|
Vertrieb
globaldigital GmbH
|
|
|---|---|
| Label | Max-Planck-Str. 14 96050 Bamberg |
| info@qln-audio.de | |
| Web | www.qln-audio.de |
|
Hersteller
Qln Acoustics AB
|
|
|---|---|
| Anschrift | Schweden S-43137 Mölndal Krokslätts Fabriker 32 |
| info@qln.se | |
| Web | qln.se |
Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch.
Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne – insbesondere die Tiefenstaffelung von vorne nach hinten – bestmöglich abbilden kann. Anfang der 1980er Jahre stößt Mats Andersen zum Unternehmen. Er wird die Marke mit seinem Knowhow für die nächsten Jahrzehnte maßgeblich prägen und in der Folge auch Miteigentümer werden. 1981 wird das Modell Qln One vorgestellt: ein kleiner Monitor-Lautsprecher mit einem Gehäuse in Form einer abgestumpften Pyramide mit einer leicht nach hinten geneigten Frontwand. Diese Pyramidenform wird zum unverkennbaren Markenzeichen aller Qln-Lautsprecher – damals wie heute. In den folgenden zwei Dekaden erreicht Qln durch Modelle, wie die Qln Signature und die Reference-/Prestige-Reihen, Kultstatus unter HiFi-Fans. Die Lautsprecher sind bekannt für Zeitrichtigkeit, ungewöhnliche Gehäuseformen und natürliche Klangfarben.

Doch dann wird Qln im Jahr 2003 an eine schwedische Unternehmensgruppe verkauft. Mats Andersen und die Gründer scheiden komplett aus. Unter der neuen Führung ändert sich die Markenphilosophie drastisch. Der prestigeträchtige Name wird für günstigere, in asiatischer Massenproduktion gefertigte Mainstream-Produkte genutzt. In der Folge verliert Qln bei audiophilen Musikliebhabern massiv an Bedeutung. Zwischen 2012 und 2013 kauft Mats Andersen dann die Namensrechte an Qln vollständig zurück. Er stellt die Firma als reine High-End-Manufaktur neu auf, besinnt sich auf die Tugenden, die Qln einst groß gemacht haben, und hebt diese durch Verwendung moderner Werkstoffe auf ein neues Niveau. Ab 2015 gelingt mit einer neuen Generation klassischer Modelle, wie der Qln Signature 3 und der darauffolgenden Prestige-Serie, ein erfolgreiches Comeback der Marke im High End Bereich.

Schauen wir uns die Prestige Three Gen 2 genauer an: Ihre Vorgängerin, die Prestige Three, wurde 2018 als erstes Standlautsprecher-Modell von Qln seit den frühen 90er-Jahren vorgestellt und basiert auf der Qln Signature-Serie von 1989. Bereits der erste visuelle Eindruck der Three Gen 2 unterscheidet sie vom Gros der Mitbewerber. Das auffällige Erkennungszeichen ist die leicht nach hinten geneigten Frontwand und die abgestumpfte Pyramidenform im oberen Teil. Diese markante Linienführung ist kein Design-Gag, sondern hat handfeste akustische Gründe. Die nach hinten geneigte Schallwand soll für eine perfekte zeitliche Abstimmung (Time Alignment) zwischen Tieftöner und Hochtöner sorgen, da damit der akustische Mittelpunkt für alle Treiber auf einer Linie liegt. Der obere Gehäuseteil in Form einer abgestumpften Pyramide minimiert die Schallwandfläche rund um den Hochtöner, reduziert Kantenreflexionen und unterdrückt stehende Wellen im Inneren des Gehäuses.

Auch wenn die Three Gen 2 mit einer Höhe von knapp einem Meter nicht gerade ein Riese ist, so bringt sie mit 27 Kilogramm mehr Gewicht auf die Waage als gedacht. Einen großen Anteil daran hat das Gehäuse. Ein Lautsprechergehäuse sollte laut Mats Andersen vollkommen tot sein und nicht wie der Korpus eines Instruments als Resonanzkörper agieren. Bei der Three Gen 2 wurde der Aufwand für das Gehäuse auf die Spitze getrieben: Während bei der ersten Generation der Prestige Three das hocheffektive Dämpfungsmaterial Qboard® nur punktuell an besonders kritischen Bereichen Verwendung findet, geht Qln jetzt in die Vollen. Das gesamte Gehäuse besteht nun aus dem diesem High-End-Sandwich-Material, das bisher den absoluten Top-Modellen vorbehalten war. Q-Board besteht aus zwei Schichten hochdichten Holzes, die durch eine viskoelastische Schicht miteinander verbunden sind. Die hochdichten Platten sorgen für Masse, während die viskoelastische Schicht für die interne Dämpfung zuständig ist. Der Lautsprecher steht auf vier stabilen Auslegern, an die entweder scheiben- oder kegelförmige, in der Höhe verstellbare Dämpfungsfüße montiert werden können, womit eine Anpassung an unterschiedliche Bodenbeläge möglich ist. Für die Three Gen 2 verwendet Qln keine Standard-Chassis von der Stange. Im Tief-Mitteltonbereich vertraut Mats Andersen auf einen speziell für Qln gefertigten Scan-Speak-Treiber. Während Magnetsystem und Korb auf bewährter Scan-Speak-Technik basieren, sind sämtliche „weichen“ Komponenten – von der Aufhängung über die Membran bis zur Staubschutzkappe – exklusive Eigenentwicklungen, die bei Scan-Speak nach den Vorgaben von Qln gefertigt werden. Für das Material der Membran verwendet Mats Andersen Kevlar, das eine hervorragende innere Dämpfung und praktisch keinen Materialeigenklang haben soll. Seiner Ansicht eignet sich Kevlar besonders gut, die perfekte tonale Balance im kritischen Mitteltonbereich zu wahren. Der große 7-Zoll-Treiber soll damit so flink und verfärbungsfrei wie ein kleiner 5-Zöller agieren, jedoch das Bassfundament und die Raumkopplung eines großen Chassis mit sich bringen.

Im Hochtonbereich setzt Qln auf eine 25-Millimeter-Gewebekalotte (Soft Dome) mit breiter Sicke, ebenfalls eine Custom-Variante von Scan-Speak. Der Hochtöner arbeitet auf eine großzügig dimensionierte, rückseitige Dämpfungskammer. Die Luft kann durch offene Löcher unter der Kalotte nach hinten entweichen. Bedämpft wird die Kammer mit einer sorgfältig austarierten Mischung aus Naturwolle und Synthetik-Faser, wodurch Reflexionen des Rückschalls gegen die Kalotte eliminiert werden sollen. Obwohl der Hochtöner messtechnisch bis unter 1 Kilohertz linear arbeitet, koppelt Mats Andersen ihn erst viel höher – bei etwa 3,5 bis 4 Kilohertz – an den Tief-Mitteltöner an. Seiner Meinung nach ist ein Hochtöner einfach zu klein, um im Bereich zwischen 1,5 und 3 Kilohertz echte Luftbewegung zu generieren. Trenne man dort, klinge eine akustische Gitarre oder eine Violine zwar im ersten Moment sehr detailreich und spritzig, würde jedoch ihren hölzernen Korpus und damit ihr Volumen verlieren. Indem der große 7-Zoll-Kevlar-Treiber bis hinauf zu 3,5 Kilohertz spielt, behielte der Lautsprecher die volle Kontrolle über das reale Volumen und die Körperhaftigkeit von Instrumenten und Stimmen. Der Hochtöner arbeite so ausschließlich im Obertonbereich, der für das Gefühl von „Luft“ und Raum verantwortlich ist. Bei der Three Gen 2 setzt Mats Andersen im Gegensatz zum Vorgängermodell nun auf eine Frequenzweiche erster Ordnung (6 Dezibel pro Oktave). Ein optimales Phasenverhalten im kritischen Übergangsbereich zwischen Tief-Mitteltöner und Hochtöner ist für Mats Andersen wichtiger als ein schnurgerader Frequenzgang: der Klang würde dadurch entspannter. Aufgrund der einfachen Filter kommt die Frequenzweiche der Three Gen 2 mit sehr wenigen Komponenten aus, die dafür von bester Qualität sind: nicht-induktive Kondensatoren für den Hochtonbereich, hochwertige ölgefüllte Kondensatoren für den Tieftonbereich sowie an kritischen Stellen Flachdrahtspulen. Die Bauteile sind ohne Platine direkt Punkt zu Punkt verdrahtet. Auch auf den letzten Zentimetern des Signalwegs überlässt Qln nichts dem Zufall: eigenentwickelte Solid-Core-Kabel (massive Leiter) aus hochreinem Kupfer für die interne Verkabelung und ein WBT Nextgen Anschlussterminal sprechen für sich.

Qln empfiehlt für die Aufstellung einen Abstand der Lautsprecher von drei bis vier Meter zueinander und vorzugsweise mindestens einen halben bis einen Meter Abstand von den Seiten- und Rückwänden entfernt. Nach einigem Probieren habe ich die Lautsprecher mit etwa einem Meter Abstand zur Rückwand und etwas mehr als 60 Zentimeter Seitenwandabstand aufgestellt. Die Basisbreite zwischen den Lautsprechern beträgt knapp drei Meter und der Abstand zu meiner Hörposition etwa das 1,2-fache der Basisbreite. Gleichzeitig habe ich die Lautsprecher so eingewinkelt, dass der Hochtöner auf meine Hörposition zielt. Für die Aufstellung von Lautsprechern verwende ich immer die Teststücke „Channel Identification“ und „Relative Phase Test“ auf der Sheffield XLO Test & Burn in CD. Die Three Gen 2 erweist sich dabei als wenig kritisch, und es gelingt, schnell eine Position zu finden, bei der die Stimme des Sprechers exakt und fokussiert aus der Mitte zwischen den Lautsprechern kommt. Auch bei großer Basisbreite ist ein klangliches Loch in der Mitte nicht zu befürchten. Für den intensiven Hörtest habe ich die Three Gen 2 in meiner bewährten Kette mit den Class-A Mono-Endstufen Stax DA-80M verbunden. Zu Beginn bin ich überrascht: In „Act Like You Know” mit der Fat Larry's Band (Breakin‘ Out - Qobuz 16/44,1) klingt die fette Basslinie im ersten Moment ungewohnt schlank, gleichzeitig aber drahtig und unaufdringlich. Wie ich mir von Mats Andersen erklären lasse, hat die Three Gen 2 eine etwas ungewöhnliche Bassreflex-Abstimmung. Während klassische Computersimulationen für ein Gehäuse und einen Treiber wie bei der Three Gen 2 eine Bassreflex-Abstimmung von circa 45 bis 50 Hertz vorschlagen würden, geht Mats Andersen einen anderen Weg und stimmt das Bassreflexrohr sehr tief – auf etwa 30 Hertz – ab. Dadurch fällt der Frequenzgang der Three Gen 2 ab circa 100 Hertz sanft und kontinuierlich nach unten hin ab. Auf der anderen Seite verstärkt jeder geschlossene Wohnraum tiefe Frequenzen unterhalb von 80 Hertz durch die Reflexionen der Wände und Ecken. Im Zusammenwirken von Lautsprecher und Hörraum soll sich so eine sehr lineare tiefreichende Basswiedergabe ohne das gefürchtete Oberbass-Dröhnen ergeben. Das kann ich für meinen Hörraum bestätigen. Durch die schlanke Grundabstimmung erfordert der Lautsprecher etwas Geduld beim Experimentieren mit dem Wandabstand, um den optimalen Punkt für die Basswiedergabe zu finden. Dann reicht die Three Gen 2 messtechnisch in meinem Hörraum ab 100 Hertz leicht und sehr gleichmäßig abfallend bis etwa 35 Hertz hinab. Gehörmäßig kann ich das auch gut mit den entsprechenden Musik-Tracks (Nr. 43 bis 47) aus dem Album Audiophile Speaker Set Up nachvollziehen. Das Stück „Come Together“ mit Brian Bromberg (Wood - Qobuz 16/44,1) ist ein Härtetest für das Bassfundament eines Lautsprechers. Bromberg interpretiert die Beatles-Melodie ausschließlich auf einem akustischen Kontrabass. Man hört nicht nur das tiefe Brummen des Instruments, sondern kann das physische Schnellen der Saiten, das Greifen auf dem Griffbrett und das Resonieren des riesigen Holzkorpus nachvollziehen. Die Three Gen 2 liefert einen tief reichenden Bass, der mit verblüffender Geschwindigkeit, exakter Kontur und beeindruckender Sauberkeit überzeugt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei „Wildfire“ von SBTRKT (SBTRKT - Qobuz 16/44,1). Minimalistische Drum-Beats verbinden sich mit einem etwas halligen Gesang und einer schnarrenden Basslinie. Die Three Gen 2 zeichnet die pulsierenden Bewegungen des Basses im unteren Frequenzbereich exakt nach und macht dessen fortwährende Klangfarbenwechsel mühelos nachvollziehbar. Nach oben bleibt der Mittel- und Hochtonbereich trotz der enormen Bass-Energie vollkommen unbeeindruckt, klar und stabil.

Die Paradedisziplin der Three Gen 2 ist sicherlich die Wiedergabe von Stimmen unterschiedlichster Art. Bei „Stars“ von Sara K. (Hell or High Water - Qobuz 24/44,1) werden ihre charakteristische, ausdrucksstarke Stimme und die Akustikgitarre mit einer faszinierenden, plastischen Dreidimensionalität in den Raum projiziert. Die Wiedergabe besitzt ein spürbares Fundament und organische Wärme, während das feine, metallische Glitzern der Percussion vollkommen schwerelos und unaufdringlich im Hintergrund schwebt. Dazu gesellt sich ein perfekt kontrollierter Kontrabass, der tief und trocken in den Keller steigt, ohne den intimen Charakter des Stücks unter einem allzu üppigen Bassfundament zu begraben. Ein echtes Aha-Erlebnis in Sachen Stimmwiedergabe liefert die Three Gen 2, wenn Maria Callas die Habanera singt (Georges Bizet: Carmen: „L'amour est un oiseau rebelle“ / Habanera - Maria Callas, Orchestre du Théâtre National de l'Opéra de Paris - Qobuz 24/96). Die legendäre Stimme steht mit einer fast physisch spürbaren, fesselnden Unmittelbarkeit im Raum. Völlig frei von künstlichen Schärfen oder analytischer Kühle transportiert der Lautsprecher das feine Vibrato und die dramatische Energie der Callas als mitreißendes Ganzes. Ihre Stimme hat Substanz, ein spürbares Brustvolumen und eine organische Wärme, die unter die Haut geht. Und wenn der Opernchor im Hintergrund einsetzt, verschwimmt nichts zu einem diffusen Klangteppich – das Ensemble bleibt meisterhaft und plastisch hinter der Solistin gestaffelt. Diese großartige Tonalität kommt auch der Wiedergabe akustischer Instrumente in vollem Umfang zugute. Wenn Narciso Yepes die „Suite Espanola“ (Musica Española – HDTT 24/352) spielt, verbindet sich höchstes technisches Können mit großartiger Musikalität. Die zehnsaitige Konzertgitarre von Narciso Yepes erklingt mit großartiger Farbenvielfalt und kraftvollem Ausdruck, die den Körper des Instruments fühlen lässt. Zugleich kommen bei Akkorden die Saiten-Anschläge präzise und energiegeladen. Hier geht großartige Tonalität mit stupender Dynamik einher. Genauso wichtig ist für mich, dass der Hochtonbereich ohne Bruch an diesen fantastischen Mitteltonbereich anzuschließen vermag. Das „Sommer-Gewitter“ (Vivaldi: Der Sommer / L'Estate: III. Presto aus Die vier Jahreszeiten - Anne-Sophie Mutter, Trondheim Soloists – Qobuz 24/48) lebt von der explosiven Dynamik der Solistin und der sie begleitenden Streicher. Gerade in dynamischen, lautstarken Passagen kann der Klang schnell an Geschmeidigkeit verlieren und eine glasige oder gar aufdringlich metallische Note entwickeln. Die Three Gen 2 meistert diese Hürde mit Bravour und verhält sich vorbildlich: Sie fügt keine künstliche Helligkeit hinzu, um Details vorzugaukeln, wo keine sind, sondern liefert einfach nur Klangfarben von großer Reinheit und Natürlichkeit. Gerade die Solo-Violine fasziniert in jeder Passage mit ihrem facettenreichen Charakter in den verschiedenen Tonlagen. Das Hören bleibt vollkommen entspannt und frei von jeglicher Anstrengung.

