tests/23-05-17_dcs
 

dCS Vivaldi Master Clock, Upsampler und APEX DAC

17.05.2023 // Dirk Sommer

Ein weiterer entscheidender Unterschied besteht darin, dass der Ring-DAC im Gegensatz zu Ladder-DACs nicht jedes Mal die gleiche(n) Stromquelle(n) für dasselbe Bit verwendet. Der Ring-DAC verfügt über 48 Stromquellen, die alle die gleiche Strommenge erzeugen. Wie mir Phil Harris, Tech Support Specialst bei dCS, erklärte, würden selbst für den maximalem Pegel nur 32 Quellen aktiv sein, um den nötigen Strom bereitzustellen. Die 16 – oder bei kleineren Pegeln auch mehr – übrigen Stromquellen bildeten eine Art Reserve und würden dann in den folgenden Samples Verwendung finden. Ein FPGA oder Field Programable Gate Array steuere, welche Quellen ein- und ausgeschaltet werden. Verschiedenem Algorithmen, sogenannte Mappings, die im Menü des Vivaldi ausgewählt werden können, sorgten dafür, dass sich Fehler – minimale Abweichungen der einzelnen Quellen vom Idealwert – im Laufe der Zeit ausgleichen: Wenn das gleiche Bit dreimal vom Ring DAC dargestellt wird, kann der Ausgangsstrom einmal leicht höher, der nächste leicht niedriger sein als der Sollwert und der nächste irgendwo dazwischen liegen. Bei einem Ladder DAC hingegen würde das Sample jedes Mal mit der gleichen Abweichung vom Idealwert dargestellt.

Hier lässt sich einstellen, welcher Mapping-Algorithmus die Auswahl der Stromquellen übernehmen soll
Hier lässt sich einstellen, welcher Mapping-Algorithmus die Auswahl der Stromquellen übernehmen soll

Mathematik-affine Leser dürften bemerkt haben, dass maximal 32 gleiche Stromquellen lediglich ein Sample mit fünf Bit abbilden können. Und genau das ist die Bitrate, mit der der Ring DAC arbeitet. Alle Signale werden unabhängig von ihrer originalen Bitzahl und Abtastrate auf durch Oversampling auf 705,6 oder 768 Kilohertz gebracht, bevor sie von einem Fünf-Bit-Modulator verarbeitet werden. Der Ring DAC wandelt dann schließlich ein Fünf-Bit-Signal mit 2,811MHz. Damit möchte ich es in Sachen Digitaltechnik bewenden lassen. Wer bis hierhin durchgehalten hat, dürfte erkannt haben, dass dCS schon mit dem ersten Ring DAC ausgetretene Pfade verlassen hat und eine vollkommen eigenständige Lösung entwickelt hat. Denjenigen, die auf den Geschmack gekommen sind und sich näher mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Wandlerkonzepte auseinandersetzen möchten, sei dCS' Abhandlung Understanding the dCS Ring DAC™ empfohlen.

Noch bevor sich das Trio im Hörraum akklimatisiert hat, überprüfe ich, ob bei wie Purcell und Delius auch in dieser dCS-Generation das Upsampling auf DSD das klanglich beste ist. Dazu wähle ich als erstes 384 Kilohertz als Ziel-Format: Bei Patrice Herals „Improvisation“ auf Le Concert Des Perfums scheint man in einen großen kahlen Raum zu blicken, in dem die Perkussionsinstrumente recht groß, ein bisschen näher als gewohnt und ungemein klar und differenziert abgebildet werden. Der Wechsel auf DSD128 schiebt die Instrumente ein Stückchen weiter in den nun noch etwas imposanteren und eine Spur wärmer klingenden Raum. Das wirkt atmosphärisch dichter und ein wenig spannender. Auch scheint Patrice Heral noch mehr Gefallen an seinem Tun zu finden. Für mich führt das Upsampling auf DSD128 zu einer emotionaleren und damit besseren Wiedergabe. Da kann ich getrost auf Experiment mit anderen Abtastraten verzichten.

Der Upsampler kann ankommende DSD-Signale auf gewünschte Zielformat umrechnen oder sie unbehandelt zum Wandler durchreichen. Hier hat man die Wahl
Der Upsampler kann ankommende DSD-Signale auf gewünschte Zielformat umrechnen oder sie unbehandelt zum Wandler durchreichen. Hier hat man die Wahl


  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025
  • Galion Audio Navy Röhrenvorverstärker

    Wir haben das röhrenbestückte Vorverstärker-Flaggschiff Navy des jungen kanadischen HiFi-Unternehmens Galion Audio unter die Lupe genommen. Der Line-Vorverstärker mit vier Doppeltrioden 12AT7 (ECC81) wartet nicht nur mit hochwertigen Bauteilen auf, sondern er ist das spannende Designprodukt eines high-fidelen Überzeugungstäters. Mir sagte der Markenname Galion Audio bislang wirklich gar nichts. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde 2020 von Thomas Tan, einem passionierten Audiophilen, YouTuber („Thomas & Stereo“) und Content Creator, gegründet. Ziel war, seine…
    16.12.2025
  • Eversolo DAC-Z10

    Meine beiden D/A-Wandler, der DAVE im Arbeits- und der HUGO TT2 im Wohnzimmer, werden serienmäßig von Schaltnetzteilen gespeist. Bei letzterem kommt seit einiger Zeit ein Ferrum Hypsos, bei Chord Electronics Topmodell ein lineares Dreifach-Netzteil zum Einsatz. Ein solches versorgt auch den Eversolo DAC-Z10 – zum Preis von 2.000 Euro. Und nein, es sind keine drei ausgelagerten Stromversorgungen, für die der genannte Preis gilt. Dafür bekommt man das vollständige Topmodell unter Eversolos DACs. Es ist schon…
    09.12.2025
  • Raidho X2.6 Standlautsprecher

    Mit Lautsprechern von Raidho haben wir uns bei Hifistatement schon öfter beschäftigt. Im Fokus standen dabei die Kompaktlautsprecher TD1.2 aus der TD-Serie sowie X1t und X1.6. aus der X-Serie. Diesmal haben wir den Standlautsprecher X2.6 zu Gast, das aktuell größte Modell der X-Serie. Raidho verspricht, mit der X-Serie besonders viel Leistung – sprich Klangqualität – für den aufgerufenen Preis zu bieten. Wobei, „billige“ Lautsprecher – ganz gleich nach welchem Maßstab - hat Raidho noch nie…
    02.12.2025
  • Canor Virtus A3

    Zur diesjährigen HighEnd stellte Canor den Virtus A3 Hybrid-Vollverstärker vor. Der lockt mit einem integrierten Digital-Analog-Wandler und einer diskret aufgebauten Phono-Vorstufe für MM- und MC-Tonabnehmer. Sowohl seine Technik als auch die Ausstattung bieten Ungewöhnliches. Vor allem aber soll er klanglich beeindrucken. Das slowakische Entwickler-Team konnte mich bereits vor einem Jahr überzeugen: Der Vollverstärker Virtus I2 aus der Premium Line musizierte in meinem Hörraum wie keiner zuvor in dieser Preisklasse. Der war ein gestandener Röhren-Vollverstärker. Auch…
    28.11.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.