Donnerstag, 29 Oktober 2026 00:56

TAD präsentiert den TAD-A1000

Technical Audio Devices Laboratories, Inc. (TAD) präsentiert den TAD-A1000D als jüngste Ergänzung seiner Evolution-Serie. Der neue Vollverstärker verbindet die sorgfältig entwickelte Verstärkerschaltung des bewährten A1000 mit TADs proprietären Technologien zur digitalen Signalverarbeitung und D/A-Wandlung.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-29_tad_TAD-A1000D-scene.jpg

„Der Vollverstärker A1000D ergänzt den weiterhin erhältlichen A1000 um eine zusätzliche, attraktive Ausstattungsvariante. Gemeinsam mit der Kombination aus C1000 Vorverstärker und M1000TX Endverstärker bietet die Evolution-Serie damit flexible Optionen, einen TAD-Verstärker zum Herzstück des eigenen Audiosystems zu machen: als konsequent für analoge Quellen ausgelegter Vollverstärker, als integrierte Lösung für analoge und digitale Quellen oder als separate Vor- und Endverstärkerkombination“, erklärt Jürgen Timm, Consultant to the CEO bei Technical Audio Devices Laboratories.

Im Mittelpunkt des A1000D steht das neue Digital Main Board. Es führt vier digitale Eingänge, eine hochpräzise Masterclock und eine auf Signalreinheit ausgelegte D/A-Wandlung zusammen. Dabei reicht der Entwicklungsanspruch über die Unterstützung hochauflösender Formate hinaus: Die TAD- Ingenieure stimmen Taktgebung, Datenübertragung und die anschließende analoge Signalaufbereitung gezielt aufeinander ab, um feine musikalische Details, dynamische Abstufungen und räumliche Informationen zu bewahren. Ein symmetrischer, ein koaxialer und ein optischer Digitaleingang sowie eine USB-Schnittstelle ermöglichen die Einbindung verschiedener Digitalquellen. Über den symmetrischen und koaxialen Eingang verarbeitet der A1000D PCM-Abtastraten bis 192 Kilohertz, über den optischen Eingang bis 96 Kilohertz. USB unterstützt PCM-Signale bis 384 Kilohertz sowie DSD64, DSD128 und DSD256 mit bis zu 11,2 Megahertz. So lassen sich beispielsweise kompatible Netzwerktransporter, CD/SACD-Laufwerke sowie Computer direkt mit dem Verstärker verbinden.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-29_tad_TAD-A1000D-silver.jpg

Für die präzise Taktgebung kommt der hauseigene Ultra-High-Precision Crystal Generator (UPCG) der dritten Generation zum Einsatz. Diese Technologie wurde ursprünglich für den CD/SACD-Spieler D700 der Reference-Serie entwickelt und zeichnet sich durch ein besonders hohes Träger-Rausch-Verhältnis (C/N – carrier-to-noise) aus. Die Abwesenheit von Rauschanteilen im Signal garantiert einen besonders „schwarzen“ Hintergrund der akustischen Bühne und somit die Darstellung feinster musikalischer Details. Der TAD-eigene Oszillator verwendet einen SC-Cut-Quarz zur Reduzierung des Phasenrauschens. Seine Auslegung minimiert zudem temperaturbedingte Frequenzabweichungen bei Raumtemperatur und vermeidet effizient thermische Einflüsse. Die dauerhaft stabile Taktbasis schafft eine wesentliche Voraussetzung für eine fließende, dynamische Musikwiedergabe mit präziser räumlicher Darstellung.

Die von TAD entwickelte asynchrone USB-Schaltung reduziert Verzögerungen bei der Signalverarbeitung im FPGA (Field Programmable Gate Array). Dadurch werden Verzerrungen bei sehr niedrigen Signalpegeln minimiert – ein wichtiger Aspekt bei der Wiedergabe leiser Details und fein ausklingender Töne. Im Zusammenspiel mit dem UPCG ermöglicht die USB-Schnittstelle eine hochpräzise Verarbeitung von HiRes-Audio PCM- und DSD-Signalen bis hin zu DSD256.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-29_tad_TAD-A1000D-black.jpg

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Übergang vom digitalen zum analogen Signal. In der Strom-Spannungs-Wandlung, der sogenannten I/V-Stufe, setzt TAD einen eigenen Verstärker mit Stromgegenkopplung ein. Dieser führt den Ausgangsstrom der D/A-Wandler direkt in die Gegenkopplung zurück und ermöglicht dadurch eine vereinfachte, auf hohe Signalreinheit ausgelegte Schaltung. Die Konstruktion verbindet eine niedrige Impedanz mit hoher Unempfindlichkeit gegenüber Störeinflüssen und leitet das gewandelte Signal an die Vorverstärkerstufe weiter. Nichtmagnetische Kohleschichtwiderstände in der I/V-Gegenkopplung sowie sorgfältig selektierte und paarweise abgeglichene FETs unterstreichen den hohen Bauteilaufwand. Auch die Integration in das Gesamtkonzept des A1000D folgt diesem Anspruch: Digitale Eingangsstufe, Vorverstärker und Endverstärker verfügen über getrennte Massepunkte. Innerhalb des Gehäuses ist die digitale Eingangsstufe in einer eigenen Kammer untergebracht.

Der A1000D übernimmt die Verstärkerarchitektur des A1000. Die BTL-Schaltung (Bridge-Tied Load) verbindet pro Kanal zwei Verstärker in einer symmetrischen Konfiguration. Der Aufbau ist auf größtmögliche Symmetrie zwischen positiven und negativen Signalpfaden sowie zwischen linkem und rechtem Kanal ausgelegt – bis hin zu Leiterbahnführung und Kabellängen. Separate Transformatorwicklungen sowie Gleichrichtungs-, Glättungs- und Stabilisierungsschaltungen für jeden Kanal unterstützen diese konsequente Auslegung. Ein leistungsfähiger Ringkerntransformator und vier speziell für TAD entwickelte Siebkondensatoren mit jeweils 33.000 Mikrofarad stellen eine souveräne Energieversorgung sicher. In der Vorverstärkerstufe arbeitet ein einstufiger Verstärker mit Stromgegenkopplung, dessen Technologie ursprünglich für Vorverstärker der Reference-Serie entwickelt wurde. Sorgfältig aufeinander abgestimmte FET-Paare verbessern die Stabilität der Schaltung. Die elektronische Lautstärkeregelung mit geschaltetem Widerstandsnetzwerk ermöglicht eine präzise Pegelanpassung.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-29_tad_TAD-A1000D-rear-panel.jpg

Das Gehäuse unterteilt Vorverstärker, Endverstärker, Transformator, Steuerschaltung und digitale Eingangsstufe in fünf separate Kammern. Die Stromversorgung ist zusätzlich mechanisch und elektrisch abgeschirmt. Drei Gerätefüße mit innenliegenden, umgekehrten Spikes reduzieren die Übertragung äußerer Schwingungen auf das Chassis. Der zentral angeordnete Lautstärkeregler läuft auf hochpräzisen Kugellagern und verbindet feinfühlige Bedienung mit der klaren, symmetrischen Gestaltung der Evolution-Serie. Groß dimensionierte Lautsprecheranschlüsse nach dem Vorbild der Reference-Endverstärker sorgen für eine stabile Verbindung zu den Lautsprecherkabeln.

Mit dem A1000D erweitert TAD die Wahlmöglichkeiten innerhalb der Evolution-Serie. Der bewährte A1000 bleibt die Lösung für Musikliebhaber, die ausschließlich analoge Quellen nutzen möchten. Der neue A1000D ergänzt dieses Konzept um eine integrierte digitale Signalverarbeitung und D/A- Wandlung. Die Kombination aus C1000 und M1000TX wiederum bietet separate Vor- und Endverstärker für komplexer aufgebaute Anlagen mit Erweiterungsoptionen. Gemeinsam ist allen drei Konzepten der Anspruch von TAD, Musik mit natürlicher Ausdruckskraft, präziser Abbildung und souveräner Dynamik wiederzugeben.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-29_tad_TAD-A1000D-insideview-with-DAC.jpg

Der neue Vollverstärker TAD-A1000D ist ab Dezember 2026 bei ausgewählten, qualifizierten Fachhandelspartnern zum Preis von 33.000 Euro verfügbar. Die rein analog ausgestattete Variante TAD-A1000 ist weiterhin zum Preis von 26.000 Euro erhältlich. TAD empfiehlt als Spielpartner den SACD/CD-Spieler TAD-D1000TX und als ideale Ergänzung Lautsprecher der Evolution-Serie wie die TAD-E1AX oder kompakte Monitore wie die TAD-CE1TX oder TAD-ME1TX.

Herstellerangaben
TAD-A1000D
  • Ausgangsleistung 250W an 1kHz, 4 Ohm, pro Kanal
  • Klirrfaktor Weniger als 0.05% (1kHz, 4 Ohm, 125)
  • Signal-Rausch-Abstand mindestens 100dB
  • Frequenzgang 10Hz bis 50kHz (+0dB / -3 B)
  • Verstärkung 41.5dB
  • Analoge Eingänge 3x Balanced XLR (100kOhm), 2x Unbalanced Cinch (50kOhm)
  • Digitale Eingänge je 1x Balanced XLR, Unbalanced RCA, Optisch TosLink, USB-B
  • Abtastraten (sym./koax.) 44,1kHz bis 192kHz
  • Abtastraten (opt.) 44,1kHz bis 96kHz
  • Abtastraten (USB) PCM 44,1kHz bis 384kHz / DSD64, DSD128, DSD256
  • Leistungsaufnahme 130W (standby weniger als 0,5W)
  • Abmessungen (B/H/T) 440/200/553mm
  • Gewicht 29kg

Hersteller
Technical Audio Devices Laboratories, Inc.
Ansprechpartner Jürgen Timm
E-Mail contact@tad-europe.com
Web www.technicalaudiodevices.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-10-29_tad
Sonntag, 29 Oktober 2006 01:35

Technical Audio Devices Laboratories

Hersteller
Technical Audio Devices Laboratories, Inc.
Ansprechpartner Jürgen Timm
E-Mail contact@tad-europe.com
Web www.technicalaudiodevices.com

Im dritten Teil des Messerberichts stelle ich ihnen einige weitere ausgesuchte Produkte in Wort und Bild vor. Wie üblich bei der Audio Video Show habe ich mich auf Neuheiten und vor allem auf Hersteller konzentriert, die in Deutschland selten oder gar nicht zu sehen sind.

 

JL Audio, üblicherweise für Subwoofer bekannt, zeigte auf der AVS die Europapremiere ihres Primacy Systems. Es umfasst den Standlautsprecher T6 (110.000 Euro) und einen Kompaktlautsprecher S3 (75.000 Euro). Die gesamte Elektronik inklusive der Treiber und der aufwendigen Aluminiumgehäuse wurden von JL selbst entwickelt. Mit dem neuen System möchte man gleichermaßen Audiophile und Designästheten ansprechen. Deshalb sind die Seitenpanele der Lautsprecher abnehmbar und individuell gestaltbar. So kann der Lautsprecher nahtlos ins exklusive Sommerhaus, das Penthouse, selbst das Office integriert werden. Der Bassreflexport ist nach unten ausgerichtet, voll in das Gehäusedesign integriert und resonanzoptimiert. Die Möglichkeit, den Lautsprecher einfach aufzuklappen, um einen Service durchzuführen ist durchaus eindrucksvoll, auch wenn JL weder im fünfjährigen Garantiezeitraum noch danach mit der Notwendigkeit rechnet. Außerdem zeigt der offene T6 wie sauber JL in der Konzeption gearbeitet hat. Nutzt man die Lautsprecher gemeinsam mit einem CS Centerpiece, kann das System mit dem von JL entwickelten Messalgorithmus P.A.R.O. (Primacy Automatic Room Optimization) an den Raum angepasst werden. Dabei werden über 100 Parameter beachtet. Diese sollen vom Nutzer auf Wunsch sogar einsehbar sein. Es können mehrere Presets hinterlegt werden, so dass die Lautsprecher beispielsweise sowohl auf den Lieblingssessel als auch auf die gesamte Sofalandschaft für das gemeinsame Hören eingemessen werden können. Natürlich ist eine Subwoofer-Erweiterung möglich. Im Gegensatz zu anderen Einmesssystemen kann P.A.R.O. jeden einzelnen Treiber der Lautsprecher optimieren. Die Verbindung zwischen Centerpiece und Lautsprecher erfolgt über den im Pro-Audio-Bereich weitverbreiteten Verbindungsstandard Dante.

