tests/21-08-03_pro-ject
 

Pro-Ject Debut PRO mit Pro-Ject Pick it PRO

03.08.2021 // Carsten Bussler

Nach dem Lösen der Inbusschraube kann das Tonarmrohr zur Einstellung des Azimut verdreht werden
Nach dem Lösen der Inbusschraube kann das Tonarmrohr zur Einstellung des Azimut verdreht werden

Der Aufbau des eigentlichen Plattenspielers geriet übrigens zum Kinderspiel und man könnte hier fast von „Plug and Play“ sprechen. Der Tonabnehmer ist schließlich vormontiert und das Ausbalancieren des Arms mithilfe des Gegengewichts sowie das Einstellen der richtigen Auflagekraft bekommen selbst Ungeübte leicht hin. Viel wichtiger erscheint mir, die sehr gute und sehr saubere Verarbeitungsqualität des Drehers hervorzuheben, die ist in dieser Qualität in dieser Preisklasse schon Maßstab setzend. Haptisch passt hier schon beim Auspacken also alles, und mir persönlich gefällt die elegante Erscheinung der Beschichtung in mattschwarzer Farbe namens „Satin-Signatur“ ausgesprochen gut. Der Antriebsriemen ist ebenfalls schnell um das Motorpulley gelegt. Stichwort Motor: Pro-Ject legt größten Wert auf eine gute Entkopplung des Motors vom Chassis, eine Auffassung, die ich uneingeschränkt teile. Es gibt andere Hersteller, die beispielsweise den Ansatz der schnellen Schallableitung verfolgen und die Motoren knallhart an die „Bretter“ flanschen. Meiner Erfahrung nach führt das jedoch häufig zu unerwünschten Resonanzen. Zudem – und hier spreche ich wieder aus eigener Erfahrung – setzt Pro-Ject in dieser Preisklasse die besten, weil störgeräuschärmsten Motoren ein, die es am Markt für – ins Budget passendes– Geld und gute Worte zu kriegen gibt. Was der Pro-Ject an Laufruhe an den Tag legt, erinnert schon sehr an gute Massedreher.

Das Steckernetzteil speist die Regelelektronik für den extrem laufruhigen und sehr gut entkoppelten Motor. Die Umschaltung zwischen 33⅓ und 45 Umdrehungen pro Minute erfolgt elektronisch
Das Steckernetzteil speist die Regelelektronik für den extrem laufruhigen und sehr gut entkoppelten Motor. Die Umschaltung zwischen 33⅓ und 45 Umdrehungen pro Minute erfolgt elektronisch

Natürlich haben wir es hier nicht mit einem Masselaufwerk im klassischen Sinne zu tun, aber der Aluminiumguss-Plattenteller hat schon ein ordentliches Gewicht, was zu einem guten Gleichlauf beitragen kann. Wichtiger noch ist allerdings dessen TPE-Bedämpfung. Dabei handelt es sich um ein thermoplastisches Elastomer mit hoher Vibrationsdämpfung. Das gleiche Material findet sich sinnvollerweise auch in den drei höhenverstellbaren Füßen wieder. Hierzu habe ich generell eine sehr dezidierte Meinung: Aus Komfortgründen ist es natürlich schön, die Möglichkeit der Höhenverstellbarkeit zu haben und den Plattenspieler auf diese Weise bequem exakt „ins Wasser“ setzen zu können. Aber der liebevolle Vinylist setzt die drei Füßchen bitte schön fest und bringt stattdessen den Untergrund ins Lot, auf dem der Pro-Ject zukünftig spielen soll. Hinsichtlich des Unterbaus legte der Debut Pro übrigens keinerlei divenhafte Allüren an den Tag: Ob auf einer fetten Marmorplatte, auf einem entkoppelten HiFi-Rack aus Eichenholz oder auf einer Wandhalterung aus relativ dünnem Multiplex, ich konnte grundsätzlich kaum signifikante Klangunterschiede ausmachen.

Üblicherweise kommt der Flachriemen zum Einsatz. Für 78 Umdrehungen pro Minute müssen jedoch der Rundriemen und die große untere Scheibe des Pulleys verwendet werden
Üblicherweise kommt der Flachriemen zum Einsatz. Für 78 Umdrehungen pro Minute müssen jedoch der Rundriemen und die große untere Scheibe des Pulleys verwendet werden


  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.