
2023 hat Final begonnen, Nutzern in ihrem Hauptquartier in Kawasaki einen 3D-Scan und die anschließende Optimierung ihrer ZE8000 anzubieten. Der Service kostete etwa 400 Euro. Für den Scan war teilweise hochspezialisiertes Equipment notwendig. Die Berechnung des individuellen Profils auf der Grundlage des virtuellen 3D-Zwillings mit einem Hochleistungsrechner hat gute acht Stunden in Anspruch genommen. Um diesem Prozess zu vereinfachen, musste Final einen umfangreichen Datensatz verschiedenster Scans aufbauen. Dazu wurden 2024 auf verschiedenen Audiomessen Scans von Probanden angefertigt. Auf der High End konnte ich an diesem Prozess teilnehmen und habe im Anschluss ein spezielles Paar ZE8000 mit meinem persönlichen Hörprofil erhalten. Zusätzlich zu den Scans war außerdem eine recht umfangreiche Online-Hörsession angesetzt, die zum einen der weiteren Abstimmung meines Hörprofils, zum anderen dem Sammeln weiterer Forschungsdaten diente.
Mit der eigens für den Tonalite entwickelten App wurde der gesamte Prozess so weit vereinfacht, dass er in etwa 10 bis 15 Minuten zu bewerkstelligen ist. Anstatt eines gesamten Scans von Kopf, Ohrmuschel und Oberkörper genügen das fotografische Erfassen der Front und beider Seiten des Kopfes in einem automatischen Prozess innerhalb der App und zwei detaillierte Fotos der Ohren. In Versuchen hat sich herausgestellt, dass anhand dieser Daten und dem Abgleich mit der umfangreichen Datenbank bereits sehr genaue Ergebnisse möglich sind. Nach einigen Minuten Berechnungen auf dem Final Server steht das individualisierte Hörprofil dann bereit. Genau genommen sind es drei leicht verschiedene Hörprofile, sogenannte Timbre Koeffizienten, die gewählt werden können. Korreliert mit den gesammelten Daten ergab sich eine Normalverteilung und so werden lediglich die drei häufigsten Koeffizienten angeboten. Dennoch gibt es die Möglichkeit, in zwei Schritten mit jeweils einer mehrminütigen Unterbrechung zum Datenaustausch auf den In-Ears die Koeffizienten noch präziser anhand eigener Musik zu bestimmen.
Ab Werk ist der LDAC-Modus deaktiviert. Er muss über die Tonalite-App aktiviert werden. Gemeinsam mit der High-Gain- und Low-Latency Option befindet sich die Einstellung im über das Menü-Icon oben links auf der App erreichbare Untermenü „Settings“. Es hat etwas gedauert, bis ich das Menü überhaupt entdeckte und habe dementsprechend eine ganze Weile mit dem AAC-Codec gehört. Obwohl er theoretisch transparent sein soll, erschienen besonders Becken oft unsauber und schlecht aufgelöst. Der Wechsel zu LDAC schaffte Abhilfe. Mit dem aufwendigeren Codec kürzere Akkulaufzeiten in Kauf nehmen zu müssen, stört mich persönlich überhaupt nicht. Dass der Aktionsradius der In-Ears bei abgelegten Zuspielgerät in der Wohnung geringer wird, fällt da schon eher ins Gewicht. Im selben Raum habe ich allerdings sehr selten Verbindungsabbrüche erlebt.

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