.“ Was es damit auf sich hat, werde ich später erklären…

Erst einmal möchte ich darstellen, welche Komponenten zum Prime Meridian System in meinem Hörraum gehörten und worin der Unterschied zum GMT® One System besteht. Bei mir spielten:

Dank der kleinen Liste kennen Sie nicht nur die beteiligten Komponenten, sondern auch die Wilson-Benesch-Terminologie und ihre Schreibweise. Der Sales and Marketing Director Luke Milnes schrieb in einer E-Mail: „Der grundlegende Unterschied zwischen dem GMT® One System und dem Prime Meridian System besteht in der Verwendung eines pneumatischen, mikroprozessorgesteuerten Isolationssystems im GMT® One, das selbstnivellierend ist, während wir im Prime Meridian das FrACTal-Dämpfungssystem einsetzen. … Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass Besitzer eines Prime Meridian auf das GMT® One System aufrüsten können, indem sie das FrACTal-System auf das LeVeL-System aufrüsten, indem sie vier pneumatisch angetriebene Kontaktpunkte und einen Luftkompressor hinzufügen.“

Erlauben Sie mir ein längeres Zitat aus dem White Paper, um einmal Wilson Benesch' wissenschaftliche Herangehensweise an technische Herausforderung bei der Konstruktion eines Teils eines Plattenspielers zu dokumentieren: „Das Hauptziel des FrACTal-Chassis ist es, eine konsistente und unveränderliche geometrische Beziehung zwischen dem Tonarm und der Mitte des Motors herzustellen. Um dies zu erreichen, ist ein maschinell bearbeitetes Bauteil erforderlich, das eine äußere Form mit unveränderlicher Präzision bietet. Aufgrund seiner Größe ist eine solche Struktur jedoch anfällig für Anregungen. Um diesem Problem zu begegnen, wurde ein zweiteiliges Design entwickelt. Jede Seite der Konstruktion wird aus einem einzigen Stück gefertigt und in einem einzigen Arbeitsgang bearbeitet, wodurch eine außergewöhnlich hohe Präzision mit Toleranzen von weniger als 0,01 Millimeter gewährleistet ist. Diese kritische Geometrie lässt keine Einstellmöglichkeiten zu, da die geometrische Genauigkeit nach der festen Verschraubung der Tonarmbasis unveränderlich ist. …

Die geometrischen Überlegungen sind entscheidend, aber die daraus resultierende Struktur wurde entwickelt, um jegliche Energie aus der Umgebung zu absorbieren. Durch innovative fraktale42-Techniken verhindert das FrACTal-Chassis wirksam das Auftreten von Resonanzartefakten, indem es die Energieabsorptionseigenschaften nachahmt, die in den Fraktalen der Natur zu finden sind. Der Erfolg dieses Designs wurde durch unabhängige Messungen an der Sheffield Hallam University unter Verwendung von Laser-Vibrometrie bestätigt. Das FrACTal Chassis, das aus 18 verschiedenen Materialien besteht, stellt eine bedeutende Entwicklung dar. Wilson Benesch arbeitete eng mit Glass Technology Services (GTS) in Chesterfield zusammen …

Das Unternehmen ist das führende Zentrum für Glaswissenschaft und -forschung in Großbritannien. In Zusammenarbeit mit Dr. Katrina Skerratt-Love, Andrew Broadhurst und Martyn Marshall von GTS wurde ein bahnbrechendes Dämpfungssystem entwickelt. Dieses innovative System birgt großes Potenzial für verschiedene Anwendungen in zukünftigen Produktentwicklungen von Wilson Benesch. … Dieses Design umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien und nutzt die Prinzipien der Fraktalwissenschaft, um eine breitbandige Dämpfung zu erzielen. Die sorgfältige Anordnung der Materialien und die spezifische Geometrie innerhalb des zweiteiligen Designs werden durch in das Chassis eingearbeitete Taschen ermöglicht, in denen die Dämpfungsmaterialien untergebracht sind. Die ersten Ergebnisse, die unten aufgeführt sind, zeigen deutlich die Wirksamkeit dieses Designs. Diese Ergebnisse unterstreichen den bedeutenden Einfluss des FrACTal-Chassis auf die Erzielung überlegener Dämpfungseigenschaften in einem System, das keine Anpassung erfordert und auf unbestimmte Zeit wirksam bleibt. … Das Hauptziel bei der Entwicklung des FrACTal-Chassis ist es, jede potenzielle Anregung des massiven Metallchassis durch Luftschwingungen zu eliminieren.“ Diesen Ausführungen fügt Wilson Benesch noch eine Reihe von Beispielen für fraktale Geometrien zur Energieableitung in der Natur an, von den hier nur eines genannt sein soll: Die fraktale Geometrie einer Küste wandle die Energie der Wellen in Wärme und Schall um: eine effektive Art der Energieableitung.

