Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl.

Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und er gab die Frage an den MSB Geschäftsführer und Mitinhaber Jonathan Gullman weiter. Der antwortete per E-Mail unter anderem: „Im Grunde genommen ist der Cascade DAC dank Bit Diffusion Technolgie und der neu veröffentlichten Firmware mittlerweile so gut wie ein brandneuer DAC. … Wir hätten beide Upgrades als „Cascade 2“ und „Cascade 3“ verkaufen können, haben dies aber nicht getan, sondern die Upgrades kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Dazu sollte man wissen, dass die Implementierung der Bit Diffusion Technology oder kurz BDT einer – wie MSB es ausdrückt – geringfügigen Hardware-Aktualisierung bedarf: Das Gehäuse, das den DAC beherbergt, muss ins Werk geschickt werden, wo dann in kurzer Zeit eine entsprechende Modifikation vorgenommen wird. MSB berechnet dafür lediglich die Transport- und Handling-Kosten, die Hardware wird ebenso wie die Aktualisierung der Firmware von MSB als kostenloser Service für die Kunden betrachtet. Bei weiteren Fragen zu den Updates sollte man sich hierzulande an Hifi2Die4 wenden.

Der dreiteilige Cascade besteht aus dem Digital Director, dem Gehäuse mit den Wandlern und der analogen Vorstufe sowie der dazugehörigen Powerbase
Der dreiteilige Cascade besteht aus dem Digital Director, dem Gehäuse mit den Wandlern und der analogen Vorstufe sowie der dazugehörigen Powerbase

Zwar war mir bei der Themenplanung schon klar, dass mich die zeitnahe Beschäftigung mit zwei MSB-Wandlern vor das ein oder andere Problemchen stellen würde. Aber wer würde schon nein sagen, wenn er die Gelegenheit bekommt, MSBs Sentinel in einer nicht gänzlich unbekannten Umgebung zu hören, eine Menge Informationen zum Topmodell sowie den Modifikationen des hochgeschätzten Cascade vom Europavertrieb zu erhalten und letzteren DAC anschließend mit in den eigenen Hörraum nehmen zu können? Da nicht feststeht, wie lange ich Zugriff auf den Cascade habe, konnte ich mir mit diesem Bericht auch nicht allzu viel Zeit lassen. Ich kann nur hoffen, dass Sie es für die ansonsten nirgendwo zu findenden Informationen gern in Kauf nehmen, die ein oder andere technische Erklärung ein zweites Mal zu lesen oder etwa zusätzliche Fakten im vor 24 Monaten erschienenen Artikel über den Cascade nachzulesen. Dort können Sie beispielsweise erfahren, warum MSB keine unterschiedlichen Filter mehr anbietet, warum man auf Buffer für den Ausgang verzichten kann, wie die Lautstärkeregelung konzipiert ist, welche Eingänge die integrierte analoge Vorstufe bietet, worauf es bei der hochpräzisen Clock ankommt und was es mit dem „ProISL Interface“ auf sich hat. Das sollte reichen, um Sie auf den ersten Cascade-Test neugierig zu machen.

Von oben nach unten: der Digital Director, der „analoge“ DAC mit integrierter Vorstufe und sein Netzteil, die Powerbase
Von oben nach unten: der Digital Director, der „analoge“ DAC mit integrierter Vorstufe und sein Netzteil, die Powerbase


Doch jetzt noch einmal ganz kurz zu den beiden technischen Änderungen beim Cascade – auch wenn ich sie schon im Artikel über den Sentinel erwähnt habe. Bei der Beschreibung der „Bit Diffusion Technology“ kommt mir zugute, dass sich MSB entschieden hat, sie exklusiv zu verwenden und das Wissen darum nicht mit Mitbewerbern teilen möchte. Die eine von zwei verfügbaren Information dazu, dass Dustin Symanski, MSBs Chef-Schaltungsentwickler, die BDT ursprünglich aus der Betrachtung der Beziehung zwischen einem Atom und der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion eines Elektrons abgeleitet habe, scheint mir jedenfalls nicht dazu angetan sein, die Konkurrenz auf die richtige Fährte zu bringen. In Daniel Francis' Post im MSB Forum kann man noch die kurze Ergänzung finden, dass durch die BDT leichte Umgebungsgeräusche und digitale Artefakte gemildert würden, was zu einem analog-ähnlichen Klang und einer deutlich entspannteren, ermüdungsfreien Wiedergabe beitrage.

Laut Jonathan Gullman hat die Entwicklung des Palisade-DAC Dustin Symanski vor besondere Herausforderungen gestellt, da das unter dem Cascade angesiedelte Modell mit zwei statt mit vier Hybrid-DAC-Modulen auskommen müsse. Dustin Symanskis Lösung für den Palisade habe dann extrem gut funktioniert und die daraus resultierenden klanglichen Ergebnisse seien so beeindruckend gewesen, dass er sie auch in die Firmware des Cascade und des Sentinel integriert habe. Das seien nur geringfügige Änderungen gewesen, die aber enorme klangliche Verbesserungen bewirkt hätten. Mehr Informationen zu den Modifikationen waren beim besten Willen nicht zu bekommen.

Die Powerbase stellt die Energie für die DAC/Vorstufen-Kombination bereit
Die Powerbase stellt die Energie für die DAC/Vorstufen-Kombination bereit

Wie schon beim ersten Besuch des Cascade in meinem Hörraum war es auch diesmal nicht einfach, drei Gehäuse mit zwei Netzanschlüssen in meine Kette zu integrieren. Da ich die Stromversorgung von digitalen und analogen Komponenten strikt trenne – dafür sind ein Audioquest Niagara 1200 und 5000 im Einsatz –, wird es vor allen bei den Steckplätzen im Netzaufbereiter für Digitales eng. Diesmal hat mich gerettet, dass seit der Integration des SOtM sMS-2000 mit der eingebauten Vier-Terabyte SSD in die Anlage die Verwendung des Melco als Datenzulieferer obsolet geworden ist – und dass MSB den reinen Wandler inklusive der Vorstufe als analoge Komponente einstuft, da jegliche digitale Signalaufbereitung bereits im Director stattfindet. Im Niagara 5000 für die analogen Gerätschaften gibt es glücklicherweise noch die ein oder andere freie Steckdose. Laut Frank Vermeylen schadet es dem Klang nicht, das Gehäuse mit dem Wandler und den Director übereinander zu stellen, was ja auch durch die speziellen Aufnahmen für die Füße anderer MSB-Komponenten auf der Oberseite der Gehäuse ohne Beschädigungen gut möglich ist. Lediglich zum Netzteil sollte der DAC einen gewissen Abstand wahren. Daher schiebe ich die Powerbase auf ihren vier Cascade Basen dort unter das Artesania Rack, wo zuvor das externe Netzteil des Melco gestanden hat.

Der Blick in die DAC/Vorstufen-Kombination: oben die acht Hybrid-Ladder-DACs und darunter die Widerstände und Relais zur Laustärkeregelung
Der Blick in die DAC/Vorstufen-Kombination: oben die acht Hybrid-Ladder-DACs und darunter die Widerstände und Relais zur Laustärkeregelung


Der Cascade bekommt 48 Stunden Zeit, bevor meine Gattin und ich abends einen ersten Funktionstest machen und zwar mit dem gerade von Qobuz heruntergeladenen Album Joyful Noise von Carla Bley, das sie mit neun Kollegen – unter anderen Michael Mantler, Steve Swallow, Gary Valente und Bob Steward – im März 1984 in einem Studio des NDR in Hamburg vor Publikum eingespielt hat. Schon der Applaus klingt authentisch, der Hall recht natürlich, die Instrumente klangfarbenstark und sehr gut definiert. Aber das zuvor unbekannte Album kann selbstverständlich nicht zur Einschätzung der Fähigkeiten des Cascade beitragen. Dennoch wollte ich es nicht unerwähnt lassen, da es musikalisch für uns bisher die Entdeckung des Jahres ist. In einer idealen Hifi-Welt hätte sich in den vergangenen beiden Jahren nichts in meiner Kette verbessert: Abgesehen von einigen Kleinigkeiten stünden statt der Børresen T5 SSE noch immer die 05 SSE gegenüber den Hörsesseln und die Files kämen vom Melco statt wie jetzt vom SOtM. Außerdem verfügte ich über ein untrügerisches Gedächtnis für Klänge und hätte die des damals genutzten Cascade noch im Ohr – oder aber einen solchen zum Vergleich mit dem aktuellen in meiner jetzigen Anlage…

Der einzige optische Unterschied zwischen der Ur- und der aktuellen Version: Der FPGA mit dieser Kennzeichnung
Der einzige optische Unterschied zwischen der Ur- und der aktuellen Version: Der FPGA mit dieser Kennzeichnung

Trotz der Änderungen in der Kette und des großen zeitlichen Abstands höre ich wieder zwei der drei Alben, mit denen ich den Cascade der ersten Generation eingespielt habe. Die hohe Auflösung und präzise Differenzierung sorgen jetzt dafür, dass bei „Pepple Dance“ von John Surmans Words Unspoken selbst die dichten, gedrängten Passagen nie Nervosität verbreiten. Bei den anfangs nur wie hingetupft wirkenden Schlägen auf die Bass Drum, die der Mix keinesfalls präsent, sondern eher in der Tiefe der imaginären Bühne platziert, scheint man Schlegel und Fell fast sehen zu können, so satt und tief erklingen sie. Beim Titelsong knarzt die Bassklarinette melodienverliebt, während sie von zurückhaltenden Vibraphon- und Gitarrensounds umspielt wird. Das Drum Set gibt keinen durchgehenden Takt vor, sondern garniert das Ganze mal mit tiefem Grummeln, mal mit matt strahlendem Blech: eine Schwelgerei in Klangfarben und Harmonie. Der Cascade lässt die Musik fröhlich und beschwert schweben.

„Finding Your Place“ auf dem Album Stormy Beauty des Nils Kugelmann Trios lebt vom Rhythmus und Timing: verblüffend, wie viel Energie Flügel, Bass und Schlagzeug freisetzen, wenn sie exakt auf den Punkt spielen. Der MSB macht klar, dass die drei jungen Musiker genau das tun. Bei „Unexspected Love“ lassen es Flügel und Viersaiter etwas entspannter angehen, um dann das Tempo und die Intensität zu steigern. Die ungemein detailreich wiedergegebenen Drums treiben von Anfang an das Geschehen für mich ein wenig zu prominent an, aber dafür ist die Aufnahmetechnik verantwortlich, nicht der Casade. Er enthüllt ebenfalls, dass auf der ACT-Produktion die Kreation eines imaginären Raumes keinen so hohen Stellenwert eingenommen hat wie etwa bei Words Unspoken. Nach diesen beiden selten gehörten Alben kann ich lediglich sagen, dass mir der Cascade ausgesprochen gut gefällt. Da passt einfach alles: Timing, Auflösung, Klangfarben, Raumabbildung, Homogenität und Spielfreude. Die bisherigen Eindrücke reichen jedoch nicht, um mit Gewissheit zu sagen, dass der aktuelle MSB mehr zu bieten hat als die erste Version.

Die DAC-Module verarbeiten PCM- und DSD-Dateien
Die DAC-Module verarbeiten PCM- und DSD-Dateien


Bei einem Kopfhörer-Test hatte ich entdeckt, dass sich einige Stücke von Changing Places, einem Album des Tord Gustavsen Trios, hervorragend zur Beurteilung von Komponenten eignen. Dabei bieten die seitdem oft verwendeten Stücke keinerlei Klangspektakel. Es geht hier um Subtileres: Anschlagsdynamik, die Größe imaginärer Räume, die Länge des Verklingens einzelner Töne oder die Intensität der Schwingungen eines Fells einer Trommel. Außerdem verströmen die Songs von Changing Places Ruhe und gleichzeitig eine Intensität, die sie deutlich von üblichen Test-Tracks unterscheidet. Deshalb habe ich „Deep as Love“, „Graceful Touch“ und „Melted Matter“ auch bei meiner ersten Begegnung mit dem Cascade gehört – und konnte feststellen, dass dieser in Sachen Geschmeidigkeit und innere Spannung deutlich mehr zu bieten hatte als mein Aries G2.2 mit Chord Electronics' M-Scaler und DAVE. Auch ohne direkten Vergleich mit meiner Kette oder dem ursprünglichen Cascade bin ich mir schon beim ersten der drei Stücke sicher, dass ich es in meinem Hörraum noch nie so faszinierend gehört habe: Selbst das zarteste Reiben der Besen auf der Snare ist nun beständig zu vernehmen. Piano, Kontrabass und Schlagzeug werden in einem sehr großen Raum von mehr Luft umgeben. Die variierende Intensität der Anschläge teilt sich einem direkt mit und plötzlich wird auch ihre Interaktion mit dem Raum zum Thema und beim kurzen Bass-Solo gibt es mehr Griff- und Saitengeräusche zu entdecken. Und all diese Feinheiten lenken nicht vom intensiven musikalischen Fluss des Titels ab: einfach großartig.

Der Digital Director wird von einem eigenen Analognetzteil gespeist
Der Digital Director wird von einem eigenen Analognetzteil gespeist

Zu Beginn von „Graceful Touch“ kann man nur staunen, wie tief auf der imaginären Bühne das Schlagzeug positioniert ist, ohne dass es dadurch an Unmittelbarkeit verliert. Die Melodien des Flügels laden zum Träumen ein, doch daraus wird man immer wieder von heftigen Anschlägen – die legendären Three-Blind-Mice-LPs lassen grüßen – aufgeschreckt. Es wäre ja viel zu schade, nur schwelgend zu genießen, denn dann entginge es der Aufmerksamkeit, dass dank es Cascade nun selbst ganz leichte Schläge auf die Drums von länger verebbenden Hall umgeben werden. Auf „Melted Matter“ fließt die Melodie über eine minimalistische Bassbegleitung dahin, einzelne Töne des Pianos und der ein oder andere Schlag auf die Trommeln lassen die Größe des Raumes erahnen, und das sanft angetippte Fell der Bass Drum vermittelt eine Ahnung von der dem Instrument innewohnenden Energie – und trotzdem könnte man sich in dieser Fülle von Wohlklang verlieren. Ich war mir der Qualitäten des Albums durchaus bewusst, aber der aktuelle Cascade macht mehr davon erfahrbar als alle andere Wandler, die ich in meinem Hörraum genießen durfte.

Ich hätte es wissen können: Nur mit wohlvertrauten Musik-Files lässt sich auch nach zwei Jahren noch beurteilen, ob die Modifikationen beim Cascade wirklich etwas gebracht haben. Deswegen komme ich um Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 mit den Duisburger Philharmonieorchester einfach nicht herum, auch wenn ich mir nach dem Erlebnis in Isen mit dem Sentinel und den Hyperions zur Vermeidung von Frustrationen vorgenommen hatte, sobald keine Stücke mehr anzuspielen, die ich dort genossen hatte. Die Angst ist aber nur zum Teil berechtigt: Eine so große Abbildung, eine solche Plastizität, ein so solides Bassfundament und eine so tiefe Bühne wie jetzt mit dem Cascade hatte ich in meinem Hörraum bisher nicht erleben dürfen: Der MSB treibt auch WestminsterLab, Einstein und die Børresen T5 zu Höchstleistungen.

Auf dem Gehäuseboden des Digital Director werden alle ankommenden digitalen Signale für die Wandler-Module aufbereitet und dann am MSB-Cascade-Link oben links zur Weiterleitung bereitgestellt
Auf dem Gehäuseboden des Digital Director werden alle ankommenden digitalen Signale für die Wandler-Module aufbereitet und dann am MSB-Cascade-Link oben links zur Weiterleitung bereitgestellt


Dass der Cascade mit tontechnisch hervorragendem Jazz und Großorcherstralem eine gute Figur machen würde, war ja eigentlich zu erwarten. Aber wie sieht es mit überproduziertem Rock aus? Es waren wohl eine nostalgische Anwandlungen die mich beim letzten LP-Einkauf auch bei den populären Neuerscheinungen vorbeischauen ließ. Ich war schon auf dem Weg zur Kasse, als ich las, dass Foreign Tongues von den Rolling Stones in Tschechien gepresst wurde – und Pressungen von dort haben nicht den besten Ruf. Bei meinem Besuch bei Chord Electronics machten wir einen kurzen Abstecher zum örtlichen HMV-Laden: Leider waren die Stones-LP hier auch keine englischen Pressungen, weshalb ich lieber die Files 24 Bit und 96 Kilohertz von Qobuz runtergeladen habe. „Rough and Twisted“ zwingt mich dann, hektisch zur Fernbedienung zu greifen: Bei diesem Pegel könnte man meinen, der sogenannte Loudness War wäre noch immer nicht überwunden. Abgesehen davon klingen die alten Herren aber wie erwartet: mitreißend, anmachend und vor Spielfreude strotzend. Trotz gefährlich hoher Aussteuerung verwöhnt der Cascade mit einem ausgesprochen differenzierten Klangbild, das auf einem grundsoliden Tieftonfundament ruht. Einziger kleiner Wermutstropfen: Bei einigen Songs hätte ich mir einen etwas sorgfältiger eingestellten Deesser gewünscht, am störendsten sind die Sibilanten auf „Side Effects“. Aber das kann man ja nicht dem ganz hervorragenden, aktuellen Cascade anlasten.