Spätestens jetzt dürfte es Sie nicht mehr überraschen, dass auch die räumliche Wiedergabe vom Feinsten ist. Begeben wir uns auf eine Zeitreise in das Jahr 1959 und hören wir Miles Davis mit „So What“ (Kind of Blue - Qobuz 24/192). Die virtuelle Bühne mit den Musikern öffnet sich holografisch, Miles Davis’ Trompete steht wie festgenagelt im Raum. Man kann die Tiefe des Aufnahmeraums förmlich spüren. Die Lautsprecher scheinen sich in Luft aufzulösen und den großartigen Musikern ganz selbstverständlich den Vortritt zu lassen. Und die Three Gen 2 kann auch ganz groß. Im „Trauermarsch“ (Gustav Mahler – Symphonie Nr. 5: I. Trauermarsch - Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, Qobuz 24-Bit/44,1 kHz) entsteht eine atemberaubende Klangbühne, die den Konzertsaal bis in den letzten Winkel ausleuchtet. Das Klangbild löst sich so mühelos von den Lautsprechern, dass diese als Schallquellen nahezu vollständig aus der Wahrnehmung verschwinden. Wenn nach dem einleitenden Trompetensolo das gesamte Orchester mit einem markanten Tutti-Einsatz und kraftvoll unterstützt von den Kesselpauken einsetzt, entfaltet sich der gewaltige Orchesterapparat mühelos in seiner ganzen räumlichen Breite und Tiefe. Die Position jedes einzelnen Instruments im Orchester lässt sich mühelos nachvollziehen. Auch die weiter hinten platzierten Instrumentengruppen bleiben klar konturiert und behalten ihren festen Platz, statt sich in einer weitläufigen Raumillusion aufzulösen. Die Stärke der räumlichen Darstellung liegt weniger in spektakulärer Tiefe als in ihrer beeindruckenden Klarheit und Ordnung. Und wenn Abbado das Orchester an anderer Stelle dann wieder abrupt abwinkt, bricht der Klang wie mit dem Skalpell abgeschnitten ab, und es herrscht augenblicklich eine tiefe, pechschwarze Stille im Raum, in der nur noch der natürliche Nachhall des Saales ausklingt.
|
Gehört mit
|
|
|---|---|
| Computer | SOtM Audio PC mit Motherboard sMB-Q370, Clock Modul sCLK-EX, USB-Modul tX-USBhubIN und Netzwerk Modul sNI-1G Musikserver mit Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2019 mit AudiophileOptimizer 3.0, HDPLEX 400W ATX Linear-Netzteil und HDPLEX 200W Linear-Netzteil Diretta Lucia Piccolo Bridge, LattePanda Alpha 864s mit Intel 8th m3--8100y mit Diretta Target Bridge und HDPLEX 200W Linear-Netzteil |
| Software | JPLAY iOS App, MinimServer, JPLAY Femto, JPLAY femtoServer, Roon Server |
| 10-MHz-Clock | SOtM SCLK-OCX10 |
| USB | SOtM USB Hub tX-USBultra, MUTEC MC-3+ USB |
| D/A-Wandler | PS Audio DirectStream DAC MK1 |
| Plattenspieler | Platine Verdier |
| Tonarm | Souther TRIBEAM |
| Tonabnehmer | Clearaudio Veritas |
| Vorstufe | Erno Borbely, Omtec Anturion |
| Endstufe | Stax DA-80m, Omtec CA 25 |
| Kabel und Zubehör |
AIM NA9, NA6, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Van den Hul, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable, SOtM dBCL-BNC, Audioquest Niagara 5000, Sortz RCA, Sortz LAN, Sortz BNC |
|
Herstellerangaben
Qln Prestige Three Gen 2
|
|
|---|---|
| Konzept | 2-Wege-Bassreflex-System |
| Tief-/Mitteltöner | 177 mm (7 Zoll) Konus mit Kevlar® Membranr |
| Hochtöner | 25 mm Gewebekalotte |
| Tieftonwiedergabe | -3dB @28Hz |
| Impedanz | 8 Ohm (nominal) |
| Wirkungsgrad | 88 dB SPL 1 Watt 1m, 100-10kHz |
| Empfohlene Verstärkerleistung | 50-250 Watt RMS |
| Abmessungen | 900 x 210 x 420 mm (H x B x T) |
| Gewicht | 27 kg |
| Preis | 10.950 Euro (Paar) |
|
Hersteller
Qln Acoustics AB
|
|
|---|---|
| Anschrift | Schweden S-43137 Mölndal Krokslätts Fabriker 32 |
| info@qln.se | |
| Web | qln.se |
|
Vertrieb
globaldigital GmbH
|
|
|---|---|
| Label | Max-Planck-Str. 14 96050 Bamberg |
| info@qln-audio.de | |
| Web | www.qln-audio.de |
Der Eversolo T10 ist ein reiner Streaming-Transport ohne DAC. Durch optimierte Stromversorgung, ausgefeilte Clock-Architektur und umfassende Schnittstellen-Isolation garantiert er maximale Signalreinheit und minimiert Störeinflüsse im gesamten Wiedergabepfad. Der T10 verbindet Studioqualität mit alltagstauglicher Bedienung.
Im Zentrum des Stromversorgungskonzepts steht ein speziell entwickelter O-Typ-Ringkerntransformator mit geschlossenem Magnetkreis, der Streufelder und netzbedingte Störungen deutlich reduziert. Die lineare Stromversorgung arbeitet mit einem extrem niedrigen Rauschpegel und schafft so die elektrische Basis für eine saubere Digitalsignalverarbeitung. Zusätzlich setzt der T10 auf ein durchgängiges Isolationskonzept der verschiedenen Schnittstellen sowie auf physische Abschirmungen und getrennte Gehäusebereiche, um gegenseitige Beeinflussungen von Anzeige, Steuerlogik und Audiosignalpfaden zu minimieren.
Der T10 nutzt einen ultra-rauscharmen OCXO-Quarzoszillator mit temperaturstabilisierter Regelung, um Frequenzdrift zu minimieren. In Kombination mit einem rauscharmen PLL-System wird der Takt weiter verfeinert und Jitter im digitalen Signalweg reduziert. Für komplexe High-End-Setups steht zudem ein Masterclock-Eingang zur Verfügung, der sowohl 50- als auch 75-Ohm-Impedanzen unterstützt und die Einbindung externer Referenztaktgeber erlaubt.
Ein moderner 64-Bit-Octa-Core-Prozessor, 8 GB DDR4-RAM und 64 GB eMMC-Speicher sorgen für hohe Reaktionsgeschwindigkeit, auch bei großen Musikbibliotheken und hochaufgelösten Formaten. Das System ist darauf ausgelegt, umfangreiche Datenbanken schnell zu indizieren und flüssig zu durchsuchen sowie mehrere Aufgaben parallel zu verarbeiten. Interne Speichererweiterungen sind über zwei M.2-NVMe-Slots möglich und bieten ausreichend Reserven für große lokale Sammlungen.
Der T10 stellt ein breites Spektrum an digitalen Ausgängen zur Verfügung, darunter USB Audio, IIS, AES/EBU sowie koaxiale und optische S/PDIF-Ausgänge. Die IIS-Schnittstelle bietet acht umschaltbare Pin-Konfigurationen, um eine optimale Kompatibilität mit unterschiedlichen DAC-Architekturen sicherzustellen. USB-Audio- und koaxiale Ausgänge sind mit hochpräziser galvanischer Isolation ausgeführt, um Störeinflüsse aus dem Quellgerät weiter zu reduzieren.
Für die Netzwerk-Anbindung verfügt der T10 über einen 2,5G-Ethernet-Port für stabile Datenübertragung bei hohen Bitraten und großen Musikbibliotheken. Zusätzlich steht ein SFP-Fiber-Port zur Verfügung, über den sich Single-Mode-Glasfasermodule nutzen lassen, um elektrische Störungen aus dem Netzwerk weitgehend vom Audio-System fernzuhalten. Dual-Band-Wi-Fi 6 ergänzt die kabelgebundenen Optionen um eine leistungsfähige drahtlose Verbindung.
Der T10 bindet eine Vielzahl führender Musikdienste direkt in seine Benutzeroberfläche ein, darunter Apple Music, TIDAL, Qobuz, HIGHRESAUDIO, Amazon Music, IDAGIO, Calm Radio, Internet Radio, TuneIn, Radio Paradise, Deezer, SoundCloud und Presto Music. Parallel werden moderne Streamingprotokolle wie Spotify Connect Lossless, TIDAL Connect, Qobuz Connect und DLNA unterstützt, um eine nahtlose Steuerung aus nativen Apps und über verschiedenste Endgeräte zu ermöglichen. Dadurch lässt sich der T10 flexibel in bestehende Streaming-Ökosysteme integrieren, ohne auf Komfortfunktionen der jeweiligen Dienste verzichten zu müssen.
Die interne Bibliotheksverwaltung des T10 ist auf große Datenmengen ausgelegt und kann umfangreiche Musiksammlungen zügig einlesen und indexieren. Funktionen wie systemweite Suche, Playlisten-Erstellung über mehrere Plattformen hinweg und vollständige Zufallswiedergabe erleichtern das Handling großer Sammlungen. Bedient wird der T10 über den großen Touchscreen an der Front, eine überarbeitete Benutzeroberfläche sowie die Eversolo Control App für Smartphones und Tablets.
Mit der weiterentwickelten evotune-Raumkorrektur kann der T10 automatisch auf Basis der akustischen Gegebenheiten im Hörraum individuelle Korrekturprofile erstellen. Dies unterstützt eine ausgewogene und natürliche Wiedergabe in unterschiedlichen Umgebungen – von Wohnzimmer und Arbeitszimmer bis hin zum dedizierten Hörraum. So lässt sich das vorhandene Lautsprechersystem besser an den Raum anpassen, ohne die digitale Quelle wechseln zu müssen.
Die Frontseite wird von einem 8,6-Zoll-LCD-Touchdisplay dominiert, das nicht nur Bedieninformationen, sondern auch vielfältige Visualisierungen bietet. Neben VU-Metern und Spektrumanzeigen stehen dynamische Ambient-Animationen zur Verfügung, welche die Musikwiedergabe optisch inszenieren und mit der Raumstimmung verbinden. Das vergrößerte Gehäuse mit klar strukturiertem Design sorgt für eine stimmige Gesamtästhetik und erleichtert die Integration in hochwertige Hi Fi-Racks.
Technische Daten
Allgemein
Systemhardware
Stromversorgung und Clock
Netzwerk und Konnektivität
Unterstützte Wiedergabeformate
Digitale Audioausgänge
Bedienung und Steuerung
|
Vertrieb
audioNEXT GmbH
| |
|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr.
Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one nur in Details, und die Besonderheiten des ersten hatte ich in der recht ausführlichen Vorstellung des Xtrax ja bereits beschrieben. Da wäre zum Beispiel die Befestigung des Generators im Gehäuse durch zu einem Spike auslaufende Madenschrauben aus Edelstahl – eine Technik zur Resonanzableitung, die Vertere-Chef Touraj Moghaddam schon während seiner Zeit bei Roksan für das auf dem EMT-Generator basierenden Shiraz entwickelt hatte. Obwohl die Impedanz der Spulenwicklungen 40 Ohm beträgt, werden als Abschlussimpedanz 850 bis 1500 Ohm empfohlen. Den ungewöhnlich hohen Wert hatte Touraj Moghaddam beim Xtrax damit begründet, dass dessen Frequenzgang so ausgewogen sei, dass es keiner Bedämpfung einer Überhöhung im Präsens- oder Hochtonbereich bedürfe. Es sei schlicht nicht nötig, einen auch noch so kleinen Teil der Ausgangsspannung zugunsten der Linearität zu opfern. Das gilt natürlich beim Ruby one ebenso. Den Generator, bei dem die auf einen kreuzförmigen Träger gewickelten Spulen in Verbindung mit einem Samarium-Cobalt-Magneten eine Ausgangsspannung von recht hohen 0,45 Millivolt bei einer Schnelle von fünf Zentimetern pro Sekunde liefern, bezieht Vertere von der Excel Sound Cooperation in Japan. Die schätzt Touraj Moghaddam ganz besonders wegen der hohen Qualität der Politur der Diamanten, die ein sehr geringes Laufgeräusch in der Rille garantieren soll.

Das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Zwar gibt es auch beim Ruby one die Teleskop-Konstruktion des Nadelträgers. Allerdings bedämpfen sich hier nicht wie beim Xtrax zwei Aluminium-Röhrchen aus unterschiedlichen Legierung nach dem Prinzip des Constraint Layer Dampings, sondern ein industriell hergestelltes Rubin-Stäbchen, das in einem Alu-Röhrchen steckt. Auf der gegenüberliegen Seite des Stäbchens wurde ein Diamant mit einem Micro-Ridge-Schliff in eine Aussparung im Rubin eingesetzt. Auch dieser soll sich durch eine besonders feine Politur auszeichnen. Für Rubin als Material für den Nadelträger hat sich Vertere nach ausgiebigen Experimenten mit diesem, Boron und Diamant entschieden. Für Touraj Moghaddam ergibt sich bei der gemeinsamen Verwendung von Aluminium und Rubin die stimmigste Kombination von körperhafter Darstellung und Detailfülle. Da er herausgefunden hatte, dass das härtere Material des Nadelträgers das Resonanzverhalten des Tonabnehmers leicht verändert hat, erhöhte er beim Ruby one die Masse des Aluminiumgehäuses im Vergleich zum Xtrax um 0,6 Gramm, um wieder die gewünschte Schwingungsableitung sicherzustellen. Ob am Dämpfungssystem und am Spannfaden ebenfalls Anpassungen nötig gewesen sind, führte er nicht aus. Die elektrischen Eigenschaften des Generator sollen absolut gleich geblieben sein. Dennoch wird in den Spezifikationen für das Xtrax ein Abschlusswiderstand von 850 Ohm bis 1,5 Kiloohm empfohlen, für das Ruby one jedoch einer von 1 bis 1,5 Kiloohm. Für solche Werte ist meine Phonostufe allerdings nicht ausgelegt. Die beiden höchsten Werte sind hier 500 und 1000 Ohm. Da der obere von ihnen zwar nicht mittig, aber immerhin zwischen den beiden für das Xtrax empfohlenen Extremwerten liegt, habe ich es bei dessen Test dabei bewenden lassen – zumal der Tonabnehmer klanglich rundum überzeugte.

Dem neuen Topmodell kann man meines Erachtens nach aber mit nur einem möglichen Abschlusswiderstand nicht gerecht werden. Ich benötige also eine Phonostufe, die mehr Vielfalt bietet, mir nicht völlig unvertraut ist und darüber hinaus auch noch eine weitere Absicherung für meine Einschätzungen des Ruby one. Die stellt das Vertere Xtrax dar, das mir Andreas Kayser freundlicherweise ebenfalls nach Gröbenzell geschickt hat. So steht einem direkten Vergleich der beiden nichts im Wege. Dafür probiere ich aus, wie die beiden Systeme mit Einsteins kurzem The Tonearm harmonieren. Nach der Papierform verlangten die beiden Vertere eigentlich nach einem Tonarm mit etwas geringerer effektiver Masse. Da Einsteins Arm jedoch über ein abnehmbares Headshell verfügt und ich zwei von diesen zur Hand habe, hörte ich die beiden Abtaster dennoch erst einmal im geraden, sehr rigiden Stahl-Aluminium-Sandwich-Arm. Der wies mit keinem der Tonabnehmer auch nur die geringste Auffälligkeit im subsonischen Bereich auf. Darüber hinaus gestaltete sich das Zusammenspiel des Trios klanglich so überzeugend, dass ich keinerlei Anlass sehe, auf die Bequemlichkeit zu verzichten, die zwei in ihren Headshells perfekt voreingestellte Tonabnehmer bei einem Vergleich bieten. Die einzige Einstellung, die bei einem schnellen Wechsel korrigiert werden muss, ist dann wegen des unterschiedlichen Gewichts die der statischen Auflagekraft.