Es sollte deutlich geworden sein, mit welcher Intensität sich Wilson Benesch einer einzigen Baugruppe widmet, und auch, dass es an dieser Stelle unmöglich ist, alle Forschungen in dieser Breite vorzustellen – so spannend es in einigen Bereichen auch wäre. Mindestens ebenso interessant dürfte aber sein zu erklären, wie eine Firma von der Größe Wilson Benesch' die ihren Produkten zugrunde liegenden Forschung finanziert. Als Beispiel soll hier der OMEGA Drive Motor des GMT® One Systems dienen: 2019 gründete man das GMT-Konsortium, um mit einem Team mit Dr. Faris Al Naemi, Dr. Jon Travis und Professor Cockerham von der Sheffield Hallam University sowie CAAS Audio den OMEGA Motor Drive zu entwickeln und zwar mit Hilfe der Förderung durch 326.000 Pfund öffentlicher Mittel von Innovate UK. Mir ist nicht bekannt, dass es hierzulande möglich ist, staatliche Fördermittel für die Realisierung von Hifi- oder High-End-Projekten zu bekommen, wohl aber, dass es Wilson Benesch schon bei der Firmengründung gelungen ist, öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen. Das dürfte daran liegen, dass es sich bei den von Wilson Benesch geplanten Entwicklungen nicht um Varianten von Bekanntem, sondern um wegweisende Innovationen handelt.
Doch zurück zum OMEGA Drive: Nach mehreren Versuchen mit anderen Antriebsvarianten entschied man sich bei Wilson Benesch, einen Linearmotor mit 21 Spulen im Stator und Neodymium-Eisen-Bor-Magneten im Rotor zu verwenden. Zur Herstellung der Spulen investierte Wilson Benesch in Spulenwickelmaschinen und stellte einen Hochschulabsolventen ein, der sich ausschließlich dieser Aufgabe widmet. Der OMEGA Motor Drive, ein schlitzloser Synchronmotor, soll eine verschwindend geringe Drehmomentwelligkeit haben und eine hohe Drehzahlstabilität erzielen. Nach der Formel „Kraft x Durchmesser = Drehmoment“ lässt sich das gewünschte hohe Drehmoment durch eine große Kraft oder einen großen Durchmesser des Motors erreichen. Wilson Benesch wählte einen großen Durchmesser: Mit 456 Millimetern ist der OMEGA Drive Motor der größte, der je als Direktantrieb in einem Plattenspieler eingesetzt wurde. Der außergewöhnlich große Durchmesser garantiert ein hohes Drehmoment bei relativ geringer elektromagnetischer Kraft: Das Ergebnis ist eine geringere Drehmomentwelligkeit.

Der Plattenteller des OMEGA Drive besteht aus Acryl, da dessen akustische Impedanz der von Vinyl ähnelt und so die beim Abtastvorgang der Nadel in der Rille erzeugte Energie gut abgeleitet werden kann, was im White Paper auch mit der Masse einer 180-Gramm-LP und der des Plattentellers begründet wird – aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Das Lager des OMAGA Drive, das Wilson Benesch als Ångström Lager bezeichnet und das von Professor Cockram von der Sheffield Hallam University entwickelt wurde, ist ein Drucklager der Klasse 1 und damit ein relativ einfacher Lagertyp, bei dem sich Belastung, Oberflächengeschwindigkeit, Spiel, Schmierstoffviskosität und Temperatur jedoch direkt auf den Widerstand und Geräuschpegel des Lagers auswirken. Im White Paper wird angemerkt, dass die Bearbeitung von Phosphorbronze mit den neuesten CNC-Maschinen mit präzisen Toleranzen dennoch nur nach jahrelanger Erfahrung möglich sei.

Shaun Wild, der Maschinenwerkstattleiter bei Wilson Benesch bearbeite solche Lager seit über drei Jahrzehnten. Nach der Bearbeitung werde die Oberfläche der Buchse mit einem Taststift gemessen, der eine Karte der mikroskopisch kleinen Vertiefungen und Erhebungen auf der Oberfläche der Phosphorbronze erstelle. Die in die Phosphorbronze eingearbeiteten Täler und Berge müssten enge Toleranzen einhalten, damit die Moleküle des synthetischen Öls die Buchse und die Achse jederzeit vollständig voneinander trennten. Die Achse des Lagers bestehe aus Wolframkarbid. Sie müsse ohne Durchbiegung auf einen sehr kleinen Durchmesser geschliffen werden, um eine möglichst geringe Oberflächengeschwindigkeit zu erreichen. Je höher die Oberflächengeschwindigkeit sei, um so höher sei das Geräusch, das die Ölmoleküle verursachten. Der Durchmesser der Achse bestimme auch die Spezifikationen der Phosphorbronze-Buchse und die Viskosität des verwendeten Lageröls.

