tests/24-07-05_ds
 

DS Audio DS-W3

05.07.2024 // Dirk Sommer

Für den Test des mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichneten Keces S4 stellte mir der deutsche DS-Audio-Vertrieb, das Hifi Fidelity Studio in Augsburg, ein W3 zur Verfügung, da der S4 über einen Eingang für photoelektrische Tonabnehmer verfügt. Nach meinen Erfahrungen mit dem W3 wollte ich mich nicht mehr davon trennen und habe es erworben.

Es ist nicht so, dass sich im meinem Fundus zuvor zu wenige begeisternde Tonabnehmer befunden hätten: Lyra Olympos SL und Etna, Transrotor Tamino, Einstein The Pickup, Brinkmann EMT ti und SPU Century lassen wenige Wünsche offen. Allenfalls wäre ein Ortofon MC Diamond noch eine willkommene Ergänzung. Warum dann also ein DS Audio W3? Dafür gibt es gleich drei Gründe. Zum ersten den Klang: Das W3 hat Qualitäten, die man anderswo nicht, oder zumindest nicht so ausgeprägt findet. Zum zweiten arbeiten die DS-Audio-Tonabnehmer nach dem photoelektrischen Prinzip, sind also weder Moving-Coil-, Moving-Magnet- oder Moving-Iron-Abtaster. Da kann es kein Fehler sein, ein System mit diesem Funktionsprinzip zu besitzen. Drittens hat DS Audio die Spezifikationen für die benötigten Entzerrer veröffentlicht, und nun bieten immer mehr High-End-Hersteller spezielle Phonoteile für diese Tonabnehmer an. Bisher sind Soulution, EMM-Labs/Meitner, Keces, Soulnote und WestminsterLab mit von der Partie. Die beiden letztgenannten Hersteller bieten sogar jeweils zwei Lösungen für diese besondere Art von Tonabnehmersystem an. Da sollte ein Magazin mit dem Anspruch von Hifistatement jederzeit in der Lage sein, auch diese Entzerrervarianten beurteilen zu können. Für die Wahl des W3 spricht, dass der DS-Audio-Chefentwickler Aoyagi-san es zur neuen hauseigenen Referenz erklärte, obwohl es – ohne Entzerrereinheit – mit „nur“ 6.000 Euro in der Preisliste steht und damit nicht einmal halb so teuer ist wie das Topmodell Grand Master mit seinem Diamant-Nadelträger.

Das Versorgungsteil im Hintergrund nimmt ein Design-Element des Tonabnehmers wieder auf
Das Versorgungsteil im Hintergrund nimmt ein Design-Element des Tonabnehmers wieder auf

Auf der Website des deutschen Vertriebs wird das Funktionsprinzip der DS-Audio-Tonabnehmer, wie bereits erwähnt, als „photooptisch“ beschrieben. Das hat aber nichts mit den „Laserplattenspielern“ gemein, die erstmals auf der 57. Versammlung der Audio Engineering Society Thema waren, beständig weiterentwickelt wurden, aber nie in größeren Stückzahlen produziert wurden. Deren Vorteil sollte die völlig berührungslose Abtastung der in den beiden Seiten der Rille enthaltenen Informationen sein. Einer der Gründe dafür, dass sich das Prinzip nicht durchgesetzt hat, dürfte darin liegen, dass der Laser nicht zwischen der Modulation der Rille und feinsten Staubpartikeln unterscheiden kann, so dass selbst frische gewaschene LP nicht völlig störungsfrei reproduziert werden konnten. Im Vergleich dazu arbeiten die Tonabnehmer von DS Audio in dieser Hinsicht völlig konventionell: Eine Diamantnadel wird von der Rille in Bewegung gesetzt und leitet diese über einen Nadelträger weiter, wobei die Nadel wie bei jedem MM- oder MC-System kleinste Schmutzpartikel so gut wie geräuschlos vor sich herschieben oder sammeln kann. Auf dem Nadelträger, der beim W3 wie bei vielen herkömmlichen High-End-Tonabnehmern aus Boron besteht, sitzt aber kein Spulenkörper mit Wicklungen aus Kupfer-, Silber- oder Golddraht oder aus Legierungen dieser Metalle, sondern nur eine sogenannte „Shading Plate“, die bei den frühen Modellen aus Aluminium, bei der dritten Generation der DS-Audio-Tonabnehmer wie dem W3 aber aus 99,9 Prozent reinem Beryllium besteht und gerade einmal 0,74 Milligramm wiegen soll. Die bewegte Masse ist beim DS Audio also um eine Vielfaches geringer als die von Spulen auf ihrem Träger oder gar Magneten, weshalb der nur mit wenig Masse behaftete Boronträger mitsamt dem Diamanten mit Line-Contact-Schliff den Rillenauslenkungen schneller und präziser folgen kann, was der Dynamik und Feinauflösung zugute kommen sollte.


  • Final Tonalite

    Finals Tonalite ist nicht nur ein neuer In-Ear, sondern macht gleichzeitig Finals Timbreanpassung jedem Nutzer mittels einer App zugänglich. Seit der noch etwas kryptischen Ankündigung dieser Technologie auf der High End 2022 habe ich Ihnen über den Entwicklungsprozess berichtet. Das fertige Produkt halte ich persönlich für einen Meilenstein. Tonalite ist eine grundlegende Neuentwicklung mit neuem Formfaktor und neuer Technik. Die Tonalite In-Ears verfügen über eine eher ovale Form, in der die gesamte Elektronik untergebracht ist.…
    25.09.2026
  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.