 

Albedo, BennyAudio, Faber’sCables, Mytek, Music Tools, Soul Note und Supreme Acoustic Systems stellten gemeinsam in der besonderen Atmosphäre der Bar des Golden Tulip aus und luden zu einer der ersten Pressekonferenzen der Show. Dirk Sommer zeigte sich besonders vom BennyAudio Explore Odyssey Plattenspieler begeistert. Sein dreiteiliger Sockel besteht aus Aluminium und POM, einem besonders festen und harten Kunststoff. Der eigentliche Teller ist ebenfalls eine Dreifachkonstruktion. Der obere Delrin-Teller wiegt 4,1 Kilogramm. Der mittlere und der untere Teller sind aus rostfreiem Stahl gefertigt und wiegen 10,1 und 3,3 Kilogramm. Gemeinsam bringt nur der Teller ein Gewicht von 17,5 Kilogramm auf die Waage. Das Hauptlager ist Öl-geschmiert. Der bürstenlose Gleichstrommotor wird open-loop geregelt. Wow und Flutter soll unter Idealbedingungen mit einem shaknspin gemessen laut DIN bei 0,002 und in WRMS bei 0,000 liegen.

 


Mit Piotr Gałkowski habe ich mich eine Weile über seine Divine Acoustics Racks, Gerätefüße und Basen unterhalten. Die Grundlegende Philosophie basiert auf der Synergie verschiedener Materialien. Es kommen unter anderem Kohlefaser, Keramik, Gold, Silber, Rubine, Diamanten und Holz zum Einsatz. Die Galileo Lautsprecher- und Gerätefüße (3er-Set 1.200 Euro) werden durch diesen Ansatz sogar einstellbar. Durch Rotation verändert sich ihre Höhe und damit die Abstände der verschiedenen Materialien zueinander. Das gemeinsame Resonanzverhalten wird beeinflusst. Die Kopfplatte ist drehbar gelagert. So kann ein Feintuning im verbauten Zustand vorgenommen werden. Die Cassini-Basis geht noch einen Schritt weiter. Sie ruht auf Galileo-Füßen und nutzt in ihrem Inneren Teile der auch einzeln erhältlichen Kepler Evolution Füße, um die Basis in jedweder Hinsicht auf ihr Resonanzverhalten zu optimieren. Die Hauptauflagefläche aus Kohlefaser wird in einem speziellen Verfahren gefertigt. Es war Piotr wichtig, so wenig Verbundharz wie möglich zu nutzen, um die natürlichen Resonanzeigenschaften der Kohlefaser zu erhalten. Die neuen Newton Diamond (3er-Set 1.330 Euro) stellen den Höhepunkt Evolution von Divine Acoustics dar. Sie kommen auch gemeinsam mit der Gravity-Basis (2.100 Euro) zum Einsatz. Aus einzelnen Basen kann dann wiederum ein gesamtes Racksystem geschaffen werden. Basierend auf den Cassini-Basen baut das Mars-Racksystem auf, die Rackserie mit Gravity-Basen wurde Venus getauft. Die Rack-Elemente sind dabei in verschiedenen Höhen erhältlich und können variabel zusammengestellt werden. Dank der Galileo/Newton Diamond-Füße der Basen kann jede Ebene genau an das jeweilige Gerät angepasst werden.

 

Velikinac und Tomotron sind zwei wunderbare Beispiele für Marken, die ohne die AVS vollkommen unentdeckt blieben. Die FakirONE (38.000 Euro) Hornlautsprecher wurden an Aries Cerat Elektronik vorgeführt. Die Frontabdeckung der DifferoNEO Regallautsprecher ist nicht nur ungewöhnlich schön, sondern fungiert als Diffusor. Mit Tomotron treffe ich auf ein Unternehmen, das von Nikola Jerkovi und seinem Vater betrieben wird. Die gesamte Entwicklung stemmt Nikola überwiegend selbst. Dazu gehört auch das Schreiben der Software für den Streamer (etwa 13.000 Euro) und die runde Fernbedienung des Pre-Amps (7.000 Euro). Zusammen mit der Endstufe (8.000 Euro) soll das Portfolio gegen Ende des Jahres fertig entwickelt sein. Der Detailgrad in Fertigung, Software und Bedienbarkeit ist enorm hoch und ich bin gespannt, wie sich die sehr junge Marke in den nächsten Jahren am Markt positionieren wird.

 

MOREaudio zeigte den neuen Vollverstärker CS200. Anhand der einzelnen Sektionen lässt sich der Aufbau mit feinsten Komponenten nachvollziehen. Die Vorstufe basiert auf Lundahl-Übertragern. Die Lautstärkeregelung wird über ein L-PAD-Attenuator geregelt. Ein FPGA sorgt dafür, dass beim Regeln keine Knackser entstehen können. Die Endstufe ist ohne generelles und nur mit lokalem Feedback konstruiert. Sie verwendet einen Miflex-Kondensator und vier Transistoren bei einer Verstärkung von 32 Dezibel. Die Siebkondensatoren des Netzteils werden aus einem 300-VA-Trafo gespeist. Zusätzlich wird ein separater Standby-Trafo eingesetzt. Der Verstärker kostet umgerechnet etwa 7.900 Euro.

 

Ars Sonum aus Spanien entwickelt seit 26 Jahren Röhren-Elektronik. Mit dem Canon zeigten sie ihren ersten Lautsprecher. Die ungewöhnliche Anordnung aus vier recht kleinen Tiefmitteltönern um einen Hochtöner nennt Ars Sonum Symmetrical Beam Radiation. Es ist ein hochspannendes Konzept. Dank des geringem Treiberdurchmessers soll eine besonders gute Ansprache auch bei kleinen Impulsen erreicht werden. Außerdem dürfte die Mittenwiedergabe ebenfalls vom geringen Treiberdurchmesser profitieren. Dementsprechend ist nicht weiter verwunderlich, dass mit einem Filter 1. Ordnung getrennt wird. Der -3-Dezibel-Punkt soll bei 35 Hertz liegen. Dank der hohen Empfindlichkeit von 94 Dezibel pro Watt und Meter und einem gutmütigen Impedanzverlauf eignet sich der Lautsprecher ideal für den Betrieb an Röhrentechnik.


 

Den Geräten von Toneart aus Österreich liegt eine besondere Überlegung zugrunde: Mikroschwingungen in Bauteilen und aufeinander wirkende mechanische Resonanzen werden in Audioschaltkreisen oft nicht hinreichend beachtet. Gehen sie beispielsweise von einem Kondensator aus, werden sie über seine Anschlussbeinchen übertragen. Deshalb werden bei Toneart alle Komponenten so modifiziert, dass sie möglichst fest mit Aluminiumbauteilen verbunden sind und so wenig wie möglich schwingen. Dies gilt auch für ganze Platinen. Die Verbindung zwischen den individuell gekapselten Baugruppen wird dann wiederum über flexible Kabel hergestellt, damit auch hier keinen Schwingungen übertragen werden können. Toneart hat sich extra einen eigene Verseilung designen lassen, in die so wenig wie möglich Lötzinn eindringt. Denn dieser würde wiederum zu einer Verhärtung und mechanischer Kopplung führen. Der Revelation 2 Plattenspieler ist samt Motorsteuerung ab 15.000 Euro erhältlich. Die drei Mal pro Umdrehung messende Regelung kann angepasst werden und soll je nach Eingriffsstärke eine dynamischere, harmonischere oder unbeeinflusste Wiedergabe ermöglichen. Der Revelation1 Pre war im Prototypenstatus zu sehen und soll so wie die bereits erhältliche Revelation 1 Endstufe etwa 50.000 Euro kosten. Der RIII Phono-Preamp ist bereits für 990 Euro erhältlich. Mit Voodoolounge wurde außerdem eine Produktlinie aus „Voodoo Cups“ ins Leben gerufen. Sie sollen im Hörraum oder auf Geräten platziert zu Klangverbesserungen führen. Der Name wurde mit großer Selbstreflexion gewählt und verrät, dass wohl jeder selbst entscheiden muss, ob er seine Anlage auf diese Art und Weise „optimieren“ möchte. Ich jedenfalls musste dem Team gestehen, dass ein Voodoo Cup bei mir eher nicht an der richtigen Adresse sei. Nichtsdestotrotz, der Klang der Vorführung war zweifelsohne gelungen.

 

Das Markenportfolio des polnischen Vertriebs Bare Baffle wächst weiter. Die Showpräsentation gestalteten sie diese Mal gemeinsam mit Auer. Wenn ich mich recht erinnere, war es das erste Mal, dass ich eine Auer auch in einem kleinen Hörraum hören konnte. Die Versura V2 (34.500 Euro) absolvierte diese Disziplin mit Bravour. Besonders spannend fand ich den CelAudio HiFi Router NR6. Der Router basiert nicht auf einem für die Audiowiedergabe angepassten, üblichen Industrierouter, sondern wurde von Grund auf für den Betrieb in einer Audiokette entwickelt. Jede Platine konnte also so spezifiziert werden, dass keine DC/DC-Wandlung nötig ist. Das lineare Netzteil versorgt jeden Schaltkreis genau mit der benötigten Spannung. Die untere Platine verbindet zum WAN und trennt die Daten dann logisch sauber in einen Ausgang, an dem ein normaler WiFi-Router für Smartphones und andere Geräte im Alltagsgebrauch angeschlossen werden kann und das dedizierte Audionetzwerk auf der oberen Platine. Diese Audio-Platine kann ein eigenes WiFi-Netz aufbauen und verfügt über einen Clock-Eingang. Das Gerät kostet 2.400 Euro.

 

Auch diesen Teil meines Showberichts möchte ich wieder mit einer besonders herausragenden Präsentation beenden. Der ursympathische Jonas Räntilä von Perfect8 Technologies feierte die Europapremiere des The Cube-T-Lautsprechers. Ich wurde zunächst angelockt von dem ungewöhnlichen Konzept und der Optik der Lautsprecher und blieb für den fantastischen Klang. Wie alle Lautsprecher von Perfect8 vertraut der Cube-T auf ein Gehäuse aus Glas und verzichtet vollständig auf Dämpfungsmaterialien. Durch die gegenüber angeordneten aktiven Langhub-Bässe ist das Gehäuse vollständig impulskompensiert. Die gesamte Konzeption wurde von Anfang bis Ende durchdacht. Das Abstrahlverhalten des Lautsprechers ist dank der beidseitig angeordneten Mitteltöner bis etwa 700 Hertz omnidirektional. Die Bündelung des Hochtöners wird durch sein Waveguide reduziert und so bleibt der Lautsprecher auch oberhalb von 1,2 Kilohertz noch recht breit abstrahlend. Die Übergang zwischen Mittel- und Hochtöner liegt bei ungewöhnlich niedrigen 900 Hertz. Dort soll er am wenigsten hörbar sein. Tatsächlich resultierte diese Charakteristik in dem für den Lautsprecher vermeintlich viel zu kleinen Hotelraum in einer sehr natürlichen, offenen Bühnendarstellung. Jonas gab verschiedenen Einspielungen von „Das Phantom der Oper“ zum Besten. Obwohl er recht laut vorführte, blieb die Wiedergabe geschmeidig und angenehm. Dass die Cube-T im Raum weit unter 20 Hertz spielen können sollen, glaubte ich sofort: Derart druckvoll und impulsiv und vor allem, ohne andere Frequenzbereiche zu übertönen, fiel der Bass in kaum einem anderen Raum aus. Mit 60.000 Euro kostet diese Leistung allerdings auch den entsprechenden Preis. Der gerade erst auf der High End vorgestellte Thrax Ares Mk3 Vollverstärker (etwa 20.000 Euro) war am Gesamtergebnis sicher nicht unbeteiligt.

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/26-10-28_avs

Jedes Jahr aufs Neue habe ich den Eindruck, dass die Audio Video Show nochmals besser besucht ist als im Vorjahr. Während das neu erschlossene zweite Stockwerk der Ostseite des Stadiums im letzten Jahr noch etwas steril und vom Publikum übersehen wirkte, wurde es dieses Jahr vollumfänglich angenommen.

Auch das Interesse an den besonders teuren und großen Systemen erschien mir lebhafter als noch im letzten Jahr. Besonders mit der Acapella Sphäron Excalibur wollten sich viele Gäste fotografiert wissen. Überhaupt bewies das polnische Publikum wieder eine besondere Leidenschaft für das Thema Audio. Natürlich waren auch in den letzten Jahren deutsche Marken vertreten, aber dieses Jahr nehme ich eine nochmals größere Anwesenheit auch von deutschen Entwicklern und Firmenchefs war. Nicht nur ihre polnischen Vertriebe sind anwesend. Das Interesse beschränkt sich folglich nicht nur auf das Publikum. Gleich im zweiten Teil des diesjährigen Messberichts möchte ich Ihnen einige Highlights im Detail näherbringen. Wie üblich bieten die drei Tage der Messe nicht die Gelegenheit, mit jedem Entwickler sprechen zu können. Deshalb wechseln sich technische Details, eigene Eindrücke und eine reine Vorstellung von spannenden Komponenten ab.