Um den Druck der Achse, die die Masse der bewegten Teile trägt, auf den Lagerpunkt zu verringern, entwickelte die Sheffield Hallam University unter der Federführung von Dr. Faris Al-Naemi ein magnetisches Gegenkraftdesign mit zwei leistungsstarken N30H-Neodymium-Eisen-Bor-Magneten. Dadurch wird einerseits der Verschleiß des Lagers minimiert, andererseits reicht die Kraft aber weiterhin für eine effiziente Energieübertragung vom Plattenteller auf das FrACTal-Motor-Chassis aus.
Der OMEGA Drive Motor wird vom ALPHA Drive angesteuert, den Dr. Carl Broomfield and Neil Broomfield von CAAS Audio parallel dazu entwickelten. Aus den oben genannten Gründen braucht er nur ein geringes Drehmoment zu liefern. Um während der Startphase den erheblichen Luftspalt zwischen Stator und Rotor im OMEGA-Antrieb zu überwinden, stellt ein integrierter Mikroprozessor einen speziellen Startalgorithmus bereit. Danach beschleunigt der Alpha Drive den Motor bis zur Synchronität. Die Drehzahl hält dann ein weiterer Mikroprozessor in der Ansteuerungselektronik konstant. Diese generiert auf der Zeitbasis des integrierten 11,2896-Megahertz-Quarzkristalls drei reine Sinuswellen, die von drei diskret aufgebauten, linearen Class-A-Verstärkern aufbereitet werden: Danach stehen drei verzerrungsarme, hochwertige Sinuswellen mit jeweils 1,2 Ampere zur Verfügung: je eine für die Ansteuerung von sieben der insgesamt 21 Spulen. Zusammen mit der großen Trägheit des Plattentellers durch die außen eingesteckten Gewichte aus Edelstahl garantiert der Synchron-Motor die extrem hohe Drehzahlkonstanz des OMEGA Drive.

Auch wenn schon vor 18 Jahren der Continuum Caliburn mit Cobra und Castellon und vor zwölf Jahren der Techdas Air Force One mit dem Graham-Phantom-Elite-Tonarm und dem Techdas-TDCO1-Ti-Abtaster, denen schon damals ein sechsstelliges Preisschild anhaftete, bei mir im Hörraum zu Gast waren, bin ich mir ziemlich sicher, dass bei keinem anderen Laufwerk so viele technische Lösungen hinterfragt und oft neu bewertet wurden wie bei der Kombination von OMEGA Drive Motor und der Ansteuerungselektronik ALPHA Drive.

Beim Continuum und anderen nicht ganz so kostspieligen Plattenspielern hat es sich als großer Vorteil herausgestellt, wenn der Hersteller auch das passende Rack als Teil des Systems versteht und seine Resonanzableitung und -dämpfung in die Konstruktion des Plattenspielers mit einbezieht. Das hat natürlich auch Wilson Benesch getan: Das Gehäuse mit der Laufwerkssteuerung residiert im oberen der beiden Elemente des im Jahr 2015 entwickelten R1 Racks, die Laufwerkseinheit steht darauf. Das Rack ist eine modulare Konstruktion, die speziell mit Blick auf das GMT® One System konzipiert wurde. Laut Wilson Benesch ist das R1 das erste Rack in dem hochkomprimierte Kohlefaser zum Einsatz komme und das über Querstreben verfüge, die weniger als 130 Gramm wögen und dennoch eine Tragfähigkeit von einer Tonne böten. Das R1-Rack sei die kürzeste und direkteste strukturelle Verbindung zwischen der Stellfläche und dem GMT®. One System. Mit dieser Fülle an technischen Informationen möchte ich es hier erst einmal bewenden lassen. Im zweiten Teil geht es dann um den GRAVITON®Ti Armwand und das dazugehörige PIEZO VTA System zu seiner Höhenverstellung, die über die WB GMT® Control APP per Smart Phone möglich ist, so wie noch einmal kurz um das TESSELLATE Ti-S Sapphire Cartridge – vor allem aber um den Klang des Prime Meridian Systems.




