tests/23-09-29_sikora
 

J.Sikora KV12 Max Zirconium Series

29.09.2023 // Wojciech Pacuła

Der neue Arm spielt schneller, höher auflösend und klarer. Daraus kann man schließen, dass er auch im Vergleich zu anderen Top-Armen so klingt. Verstehen Sie mich nicht falsch: Der originale KV12-Arm spielt in diesen Disziplinen hervorragend. Im direkten Vergleich kann man aber hören, dass er die unteren Mitten etwas betont und damit den Klang etwas verlangsamt. Ich möchte wiederholen, dass er überhaupt nicht langsam ist, denn als ich ihn einmal mit dem Kuzma 4Point 12''-Arm verglichen habe, wirkte der Arm aus Slowenien etwas langsamer als der KV12. Das sind keine großen Unterschiede, und auf manchen Plattenspielern werden sie wahrscheinlich nicht so deutlich zu hören sein wie in meinem System, aber sie sind es, die die endgültige Wahrnehmung eines bestimmten Produkts ausmachen.

Der KV12 MAX ist einfach schnell. Deshalb klangen die Blechbläser auf Benny Carters Jazz Giant-Album mit ihm ein wenig höher und klarer. Die Einsätze von Trompete, Saxophon oder Posaune waren besser zu hören. Auch Barney Kessels Gitarre, zusammen mit dem Schlagzeug im rechten Kanal platziert, gewann an Brillanz. Mit dem neuen Arm wird die Präsentation also sozusagen automatisch spannender. Denn obwohl es sich immer noch um einen samtigen Sound handelt, in dem Sinne, dass der aggressive Slam fehlt, ist der Attack des KV12 MAX stärker und damit ohrenfälliger.

Die Instrumente heben sich durch den neuen Arm stärker vom Hintergrund ab. Das spricht für eine bessere Selektivität. Aber es geht nicht darum, sie aus dem Hintergrund „herauszuschneiden”, und es geht auch nicht um eine übermäßige Trennung. Es geht darum, genügend Informationen zu extrahieren, damit sich die Präsentation in unseren Köpfen zu etwas zusammenfügt, das wir nach der Aufhebung der Ungläubigkeit – schließlich handelt es sich um eine mechanische Reproduktion und nicht um eine Live-Performance -– als echte Musiker in einem echten Raum erkennen können. Der Zirconium-Arm macht das besser, vielleicht sogar viel besser. In meiner gesamten bisherigen Karriere habe ich nur ein einziges Mal mit einem Arm von SAT etwas Besseres gehört: Der schwedische Arm ging auch im Bass tiefer.

b_850_0_16777215_10_images_content_tests_23-09-29_sikora_3Y8A7377.jpg

Trotzdem hat der KV12 MAX-Arm etwas an sich, das die Musik, die mit ihm reproduziert wird, extrem angenehm macht. Es geht um eine leichte Erwärmung, aber es ist eine Wärme, die dem ähnelt, was man normalerweise mit Vinyl bekommt, selbst von einem sehr billigen Plattenspieler – vorausgesetzt, dass er gut eingestellt ist. Ich bin mir sicher, dass Sie es mehr als einmal gehört haben, denn diese Wärme „umhüllt” den Hörer quasi mit Klang. Es ist eine hervorragende Art, Musik zu empfinden, und es ist das, was Musiker meinen, wenn sie von der „Wärme des Vinyls” sprechen, auch wenn sie nicht wirklich wissen, wovon sie reden. Aber – das müssen Sie wissen – es ist etwas anderes als das, was auf Master-Band-Kopien zu hören ist.


  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.