 

Nicht selten passiert es leider, dass Vorführungen besonders teurer, aufwendiger Systeme neben ihrer schieren Größe, ihrem Status und ihrem Preis nicht sonderlich beeindrucken. Die Premiere der ersten spielenden Wilson Audio Autobiography in Europa allerdings beeindruckte dermaßen, dass ich, würde mein Konto mich zum potenziellen Kunden machen, nach der Präsentation den Kaufvertrag für das gesamte System unterschrieben hätte. Die größte, aufwendigste Wilson hat Daryl Wilson gewissermaßen dem Lebenswerk seines verstorbenen Vaters gewidmet. Ein Front-Firing- und ein Rear-Firing-Tweeter, zwei 2-Zoll Hochmitteltöner, zwei 7-Zoll Tiefmitteltöner, ein 12- und ein 15-Zoll Tieftöner machen in Summe 8 Treiber in einzelnen optimierten Gehäusen. Die Autobiography soll bis 18 Hertz tief spielen und kostet knapp eine Million Euro. Maßgeblich für das besondere Hörerlebnis war allerdings die Elektronik und Showbetreuung von Ubiqaudiolab aus Slowenien verantwortlich. Im Gespräch mit Ubiq Mastermind Igor Kante wurde mir schnell klar weshalb: dieser Mann lebt Leidenschaft und Perfektion für das Audioerlebnis. Kein Wunder, dass Igor Akrapovič, bekannter Produzent von high-end Auspuffanlagen und selbst Audioliebhaber, Ubiqaudiolab in seine Unternehmensgruppe aufgenommen hat. Dass er auf der Messe persönlich anwesend war, zeigt wie euphorisch er hinter dem Projekt steht. Die Endstufen Ubicube 700, 400 und 200 (190.000, 130.000 und 90.000 Euro Paarpreis) sind alle als bridged Mono-Verstärker konzipiert, da sich dieses Konzept als klanglich überlegen erwiesen haben soll. Sie alle teilen dieselbe Sorgfalt und extrem hochwertige Komponenten von Duelund, Jupiter und Mundorf. Beispielsweise wurden für die PCBs eigene Steckverbindungen aus silberbeschichtetem Kupfertellurid entwickelt. In der Nähe des Fußes ist ein im ausgeschalteten Zustand unsichtbares VU-Meter eingelassen. Das Gehäuse des Ubicube 700 wird aus einem 180 Kilogramm schweren Aluminiumblock gefräst. Insgesamt besticht das Design durch seine Ausdrucksstärke und Kraft. Der Ubiquitous 300B Preamp schließt an diese schlichte Eleganz an. Ein einziger zentraler Drehregler mit dezent eingelassener LED schmückt die Front. Als Poti kommt ein ALPS RK501 zum Einsatz. Die Motorisation wurde von ubiqaudiolabs selbst entwickelt und regelt in 330 Schritten zu je 0,3 Dezibel. Die Komponenten von ubiqaudiolabs werden in den Firmeneigenen Hörräumen in Slowenien an Wilson Audio Autobiography und Chronosonic XVX, Magico M9, M7, und M3, Marten Coltrane Supreme Extreme und Coltrane Quintet Extreme Statement Edition und Living Voice Vox Palladian feinabgestimmt. Ein kaum vorstellbares Markenportfolio – auch im Raum auf der AVS. Das Setup wurde unter anderem durch dCS Varèse, Oladra, Finite Elemente Pagode, Döhmann Helix One mit Reed Arm und dem Magnum Opus von Transparent vervollständigt. In dieser Präsentation wurde jedes einzelne Detail bedacht, bis hin zur Schokolade im Ubiqaudiolab-Verstärkerdesign. Das Logo der Marke spiegelt den Drachen aus dem Wappen der Herkunftsstadt Ljubljana wider. Selbstverständlich sind die Logos auf dem Stand aus Titan und Kupfer gefertigt und wurden mit einer Spezialbeschichtung aus dem Hause Akrapovič haltbar gemacht. Die Umsetzung des akustisch vollkommen optimierten Messerraums selbst hat einen sechsstelligen Betrag verschlungen. Spätestens als das Licht perfekt synchronisiert zum Musikbeginn heruntergedimmt wird und die weite, holografische und mühelos authentische Musikabbildung der Autobiography Gänsehaut erzeugt, hat sich der Aufwand gelohnt. Eine dem Preis der Anlage durchweg angemessene Präsentation, die auf diese Art kaum zu übertreffen ist.

 

Allein optisch ist die 900.000 Euro teure Acapella Audio Arts Sphäron Excalibur gewaltig. Ich habe Richard Rudolph, Geschäftsführer von Acapella gebeten, für einen Größenvergleich zu posieren. Wer ihn kennt weiß, dass Richard alles andere als klein ist, und dennoch wird er von der Excalibur mk7 überragt. Überragend fiel auch die Wiedergabe von großorchestralen Werken aus, die der Lautsprecher gemeinsam mit der Energèia Elektronik lebensecht in den Raum projizierte. Vier 18-Zoll Bässe, ein 8-Zoll Tiefmitteltöner, ein 2-Zoll Mitteltöner und der legendäre Ionenhochtöner bringen samt Gehäuse 800 Kilogramm pro Seite auf die Waage. Das System spielt bei einer Empfindlichkeit von 100 Dezibel und bis unter 20 Hertz. Gemeinsam mit einem Pink Faun, MSB The Cascade DAC und der ZenSati #X Verkabelung eine außergewöhnliche Präsentation, die zu Recht eine große Aufmerksamkeit der Besucher genoss.


 

Die Jahre vor der Vorpremiere des BROEN Streamers auf der letzten Audio Video Show waren bei Ferrum nach der Veröffentlichung von Hybridnetzteil HYPSOS (Teil 1 und Teil2), Kopfhörerverstärker OOR Wandler/Kopfhörerverstärker-Kombi ERCO (inzwischen als Gen2), WANDLA und WANDLA HP etwas ruhiger. Dieses Jahr folgte mit dem WANDLA Gen2 der nächste große Schritt. Ein guter Grund, sich mit VP & Chief R&D Engineer Paweł Gorgoń zusammenzusetzen und im Detail über WANDLA Gen2 zu sprechen. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, auf Audiomessen direkt mit Entwicklern ins Gespräch zu kommen, dennoch ist die Gelegenheit, ungestört für eine Stunde in Details einsteigen zu können, selten.

Paweł ist sichtlich stolz auf die mit der zweiten Generation gemachten Verbesserungen. Äußerlich sehen Gen1 und Gen2 nahezu identisch aus. Einzig die Wiederkehr einer USB-B-Schnittstelle auf der Rückseite zeugt von einer Überarbeitung. Die USB-C-Verbindung des WANDLA Gen1 steht einer USB-B-Schnittstelle technisch in nichts nach. Jedoch besitzen viele Audiophile bereits ein oder mehrere hochwertige USB-B-Kabel, der Wunsch nach einer Weiterverwendbarkeit war groß und wurde jetzt erfüllt. Für den Betrieb am Smartphone, Tablet oder modernen Notebook mit USB-C-Ausgängen steht natürlich zusätzlich nach wie vor die deutlich praktischere USB-C-Schnittstelle zur Verfügung.

Die nächste Verbesserung ist haptischer Natur. Eine hochpräzise prozessorgesteuerte analoge Lautstärkeregelung ist ein Aushängeschild des WANDLA. Bisher wurde zur Steuerung ein Encoder genutzt, der bauartbedingt immer ein leicht wackeliges Bediengefühl hinterließ. Die Lösung ist genial wie einfach. Der neue WANDLA verwendet ein unendliches Potentiometer. Es wurde ein zusätzlicher Microcontroller in seiner unmittelbaren Nähe platziert, der mit einer sehr hohen Genauigkeit (etwas mehr als 1°) die Position des Potis auflösen kann. So wird diese Rechenleistung vom Hauptrechenkern SERCE ferngehalten. SERCE muss lediglich die übermittelte Position interpretieren. Das haptische Feedback des Potis verleiht dem neuen WANDLA einen im wahrsten Sinne des Wortes High-end-Touch. Dank seiner unendlichen Rotation bleibt eine Fernbedienbarkeit der Lautstärke möglich und es ist vor allem kein Stellmotor notwendig. Das Poti selbst wird folglich überhaupt nicht zur eigentlichen Lautstärkeregelung genutzt, es agiert wie ein Encoder, gibt nur Daten weiter und die eigentlich Lautstärkeregelung findet nach wie vor im prozessorgesteuerten Analogschaltkreis statt. Einen Umstand, den ich auch in Bezug auf den Ur-WANDLA nochmals hervorheben und loben möchte. Oft erlebe ich es, dass Lautstärkeregelungen für mich nicht wirklich effektiv nutzbar sind. In den meisten Fällen ist das meiner Endstufe geschuldet, die gleichzeitig eine niedrige Eingangsspannung fordert und einen recht hohen Verstärkungsfaktor bietet. Dementsprechend sind viel Lautstärkeregelungen für mich im unteren Bereich oft viel zu laut und nicht fein genug aufgelöst. Bei einigen Geräten kommt dann noch der kaum zu vermeidende Ungleichlauf eines analogen Potis hinzu. Schon WANDLA Gen1 hat all diese Probleme trotz seines ungewöhnlich hohen Ausgangspegels nicht gemacht. Bei Gen2 soll der maximale Ausgangspegel unabhängig von der Lautstärkeregelung analog anpassbar sein.

Das Thema Lautstärkeregelung wurde aber auch im inneren des WANDLA Gen2 weiter optimiert und basiert auf einem vollkommen neuen Schaltkreis. Paweł ist davon überzeugt, dass die Lautstärkeregelung dem neuen und ebenfalls nochmals leicht besseren DAC-Chip ESS9039S jetzt ebenbürtig und absolut transparent ist. Zwischen Messungen mit aktiver und umgangener Lautstärkeregelung bestehen keine Unterschiede in THD und Intermodulationsverzerrungen. Bei einem Umgehen der Lautstärkeregelung wird diese übrigens nicht einfach nur auf 100 Prozent gesetzt, sondern gänzlich per Relais aus der Schaltung genommen. Die durch die neue Schaltung erreichte Verbesserung der Lautstärkeregelung schätzt Paweł sogar als noch relevanter ein als die Verbesserungen durch den neuen DAC-Chip. Auch die Ausgangssektion wurde überarbeitet. Die bereits sehr transparent agierenden OP-Amps des Ur-WANDLA konnten in ungünstigen Kabel/Endgerät-Kombinationen nicht in ihrem Optimalbereich arbeiten. Zusätzliche in die Schaltung integrierte Buffer sorgen bei der Gen2 dafür, dass die OP-Amps in Zukunft auch in schwierigen Konstellationen an ihrem Optimum betrieben werden.


Die AES (Audio Engineering Society) legt eigentlich unmissverständlich fest, dass die XLR-Masse aufs Gehäuse gelegt werden soll. Da sich nicht alle Hersteller daran halten und zwangsläufig immer wieder Brummschleifen auftreten, verfügt der neue WANDLA über einen Ground-Loop-Breaker. Natürlich ist das kein schnöder Jumper, sondern die Einstellung kann im Menü vorgenommen werden und der WANDLA erledigt den Rest prozessorgesteuert. Abschließend wurde die Netzteilsektion weiter überarbeitet und der Gen2 die neue Ferrum Double Shielded Clock spendiert. Auch auf dem SERCE-Verwaltungsboard kommen nochmals leistungsfähigere Clocks zum Einsatz und der Speicher wurde leicht erhöht, um auch asiatische Sprachen auf dem Display zu unterstützen. Der MQA-Support wird eingestellt.

Eine weitere Veränderung betrifft das Betriebssystem des WANDLA. Es wird als FerrOS stärker aus dem Ökosystem herausgestellt und soll so Updates über verschiedenste Gerätegenerationen vereinfachen. Damit einhergehend wird auch das Golden Sound Plugin einfacher verwaltbar. Es kann beispielsweise auf WANDLA Gen1 Geräten deaktiviert und auf ein Gen2-Gerät übertragen werden. Die Verwaltung ist über die Ferrum Control App für Windows oder macOS möglich. Allerdings nur, wenn das Golden Sound Plugin auch als solches erworben wurde. Die WANDLA Golden Sound Edition Geräte sind via Seriennummer als Sonderversion geführt und somit nicht als „normaler“ WANDLA betreibbar. Im Gespräch zeigt sich folglich, dass bei Ferrum in vielerlei Hinsicht Bewegung herrscht und der WANDLA Gen2 eine wirklich umfangreiche Überarbeitung des WANDLA ist. Ich freue mich schon sehr auf den bereits vereinbarten Test.

