tests/19-04-12_wooaudio
 

Woo Audio WA11 Topaz

12.04.2019 // DIrk Sommer

Der Woo Audio Topaz ist eine Kopfhörer/DAC-Kombination, deren Anschlüsse und Akku-Speisung sie für den mobilen Einsatz prädestinieren. Ihre Abmessungen und 90 Quadratzentimeter Alcantara legen andererseits aber den Betrieb auf dem Schreibtisch oder in der Nähe der heimischen Anlage nahe. Ich habe beide Varianten ausprobiert.

Beginnend mit dem iPod hat sich der Markt für digitale Audio-Player und im weitesten Sinne portable Kopfhörer deutlich stärker entwickelt als der für die übrigen Zweige der Hifi-Technik. Dabei haben sich die Komponenten immer weiter ausdifferenziert. Da gibt Kopfhörerverstärker zum Anschluss an den Analogausgang von Smartphones, Kombinationen aus diesen mit einem D/A-Wandler, Verstärker und DAC/Verstärker-Duos für den Schreibtisch zur Verbindung mit Laptop oder Computer, die dann schon ein wenig größer ausfallen, oder gerade noch für den mobilen Einsatz geeignete DACs mit Kopfhörerausgang, die selbst in einer hochwertigen Heim-Anlage die Wandlung digitaler Signale übernehmen können. Bei Chords Hugo 2 etwa legen Größe, Cinch-Ausgänge und die mitgelieferte Fernbedienung diese Anwendung nahe. In dessen Größen- und Gewichtsklasse bewegt sich auch der Woo Audio Topaz. Dennoch würde ich ihn mit Blick auf seine Ein- und Ausgänge nicht als Wandler für eine stationäre Kette sehen.

Der Topas wird mit einer Alcantara-Hülle und einer Stofftasche geliefert. Der Adapterstecker mit seiner schmucken Holzbox ist ein aufpreispflichtiges Zubehörteil
Der Topas wird mit einer Alcantara-Hülle und einer Stofftasche geliefert. Der Adapterstecker mit seiner schmucken Holzbox ist ein aufpreispflichtiges Zubehörteil

Es gibt lediglich zwei Kopfhörer-Buchsen, an denen das über das Poti geregelte Signal anliegt: eine klassische 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse sowie eine der neueren fünfpoligen 4,4-Millimeter-Buchsen, an der ein symmetrisches Signal zur Versorgung von dafür ausgelegten Kopfhörern bereitsteht. Über einen Stecker-Adapter findet auch ein Kabel mit dem vor allem im Heimbereich noch gebräuchlicheren vierpoligen XLR-Stecker Anschluss. Eingangsseitig stehen eine USB-C-Buchse und eine fünfpolige 4,4-Millimeter-Buchse für symmetrische Analogsignale zur Verfügung. Zwischen dem analogen und dem digitalen Eingang wählt man einem kleinen Schiebeschalter. Ein zweites Exemplar lässt einen zwischen niedriger oder hoher die Ausgangsleistung entscheiden. Daneben gibt es nur noch ein weiteres Bedienungselement, den Einschaltknopf, neben dem vier LEDs signalisieren, wie es um den Ladezustand des Akkus bestellt ist. Eine der beiden großen Flächen des Gehäuses ist mit Alcantara beklebt, wohl um die Oberflächen, auf denen der Topaz zu liegen kommt, zu schützen. Dies, die erwähnten Eingänge sowie der Ausgang für symmetrisch anzusteuernde Kopfhörer lassen den Woo Audio zum Mitbewerber für hochwertige, stationäre Kopfverstärker werden. Dass er mit seinen über 400 Gramm Lebendgewicht auch netzunabhängig betrieben und in einer größeren Jackentasche Platz finden kann, scheint für mich eher ein Zusatznutzen zu sein.

Die Lautstärke wird bei der symmetrischen Schaltung des Topas mit einem klassischen Vierfach-Potentiometer der Firma TKD geregelt. Der symmetrische Kopfhörer-Anschluss ist als Pentaconn-Buchse ausgelegt
Die Lautstärke wird bei der symmetrischen Schaltung des Topas mit einem klassischen Vierfach-Potentiometer der Firma TKD geregelt. Der symmetrische Kopfhörer-Anschluss ist als Pentaconn-Buchse ausgelegt

Obwohl Woo Audio bei seinen bisherigen Kopfhörerverstärkern traditionell auf Röhren-Technik setzt – im breitgefächerten Portfolio finden sich unter anderem Single-Ended-Monos zum Preis von 16.000 Dollar, die auch Hochwirkungsgrad-Lautsprecher treiben können, und Verstärker für elektrostatische Kopfhörer – setzt man beim WA11 nicht nur auf Transistoren, sondern – wie oben angedeutet – auch auf eine vollsymmetrische Schaltung in Class-A. Ein symmetrisches Analog-Signal kann über den erwähnten Pentaconn-Eingang eingespeist werden und der ESS Sabre 9018M Wandler-Chip liefert ebenfalls ein symmetrisches Ausgangssignal. In einer durchgängig symmetrischen Schaltung muss natürlich auch ein Vier-Kanal-Potentiometer verbaut werden: Beim Topaz ist es eines von renommierten Hersteller TKD.

In einem kurzen Skype-Gespräch waren Jack Wu, einem der drei Köpfe hinter Woo Audio, zwar keine zusätzlichen technischen Details zu seinem WA11 zu entlocken, er wies aber darauf hin, dass er die Kopfhörer/DAC-Kombination auch als kompakte, hervorragend klingende Vorstufe sehe und sie bei der anstehenden Axpona auch in dieser Funktion einsetzen werden. In Kürze biete Woo Audio auch die dafür benötigten Kabel von Pentaconn auf XLR an. Für ihn seien die fünfpoligen, koaxialen Stecker und Buchsen die Verbindung der Zukunft. Man habe den Topaz entwickelt, weil alle bekannten Vertreter seiner Gattung einfach einen „portablen Sound“ hätten. Da fehle es an Substanz und der von Audiophilen gewohnten „Hifi Listening Experience“. Nach drei Jahren Entwicklungszeit sei es nun gelungen, dieses Hörerlebnis auch mit einem mobilen Gerät, dem Topaz zu realisieren.


  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.