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Auralic Sirius G2.1

02.02.2021 // Dirk Sommer

Als ich 2018 den Aries G2 und den Vega G2 mit der Leo GX, einer „Direct-To-DAC“-Clock zum Testen hatte, ging ich noch davon aus, dass der Upsampling-Prozessor Sirius G2 das Trio in Kürze für einen weiteren Bericht komplettieren würde. Inzwischen brachte Auralic die Generation G2.1 auf den Markt und zum Aries G2.1 gesellte sich nun der Sirius G2.1.

Nachdem ich so lange vergeblich auf den Upsampler gewartet hatte, habe ich beim vom Vertrieb angebotenen Sirius G2.1 sofort zugegriffen, denn bis auch auch ein Leo GX1 und ein Vega G2.1 verfügbar sind, könnte es ja wieder dauern. Dass es Synergieeffekte zwischen den Auralics gibt, hatte ja schon der Test des Vega G2 in Kombination mit dem Aries G2 gezeigt: Der Vega allein spielte auf dem sehr hohen Niveau, das man bei einem Wandler seiner Preislage erwarten darf. Als er jedoch über die Lightning-Link-Verbindung per Audioquest-Diamond-HDMI-Kabel mit dem „Wireless Streaming Transporter“, wie Auralic den Aries G2.1 nennt, verbunden war, verwöhnte die Kombination mit noch deutlich intensiverem Musikgenuss. In diesem Fall kam der Vega G2 Chord Electronics' DAVE schon unverschämt nahe. Noch eine deutliche Steigerung der klanglichen Leistungen diese Duos durfte ich dann Dank Auralics Leo-GX-Clock erleben: Die nahm nicht nur Einfluss auf die Tonalität der Wiedergabe und sorgte für ein sehr solides Bassfundament, sondern wirkte sich auch positiv auf die Durchzeichnung und die rhythmischen Intensität der Wiedergabe, aber vor allem auf die Mikrodynamik bei Transienten aus. Sie sehen schon, die ganze Wahrheit über die Fähigkeiten der Auralic-Komponenten wird man erst erfahren, wenn man das vollständige Quartett hört. Der Vega G2.1 und die Leo GX.1 sind daher beim Vertrieb bestellt.

Anders als der Aries mit seinen vier Tasten besitzt der Sirius einen Druck- und Drehknopf: Damit können nicht nur die Einstellungen im Menü vorgenommen werden. Er dient auch der digitalen Lautstärkeregelung des Ausgangssignals
Anders als der Aries mit seinen vier Tasten besitzt der Sirius einen Druck- und Drehknopf: Damit können nicht nur die Einstellungen im Menü vorgenommen werden. Er dient auch der digitalen Lautstärkeregelung des Ausgangssignals

Aber erst einmal geht es um den Sirius G2.1, einen Upsampling-Prozessor. Und das ist – wie übrigens auch die speziell für auf die Frequenz des Vega-DACs abgestimmte Leo-Clock – eine Gerätegattung, von der man keine allzu großen Stückzahlen absetzen dürfte. Zwar kann der Sirius mit seinem koaxialen und optischen S/PDIF-, dem USB- und dem AES/EBU-Eingängen sowie der HDMI-Buchse für Lightning-Link mit so gut wie allen digitalen Quellen in Kontakt treten und kennt dank ebensolcher Ausgänge auch keine Berührungsängste gegenüber allen Arten von Wandlern. Allerdings ist ein Upsampling auch mit Player-Software wie beispielsweise Audirvana 3.5.43 oder mit den Aries „Streaming Transportern“ ohne Mehrkosten möglich. Zum anderen gibt es nicht wenige Audiophile, die die Wiedergabe nativer Dateien dem Upsampling aus prinzipiellen Überlegungen vorziehen: „Mehr Informationen, als in einem File vorhanden sind, kann man auch durch Rechenkunststücke nicht herausholen“. Auralic führt dagegen an, dass jeder Wandler einen sogenannten „Sweet-Spot“ besitze, an dem er besonders gut klinge. Außerdem brächten einige DACs bessere Ergebnisse mit PCM statt mit DSD und umgekehrt. Wenn der Prozessor ihnen das bevorzugte Datenformat in der entsprechenden Abtastrate serviere, verwöhnten die Wandler ihren Besitzer mit besseren klanglichen Leistungen. Zudem bietet der Sirius einen Acht-Band-Equalizer und die Möglichkeit, negative Effekte einer nicht optimalen Lautsprecher-Aufstellung zu kompensieren: Dazu stehen eine Laufzeitkorrektur und eine Balance-Regelung zur Verfügung.

Die Versionsbezeichnung G2.1 weist auch darauf hin, dass der Sirius ein Unity-II-Gehäuse aus Aluminium mit speziell abgestimmten Federfüßen besitzt. Unter dem Aluminium verbirgt sich eine Box aus Kupfer, die die Schaltungen gegen HF-Einstrahlungen schützt
Die Versionsbezeichnung G2.1 weist auch darauf hin, dass der Sirius ein Unity-II-Gehäuse aus Aluminium mit speziell abgestimmten Federfüßen besitzt. Unter dem Aluminium verbirgt sich eine Box aus Kupfer, die die Schaltungen gegen HF-Einstrahlungen schützt

Weitere Klangverbesserungen würden – wie Auralic in der Produktbeschreibung erklärt – dadurch erreicht, dass für das Resampling des Signals, das in so gut wie jeder Digital-Komponente quasi nebenbei stattfinde, beim Sirius die gesamte Rechenleistung der Proteus-G2-Processing-Platform mit ihrem Xilinx-XC7A200T-FPGA, der auf einen 512-Megabyte-Speicher zurückgreifen kann, zur Verfügung steht. Dabei kümmert sich der Proteus allein um die Musik-Daten. Die Hardware-Steuerung übernimmt wie auch schon beim Aries G2.1 die Tesla-G2-Platform mit einem Ein-Gigabyte-Cache. Selbstverständlich kommen im Sirius auch zwei Sets von Auralics Hochgeschwindingkeits-Isolatoren zum Einsatz, die für die galvanische Trennung der Processing-Platform und den Digital-Ausgängen sorgen. Gleich drei der auch beim Aries und Vega eingesetzten, sogenannten „Purer-Power“-Linearnetzteile versorgen die einzelnen Sektionen des Sirius mit Energie. Eine Femto-Clock liefert die Zeitbasis für die digitalen Ausgänge – abgesehen vom USB-Ausgang, für den die zweite Clock zuständig ist. Die dritte gibt den Takt für die Proteus-Processing-Platform vor. Der Sirius lässt seinem Anwender auch die Wahl zwischen vier Filtern. Auf diese Weise kann man recht subtil Einfluss auf den Klang nehmen.


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