STATEMENT

Außerordentlich erfreulich: Der akuelle MSB Cascade hat klanglich noch einmal mehr zu bieten als die Version von vor zwei Jahren – und ist je nach Bestückung mit Eingangsmodulen sogar noch minimal günstiger. Genau so ein Grund zur Freude ist, dass MSB für das Update bereits ausgelieferter Geräte lediglich die Fracht- und Handlingkosten berechnet. Vor allem aber verwöhnt der Cascade mit allerbestem Klang: ein digitaler Traum!
Gehört mit
NAS Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil, WDMyCloud
Streamer Auralic G2.1 mit 2TB SSD, SOtM sMS-2000 mit externen Netzteilen für Ethernet- und USB-Card und mit integrierter, kryobehandelter 4-TB-SSD
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Vorstufe WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Ansuz Digitalz D-TC Supreme, Mainz D2 und Speakz D-TC SUPREME
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Waversa Isolator-EXT-1 (2x), ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P3 und SBooster BOTW P&P Eco MKII, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME
Herstellerangaben
MSB Technology Cascade Digital Director
Unterstützte Formate 44,1kHz bis 3.072kHz PCM bis zu 32 Bit, DSD64, DSD128, DSD256, DSD512, unterstützt DSD über DoP auf allen Eingängen
Digitaleingänge 4x Erweiterte Steckplätze für isolierte Eingangsmodule
Stromverbrauch 24 W im Betrieb, 17 W Standby
Garantie 2 Jahre Standard + 3 weitere Jahre bei Registrierung
Abmessungen (B/T/H) 444,5/393,7/79,4mm
Fußgewinde M10x1,5
Gewicht 13,7kg
Enthaltenes Zubehör Benutzerhandbuch, MSB-Fernbedienung, USB-Ladekabel, IEC-Netzkabel, 4x Cascade Basis
Enthaltene Eingangsmodule Optical/Coaxial Module (S/Pdif)
Optionale Eingangsmodule Renderer-Modul, USB2-Modul, XLR/AES-EBU-Modul 192/24 und 1xDSD vi DoP.
Herstellerangaben
MSB Technology Cascade Converter
XLR-Analogeingänge 50kΩ symmetrisch, 6V Maximal, isoliert, wenn nicht ausgewählt
XLR-Analogausgänge 3,32V maximal (Digitaleingang), 6V maximal (Analogeingang), 75Ω symmetrisch
Lautstärkeregelung rein passive analoge Dämpfung mit konstanter Impedanz, 1-dB-Schritte
Leistungsaufnahme (DAC + Netzteil) 78 W eingeschaltet, 0,48 W Standby
Garantie 2 Jahre Standard + 3 zusätzliche Jahre bei Registrierung
Abmessungen (B/T/H) 444,5/393,7/79,4mm
Fußgewinde M10x1,5
Gewicht 14,5kg
Enthaltenes Zubehör 4x Cascade-Basis
Herstellerangaben
MSB Technology Cascade Powerbase
Leistungsaufnahme (DAC + Netzteil) 78 W eingeschaltet, 0,48 W Standby
Garantie 2 Jahre Standard + 3 weitere Jahre bei Registrierung
Abmessungen (B/T/H) 444,5/393,7/79,4mm
Fußgewinde M10x1,5
Gewicht 19,5 kg
Enthaltenes Zubehör IEC-Netzkabel, Summit-Netzkabel, 4x Cascade-Basis
Preise 110.000 Euro inkl. Eingangsmodulen

Vertrieb
HiFi2Die4
Anschrift Austrasse 9
73575 Leinzell
Telefon +49 (0) 7175 909032
E-Mail hifi2die4@gmx.de
Web www.hifi2die4.de

Weitere Informationen

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Montag, 03 August 2026 10:17

in-akustiks Micro AIR-Serie

Mit dem NF-404 Micro AIR und dem AC-404 Micro AIR erweitert in-akustik die Referenz Micro AIR Serie um ein NF-Kabel und eine Netzanschlussleitung und komplettiert damit die 404-Familie. Neben dem LS-404 Micro AIR Lautsprecherkabel, stehen Musikliebhabern nun aufeinander abgestimmte Verbindungen für NF-Signale und Stromversorgung zur Verfügung.

Alle Kabel der Micro AIR-Serie folgen demselben physikalischen Entwicklungsansatz: Ziel ist es, unvermeidbare elektrische Einflüsse einer Kabelverbindung konsequent zu reduzieren und das Musiksignal möglichst unverfälscht zu übertragen. Die Micro AIR-Technologie basiert auf einem Luft-Dielektrikum und einer komplexen, rautenförmigen Isolationsstruktur. Dadurch wird der Luftanteil in der Isolation erhöht, die Kapazität des Kabels reduziert und die Übertragung sensibler Audiosignale optimiert.

Jedes Kabel besitzt aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften eine elektrische Kapazität. Das verwendete Isolationsmaterial – das sogenannte Dielektrikum – beeinflusst deren Größe maßgeblich. Während Kunststoffe elektrische Energie speichern und zeitversetzt wieder abgeben können, besitzt Luft hervorragende dielektrische Eigenschaften und erhöht die Kapazität praktisch nicht. Die von in-akustik entwickelte Micro AIR Technologie nutzt deshalb eine aufwendige Luftkammerstruktur innerhalb der Isolation. Dadurch wird der Luftanteil zwischen den Leitern erhöht, die Kabelkapazität reduziert und die Signalübertragung optimiert.

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NF-404 Micro AIR

Das NF-404 Micro AIR wurde für die besonders empfindliche Signalübertragung zwischen Quellgeräten und Verstärkern entwickelt. Neben der Micro AIR Technologie kommt erstmals der Guided Copper-Leiteraufbau zum Einsatz. Dabei werden die einzelnen OFC-Kupferleiter in einer definierten Geometrie geführt und voneinander getrennt. Unerwünschte Wechselwirkungen innerhalb des Leiters werden reduziert und ein gleichmäßiger Signalfluss gefördert. Eine symmetrische Konstruktion und die doppelte Schirmung schützen zusätzlich vor elektromagnetischen Störeinflüssen. Das NF-404 Micro AIR ist mit Cinch- oder XLR-Steckverbindern erhältlich.

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AC-404 Micro AIR

Mit dem AC-404 Micro AIR überträgt in-akustik den Entwicklungsansatz der Micro AIR Technologie erstmals auf die Stromversorgung. Eine neu entwickelte 6-fach-Multicore-Architektur reduziert Ausgleichsströme zwischen verbundenen Audiokomponenten und sorgt für eine niederohmige Energieversorgung über ein breites Frequenzspektrum. Das Luft-Dielektrikum der Micro AIR Technologie minimiert kapazitive Verluste, während die doppelte Schirmung hochfrequente Störeinflüsse reduziert.

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NF-404 Micro AIR

  • Micro AIR Technologie
  • Guided Copper Leiteraufbau
  • Symmetrische Konstruktion
  • Luft-Dielektrikum
  • Zweifache Schirmung
  • OFC-Kupferleiter
  • Cinch- und XLR-Version
  • Längen: 0,75 m / 1,0 m / 1,5 m / 2,0 m
  • UVP ab 625 €

AC-404 Micro AIR

  • Micro AIR Technologie
  • 6-fach-Multicore-Architektur
  • Luft-Dielektrikum
  • Zweifache Schirmung
  • OFC-Kupferleiter
  • Leiteraufbau:24 x 0,20 mm (0,75 mm²)
  • SCHUKO–C15 und SCHUKO–C19
  • Längen: 1,0 m / 1,5 m / 2,0 m
  • UVP ab 749

Gemeinsame Merkmale

  • Entwicklung und Fertigung in der in-akustik Kabelmanufaktur
  • Reduzierte Kabelkapazität durch Luft-Dielektrikum
  • Minimierung elektromagnetischer Störeinflüsse
  • Hochreine OFC-Kupferleiter
  • Sonderkonfektionen auf Anfrage
  • 14 Tage kostenlos Probehören
  • Erhältlich über den autorisierten Fachhandel sowie direkt bei in-akustik

Alle Kabel der Referenz Micro AIR Serie können 14 Tage lang kostenlos zu Hause getestet werden. Der Probehör-Service umfasst Versand und Rücktransport und ermöglicht einen direkten Vergleich in der eigenen HiFi-Anlage.

Zum Probehör-Service

in-akustik GmbH & Co. KG
Untermatten 12 - 14
79282 Ballrechten-Dottingen
Tel: +49 (7634) 5610 0
Fax: +49 (7634) 5610 80
E-mail: service@in-akustik.de
Internet: www.in-akustik.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-08-03_in

Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen?

Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine Visite bei einem Hersteller, sondern es drehte sich alles um den MSB Technology Sentinel DAC, den ich in Isen im Penthouse auf dem HECstore erleben durfte. Dort befindet sich der sogenannte Sonic Sanctuary Showroom, in dem Unbelivable-Audio-Chef Marc Lindike die Schallwandler von Acapella Audio Arts präsentiert. Wie an dieser Stelle vor einiger Zeit zu lesen war, beeindruckten mich dort direkt nach ihrem Einzug Acapellas Hyperion mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten. Inzwischen hat Mark Lindike noch jede Menge Optimierungen in Sachen Raumakustik und Lautsprecherpositionierung vorgenommen. Aber was eine Hyperion dort prinzipiell zu leisten vermag, war mir zuvor bekannt.

Die gesamte Kette, allerdings ohne die zweite Hyperion
Die gesamte Kette, allerdings ohne die zweite Hyperion

Am letzten Wochenende war Frank Vermeylen, dessen Vertrieb Very Fine Solution die Produkte von MSB in Europa betreut, zusammen mit Jürgen Sachweh von Hifi2die4, der sich hierzulande um die noble Elektronik aus Kalifornien kümmert, im Penthouse zu Gast, um digitale Quellen einmal richtig auszureizen. Dazu hatte Frank Vermeylen MSBs Stereoendstufe S500 mitgebracht, die jede Menge Leistung für die Acapellas mit ihrem hohen Wirkungsgrad bereitstellten. Die Mono-Version, die MSB M500 war schon vor fünf Jahren in meinem Arbeitszimmer zu Gast und hat mich rundum begeistert: nahezu unfassbar, dass ein solches Watt-Monster so detailreich, filigran und emotional spielen kann. Die Charakteristik der Stereovariante dürfte sich so gut wie nicht von der des Mono-Leistungsverstärkers unterscheiden. Musik-Files von der integrierten Acht-Terabyte-SSD oder aus dem Netz lieferte das Innous-Nazaré-System mit dem Streamer sowie dem Reclocker NazaréFLOW und zwei kaskadierten Netzwerk Switches NazaréNET an den MSB-DAC. Allein der Preis für die Zuspieler liegt ein gutes Stück über 100.000 Euro. Ein separate Vorstufe war nicht von Nöten, da sowohl der MSB Cascade DAC als auch das Topmodell Sentinel diese Funktion übernehmen können. Wie sich beim Test des ersteren herausstellte, klingt seine Vorstufensektion erwartungsgemäß zwar minimal anders als etwa mein WestminsterLab Quest, agiert aber auf demselben extrem hohen Niveau.

Rechts Streamer, Reclocker und zwei Switches von Innuos. Über der Acapella-Vorstufe steht der Sentinel Director, darunter der Cascade Director
Rechts Streamer, Reclocker und zwei Switches von Innuos. Über der Acapella-Vorstufe steht der Sentinel Director, darunter der Cascade Director


Leider kann ich nicht behaupten, auch mit dem Klang des Cascade hundertprozentig vertraut zu sein. Wie Frank Vermeylen schon während der High End in Wien berichtete, hatte Dustin Symanski, MSBs Chef-Schaltungsdesigner, bei der Entwicklung des Sentinel neue Erkenntnisse gewonnen, aus der die sogenannte „Bit Diffusion Technology“ hervorging. Wie Jonathan Gullman, Geschäftsführer, Project Designer und Mitinhaber von MSB, auf Anfrage mitteilte, sei die Technologie extrem komplex und daher ebenso schwierig zu erklären wie zu verstehen. Vor allem wolle man sie exklusiv verwenden und das Wissen darum nicht mit anderen teilen. Er ließ lediglich verlauten, dass Dustins Symanskis Konzept für die BDT ursprünglich aus der Betrachtung der Beziehung zwischen einem Atom und der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion eines Elektrons entstanden sei. In Anlehnung an dieses Naturphänomen werde die Bit-Diffusion nicht nur auf die einzigartige Architektur des Sentinel mit 64 unabhängigen DAC-Kanälen, sondern auch auf die des Cascade mit 16 Kanälen angewendet. Leise Umgebungsgeräusche und digitale Artefakte würden diffus verteilt, was zu einem analogähnlichen Klang und einer wesentlich entspannteren, ermüdungsfreien Wiedergabe beitrage. Die Bit Diffusion Technology werde in alle neuen Cascade implementiert. Leider war sie aber bei meinem Test des Trios noch nicht verfügbar.

Die Bedienungselemente auf der Oberseite des Sentinel Director
Die Bedienungselemente auf der Oberseite des Sentinel Director

Eine weitere Verbesserung soll eine neue Firmware gebracht haben, so dass man sagen könnte, dass ich meine Erfahrungen mit einem Cascade der ersten Generation gemacht habe, aktuell aber bereits die dritte Generation auf dem Markt ist – wenn auch MSB diese Terminologie nicht benutzt. Noch einmal kurz zurück zur neuen Firmware: Wie Jonathan Gullman in seiner E-mail schrieb, habe Dustin Symanski einige kleine Anpassungen der Firmware vorgenommen, nachdem er sich näher mit dem Palisade-DAC beschäftigt habe. Dieser habe eine besondere Herausforderung dargestellt, da er über weniger DAC-Module verfüge. Daher habe Dustin Symanski einige neue Lösungen entwickelt und umgesetzt. Die Ergebnisse wären so beeindruckend gewesen, dass er dieselben Ideen auch bei den DACs des Cascade und des Sentinel angewendet habe. Die Änderungen seien geringfügig, doch der Klanggewinn enorm gewesen.

Das Anschlussfeld des Director mit vier Eingangsmodulen und den beiden Lichtwellenleitern zur Ansteuerung des Wandlers
Das Anschlussfeld des Director mit vier Eingangsmodulen und den beiden Lichtwellenleitern zur Ansteuerung des Wandlers

Damit ich zumindest einen Anhaltspunkt für die Bewertung des Sentinel hatte, bekam ich die Gelegenheit, anfangs den aktuellen Cascade mit einer Reihe meiner Test-Tracks zu hören. Doch bevor ich ins Schwärmen komme, sollte ich kurz darstellen, in welchen konstruktiven Bereichen sich der Sentinel und der Cascade unterscheiden und wo sich Gemeinsamkeiten finden. Zu diesen zählt neben der neuen Firmware – MSBs Wandler arbeiten mit FPGAs – und der Bit Diffusion Technology, dass in beiden Dreier-Sets die Schaltungen für die digitale Signalaufbereitung, die Wandlung inklusive analoger Vorstufe mit ebensolcher Lautstärkeregelung und die Stromversorgung für den Wandler auf drei Gehäuse verteilt sind. Die Eingangsmodule für den Director, der die Signale für den Wandler aufbereitet und das Display und den Lautstärke-Drehgeber beherbergt, sind für die Sentinel und den Cascade die gleichen. Sie stellen sicher, dass die MSB-Geräte auch mit in Zukunft eingeführten Schnittstellen kompatibel sein werden. Den einzigen augenfälligen Unterschied zwischen den beiden Direktoren stellen die Schächte für die SFP-Module dar: Beim Cascade transportiert eine Lichtwellenleiter-Verbindung die für die Wandlung aufbereitete Signale zum Wander, beim Sentinel sind es deren zwei.


Links oben der Wandler des Sentinel, daneben die dazugehörige Stromversorgung. Darunter der Cascade Wandler (links) mit seinem Netzteil
Links oben der Wandler des Sentinel, daneben die dazugehörige Stromversorgung. Darunter der Cascade Wandler (links) mit seinem Netzteil

Beim den DAC-Modulen ist es mit einer schlichten Verdopplung nicht getan: Während im Cascade acht Hybridmodule PCM- respektive DSD-Datenströme wandeln, sind es beim Sentinel ingesamt 32. Da die Module symmetrisch aufgebaut sind, könnte man auch zurecht von 32 Wandlern pro Kanal sprechen. Die große Zahl von Modulen verbesserte nicht nur die Präzision des Signals, sondern inspirierte Dustin Symanski – wie oben erwähnt – auch zur Entwicklung von MSBs proprietärer Bit Diffusion Technology. In der Nähe der Wandler befinden sich beim Sentinel die vollständig maßgeschneiderten und diskret gefertigten Clocks, die man in direkter Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Quartzwafer entwickelte. Laut Produktinformation liefere jeder ofengeheizte Quartz eine in der Audiotechnik bisher unerreichte Leistung. Der Quartz reagiere auf mechanische Schwingung so empfindlich, dass MSB für jedes Gerät eine speziell abgestimmte, isolierte Plattform zur Energieableitung habe entwickeln müssen. Das Powerbase genannte Netzteil beherbergt drei getrennte, lineare Stromversorgungen: je eine für die beiden Wandlerkanäle und ein spezielles, ultra-rauscharmes für die Clock – und das für jeden der beiden Stereokanäle!

