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Aavik C-880 und P-880 – Teil 1

19.02.2024 // Dirk Sommer

Analoge Filter beschneiden den Frequenzgang nach unten…
Analoge Filter beschneiden den Frequenzgang nach unten…

Absolut überraschend, wie zwei Stücke ein und desselben Albums einen zu doch recht unterschiedlichen Einschätzungen bringen können: Während wir bei der „Ungarischen Rhapsodie“ beide das Stück trotz der besseren Raumdarstellung der C-880 auch mit The Preamp rundum genießen konnten, sah es bei Smetanas „Die Moldau“ ganz anders aus: Der etwas verhaltene und verspielte Beginn entfaltet seine Wirkung vor allem über die C-880 – die Endstufe ist übrigens bisher immer noch die P-880. The Preamp schafft es einfach nicht in gleichen Maße, die Instrumente so präzise zu differenzieren und ihnen einen derart konkreten Platz auf der Bühne zuzuweisen wie die Aavik-Vorstufe. Aber das kann man dem Einstein schon mit Blick auf den immensen Preisunterschied zum C-880 nicht zum Vorwurf machen. Grade zu Beginn der „Moldau“ ist die fantastische Durchzeichnung und die ebenso weiträumige wie exakte räumliche Abbildung der Aavik-Vorstufe der Schlüssel zum Genuss. Auch weitere Scheiben festigen die bisherige Einschätzung: Tauscht man bei der Aavik-Kombi die Vorstufe gegen Einsteins The Preamp muss man leichte Defizite in Sachen Raumdarstellung, Durchzeichnung und Auflösung in Kauf nehmen. Die Bühne beginnt dann auf Lautsprecher-Ebene, bei C-880 ein Stückchen weiter dahinter.

…und oben
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Die Unterschiede zwischen meiner Vorstufe und der C-880 sind also klar zu fassen. Doch wie verhält es sich mit den Endstufen? Um das herauszufinden, wechsle ich zurück auf die Aavik-Kombi und nach zweimaligen Hören eines neuen Test-Track dann die P-880 gegen Einsteins The Poweramp. Der klingt eine Spur einschmeichelnder, aber im Tieftonbereich keinesfalls so exakt wie der Aavik und löst das musikalische Geschehen auch nicht ganz so fein auf. Die Vorzüge des C-880, die weit ausladende Raumdarstellung bei präzise fokussierten Instrumenten respektive Instrumentengruppen und seine nie überanalytisch wirkende Detailverliebtheit, kommen aber auch über The Poweramp zur Geltung. Die Vorstufe prägt den Klang der dänischen Kombination deutlich stärker als die P-880. Diese kommt dem Ideal des verstärkenden Stück Drahts ungemein nahe. Den Charakter oder vielleicht besser die Freiheit von jeglichem eigenen Klangcharakter hat aber vor allem die C-880 zu verantworten. Damit erlaubt sie es, viel tiefer in die Musik einzutauchen als alle mir bekannten Vorstufen und dennoch eine Fülle von Details – darunter sehr viele, die die Darstellung des Raumes betreffen – beinahe unmerklich in den musikalischen Fluss zu integrieren: nach meinen bisherigen Erfahrungen geradezu einzigartig!

Die Einsatzpunkte der Filter und die relativen Pegel der Ausgänge können im Menü gewählt werden
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