 

Mit der Präsentation der A15 zeigte Anssi Hyvönen viel mehr als nur einen kompakten aktiven Lautsprecher aus dem Hause Amphion. Die gesamte Elektronik inklusive Endstufen und Netzteil wurde exklusiv für Amphion von einem Partner entwickelt. Es kommen folglich nicht einfach angepasste oder lediglich optimierte Verstärkermodule zum Einsatz, sondern genau die spezifische Elektronik, die für Anssis Zwecke ideal ist. Damit ist der Grundstock für eine Aktivierung weiterer Modelle gelegt. Zwar machen aktive Lautsprecher Audiophilen oft weniger Spaß, schließlich kann weder mit Verstärkern noch mit Kabeln optimiert und experimentiert werden – ein nicht zu vernachlässigender Teil unseres Hobbys. Aus technischer Sicht allerdings ist ein aktives Lautsprecherkonzept ideal. Endstufen und Treiber können perfekt aufeinander abgestimmt werden, und für die Frequenzweiche sind keine passiven Bauteile vor den Treibern mehr notwendig. Mit 125 Watt für den Tiefmitteltöner und 22 Watt für den Hochtöner bei einer Übernahmefrequenz von 1.600 Hertz zauberten die A15 eine offene und luftige Bühne bei toller Impulsivität in den Hörraum. Das moderne auf Siliciumcarbid basierende Netzteil verfügt über eine Power Factor Correction und erreicht damit eine Effektivität von 93 Prozent. Anssi war es mit dieser Neuentwicklung besonders wichtig, einen Lautsprecher zu schaffen, der mit wirklich jedem beliebigen Musikmaterial umgehen kann, immer Spaß macht und dennoch ein hohes Maß an Auflösung bietet. Dieses Ziel ist ihm meiner Meinung nach ganz ausgezeichnet gelungen. Ein Paar A15 kostet 2.500 Euro. Außerdem spielte an passiven Amphions ein Amp300, der aus sehr kleinem Gehäuse dank GanFETs zweimal 300 Watt an 4 Ohm produzieren kann. Er kostet 1.500 Euro. Außerdem bietet Amphion bald XLR-Adapter mit einer verlustlosen Übertragungsqualität von 192 Kilohertz bei 24 Bit an. So können die neuen A15 auch kabellos angespielt werden. Eine passende USB-Buchse zur Stromversorgung der Module ist bereits in den Lautsprecher integriert. Ein Paar Adapter wird voraussichtlich 200 Euro kosten.

 


Das Team von Pracownia Wzmacniaczy Lampowych genießt bei mir Legendenstatus. Was hier jedes Jahr gezeigt wird, ist das Ergebnis eines Hobbys und prinzipiell unverkäuflich – in Anbetracht des betriebenen Aufwands geradezu absurd. Allein die GMI-2b Röhre, die wahrscheinlich ursprünglich als Modulatorröhre in Radarstationen eingesetzt wurde, wiegt gute 5 Kilogramm. Die Tetrodenröhre wird in Triodenkonfiguration verbunden. Die Spannungsverstärkung basiert auf einer E86C, die Treiberstufe auf einem Wolfspeed Siliziumcarbid MOSFET. Das CNC-gefräste Aluminiumgehäuse schafft ein Leistungsgewicht von 1:1. 120 Watt an 8 Ohm aus 120 Kilogramm. Als Vorstufe fungieren E88CC. Das Netzteil lädt eine gewaltige Kapazität von 120.000 Mikrofarad. Im Signalpfad sitzen Silberglimmer-Koppelkondensatoren aus der Militärtechnik mit einer Kapazität von 2,2 Mikrofarad bei einer Nennspannung von 3.000 Volt. Für die Lautstärkeregelung wurde eine Khozmo Autoformer verbaut. Die Dreiwegelautsprecher verfügen über einen JBL 2402H Tweeter, einen Scan-Speak 38WE Woofer und einen selbstgebauten 5-Zoll Field-Coil-Mittentreiber.

 

Adrian Krupowicz and Daniel Kostrzewa kenne ich noch aus ihrer Zeit bei Unitra. Jetzt haben die beiden SoundWorks gegründet. Zum einen wurde mit der „Akademia Gramofonu“ ein Onlinekurs rund um das Thema Plattenspieler und -wiedergabe geschaffen. Bisher ist der Kurs nur auf Polnisch verfügbar, aber früher oder später wird er sicher auch in anderen Sprachen, allen voran Englisch verfügbar sein. Des Weiteren hat SoundWorks eine neue Messplatte gefertigt. Dafür wurde sich zum Beispiel eingehend mit dem genutzten Vinylmaterial beschäftigt und herausgefunden, dass blaues Material zwar nicht den geringsten Noise-Floor aufweist – das Maß der Dinge ist in dieser Hinsicht noch immer schwarzes Vinyl –, dafür aber die höchste Linearität bietet. Nicht zuletzt soll diese Messplatte und die enthaltenen Erklärungen Neu- und Wiedereinsteigern, die tiefer in das LP-Thema abtauchen möchten, die Angst nehmen und ein Handwerkszeug anbieten. Nebenbei unterstützt Adrian den polnischen Künstler Leszek Komosa bei der Promo und in Sachen analoger Expertise.

 

Den ersten Teil meines ausführlichen Messeberichts möchte ich mit einem persönlichen Highlight beenden. Die Präsentation der tschechischen Firma Heeskof Audio war für mich ohne Frage eine der faszinierendsten der Show. Allein drei Wege in einem derart kleinen Gehäuse unterzubringen ist eine Kunst. Dem System dann aber auch noch so viel Dynamik, Spielfreude, Auflösung, Unangestrengtheit und eine Bühnendarstellung zu entlocken, die sich mit sehr vielen (deutlich teureren und größeren) Anlagen der Messe mit Leichtigkeit messen konnte: Chapeau! Den überaus günstigen Paarpreis von 1.240 Euro anzuführen, ist insofern ungerecht, da Jakub Pavel, Mastermind hinter Xyla, die Lautsprecher im Direktvertrieb anbietet. Händler- und andere Kosten, die Mitbewerber stemmen müssen, entfallen damit. Dennoch: Die Lautsprecher spielten an einem Devialet Expert Pro 220, der über einen Sonore ultraRendu direkt aus der USB-Buchse eines Notebooks und TIDAL versorgt wurde, ohne irgendeine Raumkorrektur oder Bassoptimierung einfach nur unbeschreiblich gut. Und das vollkommen unabhängig von ihrem Preis. Dank ihres Langhubwoofers von Peerless erreichen sie dabei 40 Hertz. Für den Mittel- und Hochton sind SB-Acoustic Treiber verantwortlich. Die parallele Frequenzweiche ist mit hochwertigen Jantzen-Komponenten bestückt und reiht sich in die durchweg hochwertige Bauteilauswahl ein.

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/26-10-27_avs

Dieses Jahr beginne ich meinen Rundgang im Stadion. Denn während in den Hotelräumen derselbe Charme wie jedes Jahr herrscht – hier geben sich etablierte Marken und kleine Manufakturen die Klinke in die Hand – expandiert die Messe gerade im Stadion stark.

Letztes Jahr wirkten selbst große Marken etwas überfordert die neugewonnene Fläche angemessen zu nutzen. Nicht jeder schaffte es, in den großen Hörräumen die Anlagen in Szene zu setzen. Einige Systeme spielten dabei in recht nüchterner Deckenbeleuchtung. Da muss man schon anmerken: Im Hotel herrscht mitunter deutlich mehr Flair. Ich sehe die Erschließung der neuen Flächen im letzten Jahr eher als Testlauf und bin wahnsinnig neugierig, wie sich die erneute Erweiterung in diesem Jahr offenbart. In dieser ersten Fotoserie können sie sich selbst davon überzeugen.

An Attraktionen wird es dieser Show zweifellos nicht mangeln. Unter anderem spielt die Wilson Audio Autobiography ihre öffentliche Weltpremiere. Gemeinsam mit einem dCS Varèse und Elektronik des slowenischen Herstellers Ubiq Audio Labs möchte Wilson wie auch schon auf der High End mit der teuersten Anlage der Show Maßstäbe setzen. In Polen dürfte es wohl das teuerste System sein, das jemals öffentlich gezeigt wurde. Aber auch andere Hersteller wollen auf der Audio Video Show zeigen, was maximal möglich ist. So gibt es auch die gewaltige Acapella Sphäron Excalibur an Energèia-Verstärkern zu hören. Etliche weitere Superlative von beispielsweise Göbel, YG Acoustics, Ideon, Estelon oder Lumen White sind ebenfalls vertreten. Insgeheim freue ich mich aber besonders auf neue Entwicklungen von kleinen polnischen Herstellern, die bei uns meist vollkommen unter dem Radar fahren. Sie werden sie in den folgenden ausführlicheren Berichten der nächsten Tage sicherlich entdecken. Viel Spaß!

 


 


 


 


 


 


 

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/26-10-24_avs
  • Social Introtext Dieses Jahr beginne ich meinen Rundgang im Stadion. Denn während in den Hotelräumen derselbe Charme wie jedes Jahr herrscht – hier geben sich etablierte Marken und kleine Manufakturen die Klinke in die Hand – expandiert die Messe gerade im Stadion stark.

Ich gebe zu, dass dies unser erster Besuch der Finest Audio Show Darmstadt war. Der Grund dafür ist nicht, dass sie seit 2017 unter wechselnden Namen stattfand. Keiner unserer Autoren lebt im Rhein-Main-Gebiet, und unser Messekalender ist im Herbst mehr als gut gefüllt. Da haben wir andere Prioritäten gesetzt, was rückblickend wohl ein Fehler war.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_26-10-21_fasd_IMG_8872.jpg

Die Veranstaltung in Darmstadt hat einen etwas anderen Charakter als die übrigen Regionalmessen. Zwar sind dort auch hin und wieder Händler aus der Umgebung vertreten, aber bei der Finest Audio Show und ihren Vorgängern war die Beteiligung des Fachhandels von Anfang an ein Pfeiler des Konzepts. Die großen Freiflächen im Eingangsbereich, in den Sälen und den breiten, sie umgebenden Gängen im ersten Stock sorgten für eine luftige Atmosphäre und boten Platz unter anderem für eine Gaming Zone, die auch schon während der letzten High Ends ein Anziehungspunkt für jüngeres Publikum war. Viel Zuspruch fand auch das High-End-Kino, für dessen Aufbau Audio Reference weder Kosten noch Mühen gescheut hatte. Der Zutritt war aufgrund der beschränkten Sitzplatzzahl nur mit einem – kostenlosen – Ticket möglich, sehr zum Leidwesen einiger Besucher, die nicht das Glück hatten, eine Karte für einen Platz im ständig ausgebuchten Kino zu ergattern. In einem weiteren Saal war die World of Headphones zu finden, wo Kopfhörer-Fans auf einer ganzen Reihe von Hörplätzen Gelegenheit hatten, ihre Favoriten bei Schallwandlern, mobilen und stationären Zuspielern ausgiebig zu testen. Besonders im riesigen, akustisch bestens ausgestatteten Saal, in dem viele Händler Produkte aus ihrem Portfolio zeigten, wirkte es nicht im geringsten störend, wenn hin und wieder eine Kette in moderater Lautstärke zu hören war. Man nahm aufeinander Rücksicht: Insgesamt herrschte eine entspannte, lockere Stimmung vor.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_26-10-21_fasd_IMG_9048.jpg

In der dritten Etage gab es ein recht großes Angebot an Tonträgern, wobei solche aus Vinyl in der Mehrzahl waren. Obwohl wir uns allein schon aus Platzgründen nicht mehr auf Trüffelsuche begeben, konnten wir bei einer Alexis-Korner-Doppel-LP nicht widerstehen. Die stand ganz vorne in einer der vielen Plattenkisten und war einfach nicht zu übersehen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch ein Angebot von DJ Chromo an einem der illustren Schallplattenstände: Er propagiert Musik als Hilfe. Auf Nachfrage, was genau damit gemeint sei, erklärte er, dass er komponiere und man bei ihm für jede Lebenslage ein Lied bestellen könne. Er spiele seine Komposition dann mit verschiedenen Keyboards ein. Wenn der Kunde sich nicht zutraue, einen Text zu dichten respektive diesen zu singen, dann übernähme er das ebenfalls. So könne der Kunde nach circa 30 Minuten seinen Laden mit einer ganz persönlichen CD verlassen. Diese Freude sei für 40 Euro zu haben.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_26-10-21_fasd_IMG_9046.jpg