Das Anschlussfeld des Sentinel Wandlers
Das Anschlussfeld des Sentinel Wandlers

Dass ich im Sonic Sanctuary Showroom Musik ganz anders – mitreißender, berührender und dennoch detailreicher – erleben kann als im heimischen Hörraum, wird schon beim ersten meiner Test-Stücke klar. Das liegt natürlich erst einmal an den großartigen Schallwandlern mit ihren schier unbegrenzt wirkenden dynamischen Fähigkeiten und der ausgesuchten Elektronik. Beim akustischen Akklimatisieren des Autors an die Umgebung übernimmt, wie zuvor angedeutet, der Cascade die Wandlung. So genussvoll ich in meinem Arbeitszimmer Files, Platten und Tonbänder auch hören kann, hier im Penthouse wird deutlich, dass bei sehr guten Komponenten auch das schiere Volumen des Raums erheblich zum Endergebnis beiträgt. Ganz abgesehen davon, dass die Hyperion wegen der Dachschräge bei mir nicht aufzustellen wären, verhindert schon die geringe Breite des Zimmers, die Lautsprecher für ein so großes Bühnenbild wie im Penthouse voneinander entfernt zu platzieren.

Die Anschlüsse der Sentinel Powerbase
Die Anschlüsse der Sentinel Powerbase

Bei Mahlers Symphonie Nr. 3 mit dem bayrischen Radio-Symphonieorchester erklangen die Blechbläser etwas besser definiert als gewohnt, aber auch einen Hauch weniger spektakulär. Ein kurzer Rechtsdreh am Lautstärkerad auf der Fernbedienung sorgt aber sofort für – vermeintlich – mehr Engagement der Musiker. Das Schöne dabei: Dank des Raumes und der Schallwandler bleibt das Klangbild auch bei höheren Lautstärken jederzeit angenehm und entspannt – von Kompressionseffekten keine Spur. Aber nicht nur der mögliche Pegel, das satte Bassfundament und die realitätsnahe Größe faszinieren mich. Dass bei sehr guten Schall- und D/A-Wandlern die Reflexionen der rechts zu ortenden Blechbläser an den linken Wand des Saales zu hören sind, habe ich ja schon mehrfach beschrieben. Mit der Kette im Acapella Showroom nimmt man das aber nicht als zwei voneinander eher unabhängige Ereignisse wahr, sondern kann dem Schall auf seinem Weg von rechts nach links folgen: Das mag unter musikalischen Gesichtspunkten eine Marginalie sein, lässt die Wiedergabe aber natürlicher und echter wirken. Immer wieder erstaunlich, wie viele Details in einer Aufnahme vorhanden sind und nur von den allerbesten Wandler zu Gehör gebracht werden können – eine entsprechend hochauflösende Kette natürlich vorausgesetzt.


Die Endstufe MSB S500 liefert zweimal 900 Watt an vier Ohm
Die Endstufe MSB S500 liefert zweimal 900 Watt an vier Ohm

Wenn dann der Sentinel die Wandlung und Vorverstärkung übernimmt, wird man mit einer noch ein Stückchen weiträumigeren Abbildung belohnt. Doch wirken Instrumente und Instrumentengruppen nicht nur minimal größer, sondern auch plastischer und noch schärfer fokussiert. Man könnte sich fast versucht sehen, aufzustehen und um die Pauke herumzugehen, die in der ruhigeren Phase nach dem Beginn mit – im wahrsten Sinne des Wortes – Pauken und Trompeten recht weit hinten rechts im Saal erklingt. Die Pauken – oder vielleicht richtiger: die Tiefe Trommel – profilieren sich nun durch ein noch solideres Tieftonfundament. Nachdem ich schon die erste Version des Cascade aus vollster Überzeugung gerühmt habe, einer der beiden besten DACs in meinem Hörraum gewesen zu sein und ihn gemeinsam mit dem Kollegen Wojciech Pacuła mit dem Statement in High Fidelity-Award auszeichnete, fällt es nicht leicht zuzugeben, dass der Sentinel noch einen Tick flüssiger, geschmeidiger und gefälliger, aber dennoch ungemein involvierend und anregend musiziert. Und das gilt nicht nur für die erste Generation des Cascade, sondern auch für die dritte, über die Jonathan Gullman auf die Fragen nach den Verbesserungen sagt: „With BDT and the newly released firmware, the Cascade DAC is like a brand new DAC at this point. What's better? Everything!“

Vor dem Hören: ein wenig Fachsimpeln
Vor dem Hören: ein wenig Fachsimpeln

Fest steht für mich jedenfalls nach ein paar Test-Files fest, dass der Sentinel den aktuellen Cascade noch einmal übertrifft, und zwar so deutlich, dass ^kein mehrmaliges Hin- und Herschalten nötig ist, um diesen Eindruck zu verifizieren. Auch bei Schostakowitschs Symphony Nr. 15 mit den Duisburger Philharmonikern bedarf es keines direkten, zeitnahen Vergleichs, um sicher zu sein, dass der Sentinel in Sachen Klangfarben, Rhythmus, Raumdarstellung, Bassfundament und musikalischem Fluss mehr zu bieten hat als der Cascade. Diese Unterschiede entscheiden nicht darüber, ob man ein Musikstück genießen kann, das ist selbst mit extrem viel günstigerem Equipment möglich. Dennoch dürfte jeder klangverliebte Audiophile vom Sentinel träumen, wenn er ihn einmal ausführlich gehört hat. Er wird sich auch dessen bewusst sein, dass es eines extrem hohen Aufwands und einer ebensolchen Investition bedarf, die letzten paar Promille Wohlklang zu erreichen.

Frank Vermeylen
Frank Vermeylen


Doch in unserer illustren Runde – meine Gattin, Marc Lindicke, Jürgen Sachweh, Frank Vermeylen und ich – hatte niemand Lust darauf, sich über solche schnöde Themen auszulassen. Stattdessen wurde das iPad mit dem Qobuz-Zugang rumgereicht und wir hörten unter anderem Tracks aus der digitalisierten LP Boxen-Killer, „Locomotive Breath“ vom Album Fusionierter Zwiefacher der Smart Metall Hornetts, Dick Schoreys „Duel on the Skins“ und „Heavy Hour“ von Misha Alperins Night. Schöner kann man einen Samstagnachmittag wohl nicht verbringen – wenn man denn Klängen und neuen musikalischen Entdeckungen zugetan ist.

Marc Lindicke
Marc Lindicke

Jürgen Sachweh
Jürgen Sachweh

The man with two horns
The man with two horns

STATEMENT

Der Sentinel ist MSBs Meisterstück. Er entlockt digitalen Daten nicht nur bisher unbekannte Informationen, sondern lässt einen jegliche Technik vergessen und ungeheuer tief in die Musik eintauchen. Der neue Fixstern am Digital-Himmel!
Gehört mit
Streamer Innuos Nazaré
LAN-Switch Innuos NazaréNET (2x)
Reclocker Innuos NazaréFLOW
Vorstufe MSB Cascade / Sentinel
Endstufe MSB S500
Lautsprecher Acapella Hyperion
Kabel Ikigai Audio Tanso
Herstellerangaben
MSB Technology The Sentinel DAC
Unterstützte Formate 44,1kHz bis 3.072kHz PCM mit bis zu 32 Bit, DSD64, DSD128, DSD256, DSD512, (abhängig vom Eingang), unterstützt DSD über DoP an allen Eingängen
Digitale Eingänge 4 Steckplätze für isolierte Eingangsmodule
Analoge XLR-Eingänge 50kΩ symmetrisch, 6Vrms maximal, getrennt, wenn nicht ausgewählt
Cinch-Analogeingänge 25kΩ unsymmetrisch, 6Vrms maximal, getrennt, wenn nicht ausgewählt
XLR-Analogausgänge 3,32Vrms maximal (Digital-Eingang), 6Vrms maximal (analoger Eingang)
Lautstärkeregelung rein passive analoge Dämpfung mit konstanter Impedanz, in 1-dB-Schritten
Leistungsaufnahme 24 Watt (Director), 225 Watt (DAC)
Mitgeliefertes Zubehör MSB-Fernbedienung, Micro-USB-Ladekabel, 2x weiße Handschuhe, 2x IEC-Netzkabel, 2x Sentinel-Link-Glasfaserkabel, 3x Sentinel-Netzkabel, 12x Standfüße
Sentinel Director (B/T/H) 444,5/419,1/108mm
Gewicht 21kg
Sentinel DAC (B/T/H) 444,5/419,1/239,6mm
Gewicht 41,3kg
Sentinel Powerbase(B/T/H) 444,5/419,1/239,6mm
Gewicht 53,3kg
Preis 450.000 Euro

Vertrieb
HiFi2Die4
Anschrift Austrasse 9
73575 Leinzell
Telefon +49 (0) 7175 909032
E-Mail hifi2die4@gmx.de
Web www.hifi2die4.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen?
Donnerstag, 30 Juli 2026 00:48

DS Audio Sonic Cleaning Brush

DS Audios neu vorgestellte SC-001 Sonic Cleaning Brush entfernt tief sitzenden Staub aus der Plattenrille – schnell, präzise und ganz ohne Flüssigkeit. Eine zweistufige Antistatik-Lösung reduziert zudem elektrostatische Aufladung und hilft, neue Staubanhaftungen zu vermeiden.

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Mit der Sonic Cleaning Brush stellt DS Audio eine neuartige Reinigungsbürste für Schallplatten vor, die die regelmäßige Vinylpflege deutlich effizienter machen soll. Die Bürste versetzt ihre Borsten in rund 11.000 Schwingungen pro Minute und löst Staubpartikel durch feinste mechanische Vibrationen aus der Plattenrille. Dort, wo herkömmliche Trockenbürsten immer nur oberflächlich reinigen, soll die SC-001 eine besonders tiefe und gründliche Reinigung ermöglichen. Laut DS Audio erreicht die SC-001 bei der Staubentfernung in internen Tests nahezu das Niveau einer aufwändigen Nasswäsche mit hochwertigen Plattenwaschmaschinen. Gleichzeitig bleibt die Anwendung so einfach, schnell und unkompliziert wie bei einer klassischen Trockenbürste – ganz ohne Reinigungsflüssigkeit, Trocknungszeit oder zusätzliche Arbeitsschritte. Ein zentrales Merkmal der SC-001 ist das speziell entwickelte Bürstenmaterial. DS Audio hat dieses nach eigenen Angaben auf Basis präziser Messungen und Bildanalysen ausgewählt. Mithilfe hochempfindlicher Kameras wurden Staubpartikel vor und nach der Reinigung sichtbar gemacht und quantitativ ausgewertet. Verschiedene Materialvarianten wurden unter realen Vibrationsbedingungen verglichen; eingesetzt wird ausschließlich das Material mit der besten nachgewiesenen Staubentfernungsleistung.

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„Mit der SC-001 wollten wir eine Lösung schaffen, die die gründliche Reinigungsleistung einer intensiven Nasswäsche weitgehend erreicht, aber ohne deren Aufwand und ohne Flüssigkeit auskommt“, sagt Aki-san, Chefentwickler und Inhaber von DS Audio. „Die SC-001 verbindet eine sehr tiefe Rillenreinigung mit der einfachen, schnellen und unkomplizierten Handhabung einer Trockenbürste. Genau darin liegt ihr besonderer Nutzen für anspruchsvolle Vinyl-Liebhaber.“

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Neben der Reinigungsleistung adressiert die SC-001 auch das klangrelevante Thema statische Aufladung. Schallplatten können sich bereits beim Herausnehmen aus der Innenhülle oder während der Reinigung elektrostatisch aufladen und dadurch erneut Staub anziehen. DS Audio begegnet diesem Effekt mit einer zweistufigen Antistatik-Lösung: Ein besonders ladungsarmes Borstenmaterial reduziert die Entstehung neuer statischer Aufladung während des Bürstens. Ergänzend leiten leitfähige Fasern an der Rückseite der Vibrationseinheit vorhandene Ladung von der Plattenoberfläche ab.

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Mit der SC-001 Sonic Cleaning Brush bietet DS Audio Vinyl-Liebhabern eine technisch durchdachte Lösung für die regelmäßige Pflege ihrer Schallplatten. Die Kombination aus Sonic-Vibration, datenbasiert entwickeltem Bürstenmaterial und Antistatik-Technologie sorgt für eine gründliche Trockenreinigung, ein klares Klangbild und langfristigen Schutz wertvoller Schallplatten.

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Herstellerangaben
DS Audio Sonic Cleaning Brush
  • Typ: Sonic Cleaning Brush / Elektrische Vinyl-Reinigungsbürste
  • Prinzip: Vibrierender Bürstenkopf zur mechanischen Staubablösung
  • Antrieb: Vibration des Bürstenkopfs
  • Vibrationsrate: 11.000 Bewegungen pro Minute
  • Bürstenmaterial: Ausgewählte niedrig aufladende Fasern
  • Gehäusematerial: Aluminium
  • Besonderheit: Zweistufige, antistatische Wirkung ohne Erdungskabel
  • Bürstenkopf: Austauschbar (als Ersatzteil erhältlich)
  • Stromversorgung: 2 × AAA-Batterien
  • Abmessungen: 129 × 37 × 62 mm (B × T × H)
  • Gewicht: ca. 260 g

Die DS Audio SC-001 Sonic Cleaning Brush ist in Deutschland ab August 2026 für 1.200 Euro erhältlich.

Vertrieb
High-Fidelity Studio
Anschrift Dominikanergasse 7
86150 Augsburg
Telefon +49 821 37250
Mobil +49 170 3303343
Fax +49 821 153634
E-Mail info@high-fidelity-studio.de
Web www.high-fidelity-studio.de

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Mittwoch, 29 Juli 2026 07:54

Cambridge Audio Aktivlautsprecher L/R X

Cambridge Audio meldet mit der Verfügbarkeit ihres neuesten Produkts eine wahre HiFi-Revolution: Diese Aktivlautsprecher L/R X ersetzen mit ihren zahlreichen Anschlüssen und digitalen Zuspielmöglichkeiten nicht nur eine ausgewachsenen High-End-Kette. Ihr Klang erreicht zudem Standboxen-Niveeau und überrascht mit voller Dynamik und satten Bässen.

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Jedes Paar L/R X enthält eine eingebaute StreamMagic Plattform der vierten Generation, mit der bekannten Zuspielvielfalt der Evo-Produkte. Am HDMI-eARC kann ein Fernseher angeschlossen werden, der bequem die Lautstärke über seine Fernbedienung steuert. An der MM-Phonostufe können Signale von einem Schallplattenspieler mit MM-System verarbeitet werden, während der Line-Eingang und die Digitaleingänge allen kabelgebundenen Quellen offenstehen. Die Netzwerkverbindung unterstützt direktes Streaming über Tidal Connect, Spotify Connect Lossless, Qobuz Connect, Amazon Music, Deezer, Roon Ready, UPnP und Internetradio sowie die Nutzung in mehreren Räumen über Google Cast oder Apple AirPlay 2. Die Verbindung zwischen den beiden Lautsprechern eines Stereosets kann wahlweise per USB-C oder drahtlos nach dem WiSA-HT-Standard hergestellt werden, wobei die volle Auflösung von 96 Kilohertz jeweils erhalten bleibt.

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Die eingebaute Streaming-Engine bietet komfortable Steuerung und Einrichtung über die kostenlose App für iOS und Android in den entsprechenden App-Stores. Mit einem eingebauten Sieben-Band-Equalizer und einer anwählbaren Ortsentzerrung kann der Klang manuell an den Geschmack, die Positionierung und die Raumakustik angepasst werden. Mit der L/R X geht Cambridge Audio neue Wege bei der Integration von High-End-Elektronik in Aktivlautsprecher. Die Frequenzweiche ist komplett als digitale DSP-Weiche ausgelegt, pro Stereoset sorgen sechs Endstufen für eine präzise Ansteuerung jedes Chassis. Allein die Tiefmitteltöner werden mit 135 Watt RMS pro Stück angetrieben, ein Paar L/R X kommt auf eine Systemleistung von 800 Watt RMS!

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Eine neuartige, intern mit 64-Bit arbeitende Signalverarbeitung liefert eine vielfach höhere Signalauflösung als bei den herkömmlichen Systemen. So werden feinste musikalische Details und dynamische Schattierungen erhalten, selbst wenn die Abhörlautstärke auf geringe Werte eingestellt wurde. Die L/R X integriert zudem die DynamEQ-Technologie von Cambridge, die auch bei geringerer Lautstärke für eine perfekte Ausgewogenheit der Musik sorgt. Durch die subtile Anpassung von Bässen und Höhen über die Lautstärkekurve garantiert der abschaltbare DynamEQ-Algorithmus, dass jeder Titel voll und natürlich klingt, unabhängig von der Abhörlautstärke.

