tests/22-09-20_pro-ject
 

Pro-Ject X2 B, Phono Box DS3 B und Connect it Phono

20.09.2022 // Carsten Bussler

Pro-Ject läutet mit „True Balanced Connection“ werbewirksam den Beginn einer neuen symmetrischen Ära für viele seiner Plattenspieler und Phonovorverstärker mitsamt passenden Kabeln ein. Also knöpfen wir uns das Upgrade des Drehers X2 B zusammen mit dem Entzerrer Phono Box DS3 B und dem Connect it Phono DS XLR/Mini-XLR Kabel vor.

Ähnlich wie die Computer des Herstellers mit dem angebissenen Obststück machen mir Pro-Ject-Geräte grundsätzlich viel Spaß, weil sie einfach funktionieren, intuitiv zu bedienen sind und ohne viel Schnickschnack auskommen. Echtes Plug-and-play eben! Daher hatte ich auch keinerlei Vorbehalte, gleich eine ganze Rutsche Gerätschaften dieses Herstellers zu testen, die aus meiner Sicht auch als Komplettpaket eine gute Figur abgeben würden; ich bin mir sicher, der Vertrieb denkt auch schon längst über eine solche Option nach. Pro-Ject hat sich auf die Fahnen geschrieben, seine Geräte Zug um Zug auf die ursprünglich aus dem professionellen Bereich stammenden symmetrischen Verbindungen umzurüsten. In Tonstudios zum Beispiel sind derlei (nahezu) störungsfreie Verbindungen Standard, bei denen parallel zum eigentlichen „heißen“ Signal ein invertiertes Audiosignal auf dem „kalten“ Leiter transportiert wird. Auf der Empfangsseite wird dieses invertierte Signal wieder „umgedreht“ und zum „heißen“ Signal addiert. Etwaige auf dem Übertragungsweg eingestreute Störsignale löschen sich dabei theoretisch gegenseitig aus. Natürlich hat diese Technik schon lange auch im HiFi-Bereich Einzug erhalten, sie ist aber oft vergleichsweise teuer. Pro-Ject verfolgt nun den Ansatz, diese Technik in Form der so genannten „True Balanced Connection“ Produktreihe in der Breite und damit bezahlbar anzubieten. Zu dieser gehören auch die drei hier quasi als Set getesteten Geräte: Der Plattenspieler Pro-Ject X2 B, der als erster seiner Art aus dem Hause Pro-Ject die vorgenannte neue Produktreihe eröffnet, die Pro-Ject Phono Box DS3 B und das symmetrische Phonokabel Pro-Ject Connect it Phono DS XLR/Mini-XLR.

Stimmiges Quartett, gleichwohl (noch) kein offizielles Set: Plattenspieler Pro-Ject X2 B mit Tonabnehmer Ortofon MC Quintet Red, Phonovorverstärker Phono Box DS3 B und symmetrischem Kabel Connect it Phono DS XLR/Mini-XLR (nicht im Bild)
Stimmiges Quartett, gleichwohl (noch) kein offizielles Set: Plattenspieler Pro-Ject X2 B mit Tonabnehmer Ortofon MC Quintet Red, Phonovorverstärker Phono Box DS3 B und symmetrischem Kabel Connect it Phono DS XLR/Mini-XLR (nicht im Bild)

Der X2 ist grundsätzlich ein alter Bekannter aus Pro-Jects Plattenspieler-Line-up, der nun noch ein zusätzliches „B“ im Namen spendiert bekam, und dieses steht für – logisch – „Balanced“. Der X2 B ist also Pro-Jects erster Plattenspieler überhaupt mit einem vollsymmetrischen Mini-XLR-Ausgang. Und da für die symmetrische Verbindung ein MC-Tonabnehmer erforderlich ist, schnallt Pro-Ject an seinen Neunzöller aus Carbon und Aluminium Ortofons Quintet Red, die nicht nur vormontiert, sondern auch perfekt justiert ist. Typisch Pro-Ject! Der fünfzig Millimeter hohe und circa sieben Kilogramm schwere Korpus des X2 B besteht aus MDF und wird von drei höhenverstellbaren, gedämpften Aluminiumfüßen getragen. In einer entsprechenden Ausfräsung im Chassis sitzt der auf sehr clevere Weise an einem O-Ring vom Chassis entkoppelte Antriebsmotor. Ein DC/AC-Generator steuert elektronisch die Drehzahl des Motorpulleys, das mittels Flachriemen via Subteller den zwei Kilogramm schweren Acrylplattenteller antreibt. Auf dem rückseitigen Anschlussfeld sitzt nun links neben den üblichen RCA-Buchsen und der Erdungsklemme der neue Mini-XLR-Anschluss für den symmetrischen Anschluss; das Paket aus dem übrigens hervorragend verarbeiteten Pro-Ject X2 B mit seiner ausgesprochen schön anmutenden Oberfläche und dem MC-Tonabnehmer Ortofon MC Quintet Red kostet sehr faire 1600 Euro. Hatte ich erwähnt, dass der gesamte Plattenspieler in weniger als fünfzehn Minuten komplett aufgebaut und justiert ist?

Das perfekte weiße Finish des Chassis harmoniert optisch hervorragend mit dem transparent-weißen Acrylteller. Überhaupt ist die gesamte Verarbeitung erstklassig
Das perfekte weiße Finish des Chassis harmoniert optisch hervorragend mit dem transparent-weißen Acrylteller. Überhaupt ist die gesamte Verarbeitung erstklassig


  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026
  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.