Während ich die Tonabnehmer im Neun-Zoll-Einstein ausprobierte und mir noch weitere Gedanken über die Modalitäten des Test mache, ist die Aavik R-588 aus Dänemark eingetroffen, eine Phonostufe, deren Vorgänger, die R-580 mich beim Test vor fünf Jahren auf den ersten Blick wegen ihrer Cinch-Ein- und Ausgänge und wegen des Resonant-Mode-Netzteils erst ein wenig verstörte. Dann begeisterte sie mich klanglich auf ganzer Linie und erwies sich als bisher ruhigster Entzerrervorverstärker, der je in meinem Hörraum zu Gast war. Damit spiele ich nicht auf seine – übrigens ganz hervorragenden – dynamischen Fähigkeiten an, sondern auf den absolut schwarzen Hintergrund, vor dem sich das musikalische Geschehen entfaltet, und das nahezu völlige Fehlen von Rauschen. Dass es nicht einmal einen Anflug vom Brumm gibt, brauche ich da gar nicht mehr zu erwähnen. Genug der Lobpreisung: Jetzt steht der Nachfolger auf einer Ebene des Artesania-Racks und übernimmt die Aufbereitung der Phono-Signale. Er verfügt, anders als die 580 nicht nur über einen MC-Eingang, sondern zusätzlich noch über einen für DS-Audio-Tonabnehmer. Laut Michael Børresen, dem Entwickler des R-588, gibt es gegenüber dem Vorgänger auch noch einige Verbesserungen in Sachen Bauteilequalität und Schaltungsdesign. Doch dazu in nicht allzu ferner Zukunft mehr.

Entgegen aller Gewohnheit höre ich diesmal also mit gleich zwei Unbekannten in meiner Kette, eben um mehr Flexibilität bei den Abschlussimpedanzen zu haben. Aber zum einen kenne ich die klangliche Ausrichtung der Aavik R-580 und zum anderen kann ich so dank der hohen Auflösung der R-588 auch die Unterschiede zwischen dem Vertere Ruby one und dem Xtrax noch präziser herausarbeiten. Schon nach den ersten Takten von Art Farmer und Jim Halls Big Blues weiß ich, dass diese Entscheidung keine schlechte war – zumindest, wenn wenn es um ein Musikerlebnis auf höchstem Niveau geht. Im Einstein-Arm ist das Headshell mit dem Ruby one montiert und die Abschlussimpedanz im Aavik ist auf ein Kiloohm eingestellt: Das Blech der Becken erklingt sehr realistisch, die Soli von Gitarre und Flügelhorn begeistern mit Transienten, die denen einer Live-Darbietung extrem nahe kommen, und dennoch bestens in den musikalischen Fluss integriert sind. Die Dynamik erscheint schier unbegrenzt, und Mike Mainieris zurückhaltende Begleitung auf dem Vibraphon während der Soli zieht plötzlich meine Aufmerksamkeit auf sich. Die Instrumente werden von viel Luft umgeben, und der Studiohall sorgt für einen großen virtuellen Raum. So habe ich diese immer wieder gespielte Scheibe noch nicht gehört. Wie groß der Anteil des Ruby one und der des Aavik R-588 an dieser emotional so packenden, äußert detailreichen, plastischen und ausgesprochen lebendigen Wiedergabe ist, kläre ich gerne später durch einen Vergleich des Ruby one mit dem Xtrax. Doch erst einmal ziehe analogen Hochgenuss dem weiteren Erkenntnisgewinn vor.

Schon liegt eine Neuerwerbung auf dem Plattenteller von Einsteins Aerolith: Christian McBride und Edgar Meyers But Who's Gonna Play the Melody, ein Doppelalbum, eingespielt von zwei Bassisten. Besonders angesprochen haben mich „Bass Duo 2“ auf Seite 3 und der „Tennessee Blues“ auf Seite 4. Edgar Meyers Komposition beginnt mit einem längeren Intro des Basses auf der rechten Seite des großen, halligen Raums – leider verrät das Cover nicht, wer auf welcher Seite aktiv ist –, dann steigt der Viersaiter auf der linken in den Groove ein und setzt einige solistische Akzente, bevor nach einem kurzen Break das Knarzen des gestrichenen Basses von rechts im Fokus steht: jede Menge fein definierte Tieftonenergie, packendes Timing, ein unwiderstehlicher Drive, glaubwürdige Klangfarben und Dynamik satt – das macht den Klang-Gourmet wunschlos glücklich. Laufwerk, Tonarm, Ruby one und die Aavik R-588 agieren auf demselben hohen Niveau wie die beiden Bassisten. Einfach Klasse! Dem steht der „Tennessee Blues“ in nichts nach: Los geht’s mit zwei gestrichenen Tieftönern, von denen einer bald auf einem soliden gezupften Tieftonfundament tänzelt, dann wechseln die Musiker zwischen pizzicato und con arco, bevor sie das Stück gemeinsam streichend beenden. Das Ruby bringt diese – für mich – wirklich großartige Musik rhythmisch bestens akzentuiert, mit dem nötigen Druck und gleichzeitig sehr guter Durchzeichnung rüber. Allen Kontrabass-Fans kann ich dieses Album nur nachdrücklich empfehlen – auch wenn ich befürchte, dass sie nicht ganz so viel Spaß daran haben werden wie ich, wenn sie kein Vertere Ruby one ihr eigen nennen.

Weiter geht’s mit Codona, dem ersten Album von Collin Walcott, Don Cherry und Nana Vasconcelos. Die drei Multiinstrumentalisten fordern die Wiedergabekette mit teils exotischen Sounds von diversen Flöten, nahezu unzähligen Perkussionsinstrumenten, Berimbau, Sitar und Trompete. Die Klangfarben etwa von Glöckchen, Becken, Trommeln und Flöten habe ich von guten Tonabnehmer/Phonostufen-Kombinationen ähnlich stark und leuchtend in Erinnerung, aber beispielsweise beim Berimbau entdecke ich immer mal wieder ein zusätzliches Nebengeräusch, das es zuvor nicht über die Wahrnehmungsschwelle geschafft hat. Einige der Flöten und die Trompete kommen mit Nachdruck und Biss rüber – ein Grund, ein wenig mit den Abschlussimpedanzen zu experimentieren. Da Touraj Moghaddam in unserem Gespräch angeregt hatte, auch beim Ruby one Impedanzen unterhalb von einem Kiloohm auszuprobieren, wählte ich als erstes 900 Ohm, was Flöten und Trompete ein klein wenig zahmer klingen, aber auch den imaginären Raum einen Hauch kleiner erscheinen ließ. Eine ungemein faszinierende Raumillusion entstand, als ich die Last für das Ruby one auf 1500 Ohm erhöhte. Allerdings umgab den Hochtonbereich nun eine ganz leichte Spur von Härte. Da Ruby one und Aavik R-588 aber, egal bei welcher der drei Lasten mit einer luftigeren und weiträumigeren Präsentation verwöhnten, als ich es gewohnt bin, verzichte ich auf die letzten paar Zentimeter der imaginären Bühne und belasse es für die weitere Beschäftigung mit den Vertere-Tonabnehmern bei einer Abschlussimpedanz von einem Kiloohm. Diese Einstellung verleiht dem oberen Mittel- und Hochtonbereich genug Energie, so dass Trompete und Flöten mit ähnlich viel Attacke und Druck rüberkommen wie bei einem unverstärkten Konzert in einem kleinen Jazz Club. Viel lieber, als mir weiter darüber Gedanken zu machen, warum ich vor der heimischen Anlage hin und wieder in Versuchung gerate, Weichspüler-Effekte zu akzeptieren, lausche ich den beiden Seiten des Codona-Albums…

Dass diese Tonabnehmer/Phonostufen-Kombination mit zu den allerbesten zählt, die in meinem Hörraum gespielt haben, dürfte auch ohne den Rückgriff auf die ebenso bekannten wie bewährten Test-Scheiben klar geworden sein. Um zu klären, wie groß der Anteil des Ruby one an diesem herausragenden Ergebnis ist und wie sehr es sich vom Xtrax unterscheidet, hole ich dann aber doch Dick Schorys Bang, Baaroom And Harp aus dem Regal: Der „Buck Dance“ und das „Duel On The Skins“ machen mit dem Ruby one einfach noch ein wenig mehr Spass, als ich es in Erinnerung habe, da die Orchestra Hall nun noch ein wenig größer wirkt als beim Abspielen mit den meisten anderen Tonabnehmern. Die Abbildung gerät zum Greifen plastisch, Impulse kommen mit Macht und Dick Schorys New Percussion Orchestra sprüht nur so vor Spielfreude. Die tiefen Trommeln strotzen vor Kraft und sind dennoch bestens definiert. Dazu kommt eine Fülle an Details: wirklich überzeugend. Dann hat das Ruby one Pause, das Headshell mit den Xtrax nimmt den Platz in The Tonearm ein, die Auflagekraft wird entsprechend korrigiert und dann das Gleiche noch einmal: Ich werde mein sehr positives Urteil über das Xtrax keinesfalls widerrufen, aber an das klangliche Niveau des Ruby one kommt es einfach nicht heran. Die minimal geringere Auflösung im Hochtonbereich nimmt diesem einen Teil seiner Geschmeidigkeit, Dynamik und Raumdarstellung präsentieren sich ähnlich, wie ich sie von anderen sehr guten Tonabnehmern kenne, reichen aber nicht an das heran, was das Ruby one zu bieten. Das fasziniert mit einer noch plastischeren Abbildung und einem noch solideren und exakteren Bassfundament. Das Xtrax ist richtig gut, aber das Ruby one erweist sich als Ausnahmetalent.
|
Gehört mit
|
|
|---|---|
| Laufwerk | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith |
| Tonarm | AMG 12JT, Thiele TA01, Einstein 9“ |
| Tonabnehmer | Vertere Xtrax, DS Audio DS-W3, Lyra Etna, Einstein |
| Phonostufe | Aavik R-588, WestminsterLab DS Audio Phonoeinschub |
| Vorstufe | WestminsterLab Quest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen T5 SSE |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, ForceLines, Ansuz Speakz D-TC Supreme und Mainz D2, Ortofon TSW-5000 Silver, AC 5000Si Silver |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Acapella Basis. Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME, Degritter MK II |
|
Herstellerangaben
Vertere Ruby one
|
|
|---|---|
| Prinzip | Moving Coil |
| Ausgangsspannung | 0,45,mV @ 5cm/sec |
| Empfohlene Last | 1kΩ -1,5kΩ, max. 22µF |
| Empfohlenes Auflagekraft | 2,05g (1,90- 2,10g) |
| Frequenzgang | 10Hz - 50kH |
| Kanaltrennung | >30dB |
| Spulenimpedanz | 40Ω |
| Dynamische Nachgiebigkeit | 12 x 10-6cm/dyne (@100Hz) |
| Magnettyp | Samarium-Cobalt |
| Abstand Gewinde / Nadel | ≈ 7,8 mm |
| Diamantschliff | Nude Micro Ridge (2,4 x 73µm) |
| Nadelträger | Rubin/Aluminium, Teleskop-Konstruktion |
| Befestigung im Headshell | spezielle Vertere 3-Punkt-Befestigung, mit 2 2,5mm-Gewindebuchsen |
| Generatorbefestigung | spezieller Vierpunktkontakt mit 4 Edelstahl-Spike-Schrauben |
| Gewicht | 11,8g |
| Preis | 12.000 Euro |
|
Vertrieb
Beat Audio GmbH
|
|
|---|---|
| Anschrift | Hainbuchenweg 12 21224 Rosengarten Deutschland |
| Telefon | +49 4105 6750500 |
| Telefax | +49 4105 6750509 |
| info@beat-audio.de | |
| Web | www.beat-audio.de |
|
Vertrieb
Ortofon Deutschland
|
|
|---|---|
| Anschrift | Mendelstrasse 11 48149 Münster |
| Telefon | +49 251 9801450 |
| support@ortofon.dk | |
| Web | ortofon.com |
Die neue Vollverstärker und Digital/Analog-Wandler der Canor Foundation Line erfreuen nicht allein wegen ihrer eleganten Optik, sondern auch dank ihrer Preise. Die kostspieligeren Komponenten aus dem Hause Canor verwöhnten stets mit beeindruckender Musikalität und waren daran gemessen preiswert. Profitiert die Foundation Line von deren Genen?
Auf der Canor Website findet man in der Beschreibung des Virtus-I4S-Vollverstärkers gleich als Überschrift den Hinweis, dass mit „modernsten, teilweise aus der Referenzserie adaptierten Technologien und Konzepten für ein überzeugendes Klangerlebnis“ gesorgt wurde. Es gibt die Foundation-Line in drei Ausführungen: Schwarz, Silber und Bronze. Zum Test erhielt ich die Variante Bronze. Diese Farbgebung bezieht sich auf die Abdeckung und die Einfassung der schwarzen Front aus echtem Glas. Die Rückseiten, wie auch die mit einer Vielzahl senkrechter Lüftungsschlitzen versehenen Seitenwangen, sind schwarz eloxiert. Dank der flachen Bauweise trägt die Abdeckung erheblich zum Gesamtbild bei. Die Farbgebung Bronze wirkt nicht wirklich metallisch. Eine Beschreibung als ocker-farbige Lackierung finde ich alternativ angemessen, was auf hellen Möbeln, wie meinem zum Hören benutzten Audio-Möbel in Buche, auf dem sie nebeneinander Platz fanden, sehr elegant und nobel wirkt. Ich freue mich jedenfalls über den Mut der Canor-Designer zur Farbe.

Bei der ersten von Neugier getriebenen Hörprobe diente mein Eversolo T8 Streamer als Quelle und meine Qobuz-Favoritenliste als Musik-Lieferant. Rossinis „Sonata a quattro No.1 in G-Dur“ brachte über meine Phonar Veritas sofort Spaß beim Hören. Das Klangbild des Canor-Duos gefiel durch ein feines, geschmeidiges, beinahe seidiges Klangbild, das angenehm unaufdringlich aber durchaus nuanciert daherkam. Da konnte ich mich ein wenig einhören, wurde aber durch das Frontpanel des D/A-Wandlers provoziert, die Auswahl der acht zur Verfügung stehenden digitalen Filter durchzuprobieren. Denn neben der Anzeige der Auflösung – hier PCM 44,1 Kilohertz – links im 18 Zentimeter großen Display und der Angabe des Eingangs in der Display Mitte – hier AES/EBU –ist rechts davon eine orange-farbige Grafik mit darunter beschriebenem Filtertyp zu bestaunen. Die Grafik stellt die Wirkung des ausgewählten Filters dar. Derartiges ist mir noch nie begegnet. Zugegeben, diese Darstellung half mir nicht bei der Auswahl, denn die vollzog ich selbstverständlich nach Gehör über die jedem der beiden Geräte beiliegende System-Fernbedienung. Erstaunlich deutlich waren die Auswirkungen der Filter wahrnehmbar, so dass man sich in der Praxis darüber freuen darf, mal eben schnell den zur Musikart passenden Filter-Charakter zu wählen. Den muss man sich dann nicht unbedingt namentlich merken, sondern kann dies auch anhand der optischen Darstellung tun. Das Display ist in mehreren Stufen dimmbar und auch ganz auszuschalten, so dass man allein die schwarze Glasfront sieht. Es bietet als Touchscreen den Zugriff auf sämtliche Einstellungs-Optionen. Dazu gehört auch, die Darstellung der Schriftzüge von Weiß auf Orange umzustellen. Man hat also die Wahl zwischen komplett orange oder Grafiken und Piktogrammen in Orange mit Beschriftung in Weiß. Das Bedienen des Verto D4S ist intuitiv und auch dank der Filter-Wahl ein Vergnügen.

Rückseitig bietet der D/A-Wandler keine Überraschungen, sondern die üblichen, zu erwartenden und praxisgerechten Anschlüsse. USB ist als C-Buchse ausgeführt, dem neuen Standard. Wir finden einen Trigger-Ein- und Ausgang für das Fern-Ein- und Ausschalten aus oder in den Standby. Etwas Besonderes ist dann doch die HDMI-TV Buchse. Die HDMI-Verbindung zu einem die CEC-Norm erfüllenden TV-Gerät ermöglicht das gemeinsame Einschalten mit dem Verto D4S und seine Lautstärkeeinstellung per TV-Fernbedienung. Die analogen Ausgänge des D4S stehen als Cinch und XLR zur Verfügung. Das Innenleben dieses D/A-Wandlers ist geprägt von Erfahrung und Solidität. Es gibt ja bereits mehrere hochwertige CD-Spieler und Wandler im Portfolio von Canor, die da Pate standen. Zwei ESS Sabre 9038 Wandlerchips arbeiten in Mono-Schaltung, also einer je Kanal. Bemerkenswerter ist allerdings die diskret und symmetrisch aufgebaute Ausgangsstufe ohne Operations-Verstärker. Damit will Canor das Rauschverhalten und die Dynamik optimieren. Sämtliche digitalen Eingänge sind galvanische entkoppelt, um Störungen des Signals zu minimieren. Das vom Ringkern-Transformator gespeiste Linear-Netzteil versorgt die digitalen und analogen Baugruppen über getrennte Spannungsregler. Bei diesem Aufwand an entscheidenden Stellen orientierte sich Canor konzeptionell von den weit teureren großen Modellen. Interessant ist auch die integrierte automatische Reinigung der Kontakte der Relais, die nach jedem zwanzigsten Ausschalten stattfindet. Eine abgestimmte Sequenz hochfrequenter Signale soll die Lebenserwartung der Relais steigern und einen stets sauberen Stromfluss garantieren. Man erkennt diese Prozedur am Hinweis „Relais Cleaning“ beim Ausschalten. Über die USB-C-Schnittstelle ist der Verto D4S update-fähig.