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Das akustische Konzept der L/R X unterscheidet sich grundsätzlich von kompakten 2-Wege-Monitoren, wie man sie bisher kannte. Mit den fünf Chassis pro Lautsprecher ist eine besonders hohe Dynamik und Basspräzision möglich, wie man sie von Regallautsprechern bisher nicht kannte. Jeweils zwei Fünf-Zoll-Tiefmitteltöner in 2,5-Wege-Beschaltung spielen pro Box im Bassbereich nach unten und nach vorne. Sie werden von zwei seitlichen Passivradiatoren unterstützt. Diese sind mit sechs Zoll etwas größer als die aktiven Bässe, was für eine besonders saubere und tiefbassstarke Wiedergabe bürgt.

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Das Herzstück des L/R X ist der Torus-Hochtöner, eine neuartige 28-mm-Kalotte. Diese exklusiv in Cambridge Lautsprechern eingesetzte Metallkalotte bietet mit dem Waveguide eine breite und homogene Abstrahlung, das Ergebnis ist eine besonders breite Klangbühne mit holografischer Abbildung. Die charakteristische, ringförmige Rückkammer des Hochtöners mit der Bezeichnung Torus, bildet eine sich verjüngende innere Kammer, die die rückwärtige Schallenergie vollständig absorbiert, Reflexionen verhindert und harmonische Verzerrungen drastisch reduziert. Das Ergebnis sind Höhen, die offen, präzise und mühelos detailreich klingen. Diese Töner sind mit Cambridge Audio Ingenieuren zusammen entwickelt und werden exklusiv für die L/R Serie gefertigt. Die L/R X werden, wie auch die Schwestermodelle L/R M und L/R S, in sechs Farben verfügbar sein. Während mattes Schwarz oder Walnuss Echtholzfurnier für klassisch orientierte HiFi-Fans attraktiv ist, setzen leuchtendes Orange, Racing Grün und Mitternachtsblau Trends im Bereich Interior Design. Als vielseitigste Alternative gibt es zudem weiße Gehäuse.

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Bei der optischen Integration der fünf Treiber pro Lautsprecher gehen Cambridge Audio neue Wege: Die für satte, präzise Bässe notwendigen Passivradiatoren an den Seiten sind in der Oberfläche und Lackfarbe dem Gehäuse angepasst, so dass sie optisch unauffällig bleiben. Der zweite Bass spielt unsichtbar nach unten, in einer metallenen Fußkonstruktion verborgen, die den ganzen Lautsprecher scheinbar auf dem Lowboard oder Regal schweben lässt. Der moderne Eindruck wird durch eine breitflächige Beleuchtung der L/R X nach unten noch einmal betont , die sich in Lichtfarbe und Intensität anpassen lässt.

Die Cambridge L/R X sind ab Ende Juli 2026 in fünf Lackfarben (Weiß, Schwarz, Mitternachtsblau, Racing Grün, Orange) sowie in Echtholzfurnier Walnuss als Stereoset verfügbar. Die die Preise für Deutschland betragen: 2.000 Euro (alle Lacke), 2.100 Euro (Echtholzfurnier Walnuss)

Hersteller/Vertrieb
Cambridge Audio Deutschland 
Anschift Alter Wandrahm 15 
20457 Hamburg 
Telefon +49 40 94792800
Web www.cambridgeaudio.com/deu/de

Weitere Informationen

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Dienstag, 28 Juli 2026 09:47

SPL Crossover Mk2

SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen.

Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85, 100 und 120 Hertz beim Mark 1 sind jetzt zusätzlich Trennfrequenzen von 300, 360, 420, 510, 600, 720, 1.500, 1.800, 2.100, 2.600, 3.000 und 3.600 Hertz möglich. Wie schon beim Urmodell kann die Übernahmefrequenz für den Tief- und Hochpass getrennt eingestellt werden. Während Kenner bereits Schnappatmung bekommen, möchte ich das Ganze für alle anderen kurz einordnen. Diese immense Vielfalt an Übernahmefrequenzen macht die aktive Filterung so ziemlich jedes Zweiwege-Lautsprechers möglich. Beim Einsatz eines weiteren Crossover ist sogar die Aktivierung von Dreiwege-Lautsprechern denkbar.

Während ich die Mk2 für die Einbindung eines Subwoofers bedenkenlos jedem an die Hand geben würde, erfordert die aktive Trennung eines Lautsprechers schon deutlich mehr Beschäftigung mit der Materie. Ich denke, hier trennt sich die Zielgruppe in zwei Lager: den Teil, der seine vorhanden Passivlautsprecher aktivieren möchte und den Teil, der Lautsprecher ohnehin selbst baut und genau weiß, was er an der Crossover Mk2 hat. Schon an dieser Stelle kann ich versichern, dass SPLs Frequenzweiche ein hochpräzises Werkzeug ist. Wie aus dem Handwerk bekannt ist ohne die nötige Fingerfertigkeit jedoch das beste Werkzeug kein Garant für ein optimales Ergebnis.

Am zentralen Drehregler kann das Pegelverhältnis des Tief- und Hochpasses zueinander im Bereich von ±10 Dezibel eingestellt werden
Am zentralen Drehregler kann das Pegelverhältnis des Tief- und Hochpasses zueinander im Bereich von ±10 Dezibel eingestellt werden

Der offensichtlichste Vorteil einer analogen Frequenzweiche steckt bereits in der Bezeichnung. Die Trennfrequenzen werden basierenden auf rein analoger und aktiver Schaltungstechnik realisiert. Somit erfolgt keine unerwünschte analog/digital- und anschließende digital/analog-Wandlung wie es beim Betrieb einer DSP-Lösung der Fall wäre. Ebenfalls bleibt keine Leistung in einer passiven Frequenzweiche hängen. Bei der Phonowiedergabe kann folglich der gesamte Signalweg vom Plattenspieler, über den Vorverstärker, die Frequenzweiche bis hin zu den Endstufen und Lautsprechern rein analog erfolgen. Aber selbst in einer digitalen Wiedergabekette kann eine analoge Frequenzweiche einer DSP-Weiche überlegen sein. Es muss nur in einen einzigen richtig guten Digital/Analog-Wandler investiert werden und nicht in einen Wandler pro Kanal. Die Anzahl der benötigten Endstufenkanäle für einen Zweiwege-Lautsprecher multipliziert sich gegenüber dem passiven Lautsprecherbetrieb mal zwei, schließlich wird das Signal für Tief- und Mittelhochton bereits vor der Endstufe voneinander getrennt und muss so folglich auch getrennt voneinander verstärkt werden. Mit dem Nachteil eines höheren finanziellen Aufwands für eine zusätzliche Endstufe, gewinnt man gleichzeitig den Vorteil eines dedizierten Verstärkers für jeden Treiber.


Grundlegend können jeweils sechs vordefinierte Trennfrequenzen in drei verschiedenen Frequenzbereichen zwischen 50 und 3.600 Hertz gewählt werden
Grundlegend können jeweils sechs vordefinierte Trennfrequenzen in drei verschiedenen Frequenzbereichen zwischen 50 und 3.600 Hertz gewählt werden

Lassen Sie uns doch zunächst einmal beim Subwoofer-Betrieb einsteigen. Die erste Generation des Crossovers beherrschte ausschließlich diese Betriebsart und die Mk2 bietet ebenfalls die notwendigen tiefen Trennfrequenzen. Warum ist eine analoge Weiche für einen Subwoofer überhaupt notwendig? Die meisten Subwoofer bieten doch bereits eine interne Frequenzweiche. Klingt doch erstmal ausreichend. Eine sinnvolle Ankopplung an die Hauptstereo-Lautsprecher ist so allerdings nur unterhalb ihrer Grenzfrequenz möglich. Um zu verstehen, warum das nicht immer hilft, ist ein kurzer Ausflug in die Raumakustik notwendig. Wie sie wissen, werden besonders kleine Räume im Bassbereich von Raummoden, also starken lokalen Überhöhungen und Auslöschungen, dominiert. Oberhalb der sogenannten Schröderfrequenz (je nach Raum ungefähr um 300 Hertz) spielen Raummoden dann keine relevante Rolle mehr. Oft ist es ein echtes Kunststück, seine Lautsprecher ideal aufzustellen, so dass möglichst keine Raummoden im Bassbereich angeregt werden und andererseits alle anderen Aufstellungskriterien erfüllt sind. So kommt man oft nicht umhin, eine Raummode in Kauf zu nehmen. Theoretisch könnte man dem mit einem oder mehreren Subwoofern begegnen, indem man sie an einem weniger Moden-kritischen Ort aufstellt. Dies geht aber nur, wenn die eigenen Lautsprecher nicht tief genug spielen, um kritische Raummoden nicht bereits selbst anzuregen. Und genau das macht eine wirklich gelungene Einbindung eines Subwoofers schon deutlich komplexer als gedacht. Man kommt folglich für ein Idealszenario, also nicht nur eine Basserweiterung unterhalb der Grenzfrequenz seiner Lautsprecher, sondern das systematische Einsetzen eines Subwoofers zur „Problembeseitigung“ oft nicht umhin, den Frequenzgang der Hauptlautsprecher nach unten hin zu begrenzen. Et voilà, genau an dieser Stelle ist eine Frequenzweiche, die sowohl Subwoofer- als aus Hauptsystem beeinflusst, unabdingbar. Auftritt: Crossover Mk2. Ihre Daseinsberechtigung für den Subwooferbetrieb wäre somit geklärt.

Die Auswahl der Trennfrequenz erfolgt für Tief- und Hochpass getrennt voneinander. Es ist eine Flankensteilheit von zwölf oder 24 Dezibel pro Oktave wählbar
Die Auswahl der Trennfrequenz erfolgt für Tief- und Hochpass getrennt voneinander. Es ist eine Flankensteilheit von zwölf oder 24 Dezibel pro Oktave wählbar

Ist sie aber auch einer passiven Frequenzweiche eines Lautsprechers überlegen? Diese Frage sollte, so denke ich, differenziert beantwortet werden. Betrachten wir zunächst kurz die Konzeption einer passiven Weiche. Je höher die Flankensteilheit eines Hoch- oder Tiefpasses ausfallen soll, desto höher wird der Bauteilaufwand. Für ein Filter erster Ordnung mit einer elektronischen Flankensteilheit von sechs Dezibel genügt vor dem Hochtöner ein Kondensator und vor dem Tiefmitteltöner eine Spule. Je nachdem, wo man durch Auswahl der Bauteilwerte die Grenzfrequenz des Filters setzt, kann das Filter, da es elektrisch mit der Impedanz des Chassis gemeinsam agiert, zu Flanken führen, die nicht perfekt mit sechs Dezibel pro Oktave abfallen. Für ein Filter zweiter Ordnung bei zwölf Dezibel Flankensteilheit ist dann für den Hochtonzweig zusätzlich eine Spule notwendig, für den Tiefmitteltöner wird ein zusätzlicher Kondensator benötigt. Ein Filter vierter Ordnung mit 24 Dezibel Flankensteilheit benötigt dann bereits die doppelte Anzahl der Bauteile eines Filters zweiter Ordnung. Letztendlich ist ein Filter vierter Ordnung nichts anderes als zwei kaskadierte Filter zweiter Ordnung. Generell kann man mit besonders geschickter Bauteilauswahl bereits Problembereiche der Treiber minimieren, indem man die Filter innerhalb ihres Durchlassbereichs nicht vollständig linear gestaltet. Auch ein Optimieren des Flankenverlaufs ist möglich, indem man die Flanke zwar elektrisch nicht linear gestaltet, die akustische Flanke dann in Kombination mit den elektrischen Werten des Chassis jedoch wieder näher an einer ideal verlaufenden Flanke liegt. Oft werden zusätzlich Saug- oder Sperrkreise eingesetzt, die gezielt bestimmte Frequenzbereiche linearisieren. Diese gezielte Abstimmung ist mit SPLs Aktivweiche nicht ohne zusätzliche Geräte möglich. Sie erzeugt immer eine elektrisch sehr genaue Flanke.

Egal, welcher der Eingänge genutzt wird, das gefilterte Signal liegt sowohl an den symmetrischen als auch unsymmetrischen Ausgängen an
Egal, welcher der Eingänge genutzt wird, das gefilterte Signal liegt sowohl an den symmetrischen als auch unsymmetrischen Ausgängen an


Es gibt Lautsprecherkonstrukteure, deren Ansatz es ist, bereits die Treiber so linear und ideal wie möglich zu gestalten, damit so wenig Frequenzweichen-Bauteile wie möglich verwendet werden müssen. Ein Lautsprecher dieser Art ist für eine Aktivierung mit der Crossover Mk2 ideal. Bei anderen Konzepten und anderen Entwicklungsphilosophien sind umfassende Korrekturen durch die Frequenzweiche unabdingbar. Eine Aktivierung kann in diesen Fällen deutlich schwieriger sein und eine passive Weiche überlegen bleiben. Gerade bei höheren Flankensteilheiten bleibt bei einer passiven Weiche aber ein entscheidender Nachteil: Es befinden sich immer passive elektrische Bauteile im Signalpfad und zwischen verschiedenen Frequenzweichen-Komponenten finden sich teilweise eklatante klangliche Unterschiede. Der Preis ist dabei zwar nicht immer der entscheidende Faktor, in den meisten Fällen aber leider schon. Selbst verhältnismäßig günstige Lautsprechertreiber spielen überraschend hochauflösend, wenn man sie mit sehr guten Weichenbauteilen beschaltet oder mit einer Aktivweiche betreibt. Gerade sehr günstige Lautsprecher werden folglich nicht selten durch ihre Frequenzweichen-Bauteile limitiert – sie ist oft das größere Nadelöhr als die Treiber selbst.

Das Potential für eine bessere Performance als mit einer passiven Weiche ist folglich zweifelsohne vorhanden, eine Garantie dafür ist jedoch nicht uneingeschränkt gegeben. Der Vorteil eines eigenen Verstärkers pro Lautsprecherchassis könnte auch passiv umgesetzt werden. Trotzdem muss in diesem Fall jede Endstufe den gesamten Frequenzbereich verstärken und außerdem werden die Endstufen mit den Weichenbauteilen und nicht nur dem Lautsprecherchassis selbst belastet, auch in diesem Fall bleibt eine aktive Lösung im Vorteil. Theoretisch steigen in jedem Fall mit zwei Endstufen je Kanal die Leistungsreserven. Außerdem öffnet sich Raum für eine Vielzahl an Experimenten. Aufgrund der höheren Effizienz von Hochtönern und ihrer oft etwas höheren Impedanz (was zu weniger Stromfluss und somit Belastung des Verstärkers führt) als der von Tiefmitteltönern, kann man grob von etwa der Hälfte bis zu einem Viertel an benötigter Leistung rechnen. Eine Class-D-Endstufe für den Bassbereich und reiner Class-A-Betrieb des Mittelhochtonzweigs oder andere exotischere Endstufenmischungen wären denkbar. Schlussendlich sollte festgehalten werden, dass einer der großen Vorteile der Crossover Mk2 ihre Variabilität darstellt. Passivweichen benötigen meist spezielle Bauteilwerte, eine Verwendung in einem weiteren Lautsprecher ist somit selten gegeben. Für jemanden, der dazu neigt, Lautsprecher oft zu tauschen, ist SPLs Lösung folglich ideal.

Der Trafo kommt natürlich vom Spezialisten Noratel
Der Trafo kommt natürlich vom Spezialisten Noratel

Das Crossover Mk2 bietet neben den bereits genannten Trennfrequenzen, die für den Tief- und Hochpass separat voneinander gewählt werden können, eine ebenfalls getrennt wählbare Flankensteilheit von 12 oder 24 Dezibel pro Oktave. Für den Tiefpasszweig kann auf Wunsch ein Stereosignal zu Mono gemischt werden – was natürlich nur für Subwoofer sinnvoll ist –, außerdem stehen ein zusätzlicher schaltbarer Lowcut bei 20 Hertz und ein Phasenregler zur Verfügung. Über den großen zentralen Drehregler lässt sich der Tieftonzweig im Bereich von ±10 dB stufenlos regeln. Der Hochpass lässt sich auf Wunsch abschalten. Nutzt man einen Subwoofer am Tiefpassausgang kann dieser auch mal abgeschaltet bleiben und die Hauptlautsprecher einzeln bis zu ihrer Grenzfrequenz gehört werden. Die Verarbeitung ist SPL-typisch solide und die Bedienung der Regler und Schalter geht butterweich von der Hand.

