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Accustic Arts Power III

07.03.2023 // Wolfgang Kemper

Accustic Arts bietet mit dem neuen Vollverstärker Power III eine integrierte Lösung mit hochwertigem Digital-Analog-Wandler und optionalem Phono-Vorverstärker. Edle Anmutung und dezentes Auftreten entsprechen dem Selbstverständnis von Accustic Arts. Hier legt man Wert auf Klang und Verarbeitung. Da hat Schnick-Schnack nichts zu suchen.

Es ist selten, dass eine Musikproduktion und ein eigenes Musik-Label, nämlich Accustic Arts Audiophile Recordings, neben der Entwicklung und handwerklichen Fertigung anspruchsvoller Audio-Komponenten entsteht. Seit der Vorstellung der ersten Accustic Arts Komponenten anno 1997 und der Entstehung des CD-Labels Accustic Arts Audiophile Recordings vergingen jedoch zwölf Jahre und unter der heutigen Regie wird es auch nicht weitergeführt, da man sich ausschließlich auf Entwicklung und Produktion der hochwertigen Audio-Komponenten konzentriert. Der Firmenname Accustic Arts wurde gebildet aus Accurate Acoustic Arts, was auf der Website des Unternehmens aus dem württembergischen Laufen mit richtige Klangkunst übersetzt ist. Das 25-jährige Firmenjubiläum feierte der heutige Firmenchef Hans-Joachim Voss mit seinem Team also im vergangenen Jahr. Besser gesagt: Es waren nun 25 Jahre vergangen, in denen man weltweit Accustic Arts Geräte kaufen kann. Denn schon zuvor hatte man bereits fünf Jahre im ursprünglichen Team und auch mit externen Audio-Spezialisten Ideen entwickelt, messtechnisch und musikalisch geprüft und sich für die Synthese aus audiophilem Anspruch und dem typischen Design der Marke entschieden. 2016 übernahm dann Hans-Joachim Voss die Geschäftsführung. Wenig später kam Sebastian Ruhland ins Unternehmen, der heute für die technische Innovation und Geräte-Entwicklung verantwortlich zeichnet. Das komplette Modell-Portfolio, Top-Serie wie Referenz-Serie, wurden seit 2016 neu entwickelt. Unser Testgerät, der Power III ist der leistungsstärkste Vollverstärker der Top-Linie. Wenn man sich die vielen Auszeichnungen anschaut, die Accustic Arts für seine Geräte entgegennehmen durfte, ist zu bemerken, dass dieser Hersteller international weitaus renommierter scheint als hierzulande. Vielleicht hat dies ein wenig damit zu tun, dass eine optische Nähe zu deutschstämmigen Edelmarken wie etwa Burmester die Abgrenzung hierzulande erschwert. Da wäre ein zweiter Blick ratsam. Denn, obwohl die Laufener Hifi-Komponenten keineswegs niedrigpreisig sind, überrascht doch im Einzelfall immer wieder das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dazu gehört neben der klanglichen Qualität die exzellente Verarbeitung und die wertvoll Anmutung jedes Accustic Arts-Gerätes. Das gilt selbstverständlich auch für den Neuling, den Vollverstärker Power III, der im Jubiläumsjahr aus der Taufe gehoben wurde. Ein wesentliches Merkmal seiner technischen Architektur ist die Vielseitigkeit seiner Nutzung. Neben seiner Eigenschaft als bis zwei Ohm laststabiler Vollverstärker mit zweimal 230 Watt an acht Ohm erlaubt er die interne Zusatzausstattung mit einer anpassbaren Phono MC- und MM-Stufe. Der Digital-Analogwandler gehört zur Standardausstattung und bietet die heute üblichen Eingänge USB 2.0, zweimal S/PDIF-Cinch und auch zweimal den optischen Toslink-Zugang, der besonders sinnvoll ist, wenn eine galvanische Entkopplung benötigt wird, um Brummstörungen zu unterbinden wie sie sich recht oft bei TV-Receivern einschleichen.

