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MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1L

08.10.2024 // Dirk Sommer

Was den Step Up Transformer – oder SUT – von MK Analogue von den nicht wirklich vielen übrigen Vertretern seiner Gattung, mit denen ich mich intensiver beschäftigte, unterscheidet, sind seine symmetrischen Aus- und Eingänge. Von letzteren gibt pro Kanal gleich zwei: einen mit einer Signalanhebung um 24 Dezibel und einem Übertragungsverhältnis von 1 zu 16 und einen mit einer Verstärkung von 30 Dezibel und einem Verhältnis von 1 zu 32. Die Verwendung von zwei Eingängen pro Kanal statt eines plus Umschalter verringert die Zahl der Lötstellen auf dem Weg vom Tonabnehmer zu den Wicklungen und soll die Klangqualität verbessern. Neben den sechs XLR-Buchsen auf der Rückseite des SUT-1L findet man dort noch zwei Cinch-Buchsen, die Widerstandsstecker zur Anpassung der Abschlussimpedanz aufnehmen können. Die Widerstände liegen parallel zur den Primärwicklungen des Übertragers, können die Last, auf die der Tonabnehmer arbeitet, also nur verringern. Da dann nicht mehr der gesamte vom Tonabnehmer generierte Strom durch den Übertrager fließt, wird die Lautstärke der analogen Kette durch die Verwendung der Stecker leicht reduziert. Zum Material der Trafowicklungen und des Kerns macht Matej Kelc auf seiner Website keine Angaben.

Der Übertrager mit Cinch-Steckern zur Impedanzanpassung. Die beiden Eingänge pro Kanal für die Signalanhebung um 24 respektive 30 Dezibel sind ebenso wie Ausgänge als XLR-Buchsen ausgeführt
Der Übertrager mit Cinch-Steckern zur Impedanzanpassung. Die beiden Eingänge pro Kanal für die Signalanhebung um 24 respektive 30 Dezibel sind ebenso wie Ausgänge als XLR-Buchsen ausgeführt

Er legt großen Wert auf eine konsequente Abschirmung des Transformators gegen elektromagnetische Störungen, gegen Resonanzen und Direktschall. Der eigentliche Übertrager befindet sich in einer MU-Metall-Kapsel, die von einem mit Bitumenmatten ausgekleideten Messingkörper umgeben wird. Das gesamte Aluminiumgehäuse wird nicht nur mit weiteren Bitumenmatten ausgekleidet, sondern seine Bodenplatte zusätzlich mit einer Edelstahlplatte verbunden: Die Sandwich-Konstruktion dient der weiteren Resonanzoptimierung. Sorbothan-Füße entkoppeln den SUT-1L von seiner Stellfläche.

Die passende MK-Analogue-Phonostufe hört auf den selbsterklärenden Namen MM-PH-AMP und ist demnach ausschließlich für die Verstärkung von Signalen von der Stärke ausgelegt, wie sie Moving-Magnet-, Moving-Iron- oder High-Output-Moving-Coil-Tonabnehmer sowie MC-Übertrager bereitstellen. Der MM-PH-AMP ist eine Doppel-Mono-Konstruktion und wird von einem externen Netzteil mit Energie versorgt, das jedoch nicht kanalgetrennt aufgebaut ist. Um eine möglichst große Homogenität der Kanäle zu erreichen, setzt Matej Kelc hier auf eine gemeinsame Filterung der Spannung teils im ausgelagerten Netzteil und teils auf dem gemeinsamen Mainboard. Die Gesamtkapazität liegt bei zweimal 23.500 Microfarad. Die passive Schaltung verfügt über vier Filterstufen und erfüllt auch die Funktion einer Einschaltstrombegrenzung. Separate Spannungsregelungen für jede Verstärkerstufe mit hoher Dämpfung möglichst nah an der Last minimieren Störungen und befördern die Dynamik.

Die RIAA-Entzerrung geschieht rein passiv. Ultraschnelle, beidseitig beschichteten MKP-Folienkondensatoren sollen hier eine extrem hohe Auflösung und Dynamik garantieren. Die Verstärkung übernehmen Operationsverstärker mit einer Anstiegszeit von 150 Volt pro Mikrosekunde und hoher Bandbreite. Die Ausgangsstufe ist ein Class-A-Leistungsverstärker, der bei entsprechender Kühlung in der Lage sein soll, sogar Lautsprecher anzutreiben. Längere Kabel zwischen MM-PH-AMP und Vorstufe dürften da keinerlei Problem darstellen. Matej Kelcs Ziel bei der Entwicklung der Phonostufe war es, im hörbaren Frequenzbereich Phasenlinearität zu erreichen. Auf seiner Website begründet er diesen Entschluss so: „Die zeitlich korrekte Wiedergabe aller Frequenzen im hörbaren Bereich entscheidet darüber, ob eine Aufnahme als lebendig, natürlich, dynamisch, fein aufgelöst, räumlich und einfach echt empfunden wird. Ist dies der Fall, hören wir die Musik nicht nur, wir fühlen sie, sie reißt uns emotional mit.“

Die Phonostufe arbeitet unsymmetrisch und verfügt daher lediglich über Cinch-Buchsen
Die Phonostufe arbeitet unsymmetrisch und verfügt daher lediglich über Cinch-Buchsen


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