tests/26-05-26_galion
 

Galion Audio TS34

26.05.2026 // Carsten Bussler

Die Rückseite mit den Anschlüssen ist sehr aufgeräumt und verfügt über ausreichend Platz auch für dickere Cinch-Stecker. Wie bei schätzungsweise 90 Prozent aller Geräte sitzt der Netzschalter auf der Rückseite oberhalb der Netzbuchse und wie immer wünschte ich ihn mir auf der Frontseite
Die Rückseite mit den Anschlüssen ist sehr aufgeräumt und verfügt über ausreichend Platz auch für dickere Cinch-Stecker. Wie bei schätzungsweise 90 Prozent aller Geräte sitzt der Netzschalter auf der Rückseite oberhalb der Netzbuchse und wie immer wünschte ich ihn mir auf der Frontseite

Der Galion Audio TS34 bevorzugt kein besonderes Musik-Genre, er spielte einfach alles gleichermaßen gut, auch Rockstücke wie „All My Life“ von den Foo Fighters (One by One, RCA/Legacy, 2002). Ich schaltete nun doch mal wieder in den Class-AB-Betrieb. Ansatzlos hämmerte Drummer-Genie Taylor Hawkins auf sein Drum-Set und ließ mich dank des authentischen Tieftondrucks glauben, er säße wieder in Fleisch und Blut direkt vor mir. Der Verstärker stellte rein subjektiv große Leistungsreserven bereit, die seine nominelle Leistung Lügen straften. Genau das ist es, was aus einem HiFi-Gerät ein High-End-Gerät werden lässt.

Auch wenn Klassik nicht bei jeder Gelegenheit so ganz mein Ding ist, schien es mir jetzt geboten, mal etwas anderes aufzulegen. Und zurück in den Class-A-Betrieb. In Sachen Raumstaffelung und Klangfarbentreue überzeugten mich zum Beispiel Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985). Streicher und Blasinstrumente kamen in ihren Klangfarben erfreulich echt und sehr authentisch rüber. Hinsichtlich der Raumabbildung stimmte subjektiv einfach alles. Instrumente hatten stets genug „Luft zum Atmen“, einfach genügend Raum um sich herum zur Entfaltung. Tiefenstaffelung und Breite der Bühne erschienen mir im richtigen Größenverhältnis.

Der Platinen gestützte Aufbau ist blitzsauber geraten. Kenner goutieren den Einsatz hochwertiger Bauteile an entscheidenden Stellen wie beispielsweise die Kondensatoren von ClarityCap oder VitaminQ von Jupiter
Der Platinen gestützte Aufbau ist blitzsauber geraten. Kenner goutieren den Einsatz hochwertiger Bauteile an entscheidenden Stellen wie beispielsweise die Kondensatoren von ClarityCap oder VitaminQ von Jupiter

Die oft gehypten ClarityCap Kondensatoren aus Wales überzeugen insbesondere durch geringe Mikrophonie und einen niedrigen Äquivalentwiderstand
Die oft gehypten ClarityCap Kondensatoren aus Wales überzeugen insbesondere durch geringe Mikrophonie und einen niedrigen Äquivalentwiderstand

Interessant fand ich schließlich, dass der TS34 nicht ausschließlich auf EL34-Röhren festgelegt ist. Laut Hersteller können alternativ auch KT88-Röhren verwendet werden, wodurch sich der Klangcharakter nochmals in Richtung mehr Druck und Autorität verschieben lässt. Röhren-Enthusiasten erhalten damit reichlich Spielraum zum Experimentieren. Bei mir wirft das die Frage auf, ob der höher im Regal angesiedelte TS120 damit nicht sogar obsolet wird, aber das könnte freilich nur ein direkter Vergleich aufklären.


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