Auf derselben Ebene wurden verschiedene Anlagen in zehn unterschiedlich großen Räumen präsentiert. Die waren deutlich größer als die Zimmer bei Hotelmessen, boten einer Vielzahl von Interessierten Platz und klangen trotz der Fensterfront auf einer Seite überraschend gut. Auch wenn ich es ablehne, auf Messen kritisch zu hören, weil man ja nie weiß, welche der vielen Parameter für den Gesamtklang entscheidend sind, fiel auf, dass es auf der Finest Audio Show – anders als in den üblichen Hotelzimmern – keinen Raum gab, den man nach dem ersten Klangeindruck fluchtartig verließ, da der Präsenzbereich das Trommelfell über Gebühr traktierte. Da verwundert es nicht, dass an beiden Tagen die Sitzplätze in den Hörräumen gut besetzt waren. Das zahlreiche Publikum schien die Vorführungen offensichtlich zu genießen. Qualitativ erreichten die Präsentationen in den acht Räume auf der zweiten Etage das gleiche Niveau wie im darüber liegenden Stockwerk.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_26-10-21_fasd_IMG_8996.jpg

Ein Grund für die offenbare Zufriedenheit dürfte darin liegen, dass anders als bei einer großen internationalen Messe keine überaus exotischen Komponenten im Fokus standen und selbst High-End-Vertriebe mit eher kleinem Besteck angereist waren. Daraus folgt natürlich keinesfalls, dass alle gezeigten Anlagen oder ihre Teile für alle Besucher erschwinglich waren. Aber in Darmstadt ging es eben nicht um höher, schneller, teurerer. In den Vorführungen dominierten wohlbekannte Marken mit – an Oligarchen-High-End gemessen – relativ moderaten Preisen. Dazu passten auch sehr gut die Anbieter von liebevoll aufgearbeiteten Vintage-Hifi: eine tolle Gelegenheit, jetzt die Objekte der Begierde während der ersten jugendlichen Hifi-Begeisterung zu erstehen, die damals unerreichbar waren. Ein kleiner Wermutstropfen des publikumsorientierten Angebots: Es gab so gut wie keine technischen Sensationen, die meines Erachtens nach jeden Messebericht würzen. Darüber hinaus kann man bei einer der vielen Hifi-Shows im Herbst nicht immer erwarten, Neuheiten zu entdecken. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit einer Vielzahl von unkommentierten Bildern Lust auf dem Besuch der nächsten Finest Audio Show in Darmstadt zu machen.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_26-10-21_fasd_IMG_9486.jpg

Dennoch möchte ich nicht darauf verzichten, kurz einen neuen Hersteller vorzustellen: Birkenfeld Audio zeigte seine Produkte in Darmstadt erstmals eine breiteren Öffentlichkeit. Da war zum einem ein Rack-System, das zwar Assoziationen an das eines etablierten Anbieters weckt, aber auf einem Patent für Rahmenanbauteile beruht, mit der die Lagerung der Schieferplatten realisiert wird. Ein sehr flacher Schallwandler mit aktiver DSP-Weiche ist ebenfalls im Angebot. Für die pro Kanal nötigen vier Endstufen hält der Hersteller Angebote in verschiedenen Preisklassen bereit. Die Reise nach Darmstadt hatte auch zur Folge, dass ein Händler aus München in den Blick geriet: die Hörzone, die sich vorrangig mit Aktivlautsprechern sowohl für den professionellen, als auch für den Heimbereich beschäftigt. Zur Messe hatte man die kompakten, hübschen und farbigen DAC/Kopfhörerverstärker-Kombinationen von Khadas mitgebracht, die per Magnet ans Smartphone angedockt und über Kabel oder Bluetooth verbunden werden. Aus dem Programm von Humminguru wurden Plattenwaschmaschinen, ein Record Stabilizer, der auch der Geschwindigkeitskontrolle dienen kann, eine Nadelreiniger/Tonarmwaage-Kombination und der Orbit, der Schallplatten von Statik befreien soll, präsentiert: ebenso interessantes wie erschwingliches Analogzubehör.

b_850_0_16777215_10_images_content_events_26-10-21_fasd_IMG_9447.jpg

Der neue Name der Veranstaltung dürfte Kennern der Hifi-Szene verraten haben, dass die Messe diesmal – und auch weiterhin – von der High End Society ausgerichtet wird. Folglich war Ali Ibrahim mit seinem Team vor Ort. Er ist seit Anfang des Monats Geschäftsführer der High End Society Service GmbH. Dort hat er vor zehn Jahren seine Ausbildung begonnen und nach nur zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Er wurde übernommen und hat in den folgenden Jahren auf allen Tätigkeitsfeldern Erfahrungen sammeln können. Wir hatten während der Messe Zeit für ein ausführliches Gespräch, in dem deutlich wurde, dass es ihm ein Anliegen ist, nicht nur weiterhin eine perfekte Messeorganisation zu garantieren, sondern er auch schon eine Menge Ansätze entwickelt hat, wie man das Thema Hifi und vor allem mehr Musikgenuss außerhalb der bisherigen Zielgruppe populärer machen kann. Wenn es ihm mit seinem großen Engagement gelingt, auch nur einen Teil der frischen Ideen zu realisieren, ist er in der neuen Position ein Gewinn für gesamte die Hifi-Szene.

 

Veranstalter
HIGH END SOCIETY Service GmbH
Vorm Eichholz 2g
42119 Wuppertal
Telefon: +49 202 702022
E-Mail: info@highendsociety.de
www.highendsociety.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder events/26-10-21_fasd
  • Social Introtext Ich gebe zu, dass dies unser erster Besuch der Finest Audio Show Darmstadt war. Der Grund dafür ist nicht, dass sie seit 2017 unter wechselnden Namen stattfand. Keiner unserer Autoren lebt im Rhein-Main-Gebiet, und unser Messekalender ist im Herbst mehr als gut gefüllt. Da haben wir andere Prioritäten gesetzt, was rückblickend wohl ein Fehler war.
Dienstag, 20 Oktober 2026 15:23

Audio Video Show Warschau 2026

Am Wochenende findet wieder Europas zweitgrößte Audio (und Video) Messe in Warschau statt. Wie üblich werden alle in den Hotels Sobieski und Golden Tulip sowie im Stadion Narodowy verfügbaren Räume belegt sein. Heuer sind es noch einmal acht sehr große Räume zusätzlich, also ingesamt 196, in denen 262 Aussteller rund 610 Marken präsentieren.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-20_avs_view_9878788bj-sikora-1.jpg

Adam Mokrzycki und sein Team haben es auch in diesem Jahr wieder geschafft, noch etliche Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche zu bekommen, insgesamt werden über 2000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die neuen Räume ermöglichen es, auch größere Lautsprecher angemessen zu präsentieren: Die Wilson Audio Autobiograhy, die in Wien nur zu bestaunen war, wird in Warschau erstmals in Europa zu hören sein. Zensati-Kabel werden an einer Acapella Sphäron Exkalibur zu genießen sein – wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ein Erlebnis der besonderen Art. Trotz der größeren Attraktivität der Messe sind die Eintrittspreise stabil geblieben. Der darin enthaltene Show Guide hat ebenfalls an Umfang zugelegt und umfasst nun 92 Seiten. Sehr erfreulich: Für Personen unter 16 Jahren ist der Eintritt frei.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-20_avs_Warschau-26.jpg

Natürlich werden Wojciech Pacuła, der Chefredakteur von highfidelity.pl, und ich auch heuer wieder den Preisträgern die Statements in High Fidelity | Wsrsaw Edition (https://www.hifistatement.net/feuilleton/item/4433-statements-in-high-fidelity-warsaw-edition-2026) auf der Messe überreichen und sie am Abend eines Messetages zum Dinner einladen. Für die fast schon traditionelle gemeinsame Präsentation hat der Kollege drei Stücke auf CD, CD-R, SACD und Platte herausgesucht, wobei jeweils einmal die endgültige und einmal die nicht gemasterte Version zu hören sein werden. Meine Gattin und ich haben Kopien vom während des Konzertes von Rikard From aufgenommenen Mitschnitts und dem von Christofph Stickel erstellten Master angefertigt, um am Samstag, den 24. Oktober, um 12 Uhr im PGE Narodowy, Studio TV3 / Level 1 in einer rund einstündigen Veranstaltung hörbar zu machen, was Mastering bedeutet.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-20_avs_5d583b4eavs_2018_wgkawki-0858.jpg

Wie schon seit Jahren hat es auch diesmal wieder Finn Corvin Gallowsky übernommen, Sie mit Eindrücken von der Audio Video Show zu versorgen. Er plant, noch an einem der Messetage eine erste Fotostrecke zu veröffentlichen. Für die darauffolgende Woche hat er zwei ausführliche Berichte über spannende Gerätschaften in Aussicht gestellt. Wenn Sie einen Blick in die Liste der vertretenen Marken (https://audioshow.pl/en/visitors/brandsindex) werfen, werden Sie sehen, welche Mammutaufgabe sich der Kollege auferlegt hat – oder vielleicht selbst Lust bekommen, in Polens nicht nur wegen der Audio Show attraktive Hauptstadt zu reisen.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-20_avs_e90921faavs_2018_wgkawki-0821.jpg

Veranstaltungsorte in Warschau
Stadion PGE Narodowy, Al. Ks. J. Poniatowskiego 1
Radisson Blu Sobieski Hotel, Plac Artura Zawiszy 1
Golden Tulip Hotel, Towarowa 2

Öffnungszeiten
Freitag, 24. Oktober: 12.00–20.00 Uhr
Samstag, 24. Oktober: 10.00–20.00 Uhr
Sonntag, 25. Oktober: 10.00–17.00 Uhr

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-20_avs_ff6f2367avs_2018-0590s.jpg

Eintrittspreise
Tagesticket: 60 PLN (etwa 13,73 Euro)
3-Tagespass: 90 PLN (etwa 20,59 Euro)

Veranstalter
Adam Mokrzycki Services
ul. Bolkowska 2D, 01-466 Warszawa
Tel.: +48 602 26 86 20
email: info@audioshow.pl
www.avshow.pl

Kontaktperson
Adam Mokrzycki

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-10-20_avs
Montag, 19 Oktober 2026 00:57

KLH Audio Model Four

Endlich steht mal etwas ganz anderes in meinem Hörraum. Der Lautsprecher des traditionsreichen amerikanischen Herstellers KLH entspricht einem Design von vor mehr als 50 Jahren, wie man es auch heutzutage bei Edelmarken wie Harbeth oder Audio Note findet. Bislang hatte ich nicht das Vergnügen, einen solchen Lautsprecher im Hörraum zu erleben.

Neben dem Design mit breiter Schallwand und geringer Bautiefe macht der Paarpreis von knapp 2000 Euro die KLH Model Four hochgradig interessant. Auf zum Lieferumfang gehörenden, einwandfrei verarbeiteten, schwarz pulverbeschichteten Ständern steht die Box um sechs Grad nach hinten geneigt. Das trägt zu einem homogenen Abstrahlverhalten bei kürzeren Hörabständen bei und entkoppelt akustisch vom Fußboden.

Der Mitteltöner und der Hochtöner des Model Four sind identisch mit denen des größeren Model Five
Der Mitteltöner und der Hochtöner des Model Four sind identisch mit denen des größeren Model Five

Die KLH Model Four ist ein drei Wege-System im geschlossenen Gehäuse (acoustic suspension). Dieses technische Konzept wurde 1954 von Edgar Villchur, dem Firmengründer von Acoustic Research, entwickelt, dessen berühmtes Modell AR-3 unserer KLH Model Four nicht unähnlich sieht. Edgar Villchur erfand diese Technologie jedoch nicht allein. Ihm zur Seite stand Henry Kloss, der damals noch Student war und mit ihm zusammenarbeitete. Henry Kloss gründete nur wenig später, anno 1957, zusammen mit Malcolm S. Low und Josef A. Hofmann in Cambridge, Massachusetts das eigene Unternehmen KLH – namensgebend waren die Anfangsbuchstaben der drei Nachnamen – als Forschungs- und Entwicklungsunternehmen. KLH wuchs schnell zum weltweit umsatzstärksten Unternehmen im Lautsprecherbau mit 500 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von bis zu 30.000 Lautsprechern jährlich. In die späten 50er Jahre datiert auch die Entwicklung des KLH Model Nine, eines Vollbereichselektrostaten, in Zusammenarbeit mit Arthur Janszen, bevor dieser sein eigenes Untenehmen gründete und Elektrostaten mit dynamischen Tieftönern kombinierte. Ich habe KLH Lautsprecher erstmals erlebt, als ich Ende der siebziger Jahre in einem HiFi-Studio in Hannovers Altstadt arbeitete. Ich gebe zu, damals hatte ich andere Favoriten wie beispielsweise Electro Voice oder Tannoy oder meine Magneplanar. KLH Mastermind Henry Kloss war an vielen technischen Innovationen maßgeblich beteiligt. Sein populärstes Werk dürfte wohl das enorm erfolgreiche Tivoli Audio Radio Tivoli Model One sein. Für all seine Leistungen wurde Henry Kloss in der Consumer Electronics Hall of Fame geehrt. Er verstarb 2002 im Alter von 72 Jahren. 2017 wechselte die Marke KLH in die Hände von Kelley Global Brands, dessen CEO David Kelley lange für Klipsch erfolgreich tätig war und in seiner Karriere stets mit Audio zu tun hatte. Ab jetzt heißt die Marke KLH Audio, entwickelt die Lautsprecher in den USA, produziert jedoch in China. Anders wären die attraktiven Preise der aktuellen 2021 wieder aufgenommenen Traditions-Produktlinie mit den Modellen Three, Four, Five und Seven kaum denkbar. Seit dem Frühjahr 2025 ist KLH eine Marke des traditionsreichen, besonders für seine Plattenspieler bekannten Unternehmens Victrola in Denver. David Kelley ist bei Victrola in Denver, wo jetzt auch die Entwicklungsabteilung ansässig ist, weiterhin als Brand President von KLH tätig.