Schlicht und wertvoll mutet der Power III an
Schlicht und wertvoll mutet der Power III an

Gleich nach dem Auspacken des Gerätes kommt Freude auf, weil man es geschafft hat, die stattlichen 23 Kilo aus der soliden Verpackung an den gewünschten Platz zu hieven, vor allem aber, weil man sich nun an der hervorragenden Verarbeitung und der äußerst edlen Gestaltung erfreuen darf. Die massive Abdeckplatte mit dem großformatigen Firmenlogo – in abgedunkelter Umgebung wird dies von den roten LEDs im Inneren durch das Schutzgitter illuminiert – ist mit glänzenden Edelstahl-Inbusschrauben befestigt und muss in unserem Falle entfernt werden, denn die zwei DIP-Schalter auf dem Phono-Bord sollten auf den Tonabnehmer, hier ein Denon DL-103R eingestellt werden. Die optionale Phono-Platine schlägt mit 1.800 Euro zu Buche und ist auch nachrüstbar. Der dazugehörige Cinch-Eingang fungiert ohne Phono-Vorverstärker als Hochpegel-Eingang Nummer Drei. Der dazugehörige, mechanisch vorbildliche Erdungs-Anschluss lässt sich auch prima für eine Grounding-Komponente wie den Synergistic-Research Ground-Block oder einen Huesman Earth Conductor verwenden. Insgesamt bietet der neue Vollverstärker drei Paar Cinch-Eingänge, davon einer optional der Phono, zwei symmetrische XLR-Eingangspaare und die fünf digitalen Eingänge. Ein mit Pre/Rec-Out benanntes Cinch-Ausgangspaar dient entweder als Vorverstärker-Ausgang mit variabler Lautstärke oder als Record-Out mit fixem Pegel. Diese Alternative wählt man bei der Einrichtung des Vollverstärkers im Menü aus. Dazu gleich mehr. Der variable Pre-Out ermöglicht beispielsweise den parallelen Betrieb eines beliebigen weiteren Endverstärkers für Bi-Amping. Die hochwertigen WBT-Lautsprecher-Anschlüsse stehen je Kanal, symmetrisch links und rechts angeordnet, nur einmal zur Verfügung. Bi-Wiring-Fans mag das auf den ersten Blick missmutig stimmen, ist aber klug. Denn bei zwei Paar Lautsprecher-Ausgängen gibt es oft einen Wahlschalter im Signalweg oder ansonsten einen erstrangigen und einen nachrangigen Anschluss, da die Verkabelung intern üblicherweise in Reihe erfolgt. Hier löst man diese Aufgabe des Bi-Wirings ganz einfach durch Bananenstecker für einen Weg und Gabelschuhe für den zweiten Weg. So werden beide Sektionen gleichwertig angesteuert. Schön, dass hier nachgedacht und nicht geprotzt wird. Das ist auch daran zu merken, dass sich in dem Zubehör-Holzkistchen neben Bedienungsanleitung, Endkontroll-Zertifikat, weißen Stoff-Handschuhen und der edlen Metall-Fernbedienung auch zwei Netzsicherungen als Ersatz befinden. Eine aufmerksame Geste, denn es kann immer mal was schief gehen. Heutzutage lassen sich solche Sicherungen nur schwer mal eben besorgen. Das Sicherungsfach befindet sich neben der Kaltgerätebuchse. Man kann die beiliegenden Sicherungen natürlich auch als Hinweis verstehen, sich mal mit dem Thema zu befassen und eine aufwändige Sicherung beispielsweise von AHP oder Synergistic-Research auszuprobieren. Das habe ich in diesem Test aber nicht gemacht. Ach ja, auch ein Netzkabel befindet sich in der Holzbox. An dieser Stelle würde ich jedoch nach Verbesserung streben. Im Test werde ich neben einem Mudra Netzkabel auch ein Audioquest Hurricane-HC ausprobieren.

Die Metall-Fernbedienung erlaubt auch die direkte Ansteuerung der Eingänge über die Zehner-Tastatur, wobei die Null den Eingang Zehn aktiviert
Die Metall-Fernbedienung erlaubt auch die direkte Ansteuerung der Eingänge über die Zehner-Tastatur, wobei die Null den Eingang Zehn aktiviert


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