Während beim Verto D4S beim Ein-oder Ausschalten zentral im Display der Canor-Schriftzug aufleuchtet und das Prozedere optisch mitverfolgt werden kann, geschieht dies beim Virtus I4S am zentralen Multifunktions-Stellknopf, den wir in gleicher Funktion vom Hybrid-Vollverstärker mit integriertem D/A-Wandler Virtus A3 her kennen. Der A3 bleibt eine etwas kostspieligere Alternative zur Foundation Line im Canor-Portfolio, wenn man keine getrennten Geräte haben möchte und Wert auf die Röhrenbestückung in der Vorstufe legt. Wie der Virtus A3 besitzt auch der Foundation Line Virtus I4S eine hochwertige Phono-Stufe, die Moving Magnet und Moving Coil Tonabnehmer bei individueller Anpassung verstärken kann. Ein dedizierter Kopfhörerverstärker gehört auch zum Gesamtkonzept. Der begründet die Vielseitigkeit des I4S mit seinen 2 x 120 Watt an vier Ohm ebenso wie die Vorverstärker-Cinch-Ausgänge zum Anschluss von aktiven Subwoofern oder einem weiteren Endverstärker für einen möglichen Bi-Amping-Betrieb. Die Geräte-Rückseite bietet neben dem Phono-Eingang zwei Paar weitere Cinch-Buchsen sowie ein Paar symmetrische XLR-Anschlüsse. Deren Anordnung ist spiegelverkehrt, was auf den symmetrisch angelegten Doppelt-Mono-Aufbau des Virtus I4S hinweist. Dazwischen liegen in der Mitte die variablen Vorverstärker-Ausgänge und ganz außen die Lautsprecher-Anschlüsse in solider Standard-Ausführung. Die Lautstärkeregelung über die Fernbedienung oder alternativ den einzigartigen frontalen Multifunktions-Stellknopf arbeitet in 100 Schritten mit einer Abstufung von einem Dezibel. Eine Mute-Schaltung gibt's auch. Die Verstärkung für das Tonabnehmersystem betragt bei MM 40 oder 46 Dezibel, kombinierbar mit Kapazitäten von 50, 150, 300 oder 400 picofard. Bei MC sind 60 oder 66 Dezibel Verstärkung wählbar. Die schaltbaren Lastimpedanzen decken 10, 50, 100 Ohm sowie 1 und 47 Kiloohm ein breites Spektrum ab. Zusätzlich lässt sich individuell für jeden Eingang, egal ob Phono oder Hochpegel, die Verstärkung um drei oder sechs Dezibel erhöhen.

Der Multifunktions-Drehknopf erlaubt auch die Wahl zwischen verschieden optischen Darstellungen und einen Home-Theater-Modus für die Integration des Virtus I4S in ein Kino-System. Wer auf so etwas Lust verspürt, kann sich auch die Kühlkörper-Temperatur oder die Drehzahl des Lüfters anzeigen lassen. Dieser Ventilator ist zum Geräteboden hin offen unterhalb der Elektronik eingebaut. Ich habe ihn im Spielbetrieb nie gehört, obwohl es in meinem Dachstudio momentan sommerlich aufgeheizt war. Im Extremfall – ich habe ihn nicht erleben müssen – würde das Sicherungssystem des Virtus Schaden verhindern können und dies durch ein kleines oder großes Warndreieck und einen Hinweis auf Überstrom, dauerhafte Überlastung, Überhitzung oder einen Kurzschluss an den Lautsprecher-Ausgängen im Display-Stellknopf anzeigen. Wie beim D/A-Wandler gibt es auch beim Foundation-Line-Vollverstärker die Relais-Reinigungs-Prozedur. Und auch hier ist gegebenenfalls ein Firmware-Update mithilfe eines Windows-Computers möglich. Im Inneren des Verstärkers sorgen im Netzteil stattliche 40.000 Mikrofarad Filterkapazität pro Kanal für Dynamik und ein sauberes, kraftvolles Verhalten im Tiefbass. Die Leistungstransistoren sind nicht an Kühlrippen, sondern auf massiven Kupferschienen oberhalb des Ventilators verschraubt. Der Kühlkreislauf ist durch die Öffnungsschlitze an den Geräteseiten so ausgelegt, dass Temperaturen bis 91 Grad kein Problem sein sollen. Die Leistungsfähigkeit der Endstufen-MOS-FETs wird bewusst nicht einmal zur Hälfte genutzt, um reichlich dynamischen Headroom und Leistungsreserven bei niedriger Ausgangsimpedanz zur Verfügung zu haben, was Dynamikspitzen freie Entfaltung ermöglicht.

Was beim ersten kurzen Hineinhören bereits so signifikant hörbar war, sollte sich nun auch im ausgiebigen Hörtest bestätigen: Jetzt kam die Musik von der Festplatte des Dell Roon Servers per Netzwerk zum Eversolo T8 gestreamt an den AES/EBU-Eingang des Virtus I4S. Wieder beeindruckte mich die schön aufgefächerte, detailreiche und homogene Darbietung des Albums Sotho Blue von Abdullah Ibrahim und Enkaya. Dabei spielte es keine Rolle, ob ich sehr laut oder leise hörte. Das erbaulich stressfreie Klanggeschehen blieb. Das ist schon bemerkenswert und ein besonderes Lob wert und auch in weit höheren Preisklassen nicht selbstverständlich. In meiner etatmäßigen Kette mit dem Soulnote A2 Vollverstärker kann die Klangästhetik schon mal leiden, wenn irgendetwas nicht stimmt. Es spielen aber hier und jetzt peripher die selben Geräte und ich bin beeindruckt von der Schönheit der Musik, wie die beiden Foundation Line sie in Szene setzen. Andererseits kann der gegenüber dem Virtus I4S weit mehr als zweimal so teure Soulnote mit mehr Feindynamik und an gegebener Stelle auch mehr Biss beeindrucken, während das slowakische Duo stets gelassen und elegant musiziert. Es macht Spaß zuzuhören, vor allem, weil auch der Reichtum an Nuancen ein tiefes Hineinhören in die Musik leicht macht. Beim ersten Album der Chicago Transit Authority ist das nicht anders. Wie es sich für die rockigen Arrangements gehört, haftet der Musik eine angemessene Portion Aggressivität an. Nicht zu viel, es bleibt geschmeidig und anstrengungsfrei. Dabei erlebe ich die Instrumente stets farbenstark und authentisch mit musikalischem Fluss reproduziert. Bei „I´m a Man“ gefallen die Percussion und das Schlagzeug durch natürliche Klangfarben und in den Gesangsparts lassen sich die drei Sänger ohne Mühe voneinander unterscheiden. Das ist schon verflixt gut. Egal welches Stück dieses Albums ich spiele, es bestätigt jeweils diesen Eindruck. Versuchen wir nun orchestrale Musik, und zwar Rimsky-Korsakovs Scheherazade mit Ernest Ansermet und dem Orchestre de la Suisse Romande bei Decca. Wie auch schon zuvor, erlebe ich eine große, aber nicht übertrieben oder gar sphärisch diffuse Bühne mit Tiefe. Kraftvoll eröffnet das Orchester, bis nach wenigen Takten die feine zartere Instrumentierung und die Solovioline übernehmen. Die beiden Foundation Line machen dies zu einem musikalischen Hochgenuss und lassen dank des stimmigen Gesamtbildes die Transparenz und Kraftentfaltung nicht vermissen, die ein Soulnote A2 zusätzlich beisteuern könnte. Ich bescheinige dem Foundation Line Duo gerne eine außerordentliche Musikalität, die man andernorts in dieser Klasse nicht so leicht findet. Wie ich anfangs erwähnte, lassen sich durch die verschieden digitalen Filter kinderleicht feine Anpassung an das subjektive Klangideal während des Spielens machen. Das wirkt sich auf die Raumabbildung und leichte Betonungs-Veränderungen im Frequenzspektrum aus.

Da ich bislang lediglich die AES/EBU Verbindung mit dem Boaacoustic-Kabek nutzte, probiere ich den nun den USB-Eingang desCanor D4S mit dem Habst USBIII-Kabel, das eine etwas kühlere Klangcharakteristik aufweist, Dazu höre ich nochmals „Calypso Minor“. Ja, entsprechend der Timbrierung der Kabel, klingt es jetzt im Bass akzentuierter, trockener und mit etwas verbesserter Kontur. Der angenehme, ein wenig schmeichelnde Sound des Canor Duos geht dabei erfreulicherweise keineswegs verloren. Bei der „Scheherazade“ gewinnt die USB-Verbindung nicht, weil die Coolness des Habst hier den Streichern nicht guttut. Die digitalen Eingänge des Verto D4S darf man somit als klanglich gleichwertig betrachten, da die Unterschiede allein auf das Konto der Kabel-Charakteristika gehen. Der erwähnte konstruktive Aufwand, auch mit der galvanischen Isolation, trägt hier Früchte. Trotz oder gerade wegen des stimmigen Klangeindrucks bei allen gehörten Musikgattungen, mit dem die beiden Canor mich begeistern, möchte ich doch gern klären, inwieweit der Verto D4S daran beteiligt ist und schließe statt seiner meinen PS Audio DAC über AES/EBU an den Eversolo T8 an. Zum Einhören wähle ich abermals Abdullah Ibrahim und Enkaya. Der getunte PS Audio stellt preislich natürlich einen unfairen Vergleich dar, was man auch hört. Denn jetzt er bietet mehr Auflösung und Dynamik, besonders im Bass. Allerdings leidet auch diese wunderschöne, angenehme Darbietung etwas, die das Duo Virtus und Verto so herrlich genussreich anrichten. Bei der „Scheherazade“ war der klangliche Unterschied, mal abgesehen von den die Transparenz fördernden feindynamischen Vorteilen des PS Audio, relativ gering. Denn die Herausforderungen im Tiefbass sind hier nicht vergleichbar mit denen in „Calypso Minor“ von Sotho Blue.