Die KLH Model Four kann selbstverständlich auch ohne die mitgelieferten Ständer betrieben werden
Die KLH Model Four kann selbstverständlich auch ohne die mitgelieferten Ständer betrieben werden


Werner Möhring, der sich seit langem erfolgreich um den Vertrieb von Transparent Kabeln und die edlen Tonmöbeln von Finite Elemente kümmert, war es, der uns die Model Four zum Test anbot. Als ich auf der Website feststellte, dass die aktuellen KLH Modelle denen aus meiner Hannover-Ära extrem gleichen, war ich mit Interesse und Neugierde dabei. Es zeugt ja von fester Überzeugung, wenn ein Hersteller über so eine lange Zeitspanne seinen Grundsätzen treu bleibt und den ästhetischen Zeitgeist kaum beachtet. Oder will er sich gerade von ihm unterscheiden? Es ist das akustisch-technische Konzept des geschlossenen Gehäuses, an dem KLH Audio festhält. Dieses Prinzip bewirkt die ideale Rückstellenergie der auslenkenden Membran durch gleichwertigen Unterdruck. Die bei diesen traditionell gestalteten KLH Modellen breite Front kontrolliert das Abstrahlverhalten, und die geringe Tiefe erlaubt eine wandnahe Aufstellung. Letzteres ist in der Praxis ein wichtiger Aspekt, da die Hörraumgegebenheiten häufig eine optimalen Aufstellung von nach hinten ventilierenden Bassreflex-Konzepten in modernen, schlanken Gehäusen nicht zulassen. Wird solch prinzipiell guten und oft schönen Standboxen die entsprechende Aufstellung nicht gewährt, sind klangliche Einbußen nicht nur unvermeidlich, sondern häufig drastisch.

Diese Abbildung des Herstellers zeigt die verschiedenen Ausführungen auf den zum Lieferumfang gehörenden Ständern
Diese Abbildung des Herstellers zeigt die verschiedenen Ausführungen auf den zum Lieferumfang gehörenden Ständern

Es gibt die KLH Model Four in drei Ausführungen: Schwarze Esche mit grauem Stoffgitter oder weiße Eiche mit schwarzem Stoffgitter oder die unserer Testexemplare: Englischer Nussbaum mit steingrauem Stoffgitter. Das Nussbaum strahlt eine gewisse Noblesse aus, die aber mit der kühlen Optik der drei Chassis in der breiten Front nach meinem Geschmack nicht so recht harmoniert. Und so tat ich etwas, was sonst sehr selten passiert: Ich setzte die helle, auf einen Holzrahmen gezogene Frontbespannung aus Akustik-Stoff ein. Die ist ordentlich gemacht, denn die Befestigung geschieht über unsichtbar im Gehäuse eingelassene Magnete und, für den Fall, dass man die Frontbespannung wieder entfernen möchte, bietet eine kleine Stofflasche unten links den Zugriff. Besonders gefreut hat mich, dass die Frontabdeckung akustisch nicht auffiel. Sollte dadurch eine klangliche Veränderung passierenß Ich habe nichts derartiges gehört. Statt dessen tritt die KLH Four jetzt elegant und optisch untechnisch auf. Mit der Aufstellung habe ich selbstverständlich auch experimentiert. Zuerst recht frei im Raum mit viel Platz zu den Seiten und einem knappen Meter Rückenfreiheit. Beim ersten Höreindruck konnte ich trotz des doch etwas schlanken Klangbildes nicht klagen, da die Auflösung und Präzision überzeugten. Dabei erfreute die homogene und erfrischende Spielweise mit extrem guter Sprach- oder besser Gesang-Verständlichkeit zum Beispiel bei Johnny Cash American IV: The Man Comes Around. Selbst bei 60er Jahre Oldies wie Aftermath von den Rolling Stones, die nicht durch Tieftonvolumen glänzen, war die Darbietung mit dieser KLH enorm lebendig, überhaupt nicht nervig, und die emotionale Ansprache übertrug sich in Fußwippen.

Das Testexemplar: Englischer Nussbaum mit steingrauem Stoffgitter
Das Testexemplar: Englischer Nussbaum mit steingrauem Stoffgitter

Der Unterschied zur anschließenden Aufstellung direkt vor der Rückwand mit nur zehn Zentimetern oben am geneigten Kabinett und auch links und rechts jetzt von Gegenständen eingepfercht, empfand ich dann doch als spannender und richtiger, weil jetzt in den tiefen Tonlagen, vor allem bei Johnny Cash spürbar mehr Druck da war. Der belastete jedoch nicht die Genauigkeit der Detailzeichnung und vor allem nicht diese erfrischende Spielfreude. Belassen wir es also erst einmal bei dieser auch leicht nach innen gewinkelten Positionierung. Mein Hörraum ist durch einen neuen Teppich leicht schallhart, so dass ich mich über das rückseitige Angebot der Modell Four freue und es auch nutze: Oberhalb des Anschlusspaares mit vergoldeten Polklemmen, die praktisch jede Art von Kabelende aufnehmen können, befindet sich ein dreistufiger Drehschalter zur Anpassung an die Raumakustik. Der Hersteller beschreibt diesen Akustik-Balance-Schalter begrüßenswerter weise nicht als Linear und deren Abweichungen, sondern ordnet die drei Alternativen bestimmten akustischen Raumgegebenheiten zu. So sieht er „HI“ als ideal für stark gedämmte Räume mit kaum schallharten Reflexionsflächen. „MID“ nimmt im Vergleich zu „HI“ oberhalb von 400 Hertz den Pegel um 1,5 Dezibel zurück und ist der Vorschlag für viele Räume mit abwechslungsreichem Interieur. Meine Wahl fiel nach einigem Experimentieren auf „LO“ für Räume mit mehr Reflexionen. Hier wird der Schalldruck ab 400 Hertz um drei Dezibel gemildert. Werner Möhring hatte mir netterweise ein eingespieltes Paar mitgebracht, erzählte mir aber auch von bisherigen Erfahrungen, bei denen die KLH bereits out-of-the-box überzeugend aufgespielt hätten. Der Hersteller selber empfiehlt bescheidene acht Stunden als Einspielzeit. Das ist nicht nur für jedermann leicht machbar sondern auch seriös, vor allem, wenn ich an Empfehlungen anderer von 300 Stunden denke, in denen man sich dann selber an die Boxen gewöhnen kann. Nichts für ungut – aber ist doch so.


Um den Tieftöner geht´s beim acoustic suspension Prinzip
Um den Tieftöner geht´s beim acoustic suspension Prinzip

Zu den drei Chassis in der KLH Model Four gibt es zu sagen, dass sie praktisch eine Kombination der Bestückung von Model Three und Model Five darstellen. KLH-Europa-Verkaufsleiter Dylan Turner teilte mir folgende technischen Details aus der Entwicklungsabteilung in Denver mit: „Das Modell 4 teilt einen Großteil seines technischen Kernkonzepts mit dem Modell 5, einschließlich der Treiberarchitektur und der Frequenzweichenphilosophie. Die Frequenzweiche nutzt eine Topologie zweiter Ordnung mit vier Filtern. Insgesamt kommen acht Induktivitäten und Kondensatoren sowie fünf Widerstände für die Feinstabstimmung und die Acoustic Balance Control zum Einsatz, was insgesamt dreizehn Bauteile ergibt. Die Bauteilwerte wurden speziell auf den 8-Zoll-Tieftöner, das Gehäusevolumen und die Gesamtklangfarbe des Modells 4 abgestimmt. Der 8-Zoll-Tieftöner mit hoher Auslenkung wurde speziell für ein geschlossenes Gehäuse mit akustischer Aufhängung entwickelt. Er verfügt über eine 1,5-Zoll-Flachdraht-Schwingspule, einen fluxstabilisierenden Ring aus Aluminium, einen resonanzfreien Rahmen aus Aluminiumdruckguss sowie eine robuste Antriebsgruppe, die dafür ausgelegt ist, die Kontrolle zu gewährleisten und Verzerrungen bei zunehmender Membranauslenkung zu reduzieren. Der spezielle 4-Zoll-Mitteltöner arbeitet in einem eigenen internen Gehäuse und verfügt über eine Membran aus Zellstoffpapier sowie eine inverse Gummisicke. Da er ausschließlich für den mittleren Bereich des Frequenzspektrums vorgesehen ist, kann er für den Bereich optimiert werden, in dem Stimmen und viele Instrumente am deutlichsten zur Geltung kommen. Der 1-Zoll-Hochtöner verfügt über eine Aluminiumkalotte mit einer weichen Gummiaufhängung. Das übergeordnete Ziel bestand darin, die Klangbalance, die Kohärenz, die Abbildung und den musikalischen Charakter der größeren KLH-Modelle beizubehalten und gleichzeitig das Design an das kleinere, raumfreundlichere Gehäuse des Model Four anzupassen.“

Das Basschassis besitzt einen Korb aus Aluminium-Druckguss
Das Basschassis besitzt einen Korb aus Aluminium-Druckguss

Der Model Four sprechen seine amerikanischen Entwickler die lebendigste Spielweise der gesamten Serie zu. Das scheint zu stimmen und führte die Model Four beim ersten Album, mit dem ich mich ihr intensiver widmete, A Tribute To Charlie Parker (with Strings) von Charlie Watts und seinem Quintet (BMG 1992), dank ihrer frischen und dynamischen Gangart in erfreulicher Weise vor. Bei der wandnahen Aufstellung erklingz bei dieser abwechslungsreichen Musik – besonders schön „Perdido“ als letztem Titel – das kleine Orchester extrem lebendig und mitreißend – als wollten die Musiker im Finale noch mal alles geben und all ihre Energie in diesen Abschied investieren. Das Live-Album ist mit der Model Four vom ersten Wort der Ansage bis zum letzten Takt ein spannendes Hörvergnügen. Den Schwung in der Musik transportiert dieser Lautsprecher in fantastischer Weise. Das Klangbild gestaltet sich gleichzeitig transparent aufgefächert und reproduziert ein homogenes Miteinander der Musiker mit realistisch wirkenden Klangfarben. Das gilt für sämtliche Instrumente wie auch für die Stimme von Erzähler und Sänger Bernard Fowler. Auch die räumliche Öffnung ist angenehm, jedoch nicht sehr tief, und bei aller feinen Differenzierung wird sich keine dreidimensionale Bühne gezeichnet. Das macht aber hier nichts, weil Dynamik und Auflösung sowie der Verve die Musik derart authentisch wirken lassen, dass ich hier hinsichtlich Raum absolut nichts vermisse. Der Live-Charakter wird nämlich dennoch glaubhaft vermittelt. Ich habe noch die unlängst besprochene kleine, preisähnliche Phonar Veritas M4.2 SE ganz gut im Ohr. Die spielte zarter, feiner, lieblicher. Die KLH wirkt vergleichsweise etwas draufgängerisch, was bitte nicht negativ verstanden werden soll. Beide Lautsprecher überzeugen in Sachen Nuancenreichtum, Klangfarben und Authentizität, sind aber dennoch nicht aus gleichem Holz geschnitzt, sondern sehr andersartig. Während ich die Phonar auch durchaus mal leise im Hintergrund genießen konnte, obwohl ihre klanglichen Vorzüge mich immer wieder zum Hinhören aufforderten und in ihren Bann zogen, ist die Model Four ein Lautsprecher, der mich zwingt, zuzuhören, ein Spieler, der mich am Ärmel packt und fordert: „Komm, mach mit!“. Bei sehr niedrigen, ich möchte sagen reinen Hintergrundpegeln, klingt die KLH immer noch ausgewogen, aber dann doch ruhiger, so dass man dabei auch lesen könnte. Diese Art von Spielweise ist nach meinem Gusto geradezu ideal, weil die Model Four so für beinahe alle Situationen bestens gerüstet ist.

