Besonders spannend ist die Möglichkeit, zwischen Class-A- und Class-AB-Betrieb umzuschalten. Im reinen Class-A-Modus liefert der Verstärker 25 Watt pro Kanal, während im Class-AB-Betrieb bis zu 40 Watt bereitstehen. Bei einem Push-Pull-Verstärker in Class-AB übernimmt am Nulldurchgang jeweils die andere Endröhre das Signal. Dabei können sogenannte Übernahme- oder Crossover-Verzerrungen entstehen, wenn beide Röhren kurzzeitig nicht vollständig leiten. Um diese Verzerrungen zu verringern, werden die EL34 mit einem höheren Ruhestrom betrieben. Dadurch arbeitet die Endstufe nach dem Umschalten mit etwas geringerer Leistung im Class-A-Betrieb, bei dem beide Röhren ständig leiten.

Galion verfolgt beim TS34 den Ansatz, durch großzügig dimensionierte Ausgangsübertrager sowie ein kräftiges Netzteil mit groß dimensioniertem Ringkerntransformator einerseits die tonale Wärme und Geschmeidigkeit klassischer EL34-Schaltungen zu liefern, gleichzeitig aber eine deutlich straffere und schnellere Basswiedergabe zu besitzen als viele vergleichbare Röhrenkonzepte. Nach dem Entfernen des Deckels offenbart sich ein ausgesprochen sauberer Aufbau. Auffällig sind die zahlreichen hochwertigen Kondensatoren von Jupiter, ClarityCap und Solen. Gerade die Jupiter-VitaminQ-Kondensatoren im Signalweg dürften Röhrenliebhaber sofort aufhorchen lassen. Wer bereits Erfahrungen mit hochwertigen Papier-in-Öl- oder Wachs-Kondensatoren gesammelt hat, weiß, wie deutlich solche Bauteile den Charakter eines Verstärkers positiv beeinflussen können.

Besonders gelungen erscheint mir die Bedienung. Der TS34 bietet nicht nur eine hochwertige Metallfernbedienung, sondern verfügt zusätzlich über eine automatische Bias-Einstellung der Endröhren. Gerade bei Röhrenverstärkern dieser Leistungsklasse ist das ein echter Komfortgewinn. Dennoch bleibt die eigentliche Bias-Schaltung vollständig vom Audiosignal entkoppelt, um keinerlei negative klangliche Auswirkungen zu riskieren. Hinzu kommt eine interessante Klangregelung, die laut Galion gezielt Sibilanten und unangenehme Härten reduziert, anstatt pauschal ganze Hochtonbereiche anzuheben oder abzusenken. Das klingt zunächst nach Marketing, ergibt in der Praxis aber durchaus Sinn: Viele moderne Aufnahmen leiden unter aggressivem Präsenzbereich, während klassische Klangregler oft zu grob eingreifen. Freilich weicht Galion hier von der rein audiophilen Lehre ab: Die Reglerstufe A am Sound-Schalter sorgt für eine geringe Gegenkopplung bei ausgeschalteten Klangregelwerk, in der Stufe B wird eine etwas höhere Gegenkopplung aktiv und mit T werden die Bass- und Höhenregler aktiviert, wobei der Höhenregler nicht im Bereich der meist üblichen zehn Kilohertz eingreift, sondern im darunter liegenden Zischlaut-Bereich der Sibilanten. Für den Hörtest habe ich meistens den Regler in der Stufe A in Verbindung mit dem Class-A-Betrieb belassen.
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