Der neue Funktionsumfang der Mark 2 und somit die Aktivierung von Lautsprechern soll der Fokus des Tests sein. Da mein eigener Lautsprecher ein Dreiwegesystem mit einer doch recht komplizierten passiven Weichenschaltung ist, habe ich mich entschieden, zwei andere Lautsprecher ins Rennen zu schicken. Zum einen ein einfaches Konzept, das ich vor wenigen Jahren konzipiert habe, um für mich auszuloten, wie viel wirklich in günstigen Treibern steckt. Es ist ein kompakter Zweiwege-Lautsprecher in Bassreflex-Auslegung. Als Tieftöner kommt ein Scan-Speak Discovery 15W/4424G00 zum Einsatz, für den Hochton sorgt ein SB Acoustics SB19ST-C000-4. In meiner bisherigen Beschäftigung mit diesen beiden Treibern habe ich ein miniDSP als Frequenzweiche eingesetzt. Für einen weiteren Test habe ich zwei Tage bei Audiophonie, einem HiFi-Händler aus der Nachbarschaft, verbracht und dort mit einem kleinen Standlautsprecher gearbeitet. Er ist ebenfalls als Zweiwege-Lautsprecher, allerding in geschlossenem Gehäuse ausgeführt. Das verbaute SB Acoustic SB15CAC30-8 Tiefmitteltöner-Chassis besitzt eine Aluminiummembran, deren obere Schicht zu einem Keramikmaterial oxidiert wurde. Eine angepasste Variante des 17-Zentimeter Treibers aus dieser Serie spielt beispielsweise in der von mir bereits getesteten Marten Oscar Duo. Der verwendete Scan-Speak D2010/852100 gilt geradezu als Hochtönerlegende. Ebenso wie der in meinem eigenen Konzept eingesetzte SB-Acoustic-Hochtöner ist er kleiner als die gängige Ein-Zoll-Kalotte und weist somit eine geringere Bündelung auf und legt ein gutes Rundstrahlverhalten an den Tag.


In gewohnter Umgebung meines Hörraumes steige ich in den Hörtest ein. Wobei dieser doch eher besondere Test gar nicht unmittelbar mit Hören beginnt, sondern dem Finden eines passenden Tunings. Als Tieftöner-Endstufe nutze ich meine NAD C 275BEE, für den Hochton meine IOTAVX PA3. Mein eigenes Kompaktlautsprecher-Konzept habe ich mit der DSP-Weiche schon in sämtlichen erdenklichen Varianten durchgespielt und weiß inzwischen, dass eine hohe Trennfrequenz ihm sehr zuträglich ist. Ich trenne die Treiber digital gerne bei einer Flankensteilheit von 24 Dezibel bei etwa 3,8 Kilohertz. Zwar bremst der Tiefmitteltöner dann bereits das gute Rundstrahlverhalten des Hochtöners aus, jedoch gewinnt der Lautsprecher so das gewisse Etwas. Beide Treiber summieren sich so außerdem sehr linear. Die Flanken vierter Ordnung erzeugen eine besonders präzise Bühnendarstellung und einen Monitorcharakter, der meinem persönlichen Geschmack sehr entspricht. Diese Einstellung möchte ich mit dem Crossover möglichst genau nachbilden und wähle für Hoch- und Tiefpass die maximalen Trennfrequenzen von 3,6 Kilohertz. So wie das Gehäuse konzipiert ist, muss der Mitteltöner über 100 Hertz bedämpft werden, um ein gleichmäßiges Tiefmittenspektrum wiederzugeben. Da dies mit der aktiven Weiche nicht möglich ist, entscheide ich mich, den Hochtöner zunächst sauber an den natürlichen Frequenzgang des Tiefmitteltöners anzukoppeln und dann beide Treiber in Summe mittels eines Filters in meinem Roon Core zu entzerren. Auch mit der analogen Frequenzweiche und niedrigerer Trennfrequenz von real etwa 2,6 Kilohertz summieren sich beide Chassis vorbildlich und ohne übermäßige Auslöschungen oder Überhöhungen. Das gewünschte Ergebnis ist mit einem Ziel vor Augen und entsprechender Messtechnik äußerst schnell erreicht. Nach weniger als einer Stunde steht ein Setup, dass sich in seinen Eckdaten – von der niedrigeren Trennfrequenz einmal abgesehen – nicht nennenswert von meiner Vorlage, der digitalen Abstimmung mit dem Mini-DSP unterscheidet. Klanglich hingegen sind die Lautsprecher nicht wiederzuerkennen.

SPLs Voltair Technik sorgt bei der Frequenzweiche für den optimalen Arbeitspunkt der Bauteile
SPLs Voltair Technik sorgt bei der Frequenzweiche für den optimalen Arbeitspunkt der Bauteile

Das Crossover Mk2 macht unmissverständlich klar, dass es absolut transparent agiert. Dass das Mini-DSP akustischen kaum etwas hergibt, war mir bewusst. Es dient bei mir eher als schnelles Entwicklungs- und Prototyping-Tool. Wie viel mehr Brillanz, Präzision, Auflösung und Durchhörbarkeit noch in den Treibern steckt, überrascht mich dann doch. Der unaufwendig konstruierte Lautsprecher bringt dank der SPL-Weiche die charakteristischen Klangeigenschaften meines D/A-Wandlers deutlich rüber. Die Bruchlosigkeit im Zusammenspiel beider Chassis fällt souveräner aus, als ich es von der digitalen Lösung gewohnt bin. Der für ein derart günstiges Lautsprecherkonzept verblüffend gute virtuelle Raum wird mit der analogen Frequenzweiche in alle Richtungen noch weiter geöffnet und Instrumente schweben viel freier und feiner aufgelöst im Raum. Diese Fähigkeiten weist die Wiedergabe auch ohne eine Entzerrung auf, jedoch ist für echten Hörgenuss die Linearisierung notwendig. Der Tiefmitteltöner aus der Scan-Speak Discovery Serie hat in der Szene einen guten Leumund, ist mit etwa 60 Euro pro Stück jedoch kein Vertreter der extrem günstigen Klasse mehr. Der SB Acoustic Hochtöner besetzt mit etwa 25 Euro pro Stück durchaus das untere Ende der Skala. Wie frei, unbeschwert und detailreich er ohne passive Beschaltung (und ohne den minderwertigen D/A-Wandler des Mini DSP) spielt, macht Eindruck, auch wenn die Frequenzweiche in einem krassen monetären Kontrast steht. Ein ähnliches Ungleichverhältnis würde ebenso bei einer transparent klingenden Passivweiche auftreten.

Das für die Phase verwendete Poti stammt von Alps
Das für die Phase verwendete Poti stammt von Alps

Mit dem SB Acoustic SB15CAC30-8 (etwa 105 Euro) und dem Scan-Speak D2010/852100 (etwa 90 Euro) spielt der zweite Testlautsprecher schon in einer anderen Liga. Bei einer passiven Beschaltung der Treiber aus der CAC-Reihe wirkt sich eine Dämpfung des durch das harte Membranmaterial verursachten Resonanzpeaks am oberen Frequenzende durch einen Saugkreis meiner Erfahrung nach äußerst positiv auf das Ergebnis aus. Zwar ist auch der zuvor beschriebene Scan-Speak Discovery nicht gänzlich frei von einem Peak, allerdings verhält sich dieses deutlich gutmütiger. Somit ist besonders der CAC eine Herausforderung für die Frequenzweiche und stellt gewissermaßen den Extremfall dar. Wie lange dauert es, einen vollkommen unbekannten Lautsprecher mit dem Crossover abzustimmen und wie gut ist dies ohne Messtechnik möglich? Dies sind die zwei Fragen, die ich mir in diesem zweiten Testabschnitt stelle. Die Verstärkung des Hochtons erledigt der kleinste Rega Vorverstärker IO. Für den Tiefpasszweig verwende ich einen günstigen Class-D-Amp auf TPA3255-Basis. Ich beginne bei einer Flankensteilheit von 12 Dezibel für beide Zweige und schalte die verschiedenen Trennfrequenzen durch. Ein Geschmacksurteil über die klanglichen Ergebnisse ist ohne Frage möglich. Wann die Treiber sich optimal summieren, kann ich allerdings eher erahnen als mit Sicherheit bestimmen. Schlussendlich gilt in gewisser Weise, dass erlaubt ist, was gefällt, insofern ist eine Abstimmung auf diese Art und Weise durchaus denkbar – mir persönlich wäre das allerdings zu viel Blindflug. Interessanterweise klingen tiefere Trennfrequenzen etwas voller, tiefmittiger, obwohl der Hochtöner viel mehr vom Frequenzbereich abdeckt als bei höheren Trennfrequenzen. Ein ausgewogenes Klangbild stellt sich bei drei Kilohertz ein. Die tatsächliche Trennfrequenz liegt bei grob einjustierter Hochtönerlautstärke genau bei drei Kilohertz. In dieser Einstellung lässt sich bereits richtig gut Musik hören. Ein Umschalten auf 24 Dezibel Flankensteilheit im Tieftonzweig führt zu einer runderen, angenehmeren Wiedergabe. Der schnellere Abfall und die somit stärkere Unterdrückung des Resonanzpeaks des Tiefmitteltöners scheint der Wiedergabe zuträglich, obwohl sie bereits im 12-Dezibel-Betrieb um etwa 18 Dezibel gegenüber dem mittleren Nutzsignal abfällt. Die beiden Treiber summieren sich in dieser Einstellung rund um den Übernahmebereich schlechter als bei reiner Zwölf-Dezibel-Beschaltung. Mit beiden Filtern auf 24 Dezibel wird es besser, dennoch nicht so sauber wie in der Zwölf-Dezibel-Variante. Die reale Trennfrequenz liegt bei 3,1 Kilohertz. Mittels des Phasenreglers lässt sich eine Einstellung finden, die zu einer noch besseren Summierung führt. Möchte man diese Einstellung ohne Messtechnik finden, hilft rund um die Trennfrequenz bandbegrenztes Rauschen. Wenn es am lautesten klingt, sollten sich die Chassis am passendsten summieren. Allerdings sollte nochmals angemerkt werden, dass der Phasenregler den Tieftonweg beeinflusst. Für den Subwooferbetrieb ist dies gängig, bei der Anpassung von Lautsprecherchassis aneinander wird für gewöhnlich an der Phase des Hochtöners Hand angelegt. Alles in allem benötige ich doch gut zwei Tage, um sicher zu sein, die optimale Abstimmung gefunden zu haben. Gerade für die im nächsten Absatz beschriebene Linearisierung nutze ich zur Rückversicherung und Arbeitserleichterung durchaus Messtechnik. Allerdings halte ich nach diesem Experiment eine Justage rein nach Ohr gar nicht mehr für so abwegig.


Mit „Gondol“ von Album Silence des Quartetts Coşkun Karademir, Tord Gustavsen, Derya Türkan und Ömer Asian höre ich die Zwölf- und 24-Dezibel-Beschaltung im Vergleich. Der Detailgrad und die Präzision mit dem 24-Dezibel-Filter ist fantastisch. Es öffnet sich ein großzügiger Raum, in dem die Instrumente absolut klar und unverrückbar, geradezu holografischer positioniert sind. Es wird jede Nuance von Tord Gustavsens Klavierspiel offenbart. Das feine Sirren von einzelnen Saiten, wenn die Dämpfer in einer Halbpedalstellung gehalten werden, ihr freischwebendes Singen, wenn der Dämpfer gänzlich abgehoben wird und das akzentuierte Tupfen beim vollständigen Abdämpfen der Saiten: Jeder Zustand wird minutiös und hochpräzise nachgezeichnet. Mit zwölf Dezibel wirkt das Klangbild etwas weniger trennscharf und minimal unaufgeräumt, die Instrumente wirken insgesamt etwas größer und weniger hart umrissen. Das Timbre beider Abstimmungen unterscheidet sich trotz deutlich unterschiedlicher Frequenzverläufe kaum. Die beeindruckende Räumlichkeit des 24-Dezibel-Filters jedoch fehlt vollkommen. Die Wiedergabe wirkt nahezu ohne jegliche Tiefe, fast wie auf einer zweidimensionalen Bühne nur zwischen den Lautsprechern, ohne Ausdehnung nach vorne oder hinten.

Das Widerstandsnetzwerk vermittelt einen Eindruck davon, wie aufwendig das Schaltungsdesign für den gebotenen Funktionsumfang ausfallen muss
Das Widerstandsnetzwerk vermittelt einen Eindruck davon, wie aufwendig das Schaltungsdesign für den gebotenen Funktionsumfang ausfallen muss

Auch dieser Lautsprecher profitiert wieder ungemein von einer spezifischeren Entzerrung. Während beim kleinen Kompaktlautsprecher der Hochmittelton deutlich bedämpft werden musste, würde der Standlautsprecher auch ohne eine Bedämpfung sehr gut auskommen. Meinem persönlichen Geschmack kommen ein etwas aufgeräumterer Mittenbereich und leicht entschärfte Höhen gelegen, auch wenn der Lautsprecher dadurch etwas weniger spektakulär klingt. Eine Anhebung unter 120 Hertz dürfte jedoch allen Geschmäckern entgegenkommen. Die durch das geschlossene Gehäuse eher zurückhaltende Basswiedergabe wird so kräftiger, bleibt aber genauso impulsiv und präzise wie ohne Filter. Außerdem wirkt auch der gesamte Mittelhochtonbereich so noch ausgewogener und unangestrengter – der Lautsprecher gerät insgesamt in Balance. Der Titeltrack des Albums Cloudland vom Lars Danielsson Liberetto offenbart in diesem leicht angepassten Setup neuerlich, dass insbesondere die Räumlichkeit von einer Beschaltung mit dem Crossover Mk2 profitiert – eine Tendenz, die mit dem Kompaktlautsprecher bereits deutlich wahrnehmbar war. Mit den noch potenteren Treibern und einem größeren Hörraum, bei einer Lautsprecher-Basisbreite von ziemlich genau 2 Metern würde ich in diesem Fall sogar bereits von einer Referenz an räumlicher Wiedergabe sprechen. Obwohl die Lautsprecher nur ganz leicht eingedreht sind, kann man sie quasi nicht mehr verorten. „Cloudland“ wird ohne jegliche Einbrüche oder Ungleichmäßigkeiten auf eine virtuelle Bühnenfläche projiziert, die sich als perfektes Rechteck deutlich vor und hinter die Lautsprecher, sogar etwas links und rechts außerhalb der Lautsprecher erstreckt. Eine ähnlich perfekte Bühnendarstellung habe ich zuletzt mit den Raidho X1.6 erlebt. Der nächste Song des Albums „The Fifth Grade“ setzt gleich die nächste Referenz. Abgesehen davon, dass das verspielte Intro bei wunderbar natürlichen Instrumententimbres und mitreißender Dynamik präsentiert wird, offenbart das Ride-Recken die Rafinesse des Hochtöners. Die verschiedenen Details von Stickanschlag, Sustain und Sizzle-Kette konnte ich selten so differenziert und in einem so spannenden räumlichen Kontext heraushören.

Mit „War“ der belgischen Band Brutus zeigt sich, dass auch gänzlich andere Genres ausgezeichnet funktionieren. Die Fähigkeit, verschiedenste Arten von Musik ähnlich überzeugend zu präsentieren, schreibe ich zumeist einer besonders linearen Wiedergabe zu. In der Beschäftigung mit SPLs Frequenzweiche erwächst die Vermutung, dass auch eine höhere Ordnung der Frequenzweiche dieser Fähigkeit zuträglich sein könnte. Diese Aufnahme zeigt nochmals nicht nur die Grüße der Raumabbildung, sondern darüber hinaus eine selten erlebte räumliche Präzision. Die individuelle Größe verschiedene Elemente der Mischung konnte ich noch nie so klar heraushören. Die verzerrten Gitarren wirken wirklich wie die oft zitierte „Wall of Sound“. Sie verfügen, links und rechts im Stereopanorama platziert, über eine deutliche Ausdehnung in horizontaler Richtung. Eben genau so wie eine große Verstärkerwand wirken würde. Die sanfteren Arpeggios der E-Gitarren und der knorrige E-Bass wirken hingegen wie ein einzelner Verstärker. Die Stimme von Sängerin Stefanie Mannaerts klingt wiederum etwas größer. Die Separation von Reverb und Stimme wirkt fast greifbar. Als wäre ein Ring aus Luft um die Stimme positioniert, bevor der darum gebettete Hall einsetzt. Dass Regas IO ein hervorragender Verstärker ist, steht vollkommen außer Frage. Dass ein solches Ergebnis allerdings mit zwei verhältnismäßig erschwinglichen Verstärkern möglich ist, zeigt welches Potential dem Crossover Mk2 innewohnt und wie sehr man auch mit einfachen Verstärkern von der Abwesenheit einer passiven Frequenzweiche profitieren kann. Der Niveau nach oben scheint dank der Durchhörbarkeit der Frequenzweiche kaum begrenzt.


Abschließend zeigen beide getesteten Lautsprecher, dass für eine rein analoge Trennung die Grundbedingungen hinsichtlich Treiberauswahl, ihrer spezifischen Parameter und die Gehäuseauslegung auch ohne eine passive Frequenzweiche bereits eine gute Linearität aufweisen sollten. Alle, die den Signalpfad rein analog halten möchten, sollten sich dessen bewusst sein. Falls das konzeptbedingt nicht möglich ist oder der Lieblingslautsprecher um jeden Preis aktiviert werden soll, könnte SPLs PQ, ein parametrischer Studioequalizer eine zwar kostspielige aber mitunter lohnende Lösung sein. Der Einsatz eines analogen parametrischen Equalizers wäre ebenfalls denkbar. Wird ohnehin nur eine digitale Quelle betrieben, halte ich eine Filterung direkt an erster Stelle der Signalkette, wie es beispielweise in Roon möglich ist, für eine Lösung sehr nahe am Optimum.