Auch wenn meine Analysis Audio Vollbereichsbändchen-Lautsprecher nicht der typische Spielpartner für einen Vollverstärker dieser Klasse sind, wollte ich gern wissen, wie der Virtus I4S mit ihnen zurechtkommt. Mit meinem Soulnote harmonieren sie bei dessen dynamischer und frischer Spielweise nur suboptimal, auch weil die Analysis Audio dynamisch im Vergleich zu den Phonar deutlich limitiert sind. Ich liege mit meiner Einschätzung, dass die ruhige Gangart des Canor hier passend sein könnte, richtig. Bei Bachs Brandenburg Concertos mit Sir John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists spielten der Virtus I4S und die Bändchen zusammen, als wären sie für einander geschaffen: Voluminös, strukturiert, energiegeladen und involvierend. Auch die Songs vom Album One Grass Skirt to London (Qobuz 48/24) von Malia beherrscht der Virtus: das Klavier konturiert und mit Korpus, die Stimme packend und realistisch. Der Virtus I4S zeigt auch hier seinen spezifischen Charakter, vor allem spielt er, ohne den Hörer anzustrengen, also ruhig und gelassen. Diese Gelassenheit ist oft Wohltat, manchmal wünsche ich mir aber zusätzlich doch ein wenig dynamische Energieentfaltung. Aber da muss man bei Canor dann doch ins höhere Regal greifen. Diese Hörerlebnisse zeigen, welch erfreuliches Potential vor allem im Canor Virtus I4S Vollverstärker steckt, den ich im Foundation Line Duo hinsichtlich seiner Fähigkeiten etwas oberhalb seines digitalen Partners einstufe. Darum ist mein nächster Schritt, die Phono-Stufe im I4S kennenzulernen. Dazu integriere ich den Virtus in meine große Anlage und höre mit dem Audio-Technica ART 20 Tonabnehmer per Kopfhörer. Die Auswirkung der Impedanzanpassung ist deutlich vernehmbar und ich entscheide mich für 100 Ohm bei 60 Dezibel Verstärkung. Der Klangeindruck lässt sich auch hier so beschreiben, wie ich ihn bei den Lautsprechern erlebte: Der Virtus I4S klingt schlichtweg schön und emotional mitnehmend. Mein GoldNote HP-10 Kopfhörerverstärker kann mehr, aber das, was der Virtus hier bei Herbst und Winter der Vier Jahreszeiten von Vivaldi mit der Academy of St.Marin-in-the-Fields mit Iona Brown zu Gehör bringt, ist ein Vergnügen. Die Qualitäten des fein auflösenden Tonabnehmers vermittelt er ganzheitlich, ohne dessen hervorragenden Detailreichtum zu analytisch abzubilden. Stets warm und geschmeidig wartet er auch jetzt wieder mit feiner Detailzeichnung auf. Bei den beiden benutzten Kopfhörern, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit für mich eigentlich gleichwertig sind, hatte hier der klangfarbenstarke HEDD D1 die Nase vorn und war der Spielweise des Denon leicht überlegen. Beim Album Boys & Girl der Alabama Shakes hält der Virtus I4S mit deren manchmal etwas schepperndem Sound nicht hinterm Berg und kommuniziert diese Musik so mitreißend, dass ich gleich beide Albumseiten höre. Für Kopfhörerfans mag das Fehlen eines symmetrischen Anschlusses ein Defizit sein. Beim Canor Virtus A3 gab es beide Optionen. Damals schrieb ich, dass der A3 als Vollverstärker mit integriertem D/A-Wandler separate Einheiten überflüssig mache. Dabei bleibe ich auch trotz dieser erfreulichen musikalischen Erfahrung mit der Foundation Line. Der Virtus A3 belastet das Portemonnaie mit 700 Euro mehr und versprüht mit seiner optischen Erscheinung weniger Chic und Eleganz. Man spart andererseits ein hochwertiges Netzkabel sowie die Verbindung zwischen Verto und Virtus. Sollte man bei der Kaufentscheidung für das Canor Foundation Line Duo eine Alternative brauchen, kann ich den Canor Virtus A3 nur wärmstens empfehlen.
|
Gehört mit
|
|
|---|---|
| Streamer | Eversolo T-8 |
| Server | Dell G5 i7 mit Windows 11, AudiophileOptimizer 3.0, Roon Core |
| Switch | Chord Company English Electric 8 |
| DA-Wandler | PS Audio Direct-Stream-DAC mit Trafo-Tuning, Plixir Elite BDC Linearnetzteil für die analoge Sektion und Furutech Netzbuchse |
| Vollverstärker | Soulnote A-2, Pier Audio MS-880SE |
| Lautsprecher | Analysis-Audio Epsylon, Phonar Veritas P9.2 SE mit Sockel |
| Kopfhörer | HEDD D1, Denon AH-D7200 |
| Zubehör | Audioquest Diamond USB, Habst USB Ultra-3, JIB Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Black Edition Digital S/PDIF, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev., oder HMS Armonia Carbon LS oder QED Genesis Silver Spiral, MudraAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, AHP Reinkupfer- und Synergistic Research Quantum Blue Sicherungen, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Audioquest Fog Lifters |
|
Gehört mit Anlage für Kopfhörer und Phono
|
|
|---|---|
| Plattenspieler | Brinkmann Bardo mit Performance-Netzteil, Tonarm Musical Life Conductor 10“, Audio-Technica AT-ART 20 |
| Kopfhörer-Verstärker | Gold Note HP-10 deluxe |
| Kopfhörer | HEDD D1, Denon AH-D7200 |
| Zubehör | Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev., Elementa Advance und Alzirr XLR, Audioquest Niagara 5000, Hurricane Source Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum Orange Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Levin Design Vinylbürste |
| Geräte-Erdung | Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition |
| Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis |
|
Herstellerangaben
Canor Foundation Line Virtus I4S
|
|
|---|---|
| Gerätekonzept | Vollverstärker |
| Stereo Ausgangsleistung | 2 x 120 Watt an 4 Ohm, 2 x 75 Watt an 8 Ohm |
| Kopfhörer-Ausgang | 6,3 mm Klinke: 580 mW an 30 Ω, 190 mW an 300 Ω |
| Verstärkung | 35,5 dB |
| Verstärkung Phono | MM 40-46 dB • MC 60-66 dB |
| Eingangsempfindlichkeit | 380 mV |
| Dämpfungsfaktor bei 1 kHz | 160 bei 4 Ω • 330 bei 8 Ω |
| Eingangsimpedanz | Cinch 50 kΩ • XLR 100 kΩ |
| Frequenzgang | 10 – 20.000 Hz (< -0,2 dB) |
| Analogeingänge | 1 x Phono Cinc, 2 x Hochpegel Cinch 1 x Hochpegel XLR |
| Analogausgang | 1 x Cinch variabel |
| Klirrfaktor | < 0,005 % bei 1 kHz, 5 W |
| Geräuschspannungsabstand | > 90 dB |
| TriggerAnschlüsse | 12V 1 x Eingang, 1 x Ausgang |
| Stromversorgung | 230 Volt, 50-60 Hz, 620 Watt |
| Abmessungen (B x H x T) | 430 x 75 x 310 mm |
| Gewicht | 12 kg |
| Farbvarianten | Bronze, Schwarz, Silber |
| Preis | 2800 Euro |
|
Herstellerangaben (vom Autor ergänzt)
Canor Foundation Line Verto D4S
|
|
|---|---|
| Gerätekonzept | Digital/Analog-Wandler |
| D/A-Wandler | 2 x ESS 9038 Q2M (Dual Mono) |
| Filtereinstellungen | 8 x Digitalfilter |
| Digitale Eingänge | 1 x USB-C (PCM bis 24 Bit/768 kHz, DSD DoP bis DSD256, natives DSD bis DSD512), 1 x AES/ABU (PCM bis 24 Bit/192 kHz, DoP DSD64), 2 x optisch (PCM bis 24 Bit / 192 kHz, DoP DSD64), 1 x koaxial (PCM bis 24 Bit/192 kHz, DoP DSD64), 1 x TV HDMI (PCM bis 24 Bit/192 kHz, DoP DSD64) |
| Analogausgänge | 1 x Cinch, 1 x XLR |
| Ausgangsimpedanz | Cinch 100 Ω, XLR 200 Ω |
| Ausgangsspannung | Cinch 2 V RMS, XLR 4 V RMS |
| Frequenzgang | 20 - 20.000 Hz / < -0,1 dB |
| Klirrfaktor | < 0,0005 % |
| Geräuschspannungsabstand | > 112 dB (A-wt) |
| Übersprechen | < -127 dB |
| Display | 18 cm (7") großes Touchdisplay |
| Trigger Anschlüsse 12V | 1 x Eingang, 1 x Ausgang |
| Stromversorgung | 230 Volt, 50-60 Hz, 30 Watt |
| Abmessungen (B x H x T) | 430 x 75 x 300 mm |
| Gewicht | 8 kg |
| Farbvarianten | Bronze, Schwarz, Silber |
| Preis | 2500 Euro |
|
Vertrieb
IDC Klaassen International Distribution & Consulting oHG
|
|
|---|---|
| Anschrift | Am Brambusch 22 44536 Lünen |
| Telefon | +49 231 22178822 |
| info@mkidc.eu | |
| Web | www.idc-klaassen.com |
Dan Clark Audio stellt den ÆON CORE vor, einen geschlossenen planar-magnetischen Kopfhörer. Er besitzt einen vollständig neu entwickelten Treiber, der auf hohe Effizienz und Serienkonstanz ausgelegt wurde, und ist der erste Kopfhörer von DCA, der auf eine in Kooperation mit Dr. Sean Olive überarbeitete Harman-Over-Ear-Zielkurve abgestimmt wurde.
Die ÆON-Serie bildet seit 2017 das Fundament des Produktportfolios von Dan Clark Audio und steht für referenzwürdige magnetostatische Performance zu einem zugänglichen Preis. Der ÆON CORE führt diese Ausrichtung fort und bringt substanzielle Verbesserungen in den Bereichen Treibertechnologie, Klangabstimmung und den zugrunde liegenden messtechnischen Methoden.
Der magnetostatische Treiber des ÆON CORE wurde konsequent auf drei Kernziele hin entwickelt: Effizienz, tonale Konsistenz und Zuverlässigkeit von Einheit zu Einheit. Das Ergebnis ist der bislang am einfachsten anzutreibende Kopfhörer von DCA. Mit einer Empfindlichkeit von 97 Dezibel pro Milliwatt lässt sich der ÆON CORE problemlos mit tragbaren DAC/Verstärkern, Dongles sowie Desktop-Systemen betreiben. Verstärker mit mindestens 125 Milliwatt an 16 Ohm sind ausreichend; zusätzliche Leistung ist willkommen, aber nicht erforderlich.
Die Abstimmung des ÆON CORE basiert auf einer korrigierten Version der Harman-Over-Ear-Zielkurve, die Dan Clark gemeinsam mit Dr. Sean Olive im Jahr 2025 entwickelt hat. Die ursprüngliche Harman-Kurve wurde mithilfe einer speziellen Mess-Ohrmuschel und eines früher bewährten Mikrofonsystems erstellt. Bei Messungen desselben Kopfhörers auf modernen GRAS-Pinnen mit dem heute üblichen RA0402-Mikrofon zeigt sich jedoch eine systematische Abweichung. Auf Basis der ursprünglichen Hardware als Referenz entwickelten Clark und Olive eine aktualisierte Zielkurve, die präzise auf aktuelle Messsysteme übertragbar ist.
In der Praxis führt dies zu einer Abstimmung, die sich subtil, aber hörbar von früheren ÆON-Modellen unterscheidet: ein leicht reduzierter Oberbass, ein sanft angehobener unterer Mitteltonbereich und ein etwas zurückgenommener oberer Mittelton. Stimmen treten präsent nach vorne, ohne Härte. Akustische Instrumente behalten Körper und Gewicht. Der Bass ist straff und präsent, ohne überbetont zu wirken.
Der ÆON CORE übernimmt das bewährte Design der Serie mit den charakteristischen ÆON-Ohrpolstern, einem Kopfbügel aus Titan und einem selbstjustierenden Aufhängungssystem. Der Sitz ist unmittelbar komfortabel und auch bei langen Hörsessions ermüdungsfrei.
Der ÆON CORE ist ab dem 1. Juni 2026 zu einem Preis von rund 1.000 Euro über Dan Clark Audio sowie autorisierte Fachhändler weltweit erhältlich.
Dan Clark Audio ist ein unabhängiger Kopfhörerhersteller mit Sitz in Carlsbad, Kalifornien, der planar-magnetische und elektrostatische Kopfhörer für audiophile und professionelle Anwendungen entwickelt und fertigt. Das von Dan Clark gegründete Unternehmen ist bekannt für seinen ingenieurgetriebenen Ansatz, die enge Zusammenarbeit mit der psychoakustischen Forschung sowie ein Produktportfolio, das von der ÆON-Serie bis zu den Flaggschiffmodellen STEALTH und CORINA reicht. Alle DCA-Kopfhörer werden in den USA entwickelt und montiert.
|
Vertrieb
audioNEXT GmbH
| |
|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Die High End des Jahres 2026 war für mich ein echter Kraftakt. Vielleicht war die direkte Anreise mittels Nightjet am Donnerstagmorgen und die Abreise am Sonntagabend auf gleiche Weise nicht die beste Idee. Sofern möglich, werde ich mir im nächsten Jahr zumindest vor der Messe ein paar Tage Wien gönnen.
Nachdem ich mich am zweiten Tag etwas an die Weitläufigkeit im Hauptgebäude des Austria Center Vienna gewöhnt hatte und die Orientierung langsam funktionierte, fing die Messe an, richtig Spaß zu machen. Obwohl sich am Samstag zusätzlich zu den Fachbesuchern auch alle anderen Besucher gesellten, kam es nirgendwo zu verstopften Gängen, längeren Wartezeiten und Gedränge. Und tatsächlich waren die Laufwege absolut gesehen gar nicht mal viel länger als noch in München. Zumal in vielen Stockwerken Sitzgelegenheiten vorhanden waren. Dies trug insgesamt zu einem deutlich stressfreieren Messeablauf bei. Diese Ansicht teilten auch alle anderen Beteiligten, mit denen ich mich über die Messemodalitäten unterhielt. Die Organisation des Messebetriebs ging überwiegend strukturiert und glatt über die Bühne. Besonders die Logistik wurde vielerorts von den Vertrieben gelobt. Ich bin gespannt, ob sich diese Meinung nach dem Abbau gehalten hat. Dass am Sonntag bereits kurz nach dem Messeschluss um 16 Uhr erste Sattelzüge einfuhren, während die zur U-Bahn strömenden Besucher mit Absperrpfosten und Ausziehgurt gelenkt wurden, zeugte zumindest von einer hocheffizienten Logistik.
Obgleich es mir wichtig war, zumindest alles auf der Messe gesehen, wenn auch nicht notwendigerweise dokumentiert zu haben, sind Kopfhörer dieses Jahr definitiv zu kurz gekommen und ich habe sehr viele spannende Premieren versäumt. Dennoch war die World of Headphones ein besonders gut besuchter Teilbereich der Messe. Gerade hier war auch jüngeres Publikum zu finden. Auf dem Rest der Messe meiner Meinung nach jedoch noch weniger als in München. Was ich dieses Jahr besonders stark wahrgenommen habe, war die Präsenz chinesischer Produzenten. Im HiFi-Bereich verhält es sich scheinbar ähnlich wie auf dem Rest des Tech-Sektors. Besonders stark ist die Präsenz im In-Ear-Bereich und generell dem erschwinglichen Preissegment. Die Preis sind für in Europa produzierende Unternehmen extrem kompetitiv.Abschließend ist die Ortsveränderung der Messe für mich ein Gewinn. Ich bin sehr gespannt, ob die High End Society Erhebungen dazu durchgeführt hat, wie viele deutsche Besucher sie beim Umzug „mitnehmen“ konnte und wie diese Zahl im Verhältnis zum Zugewinn österreichischer Besucher steht.
Den Anfang meines Messeberichts macht dieses Jahr Dirk Sommer mit einem Gastbeitrag zu AMR: „Schön, dass es auch auf dieser High End Überraschungen gab. Die größte davon waren für mich die neuen Komponenten von Abbingdon Music Research oder kurz AMR. Anfang der 2000er Jahre begründete die Firma mit dem CD-Player und dem Hybrid-Verstärker der 77er Serie ihre hervorragende Reputation. Ab 2012 standen bei den Entwicklungen dann jedoch die erschwinglichen, technisch hochwertigen und meist portablen Gerätschaften der Schwestermarke ifi audio im Vordergrund. Vor rund acht Jahren hat man dann begonnen, die Luna Series für AMR entwickelt. Die wurde jetzt in Wien der Öffentlichkeit präsentiert, aber nicht laut oder gar effekthascherisch: Nur wer sich vorab einen 20- respektive 40-minütigen Termin reserviert hatte, erhielt Zutritt zur HörKabine in einer der Hallen. Das hatten Roland Dietl und ich natürlich getan.
Die Luna Series ist ein reines Cost-No-Object-Projekt: Der Preis, den während der Präsentation noch niemand genau nennen konnte, für die drei Komponenten dürfte aber über 400.000 Dollar liegen. Dafür bekommt man den Luna Ingenii D/A-Wandler, den Luna Medii Vorverstärker und ein Paar Luna Procellarum Mono-Endstufen. DAC und Preamp werden jeweils von zwei großen externen Netzteilen gespeist. Jeder Mono-Block besteht aus zwei sehr voluminösen Gehäusen, von denen eines die Audio-Schaltungen und das zweite die Stromversorgung beherbergt. Die Verstärker sind in Kooperation mit John Curl entstanden, arbeiten auf FET-Basis, sind vollständig symmetrisch ausgelegt und werden von AMR als „echtes Vier-Quadranten-Design“ bezeichnet: „Die echte Vier-Quadranten-Architektur stammt aus hochkritischen technischen Umgebungen, wie sie bei CERN, der NASA und in den EUV-Plattformen von ASML zum Einsatz kommen. Alle vier Ausgangssektionen bleiben kontinuierlich aktiv und werden unabhängig voneinander geregelt, wodurch der Strom symmetrisch über die gesamte musikalische Wellenform verteilt wird… Vorwärtsantrieb und vom Lautsprecher zurückgeführte Energie (Back IMF) werden identisch behandelt.“ Dadurch soll verhindert werden, dass vom Lautsprecher in den Verstärker geleitete Energie die Stromversorgung der Endstufe beeinflusst. Der Procellarum leistet bis zu 800 Watt an acht Ohm und 1.400 Watt an vier Ohm im Class-AB-Betrieb. Ein Display zeigt an, wie groß der reine Class-A-Betrieb dabei ist und wie viel Leistung wirklich gebraucht wird. Per Fingertipp lässt sich der Class-A-Bereich bis auf die Maximalleistung von 100 Watt an acht Ohm steigern.
Während der Präsentation erschien überraschend Entwickler Colin Farch im Raum und beantwortete unsere Fragen – ein Glücksfall, wie WOD-Chef Werner Obst später anmerkte, da der sehr zurückhaltende Neuseeländer ansonsten den Kontakt zur Presse lieber meidet. Sein Luna Ingenii ist ein D/A-Wandler, bei dem die Signalaufbereitung mit 32 Bit erfolgt. Für die Wandlung stehen drei Verfahren zur Verfügung, da sich AMR bewusst ist, „dass die Wandlung selbst ästhetische Auswirkungen hat“. Daher hat man drei legendäre Wandlungstopologien integriert, die sich architektonisch voneinander unterscheiden:
Bei der Ausgangsstufe hat man die Wahl zwischen New-Old-Stock-Röhren des Typs 12AT7 und FETs. Insgesamt kommen sechs Röhren zum Einsatz. Der Vorverstärker Medii kommt dank einer patentierten Schaltung ohne Lautstärke-Regelungselement im Signalweg aus. Die Verstärkung übernehmen auch hier New-Old-Stock-Röhren. Ein Besonderheit ist auch die Stromversorgung, die nach dem Prinzip einer Luftschleuse arbeiten soll: Eine Kondensatorbank wird vom Netzteil geladen und dann davon getrennt, während sie ihre Energie an eine zweite Kondensatorbank abgibt. Während der erneuten Ladung ist dann die Verbindung zwischen den beiden Energiespeichern unterbrochen. Mehr technische Details gibt es dann, wenn eine – oder mehr – dieser einzigartigen Komponenten ihren Weg nach Gröbenzell finden sollte, was Werner Obst keinesfalls für unmöglich hält. Die Anzahl der verfügbaren Geräte ist übrigens limitiert: Vom Ingenii wird es 176 Einheiten geben, vom Medii 186 Einheiten und vom Procellarum 148 Einheiten.“