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Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
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| Anschrift | Johann-Georg-Halske-Str.11 41352 Korschenbroich |
| Telefon | 02161/61783-0 |
| Web | www.iad-audio.de |
| hifi@iad-gmbh.de | |
Mit dem Oriole schließt Sumiko innerhalb seiner Moving-Coil-Palette gezielt die Lücke zwischen den Reference-Series-Abtastern Songbird und Starling. Konstruktiv und klanglich übernimmt der Low-Output-MC-Tonabnehmer zentrale Merkmale der größeren Modelle und führt sie in einem ausgewogenen, praxisnahen Gesamtentwurf zusammen.
Das Oriole hat klanglich ausgewogenen, raffinierten und ermüdungsfreien Charakter, für den Sumiko weltweit bekannt ist. Dank eines Niederimpedanzgenerators und einer Nude-Shibata-Line-Contact-Nadel ist das Oriole ein echtes Upgrade vom Songbird und kommt schon fast an die Leistung des beliebten Starling ran. Es bietet eine perfekte Abtastung und Detailtreue, eine mitreißende Dynamik, schnelle Ansprechzeiten und eine tolle Auflösung. Das Oriole ist zutiefst musikalisch und lässt sich endlos hören. Es besticht durch seinen ganz und gar analogen Klangcharakter. Es gibt Musikmaterial in natürlicher Balance mit der umgebenden Atmosphäre wieder und sorgt so für eine kohärente, aufschlussreiche und immersive Klangwiedergabe. Es läuft absolut lautlos in der Rille, lässt die Musik vor einem tiefschwarzen Hintergrund aufblühen und lädt ein, in die intimsten Räume einer präzise wiedergegebenen Klangbühne einzutauchen
Das Oriole wird aus den besten Materialien Japans und von den besten Handwerkern bei Excel Sound in Yokohama gemacht – eine Beziehung, auf die Sumiko seit fast vier Jahrzehnten stolz sind. Der Tonabnehmer geht super ausgewogen mit den Details um und vermeidet dabei, zu analytisch zu sein. Der einteilige Diamant reduziert die bewegliche Masse für eine bessere Klangtreue und folgt exakt den feinen Modulationen der Rille. Der mit einer Legierung verstärkte hohle Aluminium-Ausleger ist sehr stabil und trotzdem leicht. Er reagiert schnell und präzise, um die feinsten Bewegungen der Nadel an die Moving-Coil-Baugruppe weiterzugeben.
Individuell gewickelte Kreuzspulen sollen eine saubere und ausgewogene Signalübertragung gewährleisten. Sie entstehen in einem Prozess, der höchste Geduld und Präzision von einem erfahrenen Techniker erfordert. Die Spulen werden mit speziell ausgewähltem, hochreinem Kupfer gewickelt, das Signale mit minimalen Verlusten und Verzerrungen überträgt und so zum satten Klangcharakter beiträgt. Weniger Spulenwindungen aus niederohmigem Kupfer reduzieren die bewegte Masse, verkürzen den Signalweg und senken die interne Impedanz drastisch. Daraus resultieren eine schnellerer REaktion, eine bessere Auflösung, mehr Details und Dynamik. Für den Dämpfer verwendet Sumiko eine spezielle synthetische Gummimischung, um Resonanzen zu kontrollieren, Verzerrungen zu minimieren und eine erstklassige Spurführung zu ermöglichen.
Der Alnico-Magnet bildet mit dem Joch und Pol aus reinem Eisen einen hoch effizienten Magnetkreis. Die reinen Materialien werden fachmännisch ausgerichtet, um Verzerrungen und Verluste zu minimieren und gleichzeitig eine geringe magnetische Sättigung und eine effiziente Energieaufnahme zu erreichen.
Bei der Entwicklung der offenen Tonabnehmer der Reference-Serie war die Resonanzkontrolle ein wichtiger Punkt. Erstens reduziert das offene Gehäuse selbst das Risiko von resonanzbedingten Verzerrungen und Verfärbungen, die durch herkömmliche Tonabnehmergehäuse entstehen können. Um interne Resonanzen weiter zu reduzieren, sind die einzelnen Komponenten des Magnetkreises mechanisch gedämpft. Für die Anschluss- und Montageplatten verwende Sumiko ein hochentwickeltes Material namens PEEK. Dieses Material wird aufgrund seiner extrem hohen mechanischen Stabilität, Steifigkeit und Langlebigkeit typischerweise in anspruchsvollen Anwendungen wie der Luft- und Raumfahrttechnik eingesetzt. Es bildet eine äußerst stabile Basis für den Generator. Die PEEKMontageplatte ist mit einem strategisch geformten Anschluss mit dem Kopfblock verbunden, durch den verbleibende Resonanzen über den Tonarm abgeleitet werden, wo sie harmlos dissipiert werden können.
Jeder Oriole-Tonabnehmer wird mit größter Sorgfalt und Präzision von Hand montiert. Die Komponenten werden unter dem Mikroskop geprüft, um Qualität und Genauigkeit sicherzustellen. Alle Tonabnehmer werden auf elektrische Balance, Abtastfähigkeit und Leistung gemäß den Spezifikationen getestet.
