
Dazu sollte man noch anmerken, dass die Welti-Ohren nach Todd Welti, mit dem Sean Olive die Harman Curve entwickelte, benannt sind und GRAS ein dänisches, 1994 von Akustikpionier Gunnar Rasmussen gegründetes, privat geführtes Unternehmen ist, das sich auf seiner Website so beschreibt: „GRAS ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Schall- und Schwingungstechnik. Wir entwickeln und fertigen hochmoderne Messmikrofone und zugehörige Geräte für Branchen, in denen die Genauigkeit und Wiederholbarkeit akustischer Messungen von größter Bedeutung sind.“ Der Begriff „Ross-Perot-Ohren“ bezieht sich übrigens auf die auffallend großen und abstehenden Ohren des US-amerikanischen Milliardärs und Präsidentschaftskandidaten H. Ross Perot.
Doch zurück zu Dan Clark und Sean Olive. Bei ihren Untersuchungen konnten sie auf die ursprünglichen Welti-Ohren zurückgreifen. Dan Clark führt im Interview dazu aus: „Es ist ein ziemlicher Vorteil, dass wir diese Ohren noch haben, und so kann ich die ursprüngliche Harman-Kurve auf jeden unserer Kopfhörer anwenden und eine genaue Abbildung zum 5128 herstellen. Das ist sehr hilfreich, weil wir finden, dass der 5128 oberhalb von sechs Kilohertz deutlich genauer ist und besser abbildet, was wir hören, während das GRAS-System dort schwächer ist. Man sieht das in einigen unserer Messungen: Auf GRAS gibt es oberhalb von sechs Kilohertz deutliche Abweichungen von der Zielkurve, während es auf dem 5128 extrem glatt verläuft und eng an der Kurve bleibt. … Zwischen etwa ein und drei Kilohertz ergab die ursprüngliche Welti-Kurve – auf GRAS gemessen – rund ein Dezibel mehr Pegel als das, was wir auf den KB5000-Ohren fanden. Die KB5000-Ohren zeigten zwischen ungefähr 3,5 und 6,5 Kilohertz etwa ein bis zwei Dezibel mehr Pegel als die Welti-Ohren. Das sind keine riesigen Unterschiede, aber genug, dass wir beim Retuning des Aeon Core die KB5000-Kurve respektive die 5128-Kurve enger verfolgt haben, also etwas weniger Energie von ein bis drei Kilohertz und etwas mehr von 3,5 bis 6 Kilohertz, und das führt zu einem sehr natürlichen, lebendigen Klang.“ Bleibt mir nur noch zu ergänzen, dass die KB5000 Ohren Bestandteil des GRAS-Systems sind und der 5128 ein Kunstkopf inklusive Mikrofonen von Brüel & Kjaer.

Für das Feintuning des Frequenzgangs kommt im Aeon Core anders als beim Noire und Stealth nicht Dan Clark Audios zum Patent angemeldetes Acoustic-Metamaterial-Tuning-System – oder kurz AMTS – zwischen der Membran und dem Ohr zum Einsatz, das durch Diffusionskontrolle und Resonatoren den Frequenzgang glättet und formt. Dennoch habe der Aeon Core von der Entwicklung des AMTS profitiert, verriet dessen Entwickler. Auch beim neuen Modell glätte eine Kombination aus Diffusion und Absorption den Hochton, wobei man sich dem Niveau von AMTS annähere, allerdings ohne dessen Kosten und Komplexität. Auch der Verzicht auf ein Case und ein Drehgelenk im Kopfbügel sowie die Beschränkung auf das einfache DUMMER-Kabel helfen, den Preis knapp unter 1000 Euro zu halten.
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