Das Setup von Acapella hat mich dieses Jahr vollumfänglich begeistert. Die für meine Verhältnisse extrem große, nach Acapella-Maßstäben wohl eher als mittelgroß bis klein zu bezeichnende La Campanella Alto 2 Mark II (67.000 Euro) harmonierte beeindruckend gut mit der akustisch schwierigen Hörkabine. Es herrschte nicht nur Präzision, hoher Detailgrad und Durchhörbarkeit, sondern es wurde schlicht und ergreifend auf höchstem Niveau absolut bruchlos musiziert – eine Fähigkeit, die vielen anderen High End Systemen nicht selten durch Fokus auf andere Superlative verloren geht. Sowohl der Clearaudio Statement als auch der MSB-DAC wurden auf Wunsch von Acapella mit goldenen Akzenten versehen – in dieser Form sind die Geräte Einzelstücke. Das in dieser Kette werkelnde Ferrum HYPSOS durfte seine rostrote Cortenstahlfarbe behalten. Als Streamer diente ein Pink Faun 2.16 Ultra. Im Hörraum spielten die inzwischen bekannten Acapella Monos. Die Stereoendstufe ist inzwischen auch so gut wie fertig. Sie hat lediglich noch nicht auf der Messe gespielt, da sie bisher noch keinen Langzeit-„Stresstest“ unterlaufen hat. Vom vollintegrierten Verstärker mit Hybrid-Röhrenvorstufe gab es bisher nur ein leeres Gehäuse zu bestaunen. Allerdings war dies so schwer wie andernorts der gesamte Verstärker. Es wird beim Gehäuse dermaßen viel Wert auf Resonanzoptimierung gelegt, dass eine dünnwandige Konstruktion keine Option ist. Da kein Schalter gefunden wurde, der haptisch zu überzeugen wusste, wurde eine eigene Schaltermechanik entwickelt. Sowohl Stereoendstufe als auch Endverstärker werden voraussichtlich etwa um die 90.000 Euro kosten.
Die Audio Group Denmark stattete wie üblich für die High End gleich drei Hörräume aus. Einer davon war gespickt mit Weltpremieren. Auf den Außenflächen zeigte sich der Aavik M-880 Monoblock (100.000 Euro). Ein U-288 mit durchsichtigem Deckel zeigt wie Streamer, DAC, Vor- und Endverstärker in einem Gehäuse zusammenkommen, mit Kupferplatten gegen elektromagnetische Störungen abgeschirmt werden und mit 72 Active Tesla Coils, 144 Active Square Tesla Coils, 4 analogen Dither-Schaltungen und 8 Anti-Aerial Resonance Coils direkt an den Lautsprecherterminals für niedrigste Störgeräusche optimiert werden. Sowohl der Kompaktlautsprecher Børresen A1 (Paarpreis 10.000 Euro), die kleinere Bassmodul-Ausführung Børresen BM2 (9.000 Euro) und Vollverstärker/Streamer/DAC Aavik U-301 (15.000 Euro) waren Weltpremieren. Die größeren A2 (16.000 Euro) und A3 (21.000 Euro) wurden vor den Hörkabinen ausgestellt. Nebenan spielte die teuerste der drei Anlagen: M1 Gold Signature (110.000 Euro/Paar) und BM3 (18.000 Euro) an I-880 Vollverstärker mit Streamer/DAC SD-880 (je 67.000 Euro) und Ansuz Komponenten und Kabeln aus der D-TC Gold Signature (ebenfalls nicht unter 20.000 Euro zu haben). Die C3 (35.000 Euro) im dritten Hörraum mit 588-Elektronik zu je 25.000 Euro wirkte preislich vergleichsweise fast gemäßigt. Dass die erschwinglicheren Hörräume kaum schlechter klangen, sollte man je nach Sichtweise nicht so laut sagen, oder ausdrücklich betonen.
Audio Reference lud zu einer umfangreichen Pressekonferenz. Mit einer Fläche von 1.800 Quadratmetern, 2 „Konzertsälen“, einem großen, einem kleinen Kino und vielen weiteren Anlagen auf Freiflächen gab es so einiges zu sehen und zu hören. Vor einer der aufwendigsten und teuersten Ketten der gesamten High End, kamen die Gründer/Geschäftsführer der von Audio Reference betreuten Firmen zu Wort. Dan D'Agostino beispielsweise kündigte die Progression Serie ab. Sie wird von der Progression Neo abgelöst. Relentless 800, 1200 und 1600 werden alle um die Z-Technologie verbessert. Letztendlich jage er nicht nach idealen Messdaten, sondern absoluter Musikalität. Daryl Wilson berichtet über das von seinem Vater hinterlassene Erbe und wie die Entwicklung der Wilson Autobiography (1 Million Euro) nicht nur eine technische, sondern auch emotionale Reise war, stets begleitet und beflügelt von Leidenschaft und dem Streben nach Vortrefflichkeit. VTLs Luke Manley berichtete, dass die über fünf Jahre entwickelte Mono-Endstufe Lohengrin (125.000 Euro/Paar) jetzt in Produktion ist. Kerry St. James verweist auf die Anfänge von SME (Scale Model Equipment) als Fertiger von Miniaturautos und auf das heute breit aufgestellte Unternehmen, das nicht nur im Audio-, sondern auch im Luftfahrt- und medizinischen Sektor tätig ist. Außerdem hat SME ein AAA-Label gegründet. Das Audio-Technica 80-MCD1 (11.000 Euro) feiert seine Weltpremiere und ist wohl das einzige derzeit spielende Modell. Sowie die Transientenwiedergabe ein Vorteil der Diamantnadel ist, bleibt die Masse des Werkstoffs ein Nachteil. Um diesen möglichst auszugleichen, wurde genaustens auf die Gewichtsverteilung geachtet. Mir persönlich hat die Einstellung zur Kreislaufwirtschaft von Vicoustics CEO César Carapinha besonders imponiert. Für den Echo Frame GEO, einem mit Sublimationsdruck bedruckten Absorber im Bilderrahmen (381 Euro/Stück) hat er ein Recyclingmaterial entwickeln lassen, das aus gebrauchten PET-Flaschen gewonnen wird. Die Fasern dieses Materials werden nicht geklebt, sondern mittels eines proprietären Verfahrens durch Nadeln „zusammengefilzt“. Eigens dafür wurde eine Fabrik in Indien gebaut und ausgestattet. César zeigte mir Aufnahmen vor Ort. Es handelt sich um eine hochmoderne Einrichtung, in der extrem sauber und strukturiert gearbeitet wird. Perlisten präsentiert die neue X-Series und stattet zusammen mit dCS' ersten 16-Kanal DAC und Trinnov die Kinosäle aus. Mansour Mamaghani zeigt stolz den neuen Riesen-Subwoofer seiner Marke Velodyne Acoustics mit gewaltigen 11 Kilowatt Endstufenleistung.
Eversolo ist eine der chinesischen Marken aus Shenzhen, die sich innerhalb kürzester Zeit nachdrücklich auf dem europäischen Markt positioniert haben. Mit wenigen Geräten gestartet, besteht das Portfolio inzwischen aus recht klar in drei Ausbaustufen unterteilbare 6er, 8er und 10er Serien mit verschiedensten Komponenten. Ich habe die Gelegenheit genutzt, den Blick ins Innere der Geräte festzuhalten. Ihr Aufbau ist beeindruckend sauber und hochwertig. Der Wandler Z10 kostet „nur“ 2.000 Euro ist vollsymmetrisch mit zwei AKM AK4191 und AK4499 aufgebaut, nutzte eine R2R-Lautstärkeregelung und war bereits bei Dirk Sommer im Test. Mit der C10 gehört jetzt auch eine Masterclock zur 10er Serie. Der „kleinste“ AMP-F6 basiert auf GaN-FET-Technik und ist für mich damit ein hochspannender Testkandidat. Er liefert bereits 225 Watt an 8 Ohm. Der R8 ist ein R2R DAC mit R2R Laustärkeregelung. Der SA200 ein Streaming-Vollverstärker. Den neuen T10 Streamer habe ich bei der Begeisterung für das Platinendesign von Eversolo versäumt zu fotografieren. Luxsin gehört zum selben Mutterkonzern Zidoo Group und zeigt neben dem B9 Kopfhörerverstärker mit R2R-DAC und austauschbaren Verstärkungsmodulen, was passiert, wenn man chinesische Ingenieure von der Leine lässt. Der kleine Lautstärkeregler des BD9-Wandlers ist abnehmbar und als Fernbedienung nutzbar – klar. Welchen Mehraufwand dies in der Entwicklung macht, dürfte jedem technikaffinen Leser klar sein. Mir fällt aktuell kein anderes Gerät mit dieser Fähigkeit ein, schon gar nicht in dieser sub-10.000-Euro Preiskategorie.
Canvas Slogan „The World’s first audiophile Soundbar“ ist zwar durchaus provokativ, man denke beispielweise nur einmal an den Stereomaster von Lyravox, der schon vor gut einem Jahrzehnt das Prinzip Soundbar neu ausgelotet hat, allerdings schmälert dies nicht die Leistung des recht jungen dänischen Unternehmens. Das auf der Messe Premiere feiernde Modell L kostet 7.000 Euro und wusste im Hörraum zu beeindrucken. Durch hochkomplexe DSP-Steuerung und Kombination der Lautsprecher, teilweise kompensieren sie sich gegenseitig, wurde ein Stereobild erreicht, das etwa drei Mal so breit war wie die Canvas selbst. Dabei hörte sich das Ergebnis aber keinesfalls gerechnet, sondern sehr natürlich an. Dank vollständig einstellbarer Halterung passt Canvas zu jedem Fernseher – auch in der Zukunft. Schon beim kleineren Modell konnten verschiedene Fernseherbreiten durch unterschiedlich breite Soundbarblenden optisch nahtlos zu einem einzigen rechteckigen Objekt verschmolzen werden. Die Füße dienen gleichzeitig auch als Wandhalterung. So ist jede Montageart realisierbar – mit oder ohne Fernseher. Natürlich ist die Soundbar App-gesteuert und Streaming-fähig. Mit dem iPhone oder dem Zen Mic (aus dem WiSA-System) ist eine automatische Einmessung auf den Hörraum möglich. Außerdem stehen ein neutrales auf Messtechnik basierendes maximal lineares Preset und ein vom Chefentwickler mit dem Ohr abgestimmtes Organic Preset zu Wahl.
Cayin zeigt nahezu sein gesamtes Produktportfolio. Viele Geräte sind erst im Laufe dieses Jahres erschienen. Mit dem Jazz 70 für 1.600 Euro sind 17 Watt im Triodenmodus möglich. Als Endstufenröhre dienen dabei vier EL34 in Class AB Push-Pull. Der Kopfhörerverstärker HA-1A MK3 (1.300 Euro) arbeitet mit JJ 12AU7 / ECC82 und EL84EH / 6BQ5 in Class A. Der HA-6A MK2 (4.500 Euro) verfügt im Gegensatz zu seinem Vorgänger über ein externes Netzteil. Die Soul 170C Röhrenvorstufe (4.500 Euro) bietet eine in zwei Stufen einstellbare Rückkopplung. Die Flaggschiff-Endstufe Soul 170P (7.500 Euro) soll bis zu 60 Class-A-Watt, im Mono-Modus die doppelte Leistung, liefern. Der CP6 CD-Player (1.000 Euro) ist eine Showpremiere und zusätzlich DAC, Bluetooth-Sender und -Empfänger und CD-Ripper.
Chord Electronics zeigt neuerlich Geräte, die für den Pro-Audio-Bereich konzipiert sind. Die kleine Blade soll 110 Watt an acht Ohm leisten. Genau wie die neue Ultima 7 setzt er auf eine Class-G-Schaltung, die auf Galliumnitrid-FETs basiert. Die in der Tat niedliche Desktop-Kombi bestehend aus QUTEST DAC (1.700 Euro), Huei Phono-Pre (1.600 Euro) und Anni Vollverstärker (1.600 Euro) bleibt allein durch den ungewöhnlichen Formfaktur und die Gesamtanmutung ein Autorenliebling. Der Quartet Upscaler setzt auf gleich fünf Xilinx FPGAs, um Operationen mit vier Millionen Taps durchführen zu können. Damit soll er die für die Signalrekonstruktion wichtige Sinc-Funktion rechnerisch nahezu 100-prozentig nachbilden können. Außerdem bietet der Quartet erstmals einen Analogeingang zur AD-Wandlung beispielsweise eines Plattenspielers. Die Stromversorgung ist extern ausgeführt.
Clearaudios neue Elevation 40 (5.000 Euro) und 55 (5.000 Euro) können mittels USB-Anschluss über eine Powerbank gespeist werden. Besonders sprach mich, obwohl ich nicht mal einen Plattenspieler besitze, aufgrund der künstlerischen Aufmachung das Projekt Vinyl Vision 3000 an. Unter der Feder von DopeYeah! Records, dem Label des Prager Musikclubs Doupě, der dieses Projekt angestoßen hat, sind drei LPs in Sammlerausgaben erschienen. Derzeit umfasst dieses Projekt 3 zu je 300 Stück limitierte LPs: Antonín Dvořák, From the New World, eingespielt von der Tschechischen Philharmonie und Semyon Bychkov, Incognito (InSideOut) ist eine Sammlung verschiedener Coversongs und Isolation (333) ist ein während der Pandemie über Distanz entstandenes Album von Künstlern wie Ian Paice, Glenn Hughes, Don Preston, Chris Jagger, Robbie McIntosh, Blair Cunningham, Hamish Stuart, Laco Déczi.
Eine Degritter Mark II für den Tischbetrieb war bereits bei Dirk Sommer im Test. Für besonders umfangreiche Sammlungen oder kommerzielle Nutzung ist die Fonoteek eine noch bessere Wahl. Zusätzlich zur Ultraschallreinigung wäscht sie auch mit Bürsten, trocknet und wird etwa 7.000 Euro kosten.
Das Kopfband habe ich mir natürlich nicht von Mark Knopfler geliehen, sondern es gehört zum Lieferumfang der Final TONALITE In-Ears. Auf ihm müssen QR-Marker angebracht werden, damit im Analyseprozess die Größe der Ohren ermittelt werden kann. Der Kopfhörer nutzt die individuelle HRTF des Nutzers zur Optimierung des Timbres. Ich habe die Technologie in einem Entwicklungsstadium gemeinsam mit 300 anderen Probanden getestet. Die Scans des Kopfes erfolgten bereits mit einem Smartphone, für die Ohren war noch ein hochspezialisierter Scanner nötig. Außerdem war in einem Hörvergleich die Erstellung eines „Geschmacksprofils“ nötig. Inzwischen hat die Technologie als DTAS (Digital Twin Audio Simulation) Serienreife erlangt. Auf Grundlage der 300 Scans wurde eine KI trainiert, die Video und Fotodaten auswerten kann und keinen vollständigen Scan mehr benötigt. Der Scanprozess ist in Finals TONALITE App integriert. Es wurden außerdem die drei deckungsgleichsten Geschmacksprofile fest in die App integriert. So dauert der gesamte Scanprozess samt Auswertung auf Finals Servern etwa 10 Minuten. Im Entwicklungsprozess war hierfür gut eine Stunde notwendig. Wer sich nicht auf die drei Grundprofile verlassen möchte, kann den Hörvergleich in der App zusätzlich durchlaufen, um ein noch natürlicheres Hörerlebnis zu erzielen. Das Ergebnis eines schnellen Tests auf der Messe war schockierend gut. Zwischen Grundsound der Kopfhörer und der Anpassung auf die eigene HRTF liegen klanglich Welten. Nicht nur klingt die Musik natürlicher und schlicht und ergreifend einfach richtiger, sondern, obwohl die Technologie nicht wie bei der Konkurrenz Apple oder Sony auf das Erzeugen einen künstlichen Raumes abzielt, sich rein auf ein natürliches, individuell angepasstes Timbre konzentriert, erschließt sich mit eingeschaltetem Filter ein fantastisches Layering der Musik in allen Dimensionen. Final zeigte hier nicht weniger als die In-Ear-Zukunft. In Anbetracht eines maßgeschneiderten Hörerlebnisses erscheint mir der Preis von 330 Euro geradezu nebensächlich und alle anderen Bluetooth In-Ears werden für mich schlagartig uninteressant. Außerdem zeigt Final seinen DX 10.000 mit Diamanttreiber. Die limitierte Gold Edition wird 9.000 Euro, die normale Ausgabe mit silbernen Akzenten 8.500 Euro kosten. In der Zukunft möchte Final Konzepte entwickeln, um die Timbre-Anpassung auch für andere Kopfhörer zu nutzen.
Nach der High End im letzten Jahr hat Norbert Theisges die Leitung des Fink Team übernommen. Spot ist der erste Lautsprecher, der vollständig unter seiner Regie entstanden ist. Er ist sichtlich – zurecht – mächtig stolz auf den Zweiwege-Lautsprecher. Vor dem Hörraum zeigt Canor den neuen Kopfhörer-Vorverstärker-DAC Crius H5S (voraussichtlich 2.000 Euro) in Dual-Mono-Aufbau mit ESS ES9038Q2M. Spot hat Norbert farblich passend mit einem pflanzenbasierten Lack abgestimmt. Die Furniere werden geölt und hartgewachst. Das Gehäuse verfügt über einen hochkomplexen Aufbau in mehreren Lagen mit Dämpfungsmaterial und eingefrästen Resonatoren. Der Bassreflexkanal wurde in über einem Dutzend Iterationen auf die Abwesenheit von Strömungsgeräuschen getrimmt und verfügt ebenfalls über einen integrierten Resonator zur Beseitigung der Stehwellen im Kanal. Der Tweeter stammt aus der Kim, der 6,5-Zoll-Tiefmitteltöner wurde eigens für die Spot entwickelt. Der Hochton ist wie üblich auf der Rückseite mit etwa ±0,4 Dezibel anpassbar. Eine Anpassung des Tieftöners an verschiedenen Verstärkerdämpfungsfaktoren wird ebenfalls möglich sein. Norbert möchte Spot gegen Oktober auf dem Markt haben. Sie wird 10.000 Euro kosten. Massive 8 Zentimeter Echtholzfronten kosten etwa 3.000 Euro Aufpreis. Bisher ist nur Eiche verfügbar, andere Hölzer werden folgen. Im Hörraum spielt sie mit einem offenen und weiten Stereobild, mit einer sehr ausgewogenen Charakteristik. Der Bassbereich hat zwar kräftige Fink-Gene – schon bei Karl-Heinz musste es ordentlich drücken –, allerdings behandelt Spot den Bassbereich in meinen Ohren deutlich feinfühliger und linearer. Sie setzt sowohl trockene Attacken hochpräzise als auch warme, runde, flächige Bässe extrem differenziert um. Die Mitten sind genau im richtigen Maß präsent, ohne zu sehr zu fordern und der Hochton ist im bestem Sinne unauffällig. Ein Lautsprecher der wunderbar zwischen Musikalität und Auflösungsfähigkeit ausbalanciert ist.
GSS ist eines der sehr jungen Unternehmen aus der Start-Up Area. Vier junge Menschen, teilweise gerade frisch aus dem Studium, haben hier ein Unternehmen gegründet (seit letztem November ist GSS erst eine GmbH), dass mit einem sehr flachen Subwoofer eine Nische besetzen möchten. Er begünstigt flache Bauweisen, wie sie für Soundbars oder im Automobilsektor gefragt sind. Der Sub verträgt eine Auslenkung von ±17 Millimetern und produziert aus einem geschlossenen Gehäuse mit nur 1,75 Litern 37 Hertz bei -6 Dezibel. Im Gegensatz zu einem Bassreflexgehäuse fällt der Bass unter der Grenzfrequenz weniger steil ab. In der Messevorführung erzeugten die zwei Rücken an Rücken in einem Gehäuse sitzenden Subs mächtig Druck und Tiefgang. Die Anbindung bei 100 Hertz an die kleinen Studiomonitore war dabei absolut mustergültig. Ich hätte die beiden Prototypen am liebsten als hochkompakte Basserweiterung für meinen Audioarbeitsplatz in meinem platztechnisch sehr begrenztem Arbeitszimmer mitgenommen. GSS fertigt bisher den Treiber bisher nur für OEM-Zwecke. So muss ich leider warten, bis erste Hersteller ein fertiges Produkt anbieten.
Der Vertrieb IAD lockt mit einem angedeuteten britischen Landsitzvorzimmer in den Hörraum. Dabei stammen bei weitem nicht alle von IAD vertreten Marken von der Insel. Wharfedale und Entwickler Peter Comeau allerdings ohne Frage. Mit ihm spreche ich über die verschiedenen Auslegungen der Serien. Während die moderne Elysian 4R (9.000 Euro/Paar) auch einen ebenso modernen Sound an den Tag legt, bleibt der bisher größte Lautsprecher der Heritage Serie Rosedale (12.000 Euro/Paar) einem traditionellerem britischen Sound treu. Zavfinos Will Tremblett hat Plattenspielerbasen ausgraben, die ihm vor Jahren ein lokaler Künstler zu Einzelstücken veredelt hat. Er hat sie für die Aufnahme der aktuellen Tonarmbasen und Motoren samt Controller überarbeitet. So ist auch der in Zusammenarbeit mit Helmut Thiele entstandene 9-Zoll-Tonarm, der erstmals auf der Messe spielte und ab sofort erhältlich sein solle, mit den Kunstwerken kompatibel. Will beweist wie flexibel seine Kabelsparte ist, und hat ein speziell konfektioniertes Kabel für den Anschluss eines optischen DS audio Tonabnehmers an Soulnotes E-3 Phonovorstufe im Angebot. Als kleines Gimmick verfügt der Stecker um eine haptische Einbuchtung mit zwei Schrauben auf der einen und nur einer auf der anderen Seite. So können die Seiten auch blind gesteckt erfühlt werden. Auf das grüne Zavfino-Exemplar im Ausstellungsraum hat IADs Krey Baumgartl bereits Anspruch erhoben. Er zeigt mir Audiolabs PPA7, einen Mini-Phono-Preamp, der das Plattensignal via aptX auch an Bluetooth-Equipment senden kann. Quad präsentiert neue Regallautsprecher. Der fotografierte Elegan 2 wird 2.000 pro Paar kosten, der kleinere Elegan 1 1.000 Euro pro Paar. Dass der Leak Truespeed für um die 800 Euro als Neuauflage wiederkommt, dürfte bei einigen Fans Freude auslösen. Nebenan bekomme ich Lumins ersten Switch, den N1 mit Linearnetzteil für 2.300Euro zu sehen. Außerdem den neuen Flaggschiff-Netzwerkplayer X2. Die ebenfalls in der Vorführung agierende Music Library L2 war schon bei Dirk Sommer im Test.