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Herstellerangaben
Sumiko Oriole
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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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| Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
| Telefon | +49 6123 9258956 |
| info@audiotra.de | |
| Web | www.audiotra.de |
Die Audio Group Denmark, unter deren Dach die Firmen Ansuz, Aavik, Børresen und Axxess vereint sind, hatte kürzlich internationale Vertriebe, Händler und Journalisten unter dem obigen Motto nach Aalborg eingeladen, um dort im Musikkens Hus das Topmodell unter den Endstufen, die M-880, und den Flaggschiff-Lautsprecher M8 Gold Signature vorzustellen.
Am frühen Nachmittag betraten Lars Kristensen und Michael Børresen die Bühne des unteren Konzertsaales, der bei voller Bestuhlung rund 250 Zuhörern Platz bietet. In der Mitte des Podiums stand ein Rack mit Aaviks Streamer/Wandler-Kombination SD-880, der Vorstufe C-880, dem Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature, der PowerBox D-TC Gold Signature und dem Stromverteiler Mainz8, ebenfalls aus der höchsten Güteklasse. Der Aufbau wurde auf jeder Seite von zwei halbhohen und jeweils ganz außen von einer übermannshohen blau verhüllten Skulptur flankiert. Nach einer Begrüßung und einer kurzen Einleitung vor auf die Rückwand des Saales projizierten thematisch passenden Bildern begannen Lars Kristensen und Michael Børresen unterstützt von Promotion-Manager Frits Dalmose die Komponenten zu enthüllen: Die beiden M8 Gold Signature und vier M-880 wurden sichtbar. Michael Børresen gab kurze Erläuterungen zur Technik der M8: Die beiden eisenfreien Børresen IronFree5-Gold-Signature-Fünf-Zoll-Treiber und der RP94-Gold-Signature Ribbon-Planar-Tweeter im Tief/Mittel/Hochton-Modul sind Weiterentwicklungen der aus der M-Serie bekannten Chassis und werden von der passiven Weiche in neuer Konfiguration bei 2400 Hertz getrennt. Später erfuhren wir dann, dass die neuen Gold-Signature-Chassis auch in den übrigen Modellen der M-Serie erhältlich sein werden und bei bereits erworbenen M-Schallwandlern gegen die bisherigen Varianten ausgetauscht werden können.
Doch zurück zu den M8 Gold Signature: Über und unter dem Tief/Mittel/Hochton-Modul befindet sich je ein gefaltetes Dipol-Bass-Modul, das wie das erst vor kurzem offiziell vorgestellte Børresen Bass Modul, das BM3, mit Acht-Zoll-Treibern bestückt ist. Beim BM3 sind das vier Stück, beim jedem der beiden Bass Module der M8 sechs Chassis. Hier kommen die IronFree8-Gold-Signature-Tieftöner zum Einsatz, deren Sandwich-Mebranen aus zwei Kohlefaserschichten bestehen, in deren Mitte sich eine Aramid-Wabenstruktur befindet. Da ein Dipol eine Abstrahlcharakteristik in Form einer Acht hat, hat der Raum seitlich der Module so gut wie keinen Einfluss auf den Klang. Leider nannte weder Michael Børresen noch die Produktinformation die Frequenz, bis zu der die Dipol-Bässe aktiv sind. Das dürfte daran liegen, dass diese nicht durch eine zur M8 Gold Signature gehörenden Frequenzweiche definiert wird, sondern in diesem Fall wie von der Audio Group Denmark empfohlen von der in die Vorstufe C-880 integrierten aktiven Frequenzweiche. Durch die Wahl der Übernahmefrequenz ist es möglich, Probleme der Raumakustik zu kompensieren. Aus dem Einsatz einer aktiven Weiche in der Vorstufe folgt auch, dass für den Betrieb der M8 vier Endstufen benötigt werden.
Damit wären wir bei der M-880, Aaviks erster Monoendstufe. Für das Design der schmalen, recht tiefen und hoch aufragenden Gehäuse zeichnet hauptsächlich Flemming Eric Rasmussen, der Gründer von Gryphon Audio verantwortlich. Wie schon bei der P-880 kommt auch hier wieder ein Materialmix aus Titan, Edelstahl, einem Laminat auf Holzbasis und Kupfer zum Einsatz. Selbstverständlich stehen die M-880 – wie auch die M8 Gold Signature – auf den besten Darks, den Z3w. Die Schaltung stammt erwartungsgemäß von Michael Børresen: Wie die P-880 arbeiten auch die M-880 im Class-A-Betrieb, wobei es dem Entwickler aber darum geht, dass die Ausgangstransistoren jederzeit offen sind, also nicht schalten. Eine hohe Leistungsaufnahme mit entsprechender Wärmeabgabe wie bei klassischen Class-A-Schaltungen gibt es bei den Aavik-Monos also nicht. Mehr zu Michael Børresens Schaltung finden sie am Ende des ersten Teils des Interviews, das er hifistatement.net beim Test des P-880 gab. So tief stieg der Entwickler bei der Präsentation der 400 Watt an acht und 800 Watt an vier Ohm leistenden M-880 nicht ein, was sicherlich im Sinne der Zuhörer gewesen sein dürfte.

