
Zwei wesentliche Merkmale des Simply Italy, die mir nach längeren Hörsessions ohrenfällig haften geblieben sind, waren einerseits seine erfrischende Leichtigkeit und andererseits der Aufbau des Klanggeschehens „aus der Mitte heraus“. Erstgenannte Leichtigkeit bedeutet, dass der Verstärker schlackenfrei und ohne jedwede Form hinzugedichteter Artefakte auskam, aber dabei dennoch eine emotionale Spaßmaschine blieb mit ungemein viel Rhythmusgefühl. Zum zweiten Merkmal, Stichwort „aus der Mitte heraus“: Der Simply Italy scheint über die Fähigkeit zu verfügen, insbesondere den so wichtigen Stimmenbereich in den Mittelpunkt zu stellen, sozusagen die Aufmerksamkeit ganz auf den Gesang zu lenken, ohne die Frequenzenden dabei unterzubelichten. Dazu gehörte insbesondere die klare, tonal saubere Darstellung von S-Lauten und Sibilanten.

Gänsehaut pur kam beim Klassiker „Linger“ von The Cranberries auf (12“, Island Records, 1993). Der Detailreichtum und die Auflösung selbst feinster Nuancen in der Stimme der Sängerin Dolores O´Riordan waren ungemein authentisch. Zwar ließ sich jederzeit in jedes Frequenzspektrum „hineinhören“, aber die Musik spielte im wahrsten Sinne des Wortes in der vorgenannten Mitte. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Basslinien und Drums kamen farbstark und mit sehr schöner Kontrolle, dennoch blieben dank sehr geringer Gegenkopplung ausreichend Freiheitgrade im Tiefton erhalten, um die spielerische Leichtigkeit nicht abzuwürgen.
PS: Mehr Informationen über die Geschichte und die Menschen bei Unison Research – und Opera Audio – finden Sie in Kürze an dieser Stelle.
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