tests/26-01-27_alluxity
 

Alluxity Int One mkII

27.01.2026 // Achim Schneider

Hören wir einmal rein, wie sich der kompakte Int One mkII in seiner Kernkompetenz schlägt, der Wiedergabe von Musik. Ich fühle ihm gleich mit einer meiner beliebtesten Platten auf den Zahn. Rickie Lee Jones gleichnamiges Debütalbum aus dem Jahr 1979 war schon als Erstausgabe klanglich gelungen. Seitdem gab es durchaus gute Reissues, von denen ich einige besitze. Die One-Step-Ausgabe von Mobile Fidelity (MFSL 2-45010) ist jedoch ein ganz anderes Kaliber. Das Remastering von Krieg Wunderlich stellt alle Versionen, die ich kenne, in den Schatten. Ich lege die 45-er Scheibe auf den Plattenteller des LaGrange und erhöhe leicht den Lautstärkepegel über den Touchscreen. Und sofort kommt alles, was ich so schätze an der Aufnahme: Steve Gadds groovende Beats und die scharf angerissenen Saiten von Gitarrist Buzzy Feiten. Da fehlt nichts. Kontrollierter Bass, trockene Bassdrum, detailgenaue Instrumente und eine großartige Dynamik. Jones‘ Stimme, die manchmal ein wenig piepsig wirkt, kommt wunderbar erwachsen daher. Das nenne ich mal einen guten Einstieg des Int One mk II.

Mir geht es häufig so, dass mich das Hören einer Platte, direkt zu einer anderen führt. Also ziehe ich gleich noch einen Dauerbrenner aus dem Regal, der eigentlich nicht für den Test vorgesehen war. Dire Straits‘ „Sultans of Swing“ vom Album Dire Straits von 1978 ist einfach ein Gute-Laune-Song – wenn die Anlage es hergibt. Meine englische Vertigo-Pressung macht mit dem smarten Dänen richtig Spaß. Das Fingerpicking von Mark Knopfler springt mich über die Consensus-Lautsprecher geradezu an und der Klang seiner Fender Stratocaster ist crisp und so, wie ich es von weit größeren – und teureren – Anlagen kenne. Ich bemerke, wie der treibende Rhythmus die Kontrolle meiner Füße übernimmt – ich „muss“ im Takt mitswingen.

Edler Look: Die angephasten Kanten des Gehäuses lassen die hochwertige Verarbeitung des dänischen Schmuckstücks erkennen
Edler Look: Die angephasten Kanten des Gehäuses lassen die hochwertige Verarbeitung des dänischen Schmuckstücks erkennen

Mal sehen, ob der dänische Beau auch Jazz kann. Ben Websters Saxofonspiel gehört für mich zum feinsten im Jazz. Seine Balladen sind einfühlsam und sorgen stets für eine wohlige Atmosphäre. Ob der Alluxity sensibel genug ist? Ich spiele die 1957 auf Verve erschienene Platte Soulville als Reissue von Analogue Productions und bin beeindruckt. Man spürt den kraftvollen Ton hautnah, erlebt die deutlich vernehmbaren Anblasgeräusche. Keine Verfärbungen oder tonale Ungenauigkeiten, stattdessen bietet der Int One mkII eine warme Klangfülle, die mich zwischendurch an den Klang von Röhren erinnert. Als Oscar Peterson seine Finger über die Tasten gleiten lässt, schwingen die angeschlagenen Saiten mit viel Timbre aus. Das erweckt Emotionen, wie ich sie mir beim Musikhören wünsche.

Der englische Singer-Songwriter Fink hat mit engen Freunden wie Bassist Tim Lefebvre (David Bowie) und Drummer Earl Harvin (Jeff Beck) das Album „The Lowswing Sessions“ im Berliner Tritonus Studio eingespielt. Alles wurde live auf Tape im Studio aufgenommen und dann davon die Lackfolie geschnitten. Fink adaptiert unter anderem Lieblingssongs wie „What Difference Does It Make“ von The Smiths oder Muddy Waters‘ „You Got To Take Sick And Die” und der Alluxity transportiert die dichte Atmosphäre der rein analogen Aufnahmesession unmittelbar in meinen Hörraum. Man merkt der Aufnahme an, dass dort Brüder im Geiste zusammenspielen – die Musik hat einen wunderbaren Fluss. Dabei zeigt der Däne auch, dass er richtig tief in den Bass-Keller hinabsteigen kann. Ein guter Freund, mit dem ich die Platte hörte, merkte an, dass es zu viel des Basses auf der Scheibe sei. Auch davon lässt sich der Int One mkII nicht aus der Ruhe bringen und fällt nicht ins Nervige.


  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.