Lars Kristensen überraschte alle, die seine Vorführungen von Messen kennen, mit einem überaus gefälligen Musikprogramm in gehobener, aber nicht zu hoher Lautstärke ohne die sonst üblichen brutalen elektronischen Beats. Das lag aber keinesfalls daran, dass die M8 Gold Signature den kleinen, für die Beschallung mit einem High-End-Schallwandler jedoch eigentlich viel zu voluminösen Konzertsaal nicht auch mit ohrenbetäubendem Pegel hätten fluten können: Nein, die M8 Gold Signature spielten jederzeit völlig unangestrengt, tonal stimmig und dabei sehr involvierend und rhythmisch packend. Treue hifistatement-Leser dürften wissen, dass Pop-Songs mit weiblichem Gesang nicht gerade zu dem von mir bevorzugten Repertoire zählen. Das ist bei Lars Kristensen ganz anders – und ich muss zugeben, dass ich Dank der M8 Gold Signature seiner Auswahl auch durchaus etwas abgewinnen konnte.

Noch überzeugender wurde es, als er sich der Musik aus der Jugendzeit der meisten Anwesenden zuwandte: Beatles und Doors fanden mehrheitlich Anklang. Mich hat die Bass-Linie zu Beginn von „Riders On The Storm“ mit ihrer rhythmischen Präzision und kraftvollen Intensität nachhaltig beeindruckt. So gut wie über diese Kette habe ich den Song bisher nie gehört – und dieses Erlebnis war so präsent, dass ich Tage später im eigenen Hörraum die verschiedenen Mastering-Varianten bei Qobuz durchgehört habe, ohne dass eine davon über meine Anlage auch nur annähernd so faszinierend klang wie im Musikkens Hus. Weiter ging's dann nach einem Dinner im oberen Foyer mit Blick über das Wasser mit mehr Musik, aber diesmal nicht von der Konserve: Das Symphonieorchester Aalborg unter der Leitung von Joshua Weilerstein spielte im großen Konzertsaal Alexander vom Zemlinskys Die Seejungfrau und Brahms Symphonie Nr. 2. Eine rundum gelungene Präsentation.

Am nächsten Morgen stand dann ein Besuch im Firmengebäude der Audio Group Denmark auf dem Programm. Dort hatte ich Gelegenheit für ein kurzes Interview mit Michael Børresen, in dem es aber nicht um die beiden innovativen Produkte ging, sondern um technische Details der T5, die seit dem Herbst des letzten Jahres in meinem Hörraum steht. Danach zeigte mit der Entwickler noch verschiedene Muster der Membranen der M8 Gold Signature, ein Leergehäuse, einzelne Chassis und sein aktuelles Projekt: einen Plattenspieler mit Tonarm und System, von denen wir aber keine Fotos veröffentlichen dürfen, da die Premiere für die High End in Wien geplant ist. Bei Arm und System greift Michael Børresen auf bewährte Produkte anerkannter Hersteller zurück, die er aber an entscheidenden Stellen nach seinen Vorstellungen modifiziert. Das Laufwerk wird über ein horizontales Luftlager verfügen und lateral in einer speziell geformten Buchse mit magnetischem Öl geführt. Die ersten Höreindrücke waren jedenfalls enorm vielversprechend. Ein Test ist fest vereinbart.