In diesen Grafiken von KLH lässt sich der Aufbau der drei Chassis gut erkennen
In diesen Grafiken von KLH lässt sich der Aufbau der drei Chassis gut erkennen


Andere Musik: Hot August Night von und mit Neil Diamond (Qobuz 96/24). Das passt hervorragend, denn die Atmosphäre des Konzerts im Los Angeles Greek Theatre ist spürbar. Noch besser die Instrumentierung. Feines Rhythmusgitarrenspiel erklingt ebenso sauber und differenziert wie die Bassläufe, denen man außergewöhnlich leicht folgen kann. Die Differenzierung der einzelnen Instrumente ist frappierend und Preisklassen unabhängig auf sehr hohem Niveau. Auch hier ist das Klanggemälde mehr plakativ als räumlich tief. Das spielt das für den Hörspaß jedoch keinerlei Rolle. Bei aller Klarheit – diese ist bei diesem Album besonders beim E-Bass phänomenal – gerät die Wiedergabe nicht anstrengend, von lästig oder nervig rede ich erst gar nicht. Ich kann auch keine Verfärbung irgendwelcher Art ausmachen. Auch die Sprachverständlichkeit ist perfekt. Neil Diamonds Gesang und auch seine Erzählungen während der unterhaltsamen Vorstellung seiner Musiker klingt etwas härter und rauer als ich dies von anderen Systemen kenne. Auch wenn ich damals am 24.August 1972 leider nicht im Greek Theatre war: Genau so kann er geklungen haben. Bevor ich zu klassischer Musik wechsele, höre ich noch einige Titel dieses Live-Konzerts, weil es so schön, authentisch und mitreißend klingt.

Die Frequenzweiche ist mit guten Bauteilen aufgebaut
Die Frequenzweiche ist mit guten Bauteilen aufgebaut

Ich beginne den Klassik-Part mit Mozart, Klarinettenkonzert in A-Dur, KV622, live mit Slava Cernavaca (Qobuz 96/24). Da mag man dem Lead-Instrument und seinen beschwingten Tönen ebenso gern lauschen wie den geschmeidigen, filigranen und transparenten Streichern. Da ist keine Spur von Topfigkeit im Grundton zu spüren und ebenso wenig Harsches in Präsenz oder Hochton. Vielmehr gefällt das Klarinettenkonzert durch akkurat umrissene Töne und schöne Klangfarben. Die Details, die nicht zur Musik gehören, aber in der Aufnahme eingefangen wurden, wie die Klappengeräusche, stören nicht, obwohl sie deutlich zu hören sind. Ein Vergnügen, diesem kurzweiligen Werk von Wolfgang Amadeus Mozart zu lauschen. Gehen wir zur deutlich komplexeren Musik von Jaques Offenbach, dem flirrenden und spektakulären Gaité Parisienne. Beschwingt und mitreißend geht's zur Sache. Fein aufgelöst die Glöckchen nach den ersten Takten – wunderbar. Die Boston Pops mit Arthur Fiedler laden frohgemut zu etwas höherem Wiedergabepegel ein. Beim „Tempo di marcia“ ertönt die große Trommel mit Wucht, bleibt sauber konturiert und schmiert ihre Mitinstrumentalisten nicht zu – Klasse! Auch wenn ich diese tolle Musik von meinen beiden aufwändigeren Anlagen noch etwas geschmeidiger und in die räumliche Tiefe gestaffelt kenne, bleibt eigentlich kein Grund zu meckern. Denn was die KLH Model Four auch hier zeigt, ist, dass sie das Allerwichtigste der Musik perfekt beherrscht, nämlich den Zuhörer emotional zu berühren und ihn genussvoll dabei sein zu lassen. Diese Leichtigkeit und direkte emotionale Ansprach kann selbst mein großes Triangle-Setup so nicht bieten. Dafür erfreut sie allerdings mit noch mehr Klangfarben Nuancen und Plastizität – allerdings für den 25-fachen Preis. Das gibt mir zu denken. Den KLH Entwicklern kann ich zu diesem meisterhaft konzipierten Model Four nur gratulieren. Und glauben Sie mir bitte: Ich habe mich mit vielen weiteren Musikstücken bemüht, ein Haar in der Suppe zu finden. Es ist mir nicht gelungen. Auch nicht bei einem weiteren schönen Stück von Jaques Offenbach mit dem Gesang von von Regula Mühlemann bei „Die Rheinnixen“ aus ihrem Album Fairy Tales (Qobuz 96/24). Wunderschön, auch wenn wieder die von anderen Anlagen gewohnte räumliche Tiefenstaffelung weniger ausgeprägt ist. Aber dies ist nicht das gesuchte Haar. Denn nach meiner Auffassung ist räumliche Tiefenstaffelung im Hörraum gefühlt wunderbar schön und angenehm und steigert auch die Transparenz des musikalischen Geschehens und damit das Hörvergnügen. Aber erstens hat die KLH Model Four dies kaum nötig, da sie auch so transparent und nuancenreich abbildet. Und zweitens entspricht die audiophile Sehnsucht nach Räumlichkeit oftmals nicht der Realität. Das kann jeder ganz leicht überprüfen, wenn er in einem Konzert mit natürlichen Instrumenten einmal die Augen schließt. Da empfinde ich stets eine ergreifende Direktheit und Körperlichkeit der Instrumente, mit deren Staffelung in die Tiefe des Raumes ist es aber nicht so weit her. Also liegt die KLH Model Four auch hier ziemlich richtig.

Der dreistufige Schalter für die Anpassung an die Raumakustik kann sehr nützlich sein
Der dreistufige Schalter für die Anpassung an die Raumakustik kann sehr nützlich sein

Obwohl ich bis hierher zwar mit unterschiedichen Quellen wie Streaming und CD gehört habe, spielte stets der Pier Audio Hybridverstärker mit den QED Genesis Silver Spiral LS-Kabeln. Letztere bleiben, aber der Soulnote A2 soll mal zeigen, ob er gegenüber dem Pier Audio noch zulegen kann. Nehmen wir nochmals das Gaité Parisienne. Gut, der Soulnote steigert die Feinzeichnung, aber davon hat die KLH Model Four auch mit dem halb so kostspieligen Pier Audio MS-880SE ausreichend zu bieten. Da bringt es mehr, ein HMS Armonia Carbon LS-Kabel mit dem Pier Audio zu kombinieren, weil dies den Bass etwas strafft und damit der Feinzeichnung gut tut und zudem eine liebliche Geschmeidigkeit hinzufügt. Denn unsensibel hinsichtlich ihrer Spielpartner ist die Model Four nicht, was eine weitere gute Eigenschaft ist.


STATEMENT

Die KLH Model Four sind für ihren Preis unverschämt musikalische Lautsprecher. Sie verwöhnen mit Attributen, nach denen man sich oft bei erheblich kostspieligeren Mitbewerbern sehnt. Ungemein begeistert hat mich ihre lebendige Spielweise und die emotionale Ansprache der Musik.
Gehört mit
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
Streamer PS Audio BridgeII, Eversolo T-8
Server Dell i7 mit Windows 11, AudiophileOptimizer 3.0, Roon Core
Switch Chord Company English Electric 8
Reclocker Mutec M-3+ Smartclock USB
DA-Wandler PS Audio Direct-Stream-DAC mit Trafo-Tuning und Plixir Elite BDC Linearnetzteil für die Analog-Platine
Vollverstärker Soulnote A-2, Pier Audio MS-880SE
Lautsprecher Analysis-Audio Epsylon, Phonar Veritas P9.2 SE mit Sockel
Zubehör JIB Boaacoustic Black Edition Digital S/PDIF, Audio-gd NF Cinch und XLR, Wireworld Eclipse 8 Silver Cinch und XLR , QED Genesis Silver Spiral oder Real-Cable HD-TDC oder HMS Armonia Carbon Speaker, MudraAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, Audioquest Hurricane HC und Thunderbird Netzkabel, AHP Reinkupfer- und Synergistic Research Quantum Blue Sicherungen, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Audioquest Fog Lifters
Herstellerangaben
KLH Audio Model Four
Konzept Zwei-Wege Lautsprecher in geschlossener Bauweise (Acoustic Suspension)
Frequenzgang 46 Hz – 20.000 Hz ±3 dB
Tiefton-Verlauf -10 dB bei 35 Hz
Empfindlichkeit im Raum 88 dB bei 2,83 V / 1 m
Maximaler Schalldruckpegel im Raum 108dB
Belastbarkeit 150 Watt (Dauer) / 600 Watt (Spitzen)
Impedanz 6 Ohm (Minimum 3,5 Ohm bei 120 Hz)
Frequenzweiche Mittelton: 380 Hz | Hochton: 2.500 Hz (elektroakustisch, 2. Ordnung)
Tieftöner 8-Zoll-Membran aus Zellstoff/Papier mit inverser Gummisicke
Mitteltöner 4-Zoll-Membran aus Zellstoff/Papier mit inverser Gummisicke
Hochtöner 1-Zoll-Aluminiumkalotte mit weicher Gummisicke
Abmessungen ohne Sockel H 66,0 × B 33,0 × 20,9 T cm, mit Sockel: H 81,8 × B 33,0 × T 27,7 cm (wegen der 6 Grad Neigung)
Anschlüsse Gold beschichtet
Gewicht je 17,9 kg ohne Ständer; je 21,3 kg mit Ständer; 28,35 kg je Stück inklusive Verpackung
Ausführungen englischer Nussbaum mit steingrauem Stoffgitter, schwarze Esche mit grauem Stoffgitter, weiße Eiche mit schwarzem Stoffgitter
Zubehör im Lieferumfang Schwarzer Sockel mit 6° Neigung, magnetisch befestigbare Lautsprecherabdeckung
Garantie 10 Jahre bei Registrierung innerhalb 120 Tagen nach Kauf bei einem autorisieren Händler für den Erstbesitzer
Paarpreis 2000 Euro inklusive Ständer

Vertrieb
G8 & friends GmbH
Anschrift Werner Möhring
Ferdinand-Poggel-Str. 17
59065 Hamm
Telefon +49 5254 660188
E-Mail info@g8friends.de
Web www.g8friends.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-10-19_klh
  • Social Introtext Endlich steht mal etwas ganz anderes in meinem Hörraum. Der Lautsprecher des traditionsreichen amerikanischen Herstellers KLH entspricht einem Design von vor mehr als 50 Jahren, wie man es auch heutzutage bei Edelmarken wie Harbeth oder Audio Note findet. Bislang hatte ich nicht das Vergnügen, einen solchen Lautsprecher im Hörraum zu erleben.

Vor zwei Wochen fand der Making-Vinyl-Congress in der Phil(harmonie) in Haarlem statt, ein „Treffpunkt für Fachleute, die sich mit den treibenden Kräften der Vinylbranche auseinandersetzen – von Marktdynamik und Verbraucherverhalten bis hin zu Fortschritten in Fertigung und Technologie“. Daran nahmen auch die High End Society teil.

Jürgen Timm, der Vorstandsvorsitzende der High End Society e.V., im Gespräch mit Anouk Rijnder, der CCO von Record Industries Haarlem, die auch stark in die Organisation des Making-Vinyl-Congress eingebunden war
Jürgen Timm, der Vorstandsvorsitzende der High End Society e.V., im Gespräch mit Anouk Rijnder, der CCO von Record Industries Haarlem, die auch stark in die Organisation des Making-Vinyl-Congress eingebunden war

Die Veranstaltung wendet sich nicht an engagierte Vinyl-Fans, sondern nur an in der Branche Tätige. Zwar braucht man dafür keine Belege oder Nachweise, doch wird der Zugang über die – wie ich finde – prohibitiven Teilnahmegebühren geregelt. Erfreulicherweise engagiert sich die High End Society e.V. – nicht zu verwechseln mit der High End Society Service GmbH, welche die bekannte internationale und die regionalen Messen ausrichtet – in diesem Jahr zum zweiten Mal für die Zusammenkunft in Haarlem, und das nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als sogenannter Gold-Sponsor. Jürgen Timm, der Vorsitzende des Vorstands, und Martina Laubert, die Assistenz des Vorstandes, wurden heuer von Repräsentanten zweier Mitgliedsfirmen des Verbandes nach Haarlem begleitet: Thorens-Inhaber Gunter Kürten und -Vertriebler Patrick Kaschel sowie Dirk Räke, Geschäftsführer von Transrotor. Letzterer schlug meiner Gattin und mir bei einem unserer Treffen vor, den Making-Vinyl-Congress zu besuchen, um darüber in hifistatement.net zu berichten: Dank unseres Labels sommelier du son und seiner Vinyl-Veröffentlichungen hätten wir ja sowie eine gewisse Affinität zur Szene, die sich in Haarlem treffen würde. Da musste uns Dirk Räke nicht lange überreden.

