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SPL Performer s800

10.10.2016 // Wolfgang Kemper

Der SPL Vorverstärker Director konnte vor wenigen Monaten im Test klanglich überzeugen. Dies ist in hohem Maße der SPL-Voltair-Technologie zu verdanken. Die Stereo-Endstufe Performer s800 ist ebenfalls mit Voltair-Verstärkerzügen aufgebaut und weckt deshalb hohe Erwartungen.

Voltair bezeichnet das besondere Konzept der Professional Fidelity Geräte von SPL, abgekürzt Pro-Fi-Serie. Die Spannung, mit der das Audio-Signal in den analogen Stufen verarbeitet wird, ist viermal so hoch als ansonsten in der HiFi-Verstärker-Technik üblich. Voltair arbeitet mit einer Spannung von 120 Volt, resultierend aus ±60 Volt. Gebräuchlich sind 30 Volt, entsprechend ±15 Volt. Selten trifft man auf hochwertige Operationsverstärker, die mit ±24 Volt arbeiten. Dieser großzügig dimensionierte Spannungs-Bereich garantiert, dass die Voltair-Operationsverstärker bei der Verarbeitung des Audio-Signals niemals in den Grenzbereich geraten, auch nicht bei extremen Impulsspitzen. Dies verspricht ein stets offenes, dynamisch unbeschnittenes und nie eingeengtes Klangbild. Wie im Test des Director Vorverstärkers möchte ich Voltair noch einmal mit dem Leitgedanken aus dem Automobilbau, Hubraum ist durch nichts zu ersetzen außer durch noch mehr Hubraum, vergleichen. Genauso wie bei der breitbandigen Kraftentfaltung eines Motors mit reichlich Volumen in den Zylindern, darf man sich auch bei den Voltair-Verstärkern eine entsprechend unbegrenzt zur Verfügung stehende Dynamik vorstellen. Voltair garantiert neben der Verbesserung der Dynamik auch weniger Verzerrungen und mehr Rauschfreiheit. Somit unterbindet Voltair typische Grenzbereichs-Verzerrungen, die durch Lästigkeit im Musiksignal negativ auffallen und den Hörgenuss, vor allem bei längeren Hörsitzungen, erheblich trüben.

Der Performer s800 passt in seinen Proportionen zu den anderen Komponenten der SPL Pro-Fi Serie
Der Performer s800 passt in seinen Proportionen zu den anderen Komponenten der SPL Pro-Fi Serie

Nun ist SPL kein Spezialist für Endverstärker. Bis dato haben die Entwickler vom Niederrhein noch nie eine Endstufe gebaut. Weltweite Bedeutung hat SPL sich durch Geräte für die Studio-Technik geschaffen. In diesem Segment offerieren sie ein riesiges Portfolio. Auch hier begeistern sie die Fachwelt mit Komponenten, in denen sie die 120-Volt Hochspannungs-Technologie einsetzen. Dies geschieht inzwischen seit mehr als 15 Jahren. Somit ist die Voltaire-Technologie unter Studio-Anforderungen bewährt und ausgereift. Zum Aufbau einer kompletten HiFi-Kette für den Heimbereich, bestehend aus Phono-Stufe, dem berühmten Phonitor-Kopfhörerverstärker in verschiedenen Varianten und dem Director Vorverstärker mit digital-analoger Wandlerstufe, gehört eben auch ein Endverstärker. Um diesen Anspruch zu erfüllen, wählte man bei SPL den klassischen Weg der bipolaren Transistor-Endstufe. Dabei bieten die Voltair-Operationsverstärker einen entscheidenden Vorteil. Die 120-Volt-OPs könne in einer einzigen Stufe die Verstärkung generieren, um die Leistungstransistoren optimal anzusteuern. Ein mehrstufiger Aufbau vor den Leistungs-Transistoren mit all seinen Nachteilen ist nicht nötig. In das für Endstufen-Verhältnisse kleine Gehäuse, das in den Proportionen zu den übrigen Komponenten der Professional Fidelity Line passt, hat SPL solide Technik implantiert. Digitale Konzepte und Schaltnetzteile wurden vom verantwortlichen Entwickler Bastian Neu und seinen Kollegen aus klanglichen Gründen verworfen.

Die drei roten LEDs, eingelassen in der Frontplatte aus schwarzem, roten oder silbernen Aluminium, geben dezent Auskunft über den Betriebszustand des Performer
Die drei roten LEDs, eingelassen in der Frontplatte aus schwarzem, roten oder silbernen Aluminium, geben dezent Auskunft über den Betriebszustand des Performer


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