tests/25-08-15_ramar
 

ramar Schallplattenbürste & Resonanzkontrollkonzept JEWEL

15.08.2025 // Thomas Heinemann

In der Anwendung ist die ramar Schallplattenbürste so schlicht wie durchdacht – und wird schnell zur festen Routine. Die Anleitung und auch Videos beschreiben die optimale Nutzung: Die Bürste wird leicht schräg zur Plattenoberfläche angesetzt und dann in einer rotierenden Bewegung in die plane Lage zur Plattenoberfläche geführt und umgekehrt. Alles anders als gewohnt – ohne viel hin und her. Zur Reinigung der Bürsten selbst, liegt jeder ein Reinigungspad aus Naturfilz bei. Damit lassen sich Staubreste und mögliche gebrochene Fasern entfernen, bevor die Bürste wieder im Etui verschwindet. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Sekunden und schafft die Voraussetzung für konstant gute Ergebnisse über lange Zeit. Das Reinigungsergebnis überzeugt bereits im ersten visuellen Eindruck: ausgezeichnete Staubaufnahme, tiefgehende Rillenreinigung, ohne elektrostatische Aufladung. Auch ein Vergleich mit herkömmlichen Bürsten zeigte schnell die Leistungsfähigkeit der Bürste, ganz gleichgültig, ob manipuliert stark oder nur gering mit Staub belegt, ob mit oder ohne Lupe oder unter einem Mikroskop betrachtet. Letztlich zeigt der gesammelte Schmutz an der Nadel und die hörbaren oder eben nicht vorhandenen Nebengeräusche, was Qualität und Erfindergeist ausmachen. Obwohl ich eine Schallplattenwaschmaschine besitze, könnte ich mir schon deshalb das tägliche Hören ohne die flotte und effiziente Reinigung via ramar Bürste nicht mehr vorstellen.

Zum Set der Plattenbürste gehört ein Reinigungspad aus Naturfilz zur Reinigung der Borsten. Sehr effizient, schonend und auch als Ersatz erhältlich
Zum Set der Plattenbürste gehört ein Reinigungspad aus Naturfilz zur Reinigung der Borsten. Sehr effizient, schonend und auch als Ersatz erhältlich

Mit einem Startpreis von rund 360 Euro hebt sich ramars Bürste preislich deutlich von den Mitbewerbern am Markt ab. Doch gemessen an Materialeinsatz, Verarbeitungsqualität, gestalterischer Qualität und nicht zuletzt ihrer funktionalen Qualität, halte ich diese Investition für gerechtfertigt und für jeden, der seine Platten liebt, für sinnvoll. Sie macht aus einer Pflicht eine Kür – aus einem Reinigungsakt ein bewusstes, stilvolles Ritual und bringt audiophiles Zubehör auf Augenhöhe mit den Komponenten. Dass ramar mit dieser Bürste beim German Design Award 2021 eine Auszeichnung erhielt, überrascht kaum – eher, dass solch ein unscheinbares Objekt so viel Aufmerksamkeit verdient. Aber genau das ist Rangel Vasevs Ansatz: den Blick auf die vermeintlichen Nebensächlichkeiten zu lenken – und sie durch Design mit perfekter Funktion zu adeln.

Resonanzkontrollkonzept JEWEL. Die asymmetrische Formgebung macht es auch optisch völlig eigenständig. Die unregelmäßige Form lässt sich übrigens sehr gut und sicher greifen
Resonanzkontrollkonzept JEWEL. Die asymmetrische Formgebung macht es auch optisch völlig eigenständig. Die unregelmäßige Form lässt sich übrigens sehr gut und sicher greifen

Kommen wir zu einem weiteren Produkt von ramar, dem Resonanzkontrollkonzept JEWEL: Wer sich mit Plattengewichten beschäftigt, stellt schnell fest: die meisten folgen einem funktionalen Standard: zylindrisch, massiv, symmetrisch. Mit dem JEWEL Resonanzkontrollkonzept ist ramar im Design und Funktion neue Wege gegangen – technisch anders gedacht, gestalterisch absolut eigenständig. Der erste Eindruck überrascht: statt eines gewohnten Rundkörpers zeigt sich JEWEL in einer markanten, asymmetrischen Form, fast schon floral anmutend – gefräst aus massivem Edelstahl, mit fließenden Kanten, präzisen Ebenen und ungewöhnlicher Dynamik. Trotz dieser optisch asymmetrischen Formensprache erreichte das ramar-Team eine vollkommen gleichmäßige Gewichtsverteilung. Möglich wurde das durch aufwendige Computersimulationen – und durch die konsequente Anwendung eines Drei-Punkte-Ansatzes im Inneren des JEWEL.


  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2006
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.