Luxman feiert sein 100-jähriges Jubiläum mit einem neuen Monoblock und einem Class-A-Vollverstärker. Seit 20 Jahren ist der B-100 der erste neue Monoblock im Portfolio. Er soll 125 Watt an 8 Ohm liefern, 25 davon in reinem Class-A-Betrieb und 1.000 Watt an einem Ohm Peakleistung. Dazu schöpft er aus einem 1.250-VA-Trafo und puffert mit 16 mal 10.000 Mikrofarad. In die Fertigung einer Endstufe fließen rund 39 Arbeitsstunden und sie wird 55.000 Euro kosten. Der L-100C Vollverstärker operiert in reiner Class-A-Manier und soll 20 Watt an 8 Ohm leisten. Neben Phono MM/MC bietet er auch einen Kopfhörerausgang mit symmetrischer 4,4-Millimeter-Buchse auf der Front. Die Lecua-Lautstärkeregelung erfolgt über ein prozessorgesteuertes Widerstandsnetzwerk, so können durch Bauteilalterung keine Probleme entstehen. Der Signalpfad wurde so kurz wie möglich gehalten. Der L-100 wird 12.000 Euro kosten.
Matrix ist eine Marke, die mich schon lange fasziniert. Sie ist jetzt bei DREI H im Deutschlandvertrieb. Racks unter der Marke Bastion Audio und Plattenzubehör unter der Marke Oblitz gehören zwar zum Mutterkonzern, werden aber nicht von DREI H vertrieben. Am neuen High-End-DAC ND-1kann per Touchscreen zwischen Übertrager- und OPAmp-Ausgang umgeschaltet werden. Die Streamer/DAC-Kombi MS-1c wird ebenfalls mit Übertragerausgängen gefertigt. Die Audiosektion verfügt über ein lineares, die Elektroniksektion über ein Schaltnetzteil. Der Aufbau des MS-1 ist nicht weniger eindrucksvoll. Nach langer Matrix-Pause bei Hifistatement ist der Test einer neuen Komponente bereits in Planung.
MSBs Sentinel DAC besteht aus drei Teilen in drei separaten Gehäusen: dem eigentlichen DAC mit vorgeschaltetem FPGA, insgesamt 32 DAC-Modulen samt Vorverstärker, dem Digital Director, der die gesamte digitale Vorverarbeitung übernimmt und als Schaltzentrale dient, und dem Netzteil mit drei Kanälen, separat gefiltert und jeweils mit zwei Trafos aufgebaut. Der Digital Director wird über Lichtwellenleiter mit dem DAC verbunden. So gut wie alles wird inhouse gefertigt. Selbst die PCBs kommen nicht aus China, sondern von einem lokalen Fertiger aus der Bay Area. Sie sollen deutlich bessere Messdaten aufweisen. Der Sentinel kostet 375.000 Dollar. Der Cascade (95.000 Dollar) verfügt über 8 DAC-Module und der Palisade (59.000 Dollar) über vier. Ihre Digital Director sind identisch. Der Cascade verfügt über einen eingebauten Vorverstärker, benötigt somit Eingangsstufen, die mit Linearnetzteil gespeist werden. Der Palisade verfügt lediglich über den DAC-Ausgang. Da dieser sowieso immer ohne Output Buffer und mit direktem passivem Ausgang ausgeführt ist, benötigt der Palisade kein dediziertes Linearnetzteil.
PS Audio präsentiert die PMG Signature Endstufen. Sie werden als S200, M400, S400 und M800 ab etwa 10.000 Euro erhältlich sein. Ihre Typenbezeichnung gibt zum einen den Mono- oder Stereoaufbau, zum anderen ihre Leistung an 4 Ohm an. Die S200 schafft 10 Watt pro Kanal im Class-A-Betrieb, die S400 5 Watt, die M400 30 Watt und die M800 50 Watt. Sie verfügen über eine sehr ungewöhnliche stromverstärkende Schaltung, deren Grundidee eigentlich aus der Funktechnik kommt. Sie erreichen Slew Rates von über 200 Volt pro Mikrosekunde und entgegen üblichen Spannungsverstärkern sehr niedrige und vor allem lineare THD-Werte über alle Frequenzen. Normalerweise steigen Verzerrungen bei konventionellen Konzepten zu hohen Frequenzen hin an. Als weitere Besonderheit sei der Verzicht auf Netzteiltrafos zu nennen. Stattdessen kommen Schaltnetzteile von Hypex zum Einsatz. Zwar musste für ihren Einsatz besondere Sorgfalt auf elektromagnetische Schirmung gelegt werden, der eigentliche Netzeilausgang ist allerdings sehr sauber und störungsfrei. Diese Details waren so spannend, dass ich PS Audios Paul McGowan gar nicht weiter zu den Lautsprechern und dem neuen Subwoofer der Marke befragt habe, aber es gibt ihn – Sie sind hiermit informiert.
Bei Raidho wird man vom Prototypen einer TD 4.10 und dem Größengegensatz X1t im Flur begrüßt. Es wird noch etwa ein halbes Jahr dauern, bis der bisher gewaltigste Lautsprecher der TD-Reihe präsentierfertig ist. Er wird wohl 200.000 Euro kosten. Im Vorraum werden die Signature-Ausführungen der TD 1.2, TD 2.2 und TD 3.2 gezeigt. In sie sind die bei der Konstruktion der TD 3.10 gewonnen Erkenntnisse geflossen. Sie verfügen über eine überarbeitete Frequenzweiche, Furutech-Terminals und Isoacoustics Füße. Gegenüber ist die Scanconic HD M-Serie zu sehen. Die „kleine“ M15.2 hat mich im Test kürzlich für sich gewinnen können. Mit der im Hörraum präsentierten X2.8 hält erstmals ein 8-Zoll Treiber in die X-Serie Einzug. In schwarz oder weiß lackierter Ausführung wird der Lautsprecher 27.000 Euro, im matten Walnussfurnier 30.000 Euro kosten. Außerdem neu ist die Reference-Ausführung der X1.6 für 10.000 Euro. Sie wurde mit Nordost Walhalla Innenverkabelung versehen, die Frequenzweiche wurde mit Mundorf-Komponenten veredelt und statt einem Bassreflexrohr, kommt eine Passivmembran zum Einsatz. Die originale X1.6 war ebenfalls bereits bei mir im Test.
Mit Nordyx hat Storgaard & Vestskov einen neuen deutschen Vertrieb, der in seinem Hörraum eine Gro präsentierte. Frida, die letztes Jahr nach ihrem Test mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichnet wurde, durfte nur im Flur posieren. Im der eigenen Hörkabine von S&V spielte Astrid (43.000 Euro) am Vitus Audio SD-025 Mk.II DAC (26.500 Euro), SL-103 Mk.I Pre (36.000 Euro) und SM-025 Mk.II Monos (55.000 Euro). Die Verkabelung stammte aus der Zensati Angel-Serie. Als Streamer kam ein SD-025 Mk.II (26.500 Euro) zum Einsatz. Ein Hörraum, der mir in Erinnerung geblieben ist. Nicht nur durch die aufgeräumte Optik der Kette, sondern insbesondere durch die vielseitige Musikauswahl. Einer der wenigen Räume in dem es mich nicht gestört hat, wenn auch mal etwas lauter vorgeführt wurde. Astrid behielt stets die Oberhand und das Hörerlebnis blieb trotz sportlichem Abhörpegel geschmeidig, unangestrengt und frei von Härte. S&V bewies mir neuerlich, dass sie die Auszeichnung nicht zu Unrecht erhalten haben.
Sigma Acoustics Maat Zenith 3°Edition mit ihren sechs Wegen inklusive Basshorn, GOTO-Treibern und Super-Hochtöner ist wirklich ein ungewöhnlicher Anblick. So deplatziert sie im Hörraum auch wirkte, die holografische, freischwebende Bühne zwischen den Lautsprechern war eine echte Überraschung. Viele Komponenten der Elektronik stammen aus seinen persönlichen Rücklagen, erläuterte mir Italiener Marco Minoccheri, der den Raum betreute. Für Systeme mit ähnlich vielen Kanälen dient der Fluksus Stark mit internem DSP und acht Ausgangskanälen, vor- oder endverstärkt im Graphitcase und kostet 120.000 Euro.
Dirk Sommer und Roland Dietl, als von mir ausgewiesener SOtM- und Diretta-Experte, haben auf der High End mit SOtM Chef-Entwickler Il Won Lee ein Interview geführt. Dabei ging es vielmehr um den sMS-500 und generell SOtMs Streamer-Technologie und weniger um das Diretta Protokoll. Dennoch verband dies im Hörraum die Digital-Bausteine der Kette miteinander. Der Entwickler des Diretta-Protokolls war ebenfalls anwesend und zeigte, an welchen Modulen auf Raspberry Pi Basis er aktuell bastelt. Tiefere Einblicke in die Welt von SOtM liefert Ihnen dann schon bald das Interview.
Bei Transparent feierte der XL Powerisolator seine Showpremiere. Das High-End-Gerät bietet vier Ausgänge in zwei Filtergruppen und wird 10.000 Dollar kosten. In seiner Exklusivität übertrifft es damit nochmals den Powerisolator Reference, der acht Ausgänge zur Verfügung stellt. Die Front des massiven Aluminiumgehäuses formt eine unendliche Welle, wenn mehrere Geräte nebeneinander platziert werden. So macht die Stromversorgung der Anlage Eindruck. Die alte geschwungene Bauform der Powerisolatoren wird durch das rechteckige Design abgelöst. Neben den bekannten Magnum Opus Kabeln war das neue Actus zu bestaunen. Es wurde maßgeschneidert für eine noch eindrucksvollere Performance des dCS Varèse entwickelt und wird ab 9.400 Dollar kosten.
Der neue Transrotor Scala ist in der Grundausstattung (4.500 Euro ohne Arme und System) bereits auf den Zweiarmbetrieb vorbereitet. Dies ist auch die Maximalanzahl an Armen, die das auf dem Max basierende Laufwerk aufnehmen kann. Zwischen 9 und 12 Zoll ist alles möglich. Bei anderen Transrotoren ist es oft so, dass man die Tonarmbasen nach und nach aufrüsten kann, dieses Prinzip wurde mit dem Scala vereinfacht. Außerdem gehören ein Mitlaufbesen und spezielle Silikondämpfern in den Füßen zur Grundausstattung. Zusätzlich ist eine universelle Sockelplatte mit vier Spezialfüßen (1.200 Euro) für eine noch bessere Dämpfung erhältlich. Der TRA 9 (ab 5.900 Euro) kann neuerdings mit in-akustik Referenz AIR Pure Silver ausgestattet werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, kostet das Reinsilberkabel 4.000 Euro Aufpreis. Auf Wunsch können vorhandene Arme aufgerüstet werden. Sie werden dazu bei Transrotor zerlegt, bei in-akustik bestückt und wiederum bei Transrotor endmontiert.
Einen ebenfalls spannenden Dreher samt Tonarm fand ich in der Vorführung von Wand, Apertura, Mavis und Kimber Kable. Die spannende Musikauswahl des ursympathischen und dynamischen Wand-Erfinders Simon Brown hielt mich in der Vorführung. Sein 12“ Dark-Light Tonearm kostet 8.900 Euro, der 14-4 Master Turntable 7.500 Euro und wird beim Kauf mit Tonarm um 10 Prozent rabattiert. Die Kalibrator Evo sind Aperturas Neuinterpretation der Ur-Kalibrator. Ihr 22-Zentimter-Woofer soll bis zu 37 Hertz spielen. Sie werden 15.000 Euro kosten.
Mit Toscana veröffentlicht Rosso Fiorentino eine spannende Serie Koaxiallautsprecher. Die Kombination aus Alcantara und Leder für das Gehäuse setzt vollkommen neue Akzente. Ich wundere mich ernsthaft, weshalb vorher noch niemand auf diese Kombination für ein Lautsprechergehäuse gekommen ist. Dass gute Ideen in Verbindung mit Textil aus Italien kommen, ist aber eigentlich nicht weiter verwunderlich. Der Standlautsprecher kostet 4.800 Euro pro Paar, der Regallautsprecher und der Center liegen bei etwa 2.800 Euro. Den in der Kette als Streamer agierende iFi iDSD Phantom war kürzlich bei mir im Test. Der Preis von 4.700 Euro für den Phantom bricht zwar etwas aus dem sonst für iFi sehr erschwinglichen Rahmen aus, mit der neuen Ausbaustufe ihres mobilen Multifunktions-Kopfhörerverstärkers iDSD GR 2 machen sie dies wieder wett. Mit 550 Euro ist dieser nämlich günstiger als sein Vorgänger. Er soll bereits ab Mitte des Monats verfügbar sein. Mit Airo gehört zu iFi jetzt auch ein In-Ear-Hersteller. Verschiedenen Bundles beispielsweise mit dem hip dac 3 oder GO link wurden bereits geschnürt. Mit dem Duo und Duo Pro bietet Airo Bluetooth-In-Ears zu 30 Euro und 40 Euro. Der kabelgebundene Astra kostet 50 Euro. Für den Grell hat Dekoni ein passendes Kabel vorgestellt. Durch die etwas längeren Stecker muss man beim Kabeltausch im Gegensatz zum Standardkabel des Grell nicht mehr am Kabel selbst ziehen, sondern kann den Stecker greifen. Das Grundkabel ist mit einem klugen Wechselverschluss ausgestattet. So können verschiedenste Stecker sowohl verstärker- als auch kopfhörerseitig miteinander verbunden werden. Am kunstvoll dekorierten iFi Stand wird die Störungsfreiheit des Ausgangs eines iPower2 aus der SilentPower Subsparte im Vergleich zu einem günstigen Steckernetzteil hörbar gemacht. Außerdem wurden Lösungen für den Installationsbetrieb gezeigt.
Den Abschluss macht das Unternehmen Yung Cheng. Es wurde 1993 in Taiwan gegründet, operiert inzwischen aber von China aus und ist auf die Herstellung von Treiberkonussen spezialisiert. Obwohl Rebecca Hsu und ihr Ehemann Will Chang gar kein Produkt für den Endkunden anbieten, waren sie dieses Jahr das erste Mal auf der High End. Als Fertiger für viele internationale Kunden, wollten sie nach jahrelangen Beziehungen ihre Kunden einmal persönlich kennenlernen. Bei ihnen habe ich eine gute halbe Stunde am Stand verbracht. Ich wurde zu einem Stück Pizza eingeladen und wir haben uns über alles Mögliche außer HiFi unterhalten. Diese Begegnung soll stellvertretend für die offene und positive Atmosphäre der Messe stehen.
Wien 7.Juni: Hier geht es nicht nur um die vielfältigen Aktivitäten auf der Wiener High End, sondern auch um die Angebote, die sich für Freunde der Technik basierten Musikwiedergabe darum gruppierten. Den Anfang macht aber selbstverständlich die offizielle Messe, die dank des neuen Areals mehr bieten kann als bisher.
Dominique Fils-Aimé und ihre Band bezauberten am Samstagabend das Publikum mit ihrer Musik. Die überzeugende Bühnenpräsenz wurde durch das vom eigenen Soundingenieur verantwortete Klangkonzept in der Halle ergänzt. Ein Life-Erlebnis, eingebettet in die Messe, die für gute Musikwiedergabe steht. Gänsehaut-Feeling beim Konzert – so beschrieben es nicht nur Claudia Kazner und Magret Hocher, die mit der Organisation des Messegeschehens betraut sind, sondern auch andere Konzertbesucherinnen ihr Musikerlebnis. Die Magie des Abends erfasste fast alle der circa 500 Konzertbesucher. Nur der sorgsam inszenierte Abschluss – beim letzten Lied ging während des Gesangs von Dominique Fils die Band einer nach dem andern von der Bühne – wurde durch einen nicht enden wollenden Handyklingelton etwas getrübt. Dennoch ein toller Start für die Erweiterung der Aufgabe der Markenbotschafterin der diesjährigen High End.
Ein für das Gaming-Publikum entwickelter farbenfroher Plattenspieler, der als noch nicht ganz zu Ende entwickelter Prototyp aufgebaut war, soll laut der für diesen Bereich Zuständigen zeigen, dass es auch die Möglichkeit gibt, außerhalb des Spielens die Sound-Tracks auf eine andere, audiophile Art zu erleben. Mit Lautsprechern. Ohne Kopfhörer, einem, eventuell noch bezahlbaren Verstärker und entsprechenden Schallplatten zeigte sich dieses spezielle Angebot. Außerdem wurden in der Gaming-Zone, die es auch schon in der Vergangenheit in München gab, weite Erfahrungsmöglichkeiten wie Kleinstlautsprecher gezeigt und audiophil beschallte Spielbereiche angeboten.
Die Lage der Start-Up Area wurde von den dort angesiedelten „Nachwuchs-Unternehmen“ als besondere Unterstützung des Veranstalters eingeschätzt: Vor dem Zugang zur nächsten Halle und gegenüber eines Imbiss' wäre es ihnen trotz ihrer überschaubaren Größe möglich, von den Besuchern wahrgenommen zu werden, so einer der Angesprochenen.
Die Gelegenheit, im Rahmen einer HiFi-Show an Diskussionsrunden von Experten teilzunehmen habe ich schon vor 20 Jahren bei einer HiFi-Show in New York kennengelernt. Allerdings nicht unter so guten Bedingungen wie hier in Wien. Damals fand das Alles in einem anderen als dem Messehotel statt und war daher auch sehr spärlich besucht. Ob im ACV alle Diskussionen die unter dem Label X- PERDS stattfanden, gut besucht waren, kann ich nicht sagen, da ich immer wieder anderweitig auf der Messe unterwegs war, beim Thema THE EVOLUTION OF HIFI REVIEW moderiert von Paul Miller, dem Chefredakteur des weltweit am längsten erscheinenden HiFI-Magazins, ging es jedenfalls lebendig zu. Denn schon bevor der aus Deutschland stammende Kollege das Quartett auf der Bühne ergänzte, kamen interessierte Frage aus dem internationalen Publikum.
Ein ebenfalls schon in München bestehendes „Neben- oder Erweiterungsangebot“ für HiFi-Interessierte, ist die hifideluxe. Sie hat sich in Wien in direkter Nähe des Austria Center Vienna im 700 Meter entfernten Arcotel Kaiserwasser angesiedelt. Dies war schon in der Vergangenheit Ausstellungsort für die von Dr. Ludwig Flich veranstalteten klangBilder. Die hifideluxe vienna 2026 punktete zwar im Ausstellungsgebäude mit kurzen Wegen, bot aber in diesem Jahr im Erdgeschoß mit zehn und in der fünften Etage mit gerade mal fünf Ausstellungsräumen ein überschaubares Angebot. So konnte man sich in gemächlichem Tempo von Angebot zu Angebot bewegen und in jedem Fall mit Muße hören. Das Genießen der Musik mit den präsentierten Hifi-Komponenten war in einer mit Bedacht gestalteter Umgebung möglich. HiFi hat eben viel mit Ästhetik zu tun. Die zeigte sich besonders im Raum Mississippi. Die Wände waren mit extra für die Messe geschaffen Bildern der Krakauer Künstlerin Małgorzata Karp-Soja gestaltet.
Die letzte der Wiener (High End) Impressionen. Was fehlt? Das Meiste! Wer wissen will, wie der Sound in den Räumen war oder welche spannenden Neuheiten aufgrund der Angebotsvielfalt hier nicht gezeigt werden konnten, sei eingeladen zum Besuch in Wien. Die High End Vienna 2027 findet vom 06.Mai bis 09.Mai statt.
Gefühlt gab es auf der High End 2026 viel mehr zu sehen als noch letztes Jahr in München. Zum Großteil ist dies sicher auf die Vielzahl neuer Eindrücke ob der neuen Räumlichkeiten zurückzuführen. Dennoch, nicht nur die High End selbst, sondern auch das Marken-Portfolio verändert sich.
Ausführlichere Gedanken dazu und generell zu dem neuen High End Erlebnis in Wien werde ich im nächsten, ausführlicheren Bericht mit Ihnen teilen. Bis dahin können Sie sich wie üblich einen ersten mit Bildunterschriften kommentierten Überblick verschaffen.




















