In der Zwischenzeit hatte ein Team der Audio Group Denmark die Anlage aus dem Musikkens Hus in den firmeneigenen Hörraum gebracht und dort spielfertig eingerichtet. Nach der Vorführung für eine Besuchergruppe konnte ich die M8 Gold Signature mit den vier M-880 dann mit Auszügen einer eigenen Aufnahme, Schostakwitschs Symphonie Nr. 11 hören: Wirklich schade, dass die M8 Gold Signature beim besten Willen nicht in meinen Hörraum passt. Damit würde ich wirklich gern mal länger meine Musik genießen. Die andere Seite der Medaille: So bleibt allen Beigteiligten der Transport von 280 Kilogramm Endstufen und 650 Kilogramm Lautsprechern erspart…













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Herstellerangaben
M8 Gold Signature
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| Abmessungen (H/B/T) | 2217/640/ 824mm |
| Gewicht | 325kg |
| Frequenzgang | 20Hz - 50kHz |
| Übernahmefrequenz | Mittelbass/Hochtöner: 2.400Hz; Bass/Mittelbass & Hochtöner: Steuerung durch externe aktive Frequenzweiche (nicht im Lieferumfang enthalten) |
| Empfindlichkeit | 87dB/1W |
| Impedanz | 5 Ohm (Bassbereich), 8 Ohm (Mittelbass-/Hochtonbereich) |
| Empf. Verstärker | >100W (Bassbereich), >100W (Mittelbass-/Hochtonbereich) |
| Hochton-Chassis | 1 × Børresen RP94 Gold Signature Ribbon Planar Tweeter |
| Bass-/Mittelton-Chassis | 2 × Børresen IronFree5 Gold Signature |
| Bass-Chassis | 12 × Børresen IronFree8 Gold Signature |
| Oberfläche | Schwarzer Hochglanzlack mit Karbon-Details |
| Paarpreis | 1.000.000 Euro |
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Herstellerangaben
M-880
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|---|---|
| Abmessungen (H/B/T) | 794342/510mm |
| Gewicht | 70,0kg |
| Leistung | 1 × 400W bei 8 Ohm, 1 × 800W bei 4 Ohm |
| Verzerrungn (THD) | <0,007% (10W, 1kHz, 8 Ohm) |
| Rauschunterdrückung | 112 aktive GOLD-Teslaspulen, 112 aktive quadratische Teslaspulen, 8 Dither-Schaltungen, 12 Gold-Anti-Luftresonanzspulen |
| Leistungsaufnahme | <0,5W (Standby). 150W (Leerlauf) |
| Preis | 100.000 Euro (pro Stück) |
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Hersteller
Audio Group Denmark
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| Anschrift | Rebslagervej 4 DK-9000 Aalborg |
| Web | audiogroupdenmark.com |
Weiss Engineering (Schweiz) hat den beliebten DAC204 mit einem neuen DAC-Chip und einer Null-Ohm-Ausgangsstufe überarbeitet. Die neue Version erscheint künftig als DAC204-MK2 und verbindet technische Feinarbeit mit dem bewährten Bedien- und Funktionsumfang des Vorgängers.
Wesentliche Verbesserungen
Bestehende DAC204-Geräte können durch den Austausch der DAC-Platine und ein Software-Update auf den Stand DAC204-MK2 gebracht werden. Das Upgrade wird von autorisierten Distributoren oder Händlern durchgeführt. Bitte kontaktieren Sie Ihren Händler oder WOD Audio direkt für Informationen zu Preisen, Ablauf und Lieferzeiten. Die gleichen Verbesserungen und Upgrade-Möglichkeiten gelten auch für den DAC205.
„Mit dem ES9028PRO und der neuen Ausgangsstufe haben wir gezielt an den Stellschrauben gearbeitet, die den hörbaren Unterschied bringen — insbesondere bei realen, nicht idealen Quellen“, sagt Daniel Weiss. „Das Upgrade bietet Besitzern alter Geräte eine effiziente Möglichkeit, klanglich aufzurüsten, ohne ein neues Gerät kaufen zu müssen.“
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Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
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|---|---|
| Anschrift | Westendstr. 1a
61130 Nidderau |
| Telefon | +49 6187 900077 |
| info@wodaudio.de | |
| Web | www.wodaudio.de |
Die Qualität des Stromnetzes nimmt durch den Einsatz von Schaltnetzteilen, Energiesparlampen und Ethernet ab, was sich auf die Leistung von Audiosystemen auswirkt. Daher sollte man für empfindliche audiophile Anlagen einen geeigneten Netzfilter mit DC-Blocker zu verwenden. Ein Spitzen und Überspannungsschutz ist ebenfalls erforderlich.
