quadral Platinum+ Seven

06.11.2017 // Wolfgang Kemper

Ganz anders als gewohnt zeigten sich dem Betrachter auf der High End im Mai die neuen quadral Platinum+ Stand-Lautsprecher. Die Modelle Platinum+ Seven und Nine wiesen schon durch ihr auffälliges Äußeres auf eine deutlich veränderte technische Konzeption hin.

Zwar wohlproportioniert, aber dennoch im ungewöhnlichem Design, ist die neue Platinum+ Seven ein Hingucker
Zwar wohlproportioniert, aber dennoch im ungewöhnlichem Design, ist die neue Platinum+ Seven ein Hingucker

Besonders spannend ist der Test eines Lautsprechers, wenn man den aktuellen Vorgänger sein eigen nennt. Seit Jahren benutze ich quadrals Platinum M50 gern für Tests von Verstärkern und Kabeln, da ich sie für musikalisch sehr ausgewogen und detailgenau halte. Der ehemalige Paarpreis von 3000 Euro ist zwar in den Jahren auf 3800 Euro gestiegen, liegt aber damit wohl noch nicht in einer nur Scheichs zugänglichen Größenordnung. Die M50 war das Top-Modell der Platinum-M-Linie, die in der quadral-Hierarchie gleich unterhalb der berühmten Aurum-Serie mit Namen wie Vulkan und Titan angesiedelt ist. Zwar ist Platinum+ Seven mit einem Paarpreis von 4000 Euro der direkte Nachfolger der M50, aber nicht mehr die teuerste unter den Platinum+. Oberhalb gibt es für 1000 Euro mehr noch das Modell Platinum+ Nine. Auf der letzten High End wurden noch nicht spielbereite Vorserien-Muster gezeigt. Quadral-Entwickler Sascha Reckert versprach mir seinerzeit die Seven zum Test, sobald ein Serien-Exemplar zur Verfügung stehe. Und so habe ich nun das Vergnügen, als Erster außerhalb des quadral-Teams die Platinum+ Seven zu erleben.

Signifikantes Merkmal der neuen Platinum+ Linie ist dieses Emblem
Signifikantes Merkmal der neuen Platinum+ Linie ist dieses Emblem

Für mich ist selbstverständlich der Vergleich zwischen der Alten und Neuen in derselben Preisklasse höchst interessant. Beim ausgezeichneten Klang der M50 bin ich nicht sicher, dass ich da viel Besseres erwartet darf, auch wenn neue Konstruktions-Merkmale nicht zu übersehen sind. Exakt gleich geblieben ist die Anzahl der verwendeten Chassis, immerhin fünf. Dazu gehört der RICom+ Ringstrahler, der oberhalb von 2600 Hertz in der Seven die Abstrahlung übernimmt. Schon in der M50 hat er einen gewaltigen Anteil am großartigen Gesamteindruck, der mich seinerzeit zum Kauf motivierte. Wenn auch der Ringstrahler gleich blieb, wurde seine hornförmige Wave-Guide zu Ankopplung an die Luft entsprechend der gesamten Abstrahl-Charakteristik der neuen Platinum+ angepasst. Diese Schallführung ist in die Gehäusefront eingefräst. Für die Qualität des RICom+ Hochtöners spricht sicher die Tatsache, dass er in dieser hochklassigen Modell-Reihe Verwendung findet. Denn bekanntlich bestückt quadral die Aurum-Linie mit den eigenen, in Hannover gefertigten Bändchen für das obere Frequenzspektrum. In der unterhalb der Platinum+-Familie angesiedelten Chromium-Style-Linie kommen ebenfalls Bändchen zum Einsatz. Dabei haben Bändchen, dies ist jedenfalls meine persönliche Auffassung, unter Marketing- und merkantilen Gesichtspunkten ein höheres Renommee. Dass Sascha Reckert den RICom+ verwendet, spricht für die klanglichen Fähigkeiten diese Hochtöners.


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