Wien, 6. Juni: Zu Parallelmessen mag man stehen, wie man will, ich erinnere aber immer gerne daran, dass die heute wohl bedeutendste Show weltweit, die High End, vor über 40 Jahren erstmals parallel zur etablierten Hifi-Messe in Düsseldorf stattfand. Heuer gab es die „Xclusive High End Show Vienna“, mit der Michael Kromschröder hoch hinaus wollte.
Der Geschäftsführer des Klangloft aus der Nähe von München und Importeur von Aries Cerat für Deutschland und Österreich hielt die „Wolke 19“ im Ares Tower acht Gehminuten vom eigentlichen Veranstaltungsort entfernt für das geeignetere Umfeld zur Präsentation seiner Produkte. Die Räumlichkeiten der Wolke 19 umfassen die drei oberen Etagen des Towers im Vienna International Center. Vom 21. Stockwerk aus hat man einen überwältigen Blick über die Stadt und ihr Hinterland, besonders von der den Showroom umgebende Freifläche. Aber das Ambiente war wohl nur ein Argument für die Wahl dieses Veranstaltungsortes. Ein weiteres war gewiss auch, dass hier längere Öffnungszeiten möglich sind, was für eine Business-Messe nicht für Belang sein dürfte, wohl aber für den Musikgenuss in exklusiver Umgebung.
Leider waren alle unsere Abende verplant, so dass wir nicht in den Genuss des abendlichen Stadtpanoramas kamen. Dafür wurden wir aber durch vier absolute High-End Ketten entschädigt, in denen unter anderen Streaming-Komponenten von Pink Faun und ein Kronos Plattenspieler die Signale bereitstellten. Akustikelemente von Rdacoustic aus Tschechien sorgten trotz der großen Fensterflächen der Räume für guten Sound. Im ersten Raum waren die Lautsprecher von Aequo Audio aus Eindhoven zum Preis von 50.000 Euro zu hören, die sich mittels zweier Regler an die Raumakustik anpassen lassen.
Im nächsten Raum wurden die Elektrostaten von Prodigio aus Ungarn präsentiert und zwar das elegante Modell Vitorla, das mit 95.000 Euro in der Preisliste steht. Für die nötige Leistung und analoge Signale sorgten natürlich auch hier die Verstärker von Aries Cerat.
Die Signale des Kronos Perpetual zum Preis von 70.000 Euro plus Discover RS Tonarm –wie immer bei Kronos mit Ein-Punkt-Lager – bereitete die firmeneigenen Phonostufe auf. Digitale Signale wandelte der Aries Cerat Ithaka. Die Schallwandlung übernahmen hier in der Schweiz entwickelten und in Vietnam gefertigten Aria MK2. Das Topmodell der Marke kostet 160.000 Euro und beeindruckte mit einem sehr soliden Bassfundament. Die beiden Elemente pro Seite agierten absolut bruchlos und homogen.
Im großen Raum von Aries Cerat spielten vor dem aufsehenerregenden Akustikmodul von Rdacoustic die Sirenes zum Paarpreis von 265.000 Euro, ein Konzept bei dem auch Field-Coil-Wandler zum Einsatz kommen. Mindesten ebenso interessant ist das Laufwerk mit zwei Tangential-Tonarmen, von denen einer aus Titan gefertigt wurde. Auch für das nächste Jahr hat Michael Kromschröder wieder einen eigenen Auftritt geplant, diesmal aber in einem anderen der das ACV umgebenden Türme.
Wien, 4. Juni: Auch langjährigen Analogfans dürfte diese Zahl nicht unbedingt geläufig sein: Auf der Ortofon-Pressekonferenz konnte man erfahren, dass seit rund 40 Jahren kein neuer Nadelschliff entwickelt wurde. Das hat sich nun geändert. In Ortofons neuem Topmodell MC Vertex kommt erstmals ein neuer Nadelschliff zum Einsatz.
Aus diesem Grund machte das Team von Ortofon die Pressekonferenz zum Champagner-Empfang. Sparsamer gab man sich allerdings in Sachen technischer Information. Zwar wurde darauf hingewiesen, dass ein neuer Schliff auch eine modifizierte Bedämpfung erforderlich mache und der Magnetfluss im Generator optimiert worden sei. Wichtig sei auch, dass der Diamant mit seinem neuartigen Schliff in eine quadratische Öffnung im Diamantnagelträger eingesetzt werde. Was aber den neuen Schliff von bisherigen unterscheidet, verriet man den zahlreich erschienenen Pressevertreter jedoch nicht. Wie hifistatement.net jedoch aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich beim neuen Schliff um eine Kombination von Micro Ridge und Replikant 10, die besonders bei kritisch ausgesteuerten Passagen im Mitteltonbereich sauberer abtaste. Mehr Informationen gibt es im Test des Vertex zum Preis von rund 15.000 Euro. Ein Exemplar ist schon bestellt.
Wien, 4. Juni: Kaiserwetter bei der Eröffnung der ersten High End am Kaiserwasser in Wien. Wie so oft in München wurden die zahlreichen Fachbesucher und Pressevertreter, es sind ca. 500 akkreditiert, von strahlendem Sonnenschein ins Austria Center Vienna geleitet.
Bei der erstmals von Manuel Pinke, dem neuen Geschäftsführer der High End Society Service GmbH, gemeinsam mit Claudia Karzner moderierten obligatorischen Pressekonferenz zu Beginn der Messe wurde nicht nur auf die Möglichkeiten der neuen Lokalität, wie viel Raum und so weiter, sondern auch auf das Motto der diesjährigen High End „The Power Of Music“ und die ideale Verbindung zu Wien hingewiesen. Wien ist nun mal ein Ort, bei dem fast jeder Assoziationen zu Musik hat. Seien es Komponisten,Spielstätten oder Musiker. Die diesjährige Markenbotschafterin Dominique Fils-Aimé betonte die Kraft der Musik, sie zeige sich für sie in Schwingungen, Leidenschaft und Emotionen. Musik sei für sie therapeutisch. Auf ihre Inspiration angesprochen verwies sie unteranderem auf Nina Simon. BB King sowie Mozart und schloß mit dem Satz „Jazz Is Freedom“.
Das diese sympathische Musikerin während der High End ein Konzert, das abends und nicht nur für Messebesucher zugänglich ist, gibt, ist eine der Neuheiten dieser Messe. Insgesamt werden im Verlauf der Messe 40 Listening-Session bei verschieden Ausstellern stattfinden.
Was sicher auch eine neue Messeerfahrung ist, ist die sicher gewöhnungsbedürftige Weitläufigkeit des Geländes. Da werden schon einige Kilometer gemacht und das in angenehmer Luft. Kein Mief, keine Hitze. Der Besucherstrom vom Eingang verteilt sich wohltuend. Die folgenden Fotos sind Impressionen des ersten Tags und hauptsächlich in den Hallen der World Of Headphone entstanden.
Das Austria Center Vienna stellt eine Herausforderung an HiFi-Redakteure dar. Gleich fünf Stockwerke und vier Hallen summieren sich zu einer gewaltigen Fläche, die es abzulaufen gilt. Dabei unterscheidet sich der Charakter der einzelnen Stockwerke teilweise deutlich.
Generell sind die Flure viel weitläufiger als noch in München, was eine luftige und angenehme Atmopshäre schafft. Während auf einigen Stockwerken die Freiflächen dominieren, sind es auf anderen sehr große bis mittelgroße Ausstellungsräume, ein Stockwerk weiter kommt dann fast schon wieder ein Hotelmessencharakter auf. Gemeinsam mit den vier Hallen bietet die „neue“ High End viel Abwechslung. Sowohl die Stockwerke des Hauptgebäudes mit der speziellen vieleckigen Form als auch die Hallen eint die sehr moderne Ausstattung. So schaffen nicht nur die Freiflächen sprichwörtlich „Luft“, sondern überhaupt ist die Atemluft sehr angenehm klimatisiert, die Beleuchtung ist gleichmäßig und flimmerfrei. Im Direktvergleich merkt man dann doch, dass das MOC in München, so gute Dienste es für die High End auch geleistet hat, hier und dort bereits etwas abgerockt war. Und obwohl das MOC zwar durchaus vermisst wird, schließlich waren hier Wege und Abläufe bekannt, zeigt sich das Austria Center Vienna, wie ich finde, von seiner besten Seite. Ich freue mich auf die kommenden Tage und vor allem auf Sie, liebe Besucherinnen und Besucher.
Im Folgenden teile ich mit Ihnen meine Impressionen des ersten Tages in Bildform. Ich musste mich erst einmal darauf konzentrieren, mich überhaupt zurecht zu finden. So bin ich zwar nahezu überall schon einmal gewesen, aber habe es bei weitem nicht geschafft, die Messe in einem ähnlichen Umfang wie unser Fotograf Helmut Baumgartner abzulichten. Ich denke, Sie können dennoch bereits einen Eindruck gewinnen.