Phison Audio PD2 und A2.120

02.05.2017 // Peter Banholzer

Blick in die Phison Audio Endstufe A2.120: Unterhalb der Platine vor den Vorstufenteil verbergen sich zwei 500-Watt-Ringkerntrafos und die Ladeelkos; auf den seitlichen Kühlkörpern sind jeweils sieben Leistungstransistoren montiert
Blick in die Phison Audio Endstufe A2.120: Unterhalb der Platine vor den Vorstufenteil verbergen sich zwei 500-Watt-Ringkerntrafos und die Ladeelkos; auf den seitlichen Kühlkörpern sind jeweils sieben Leistungstransistoren montiert

Lange musste die Phison Endstufe A2.120 in ihrem Koffer ausharren, bevor sie zum Einsatz kam: Im Gegensatz zur bereits eingespielten Vorstufe war die Endstufe komplett neu. Umso mehr war ich erstaunt, wie behände sie von Anfang an zu Werke ging. In der Kombination mit der Phison Vorstufe PD2 spielte sie wie aus einem Guss und trieb meine Wilson Audio Maxx zu Höchstleistungen. Schönfärbereien jeglicher Art erteilt sie dabei eine klare Absage, Impulse werden überaus präzise und schnell wiedergegeben. Exemplarisch genannt sei hier der Pianoanschlag bei „Perdita“ von Rubber City aus dem Album Wild At Heart oder die Anfangssequentz bei Pink Martinis „Aspettami“ aus dem Album Hang On Little Tomato.

Die A2.120 offeriert eine eher schlanke Wiedergabe und hat dennoch wie die Vorstufe eine kraftvolle, zupackende Art. Das mag wie ein Widerspruch erscheinen, ist es aber nicht. Die Phison A2.120 offenbart eine Ehrlichkeit im Klang wie man sie sich wünscht, aber selten bekommt. Ich persönlich finde, Frauen dürfen schon mal ein paar Pfund mehr auf den Rippen haben aber Endstufen sollten keine künstlich voluminöse Wiedergabe erzeugen. Bei der Wiedergabe im Bassbereich soll druckvolles Volumen dagegen mit knackiger Wiedergabe einhergehen. Der Schweitzer Charly Antolini lässt es mit seinem Schlagzeugsolo bei Knock out so richtig krachen und genauso lässig und grollend bringt das die Phison Endstufe auch rüber.

Die PD2 DAC-Vorstufe ist zukunftssicher, da Updates durch den vorbildlich modulartigen Aufbau jederzeit problemlos möglich sind
Die PD2 DAC-Vorstufe ist zukunftssicher, da Updates durch den vorbildlich modulartigen Aufbau jederzeit problemlos möglich sind

Zum Schluss habe ich mir noch eine Aufnahme von Nat King Cole, That´s you aus dem Jahre 1960, angehört und war erstaunt, was die Phison-Kombi aus dieser alten Aufnahme herauskitzelt. Nat King Coles prägnante Stimme wirkte ungemein souverän und tief, strahlende Bläser erklangen auch bei hohen Lautstärken sehr realistisch, ohne jemals nervig zu werden. Die Vorstufe PD2 hat mich voll überzeugt und die die Endstufe A2.120 schätzte ich sogar noch ein kleines Stück höher ein.


  • Mytek Brooklyn DAC+

    Als ich den brandneuen Mytek Brooklyn DAC+ zum Test angeboten bekam, war ich freudig überrascht. Sind doch die Mytek Geräte normalerweise im exklusiven Zugriff unseres Chefredakteurs. Dirk Sommer sah das aber ganz entspannt und meinte, es würde der Objektivität unseres Magazins gut tun, wenn sich einmal ein anderer Redakteur mit einem Mytek befassen würde, zumal ja bekannt sei, dass er den Wandlern dieser Marke nicht so ganz unvoreingenommen gegenüberstehe. Im Rahmen meiner Beschäftigung mit dem…
    01.12.2017
  • Bakoon DAC-21

    Die südkoreanische Firma Bakoon wartete auf der diesjährigen High End mit dem ersten Serienmodell des DAC-21 auf. Der über Li-Ionen-Akkus gespeiste Digital-Analog-Wandler basiert auf dem Bakoon eigenen, über viele Jahre entwickelten, SATRI-Schaltungsprinzip. Die SATRI Technologie soll die Seele und Emotionen in der Musik auf natürliche Weise erhalten. Bakoon Products wurde 1991 von Akira Nagai in Kumamoto Japan gegründet und ist heute eine japanisch-südkoreanische Kooperation. Die von dem japanischen Wort „satori“ (Offenbarung) abgeleitete SATRI-Schaltung, ist Bakoons…
    17.11.2017
  • Erlkönig: Audio Exklusiv R7

    Vor Jahren war geplant, immer mal wieder über Vorserienmodelle zu berichten. Wir haben dann so einige hochkarätige Komponenten als erstes Magazin – hierzulande oder gar weltweit – zum Test bekommen, Prototypen konnten wir aber nicht mehr an Land ziehen. Nun kam Andreas Schönberg mit einer Vorabversion seiner Referenz-Vorstufe nach Gröbenzell. Als ich mich vor etwa anderthalb Jahren mit der Vorstufe P7S und den Monoendstufen P14 beschäftigte, kam ich nicht umhin, wieder einmal das ganz hervorragende…
    13.10.2017
     
  • Chord BLU MkII, Teil 1

    Der Beschäftigung mit dem BLU MkII habe ich seit seiner Vorstellung bei den Norddeutschen Hifi-Tagen entgegengefiebert. Nicht etwa, weil ich reumütig zur Fraktion der CD-Hörer zurückgekehrt wäre. Auch wenn der BLU auf den ersten Blick ausschaut wie ein CD-Laufwerk, liegen seine Werte im Inneren: Für mich ist er der momentan spannendste Upscaler überhaupt. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass der BLU MkII perfekt zu Chord Electronics' Wandler DAVE passt, der mich bei seinem…
    18.09.2017
  • BlockAudio Line & Power Block and Mono Block

    BlockAudio was founded by two HiFi and music enthusiasts because amplifiers available on the market failed to meet their expectations in terms of sound, finishing or the price performance ratio. Their first pre/power amplifier combination has a price of 70,000 Euro. No, this doesn’t mean you can smirk, it is not a contradiction: Their amplifiers convince in all three criteria. Jiri Nemec and Dan Oudes have been working together since 2003; they were enthused by…
    01.09.2017
  • Mytek Manhattan II

    Seit mehr als fünf Jahren tummeln sich die in der Studio-Szene schon damals anerkannten Digital-Spezialisten von Mytek auch sehr erfolgreich auf dem Hifi-Markt. Mit dem Manhattan II begeben sich Michal Jurewicz und Marcin Hamerla nun auch in High-End-Gefilde – klanglich, optisch und mit Preisen bis zu 8500 Euro. Mit dem ersten, noch für den Profi-Bereich konzipierten Stereo 192-DSD-DAC setze Mytek zumindest für mich einen Meilenstein in puncto Preis/Klang-Verhältnis. In Sachen Bedienungskomfort musste man allerdings den…
    21.08.2017