tests/26-06-30_keces
 

Keces Euphony

30.06.2026 // Wolfgang Kemper

Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit.

Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu- oder abschaltbaren Ports. Der Streamer und D/A-Wandler Euphony zeigt sich da von einer ganz anderen Seite. Wenn man trotz des Preisunterschiedes einen Vergleich zieht zu beispielsweise den mit modernem, informativem Display glänzenden Geräten von Eversolo, erscheint der Euphony aus der Zeit gefallen und etwas gestrig. Dass ich nach dem Aufstellen und Integrieren des Euphony sehr schnell versöhnt sein würde, war mir da noch nicht bewusst. Der Keces Euphony zeigt sich in schlichtem, schwarzen Kleid mit nur 22 Zentimeter Breite und 66 Millimeter Höhe sehr kompakt. Von Vorteil ist, dass er sich so recht platzsparend in eine Anlage integrieren lässt. Kein Display auf der Front, sondern allein diverse verschieden farbige, in der Aluminium Front versenkte LEDs und drei Taster bestimmen zusammen mit ihrer goldfarbenen Beschriftung und dem Keces-Logo die Optik. Dies führt zu einer klar ersichtlichen Handhabung und unterscheidet sich wohltuend von verschachtelten Menüs, wie sie einige Hersteller dem Benutzer aufzwingen. Ein Taster dient dem An- beziehungsweise Ausschalten und ist dem harten Netzschalter auf der Rückseite untergeordnet. Ein zweiter Taster „Dim“ schaltet die LEDs nicht dunkler oder heller, sondern entweder aus oder an, wobei letzteres dezentes und überhaupt nicht grelles Leuchten bedeutet. Mit Input wählt man zwischen den Eingänge: Bluetooth, Netzwerk, USB, optisch Toslink oder S/PDIF Koax.

Aüßerlich gibt sich Keces' Euphony zurückhaltend funktional und ohne jegliche Gimmicks
Aüßerlich gibt sich Keces' Euphony zurückhaltend funktional und ohne jegliche Gimmicks

Der Euphony ist WLan-tauglich. Zum Lieferumfang gehört eine Antenne, die rückseitig angeschraubt wird. Sobald das Gerät einen Ethernet-Anschluss registriert, wird intern der WLan-Zugang abgeschaltet. Das ist vorbildlich, denn so kann ein störender Sende- und Empfangs-Aktionismus die Elektronik nicht negativ beeinflussen. Allein dafür gibt's schon mal Anerkennung. Der Euphony kann über alle Eingänge, außer Bluetooth, PCM bis zu 192 Kilohertz und 24 Bit übertragen. USB ermöglicht eine Wiedergabe von DSD256, die anderen Eingänge das übliche DSD64. Bei DSD wird die Auflösung direkt durch blaue LEDs angezeigt, bei PCM zeigt eine blaue LED den Basiswert von 44,1 oder 48 Kilohertz an. Eine weitere leuchtet beim Multiplikator „2“ oder „4“ oder „8“-fach. Ich habe beim Test den Netzwerk-Zugang genutzt und Qobuz oder meinen Rechner als Musikserver per Minimserver eingebunden. Will man eine kostenlose App zur Bedienung nutzen, empfiehlt Keces Mconnect. Das funktioniert ebenso wie Bubble UPnP oder Qobuz- Tidal- oder Spotify-Connect oder jeder DLNA-Player. Besser klingt es jedoch mit Jplay, was allerdings Apple-Nutzern vorbehalten ist. Ich bin sicher, dass Sie die Investition von knapp 200 Euro für eine Langzeitlizenz nicht bereuen würden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gravierend die Software bei der Musik von digitalen Quellen zum Klangeindruck beiträgt. Der Artikel meines Kollegen Roland Dietl beschreibt Jplay ausführlich und gibt Hinweise zur optimalen Nutzung. Über das Netzwerk, also jetzt mit Jplay und Minimserver, lassen sich dann auch höher als 192 Kilohertz aufgelöste Dateien abspielen, wie etwa die von Paticia Barber in DXD aufgenommenen Alben Clique oder Higher. Die klingen schon mal erstaunlich gut.

Die Anzeigen von Eingang und Auflösung erklären sich selbst und sind auch auf Distanz, sobald man die Anordnung verinnerlicht hat, einwandfrei erkennbar
Die Anzeigen von Eingang und Auflösung erklären sich selbst und sind auch auf Distanz, sobald man die Anordnung verinnerlicht hat, einwandfrei erkennbar


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