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Wilson Benesch Prime Meridian System

04.03.2026 // Dirk Sommer, Bilder vom Hersteller

Ganz außen im Plexiglas-Teller sind Gewichte aus Edelstahl eingesteckt. Der Motor hat einen Durchmesser von 456 Millimetern
Ganz außen im Plexiglas-Teller sind Gewichte aus Edelstahl eingesteckt. Der Motor hat einen Durchmesser von 456 Millimetern

Da selbst Einstellungen im Mikrometer-Bereich nicht unbedingt praxisgerecht sind, findet sich in der App eine Art Schieberegler, mit der man die Größe der Schritte für die Höheneinstellung vorwählen kann: sehr komfortabel und durchdacht. Die App erlaubt es darüber hinaus, den Motor des Laufwerks zu starten und zu stoppen sowie den Tonarmlift zu bedienen. Was sich zuerst nach einer unnötigen Spielerei anhört, möchte man aber bald nicht mehr missen: Selbst in meinem relativ kleinen Hörraum ist es ausgesprochen angenehm, den Arm erst dann abzusenken, wenn man sich entspannt im Sessel niedergelassen hat. Noch einmal kurz zurück zum PIEZO VTA System: Den Arm nach Augenmaß parallel zum Plattenteller auszurichten, ist wegen seiner hyperbolischen Form überaus schwierig. Durch die Herstellung in einer zweiteiligen Form besitzt der GRAVITON®Ti Armwand in der Mitte aber einen fast unsichtbaren Grat, dank dessen es möglich ist, ihn mit Hilfe eines Kreuzlinsen-Lasers waagerecht zu justieren. An dieser Einstellung habe ich dann nichts mehr geändert, da die Geometrie nur in exakt dieser Position stimmt. Würde man etwa aus klanglichen Gründen den VTA ändern wollen und den Arm hinten ein wenig höher stellen, änderte sich auch die effektive Länge und aufgrund dessen müsste auch der Kröpfungswinkel verändert werden. Das gilt natürlich nicht nur für den GRAVITON®Ti Armwand, sondern auch für jeden anderen Tonarm. Dennoch macht die fernsteuerbare Höheneinstellung Sinn. In der aktuellen, während des Aufenthalts des Prime Meridian Systems in meinem Hörraum noch nicht verfügbaren App gibt es verschiedene Presets, die man beispielsweise Schallplatten unterschiedlichen Gewichts respektive verschiedener Dicke zuordnen kann. Einstellungen für einen zweiten oder dritten GRAVITON®Ti Armwand mit perfekt justiertem Tonabnehmer sind natürlich auch denkbar.

Die Steuerungselektronik: Mit den Tasten auf ihrer Frontseite lassen sich der Motor starten und stoppen sowie der Tonarmlift betätigen
Die Steuerungselektronik: Mit den Tasten auf ihrer Frontseite lassen sich der Motor starten und stoppen sowie der Tonarmlift betätigen

Wie die Weiterentwicklung der App zeigt, ist Wilson Benesch beständig dabei, das GMT® One und das Prime Meridian System zu optimieren. Gegenüber den frühen Varianten hat sich auch beim sogenannten STAGE One System etwas getan: Anfangs befand sich in einem kleinen Gehäuse in der Form eines Flügels, das von einer an der Rückseite des Laufwerks befestigten Plexiglas-Platte so montiert ist, dass es sich direkt über dem Lagerpunkt des Tonarms befindet, ein Step-Up-Transformator mit einem Übersetzungsverhältnis von 1 zu 10. Der bereitete die Ausgangsspannung des Tonabnehmers für den Weg zur Phonostufe auf. Darauf verzichtet man nun, nicht aber auf das „Piano“ – und das aus gutem Grund: Auf dessen Unterseite befindet sich nämlich eine Buchse, das Gegenstück zum Stecker der Kabel, die den Tonarm exakt an seinem Drehpunkt verlassen. Die sehr flexiblen Leitungen werden also nicht wie bei anderen Tonarmen gebogen oder in einer Schlaufe geführt, sondern führen nur senkrecht nach oben.

Zudem bewegt sich der Arm beim Abspielen einer LP aufgrund seiner Länge nur über einen kleineren Winkel als etwa ein Neun-Zoll-Arm. Deshalb üben die Kabel so gut wie keine Kräfte auf den Tonarm und in der Folge auf die Aufhängung des Nadelträgers aus. Der kann daher auch sehr geringen Rillenauslenkungen leichter folgen und mehr Detailinformationen auslesen. Kein Wunder also, dass Craig Milnes dem Tonarmkabel eine wichtige Rolle in Sachen Feinauflösung zuspricht. An der Rückseite des „Pianos“ finden sich ganz nach Kundenwunsch Cinch- oder XLR-Buchsen. Auch eine durchgehende Verkabelung von der Steckverbindung über dem Arm bis zur Phonostufe ist möglich. Seit kurzem bietet Wilson Benesch den Arm übrigens auch als GRAVITON®Ti Tonearm zur Verwendung auf Laufwerken anderer Hersteller an, und zwar ohne die Höhenverstellung per Fernbedienung, aber natürlich mit einer Variante der STAGE One Kabelführung. Ich will nicht ausschließen, dass ich ihn auch einmal auf meinem LaGrange ausprobiere – sobald eine Basis für das Brinkmann-Laufwerk konstruiert wurde.


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