tests/22-02-08_audioquest
 

AudioQuest HDMI Pearl 48, Cinnamon 48, Carbon 48, Thunderbird 48, Dragon 48

08.02.2022 // Wolfgang Kemper

Das Carbon 48
Das Carbon 48

Nun widme ich mich dem mit einem Preis von 199 Euro für das ein Meter lange Kabel nicht so erheblich kostspieligeren Carbon 48, das seinen Preis durch einen vierfach höheren Silberanteil in den Signalleitern rechtfertigt. Es sind jetzt fünf Prozent. Auch die Erdung hat nun einen gesteigerten Silbergehalt. Das Carbon 48 verbessert die Darbietung der Mendelssohnschen Streicher-Symphonie abermals in ähnlicher Größenordnung. Doch jetzt kommt nicht mehr Wärme ins Spiel, sondern Transparenz und Prägnanz. Dies erlebe ich deutlich bei den tiefen Streichern, wo ich jetzt zwar nicht wirklich die einzelnen Saiten hören kann – das wäre gleichermaßen übertrieben wie unerfreulich, weil wohl nicht im Sinne des Komponisten – aber in die Richtung geht es. Mehr Kontur, mehr Exaktheit sind die Stärken des Carbon bei dieser Musik. Auch in „Liquid Spirit“ ist dieser Unterschied eindeutig positiv einzuordnen. Der gezupfte Bass von Aaron James schnarrt erbaulich griffig, die Musik wirkt lebendiger. Das Carbon 48 ist bis jetzt im Preis/Gegenwert-Verhältnis für mich der best buy, und mit ihm werde ich den Rest des Tages musikalisch genießen, um dann morgen das beinahe viermal so teure Thunderbird 48 kennenzulernen, das zehn Prozent Silber, also doppelt so viel wie das Carbon 48, in seinen Signalleitern enthält.

Das Thunderbird 48 enthält zehn Prozent Silber in den Signalleitern
Das Thunderbird 48 enthält zehn Prozent Silber in den Signalleitern

Carbon und Thunderbird verbindet eine etwas höhere Steifigkeit der Kabel gegenüber den preisgünstigeren Modellen, was das Handling aber nur wenig schwieriger macht. Dieser Flexibilitätsunterschied dürfte selbst bei der kürzesten Länge von 0,6 Meter keine Probleme machen, so beweglich sind sie dann doch. Der Hörvergleich mit dem „Allegro“ trübt meine Begeisterung für das zuvor gehörte Carbon zwar nicht, aber das Thunderbird ist ihm überlegen und fraglos das Bessere, wenn der Preis nebensächlich ist. Seine musikalische Stärke offenbart es bei der „1.Streicher-Symphonie“ sofort. Die Celli eröffnen den dritten Satz energiegeladener und mit noch ein wenig mehr Exaktheit in der Feinzeichnung der Anstriche. Großartig gelingt dem Thunderbird 48 die Durchleuchtung der mittleren bis oberen Tonlagen, auch hier verbunden mit mehr Feindynamik, Strahlkraft und einem kleinen Zugewinn an Tiefenstaffelung. Das klingt insgesamt großartig und ich möchte nicht wieder zurück wechseln. In Donald Fagens „Morph the Cat“ vom gleichnamigen Album als Flac-24/96-Datei werden die Unterschiede noch deutlicher. Den tapsenden Katzenpfoten-Bass von Freddie Washington erlebe ich mit dem Thunderbird erheblich konturierter, rollender, nachklingender und differenzierter. Auch Mittel- und Hochton werden besser durchleuchtet, was die Nuancen in der Musik leichter zugänglich macht und zum Genuss nicht unerheblich beiträgt. Die Musik klingt spannender, einfach mitreißend.

Das Dragon 48
Das Dragon 48


  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026
  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026
  • SendyAudio Egret

    Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis. Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt…
    03.04.2026
  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.