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Accustic Arts Power III

07.03.2023 // Wolfgang Kemper

Die Kühlrippen der Endstufen mit den jeweils sechs Bipolar-Transistoren (weiß) liegen zur Wärmeableitung am massiven Gehäuse an
Die Kühlrippen der Endstufen mit den jeweils sechs Bipolar-Transistoren (weiß) liegen zur Wärmeableitung am massiven Gehäuse an

Der klangliche Vergleich dieses Vollverstärkers geschieht aus der Erinnerung. Meine bisherige, deutlich teureren Referenz aus Audio-gd Vorverstärker und Air Tight ATM-3 Röhrenmonos ist musikalisch in vielen Aspekten ebenbürtig, kann jedoch hinsichtlich der Luftigkeit des Klangbildes und der klangfarbenprächtigen Feinzeichnung des vollständig in Handarbeit gefertigten Power III nicht mithalten. Auf die musikalischen Hochgenüsse, die mir seinerzeit der Cayin CS-805A und der Soundastic Reference bereiteten, legt der Amp aus Laufen hier musikalisch noch eins drauf. Es ist vor allem seine Souveränität, die sofort beim ersten Höreindruck, gar nicht mal bei großer Lautstärke, vernehmbar war. In allen Disziplinen zeigt er keine Schwächen, als ich ihn als Vollverstärker in Kombination mit seiner Digital-Wandlerstufe erlebte. Hier lieferte mein betagtes Wadia Laufwerk per S/PDIF-Verbindung die Musik von der CD. Der Power III musiziert sehr angenehm und spielt unabhängig von der Lautstärke sehr filigran und gleichzeitig homogen. Fein- wie grobdynamisch zeigt er sich agil und lässt oder verleiht auch dadurch der Musik ihre spannende Faszination. Dem Power III oder, richtiger gesagt, seiner Musikwiedergabe in dieser Konfiguration stundenlang zu lauschen, ist reines Vergnügen. Vor allem ist es die Luftigkeit und Tiefe der räumlichen Darbietung, die ihn ganz deutlich vor meinen Referenz-Geräten platziert. Dabei malt er das Klangbild nicht schlank, wenn auch der Bassbereich enorm präzise und schlackenbefreit wiedergegeben wird. So sind denn auch Celli und andere tieffrequente Streicher druckvoll und körperlich spürbar. Die Musik fließt und vermittelt Rhythmus-Gefühl.

Reichlich Kapazität oberhalb des 600VA Ringkerntrafos
Reichlich Kapazität oberhalb des 600VA Ringkerntrafos

Um die Qualität der Wandlerstufe separat beurteilen zu können, schließe ich das Wadia-Laufwerk an meinen Mutec Reclocker an. Der liefert das neu getaktete Signal per hochwertigem Digital-Kabel von Habst an meinen Antelope Wandler. Ich verbinde dessen Ausgang mit gleichwertigen symmetrischen XLR-Kabeln und unsymmetrischen Cinch-Leitungen mit den entsprechenden Eingängen am Power III. So kann ich die Qualität des D/A-Wandlers beurteilen und auch feststellen, ob bei 1,5 Meter Leitungslänge klangliche Unterschiede zwischen symmetrischem und unsymmetrischem Eingang hörbar werden. Hinsichtlich Letzterem kann ich es kurz machen: ich kann da nichts Beschreibbares bemerken. Für mein Empfinden sind die Eingänge klanglich nicht zu unterscheiden. Sehr wohl wahrnehmbar ist der Wechsel auf höherwertige Kabel, nämlich auf das Siltech Classic Legend 680i. Hiervon profitierte das Musikgeschehen durch feinere Auflösung und Struktur. Diese externe D/A-Wandler Alternative war durchaus kostspielig. Fast 7000 Euro wären auch dank der hochwertigen Habst AES/EBU und Siltech-Verkabelung auf den Tisch zu legen. Macht aber keinen Sinn. Der interne DAC klingt erheblich besser. Viel mehr Luftigkeit und Raumgefühl machen die Darbietung ansprechender. Die tonale Balance ist weniger basslastig, was eindeutig authentischer wirkt. Beim Verve-Album The In Crowd vom Ramsey Lewis Trio ist die Raumatmosphäre und die Spielfreude der Musiker spürbar. Das Schlagzeug kommt druckvoll und die einzelnen Trommeln sind dank ihrer Coleur leicht identifizierbar. Hier gibt es keinen Zweifel daran, dass das Hören über den integrierten Wandler mehr Freude bereitet. Denn die feine Auflösung lässt die Klangfarben blühen und vermittelt so ein spannendes wie leicht zugängliches Erlebnis. Diese gelungene Synthese von Wandlerstufe und Verstärker scheint mir von besonderer Wichtigkeit, weil der Power III wohl in erster Linie Besitzer einer digitalen Tonquelle wie Streamer oder CD-Player/Laufwerk ansprechen dürfte. Zur ergänzenden Beurteilung steht noch der USB-Eingang an, an den ich mein Laptop mit Roon über ein Habst USB-Kabel anschließe. Wieder dient The In Croud, diesmal von Qobuz gestreamt, zum Vergleich und ich müsste mich jetzt sehr bemühen, Unterschiede zu formulieren. Über USB kann ich HighRes-Files genießen, was ich auch über Tage genussvoll tue. Ich streamte zum Beispiel die Brahms-Sinfonien 1 – 4 mit Herbert Blomstedt und dem Gewandhausorchester Leipzig: wundervoll! Auch gefiel mir die Aufnahme, wenn auch nur in CD-Qualität, von Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll und Tchaikovskys Erstem Klavierkonzert mit Daniel Barenboim am Flügel und den Münchener Philharmonikern unter der Leitung von Sergiu Celibidache ungemein gut. Die Luftigkeit und die musikalische Schönheit, die der Power III hier vermittelte, habe ich mit einer derartigen Feinzeichnung noch nicht an diesen Lautsprechern gehört. Als Härtetest musste Clara Schumanns a-Moll Klavierkonzert vom Album Romance mit Isata Kanneh-Mason am Flügel her. Das ist schöne Musik in meinen Ohren, aber eine doch sehr dichte Aufnahme, an deren Auflösung die meisten Verstärker versagen. Nicht so der Power III. Ihm gelingt es, die Aufnahme so transparent zu entschlüsseln, dass ich dieses Konzert und auch die folgenden Stücke aus Clara Schumanns Feder gerne hörte. Möglicherweise ist hieran auch der hohe Dämpfungsfaktor beteiligt, dem die Entwickler bei Accustic Arts Verstärkern stets Beachtung schenken. Die fehlende Anzeige im Display bezüglich der PCM-Auflösung vermisste ich beim Qobuz-Streaming durch alle Formate überhaupt nicht. Wer will, kann diese Werte leicht bei Roon kontrollieren. An dieser Stelle muss ich Ihnen gestehen, dass ich die Hörtests überwiegend mit dem Audioquest Hurricane HC Stromkabel machte, weil ich schon in der Einspielphase feststellen konnte, wie sehr es dem preisgünstigen MudraAkustik überlegen ist und wie es dem Power III noch besser seine Fähigkeiten entlockt: Vor allem im unteren Frequenzspektrum ist mehr Raumtiefe und Staffelung erlebbar, insgesamt werden die Klangfarben ausgeprägter. Das Audioquest harmoniert ausgezeichnet mit dem Power III am Mudra Netzfilter.

Individuelle Endkontrolle ist bei Accustic Arts selbstverständlich
Individuelle Endkontrolle ist bei Accustic Arts selbstverständlich


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