Martina Laubert erläutert Interessenten das Konzept der kommenden High End Vienna
Martina Laubert erläutert Interessenten das Konzept der kommenden High End Vienna

Ein schöner Nebeneffekt der Teilnahme war, dass wir ein wenig mehr über die Verbandsarbeit der High End Society e.V. erfuhren, die ja für die meisten Hifi-Interessierten eher im Verborgenen stattfindet. Sie setzt sich unter anderem gegenüber gesetzgebenden Institutionen für die Belange der Branche ein, etwa um den Binnenmarkt gefährdende EU-Richtlinien entgegenzuwirken, die Konzerne sowie große, international tätige Hersteller und Händler relativ leicht befolgen können, nicht aber engagierte kleine Firmen aus der Hifi-Szene. In den Niederlanden ging es neben der Werbung für die High End Vienna im Mai kommenden Jahres vor allem um Kontakte zu Mastering- und Schneideingenieuren, um sie als Referenten für die X-PERT Stage der Messe zu gewinnen. In diesem Jahr war es Jürgen Timm beispielsweise gelungen, Miles Showell nach Wien einzuladen. Der hatte schon damals, als ich ein Mastering-Seminar in den Metropolis Studios in London besuchte, Halfspeed-Mastering praktiziert und führt dies nun in den Abbey Road Studios weiter. Doch dazu später mehr.


Gunter Kürten zeigt den Coturn CT-01
Gunter Kürten zeigt den Coturn CT-01

Thorens hatte nicht nur die Anlage im Van Beinum Zaal mit zwei Plattenspielern ausgestattet, sondern präsentierte im Foyer den enorm kompakten, transportablen Coturn Plattenspieler CT-01 im und um einen schwarz-orangenen Fiat Topolino. Da fällt es schwer zu entscheiden, was mehr Aufmerksamkeit auf sich zog. Eine frühe Version dieses kleinen, vom Bonner Industriedesigner Benjamin Großjohann entwickelten Plattenspielers hatten wir übrigens schon im Bericht vom Analog Forum in Moers im Jahr 2024 vorgestellt. Nun kümmert sich Thorens im Rahmen einer Kooperation um die handwerkliche Produktion in Deutschland sowie das Marketing. Das clever konstruierte Ding möchte man einfach besitzen, auch wenn man sich fast hundertprozentig sicher ist, es selten oder gar nicht zu benutzen... Transrotor spendierte mit einem seiner wie immer auch optisch faszinierenden Plattenspieler dem Stand der High End Society einen Blickfang und hatte im Vortragssaal ein schlichtes schwarzes Exemplar zur optischen Kontrolle frisch geschnittener Lackfolien aufgebaut.

Der Transrotor Alto TMD ist der Blickfang am Stand der High End Society
Der Transrotor Alto TMD ist der Blickfang am Stand der High End Society

Rein zufällig begegneten wir am Mittwoch Keith Jopling, dessen Badge ihn als „Song Sommelier“ auswies. Da mussten wir ihn einfach ansprechen. Song Sommelier ist eine website auf der Keith Jopling seine Bücher, Podcasts und Playlist zugänglich macht. Er arbeitete unter anderem für Spotify, wo es sich aber immer nur um einzelne Titel, nie aber um komplette Alben der Künstler drehte. Im Interview stellte er in Haarlem sein neustes Werk vor: „Body of Work“ mit dem schönen Untertitel „How the album outplayed the algorithm and survived the playlist culture“. Er berichtete, dass er sich zu seinem 50sten Geburtstag einen Plattenspieler zulegte und dass das sein Leben verändert habe. Nach seiner Präsentation hat er zusagt, für das Feuilleton von hifistatement.net einen kurzen Artikel zu diesem Thema zu verfassen. Wir freuen uns schon jetzt darauf. Der Tag klang mit einem sogenannten „Meet and Greet“ aus.

Der schlichte und elegante Transrotor Max Nero mit der Apparatur zur Kontrolle des Schnitts
Der schlichte und elegante Transrotor Max Nero mit der Apparatur zur Kontrolle des Schnitts


Da uns Marktdynamik und Verbraucherverhalten eher weniger interessieren, hatten wir uns für einige technische Vorträge angemeldet. Mit „Lacquer Cutting and Direct Metal Mastering in Vinyl Production: A Comparative Study“ ging es los. Sidney Claire Meyer, die im Emil Berliner Studio in Berlin Lack- und Kupferfolien schneidet, war zwar leider wegen eines Direktschnitts mit den Berliner Philharmonikern verhindert, doch in einem spannenden Video zu sehen. Für ihren Vergleich standen ihr eine Neumann VMS 82 mit SX82 Schneidekopf und eine VMS 80 mit SX74 für Kupfer- respektive Lack-Schnitte zur Verfügung. Einziger Wermutstropfen: Die VMS 82 arbeitet mit den original Neumann-Schneideverstärkern, während die Leistung für den Schneidekopf bei der VMS 80 von zwei Ortofon GO 741 Schneideverstärkern geliefert wird – was die Aussagekraft der Untersuchung ein wenig schmälert. Einer der größten Unterschiede zwischen beiden Verfahren ist außer dem Material der Winkel, in dem der Schneidestichel zur Folie steht.

Die verschiedenen Winkel des Schneidstichels bei Lack- und Kupferfolien
Die verschiedenen Winkel des Schneidstichels bei Lack- und Kupferfolien

Schon allein daraus können Unterschiede beim Laufgeräusch, bei den harmonischen Verzerrungen und bei der Kanaltrennung herrühren. Sidney Claire Meyer hat verschiedene Messsignale und ein Reihe von kurzen Musikbeispielen auf die Folien überspielt. Davon wurden dann bei Optimal unter der Aufsicht des Qualitätsmanagers Thorsten Megow Pressstempel erstellt und einige Anpressungen gefertigt. Diese wurden dann in den Emil Berliner Studios messtechnisch und per Gehör bewertet. Um es kurz zu machen: Sidney Claire Meyer konnte in keinem Bereich Vorteile für das DMM-Verfahren nachweisen. Wir werden die Schneideingenieurin der nächsten Woche fragen, ob es möglich ist, auf das spannende Video zugreifen und auch ansonsten am Thema dranbleiben.

Nach dem Video von Sidney Claire Meyer beantwortete Thorsten Megow Fragen zum DMM/Lack-Vergleich
Nach dem Video von Sidney Claire Meyer beantwortete Thorsten Megow Fragen zum DMM/Lack-Vergleich

Direkt im Anschluss interviewte Barry Grint aus den Londoner Air Studios Miles Showell zum Thema Halfspeed-Mastering: Der größte Vorteil sei, dass der Schneidestichel doppelt so viel Zeit habe, die Rille auszuformen wie beim Schnitt mit normaler Geschwindigkeit. Allerdings ist es nicht damit getan, die Bandmaschine mit halber Geschwindigkeit laufen zu lassen. Denn dadurch ändern sich natürlich auch die wiedergegebenen Frequenzen. Die Zeitkonstanten für die Scheideentzerrung, die ansonsten von der RIAA vorgegeben werden, müssen entsprechend angepasst werden. Auch bewährte Peripheriegeräte wie beispielsweise ein DeEsser zur Verminderung störender Zischlaute arbeitet frequenzabhängig, ist also beim Halfspeed-Mastering nicht mehr verwendbar. Miles Showell führte aus, dass er jeden einzelnen S-Laut vor der Überspielung in seiner Digital Audio Workstation (DAW) entschärfe. Auch in Abbey Road verwende er nur seine eigene, nach seinen Anforderungen modifizierte Halfspeed-Schneideanlage.


Barry Grint und Miles Showell im Gespräch über Halfspeed-Mastering
Barry Grint und Miles Showell im Gespräch über Halfspeed-Mastering

Nach seinem Vortrag habe ich ihn dann gefragt, ob ich es richtig verstanden hätte, dass er ausschließlich zuvor digital aufbereitete Signale in die Folie schneide. Er bestätigte, dass das so sei: Nur so könnte er besten Klang aus der Rille garantieren. Das sei wichtiger, als während des gesamten Produktionsprozesses auf der analogen Ebene zu bleiben – zumal fast alle neuen Produktionen heute digital erstellt würden. Wohl als Reaktion auf meine skeptische Miene schlug er vor, eine rein analog erstellte Aufnahme einmal mit seinem System zu schneiden und dann im Studio eine Etage höher bei einem Kollegen, der mit einer rein analogen Schneideanlage arbeite. Wahrscheinlich könne man Thorsten Megow ja für den Vergleich gewinnen, so dass er Anpressungen fertigt, bei denen auf jeder Seite der Scheibe einer der beiden Schnitte zu hören ist. Allerdings finde ich das Projekt viel zu spannend, um es nur einem kleinen Kreis Interessierter zugänglich zu machen. Vielleicht hat die High End Society ja Interesse daran, eine solche LP herausbringen. Der Making-Vinyl-Congress ist augenscheinlich aller bestens dazu geeignet, neue Projekte anzustoßen…

Miles Showell schneidet in Abbey Road Lackfolien mit halber Bandgeschwindigkeit
Miles Showell schneidet in Abbey Road Lackfolien mit halber Bandgeschwindigkeit

Im „Kleine Zaal“ geht es um Marketing
Im „Kleine Zaal“ geht es um Marketing

Im „Van Beinum Zaal“ wurde diese mobile Schneidmaschine vorgeführt
Im „Van Beinum Zaal“ wurde diese mobile Schneidmaschine vorgeführt


Die Vorträge waren durchweg gut besucht
Die Vorträge waren durchweg gut besucht

Die Konferenz ermöglichte auch manch unerwartetes Wiedersehen: Udo Karduck, bei der Pallas unter anderem für die Qualität der Pressstempel verantwortlich ist, hat mit sommelier du son intensiv an den ersten Veröffentlichungen gearbeitet
Die Konferenz ermöglichte auch manch unerwartetes Wiedersehen: Udo Karduck, bei der Pallas unter anderem für die Qualität der Pressstempel verantwortlich ist, hat mit sommelier du son intensiv an den ersten Veröffentlichungen gearbeitet

Es werden wieder Plattenpressen gerfertigt …
Es werden wieder Plattenpressen gerfertigt …

… und nicht nur von einem Hersteller
… und nicht nur von einem Hersteller

Hier gibt es Granulat für Schallplatten in allen Farben. Aber das schwarze soll immer noch am besten klingen
Hier gibt es Granulat für Schallplatten in allen Farben. Aber das schwarze soll immer noch am besten klingen

Auch Spezialpapier für Labels wurde angeboten
Auch Spezialpapier für Labels wurde angeboten

Einfach schön: das Motiv auf einer LP-Tasche
Einfach schön: das Motiv auf einer LP-Tasche

Weitere Informationen

  • Imagefolder boulevard/26-10-16_vinyl
Donnerstag, 15 Oktober 2026 09:13

Rega Replay

Mit dem neuen Rega Replay macht Rega den Einstieg in die analoge Musikwiedergabe so einfach wie nie zuvor. Über drei Jahre Entwicklungsarbeit und mehr als 50 Jahre Erfahrung im Plattenspielerbau fließen in dieses konsequent auf Klang, Bedienkomfort und Langlebigkeit ausgelegte Modell ein.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-15_rega_Replay_lifestyle_A_withlid_0014.jpg

Der in Großbritannien handgefertigte Replay ist in weniger als einer Minute spielbereit und bietet echten HiFi-Klang ohne komplizierte Einstellungen. Einfach auspacken, anschließen und die Lieblingsplatte auflegen. Dank vormontiertem Tonabnehmer, voreingestelltem Tonarm und durchdachtem Plug-and-Play-Konzept steht die Musik sofort im Mittelpunkt. Ob als erster hochwertiger Plattenspieler oder als unkomplizierter Begleiter für langjährige Vinyl-Liebhaber: Der Replay überzeugt mit dynamischem Klang, hoher Detailauflösung und der für Rega typischen Musikalität.

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-15_rega_Replay_lidbadge_detial_9998.jpg

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-15_rega_Replay_hub_detail_0001.jpg

Key Features

  • Handgefertigt in Großbritannien
  • Plug-and-Play-Konzept, einsatzbereit in unter einer Minute
  • RB110 Präzisionstonarm mit voreingestelltem Bias
  • Werkseitig montierter und perfekt justierter Rega Carbon Tonabnehmer
  • Hochwertiger 24-V-Synchronmotor mit präziser Drehzahlstabilität
  • EBLT-Antriebsriemen für optimale Laufruhe
  • Phänolharz-Plattenteller mit verbessertem Schwungradeffekt
  • Leichtes, hochsteifes Skelettdesign-Chassis
  • Überarbeitetes Entkopplungs- und Füßesystem zur Vibrationskontrolle
  • Staubschutzhaube im Lieferumfang
  • Preis: 350 Euro
  • Liefertermin: voraussichtlich Mitte November 2026

b_850_0_16777215_10_images_content_news_26-10-15_rega_Replay_green_vinyl_0086.jpg

Vertrieb
TAD Audiovertrieb GmbH
Anschrift Hallwanger Strasse 14
83209 Prien am Chiemsee
Telefon +49 8052 9573273
E-Mail hifi@tad-audiovertrieb.de
Web www.tad-audiovertrieb.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-10-15_rega
Seite 1 von 226

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.