STATEMENT

SPLs Crossover Mk2 beweist im Test eine verblüffende Transparenz. Es ist akustisch im besten Sinne unsichtbar und gibt das Eingangssignal in zwei Frequenzbereiche geteilt, aber ansonsten vollkommen unbeeinflusst weiter. So wird der Weg frei, das Potential einer hochwertigen Quelle unmittelbar mit den ohne weitere Bauteile direkt an den Lieblingsverstärkern spielenden Lautsprecherchassis zu verheiraten. Insbesondere die räumliche Darstellung profitierte im Test enorm von der analogen Weiche. Es lässt sich ohne Übertreibung festhalten: Einzigartig!
Gehört mit
Router & Zubehör Fritzbox 7530 (mit SBooster BOTW), Silent Angel Bonn N8 (mit Keces P3)
Server PrimeCore Audio A7
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Vollverstärker Rega IO
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz)
Smartphone

Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp, USB Audio Player PRO)

Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör

Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match, Final ZE8000 JDH

Kabel Audioquest Diamond USB & Carbon USB, Chord Company Shawline USB, Belden, Boaacoustic Evolution BLACK.power-16, Furutech LAN-8 NCF Plus, Glockenklang/Eupen, Sommer Epilogue
Herstellerangaben
SPL Crossover Mk2
Analoge Ein- und Ausgänge XLR (symmetrisch), Cinch
Maximaler Ein- und Ausgangspegel 32,5 dB
Eingangsimpedanz (Cinch) 20 kΩ
Eingangsimpedanz (XLR) 20 kΩ
Ausgangsimpedanz 75 Ω
Gleichtaktunterdrückung (XLR) -82 dBu
Frequenzgang (-3 dB) 10 Hz – 100 kHz
Übersprechen (1 kHz) -70 dB
Klirrfaktor (0 dBu, 1 kHz, HIGHPASS-Filter ein) 0,0008 %
Klirrfaktor (0 dBu, 30 Hz, LOWPASS-Filter ein) 0,0009 %
Rauschen (A-bewertet, HIGHPASS-Ausgang) -106 dBu
Rauschen (A-bewertet, LOWPASS-Ausgang) -105 dBu
Dynamikumfang (HIGHPASS-Ausgang) 138 dB
Dynamikumfang (LOWPASS-Ausgang) 137 dB

Interne Stromversorgung; Linear-Netzteil mit geschirmtem Ringkerntransformator
 
Betriebsspannung für analoge Audio-Elektronik +/- 60 V
Betriebsspannung für Relais und LEDs + 12 V

Netzteil
 
Netzspannung (wählbar, siehe Sicherungskammer) 230 V AC / 50; 115 V AC / 60 Hz
Sicherung für 230 V T 0,5 A
Sicherung für 115 V T 1 A
Leistungsaufnahme max. 50 VA
Stand-By Stromaufnahme < 0,3 W

Maße & Gewicht
 
W x H x T (Weite x Höhe inkl. Füße x Tiefe) 278 x 100 x 300 mm
Gewicht des Geräts 4,6 kg
Versandgewicht (inkl. Verpackung) 5,85 kg
Preis 3.400 Euro

Hersteller
SPL electronics GmbH

Anschrift Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten

Telefon +49 2163 98340

Fax +49 2163 983420
E-Mail info@spl.audio
Web www.spl.audio

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-07-28_spl
  • Social Introtext SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen.
Montag, 27 Juli 2026 10:55

Velodyne Acoustics' 1824

Auf der High End Vienna 2026 gehörte er zu den auffälligsten Premieren der Messe. Mit seiner außergewöhnlichen Konstruktion und imposanten Erscheinung sorgte der Velodyne Acoustics 1824 vor Ort und in den sozialen Medien für große Aufmerksamkeit. Jetzt stellt Velodyne Acoustics sein neues Topmodell mit allen Details vor.

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Der 1824 ist ein Subwoofer jenseits der üblichen Kategorien. In seinem Gehäuse arbeiten ein 18-Zoll- und ein 24-Zoll-Schallwandler gemeinsam an einem Ziel: tiefste Frequenzen mit großer Autorität und zugleich präziser Kontrolle wiederzugeben. Drei Endstufen stellen dafür zusammen 6.000 Watt RMS-Leistung und 10.000 Watt Spitzenleistung bereit. Zwei davon treiben den 24-Zoll-Schallwandler an, eine weitere ist dem 18-Zoll-Schallwandler zugeordnet. Der Tiefgang reicht bis sieben Hertz.

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Die ersten Überlegungen zum 1824 entstanden rund um das 40-jährige Bestehen von Velodyne Acoustics. Geplant war jedoch nie ein klassisches Jubiläumsmodell. Das Produkt sollte vielmehr zeigen, was aus vier Jahrzehnten Erfahrung in der Entwicklung leistungsstarker Subwoofer entstehen kann, wenn das technisch Machbare und nicht ein Termin den Rahmen bestimmen. So rückte das Jubiläum während der Entwicklung in den Hintergrund. Der 1824 musste nicht zu einem bestimmten Datum fertig werden. Entscheidend war, dass Gehäuse, Schallwandler, Verstärker, Elektronik und Bedienung ein geschlossenes System bilden.

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„Der 1824 ist für uns kein klassisches Jubiläumsmodell, sondern das Ergebnis aus mehr als 40 Jahren Arbeit an kontrollierter Tieftonwiedergabe“, erklärt Mansour Mamaghani, CEO von Velodyne Acoustics. „Natürlich beeindrucken seine Größe und die Leistungsdaten. Noch wichtiger ist aber, was er daraus macht. Der 1824 verbindet enorme Reserven mit Präzision und Ruhe. Er zeigt, wie weit sich Tiefton treiben lässt, wenn das Ergebnis wichtiger ist als der Kalender.“

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Schon die Kombination der beiden Schallwandler macht den 1824 zu einer Ausnahmeerscheinung. Ihre enorme Membranfläche erlaubt es, große Luftmengen zu bewegen, ohne das System permanent an seine Grenzen zu bringen. Die hohe Verstärkerleistung schafft die dafür nötigen Reserven.

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Wie ernst Velodyne Acoustics diesen Ansatz nimmt, zeigt ein Detail auf der Rückseite: Der 1824 besitzt zwei Netzanschlüsse. Sie tragen dem hohen Strombedarf seines dreifachen Endstufensystems Rechnung und machen bereits bei der Installation deutlich, dass hier andere Leistungsdimensionen gelten als bei einem herkömmlichen Aktiv-Subwoofer. Trotzdem geht es beim 1824 nicht um Leistung als Selbstzweck. Seine 6.000 Watt RMS dienen der kontrollierten Wiedergabe bis hinab zu sieben Hertz. Gerade bei sehr tiefen Frequenzen sind Reserven entscheidend. Sie geben dem Subwoofer die Fähigkeit, selbst anspruchsvolle Bassimpulse souverän aufzubauen, ohne an Präzision zu verlieren.

Im Inneren arbeitet die neueste Generation der Velodyne-Acoustics-Elektronik. Für die Einrichtung und Steuerung des 1824 wird eine vollständig neue App entwickelt. Sie wird mindestens den Funktionsumfang der bisherigen Velodyne Acoustics AutoEQ-App übernehmen und das System präzise auf den Raum, die verwendeten Lautsprecher und die persönlichen Hörvorlieben abstimmen.

Die Einmessung ist ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts. Denn gerade ein Subwoofer mit der Reichweite und Leistung des 1824 muss eng mit seinem Umfeld zusammenarbeiten. Die App ermöglicht den Zugriff auf die relevanten Klangparameter und macht die gewaltigen Reserven des Systems im jeweiligen Raum kontrollierbar. Auch bei der Integration zeigt sich der professionelle Anspruch. Der 1824 bietet unsymmetrische Cinch-Anschlüsse und symmetrische XLR-Ein- und Ausgänge. Hochpegelanschlüsse, Mikrofoneingang, Trigger-Steuerung und eine Ethernet-Schnittstelle erweitern die Einsatzmöglichkeiten in hochwertigen Stereoanlagen, Heimkinos und individuell geplanten Installationen.

Mit Abmessungen von 1.400 mal 770 mal 607 Millimetern und einem Gewicht von rund 350 Kilogramm besitzt der 1824 eine unübersehbare Präsenz. Sein Gehäuse wurde dennoch so kompakt ausgelegt, wie es die beiden großen Schallwandler, die drei Endstufen und die notwendige Gehäusestabilität erlauben. Denn tiefe Frequenzen erzeugen erhebliche mechanische Kräfte. Das hohe Gewicht und die massive Konstruktion schaffen die nötige Ruhe, damit sich diese Energie nicht unkontrolliert auf das Gehäuse überträgt. So bleibt der Bass auch bei hohen Pegeln sauber und präzise. Bei der Entwicklung wurde zugleich an den Weg zum endgültigen Aufstellort gedacht. Griffe sind direkt in das Design integriert. Spezielle Lifter auf Rollen gehören zum Lieferumfang und erleichtern Transport und Positionierung. Damit bleibt ein Subwoofer dieser Größenordnung auch in anspruchsvollen Installationen handhabbar.

Der Velodyne Acoustics 1824 entsteht am Unternehmenssitz in Hamburg und wird ausschließlich auf Bestellung gebaut. Weltweit sind nur 50 Exemplare vorgesehen. Jeder Besitzer erhält eine individuelle Plakette mit seinem Namen.

Die Limitierung folgt dem besonderen Charakter des Projekts. Der 1824 ist kein Serienmodell im üblichen Sinn. Seine Konstruktion, sein Gewicht und der damit verbundene Aufwand machen jedes Exemplar zu einem besonderen Stück Velodyne Acoustics Geschichte. Der Flaggschiff-Subwoofer kann ab sofort vorbestellt werden und wird voraussichtlich im Winter 2026 in Produktion gehen. Der Preis beträgt 50.000 Euro.

Vertrieb
Audio Reference GmbH
Anschrift Alsterkrugchaussee 435
22335 HAMBURG
Telefon +49 40 53320359
Fax +49 40 53320459
Web audio-reference.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-07-27_velodyne
  • Social Introtext Auf der High End Vienna 2026 gehörte er zu den auffälligsten Premieren der Messe. Mit seiner außergewöhnlichen Konstruktion und imposanten Erscheinung sorgte der Velodyne Acoustics 1824 vor Ort und in den sozialen Medien für große Aufmerksamkeit. Jetzt stellt Velodyne Acoustics sein neues Topmodell mit allen Details vor.

Tests außergewöhnlicher Komponenten werfen ihren Schatten voraus: Im Umfeld der Beschäftigung mit Chord Electronics' DAVE besuchte mich sein Entwickler in Gröbenzell, ebenso zur Vorstellung des M-Scalers. Die Technik des Maßstäbe setzenden BLU MKII erläuterte mir Rob Watts in Maidstone. Ebendort fand auch das Interview zum Thema Quartet statt.

Die Frage, ob wir uns lieber in Gröbenzell oder in Maidstone treffen würden, entschied Mika Dauphin, der Inhaber des deutschen Chord-Vertriebs, recht pragmatisch: Da die englischen Verstärker- und Digital-Spezialisten erst kürzlich ein zweites Gebäude am Firmenstandort bezogen hätten, läge es doch nahe, sich dort einmal umzusehen.

Das ehemalige Maschinenhaus mit dem neu aufgesetzten Penthouse
Das ehemalige Maschinenhaus mit dem neu aufgesetzten Penthouse

Regelmäßige hifistatement-Leser dürften vom bald lieferbaren Chord Electronics Quartet Upscaler schon gehört haben. Nach der High End des Jahres 2024 veröffentlichten wir ein Interview, das Roland Dietl mit dessen Entwickler Rob Watts geführt hatte. Da schon abzusehen war, dass es nach der Präsentation des Prototyps noch eine Weile dauern würde, bis eine Serienversion verfügbar sein würde, wollte sich Rob Watts damals nur recht allgemein zum Konzept und den Besonderheiten des neuen Upscalers äußern. Ein gutes Stückchen konkreter waren dann schon die Informationen, die Chord Electronics kurz vor der diesjährigen High End schickte und die wir in unserer News-Rubrik veröffentlicht haben. Aber auch die ersetzen keinesfalls ein längeres Gespräch mit Rob Watts. Das fand dann im Hörraum im Pumphouse statt, das Chord Electronics bereits im Jahre 1997 – Firmengründer John Franks erinnert sich, dass es in der Woche nach dem Tod von Lady Di war – bezogen hat und von dem auch schon einige Bilder in hifistatement.net zu sehen waren. Doch noch einmal kurz zurück zum Quartet Upscaler: Bisher existieren zehn frühe Produktionsmuster, Seriengeräte sollen im nächsten Monat verfügbar sein. Eines davon wird in Gröbenzell erwartet. Ein Teil des Artikels wird dann das Interview mit seinem Entwickler sein.

John Franks in seinem neuen Büro
John Franks in seinem neuen Büro


Am Flughafen in München traf ich Thomas Heckel, der im Süden der Republik den Drei H Vertrieb vertritt. In Heathrow wurden wir dann von Chord Electronics International Sales Manager Doug Graham abgeholt, mit dem wir auf dem Weg nach Maidstone eine geraume Zeit im Stau auf der M25 verbrachten. Endlich am Firmensitz angekommen stand für mich das Gespräch mit Rob Watts und seinem Sohn Daniel, einem studierten Toningenieur auf dem Programm. Beim Dinner waren dann Thomas Heckel und Doug Graham wieder mit dabei und John Franks komplettierte die illustre Runde.

Am nächsten Morgen überquerte ich die einspurige, 700 Jahre alte Farleigh Bridge, um von der anderen Seite des Flusses Medway einen guten Blick auf das neue Firmengebäude zu haben: Im ehemaligem Maschinenhaus stand früher einmal die Dampfmaschine für den Betrieb der Pumpe an der Ost-Farleigh-Schleuse. Das Pumphouse direkt gegenüber, in dem bisher neben der Fertigung und dem Hörraum auch die Büros für die Administration sowie die Marketing-Abteilung untergebracht waren, bot den aktuell 25 Mitarbeitern nicht wirklich viel Platz.

Der Schreibtisch des Firmenchefs
Der Schreibtisch des Firmenchefs

Deshalb beschloss man vor rund fünf Jahren, das Maschinenhaus zu erwerben. Das wurde zuvor bei Hochwasser überflutet und war in keinem guten Zustand. Daher entschied man, es komplett zu entkernen. Die Planung, Genehmigung und Umsetzung der Ideen dauerten über drei Jahre. Anfang des Jahres war es dann soweit und die neuen Büros, ein kleinerer Besprechungsraum sowie das neue errichtete Penthouse konnten bezogen werden. Im Inneren des ehemaligen Maschinenhauses dominieren nun Glas und Stahlkonstruktionen für die Treppe, welche die drei Geschosse verbindet. Wie auch bei der Fertigung der Produkte – die Gehäuse fertigen Firmen aus Südengland, die Platinen bezieht Chord ebenfalls aus dem Heimatland – legt man Wert auf regionale, oder zumindest englische respektive europäische Zulieferer. Nicht ohne einen gewissen Stolz wies Doug Graham daher auf die Herstellerbezeichnung eines U-Profil an der Treppe zur kleinen Terrasse am Fluss hin: British Steel.

Sara Hickford residiert ebenfalls im neuen Bürotrakt und ist für die Finanzen zuständig
Sara Hickford residiert ebenfalls im neuen Bürotrakt und ist für die Finanzen zuständig


Auf einem Sideboard in John Franks Zimmer liegt eine Reihe von Platinen, eine weitere auf seinem Schreibtisch. Sie ist von einigen wenigen Messgeräten, einer kleinen Sammlung von Bauteilen und einer Lötstation umgeben. Gegenüber einem Sessel stehen zwei Kerr-Acoustic-Regallautsprecher auf Ständern. Die teils bodentiefen Fenster mit dem Ausblick mit auf den Medway und die darauf dümpelnden Freizeit-Schiffe wecken dennoch eher Assoziationen an Urlaub als an eine Werkstatt. Die neuen Büros im Maschinenhaus dürften recht begehrte Arbeitsplätze sein. Nicht weniger angenehm lässt sich Zeit auf der Terrasse verbringen. Und das tun John Franks, Doug Graham, Thomas Heckel und ich bei einem zweiten Morgenkaffee. Ersterer erzählt einige der hier schon geschildert Fakten zum neuen Gebäude und zeigt auch eine Zeichnung, auf der zu sehen ist, dass früher ein recht hoher Schornstein Teil des Gebäudes war. Beim Umbau seien auf der Fläche Toiletten eingerichtet worden.

Monika Nalepa ist Sachbearbeiterin für Export und Vertrieb in Großbritannien und hat ebenfalls ein Arbeitsplatz mit Blick auf den Medway
Monika Nalepa ist Sachbearbeiterin für Export und Vertrieb in Großbritannien und hat ebenfalls ein Arbeitsplatz mit Blick auf den Medway

Er erzählt, dass ihm Rob Watts bei einer ihrer frühen Begegnungen eine große Platine mit einigen FPGAs präsentiert habe. Diese seien damals ausgesprochen kostspielig gewesen. Dennoch konnte Rob Watt ihn von seinem Design für den D/A-Wandler ohne die üblichen Chip-Sätze überzeugen. In der Folge wurde die Platine verkleinert, was nicht nur die Herstellung erleichterte, sondern auch dem Klang zugute kam: Der DAC 64 begründete Chord Electronics' Ruf als Digital-Spezialist. Rob Watts Projekte erforderten eine ausgesprochene lange Entwicklungszeit, das Ergebnis seien jedoch in jedem Falle bahnbrechende neue Technologien.

