tests/19-12-06_lab12
 

LAB 12 Melto2

06.12.2019 // Dirk Sommer

Die Einstellungen lassen sich per Drehrad oder Fernbedienung vornehmen
Die Einstellungen lassen sich per Drehrad oder Fernbedienung vornehmen

Bevor der Melto dann ins Wohnzimmer umsiedelt, muss er sich noch direkt mit den Einsteins messen. Die durchgängig symmetrisch aufgebauten, transistorisierten Mono-MC-Phonostufen besitzen einen etwas besseren Fremdspannungsabstand. Sie erfreuen auch mit etwas mehr Luft um die Instrumente, wobei der Unterschied allerdings recht stark zusammenschrumpft, wenn beide Phonostufen über Göbels symmetrisches Lacorde-Statement-Kabel mit der Vorstufe verbunden sind. Viel wichtiger als ein Hauch Luftigkeit mehr oder weniger oder eine minimal tiefere Bühne ist aber, dass der Melto dem Einstein bei Keith Jarretts „God Bless The Child“ in Sachen Spielfreude und rhythmischer Faszination in nichts nachsteht. Auch die Klangfarben der Instrumente lassen keine Wünsche offen. Sehr überzeugend!

Der Melto2 besitzt drei Eingänge für Tonabnehmer und bietet symmetrische und unsymmetrische Ausgänge
Der Melto2 besitzt drei Eingänge für Tonabnehmer und bietet symmetrische und unsymmetrische Ausgänge

Auch bei Dick Schorys Bang Baaroom And Harp fasziniert der LAB 12 mit seiner Dynamik, der plastischen Raumdarstellung und dem mitreißenden Drive. Dass der Einstein die Illusion einer noch tieferen Bühne erzeugt, wenn der Rest der Kette auf sehr hohem Niveau agiert, sei ihm gegönnt. Aber das ändert nichts an dem Spaß, den gute Scheiben mit dem Melto machen: Er bietet eine Menge Musikgenuss zum vergleichsweise moderaten Preis. Das macht einfach Lust auf mehr – nicht nur mehr LPs, sondern auch unterschiedliche Tonabnehmer. Probieren wir es einmal mit den Signalen aus den deutlich hochohmigeren Spulen eines Brinkmann EMT ti. Den Angaben in der Bedienungsanleitung folgend habe ich wegen der relativ hohen Ausgangsspannung des EMT die Einstellung „Low Gain“ gewählt, dazu die niedrigst mögliche Impedanz von 100 Ohm. Überraschenderweise klingt das EMT so aber ein wenig gebremst, offenbart nur geringe Spuren von der sonst üblichen Dynamik und Bassgewalt. Also versuche ich es einmal noch einmal mit „High Gain“ und 60 Ohm. Und das scheint ein Glücksgriff zu sein: Die Eingangstufe des Melto verkraftet die kräftige Ausgangsspannung des EMT auch bei hoher Verstärkung locker. Nicht einmal der Anflug einer Übersteuerung ist zu hören. So kann man die Schokoladenseiten dieses speziellen Abtasters unbeschwert genießen: unbändige Spielfreude und eine hervorragende Impulswiedergabe. Aber damit noch nicht genug: Soviel Luftigkeit bei einer solch großen Bühne habe ich beim EMT einfach nicht erwartet. Phonostufe und Tonabnehmer scheinen wie füreinander gemacht: große Klasse!

Lab 12 lässt Kondensatoren mit dem eigenen Firmennamen für sich fertigen, die Schaltungen für den rechten und linken Kanal sind spiegelsymmetrisch aufgebaut
Lab 12 lässt Kondensatoren mit dem eigenen Firmennamen für sich fertigen, die Schaltungen für den rechten und linken Kanal sind spiegelsymmetrisch aufgebaut


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