Der X-Power ist ein Netzfilter mit einem Eingang und einem Ausgang im klassischen Musical Fidelity X-Profil. Er enthält drei Hauptblöcke:
Auf dem heutigen Markt findet man einen Netzfilter mit all diesen drei Elementen nur selten, insbesondere in dieser Preisklasse. Das Hauptgehäuse besteht aus einem einteiligen Aluminiumstrangpressprofil für besten Schutz vor elektromagnetischen Störungen. Die Vorderseite ist mit einer wunderschön gebürsteten Aluminiumfrontplatte verkleidet, und auf der Rückseite befinden sich hochwertige Ein- und Ausgangsbuchsen.
Spitzen und Überspannungsschutz
Überspannungsschutzgeräte schützen elektronischen Geräte vor Schäden durch Spannungsspitzen, sorgen für Sicherheit und ersparen möglicherweise kostspielige Reparaturen oder Ersatzanschaffungen. Das mehrstufige Design des X-Power umfasst zwei Überspannungsschutzstufen, eine am Anfang und eine ganz am Ende. Spannungsspitzen können durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden, darunter Blitzeinschläge, Schwankungen im Stromnetz oder plötzliche Änderungen der elektrischen Last. Der X-Power leitet überschüssige Spannung von den angeschlossenen Geräten ab und verhindert so, dass sie die wertvollen Audiogeräte erreicht und beschädigt.
EMI/RFI-Filter
Der Einsatz von EMI- (elektromagnetische Interferenz) und RFI- (Hochfrequenzinterferenz) Filtern dient dazu, unerwünschte elektromagnetische und hochfrequente Störungen zu unterdrücken, was zu saubereren und präziseren Audiosignalen führt. Dies kann dazu beitragen, die Audioqualität zu verbessern, Rauschen zu minimieren und Verzerrungen zu verhindern. Der X-Power verwendet einen maßgeschneiderten EMI-Filter, der aus zwei Gleichtaktdrosseln mit Gleichtakt- und Differenzmodenkondensatoren besteht, gefolgt von einer weiteren Stufe des Überspannungsschutzes. Durch die kontinuierliche Arbeit an den Filter hat Musical Fidelity erstaunliche Ergebnisse erzielt: Bereits bei 100 Kilohertz liegt die Dämpfung sehr nahe bei -60 Dezibel und ab 600 Kilohertz unter -70 Dezibel. Bei 1 Megahertz werden mehr als -80 Dezibel erreichen. Solche Werte sind absolut einzigartig.
DC-Blocker
In empfindlichen Audiosystemen ist es wichtig, unerwünschte Gleichstromverschiebungen (unerwünschte Gleichspannung oder -strom, die einem Wechselstromsignal überlagert sind) aus dem Wechselstromsignal zu entfernen. Gleichstromverschiebungen können Verzerrungen, Sättigungen oder andere unerwünschte Effekte in Audiosystemen verursachen, was wiederum zu Problemen bei der Übertragung von Audiosignalen führen kann. Der X-Power verwendet ein sorgfältig entwickeltes Netzwerk aus Dioden und Elektrolytkondensatoren, um Gleichstromkomponenten effektiv zu blockieren und gleichzeitig Wechselstromkomponenten durchzulassen. Selbst eine geringe Gleichspannung kann den Kern eines Leistungstransformators sättigen, was zu hörbaren mechanischen Vibrationen und einer Verringerung des Wirkungsgrads des Transformators führt. Es ist zu beachten, dass Gleichstromblocker nicht zur Standardausstattung aller Verstärker oder Vorverstärker gehören, um sicherzustellen, dass das Ausgangssignal frei von Gleichstromversatz ist. Dies macht den X-Power zu einer unverzichtbaren Ergänzung für jedes Audiosystem!
Ein- und Ausgänge
Eingang: IEC C14 10A Buchse
Ausgang: Schuko Buchse - auch verfügbar mit US, UK oder AUS Buchse
Spezifikationen
Eingangsspannung: AC 110-240V 50/60Hz
Nennbelastung: 10A
RFI Abschwächung: > 60dB @ 100kHz, > 80dB @ up 1MHz
DC-Blocker: bis zu 2V
Allgemeine Informationen
Maße (BxHxT): 108 x 105 x 274 mm
Gewicht: 2,29 kg netto / 2,58 kg in Verpackung
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Vertrieb
Audio Tuning Vertriebs GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Margaretenstraße 98 1050 Vienna/Austria |
| Headquarter | Wirtschaftspark A5 Wilfersdorf Analogweg 1 2130 Mistelbach/Austria |