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The Gryphon Audio Designs Ethos

05.06.2020 // Wojciech Pacula (Text und Foto)

Wir schreiben das Jahr 2020 und auf dem Aufmacher ist ein CD-Player abgebildet. Die CD ist ein digitales Format, das in die Jahre gekommen ist, als technisch veraltet gilt und von vielen Musikliebhabern als Sackgasse, ja sogar als Ende der echten Musik betrachtet wird. Aber wir stimmen einer schlicht Null-Eins-Behandlung von Audioformaten nicht zu.

Denn, seien wir ehrlich, jeder Audiophile hat sein eigenes, einzig „echtes“ Format, das er als die größte Annäherung an die Quelle betrachtet – normalerweise das analoge Masterband. Und ich werde es nicht ändern, weil man es nicht ändern kann. Die eindeutige und ausschließende Herangehensweise an dieses Thema ähnelt der Religion, und Religion ist nicht verhandelbar. Weil ich aber meine eigene Meinung habe, muss ich etwas hinzufügen: Ich denke, dass eine gut produzierte CD wahnsinnig gut klingen kann.

In der digitalen Welt bin ich mit dieser Meinung nicht allein. In der zweiten Hälfte der 1990-er Jahre begann Gryphon Audio Designs mit der Arbeit an seiner ersten digitalen Quelle, dem CDP-1-Tabu-Player. In der Gryphon-Monografie schrieb Albert L. Jones: „Die Entscheidung, die erste digitale Quelle von Gryphon in die Produktpalette aufzunehmen, war nicht einfach. Diese Entscheidung wurde auch nicht durch den Wunsch diktiert, den Absatz durch die Erweiterung des Markenportfolios zu steigern. Was passierte, war einfach das Ergebnis einer wachsenden Frustration aufgrund der großen Unterschiede in der Klangqualität, die die Designer und erfahrenen Mitglieder der Gryphon-Hörerpanels erlebten, als sie das analoge Original aus dem Gryphon-Archiv, Kopien von Masterbändern, mit einer typischen CD verglichen.“ (Albert L. Jones, Gryphon Unplugged. 25 Years of Gryphon Audio Designs, 2010, Seite 45)

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Aus dieser Frustration entstand der Tabu-Player-CDP-1, der erste Upsampling-CD-Player der Welt. Es stellte sich heraus, dass das Problem nicht im Format selbst lag, sondern in der Art und Weise, wie es verwendet wurde. Und es ist kein Zufall, dass Flemming E. Rasmussen dem Format bis heute treu geblieben ist, obwohl die Geschichte des Unternehmens mit einem einzigartigen Phono-Vorverstärker, einem Step-up, begann, und die grundlegende Referenzquelle bei der Bewertung eines jeden Designs die genannten analogen Masterbänder sind.

Der Rest ist Geschichte: Tabu CDP-1 wurde 1998 auf den Markt gebracht, und es war, zumindest nominell, ein HDCD-, kein CD-Player. Er war mit synchronem 24/88,2-Upsampling ausgestattet. Erst im November 2001 wurde in einer Entwicklungsversion das asynchrone 24/96-Upsampling verwendet. Im September 2003 wurde der MIKADO eingeführt, in dem 32/192-Upsampling implementiert wurde; es war der erste Top-Lader-Player in der Gryphon-Reihe. Der nächste Schritt war eine spezielle Version dieses Geräts, Mikado Signature vom September 2008, und bereits im Januar des folgenden Jahres wurde das etwas preiswertere SCORPIO-Modell vorgestellt. Im Jahr 2017 wurde eine neue Version entwickelt, das Modell SCRORPIO S.


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