tests/26-04-03_sendy
 

SendyAudio Egret

03.04.2026 // Dirk Sommer

Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis.

Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt mit einem ausgewogenen und für langes, ermüdungsfreies Hören ausgelegten Klang. Für einen Magnetostaten dieser Größe ist er recht leicht und daher angenehm zu tragen. Inzwischen gibt es eine Version 2, weshalb der Ur-Aiva aktuell für 600 Euro angeboten wird. Beide Versionen verfügen wie der Egret über eine ovale Membran. Die ist beim neuen Modell in der Breite jedoch noch einen und in der Höhe acht Millimeter größer als die der beiden Aivas. SendyAudio bezeichnet die Membran des Egret als innovative Sandwichkonstruktion von weniger als 800 Nanometern Dicke. Sie soll die Ansprechgeschwindigkeit und die Auflösung verbessern und im Vergleich zu herkömmlichen Membranen für geringe Verzerrungen und eine naturgetreue Detailwiedergabe sorgen. Die Aluminium-Leiterbahnen werden durch Elektronenstrahl-Verdampfung (E-Beam-PVD) auf die Membran aufgebracht. Das ist ein hochenergetisches physikalisches Gasphasenabscheidungs-Verfahren im Hochvakuum, bei dem ein fokussierter Elektronenstrahl Material in einem Tiegel zum Schmelzen und Verdampfen bringt. Das Resultat ist eine gleichmäßige Beschichtung. Die aufgebrachte atomare Kristallstruktur soll für eine präzise Schwingungskontrolle und letztlich zu einem gradlinigen Frequenzgang führen.

Egret steht für Silberreiher und dessen Silhouette im Flug diente als Inspiration für die Gestaltung des schwarzen Gitters
Egret steht für Silberreiher und dessen Silhouette im Flug diente als Inspiration für die Gestaltung des schwarzen Gitters

Mehr technische Details verrät SendyAudio nicht. Auch die patentierte Quad-Former Technology, bei der sich auf jeder Seite der Membran zwei Spulen befinden, um die Membran über ihre gesamte Fläche gleichmäßig zum Schwingen anzuregen, erwähnt man in der Beschreibung des Egret nicht mehr. Die kommt beim Topmodell Peacock und beim Apollo mit seinem großartigen Preis/Klang-Verhältnis zu Einsatz. Bei diesen beiden Modellen erzeugen aber auch runde Membranen den Schall, während die des Egret – wie bereits erwähnt – oval sind. In Sachen Anschlusskabel gibt sich man sich ein wenig auskunftsfreudiger: Es besteht bei diesen Kopfhörermodell aus 30 Adern sauerstofffreien Kupfers von Furukava, zehn Adern silberplattierten Kupfers und zehn Adern goldbeschichteten Kupfers. Die Dimension einer einzelnen Ader beträgt 0,05 Millimeter, wobei nicht klar ist, ob es sich dabei um den Durchmesser oder die Fläche handelt. Jedenfalls ist das geflochtene Anschlusskabel rund zwei Meter lang und mit einem Pentaconn- und zwei 3,5-Millimeter-Klinkensteckern konfektioniert. Ein Pentaconn-auf-Mini-Klinke- und ein Mini-auf-6,3-Millimeter-Klinke-Adapter liegen bei. Das Gehäuse wird aus hochdichtem Amerikanischen Nussbaum gefertigt.

Die Earpads bestehen wie das Kopfband außen aus Lamm-Leder umgeben. Den Kontakt zum Ohr stellt ein Auflagefläche aus Velours her. Die Form der Pads ist recht außergewöhnlich, aber sehr komfortabel
Die Earpads bestehen wie das Kopfband außen aus Lamm-Leder umgeben. Den Kontakt zum Ohr stellt ein Auflagefläche aus Velours her. Die Form der Pads ist recht außergewöhnlich, aber sehr komfortabel


  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.