Der Maschinenbauingenieur Johnathan Sutton setzt die Ideen für die Gehäuse um
Der Maschinenbauingenieur Johnathan Sutton setzt die Ideen für die Gehäuse um

Auf die Frage, ob er sich vorrangig mit dem Design der Chord Electronics Produkt beschäftigte, antwortete John Franks, dass das für ihn nur ein Nebenschauplatz sei, er habe vielmehr seit der Covid-Pandemie zwölf neue Schaltungen erdacht und zur Serienreife gebracht. Momentan beschäftige er sich intensiv mit vertikalen MOSFETs. So seien einige Galliumnitrid-Halbleiter auch schon in einigen seiner Verstärker zu finden seien. Doch einige Entwicklungen seien nicht im Geringsten produktbezogen, er mache sie nur wegen seines Interesses an Schaltungen. So etwas mache ihm eben Spaß. Selbst wenn er dann eigentlich zu viel Zeit in der Firma verbringt: Er mag, was er tut.


Das auf dem Maschinenhaus neu errichtete Penthouse
Das auf dem Maschinenhaus neu errichtete Penthouse

Von oben hat man einen herrlichen Blick auf einen Teil der Schleusenanlage
Von oben hat man einen herrlichen Blick auf einen Teil der Schleusenanlage

Von der anderen Seite des Penthouses blickt man flussaufwärts
Von der anderen Seite des Penthouses blickt man flussaufwärts

Auf der Terrasse (v.l.n.r.): Thomas Heckel, John Franks und Doug Graham
Auf der Terrasse (v.l.n.r.): Thomas Heckel, John Franks und Doug Graham

Das Chord-Duo diesmal mit dem Autor
Das Chord-Duo diesmal mit dem Autor

Das Chord-Electronics-Domizil seit 1997: The Pumphouse
Das Chord-Electronics-Domizil seit 1997: The Pumphouse

Unter der Stahlkonstruktion für die Pumpe arbeitet Paweł Nalepa, der für den technischen und IT-Support zuständig ist
Unter der Stahlkonstruktion für die Pumpe arbeitet Paweł Nalepa, der für den technischen und IT-Support zuständig ist


Tom Vaughan ist Ingenieur für den Pro-Audio-Bereich
Tom Vaughan ist Ingenieur für den Pro-Audio-Bereich

Blick in die Produktion: links der Elektroniker Viktor Kreiner
Blick in die Produktion: links der Elektroniker Viktor Kreiner

Im Hörraum traf ich Rob Watts
Im Hörraum traf ich Rob Watts

Der unverstellte Blick auf die Testanlage
Der unverstellte Blick auf die Testanlage

Im Hörraum werden auch „historische“ Chord-Komponenten gesammelt: rechts oben die erste Endstufe
Im Hörraum werden auch „historische“ Chord-Komponenten gesammelt: rechts oben die erste Endstufe

Eine Rarität: ein Video-Server von Chord
Eine Rarität: ein Video-Server von Chord

Dieses stimmungsvolle Video von seinem neuen Arbeitsplatz hat John Franks aufgenommen:

Chord Electronics Ltd.
The Pumphouse, Farleigh Bridge
Farleigh Lane, East Farleigh,
Kent, ME16 9NB, United Kingdom

Weitere Informationen

  • Imagefolder boulevard/26-07-24_chord
  • Social Introtext Tests außergewöhnlicher Komponenten werfen ihren Schatten voraus: Im Umfeld der Beschäftigung mit Chord Electronics' DAVE besuchte mich sein Entwickler in Gröbenzell, ebenso zur Vorstellung des M-Scalers. Die Technik des Maßstäbe setzenden BLU MKII erläuterte mir Rob Watts in Maidstone. Ebendort fand auch das Interview zum Thema Quartet statt.

“Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit.

Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich nicht umhin, ein Zitat anzubringen. Auch wenn die schmutzige Dystopie des Films nicht zu der klaren, eleganten Designsprache der Marke passt, so passen die Technologieverliebtheit und der unbändige, jugendliche Charakter des Films umso besser. 2001, zwei Jahre nachdem The Matrix auf der Leinwand erschien, legten die drei Firmengründer von Matrix Audio mit dem gemeinsamen Bau eines Lautsprechers zu Schulzeiten den Grundstein für ihre Freundschaft. Im Jahr 2006, nach dem Studienabschluss führte die Entwicklung eines DACs zur Gründung von Matrix Audio in der 13-Millionen-Stadt Xi'an. Dass das Unternehmen nach wie vor von den drei Schulfreunden gelenkt wird, zeichnet Matrix Audio aus. Entscheidungen werden nach wie vor auf der Grundlage von Leidenschaft getroffen und nicht notwendigerweise (nur) unter finanziellem Aspekt.

v.l.n.r.: Chenguang Zeng (Mitgründer: Zuständig für die Lieferketten, Produktion und Qualitätsmanagement), Jing Jang (Gründer und CEO: Verantwortlich für das gesamte Unternehmen, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung und die Produktauslegung), Tao Yang (Mitgründer, VP und Marketingdirektor: Zuständig für globale Markenentwicklung und Vertrieb)
v.l.n.r.: Chenguang Zeng (Mitgründer: Zuständig für die Lieferketten, Produktion und Qualitätsmanagement), Jing Jang (Gründer und CEO: Verantwortlich für das gesamte Unternehmen, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung und die Produktauslegung), Tao Yang (Mitgründer, VP und Marketingdirektor: Zuständig für globale Markenentwicklung und Vertrieb)

Schon in meinem Bericht der High End dieses Jahr kündigte ich die Übernahme des Deutschlandvertriebs durch DREI H aus Hamburg an. Kurz nach der Messe meldete sich Vertriebschef Mika Dauphin bei mir, um den ersten Test dingfest zu machen. Einige Tage später besuchte ich ihn im Vertrieb, um das Testgerät abzuholen und über die Marke zu plaudern. Vor der endgültigen Übernahme des Vertriebs flog Mika spontan nach Xi’an. Er wollte sich vor Ort ein Bild machen. Seine Erzählungen vom Firmenbesuch bestätigten meinen Eindruck von Matrix Audio: Leidenschaft, Sorgfalt und Qualität sind oberstes Gebot. Sowohl die Software- als auch Hardwareentwicklung und das Design liegt vollständig in den Händen von Matrix. Ihre PCBs werden bei einem Auftragsfertiger, ebenfalls in Xi’An, gefertigt. Die Produktion der Grundbestandteile der Gehäuse obliegt unter genauen Vorgaben einem weiteren Spezialisten. Die Endfertigung der Geräte übernimmt Matrix wiederum selbst. Ein Matrixprodukt wird auch von einem Matrixspezialisten zusammengebaut. Jedes einzelne Gerät erhält einen Laufzettel, auf dem Toleranzen und Testergebnisse vermerkt werden. Die Qualitätskontrolle wird bei Matrix sehr ernst genommen. Für den deutschen Markt möchte Mika die Benutzeroberfläche der MA Remote App und der Geräte auf Deutsch übersetzen. Innerhalb kürzester Zeit erhielt er aus Xi’an Excel-Tabellen sowohl mit den chinesischen Originalbegriffen als auch englischen Übersetzungen, so dass seine Mitarbeiter eine präzise Übersetzung ins Deutsche anfertigen können. Die Übersetzung der App ist schon sehr weit fortgeschritten. Die Übersetzung der Gerätesoftwares wird noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Der mini-i Pro 4 ist in zwei Gehäusefarben verfügbar: Dunkelgrau und Schwarz. Dass die Seitenpanele aus Kunststoff gefertigt sind, tut dem hochwertigen Gesamteindruck überhaupt keinen Abbruch
Der mini-i Pro 4 ist in zwei Gehäusefarben verfügbar: Dunkelgrau und Schwarz. Dass die Seitenpanele aus Kunststoff gefertigt sind, tut dem hochwertigen Gesamteindruck überhaupt keinen Abbruch


2014 war mit dem X-sabre der erste Matrix DAC noch eher als Exot bei Hifistatement im Test. Zu diesem Zeitpunkt war ich selbst noch nicht sonderlich tief in der HiFi-Materie. Im Jahr 2018 sah das bereits ganz anders aus, und Matrix Audio war mir seitdem sehr wohl ein Begriff. Fast zehn Jahre später, im Jahre 2026, erlebe ich mit dem mini-i Pro 4 meinen ersten unmittelbaren Markenkontakt in einem beeindruckend hohen Entwicklungsstadium. Matrix hat inzwischen ein eigenes Ökosystem geschaffen. Im Mittelpunkt steht ihre Streamer-Betriebssystem MA Player und die MA Remote App. Warum mich das so begeistert, wird die Inbetriebnahme des Streamers darlegen. Doch zunächst ein paar Eigenschaften des Geräts: Mit dem i-mini Pro 4 schnürt Matrix ein All-in-One-Paket bestehend aus Streamer und DAC mit Preamp. Der Streamer spricht AirPlay 2, DLNA/UPnP, Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, ist RoonReady und beherrscht mittels der MA Remote App unter anderem vTuner, Radio Paradise, HIRESAUDIO. Außerdem kann er von lokalen Datenträgern bis 768 Kilohertz PCM-Material und vierfach DSD spielen. Als Rechenzentrale dient ein ARM Cortex-A55 Quad-Core. Der aktuelle Flaggschiff-Zweikanal-Wandler ES9039Q2M von ESS Technology soll ein SNR von 121 Dezibel am unsymmetrischen Ausgang liefern.

Der mini-i Pro 4 bietet sämtliche gängigen Digitaleingänge. Die Typ-C-Schnittstelle kann für den Anschluss eines Datenträgers genutzt werden. Die HDMI-Buchse dient der Einbindung eines ARC und ist nicht für I²S ausgelegt
Der mini-i Pro 4 bietet sämtliche gängigen Digitaleingänge. Die Typ-C-Schnittstelle kann für den Anschluss eines Datenträgers genutzt werden. Die HDMI-Buchse dient der Einbindung eines ARC und ist nicht für I²S ausgelegt

Die Integration von i-mini und App funktioniert einfach großartig. Kaum ist der i-mini per LAN in mein Netzwerk eingebunden, wird er automatisch in der MA Remote App auf meinem Smartphone gefunden und kann von dort vollständig gesteuert und konfiguriert werden. Eine Verbindung ins WLAN ist auf Wunsch direkt über das Display des i-mini konfigurierbar. Die Fernbedienung des Geräts kann ich eigentlich gleich wieder einpacken. Die App bietet eine wunderbar responsive Software-Fernbedienung, die sich über ein kleines Icon des Wiedergabebildschirms öffnen lässt. Ein Drehen des Lautstärkeregler unterstützt der Vibrationsmotor des Smartphones mit haptischem Feedback. Es lässt sich wählen, welche Eingänge als Schnellzugriff vorliegen sollen. Über das kleine Filter-Icon lassen sich die Digitalfilter des Wandlerchips wählen. ESS-Kennern nicht neu: Je nach Filter verändern sich Nuancen bezüglich Timbre, Auflösung, Layering und Tiefenstaffelung. Ich bleibe beim Linear Phase Fast Roll-Off, da dies für mich ein persönliches Standardfilter geworden ist, wenn ich mit ESS-Wandlern arbeite. Sämtliche andere Einstellungen wie Displayhelligkeit oder Auto Sleep Mode lassen sich ebenfalls aus der App tätigen. Und falls man mal gar nicht weiterwissen sollte, lässt sich direkt in der App die passende Bedienungsanleitung abrufen. Außerdem finden sich direkte Verknüpfung zu Youtube-Tutorials über verschiedenen Themen rund um den Betrieb des Streamer/DACs, die ebenfalls direkt in der App angeschaut werden können.

Eine Übersicht über verschiedene Menüs der App. Besonders die Softwarefernbedienung hat mich begeistert
Eine Übersicht über verschiedene Menüs der App. Besonders die Softwarefernbedienung hat mich begeistert

Natürlich bieten auch viele andere Hersteller Apps für ihre Geräte und ich habe die letzten Jahre nicht hinter dem Mond gelebt, trotzdem weiß mich die Matrix Remote App zu begeistern. Sie bietet genau den Funktionsumfang, den es braucht, ohne überladen oder unübersichtlich zu sein. Sie ist intuitiv, schick, schnell und stabil. Egal, ob ich meine externe Musikdatenbank von einer Festplatte einlesen lasse oder meinen Qobuz-Account mit der MA Remote App verknüpfe, ich nutze die App einfach gerne und nicht, weil ich sie notgedrungen nutzen muss. Zugegeben, ginge es mir rein um die Nutzung von Qobuz, wäre der Umweg über die Matrix App gar nicht notwendig, denn sogar die Lautstärke des mini-i lässt sich direkt aus der Qobuz-App steuern. Außerdem fühle ich mich in der Qobuz-App doch noch mehr zu Hause als in der MA Remote App. Nutzer, die eine noch vollständigere Verknüpfung von Streamingdiensten und lokaler Musik wünschen, nutzen möglicherweise wie ich ohnehin Roon. Auch aus Roon ist die zuverlässige Steuerung der Lautstärke des Matrix möglich. Wenn ich Musik abspielen möchte, der i-mini aber gerade im Standby ist, kann Roon das Gerät sogar aufwecken.

Es ist schön, dass trotz der überzeugenden Fernsteuerungsmöglichkeit per App eine hochwertige Fernbedienung zum Lieferumfang gehört
Es ist schön, dass trotz der überzeugenden Fernsteuerungsmöglichkeit per App eine hochwertige Fernbedienung zum Lieferumfang gehört


Über LAN mit meinem Audionetzwerk verbunden, funktioniert jedwedes Streaming absolut stabil und unaufwendig. Für den Hörtest nutze ich den mini-i Pro 4 zunächst gemeinsam mit meinem Roon Core und lasse die Daten über das Roon-eigene RAAT-Protokoll an den Streamer senden. So kann ich meine in Roon hinterlegte Raumkorrektur nutzen. Die Einrichtung ist in wenigen Sekunden erledigt. Der mini-i verhält sich als Vorstufe direkt an meinem Verstärker absolut mustergültig: frei von jedwedem Grundrauschen und mit einem fein steuerbaren und sinnvoll nutzbaren Lautstärkeregelbereich. Gerade bei günstigeren DACs wie beispielsweise dem in meinem Schreibtischsetup agierenden Soncoz SGD1 ist mir die Lautstärkeregelung im unteren Regelbereich oft zu unsensibel.

Als erstes höre ich Brendan Perrys „Wintersun“ vom Album Ark. Der Matrix stellt sofort eine großartige Detailauflösung unter Beweis, bei einem modernen Wandler ist das zwar nicht mehr weiter verwunderlich, aber dennoch erwähnenswert. Ein tiefer Synthbass bildet den markanten Unterbau des Musikstücks. Er wird kräftige und sehr stabil positioniert in den Hörraum projiziert. Dabei wirkt er dennoch unbeschwert und nicht mit Bassenergie überladen. Brendans Stimme und das Reverb sind musikalisch miteinander verwoben, aber doch getrennt voneinander wahrnehmbar. Insgesamt sind die Instrumente sehr klar positioniert und haben tendenziell eine eher kleine, konzentrierte Ausdehnung. Ihr Layering gelingt dem Wandler gut. Beim Übergang des Stücks in den dichter orchestrierten Abschnitt nach dem eher ruhigen Intro, könnten die Instrumente allerdings für meinen Geschmack in der Bühnentiefe etwas besser voneinander differenziert sein. Trotzdem sind insbesondere die Schellen auf der linken Seite und die Trommel auf der rechten Seite sehr schön zwischen den Synthklängen platziert. Die choralen Klänge umrahmen das deutlich im Vordergrund stehende Gitarrensolo. Die Unterschiede zu meiner eigenen Kette finden sich lediglich in Nuancen. Mein eigener Wandler agiert insgesamt etwas weicher mit minimal geringerem Gesamtdetailgrad, Instrumente wirken weniger scharf umrissen. Der Basssynth zu Beginn steht nicht ganz so unverrückbar im Raum wie mit dem Matrix. Dafür kann ich einzelnen Klängen etwas mehr mikrodynamische Details entnehmen. Der im mittleren Frequenzbereich spielende Synth scheint etwa feiner zu oszillieren. Die Bühne wirkt einen Hauch tiefer, das Layering der Instrumente fällt etwas eindrücklicher aus. Zusammenfassend ist der Brooklyn DAC+ zur Abwechslung mal der musikalischere Wandler und nicht das Studiowerkzeug, dessen Gene er nie ganz abstreifen kann. Die gehörten Unterschiede lassen sich hauptsächlich ziemlich sicher auf seine Ausgangsstufe, analoge Lautstärkeregelung und das Aufbereiten des Signals durch den Mutec MC-3+ USB schieben.

Der Kopfhörereingang treibt meinen Sennheiser HD 800 s am symmetrischen Pentaconn-Ausgang zuverlässig an. Meine Vision Ears VE7 zeigen mit einem hörbaren Grundrauschen am unsymmetrischen Ausgang, dass der Kopfhörerverstärker nicht auf den Betrieb aller In-Ear-Typen optimiert wurde
Der Kopfhörereingang treibt meinen Sennheiser HD 800 s am symmetrischen Pentaconn-Ausgang zuverlässig an. Meine Vision Ears VE7 zeigen mit einem hörbaren Grundrauschen am unsymmetrischen Ausgang, dass der Kopfhörerverstärker nicht auf den Betrieb aller In-Ear-Typen optimiert wurde

Auch “From Gargarin’s Point of View” des Esbjörn Svensson Trios vom gleichnamigen Album meistert der Pro 4 „laid back“ und vor sich hin perlend. Die Aufnahme wirkt auch mit meinem eigenen DAC insgesamt etwas stumpf und nicht ganz so differenziert, wie sie sein könnte. Ich möchte testen, ob der Umstieg von Roon-Streaming auf S/PDIF am Pro 4 noch etwas mehr Leben aus der Aufnahme kitzeln kann. Tatsächlich klingt die Schnittstelle in meinen Ohren noch einmal besser als das Roon-Streaming. Hier sind es noch kleinere Nuancen als beim Direktvergleich des Matrix-Wandlers mit meinem Brooklyn DAC. Der Mutec-Reclocker (samt Schnittstellenwechsel) verhilft auch dem Matrix zu einem etwas gelösteren Klangbild, mit einem Hauch mehr Tiefe und etwas befreiter spielenden Instrumenten. Über die S/PDIF-Schnittstelle wirkt das Stück etwas weicher, analoger, insgesamt mit einem minimal geringeren Detailgrad, aber einer feineren Nuancierung der Spieldynamik des Trios – ein ähnlicher Unterschied wie ich ihn initial beim Vergleich des Pro 4 mit meinem Brooklyn DAC+ beschrieben habe. Die Wandler selbst ohne weitere Peripherie liegen klanglich folglich sehr nah beieinander. Würde man den Matrix jetzt noch mit einer hochwertigen Vorstufe paaren und die interne Lautstärkeregelung umgehen, kann ich mir gut vorstellen, dass er am Brooklyn vorbeiziehen könnte.

Zu den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgängen gesellt sich ein unsymmetrischer analoger Eingang
Zu den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgängen gesellt sich ein unsymmetrischer analoger Eingang


Spannend wird es dann noch einmal bei einem anderen Genre und Iron Maidens 18-Minuten Epos „Empire of the Clouds“ vom Album The Book of Souls. Ich betriebe wieder beide Wandler über die S/PDIF-Schnittstelle. Das Musikstück ist zwar genretypisch recht komprimiert, allerdings in sonstiger Hinsicht nicht so vollumfänglich ausproduziert wie andere Stücke des Albums. Es wirkt eher roh, teilweise fast unfertig mit einem guten Schwung der Klangästhetik der Studioräume garniert, die zumeist in ähnlichen Produktionen keine große Rolle spielt. Zwar vermisse ich bei der Interpretation des Matrix eine etwas eindeutigere Reproduktion dieser spezifischen räumlichen Ästhetik, jedoch überzeugt er mich mit der Akkuratesse der restlichen Darbietung. Bruce Dickinsons Stimme ist perfekt ausbalanciert. Ihr Grundton wird kräftig genug herausgearbeitet, ohne zu schwer zu wirken und lässt genügend Raum für sein hohes Gesangsregister. Die Platzierung der eher kammermusikalisch verstandenen Orchestrierung im Mix gefällt mir mit dem Matrix außerordentlich gut. Während sie bei meinem eigenen Wandler in ihrer Einbindung in die Mischung etwas unstet wirkt, bleibt sie beim Matrix präsenter und konstant als zusammenhängende Einheit wahrnehmbar. Die virtuell Größe der Instrumente gefällt mir ebenfalls besser als bei meinem eigenen Wandler. Das Spannungsfeld zwischen Bass und Snare Drum und den Becken wirkt harmonischer und das Schlagzeug so gebundener wie ein Gesamtinstrument.

Der Austausch von Metadaten funktioniert in allen Streaming-Betriebsarten ausgezeichnet. Bei Bedienung des Touchscreens erfolgt eine kleine akustische Rückmeldung, die auf Wunsch auch abgestellt werden kann
Der Austausch von Metadaten funktioniert in allen Streaming-Betriebsarten ausgezeichnet. Bei Bedienung des Touchscreens erfolgt eine kleine akustische Rückmeldung, die auf Wunsch auch abgestellt werden kann

Nochmals wird deutlich auf welch hohem Niveau der Matrix spielt. Obwohl nicht ESS‘ großer Achtkanalwandler zum Einsatz kommt, sondern auf die Stereovariante gesetzt wird, ist die DAC-Sektion alles andere als „mini“, sondern macht den i-mini zu einem vollausgewachsenen Wandler. Ich habe es beim Testen verschiedenster DACs oft erlebt: Detailauflösung, Durchhörbarkeit und absolute Dynamikfähigkeit unterscheiden sich über eklatante Preisunterschiede hinweg kaum. Die markantesten Unterschiede finden sich zumeist in der Größe der Raumdarstellung, Mikrodynamik und der Gesamtmusikalität des Wandlers. Die besonders schwer zu fassenden und recht allgemein klingenden Attribute Authentizität und Selbstverständlichkeit sind oft die Zünglein an der Waage. Dementsprechend spielt der mini-i Pro 4 in seinen Grundfähigkeiten aufwendigeren Wandlern nahezu ebenbürtig. In einigen Disziplinen zieht er klar an meinem Brooklyn DAC+ mit ES9028PRO vorbei, in anderen bevorzuge ich meinen eigenen Wandler. Ruft man sich noch einmal den Funktionsumfang und den Preis des Matrix Audio mini-i Pro 4 vor Augen, eine geradezu fantastische Leistung.

STATEMENT

All-in-One-Geräte haben oft einen schwierigen Stand. Ihnen wird nicht zugetraut, auf einem gleichen Level wie dedizierte Geräte zu agieren. Beim Matrix Audio mini-i Pro 4 besteht darüber für mich kein Zweifel. Software, Streaming-Sektion und DAC sind auf gleichermaßen hohem Niveau ausgeführt. Trotz kleinem Formfaktor hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, Abstriche machen zu müssen. Folglich lege ich das „mini“ als große Stärke aus, da sich mit dem Streamer/DAC auf sehr begrenztem Raum eine bestechend hochwertige Wiedergabekette realisieren lässt.
Gehört mit
Router & Zubehör Fritzbox 7530 (mit SBooster BOTW), Silent Angel Bonn N8 (mit Keces P3)
Server PrimeCore Audio A7
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp, USB Audio Player PRO)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match, Final ZE8000 JDH
Kabel Audioquest Diamond USB & Carbon USB, Chord Company Shawline USB, Belden, Boaacoustic Evolution BLACK.power-16, Furutech LAN-8 NCF Plus, Glockenklang/Eupen, Sommer Epilogue
Herstellerangaben
Matrix Audio mini-i Pro 4
Hardwareplattform CPU: Quad-Core Cortex-A55, 2,0 GHz; D/A-Wandler: ES9039Q2M
Digitale Eingänge – Koaxial & Optisch PCM: 16–24 Bit / 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz, 176,4 kHz, 192 kHz; DSD: 2,8 MHz (DoP)
Digitaler Eingang – HDMI ARC PCM: 16–24 Bit / 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz, 176,4 kHz, 192 kHz
Digitaler Eingang – USB Audio PCM: 16–24 Bit / 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz, 176,4 kHz, 192 kHz, 352,8 kHz, 384 kHz, 705,6 kHz, 768 kHz; MQA: 16–24 Bit / 44,1 kHz bis 384 kHz (MQA oder MQA Studio); DSD (DoP): 2,8 MHz, 5,6 MHz, 11,2 MHz; DSD (Native): 2,8 MHz, 5,6 MHz, 11,2 MHz, 22,4 MHz
Analogeingang (AUX) Signal-Rausch-Abstand: 100 dB (A-bewertet); THD+N: < 0,0035 % bei 1 kHz, < 0,0035 % von 20 Hz–20 kHz; Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB bei 46 kHz; Kanalübersprechen: > –105 dB; Maximaler Eingangspegel: 2,1 V RMS
Line-Ausgang – XLR Signal-Rausch-Abstand: 127 dB (A-bewertet); THD+N: < 0,00008 % bei 1 kHz, < 0,00010 % von 20 Hz–20 kHz; Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB bei 90 kHz; Übersprechen: > –146 dB; Ausgangspegel: 4,4 V RMS bei 0 dB
Line-Ausgang – RCA (Cinch) Signal-Rausch-Abstand: 121 dB (A-bewertet); THD+N: < 0,00015 % bei 1 kHz, < 0,00020 % von 20 Hz–20 kHz; Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB bei 90 kHz; Kanalübersprechen: > –133 dB; Ausgangspegel: 2,2 V RMS bei 0 dB
Kopfhörerausgang – 4,4 mm symmetrisch Signal-Rausch-Abstand: 117 dB (A-bewertet); THD+N: < 0,0004 % von 20 Hz–20 kHz bei 4 V RMS; Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB bei 90 kHz; Ausgangsimpedanz: < 22 Ω; Ausgangsleistung: 2.200 mW an 33 Ω, 950 mW an 300 Ω, 500 mW an 600 Ω (1 % THD)Verstärkung: +14 dB
Kopfhörerausgang – 6,35 mm unsymmetrisch Signal-Rausch-Abstand: 116 dB (A-bewertet); THD+N: < 0,0005 % von 20 Hz–20 kHz bei 2 V RMS; Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB bei 90 kHz; Ausgangsimpedanz: < 11 Ω; Ausgangsleistung: 1.200 mW an 33 Ω, 260 mW an 300 Ω, 130 mW an 600 Ω (1 % THD); Verstärkung: +14 dB
Netzwerk LAN: 10/100/1000 Mbit/s; WLAN: 2,4 GHz / 5 GHz
USB Typ C liefert maximal 5 V / 1 A.; unterstützt USB-Massenspeicher mit FAT, FAT32, exFAT und NTFS. Die Kompatibilität mit allen Speichermedien kann nicht garantiert werden.
MA Player Steuerungs-App: MA Remote App
Lokale Wiedergabe unterstützte Formate: MP3, WMA, WAV, AIF, AIFC, AIFF, AAC, FLAC, OGG, APE, ALAC, M4A, DSF, DFF, CUE; PCM: 16–24 Bit / 44,1 kHz bis 768 kHz; MQA: 16–24 Bit / 44,1 kHz bis 384 kHz (MQA oder MQA Studio); DSD: 2,8 MHz, 5,6 MHz, 11,2 MHz, 22,4 MHz; Roon Ready PCM: 16–24 Bit / 44,1 kHz bis 768 kHz; MQA: 16–24 Bit / 44,1 kHz bis 384 kHz (MQA oder MQA Studio); DSD: 2,8 MHz, 5,6 MHz, 11,2 MHz, 22,4 MHz
Streaming-Dienste AirPlay 2, DLNA/UPnP, TIDAL Connect, Spotify Connect, vTuner, Radio Paradise, HIRESAUDIO (unterstützte Audioformate abhängig vom jeweiligen Dienst)
Stromversorgung Netzspannung: AC 100–240 V, 50/60 Hz; Leistungsaufnahme im Standby: < 5 W; Maximale Leistungsaufnahme: < 30 W
Gewicht 1,3 kg
Abmessungen (B × T × H) 224 × 186 × 53 mm
Preis 1.200 Euro

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Kedenburgstraße 44
Haus D / 1. OG
22041 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 40 37507515

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-07-21_matrix
  • Social Introtext “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit.
Montag, 20 Juli 2026 02:30

Vincent solidLine 2.0

Mit dem Class-A-Vollverstärker SV-600 und dem CD-Spieler CD-600 stellt Vincent die ersten Geräte einer neuen solidLine 2.0 vor. Das zeitlose und elegant Design mit der dreifach unterteilten Frontblende ist eine Hommage an die Modelle der ersten solidLine Generation. Der Klang bleibt der Tradition treu: kraftvoll, präzise, natürlich und lebendig.

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Sintron gründete die Marke Vincent bereits 1995 mit demFokus auf Stereo-Elektronik auf höchstem technischen Niveau. Die in Deutschland entwickelten Geräte zeichnen sich durch hochwertige Bauteile und exzellent verarbeitete Gehäuse aus. Unter dem Markennamen Vincent entstehen Produkte mit zwei unterschiedlichen Konzepten: Zum einen reine Transistor-Geräte, zum anderen Hybrid-Modelle, welche die Vorteile von Röhren- und Transistor-Technologie elegant vereinen.

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1999 rief Vincent mit der Vor-/Endstufen-Kombination aus SA-91 und SP-991 die solidLine ins Leben, die sich ganz der Transistor-Technologie widmete. Sie zeichnete sich von jeher durch ein präzises, luftiges und dynamisches Klangbild aus. Diese Tradition führt jetzt die solidLine 2.0 fort, deren erste Vertreter der Class-A-Vollverstärker SV-600 und der dazu passende CD-Spieler CD-600 sind. Den beiden neuen Produkten ist ihre Herkunft auf den ersten Blick anzusehen, das zeitlose Design mit dreifach unterteilter Frontblende ist eine elegante Hommage an die ursprüngliche solidLine.

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Der Stereo-Vollverstärker SV-600 nutzt Class-A-Verstärkertechnologie und ist vollsymmetrisch aufgebaut. Vincent setzt hier auf eine FET-Differenzverstärkung in Kombination mit einer Basisschaltung. Das Ergebnis ist eine hohe Slew-Rate, also eine extrem schnelle Reaktionszeit, sowie ein besonders sauberes Signal und maximale Stabilität auch bei komplexen Lasten. Ganze 16 Hochleistungstransistoren tun in der Ausgangsstufe ihren Dienst und erzeugen eine Ausgangsleistung von bis zu 306 Watt pro Kanal an 4 Ohm. Hierfür kommen neben einem sehr stabilen Netzteil auch ein Hochleistungs-Ringkerntrafo und Pufferkondensatoren mit einer Gesamtkapazität von 40.000 Microfarad zum Einsatz. So wird die Versorgungsspannung für eine tiefe und kraftvolle Basswiedergabe rigoros gefiltert.

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Mit einem Frequenzgang von 20 Hertz bis 20 Kilohertz und einem Signal-Rauschabstand von über 90 Dezibel lässt der SV-600 auch sonst keine Wünsche offen. Die Masse von knapp 22 Kilogramm unterstreicht den Anspruch als audiophiles Schwergewicht. Hinzu kommen zahlreiche Anschlussmöglichkeiten, die den flexiblen und vielseitigen Einsatz ermöglichen. So stehen sechs analoge Eingänge in den Formaten Cinch und XLR zur Verfügung. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Quellgeräte digital über Coax, Optical und HDMI (ARC) anzuschließen. Darüber hinaus ist der SV-600 mit Bluetooth kompatibel, so können Inhalte unkompliziert kabellos von Handy oder Tablet zugespielt werden.

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Mit dem über ach Kilogramm schweren CD-600 stellt Vincent dem SV-600 den perfekten Spielpartner zur Seite, der sich auf das Wesentliche konzentriert: natürlichen Klang auf höchstem Niveau. Dabei fällt direkt das zentrale Schubladenlaufwerk auf, das von Sanyo speziell für die Audiowiedergabe konzipiert wurde. Die eigens entwickelte Servo-Software garantiert eine exakte und präzise Abtastung der CD. Ein ES9038Q2M Chip mit einer Sampling-Rate von 24 Bit / 192 Kilohertz sorgt für saubere Decodierung und ein dynamisches Klangbild. Bemerkenswert sind auch die vier unabhängigen Kanalschaltungen, jeder Kanal besitzt eine eigene Filterschaltung sowie eine separate Verstärker- und Pufferschaltung zur weiteren Optimierung des Klangbildes. Neben analogen Cinch- und XLR-Ausgängen kann das Signal auch digital per Coax oder optischem Anschluss ausgegeben werden, wenn beispielsweise der SV-600 die Rolle als DAC übernehmen soll.

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Der neue Vincent solidLine 2.0 Vollverstärker SV-600 und der CD-Spieler CD-600 werden exklusiv über die Sintron Distribution GmbH vertrieben und sind ab sofort im Fachhandel erhältlich. Beide Geräte sind jeweils in Schwarz und Silber verfügbar. Die unverbindlichen Preisempfehlungen betragen 3.200 Euro für den SV-600 und 1.900 Euro für den CD-600. Weitere Informationen zu diesen und weiteren Produkten aus dem Hause Vincent gibt es auf https://www.vincent-tac.de/home.html

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Vertrieb
Sintron Vertriebs GmbH
Anschrift Christian Fröhling
Südring 14
76473 Iffezheim
Telefon +49 7229 182931
E-Mail info@sintron.de
Web sintron.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/26-07-20_vincent
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